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Dienstag, 28. April 2020

OMAN

LP Nr.: 23, Grounds: 1
 
Maskat/ Seeb
(1):
Seeb Sports Stadium/ Istad Seeb ar-Riyadhiyy (u.a. Nady Seeb) – 12.000 (12.000/ 0); 8,0 


IMG_8779 كأس أسياوي: نادي العروبة بسور العماني ونادي العهد ببيروت اللبناني

Dienstag, 22. März 2011

W242VI: Zusammenfassung und Tipps Oman

Fazit Oman: Wer nicht im Oman war, der hat echt was verpasst! Nach Syrien und Tschechien das Beste, was mir touristisch untergekommen ist! Aber trotz aller fantastischen Berge, Burgen und Wadis: da so viele Festungen wegen Bauarbeiten geschlossen sind, kann ich nur sagen, dass so etwas Besucherunfreundliches wie Oman nur noch von Tschechien im Winter (besonders schlimm zwischen Weihnachten und Sylvester) getoppt wird. Trotzdem lohnt sich eine Reise, besonders in Verbindung mit den VAE. Allein die offenen Festungen und die reine Landschaft sind der Hammer! Wenn man sagt „ich reise nicht in den Oman, weil es so teuer ist“ – OK, wenn man wenig Kohle zur Verfügung hat, ist das schade aber dann sollte man diese Reise auch lassen, da der Flug und das Herumfahren im Oman sehr teuer sind, die Hotels Preise wie in Deutschland haben und nur Essen und Besichtigungen sehr kostengünstig sind. Aber es gibt vermögende aber hirnlose Gestalten, die den Oman wegen seiner islamischen Gesetzgebung oder was weiß ich für unsinnige Gründe nicht besuchen wollen – da hilft nur: Fresse halten, Infos sammeln, Reise buchen, Reise machen, sehen dass es sich richtig gelohnt hat und zuhause die Fresse wieder aufmachen und das Land empfehlen. Sehenswürdigkeiten Oman: 1. Jibreen (Festung) [10/10] Von außen nicht so spektakulär, aber innen eine wunderbare Festung mit tollen Deckenbemalungen und verwinkelten Gängen. 2. Misfat al-’Abriyyin (Oasendorf, Landschaft, Burg) [10/10] Geniale Berglandschaft, kleine Burgruine, tolles Oasendorf mit Wanderweg. 2. Nizwa (Festung) [10/10] Tolle Festung mit gutem Museum, Rest der Stadt nicht so sehenswert, aber schöne Oase. 2. Nakhl (Festung) [10/10] Richtig spektakuläre Festung mit riesiger Oase. 5. Sur (Festungen, Altstadt) [8,0/10] Etwas verschlafenes Fischernest, aber ganz schön und alle Festungen und Wehrtürme geöffnet. 6. Izki (Ruinenstadt und Festung) [7,5/10] Spektakuläre und ausgedehnte Ruinen. 7. Bidbid (Festung) [7,5/10] Hervorragend wiederhergestellte Festung mit schönen Oasengärten. 8. Wadi Shaab und Wadi Tiwi (Landschaft) [7,5/10] Spektakulär aber einfach zugänglich: die beiden Schluchten bei Sur. Ins Wadi Tiwi führt sogar eine betonierte Straße. 9. Maskat (Altstadt Maskat, Mutrah, Bausher etc.) [7,0/10] Acht Festungsanlagen. Die meisten nicht zugänglich. Schloss und tolle Oasengärten in Bausher. Hauptmoschee (Masjid Sultan Qabous) relativ unspektakulär. 10. Samail (Festungen) [7,0/10] Hauptfestung thront auf Felskegel, gegenüber noch mehr Befestigungsanlagen. 11. Rustaq (Festung) [5,0/10] Sehr große und ansehnliche Festung mit Oasengärten. Nicht zugänglich. 12. Birkat al-Mauz (Festung, Landschaft und Altstadt) [5,0/10] Kleine, unterhalb der spektakulären Berge gelegene Festung (nicht zugänglich) und interessante Oasenstadt mit schöner Pflanzenwelt. 13. Bahla (Festung) [5,0/10] Sehr große Anlage, aber nicht zugänglich. 14. Al-Hazm (Festung) [5,0/10] Kompakte, ansehnliche Festung mit Oasengärten. Nicht zugänglich. 15. Ar-Rusayl (Festung) [4,0/10] Kleine Festung auf Felstisch mit Autobahnanschluss. 16. al-Aaliyah (Festung, Landschaft) [3,5/10] Verfallene Festung oberhalb eines schönen Fußballplatzes in schöner Berglandschaft. 17. Tanuf (Ruinenstadt) [3,0/10] Ausgedehnte Lehmruinen, daneben neue bewohnte Häuser in schöner Berglandschaft. 18. al-Lajal (Festung, Landschaft) [3,0/10] Schöne Berglandschaft, verfallene Festung. 19. Barka (Festung) [3,0/10] Kleine Festung in kleinem Hafenort. Nicht zugänglich. 20. Awaby (Festung) [2,5/10] Kleine Festung in einem kahlen, breiten Tal. 21. Suwayq (Festung) [2,0/10] Kleine Festung in einem kleinen Ort. Nicht zugänglich. 22. Quriyat (Festung) [1,5/10] Heruntergekommene kleine Festung an der Küste. Nicht zugänglich. 23. al-Masna’ah (Festung) [1,0/10] Hässliches Kaff an der Küste mit unspektakulärer Festung. Nicht zugänglich. Tipps: 1. Wie kommt man da hin? Oman: am günstigsten fliegt man einfach von Berlin oder Frankfurt nach Dubai, nimmt sich dort einen Mietwagen (Zusatzversicherung, Hertz z.B.) und fährt rüber (visa on arrival). Ein Flug nach Maskat oder gar Salalah ist viel teurer und omanische Mietwagen ebenfalls. Ohne Mietwagen ist Oman kaum bzw. nur mit viel Zeitaufwand zu bereisen. Unser 5-Tages-Pogramm mit öffentlichen Verkehrsmitteln 10 und mit Fahrrad (machbar, es gibt auch omanische Radsportler, aber so eine Tour ist extrem anstrengend!) mindestens 30 Tage. 2. Wie kommt man dort billig herum? Leider verhindert Oman die Entwicklung des Backpackingsektors. Hotels unter 40€ pro Nacht für ein Doppelzimmer gibt es wohl gar nicht. Dafür ist die Qualität aber absolut topp, sodass man eher von einem besseren Preis-Leistungs-Verhältnis als in Deutschland reden muss. Aber es fehlt eben der billig Sektor mit 15€-Privat-Absteigen wie in Syrien oder Jugendherbergen. Wer nicht 40-120€ pro Nacht anlegen will, kann aber campen. Nur muss man sein Zelt selber mitbringen und darf nur außerhalb geschlossener Ortschaften auf Freiflächen (da gibt es aber in der Wüste, der Küste (Strände) und selbst dem Bergland genug davon) übernachten. Offizielle Campingplätze gibt es wohl nicht. Beim Essen sieht es viel besser aus, als im Hotelsektor: gute Qualität in kleinen Restaurants zu sehr kleinen Preisen; z.B. Restaurants mit arabischen Aufschriften und Pepsi-Werbung sind oft mit Hauptgerichten mit Getränk bei 3 oder 4€ pro Person. Die Preise für Mietwagen sind z.B. bei Budget verhältnismäßig günstig. Hertz Oman hat für die sonst gute Firma erschreckend schlechte Angebote. Von Europcar kann ich wegen der bei Europcar-Niederlassungen in allen Ländern gängigen Abzockpraxis (z.B. 150€ für 1 Woche bei unbegrenzten Kilometern auf die Website und/ oder in den Vertrag schreiben und dann hinterher 200€ abbuchen) pauschal abraten. Viele Gesellschaften erlauben das Ausführen des Fahrzeugs – meist gegen mehr oder weniger angemessene Gebühren – in die Vereinigten Arabischen Emirate. Benzin kostet im Oman 0,24€ pro Liter. Öffentliche Verkehrsmittel sind eher schlecht ausgebaut: so gibt es keine Eisenbahn, nur Busse und Sammeltaxis. Man muss also am besten einen Wagen mieten. Wie oben erwähnt kommt man aber am besten auf diese Weise von Dubai aus in den Oman eingereist. 3. Wie sieht es mit Sicherheitsrisiken aus? c) Omans Kriminalitätsrate ist verschwindend gering. In innenpolitische Streitereien, die seit Jahren zum ersten Mal im Februar 2011 wieder aufgekommen sind, kommt man als Tourist eigentlich nicht rein, wobei diese Streitereien auch einen sehr geringen Umfang haben. In letzter Zeit sind diese Auseinandersetzungen aber vereinzelt heftig geworden, da sich manche Vollidioten von den Medien inspirieren lassen, die randalierende Demonstranten zeigen und deswegen meinen, sie müssten auch mal die Sau rauslassen. Bei komischen Gesetzen: siehe VAE; ansonsten soll man in Oman noch angeblich Ärger kriegen können, wenn man mit einem stark verschmutzten Auto unterwegs ist, dann drohen 10€ Geldstrafe – oder die Polizisten schicken einen einfach zur nächsten Autowaschanlage. Apropos Polizei: Angeblich sind Polizisten sehr streng bei Verkehrsübertretungen und auf jeden Fall sind Blitzgeräte extrem häufig aufgestellt – aber ob die Dinger funktionieren? Viele fahren 10 bis 20 km/h drüber, es wird immer mal rumgedrängelt, wenn man mal 5 km/h zu langsam fährt und ungestraft überholt wo es verboten ist – ohne das die Blitzgeräte auslösen oder die Polizei einschreiten würde. Absoluter Schwachsinn und Unfallschwerpunkt sind die Kreisverkehre auf den Schnellstraßen. Übrigens wird auch berichtet, dass es auffällig häufig „road rage“ gebe. Ich hab zwar so etwas nicht erlebt, aber diese seriös bestätigte Story kann viel eher in der Golfregion (also Oman und v.a. die kleinen Staaten Emirate, Kuwait etc.), als in anderen arabischen Gegenden passieren: „DEUTSCH: Ein arabisches Paar [andere Quelle schreibt deutlicher: Syrer] war in der Golf-Straße in Kuwait mit dem Auto unterwegs und wurde von einem anderen Fahrer [einem „Asiaten“] angespuckt und beschuldigt, den Verkehr aufzuhalten. Der Asiate brüllte rum und beleidigte die Frau. Die Syrerin, die eine Karate-Meisterin, fühlte sich so beleidigt, dass sie den Asiaten krankenhausreif schlug.” Übersetzt nach: http://www.alraimedia.com/Alrai/Article.aspx?id=246814&date=28122010 . 4. Bestimmte Karten, Reiseführer, Bildbände zu empfehlen? Also Wordmapping Oman ist mal wieder mäßig, aber reicht für die meisten Ziele. Man sollte sich aber vorher bei Google Earth mal angucken, wie die Straßen verlaufen. Dass z.B. die Straße nach Syq nur von Allradfahrzeuge genutzt werden darf, steht auf dieser Karte natürlich nicht. Auf einer guten Karte steht so etwas – aber der Verlag arbeitet ausschließlich mit Google Earth und dem spärlichen einheimischen Material, weswegen die Worldmapping Karten immer inaktuell, ungenau und selten zufriedenstellend sind. Reiseführer und Bildbände habe ich nicht zur Rate gezogen. Aber den vor Jahren gekauften Marco Polo „Dubai, Emirate und Oman“ kann ich nicht empfehlen. Der Sprachführer „Arabisch für die Golfstaaten Wort für Wort“ ist der Kauderwelsch Band 133 (Autor: Daniel Krasa). Ich habe wie bei vielen dieser Sprachführer so meine Zweifel, wie jemand ohne Vorkenntnisse die Worte auch nur annähernd richtig aussprechen soll: z.B. echt schlau, den Umschriftbuchstaben „ç“ nirgendwo zu erklären; der ist wohl vom Türkischen geklaut und wird wie von den Türken auch als „tsch“ ausgesprochen. Für einen Hocharabischstudenten ist das Buch natürlich eine prima Ergänzung – zudem relativ einfach einprägbar, da sehr nah am Hocharabischen – so wie die Umgangssprache im Gebiet von Hannover bis Magdeburg halt nah am Hochdeutschen ist, was man von Sächsisch - bei Arabisch wäre da Syrisch vergleichbar - oder gar Bayrisch - bzw. Ägyptisch - nicht behaupten kann. Der Laie kann mal versuchen, ob er mit der CD zum Buch (die hab ich natürlich nicht gekauft, aber die unverständliche Umschrift soll wohl zum Kauf des Tonträgers anregen) was anfangen kann. Wer meint, er könne mit dem auswendig lernen des Sprachführers ganz lässig auf der Straße quatschen, kann das vergessen: mehrere Jahre Studium und dazu gehöriges monate- oder jahrelanges Aufhalten in einem Land des Sprachraumes (oder wenigstens letzteres in besonders intensiver Form) müssen bei so einer komplexen Sprache schon her, bis zur richtig guten Konversationsfähigkeit. Aber fast alle Leute können in VAE und Oman Englisch. 5. Sprache und Kultur? Im letzten Abschnitt klang es schon an: Arabisch ist wirklich kompliziert – aber auch hilfreich in Ländern wie Oman. Jedoch muss man nur wenn man außerhalb der großen Städte unterwegs ist – das lohnt sich aber auch wegen Sehenswürdigkeiten! – die wichtigsten Sachen drauf haben. Die meisten Leute können Englisch oder teilweise sogar Deutsch. In Dienstleistungsbereichen trifft man dauernd auf Inder, die meist viel besser Englisch als Arabisch können. Oman ist eine wirklich konservative Gesellschaft: die Gastfreundschaft wird einem aber stets entgegen gebracht, solange man freundlich auftritt (z.B. grüßt, was auf dem Land meist mit der in Kopfhöhe ausgestreckt gehaltenen rechten Hand und „Salamu aleyk[um]!“ oder bei Touristen oft „Hi/ Hello!“ gemacht wird) und sich unauffällig kleidet, nämlich so wie moderne Omaner: Jeans und Polohemd oder T-Shirt. Die Art der Schuhe ist egal, aber bei Burgentouren und so was sind feste Schuhe natürlich ganz wichtig – geschlossene Schuhe gehen auch bei 50 Grad, frag mal Archäologen auf Grabung... Jedenfalls ist es in den Augen vieler Einheimischer unverschämt, wenn man Shorts oder kurze Rücke trägt. Zudem: je mehr Haut man zeigt, desto mehr Haut wird auch von der Sonne verbrannt – und zwar auch mit Sonnenmilch mehr rötlich als bräunlich. Solche Sachen wie Frauenschleier oder Männergewänder werden zwar auch von vielen Leuten aus arabischen Ländern religiös interpretiert, aber eigentlich ist die Sichtweise Kopftuch als Ausdruck der Gottesfürchtigkeit fast ebenso unsinniger Quatsch wie die europäische Behauptung Kopftuch = Unterdrückungssymbol. Jegliche Formen der Verschleierung sind Schutz gegen Sonne und Staub. Was meinste, warum es auch Männerkopftücher (die langen Weißen) gibt? Noch dümmer als Shorts ist aber krampfhafte Anpassung: Einheimische finden es absolut albern, wenn man sich ein solches schlafanzugartiges Männergewand überzieht oder als nicht-muslimische Frau mit Kopftuch rumrennt. 6. Lohnt sich Groundhopping? Wenn man schon im Oman ist, kann man sich doch auch mal n Spiel reinziehen, oder? Aber das Niveau ist meist nicht besonders hoch. Zudem ist die Organisation nicht besonders gut, aber auf goalzz.com findet man die 1. und 2. Liga ziemlich zuverlässig. Die Spielstätten kann man sich über das Forum von kooora.com und Wikimapia (Arabisch eingeben!) zusammen suchen. Auf gut Glück geht auch: Nachmittags und abends werden v.a. Donnerstag und Freitag viele Amateurspiele ausgetragen. Die Dichte der Sportanlagen in Oman ist enorm, sodass man auch nach einer Besichtigung einfach mal die Sportanlage, die meist eh auch noch in der Nähe der Sights ist, aufsuchen kann und mal rumgucken kann, wegen Spiel.

Montag, 21. März 2011

W242III: Noch ein paar Festungen und ein letztes Fußballspiel und dann eine lange Rückreise

Al-Imarat Ras Al-Khaymah (الامارات) - Nady Ar-Rayyan (الريان)
Datum: Mittwoch, 16. März 2011 – Anstoß: 19.15
Wettbewerb: AFC Championsleague (2. Liga VAE, Halbprofiliga vs. 1. Liga Katar, Profiliga)
Ergebnis: 2:0 nach 98 Min. (48/50) – Halbzeit: 2:0
Tore: 1-0 5. Nabil Daoudi, 2-0 23. Hadaf Sayf Ahmad Muhammed bin ash-Shaykh az-Za’aby
Verwarnungen: Hadaf Sayf Ahmad Muhammed bin ash-Shaykh az-Za’aby, Adnan Hussain Ahmad Mohd Ahmadian al-Baloushy, Muhammad Ahmad Youssuf Abu Safarad al-Baloushi, Omar Abdul-Azziz ’Aly al-Ibahimouh ash-Sheyhhy (Al-Imarat); Itamar Batista da Silva, Hamid Ismail Khalifa, Daniel Goumou (Ar-Rayyan)
Platzverweise: keine
Spielort: ملعب نادي الامارات (Emirates Club Stadium RAK: Kap. 6.000 Sitzplätze)
Zuschauer: 5.150 (davon ca. 10 Gästefans)
Unterhaltungswert: 8,0/10 (Sehr viele Torszenen, gute Zweikämpfe, guter Support)

Photos and English version:
a)
Fortresses in the United Arab Emirates
b)
Sacred Buildings in the United Arab Emirates
c)
Skyscrapers and the Desert: United Arab Emirates
d)
CHAMPIONS LEAGUE: EMIRATES CLUB RAS AL-KHAIMA vs. AL-RAYYAN CLUB
Videos:
Al-Imarat RAK 2:0 ar-Rayyan (Regional Music Band before Kick-Off)
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Nach dem Auschecken im wirklich sehr empfehlenswerten al-Shiraa Hotel in Maskat holten wir uns noch ein paar Crossaints und fuhren fast problemlos auf die Grenze bei Khatmat al-Milahah zu. Nur in Sohar war mal wieder 20 Minuten Stau wegen den Spasten die den Hauptkreisverkehr mit dem Globus als Zeltplatz nutzen: wo die verlogenen europäischen Journalisten allerdings hernehmen, dass der Sultan von denen in Sohar unter Druck gesetzt würde, will ich ja mal wissen. So hartnäckig sich die Deppen dort halten, umso mehr Banner für den Sultan bringen sie an. Hinzu kommen natürlich noch viele Banner gegen Korruption, Menschenrechtsverletzungen und Diskriminierungen bei der Arbeitssuche. Aber wenn ich mal wieder so was sehe wie „Arbeit für die Jugend von Sohar [oder sonst einer Stadt]“ frage ich mich, wie viele von denen, die das fordern überhaupt arbeitsfähig sind: die die am lautesten schreien sind nämlich die, die nie etwas gelernt haben und jetzt meinen, sie bekämen auf die Tour ohne jede Qualifikation einen Arbeitsplatz. Von gut ausgebildeten Akademikern oder Fachkräften, die wegen ausländischen Arbeitern nicht rangelassen würden, kann hier kaum die Rede sein. Selbst wenn in den Medien mal etwas anderes gemeldet wird: man denke nur an den Typen, der in Tunesien mit der Selbstverbrennung die Proteste ins Rollen brachte; er wurde als angeblicher Student in den Medien gefeiert, bis mal raus kam, dass er nur einen niedrigen Schulabschluss und keine Oberstufenbildung hat.

Wie auch immer: nachdem wir an dem Pöbel vorbeigefahren waren, kamen wir in Khatmat al-Milahah an. Die Grenzstation ist eine einzige Baustelle, aber innerhalb von 25 Minuten hatten wir die 4€ (also 2 RO) kostende Ausreisegebühr bezahlt und alle nötigen Stempel (mittlerweile haben unsere Pässe durch diese Reise je 10 Stempel mehr und in Istanbul kommen noch zwei hinzu) besorgt. Kurz hinter der Grenze ist dann auch schon Kalba, wo es eine kleine Festung, die weitestgehend frei zugänglich ist, zu sehen gibt. Das Mauerwerk ist ungewöhnlich hell getüncht.

Die Festung in Fujairah ist eindrucksvoller, jedoch wegen Renovierung geschlossen. Hier in Fujairah sieht es aus wie im Oman: Berge, Steine, Sukkulenten und niedrige Bäume, große Festungen und kleine Lehmhäuser. Letztere befinden sich auch rings um die Festung des siebten und damit letzten der sieben Emirate die wir besuchten: das waren Dubai, Sharjah, Ajman, Ras al-Khaima, Umm al-Quwayn, Abu Dhabi und eben Fujairah. Weiter nördlich die Küstenstraße entlang befindet sich eine winzige, aber kurios geformte Moschee. Zudem ist die Moschee von Bidiya wohl die älteste der VAE. Kurios geformt ist sie wegen der vier Kuppeln des Daches, die alle so eine Art flachgedrückte Sahnehaube (der Lehm ist ja auch noch weiß gehalten) haben. Oberhalb der Moschee liegen die zwei zugänglichen Türme einer Festung. Der Palmenhain zum Meer hin macht keinen so guten Eindruck.
Wir guckten noch in Dibba an der Hauptmoschee und in Khatt am Festungshotel vorbei und fuhren dann nach Ras al-Khayma.

Libanesen können zwar meist nicht vernünftig Fußball spielen (s. Bericht vom Vortag), aber dafür umso besser kochen: in einem streng muslimisch geführten libanesischen Restaurant am Kreisverkehr mit dem Boot kehrten wir ein und bekamen sehr große und gute Portionen Fetteh mit Fleisch und Gemüse für nur je 3€. Streng muslimisch geführt bezieht sich vor allem auf die Ausgestaltung mit Kalligraphien, Koransprüchen und anderen religiösen Schriftzügen wie „wir opfern uns alle für dich auf, oh Gesandter Gottes, Mohammed“ sowie dem lautstark aufgedrehten religiösen Radiosender.
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Fußball ohne libanesische Beteiligung – war ja auch Champions League und nicht „nur“ AFC-Cup wie gestern – fand im nahe gelegenen Stadion des Nady al-Imarat Ras al-Khaima statt. Der Rasen ist von Wüstensand und drei Tribünen umgeben: die Haupttribüne überdacht und sehr modern, die Gegentribüne unüberdacht mit älteren Sitzen und die Hintertortribüne noch mit älteren Bänken versehen. Alles natürlich schön in den Vereinsfarben grün und weiß gehalten. Eintrittskarten wurden diesmal verschenkt, Flaggen zum Schwenken verliehen. Schon eine seltsame Organisation beim Fußball in der Golfregion: viel gratis, wenn’s was kostet dann immer genau festgelegte Preise, also alles sehr strikt aber zuschauerfreundlich gemacht.

Die Spieler von al-Imarat laufen auch unter dem Namen Emirates Club RAK auf, was so viel heißt wie SV Emirate Zeltspitze. Die Emirati sind derzeit nur zweite Liga, da sie letzte Saison trotz Pokalsieg absteigen und nur so in die Vorqualifikation der Championsleague, die sie erfolgreich gestalteten, gelangten. In der Gruppenphase hatten sie wenig überraschend bei einem favorisierten iranischen Club verloren und am zweiten Spieltag den ebenfalls klar favorisierten Vizemeister der katarischen Liga vor sich: Nady ar-Rayyan, aus dem gleichnamigen Ort bei Doha, der mit „Fahne“ [Flagge, Banner] zu übersetzen ist.
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Im Stadion fanden sich erfreulich viele Fans ein: das Einzugsgebiet des Clubs aus RAK ist ja nicht so riesig und der Gästemob betrug gerade einmal 10 Mann – die auch genau 10 Flaggen mit dabei hatten – aber die etwa 4.000 Fans waren schon nicht schlecht. Besonders die Jungs, die zu Dishdashas fette Basecaps mit albernen Hiphop-Aufschriften trugen oder die beiden älteren mit Cowboyhut in Staatsfarben zum Gewand fielen auf. Noch auffälliger natürlich die Band, die mit Trommeln, einer Art Dudelsack und einer großen Flöte – so eine ähnliche Flöte kennt man aus Filmen im indischen Raum zum Schlangenbeschwören – einzog. Für Stimmung sorgte außerdem einer, der sein Mikrofon an mehrere große Lautsprecher mit Megaphonen anschloss und die Anfeuerungen vorgab. So ein Capo in der Golfregion klingt schon etwas anders, als einer von einer europäischen Ultragruppierung: klingt mehr wie ein Koranrezitator, als ein grölender Fan aus der Nordkurve...

Was bei den Fans negativ auffiel, war dass bei der Schweigeminute für die Erdbebenopfer von Japan erst drei Aufforderungen hermussten, ehe mal die Hälfte der Zuschauer stand. Das regte auch einige der Offiziellen in Dishdasha ziemlich auf. Bei so einer Situation merkt man eben doch, wie ignorant und ungebildet viele der Emirati sind. Mit solchen internationalen Gesten wie Schweigeminuten können die Nachfahren einfacher Beduinen nichts anfangen – da sind andere arabische Kulturen wie die städtischer geprägte nordafrikanische, ägyptische oder syrische klar weiter, gebildeter und disziplinierter.
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Auf dem Platz waren natürlich auch nicht alle so diszipliniert, aber das brachte echt Fahrt in die Partie. Außerdem war es erstaunlich und lobenswert, was die Emirati gegen die nur nominell überlegene internationale Truppe aus dem Katar auf die Beine stellte: schon nach einer halben Minuten die erste Torchance und nach fünf Minuten der Führungstreffer mit einem Hammer von der Strafraumgrenze. Jubelgeschrei und Papierregen in grün und weiß folgten. Im weiteren Verlauf des Spiels waren die Gastgeber klar überlegen. Auch Rayyan hatte Chancen, enttäuschte aber was das Niveau anging. Mitte der ersten Hälfte erzielte der Gastgeber sogar einen zweiten Treffer.

Beim 2:0 sollte es bleiben, da in der zweiten Hälfte alle Chancen der Emiratis vergeigt gingen und Rayyan zwar den Druck erhöhte, aber am guten Torwart oder der eigenen Unfähigkeit scheiterte. Der Sieg rief einen Flitzer in Dishdasha mit Flagge in der einen und Bengalo in der anderen Hand auf den Plan. Mannschaft und Fans feierten sich noch gegenseitig, während Rayyan vom Platz schlich.

Gegen 23 Uhr waren wir am Flughafen von Dubai, nach 50 Minuten hatten wir dann auch mal das richtige Terminal und den richtigen Mietwagenrückgabeparkplatz gefunden. Eine erstaunlich freundliche Pass- und zwei normale Sicherheitskontrollen später saßen wir auch schon im 3.30-Flug nach Istanbul. Turkish Airways so gut wie immer: moderne Maschine, nettes Personal, Unterhaltung an Bildschirmen und erstaunlich gutes Essen. In Istanbul gelandet lief uns erst Nasaf Qarshi (vom Auswärtsspiel in Sanaa, Jemen auf dem Weg nach Usbekistan zurück) über den Weg und dann sogar as-Saqr Taizz aus dem Jemen, die bei Shurtan Guzar (Usbekistan) gespielt hatten und nun über Istanbul nach Hause zurückflogen. Bis wir alle durch die Passkontrolle waren, verging übrigens eine Stunde. 1 Stunde, nur weil das Arschloch am Schalter zu blöd war, noch ein paar Kollegen zu holen, wenn er schon mit 100 Stempeln in 100 Pässe überfordert ist.

Nach über sieben Stunden Umsteigezeit (aber wozu gibt’s Steckdosen im Wartebereich am Flughafen: da konnte ich u.a. diese Zeilen schon mal schreiben) und noch mehr als einer Stunde Verspätung, weil irgendein Vollpfosten den Flugplan verlegt hatte, flogen wir nach Frankfurt und dann nach etwas Hetzerei aber prima Service (man wurde mit Extrabussen zum Anschlussflieger gefahren) nach Leipzig weiter.
Auf die Bahn umgestiegen hatten wir dann eine alte, verkalkte, unfreundliche Schaffnerin, die auch noch falsche Ansagen zu Anschlusszügen machte. Scheiß Bahn eben.
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Statistik:
Grounds: 540 (heute ein neuer Ground; diese Saison: 90 neue)
Sportveranstaltungen: 1.242 (heute eine, diese Saison: 129)
Tageskilometer: 5.840 (5.250 Flug, 590 Auto)
Saisonkilometer: 34.350 (15.880 Auto/ 10.200 Flugzeug/ 4.730 Bahn, Bus, Tram/ 2.830 Fahrrad/ 810 Schiff, Fähre)
Anzahl der Fußballspiele seit dem letzten 0-0: 6
Anzahl der Wochen, seit der letzten Woche ohne eine einzige Sportveranstaltung (31.7.-6.8. 2006): 242

W242I: Geöffnete Festungen, tiefe Wadis und der erste Spielbesuch im Oman

Al-‘Uruba Sur (العروبة) - Al-‘Ahed Beyrout (العهد) Datum: Dienstag 15. März 2010 – Anstoß 19.00 Wettbewerb: AFC Cup (1. Liga Oman, Halbprofiliga vs. 1. Liga Libanon, Profiliga) Ergebnis: 1:0 nach 94 Min. (46/48) – Halbzeit: 1:0 Tor: 1-0 25. al-Mashari Djuma’ ad-Darwish Djuma’ Verwarnungen: Mahmoud al-’Aly (Al-‘Ahad) Platzverweise: keine Spielort: ملعب السيب (Seeb Stadium: Kap. 12.000 Sitzplätze) Zuschauer: ca. 2.000 (offiziell 400, keine libanesischen Gästefans) Unterhaltungswert: 8,0/10 (Sehr gutes Spiel der Omaner, das mit wenigstens einem Tor belohnt wurde) Photos and English version: a) FORTRESSES IN OMAN b) Sacred Buildings in Oman c) LANDSCAPE OF OMAN d) AMATEUR FOOTBALL GROUNDS IN OMAN e) AFC Cup: Al-Ouruba Sur vs. Al-Ahed Beirut
Video: Match Scene and Support: Al-Ouruba Sur vs. Al-Ahed Beirut IMG_8746 Der letzte volle Reisetag im Oman wurde noch einmal für drei sehr wichtige Sachen, die man im Oman unbedingt machen sollte, genutzt: Festungen von Innen besichtigen, in einem Wadi rumfahren oder -latschen und Fußball gucken. Die erste Festung, die wir auf dem Weg von Maskat nach Sur besuchten, war allerdings – wie so oft derzeit im Oman – wegen Renovierungsarbeiten geschlossen. Die hatte es aber auch augenscheinlich nötig. Vor der kleinen, regelmäßig gebauten Festung von Quriyat steht übrigens Kitsch pur: eine Schatzkiste mit überdimensioniertem Kunststoffsilberschmuck. In Sur war es dann einfach unglaublich, dass da beide Festungen für 500 Baisa (1€) offen hatten und auch noch drei Wachtürme frei begehbar waren. Wir guckten uns die größere Festung, Sunaysila, von innen an. Suneysila wurde sehr schön auf einem Felsen errichtet, die etwas kleinere Festung Ayjah liegt flach und umbaut von einfachen Häusern, vor denen Ziegen herumlaufen, am Hafenbecken. Die drei Wachtürme reihen sich am Felsen daneben auf. Schon der niedrigste bietet einen prima Blick auf die verschlafene Kleinstadt und die sie umgebenden Felsen und Industrieanlagen. Auf dem Rückweg fuhren wir noch ins Wadi Tiwi. Von Sur sollte man ohne Geländewagen nur die zweite Abfahrt nehmen, der einen so wie so direkter ins Wadi führt. Selbst in dieser schroffen, steilen und manchmal mit Wasser meterhoch gefüllten Schlucht, die wie ein Fjord bis zum Meer reicht, wurde ein Bolzplatz angelegt. Palmen und Steine so weit das Auge reicht. Eine wirklich spektakuläre Landschaft. Die Straße zum Wadi Shab bricht dann hinter einer warnenden Schranke ab in den Meerarm. Über Tiwi erreicht man aber den Parkplatz in Shab unter der Autobahnbrücke mit Blick auf den Festungsturm am Wadi. Wadi Shab ist enger und etwas steiler als Tiwi, aber eben nur schwer zugänglich. Um 6km lang ins Wadi Tiwi zu fahren, braucht man keinen Geländewagen bei so einem guten Betonplattenweg. In Maskat aßen wir wieder beim Pakistani – eine scharfe Hammelpfanne für nur 3€ pro Person – und schauten nebenbei Kricket-WM, Südafrika gegen Irland. Interessanteren Sport gab es dann live im Stadion von Seeb, dem westlichsten Stadtteil Maskats. Da Sur keinen Flughafen hat und das Stadion damit mehr als 200km vom nächsten internationalen Flughafen entfernt liegt, spielte der Fußballclub Al-`Ouruba Sur, zu Deutsch: das Arabertum Horn, sein Heimspiel im AFC Cup in Seeb. Gast war Al-’Ahed aus der libanesischen Hauptstadt Beirut. IMG_8825 كأس أسياوي: نادي العروبة بسور العماني ونادي العهد ببيروت اللبناني Wie verkommen der libanesische Fußball ist, habe ich schon an passender Stelle in meinem Bericht aus Syrien [Link: Syrien vs. Libanon] dargestellt. Ein besonders unsympathischer Vertreter des von einigen so überschätzten Landes, ist al-`Ahed Beirut. `Ahed heißt soviel wie „Eid“ oder „Schwur“ und stammt aus der Hauptstadt, die man mit „Brunnen“ übersetzen kann. Der Name stammt noch aus phönizischer Zeit. Ähnlich wie in Israel fast jeder Verein von einer politischen Partei geführt und unterstützt wird, sind im Libanon die Vereine weitestgehend konfessionsgebunden. Allerdings nehmen z.B. sunnitisch geführte Clubs auch ohne weiteres Christen auf, während sie mit Schiiten nichts zu tun haben wollen, auch Schiiten haben mit Christen nicht solche Probleme, wie diese mitunter untereinander: ein Maronitenverein nimmt viel lieber muslimische Spieler auf, als Orthodoxe. Zu den schiitischen Clubs zählt jedenfalls al-`Ahed – unterstützt von der Hizbullah (Hisbollah). Der Gegner aus der Hafenstadt Sur hingegen, der nur als Pokalsieger in den mit der Europa League vergleichbaren AFC-Cup kam, ist natürlich der erheblich sympathischere Verein. Sowohl `Uruba als auch `Ahed führen ihre Liga derzeit knapp an. Leicht favorisiert aufgrund des professionellen Status war jedoch der schiitische Verein aus Beirut. Im Oman heißt die Liga zwar bescheuerterweise nach einem Mobilfunkanbieter, aber ansonsten ist noch alles in Ordnung. Oder wo kann der wichtigste Fußballer des Landes (Nationaltorwart Ali al-Habsi) noch auf einen Hauptjob als Feuerwehrmann verweisen, den er bis zu seinem Wechsel nach England während seiner Tätigkeit in der 1. omanischen Liga innehatte? Das Stadion von Seeb erfüllt sicher auch Bundesligastandards, wobei es mit 12.000 Sitzplätzen, die alle sehr nah am Feld und von einem relativ niedrigen Zaun von diesem abgetrennt sind, relativ klein ist. Die Sitze sind recht bunt gestaltet, mit wellenförmigen Mustern in blau, orange und grün. Nur der Mittelteil der Haupttribüne ist überdacht; mit einem spektakulären, ornamentverzierten und mit Lampen in der glatten Decke bestückten Dach. IMG_8786 كأس أسياوي: نادي العروبة بسور العماني ونادي العهد ببيروت اللبناني Neben uns saßen ein paar Männer, von denen der eine seine Verwandten im Oman besuchte, die er aufgrund seiner Arbeit in Toronto nicht so häufig sieht. Der war geschäftlich auch schon in Deutschland. Die Riege neben uns blieb allerdings eben so ruhig wie die meisten anderen Fans und reagierte nur etwas auf den Spielverlauf. Der harte Kern der Fans aus Sur jedoch, ging richtig mit: ob der Alte mit dem riesigen Megafon und dem knallgrünen Umhang, die Spacken mit Kapuzenshirt uns Sonnenbrille oder die Trommler und Dudelsackspieler (wobei der Dudelsack sich hier vom Aussehen etwas und vom Klang kaum vom schottischen Verwandten oder türkischen Pendant unterscheidet) in ihren klassischen weißen oder braunen gewissermaßen nachthemdähnlichen Gewändern und den bestickten Stoffkappen. Das Spiel lud auch zum Mitgehen ein, wobei der Gast aus dem Libanon die erste Chance der Partie hatte. Jedoch war ’Ouruba technisch, spielerisch und läuferisch besser und hatte zudem viel weniger Unsicherheiten am Ball in diesem schönen, schnellen und unterhaltsamen Spiel. Nach mehreren vertanen Chancen erzielten sie nach einem herrlichen Lauf durch die Abwehr auf den ein Pass an den Fünfmeterraum folgte mit einem Schuss aus 5m in den Winkel das 1:0. Es sollte das goldene Tor der Partie bleiben, da al-’Ahed zum Glück ihre wenigen Chancen nicht nutzten, allerdings auch ’Ouruba eine ganze Menge guter Gelegenheiten ausließen. Wozu die Gästespieler aber eigentlich Geld einstreichen, frage ich mich schon. Beim libanesischen Fußball frage ich mich ohnehin immer, wie tief diese Lachnummern und Flachzangen noch sinken können. Neben Hassan Maatouk und der Nr. 8 standen da selbst beim Meister al-’Ahed nur Versager auf dem Feld. Allerdings war der größte Vollpfosten ja gar kein Libanese, sondern dieser Sergiey Krot: jedes Kopfballduell gegen einen 20cm kleineren Omani verloren, jeden Zweikampf verloren, jeden Ball verstolpert, einmal mit einer Schwalbe einen Elfer herausholen wollen, nicht passen und nicht schießen können, aber Geld verdienen. Also wenn al-’Ahed unbedingt einen Europäer bezahlen will, meld ich mich sogar freiwillig für nächste Saison. Mein Bewegungsradius übersteigt auch bei knapp 30 Grad jenen von Krot mit seinen 10m locker. Wenn’s dem Rindvieh zu warm ist in Vorderasien, dann soll er in einer Amateurliga in seinen scheiß verregneten, kühlen Weißrussland spielen... Jedenfalls kann man al-’Ouruba zum Sieg nur gratulieren: sie haben ein wirklich attraktives und gutes Spiel gezeigt! IMG_8818 كأس أسياوي: نادي العروبة بسور العماني ونادي العهد ببيروت اللبناني Statistik: Grounds: 539 (heute ein neuer Ground; diese Saison: 89 neue) Sportveranstaltungen: 1.241 (heute eine, diese Saison: 128) Tageskilometer: 510 (Auto) Saisonkilometer: 28.510 (15.290 Auto/ 4.730 Bahn, Bus, Tram/ 4.950 Flugzeug/ 2.830 Fahrrad/ 810 Schiff, Fähre) Anzahl der Fußballspiele seit dem letzten 0-0: 5 Anzahl der Wochen, seit der letzten Woche ohne eine einzige Sportveranstaltung (31.7.-6.8. 2006): 242

W242I: Rundfahrt durch die Berge bei Nakhl und Rustaq, sowie die Küstenebene zwischen Suwayq und Barka

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FORTRESSES IN OMAN
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Sacred Buildings in Oman
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Wir begannen die Montags-Besichtigungstour im Dorf al-Lajal, das an einer Stichstraße kurz vor an-Nakhl liegt. In al-Lajal gibt es eine ziemlich verfallene Festung in die auch noch bewohnte Häuser gebaut sind. Die Ruinen liegen oberhalb eines Kreisverkehrs mit einer Kanone und einem schönen Fußballplatz, der an einer Seite knapp vor den Bergen angelegt wurde. Die Berge bergen in dieser Ecke ein paar schöne Wadis.

In an-Nakhl hatte ausnahmsweise mal eine Festung geöffnet. Für die üblichen 500 Baisas (1€) bekam man die übliche hohe Qualität dieser Festungen geboten: verwinkelte Gänge, massive Lehmmauern, Kletterei auf Türme und Blick in eine Palmen bestandene Oase, auf einfache Häuser, ordentliche Villen und steinige Fußballplätze. In an-Nakhl trieben sich erstaunlich viele Deutsche herum. Alles kleine Gruppen, alles normale Leute: so ist Tourismus doch angenehm für alle Beteiligten.
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Weiter ging es nach al-Awabiy. Die Festung dort ist nicht der Rede wert und liegt in einem steinigen, kahlen Tal.

So fuhren wir weiter nach al-Aaliyah, wo wir einen weiteren schönen Fußballplatz und dahinter eine ungesicherte Burgruine fanden. Die Lehmmauerreste und der zweiwandige Turm waren ganz ansehnlich, der Aufstieg wegen viel Geröll nicht ganz einfach und der offene Brunnenschacht nicht ganz ungefährlich.

In Rustaq hatte die große und auch von außen ansehnliche Festung wegen Renovierungsarbeiten geschlossen.

Dasselbe galt für al-Hazm, wo sich ebenso wie in Rustaq eine Oase direkt neben der Festung befindet.

In Suwayq, einem heruntergekommenen Fischerkaff, befindet sich eine weitere geschlossene Festung.

Ich brauche wohl nicht zu erwähnen, dass auch in die Festung im hässlichen al-Masna’ah geschlossen hatte.

Selbst in Barka, einer ansehnlicheren Fischersiedlung, hatte die Festung wegen Instandsetzungsarbeiten zu. Neben der Festung werden übrigens noch heute ab und zu traditionelle Stierkämpfe ausgetragen. Da Araber stets viel mehr Ahnung von Tieren hatten, als die unterbelichteten Spanier, schlachten die Omanis die Stiere auch nicht mit Schwertern – oder wenn der Torero mal zu blöd dazu ist, auch mit Gewehren – ab, sondern lassen sie gegeneinander Kämpfen. Im Gegensatz zu den schwachsinnigen Veranstaltungen für verkalkte spanische Rentner ist so eine Veranstaltung wie in Barka tiergerecht. Die Viecher kämpfen schließlich auch ohne Aufforderung gegeneinander: gerade Männchen diverser Tierarten kommen gar nicht ohne Kämpfe aus. Gerade in der Golfregionen fällt auf, wie die Tiersportarten doch der Natur des Viehzeugs gerecht werden: so z.B. Pferderennen bei denen man nur gewinnt wenn, wenn der Puls des Pferdes nach kurzer Zeit wieder normal wird – und kein Springreiten oder so ein Schrott – oder Kamelrennen und -ringkämpfe bei denen die Tiere auch nichts Unnatürliches machen wie Dressurreitpferde in Europa.

Was die geschlossenen Festungsanlagen angeht: Man sah bei den meisten Festungen Arbeiter in Aktion, aber ersten ist es lächerlich, die Festungen nicht wenigstens teilbegehbar zu lassen und zweitens völlig bescheuert, dass alle zur selben Zeit anfangen mit bauen. So etwas Besucherunfreundliches wie Oman wird nur noch von Tschechien im Winter (besonders schlimm zwischen Weihnachten und Sylvester) getoppt.

Im Gegensatz zu Tschechien zwischen dem 24.12. und 6.1. bekommt man aber in Oman immerhin immer irgendwo was zu essen. In Hotelnähe suchten wir diesmal einen Pakistani auf, bei dem wir zusammen für nur 7,40€ prima Essen bekamen. Was lief natürlich nebenbei in der Glotze beim Pakistani: Kricket-WM, Pakistan gegen Zimbabwe. Wenn das mit meinem Praktikum in Indien nächstes Jahr klappt, sollte ich da mal auch ein Kricketspiel besuchen – und vorher mal die komischen Regeln von dieser komischen Sportart durchlesen...
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Statistik:
Grounds: 538 (heute kein neuer Ground; diese Saison: 88 neue)
Sportveranstaltungen: 1.240 (heute keine, diese Saison: 127)
Tageskilometer: 410 (Auto)
Saisonkilometer: 28.000 (14.780 Auto/ 4.730 Bahn, Bus, Tram/ 4.950 Flugzeug/ 2.830 Fahrrad/ 810 Schiff, Fähre)
Anzahl der Fußballspiele seit dem letzten 0-0: 4
Anzahl der Wochen, seit der letzten Woche ohne eine einzige Sportveranstaltung (31.7.-6.8. 2006): 241

W241VII: Berge, Burgen und bekloppte Öffnungszeiten; Bahla und Umgebung

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Am Sonntag fuhren wir wieder Richtung Nizwa und bemerkten auf unserem Weg nach Bahla, dass die Schnellstraße mittlerweile bis ebenda durchgebaut ist und nicht wie die Karte zeigt nur nach Nizwa. In Bahla gibt es nichts zu sehen außer einer großen Festung – genauer der größten überhaupt im Oman – die auch noch Weltkulturerbe ist, aber wegen Renovierungsarbeiten, weil der Kassenwart keine Lust hat oder warum auch immer geschlossen ist. Die willkürlichen Öffnungszeiten im Oman sind zum Kotzen und haben nichts mit „südländischer Kultur“ oder so zu tun. Wenn in Syrien das Krak des Chevaliers nicht Mittwoch bis Montag 9-16 bzw. 9-18 Uhr offen hat, gibt es Stress von der Altertumsbehörde. Aber auch von außen sieht die Festung Hisn Tamah im ansonsten ziemlich heruntergekommenen Ort Bahla nicht schlecht aus.

In Jibreen fährt man am Fußballplatz und der Reihenhaussiedlung – sieht im Oman etwas besser aus, als in Deutschland so ein Viertel von neuen Einfamilienhäusern – vorbei und sieht schon die hoch gebaute Festung. Die Besichtigung für 500 Baisa (1€) ist absolut lohnend. Von den Festungen im Oman definitiv die schönste, da nicht nur hoch und massiv gebaut, sondern innen verschachtelt und verziert: kunstvoll bemalte Holzdecken und Türstürze hat man sonst in keiner Festung.
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Sehr schön und lohnend ist auch die Fahrt nach Misfat al-’Abriyyin, einem Bergdorf, das über asphaltierte und steile, aber problemlos selbst mit Automatikgetriebe und normalem Vorderradantrieb befahrbare Straßen von al-Hamra aus erreichbar ist. Vom obersten Parkplatz (neben Schule und Fußballplatz) hat man einen prima Blick in die Talebene, die von hohen, schroffen Bergen umrahmt ist. Fährt man weiter, tut sich eine terrassierte und Palmen bestandene Schlucht auf. Schließlich kann man im Ort durch die Oase laufen, in der es Palmen und Bananenstauden gibt. Die Häuser sind meist einfach, die Gassen extrem schmal. Oberhalb befindet sich die kleine Festung Rogan. Wir sind den Felsweg hochgeklettert und mussten dann feststellen, dass die Treppe zur Festung abgebrochen und somit die Burg nicht begehbar ist. Die Flagge hat man wohl mit Kletterausrüstung auf den Turm geschafft. Aber auch wenn man nicht in die Festung kommt: der Blick von unterhalb der Burg und die Kletterei in den Felsen ist herrlich!

Auf halbem Weg nach Tanuf taucht noch eine Burgruine direkt an der Straße auf, kurz vor Nizwa sind dann am Ende des Ortes Tanuf in einer Sackgasse zwischen der winzigen Moschee und dem schön gelegenen Fußballplatz große Lehmmauerreste und gut erhaltene Gebäuderuinen, unter anderem jene einer Moschee. Das alte Tanuf wurde verlassen und einfach direkt daneben das neue Tanuf hingebaut.

Schließlich guckten wir uns kurz vor Maskat noch ar-Rusayl, da wir schon dreimal dran vorbeigefahren waren, an. Die Festung mit einem runden Wachturm und einem daneben stehenden quadratischen Hauptgebäude ist zwar recht klein und unspektakulär, liegt aber schön oberhalb der Autobahn, von der man nur mal eben schnell abfahren muss. Die Ausfahrt ist auf Höhe der Festung.
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Statistik:
Grounds: 538 (heute kein neuer Ground; diese Saison: 88 neue)
Sportveranstaltungen: 1.240 (heute keine, diese Saison: 127)
Tageskilometer: 460 (Auto)
Saisonkilometer: 27.590 (14.360 Auto/ 4.730 Bahn, Bus, Tram/ 4.950 Flugzeug/ 2.830 Fahrrad/ 810 Schiff, Fähre)
Anzahl der Fußballspiele seit dem letzten 0-0: 4
Anzahl der Wochen, seit der letzten Woche ohne eine einzige Sportveranstaltung (31.7.-6.8. 2006): 241

W241VI: An jeder Ecke eine Festung; im Bergland zwischen Maskat und Nizwa

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Nachdem wir uns in der Straße des Hotels bei einem indischen Bäcker und einem arabischen Getränkeladen das Frühstück zusammengesucht hatten, fuhren wir 25km nach Osten um ins Stadtzentrum von Maskat zu kommen. Allerdings ist das Zentrum nicht in der Mitte, sondern nur wegen der historischen Vergangenheit so benannt: Maskat und Mutrah sind die eigentlichen Teilen der Hauptstadt, nur ist sie halt stark nach Westen gewuchert. Maskat wie Mutrah sind enorm gebirgig und stark durch Wehranlagen befestigt. Die Hafenbuchten sind alle von Felsen mit Burgen drauf überragt. Die ein oder andere schöne Moschee fällt auf, die gesichtlosen Kirchen fallen nicht auf aber kann man auch finden da Oman zu den toleranten islamischen Staaten zählt, außer in manchen Nebenstraßen ist das Staatbild sauber und durch Pflanzen sehr bunt. Die baulichen Highlights sind aber die Burgen, die allerdings alle zu sehr willkürlichen Zeiten offen haben oder wegen Baufälligkeit gerade zur Renovierung geschlossen sind. In eine baufällige Festung kann man aber trotzdem rein.

Rechts und links der Schnellstraße nach Nizwa tauchen immer wieder kleinere Festungen auf. Etwas abseits aber gut erreichbar (man muss hinter dem Fußballplatz, einem unmöglichen Hartplatz mit Maschendrahtzäunen, sofort links abbiegen) liegt die Festung von Bidbid. Die ist groß, verschachtelt und architektonisch schön. Von ihren Türmen aus überblickt man auch eine Oase. Der Besuch ist kostenlos, man kann dem Aufseher, einem sehr freundlichen Inder, zwar Trinkgeld überlassen, doch der bettelt keineswegs darum, sondern erzählt einem, dass man kein Geld geben muss, wenn man nicht will, da er vom Staat für die Aufsicht und Putzen bezahlt wird.
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Wenn man weiter nach Sama’il fährt, entdeckt man gleich mehrere recht ansehnliche Festungen, so auch die mit dem Doppelturm auf dem Felskegel. Unterhalb der Festung hat irgendein Spast eine Palme abgefackelt – wer den Geruch nicht kennt, wird sich wundern, was daran so schlimm sein soll...

Weiter nach Izki, wo es schon zwischen den Vororten Seddy und Mariyouth ein in Ruinen liegendes Fort gibt. Auch hier dient wieder ein Fußballplatz – der Hartplatz von Seddy ist aber gar nicht schlecht – als Orientierungspunkt. Das Besichtigungshighlight von Izki befindet sich auch wieder in Sichtweite eines Fußballplatzes (ebenjenen - natürlich wieder Hartplatz - des Drittligisten Izki): die Festungsruine mit den angrenzenden Ruinen des Dorfes. Wie auch anderswo auf der arabischen Halbinsel sind das alles Lehmbauten, die bei mangelnder Pflege schnell verfallen, aber auch nach Jahrhunderten immer noch eindrucksvoll sind. Zwischen den beiden Moscheen stehen die Türme der Befestigungsanlage, in der sich noch offensichtlich bis vor ein paar Jahrzehnten bewohnte Häuser befinden. Teilweise ist noch das Palmblatt gedeckte Dach vorhanden, auch Verzierungen der Haustüren oder Tapetenfarben fallen auf. Eine Ruine ist mit ihren Innenbögen und v.a. der Gebetsnische und Kanzel klar als Moschee erkennbar. Direkt anschließend an die Ruinen ist der moderne, bewohnte Teil der Kleinstadt: oft sind die Häusern sehr ordentlich und groß, reichlich Palmen und ganz enge Straßen lassen den Ort attraktiv erscheinen.

Auch Birkat al-Mauz, wo es neben Palmen auch Bananenstauden (wie der Ortsname bereits zeigt) gibt, weiß mit grünen, weitläufigen Oasen die mit extrem engen Asphaltstraßen durchzogen sind, zu gefallen. Ein Festungsrest mit zwei Türmen und wenigen Grundmauern sowie eine komplett erhaltene Festung an der Straße zum Djebel al-Akhdar (natürlich zwischen einem Fußballplatz und einer Moschee gelegen; das Stadion von Birkat al-Mauz ist durch die Flutlichtmasten auch sichtbar) sind architektonische Sehenswürdigkeiten. Die gefalteten Berge sind die natürlichen Sights. Besonders schön sind sie im 40km entfernten Djebel al-Akhdar bzw. dem Syq Plateau. Allerdings darf die Straße nur mit Allradfahrzeugen befahren werden. Da sie allerdings komplett asphaltiert ist und halt nur verdammt steil ansteigt, halte ich das Schild „4WD Only“ für übertrieben – aber mit unserem Automatik-Toyota-Mietwagen wäre das nichts geworden.

So fuhren wir weiter nach Nizwa: erst Fährt man am Stadion, dann an der Uni und schließlich an einem nachgebauten Festungsturm mit Willkommenszeichen vorbei. Dann befinden sich die Moschee und die Festung direkt nebeneinander auf einem großen, weiten Platz, hinter dem viele alte Häuser und hohe Palmen liegen. In die Festung kommt man auch noch kurz vor 16 Uhr, aber auch hier sind die Besichtigungszeiten insgesamt ziemlich kurz. Der Eintritt kostet nur 500 Baisa, was einem halben Rial oder 1€ entspricht. Für so wenig Geld bekommt man eine verdammt große Anlage geboten. Größer sind nur wenige omanische Festungen, da wäre v.a. Bahla (s. Bericht vom 13.3.) hervorzuheben. Besonders der Hauptturm hat einen beeindruckenden Durchmesser und einen prima Blick auf die Umgegend: ein Bergtal mit schroffen Felsen und grünen Oasen.

Wir gingen noch in einem arabischen Restaurant gut für nur 5€ essen aber lernten dabei, dass die einfachen omanischen Restaurants genau dieselben Probleme mit dem Angebot haben, wie jene in der DDR hatten und z.B. in Syrien noch heute haben: die Speisekarte kann man vergessen, da oftmals nicht mal die Hälfte der Sachen da ist. Aber wir bekamen ein schön scharfes Hähnchencurry mit Salat und Fladenbrot. Auch die Getränke und Hygiene war in diesem von außen etwas abgewrackt wirkenden Restaurant, wo sich natürlich auch keiner der anderen Nizwa-Touristen hinverirrte, völlig OK – nur wieso roch das in der Küche manchmal so, als würde der Koch eine Palme grillen...?

Auf dem Rückweg nach Maskat sahen wir die Flutlichtmasten des Seeb-Stadium brennen, weswegen wir noch mal dort vorbeifuhren und die Stadionaufsicht fragten. Das war in den vier Tagen in der Golfregion erst die dritte Unterhaltung auf Arabisch. Unmöglich, dass überall alle Englisch sprechen und man viel mehr mit Indern und Philippinos redet, als mit Arabern. Übrigens waren auch die zwei anderen arabischen Gespräche stets beim Fußball mit irgendwelchen arabischen Offiziellen und Sicherheitskräften. Heute war allerdings nur Training, doch immerhin hatten die beiden gleich einen Belegungsplan zur Hand, wo sie meine Frage nach dem AFC-Cup Dienstagsspiel positiv bestätigen konnten.
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Statistik:
Grounds: 538 (heute kein neuer Ground; diese Saison: 88 neue)
Sportveranstaltungen: 1.240 (heute keine, diese Saison: 127)
Tageskilometer: 460 (Auto)
Saisonkilometer: 27.130 (13.900 Auto/ 4.730 Bahn, Bus, Tram/ 4.950 Flugzeug/ 2.830 Fahrrad/ 810 Schiff, Fähre)
Anzahl der Fußballspiele seit dem letzten 0-0: 4
Anzahl der Wochen, seit der letzten Woche ohne eine einzige Sportveranstaltung (31.7.-6.8. 2006): 241

W241V: Von den Emiraten ins Sultanat; Dubai nach Maskat

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Am Freitag fuhren wir von Dubai aus über Hatta ins Nachbarland Oman. Auf dieser Strecke muss man erst zwei Polizeiposten (reine Pass- und Gesichtskontrollen) passieren und sich dann an der Zollstelle der VAE einen Stempel abholen. Dazu wird man nicht aufgefordert, sondern man muss von selber an die Seite fahren. Wenn man ohne den Ausreisestempel durchfährt und sich an der 10km weiter liegenden omanischen Zollstation anstellt, wird man zurückgeschickt: erst den Ausreisestempel der VAE, dann der Einreisestempel von Oman. Im Sultanat darf man, wenn man von Dubai aus einreist, 3 Wochen kostenlos bleiben. An der Grenze geht es übrigens erstaunlich locker zu: eigentlich waren alle – ob der Typ in Tarnanzug mit Beduinenkopftuch und Maschinengewehr oder die junge Frau im schwarzen Gewand mit schwarzen Schleier – recht freundlich und es wurde nur verlangt, mal den Kofferraum aufzumachen.

Nach wenigen Kilometern biegt man rechts ab und fährt die Küste für fast 300km entlang bis in die Hauptstadt. Erlaubt sind auf den breiten Straßen 120, auch hier sind lauter Blitzgeräte, aber die Karenzgrenze scheint bei 140 zu liegen – oder natürlich, die Scheißteile sind Attrappen – jedenfalls bin ich hinter entsprechend eiligen Einheimischen teilweise mit 130 bis 135 hergefahren. Die flache Küstenebene ist mit Oasen und Feldern durchzogen, dazwischen aber viel grobes Gestein und eben die sandigen bis steinigen Strände des Indischen Ozeans. Fast jeder Ort hat hier eine Festung, doch um zu einer vernünftigen Zeit nach Maskat zu kommen, sparten wir uns Besichtigungen auf dem Weg.

Die interessanteste Festung der Küstenebene steht leider in Sohar, was wir aussparten. Dort lungerten nämlich auch heute wieder Demonstranten, die von Panzern und bewaffnete Sicherheitskräften bewacht wurden, herum. Ein paar Hundert waren das schon, die am Kreisverkehr mit dem Globus für eine Umleitung auf der Hauptstraße sorgten. Der am 26.2. geplünderte und nach wie vor rußgeschwärzte Supermarkt der Kette Lulu Hypermarket war unübersehbar und zeigte nur zu deutlich, dass das Mähr der „friedlichen Pro-Demokratie-Proteste“ bei genauer Betrachtung nicht zutreffend ist, sondern wie auch in Deutschland auf Demonstrationen der friedlichen Mehrheit die Show durch asoziale Subjekte einer gewalttätigen Minderheit gestohlen wird. Dass es in der Arbeiterstadt Sohar die negative Ausnahme im Vergleich zu den friedlichen Protesten in Maskat und Salalah, die sich gegen Korruption, für mehr Medienfreiheiten, die Absetzung bestimmter Minister und für höhere Löhne – also eben keineswegs für den Sturz des Sultans – aussprachen, gab, ist nicht so verwunderlich.

In Maskat angekommen fiel die Sauberkeit der Straßen und die Ordnung der Begrünung der Verkehrswege noch mehr auf. Blumen, Bäume und Rasen gab es zwar schon immer wieder auf der Küstenschnellstraße, aber kaum fuhr man westlich von Seeb in den Bereich der Hauptstadt, welche sich trotz nur 1,4 Millionen Einwohner über 50km die Küste entlang zieht, wurden die Blumenrabatten, Bäume, Hecken und Rasenflächen prunkvoller, bunter und noch schöner. Maskat ist wirklich schon unnatürlich sauber und ordentlich für diesen Erdteil. Auch die Häuser sind – selbst wenn sie einfach gebaut sind – sehr ansehnlich und ordentlich. Aber spektakuläre Gebäude sind Mangelware. Der Sultanspalast und ein paar Festungen (dazu siehe mehr im Bericht zum Folgetag) sowie die neue Moschee. Aber die Sultan Qabous Moschee ist sehr klein im Vergleich zu jener von Shaykh Zayed in Abu Dhabi. Ein weiteres ansehnliches Exemplar von Moschee in Maskat ist jene mit der Uhr im Minarett. Eine Uhr im Minarett ist wirklich sehr ungewöhnlich – erinnert mehr an eine Kirche.

Das Hotel „Shiraa Apartments“ liegt in der Nähe der Sultan Qabous Moschee und ist für den geringen Preis von 40€ pro Doppelzimmer und Nacht echt hervorragend. Billiger geht es in Maskat auch kaum. Nach dem Einchecken und dem hervorragenden arabischen Abendessen (für die Portionen nur 9€ für zwei Leute ist echt günstig) in derselben Straße, wollten wir eigentlich ein Spiel vom 1942 gegründeten Fußballclub al-`Uman sehen, der der älteste Fußballclub des gleichnamigen Landes ist. Aber die Freitagsspiele der ersten Liga wurden leider verlegt. So mussten wir uns mit einem Spielbesuch im Oman begnügen, der am Dienstag stattfand: al-Ouruba Sur gegen al-Ahed Beirut im AFC-Cup.
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Statistik:
Grounds: 538 (heute kein neuer Ground; diese Saison: 88 neue)
Sportveranstaltungen: 1.240 (heute keine, diese Saison: 127)
Tageskilometer: 570 (Auto)
Saisonkilometer: 26.660 (13.440 Auto/ 4.730 Bahn, Bus, Tram/ 4.950 Flugzeug/ 2.830 Fahrrad/ 810 Schiff, Fähre)
Anzahl der Fußballspiele seit dem letzten 0-0: 4
Anzahl der Wochen, seit der letzten Woche ohne eine einzige Sportveranstaltung (31.7.-6.8. 2006): 241

W240II: Vorwort zur Reise Istanbul – VAE – Oman

Inhalt: Vorwort: Zur Reise Istanbul – VAE – Oman Tag 1: Von der sächsischen in die türkische Metropole - Leipzig nach Istanbul Tag 2: Die klassische Altstadt Sightseeingtour Tag 3: Ein Derby zwischen Beşiktaş und Fenerbahçe - Galatasaray gegen Karabükspor Tag 4: Auf einer Fahrt nach Asien zeigte sich das wahre Gesicht des türkischen Fußballs Tag 5: Mit Feribot und Banliyö Tren ins tiefste asiatische Istanbul Tag 6: Von einer heimlichen Hauptstadt in die nächste – Istanbul nach Dubai Tag 7: Von wahnwitzigen Wolkenkratzern und internationalem Umfeld Tag 8: Oasen, Festungen, die Hauptstadt des Staatenbundes und ein Tor aus über 50 Metern Tag 9: Von den Emiraten ins Sultanat; Dubai nach Maskat Tag 10: An jeder Ecke eine Festung; im Bergland zwischen Maskat und Nizwa Tag 11: Berge, Burgen und bekloppte Öffnungszeiten; Bahla und Umgebung Tag 12: Rundfahrt durch die Berge bei Nakhl und Rustaq, sowie die Küstenebene zwischen Suwayq und Barka Tag 13: Geöffnete Festungen, tiefe Wadis und der erste Spielbesuch im Oman Tag 14/15: Noch ein paar Festungen und ein letztes Fußballspiel und dann eine lange Rückreise Zusatz 1: Tipps und Zusammenfassung Istanbul! Zusatz 2: Tipps und Zusammenfassung VAE! Zusatz 3: Tipps und Zusammenfassung Oman! IMG_7366 Nach je einem Länderbesuch im Maghreb und im Mashrik sollte es nun auch in die dritte Region der arabischen Welt, dem Khaleedj (also Golf), gehen. Aufgrund der guten Kombinierbarkeit und der hohen Attraktivität des Omans, die durch die enorme, mit sehr vielen Festungen verzierte Gebirgslandschaft hervorgerufen wird, so wie der Bizarrheit der Vereinigten Arabischen Emirate, waren diese zwei Länder unser Ziel. Da es sich finanziell, zeitlich und aufgrund der Flugverbindung lohnte, auf dem Weg in die Emirate einen mehrtägigen Stopp in Istanbul einzulegen, kam auch noch eine Städtereise Istanbul hinzu. Istanbul (oder wie im Türkischen wegen der beiden i-Laute geschrieben werden muss: İstanbul) sei nicht die Türkei, heißt es immer wieder. Oder die Stadt sei nicht typisch für dieses Land. Aber was ist denn typisch für die Türkei? Es gibt definitiv ein großes West-Ost-Gefälle – jetzt kommt mir aber Keiner mit „wie in Deutschland“: das ist in der Türkei viel heftiger! – doch da ist İstanbul trotzdem noch als größte Stadt und die wahre Hauptstadt richtig türkisch. Denn ein Völkergemisch (Türken, Kurden, Armenier, Europäer), eine Bandbreite von Leuten aller Schichten und Ausrichtungen (vom zugewanderten ungebildeten Bauern bis zur ur-istanbuler Uniprofessor) und eine enorme kulturelle Vielfalt (es gibt in deutschen Großstädten wie Berlin und Frankfurt nichts, was es in İstanbul nicht auch gäbe an kulturellen, künstlerischen, sportlichen etc. Angeboten) machen eine solche Stadt aus. IMG_7935 Die VAE sind ein weiteres der Länder, das mit Widersprüchen glänzt. Modernste Architektur, sehr viele Ausländer und ihre kulturellen Einflüsse, aber weiterhin Züge einer konservativen islamischen Stammesgesellschaft mit Monarchie und entsprechend rüden Gesetzten, die z.B. Küssen in der Öffentlichkeit mit Geldstrafen und teilweise Alkoholdelikte mit Auspeitschen bestrafen. Auch wenn es verwunderlich klingt; VAE und USA haben mindestens drei Sachen gemeinsam: 1. die drei Buchstaben zählenden Abkürzungen, 2. die Wolkenkratzerarchitektur der Großstädte und 3. die Erfolgsgeschichte. Denn während die USA als Produkt der Kolonisierung der Ureinwohner aus etlichen Kolonien hervorgingen, entstanden die VAE aus einigen Emiraten, deren Siedlungen zumeist Fischerdörfer und Wüstenoasen waren, die mit dem Erdöl reich wurden. Mit dem Erdöl ging ein Bauboom im US-amerikanischen Stil einher, der bei den „Westlern“ zu zwei Reaktionen führte: 1. Der Neid von den Stellen, die fürchten, dass ihnen der Rang von „ehemals mickrigen Fischerdörfern voller ungebildeter Beduinen, die jetzt durch das Öl reich und mächtig geworden aber im Kern noch dumm und islamisch geblieben sind“ abgelaufen wird. Und wie groß war und ist nicht auch der Neid gegenüber technischen und anderen Errungenschaften der USA? 2. Die übliche Kleine-Leute-Reaktion „Boah geil, da liegt ja das Geld auf der Straße, da muss ich unbedingt Gastarbeiter werden!“ die man auch in den USA des 19. und 20. Jahrhunderts erlebte. Wie schief so etwas gehen kann, kann man zum Beispiel in einem Buch von irgendeinem komischen Vogel nachlesen, der monatelang inhaftiert war, da er in den VAE an falsche Bekannte (Drogen, Alkohol und fragwürdige Jobvermittlung) geriet und vor allem auch schlecht informiert und blauäugig an den neuen Lebensabschnitt heran ging. Erinnert mich an die Story vom Einwanderer in die USA, der übermüdet aus dem Schiff steigt, die medizinische Untersuchung passiert und vor dem Gebäude einen 50-Dollar-Schein auf dem Boden liegen sieht und sich denkt „ach, hier liegt das Geld eh auf der Straße: heute bin ich zu müde mich zu bücken, Geld hebe ich erst morgen auf“ und weiter taumelt... Wenn man sich nicht vor Augen führt, was für eine – für „westliche“ Verhältnisse – altmodische Gesellschaft die Emirate sind, eckt man dort hoffnungslos an; so wie eine Frau in Burka in Deutschland auch aneckt. Wer aber auch nur etwas Ahnung vom Islam in den Golfstaaten – der sich von dem im Maghreb oder in Syrien üblichen in einigen Dingen unterscheidet – hat, der wird weder anecken, noch im Knast landen, sondern einen interessanten Urlaub verbringen. Wer dort arbeitet, wird so wie so weitestgehend in seine Parallelwelt der ausländischen Arbeitskräfte eintauchen: Integrationsdiskussionen gibt es in den Emiraten nicht. IMG_8154 Im Oman sieht es etwas anders aus, als in den Emiraten, da die Wirtschaft im Schatten der VAE boomt und die Bauprojekte mehr durch Vernunft und Zurückhaltung, denn durch den Showfaktor geprägt sind. Extrem und bewundernswert ist es, wie Sultan Qabous und seine Leute das Land seit 1970 vom völlig zurückgebliebenen, von der Welt abgeschotteten Reich, dessen Bevölkerung übel unterdrückt und z.B. von Bildung fern gehalten wurde (so gab es nur drei Jungenschulen im Land), zu einem Land mit fast 100% Alphabetisierungsrate, soliden staatlichen Strukturen – Oman ist zwar reichlich totalitär, aber es ist eines der wenigen Länder der arabischen Welt, in denen Bildungswesen und die Medizinversorgung europäisches Niveau behaupten können – und starker Wirtschaft machten. Oman gilt den UN als das Land, das die größten Entwicklungsschritte in den letzten 40 Jahren gemacht hat. Das will ich mal in Afghanistan sehen, deren Situation so ähnlich wie jene im Oman vor 1970 war, aber die die Hilfe von dutzenden Staaten – Oman hatte nur etwas britische Unterstützung in der Zeit des Machtwechsels und danach – in den Sand setzen... Aber lieber zurück zum Oman: vor allem die Landschaft, die krassen Bergregionen mit ihren palmbestandenen Oasen, tief eingekerbten Tälern und hoch über ebendiesen thronenden Festungen, dürften selbst Banausen zu begeistern wissen. Das Land wirkt auch noch sehr traditionell islamisch geprägt, was sich nicht nur in der Kleidung der Menschen niederschlägt. Neben Istanbul ist Oman das lohnendste Ziel! IMG_9024