Freitag, 31. Dezember 2010

Torgau und Schildau

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Photos:
http://www.flickr.com/photos/fchmksfkcb/sets/72157625589812041/

Kurz gefasst: Torgau ist eine weitestgehend heruntergekommene Stadt, doch die Altstadt ist sehr sehenswert und schon größtenteils saniert. Besonders das Schloss ist ein herrlicher Renaissancebau, der nur eines der vielen Beispiele für schöne Renaissancebauten in Torgau. Schildau hingegen ist ein Provinznest erster Güte: verschlafen, leer, wenige schöne Häuser, einfachste Bebauung und eine ganz nette Kirche. Aber die Geschichte der Einwohner der Stadt ist ganz lustig: die gelten als die Nachfahren der berühmten Schildbürger, die z.B. ihr Rathaus ohne Fenster bauten und zur Behebung des Fehlers Licht in Säcke einpacken wollten um damit das Gebäude auszuleuchten - allerdings hat das Rathaus mittlerweile recht viele Fenster...

W231III: Bei Fußball und Handball in Sachsen sticht eine Stadt hervor – Aue!

Erzgebirgischer HV Aue 27:24 HSC 2000 Coburg
Donnerstag 30. Dezember 2010 – Anwurf 19.00
Liga: 2. Handball Bundesliga Süd (2. Profi-Handballliga)
Ergebnis: 27:24 nach 60 Min. – Halbzeit: 13:10
Tore: Matschos 6, Vesely 4, Sillanpää 4, Meinhardt 4, Schäfer 3, Agnarsson 3, Uematsu 2, Roch 1 (EHV); Rose 6, Auerbach 5, Göhl 5, Wessig 2, Rivera Vieco 2, Karapetjan 2, Kelm 1, Andersson 1 (HSC)
Verwarnungen: Schäfer, Sillanpää, Uematsu (EHV); Kirchner, Auerbach, Rivera Vieco (HSC) Zeitstrafen: Meinhardt 2, Agnarsson 2, Sillanpää 2, Matschos 2 (EHV: 8 Minuten); Munzert 4, Rose 2, Rivera Vieco 2 (HSC: 8 Minuten)
Platzverweise: keine
Sportanlage: Erzgebirgshalle Lößnitz (Kap. 2.200, davon 2.000 Sitzplätze)
Zuschauer: ca. 2.200 (zahlende: 1.500, davon ca. 100 Gästefans)
Unterhaltungswert: 7,5/10 (Gutes, rasantes und bis kurz vor Schluss auch spannendes Spiel!)
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Photos and English version:
2nd Handball Bundesliga: EHV Aue defeats HSC Coburg

Auch als Freund des FSV Zwickau wodurch eine natürliche Abneigung gegen Aue zustande kommt, muss man anerkennen, dass nicht Zwickau, auch nicht Dresden und schon gar nicht Leipzig – geschweige denn Riesa – sondern Aue die Sportstadt in Sachsen ist. Das kaum 20.000 Einwohner zählende Bergarbeiternest mag zwar nicht so eine Bandbreite an Sportarten wie Leipzig oder Dresden haben, aber erfolgreicher als Dynamo oder die Bankrottklubs in Leipzig ist der FC Erzgebirge Aue auf alle Fälle: in der 2. Liga stehen sie vorn. Auch Handball gibt es in der 2. Profiliga zu sehen; da stehen sie zwar weiter hinten (14.) – als 10. muss man in die Relegation, der 9. Platz sichert die Teilnahme an der nach der erneuten Reform dann eingleisigen 2. Liga 2011/12 – aber abgestiegen sind sie noch lange nicht. Der Gegner aus Coburg, der größeren und auch weitaus sehenswerteren Stadt, ist unmittelbarer Tabellennachbar.

Die Heimspielstätte befindet sich wenige Meter außerhalb Aues an der Stadtgrenze vom Nachbarort Lößnitz. Der 9.000-Einwohner-Ort ist durch die Bebauung um den Marktplatz herum sehenswerter als Aue. Die Sporthalle mit dem passenden Namen „Erzgebirgshalle“ ist in einer Plattenbausiedlung zu finden. Parkplätze gibt es fast keine, doch wir kamen schon zwei Stunden vor Anwurf da an, sodass wir noch einen der ca. 30 Plätze bekamen. Wo man parken muss, wenn man später kommt, kann ich leider nicht sagen, denn das würde ich bei dem wenigen Platz in der ganzen Siedlung auch gerne mal wissen... Auch aus einem anderen Grund war es wichtig, früh gekommen zu sein: vor allem nach der starken Schneeräumaktion – mit professioneller Unterstützung räumten die Spieler mehrerer Auer Handballmannschaften wie ebendieser 2.-Liga-Truppe und Fans das Dach der Erzgebirgshalle, was unter der Schneelast stöhnte: ohne eine Räumung hätte aus Sicherheitsgründen kein Spiel stattfinden dürfen – wurde verstärkt Werbung für den Besuch beim EHV Aue gemacht, sodass die Halle ausverkauft hätte vermelden können. Der Sprecher tat das allerdings nicht, sondern meldete die völlig hanebüchene Zahl von 1.500 Zuschauern – dass hat jeder Blinde gesehen, dass bis auf ganz vereinzelte Plätze alles belegt war; zudem standen einige dicht gedrängt auf den Stehplätzen und hockten noch welche auf den Überdachungen der Zugangstüren – was hoffentlich nur mit der Zahl der Dauerkarten oder etwaiger Freikarten, die hier nicht eingerechnet wurden, zu tun hat.
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Eine solche Karte für bessere Plätze wie die Vortribüne (Längsseite unten) ist mit 10€ halbwegs günstig. Was die Längsseite oben kostet, weiß ich nicht. Insgesamt hat die Längseite etwa 15 nicht besonders steil ansteigende Reihen auf den Standardbänken moderner Sporthallen. Hinter den Toren ist ein extrem engmaschiges und störendes Netz angebracht, wobei es hinter den Bankreihen auch Stehplätze gibt. Die zweite Längsseite der Halle ist ausbautenlos. Die Zwischenstücke zwischen Längs- und Hintertorseite sind ganz interessant verschachtelt, die Belüftung auffällig gestaltet. Auffällig ist auch das Fehlen von einem Hallenplan: an der Kasse hat man keinerlei Orientierung, sondern muss die Kassierer ausfragen - in der Halle findet man als Gast per Schild den Weg zur Vortribüne, muss aber dann fragen, wo man sich eigentlich hinsetzen soll, da die Karten unnötigerweise Platz gebunden sind, in welchem der drei Blöcke – mit Treppenunterteilung eigentlich sechs Blöcke – mit identischen Nummerierungen man sitzen soll. Im mittig rechten Bereich unten sitzen übrigens die Heimfans, links hinterm Tor ist der Gästebereich: und wir saßen genau dazwischen auf Wurfkreishöhe, sodass man den Stimmungsverlauf gut nachvollziehen konnte. Außerdem saß eine ältere Frau, die wohl zu den größten Fans des Vereins zählt, vor uns. Mit der kam man sofort ins Gespräch: sie ist eine der richtig sympathischen Leute in Aue, was man von vielen FCE-Anhängern und einigen anderen der EHV-Fans, besonders jenen, die ich in Altenburg erlebt habe: pöbeln da sinnlos bei einem Testspiel Amateurspieler an – nicht behaupten kann. Die Coburger waren mit gut 100 Leuten angereist – eine tolle Zahl für ein Handballpublikum – und machten bis weit in die zweite Hälfte hinein tolle Stimmung, die auch relativ sprechchorlastig war. Aues Trommler gaben den Rhythmus vor, das übliche monotone Geklatsche kam von allen Fans dazu und außer „Aue, Aue“-Sprechchören und einigen Zwischenrufen lief vokal nichts. Doch diese Anfeuerungen wurden zunehmend lauter, während Mitte der zweiten Hälfte die Gästefans ruhiger wurden.

Das hatte natürlich mit dem Spielverlauf zu tun. Bis zur 8. Minute war das Ergebnis ausgeglichen, doch einen ersten Spurt legte Aue von der 10. bis zur 13. hin. An der 7:3-Führung war auch der Torwart Meinl maßgebend beteiligt: der Auer hielt etliche Bälle die auf sein Tor kamen. Nach einer starken Coburger Phase pendelte sich nach dem nächsten Zwischenspurt der Auer ein Drei-Tore-Vorsprung ein.
Es sollte auch nach der Pause ein gutes Spiel mit hohem Tempo und weitestgehend sauberer Spielweise bleiben. Nach 35 Minuten war Aue zum ersten Mal mit fünf Toren in Führung, doch Coburg kam auch neun Minuten vor dem Ende noch einmal auf 3 Tore heran. Nach einer Auszeit des EHV kamen die Erzgebirgler allerdings innerhalb von zweieinhalb Minuten auf drei Tore und kassierten dabei nur eines, was die Entscheidung sein sollte. Vier Minuten vor Schluss – auch wieder nach tollen Paraden des Torwarts – lag Aue mit 5 Toren vorn. Am Ende waren es drei. 27:24 das gerechte Ergebnis.
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Statistik:
Ground Nr. 509 (ein neuer Ground; diese Saison: 59 neue)
Sportveranstaltung Nr. 1.199 (diese Saison: 86)
Tageskilometer: 330 (Auto)
Saisonkilometer: 15.550 (10.350 Auto/ 2.290 Bahn, Bus, Tram/ 2.110 Fahrrad/ 800 Schiff, Fähre/ 0 Flugzeug)
Anzahl der Fußballspiele seit dem letzten 0-0: 83
Anzahl der Wochen, seit der letzten Woche ohne eine einzige Sportveranstaltung (31.7.-6.8. 2006): 231

Donnerstag, 30. Dezember 2010

W231II: Magdeburg schlägt Flensburg mit fünf Toren

SC Magdeburg 34:29 SG Flensburg-Handewitt
Mittwoch 29. Dezember 2010 – Anwurf 18.00
Liga: „Toyota“ Handball Bundesliga (1. Profi-Handballliga)
Ergebnis: 34:29 nach 60 Min. – Halbzeit: 13:12
Tore: Weber 11, Tönnesen 4, Grafenhorst 4, Natek 4, Wiegert 4, Jurecki 3, Rojewski 3, van Olphen 1 (SCM); Mogensen 10, Eggert 8, Knudsen 3, Szilagyi 2, Heinl 2, Mocsai 1, Svan Hansen 1, Carlén 1 (SGFH)
Gelbe Karten: Wiegert, Natek, Tönnesen (SCM); Carlén, Heinl, Knudsen (SGFH)
Zeitstrafen: Landsberg 2, van Olphen 2, Natek 2 (SCM: 6 Minuten); Mogensen 2, Heinl 2 (SGFH)
Platzverweise: keine
Sportanlage: Bördelandhalle (Kap. 7.559, davon 7.000 Sitzplätze)
Zuschauer: ca. 7.700 (davon zahlende: 7.072, Gästefans: ca. 50)
Unterhaltungswert: 7,0/10 (Gutes Spiel mit überraschend gutem Ergebnis für den SCM!)

Photos and English version:
Burg, Loburg, Möckern: Three Small Towns in Magdeburg Vicinity
SC Magdeburg defeats SG Flensburg-Handewitt in Handball-Bundesliga

Wir fuhren nicht direkt nach Magdeburg nur zum Spiel, sondern schauten uns zuerst drei Landstädte östlich des sachsen-anhaltischen Hauptortes an. Zuerst Loburg, ein zu Möckern gehörender Ort mit 2.000 Einwohnern, der in seinem Kern seit über 1.000 Jahren besteht und eine Kirchenruine in der fürs nördliche Sachsen-Anhalt typischen Feldsteinbauweise, eine intakte Kirche aus dem 18. Jahrhundert (der Vorgängerbau stammt aus dem 9. Jh.) mit einer spektakulären Turmhaube, eine Burg von der nur der Bergfried noch erkennbar aus dem Mittelalter stammt, einen Torturm und ein Rathaus aus dem frühen 17. Jahrhundert vorweisen kann.
In besagtem Möckern ging die Besichtigung weiter: auch da gibt es noch geringe Reste der Stadtbefestigung zu sehen, zudem ein recht ansehnliches Rathaus und dahinter ein als Grundschule genutztes Schloss aus dem frühen 18. Jahrhundert. Möckern ist die drittgrößte Stadt Deutschlands – mit 14.000 Einwohnern aber nur nach der Fläche von 530qkm, die durch die Eingemeindung von über 60 Orten zustande gekommen ist. Der eigentliche Ort Möckern hat keine 3.000 Einwohner. Also ich bin ja auch dafür solchen Möchtegern-Barockfürsten von Bürgermeistern, die ihre 200-Einwohner-Kuhdörfer am liebsten unabhängig sehen würden (schönen Gruß nach einem Kaff südlich von Leuna), mit Eingemeindungen vorzugehen – aber so was wie Möckern geht nun auch zu weit: dieses Konglomerat von Dörfern, die alle paar Kilometer in der Felder- und Waldlandschaft auftauchen, nimmt ein Drittel der Kreisfläche Jerichower Land ein. Und der Kreis ist groß genug...
Burg ist mit seinen 24.000 Einwohnern noch die größte und städtischste Stadt der drei. Sie ist sogar die Hauptstadt des Landkreises Jerichower Land – gegen andere Kreishauptstädte wie Merseburg (Saalekreis) oder Naumburg (Burgenland) ist sie allerdings ein Kuhdorf. Nur eine hohe romanische Kirche, davor das historistische Rathaus, in der Nähe ein bisschen Stadtbefestigung und dazwischen ein paar Fachwerkhäuser, die zwischen Betonhütten und abrissreifer älterer Bebauung stehen, sind zu sehen.

Verglichen damit ist Magdeburg natürlich eine Metropole, doch von Winterdienst haben die in dieser Dorfmetropole wohl noch nichts gehört. Aber solange die dort gutes Handball spielen, ist das ja erträglich. Für den SCM stellt man sich auch nach dem Kampf mit nicht geräumten Straßen 20 Minuten in die Kälte, bis den Arschlöchern an der Kasse mal einfällt: ach ja, noch 70 Minuten bis zum Anwurf, geben wir mal die reservierten Karten heraus... Natürlich war nur eine einzige der vier vorgesehenen Kassen besetzt. Also so eine unprofessionelle Kartenausgabe und Einlassabfertigung wie in Magdeburg beim Handball habe ich in der Fußballbundesliga noch nirgendwo gesehen. Die Preise für die meisten Plätze haben aber das Niveau der Fußballbundesliga – nur die Stehplätze sind preislich recht günstig: 10€, ermäßigt (Studenten, Schüler und so) 6,50€. Diesmal konnten wir auch – trotz eine Woche vorher per Internet bestellt – nur Stehplätze bekommen. Irgendwo schräg über dem „Ostmob“ mussten wir uns in die Ecke stellen, sahen zwar alles ganz gut, aber hatten das Fangnetz im Blickfeld. Wir konnten allerdings auch feststellen, wie der „Ostmob“ – eine Gruppierung pubertierender Jugendlicher die sich als Ultras verstehen und auch einige Elemente der Bewegung ganz gut übernehmen, doch in der Halle völlig untergehen – heranwächst: mittlerweile sind das wohl so um die 20, die auch ein paar Ältere zum Mitziehen bewegen konnten. So sangen bis zu 30 Leute die teils recht einfallsreich umgetexteten Standardgesänge. Vor dem Anwurf gab es auch eine kleine Choreo mit grünen und roten Folienbändern – auch die Schnarchnasen hinter dem Mob machten da weitestgehend mit. Nur pöbelten einige Zuschauer die Jungs wegen ihrer Fahnenschwenkerei während des Spiels an. Da war dann sinnloses Theater im Block, weil der Ostmob nicht kapiert, dass man nicht 60 Minuten lang zur Selbstdarstellung mit Fahnen wedeln muss: der Handballsupport ist derartig arm an Gesängen, dass man sich viel mehr darauf konzentrieren muss und nicht anderen Zuschauern außerhalb der Spielpausen die Sicht nehmen sollte. Dass erwachsenen Zuschauer nicht vernünftig mit den jungen Leuten reden können, sondern gleich pöbeln und drohen – die größten Schreihälse dabei natürlich Rentner: überall dasselbe Gesindel – ist natürlich ein noch größeres Armutszeugnis; aber schon beim Kartenholen und Eintreten in die Halle haben sich einige derartig bescheuert verhalten, dass einem als Halb-Hallenser nur wieder mal eins dazu einfällt: „typisch Magdedorf“...
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Vor dem Spiel wurde noch der verdienstvolle SCM-Handballer und nun Geschäftsstellenleiter Steffen Stiebler in die Hall of Fame aufgenommen – dass heißt, dass sein Trikot in einer kurzen Zeremonie unter die Verstrebung des Hallendachs gezogen wurde.
Dann legte der SCM gleich mal einen Fehlwurf hin, der von Flensburg ausgenutzt wurde. Ein gutes Spiel entwickelte sich, dass natürlich nicht frei von Fehlern war. Allerdings waren die Fehler der SCM-Abwehr, die oft zu wenig zupackte, nicht gerade berauschend. Sie ließen die Flensburger aber nie davonziehen. Maximal zwei Tore Vorsprung für die Gäste. Vor der Pause schaffte der SCM sogar die Führung. Ein 13:12 war vor allem durch den wie immer hervorragend spielenden Robert Weber zustande gekommen, doch von einer One-Man-Show ist man zum Glück weit entfernt, da er kaum ein Drittel der Treffer erzielt, was von der Verteilung her völlig OK ist. Bedenklich wäre, wenn er die Hälfte oder mehr aller Tore erzielen würde.

Mit Leuten wie Natek, Grafenhorst oder Tönnesen kam auch in der zweiten Hälfte ein ordentliches Spiel mit einigen tollen Toren zustanden. Zu Beginn der zweiten Halbzeit sah es noch nach einem ganz engen Spiel aus, doch nach 40 Minuten führte der SCM dann zum ersten Mal mit drei Toren. 10 Minuten vor Schluss kam richtig Stimmung in der Halle auf: der Vorsprung wurde sicherer. 4 Minuten vor dem Ende war der SCM zum ersten Mal mit 5 Toren weg, was zu Stimmungshöhepunkten wie leichten Sprechchören und ausdauerndem aber monotonem Geklatsche – dazu bei jeder guten SCM-Aktion Jubelstürme und bei jeder Entscheidung der mittelmäßigen Schiedsrichter zuungunsten des SCM laute Pfiffe und Buhrufe – führte. Am Ende stand ein 34:29 Sieg zu Buche, der von den Fans mit ein paar Minuten Applaus und „Oh wie ist das schön...“ quittiert wurde. Der SCM ist dadurch weiterhin auf Platz 7 und Flensburg auf Platz 6 der 18 Bundesligisten. Mehr kann man derzeit nicht verlangen, doch die heutige gute Darbietung lässt konstant gute Leistungen in nächster Zeit erhoffen.
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Statistik:
Ground Nr. 508 (kein neuer Ground; diese Saison: 57 neue)
Sportveranstaltung Nr. 1.198 (diese Saison: 85)
Tageskilometer: 200 (Auto)
Saisonkilometer: 15.220 (10.020 Auto/ 2.290 Bahn, Bus, Tram/ 2.110 Fahrrad/ 800 Schiff, Fähre/ 0 Flugzeug)
Anzahl der Fußballspiele seit dem letzten 0-0: 83
Anzahl der Wochen, seit der letzten Woche ohne eine einzige Sportveranstaltung (31.7.-6.8. 2006): 231

Dienstag, 28. Dezember 2010

W231I: Von Zlin nach Spergau - Überlegener VfB IMO beim Mitternachtspokal 2010

11. Spergauer Mitternachtspokal
Montag 27. Dezember 2010 – Beginn 19.00
Teilnehmer aus Landesliga (7. Liga, 2. Amateurliga), Landesklasse (8. Liga, 3. Amateurliga), Kreisliga (10. Liga, 5. Amateurliga) und Kreisklasse (11. Liga, 6. Amateurliga)
Sieger: VfB IMO Merseburg (5 Spiele; 5 Siege, 0 Unentschieden, 0 Niederlagen/ 19:5 Tore)
Spielort: Jahrhunderthalle Spergau (Kap. 1.250 Sitzplätze)
Zuschauer: ca. 900 (davon ca. 150 Leunaer)
Unterhaltungswert: 6,5/10 (Durchschnittswert der Spiele: 5,0 + 1,0 Verbesserung in Spielqualität bei Mannschaften im Vergleich zum Vorjahr + 1,0 Promispiel und Show – 0,5 mäßige Fanstimmung)

Turnier-Statistik:
Toreschnitt: 4,94 Tore pro Spiel (ohne Neunmeterschießen und Sponsorenspiel, Tore insgesamt also: 79)
Torreichstes Spiel: Union Hohenweiden 7:4 Bad Dürrenberg
Torärmstes Spiel: Merseburg 99 2:0 Eintracht Bad Dürrenberg
Anzahl Strafen: 10 Strafminuten, keine Platzverweise (4 Minuten SV Braunsbedra, 2 Minuten Merseburg 99, 2 Minuten IMO Merseburg, 2 Minuten Union Hohenweiden)
Bestes Spiel: Union Hohenweiden 7:4 Bad Dürrenberg (7,5/10 = rasant, interessant, torreich)
Schlechtestes Spiel: Merseburg 99 2:0 Eintracht Bad Dürrenberg (2,5/10 = müder Kick)

Tabelle Vorrundengruppe A:
1. SV Merseburg 99 - 8:2 - 9
2. HuSG Union Hohenweiden - 13:10 - 6
3. SV Wacker Wengelsdorf - 6:9 - 3
4. SV Eintracht Bad Dürrenberg - 5:11 - 0

Tabelle Vorrundengruppe B:
1. VfB IMO Merseburg - 11:3 - 9
2. SV Braunsbedra - 6:4 - 6
3. TSV Leuna 1919 - 8:9 - 3
4. SG Spergau - 4:13 - 0

Platzierungsspiele:
Halbfinale 1: SV Braunsbedra 2:1 Merseburg 99
Halbfinale 2: IMO Merseburg 4:0 Union Hohenweiden
Platz 7/8: SG Spergau 3:1N Bad Dürrenberg
Platz 5/6: Wacker Wengelsdorf 3:2N TSV Leuna
Platz 3/4: Merseburg 99 6:5 n.N. Union Hohenweiden
Finale: IMO Merseburg 4:2 SV Braunsbedra
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Photos and English version:
Castle Český Šternberk (Czech Republic)
INDOOR FOOTBALL MIDNIGHT TOURNAMENT: MITTERNACHTSPOKAL SPERGAU

Für ein tschechisches Hotel hatte das Ondráš richtig gutes Frühstück zu bieten. Doch was insgesamt gesehen fehlte, war das böhmische Mittagessen: zu Weihnachten bekommt man kein warmes Essen in CZ, da fast alle Restaurants zu haben. Trotzdem schafften wir es problemlos quer durch Tschechien zurück nach Deutschland. Damit wir an diesem Rückreisetag von der doch recht gelungenen Wochenendtour nach Mähren überhaupt Sightseeing hatten, fuhren wir 50km östlich vor Prag von der Autobahn ab: 3km von der Autobahn entfernt liegt die Burg Český Šternberk in spektakulärer Spornlage oberhalb der Sázava. Eine Außenbesichtigung von allen Seiten nimmt schon 30 Minuten in Anspruch. Dahinter liegt auch noch ein älterer Wehrbau (Otryby). Die Burg Český Šternberk ist eine dieser Anlagen, die nur mit Führung und zu nicht gerade geringen Preisen (tschechische Führung 4€, Führung in Deutsch und anderen Fremdsprachen 7€) zur Besichtigung offen steht. Im ganzen Ort kosten die Parkplätze 2€ - aber heute war niemand kassieren, der Ort auch ziemlich ausgestorben und gerade deshalb so schön idyllisch.

Wir kamen zu einer vernünftigen Zeit zu Hause an und fuhren nach zwei Stunden Pause weiter nach Spergau. Dort fand – wie an jedem 27. Dezember – das berühmte Mitternachtsturnier im Hallenfußball statt. Die renommierten Teams des Landkreises Saalekreis waren bis auf Blau-Weiß Farnstädt und SSV Landsberg, die aber wohl noch nie dabei waren, alle vertreten. TSV Leuna (15. und damit Vorletzter in der Landesklasse), Merseburg 99 (Letzter in der Landesliga), IMO Merseburg (7. in der Landesliga, aber noch mit echten Aufstiegschancen) und SV Braunsbedra (Tabellenführer der Landesliga, doch mit fünf direkten Verfolgern und drei im weiteren Sinne Verfolgern auf den Fersen). Dazu kommen wie immer Wacker Wengelsdorf aus dem Burgenland (Tabellenzweiter der Kreisliga Burgenland 2), Eintracht Bad Dürrenberg (6. von 13 der 1. Kreisklasse Saalekreis 1) und der Gastgeber SG Spergau (Tabellenführer in der Kreisliga Saalekreis 1, aber mit einem mächtigen Verfolger im Rücken). Diesmal war auch die HuSG Union Hohenweiden (in der Kreisliga 2 nur Vorletzter) mit von der Partie.

Bevor die eigentlichen Turnierspiele begannen, trat die Sponsoren-Mannschaft wieder einmal an. Gegner war in diesem Jahr die erst seit 8 Monaten bestehende Frauenfußballmannschaft des TSV Leuna. Die Spielerinnen als Anfängerinnen zu bezeichnen, ist in jedem Falle gerechtfertigt. Noch spielen sie auch nicht im Spielbetrieb, doch gegen die fast durchweg 30 Jahre älteren Sponsoren, die aber aktive oder ehemals aktive Sportler sind, zeigte die von Nino trainierte Mannschaft einige gute Szenen. Am besten dabei der Anschlusstreffer zum 3:1, der durch das Ausnutzen des Torwartwechsels – der Sponsoren-Torhüter zog sich gerade erst auf der Linie stehend das Trikot an – und zwei weitere Tore, denen sieben Treffer der Sponsoren gegenüberstanden. Im Übrigen war auch das Zweikampfverhalten oft gar nicht schlecht und die Leistung der Torhüterin beachtlich. Das wahre Highlight dieses Gaudi-Kicks war jedoch Melli, der erst für die Sponsoren im Tor stand und dann mit einer typische Kittelschürze der Reinigungskräfte im Osten (von der DDR bis Russland) und Kopftuch bekleidet, eine Handtasche in der Hand, für die Frauenmannschaft spielte. Dass man ein solches Spiel nicht ernst nehmen muss, zeigte er mit dieser einfallsreichen Einlage sehr treffend.
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Wie gewohnt nun jedes Spiel (1x15 Minuten) einzeln kommentiert:

Union Hohenweiden 5:3 Wacker Wengelsdorf
Spiel 1, Vorrunde Gruppe A, Bewertung: 7,5/10
Zur Eröffnung des Turniers gleich ein unerwartet gutes Spiel: Hohenweiden siegte verdient nach einem starken, druckvollen Auftritt.
Torfolge: 1-0 (2), 2-0 (5), 2-1 (7), 3-1 (9), 3-2 (11), 4-2 (13), 4-3 (13), 5-3 (14)

TSV Leuna 1:3 SV Braunsbedra
Spiel 2, Vorrunde Gruppe B, Bewertung: 3,0/10
15 Sekunden rum und schon liegt der Ball – unglücklich abgefälscht – auch schon im Leunaer Tor. In der Folgezeit spielte eigentlich nur der TSV, doch die Chancen, die sie vergaben, waren schon nicht mehr feierlich. Die spanische Spielweise des SVB mag zwar zum Kotzen sein, doch man muss sich bei der Chancenausbeute nicht wundern, wenn man ausgekontert wird. Wundern musste man sich schon eher über die nicht vorhandene Stimmung von den Rängen.
Torfolge: 0-1 M. Schulze, Eigentor (1), 0-2 (6), 0-3 (14), 1-3 M. Schulze (15)

Merseburg 99 2:0 Bad Dürrenberg
Spiel 3, Vorrunde Gruppe A, Bewertung: 2,5/10
Eintracht Bad Dürrenberg zeigte leider nicht eine gute Aktion im Spiel – Merseburg 99 spielte langweilig, aber mit Druck aufs Tor und gewann völlig verdient.
Torfolge: 1-0 (2), 2-0 (9)

IMO Merseburg 5:1 SG Spergau
Spiel 4, Vorrunde Gruppe B, Bewertung: 5,0/10
Die erste Hälfte des Spiels war eine Demontage der Spergauer. Die Gastgeber kamen dann nach 9 Minuten besser ins Spiel, doch IMO zeigte mit starken, schnellen Spielzügen und tollen Toren ihr Können.
Torfolge: 1-0 (1), 2-0 (3), 3-0 (3), 4-0 (5), 4-1 (11), 5-1 (13)

Union Hohenweiden 1:3 Merseburg 99
Spiel 5, Vorrunde Gruppe A, Bewertung: 5,0/10
Hohenweiden hielt gut gegen, doch am Ende war der SV 99 geschickter.
Torfolge: 0-1 (8), 1-1 (10), 1-2 (12), 1-3 (14)

TSV Leuna 2:3 IMO Merseburg
Spiel 6, Vorrunde Gruppe B, Bewertung: 7,5/10
Ein schnelles, gutes und packendes Spiel zweier ausgeglichen starker Mannschaften. Leuna kam besser ins Spiel, hatte auch bis in die Schlussphase mehr Angriffe aufs Tor zu verzeichnen, doch trotz des mittlerweile ganz guten Supports – es war das stimmungsvollste Spiel im gesamten Turnier – brachte es der TSV fertig, eine 2:1-Führung innerhalb von 45 Sekunden zu verspielen. Ein Doppelschlag für die IMO in der Schlussminute, der die bis dahin gute Leistung der Leunaer zunichte machte. Somit war die Gruppe B leider auch schon entschieden.
Torfolge: 1-0 Degner (6), 1-1 (8), 2-1 Lorber (11), 2-2 (15), 2-3 (15)

Wacker Wengelsdorf 2:1 Bad Dürrenberg
Spiel 7, Vorrunde Gruppe A, Bewertung: 4,5/10
In einem ausgeglichenen und ordentlich geführten Spiel gewann Wengelsdorf durch einen toll mit dem Kopf aus Nahdistanz ins Tor gelenkten Weitschuss in der Schlussminute.
Torfolge: 1-0 (1), 1-1 (9), 2-1 (15)

SV Braunsbedra 3:0 SG Spergau
Spiel 8, Vorrunde Gruppe B, Bewertung: 4,0/10
Auch hier war der Gastgeber überfordert und bekam lässig in regelmäßigen Abständen Tore eingeschoben
Torfolge: 1-0 (1), 2-0 (8), 3-0 (15)

Union Hohenweiden 7:4 Bad Dürrenberg
Spiel 9, Vorrunde Gruppe A, Bewertung: 7,5/10
Ein klasse Spiel der Hohenweidener, die nur etwas viele Gegentore zuließen. Auch zwischen den Toren gab es schöne Spielszenen zu sehen; es war nicht so, dass nur die Tore interessant gewesen wären, weswegen man dieses Spiel auch als das beste im Turnier auszeichnen muss!
Torfolge: 1-0 (1), 2-0 (2), 2-1 (2), 3-1 (3), 3-2 (4), 4-2 (5), 4-3 (6), 5-3 (12), 6-3 (12), 7-3 (14), 7-4 (15)

TSV Leuna 5:3 SG Spergau
Spiel 10, Vorrunde Gruppe B, Bewertung: 6,5/10
Mit diesem Sieg gab es wenigstens einen etwas versöhnlichen Gruppenabschluss: Spiel um Platz 5 und nicht nur um Rang 7. Leuna war Spergau auch klar überlegen, nur nach dem in der Höhe als Minimum angemessenen 5:1 ließ Leunas Konzentration wieder nach und der Sieg fiel dann doch nicht so hoch aus.
Torfolge: 1-0 Hammerschmidt (3), 2-0 Claus ? (6), 2-1 (8), 3-1 Pires (9), 4-1 Schimpf ? (11), 5-1 Pires (12), 5-2 (13), 5-3 (15)

Wacker Wengelsdorf 1:3 Merseburg 99
Spiel 11, Vorrunde Gruppe A, Bewertung: 5,5/10
Auch hier siegte der SV 99 nicht überragend oder richtig überzeugend, aber immerhin nicht unverdient. Die spielerisch bessere Mannschaft kam dann doch aus Merseburg.
Torfolge: 0-1 (3), 1-1 (4), 1-2 (6), 1-3 (11)

SV Braunsbedra 0:3 IMO Merseburg
Spiel 12, Vorrunde Gruppe B, Bewertung: 3,0/10
Überraschend, wie klar die Merseburger Industriemonteure die SVB-Spieler abfertigten. In der Höhe auch völlig O.K.
Torfolge: 0-1 (2), 0-2 (12), 0-3 (15)
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Merseburg 99 1:2 SV Braunsbedra
Spiel 13, Halbfinale 1, Bewertung: 2,5/10
Die übliche Langeweile in SVB-Spielen.
Torfolge: 0-1 (2), 1-1 (5), 1-2 (7)

SG Spergau 3:1 n.N. Bad Dürrenberg
9-m-Schießen um Platz 7, Bewertung: keine
Nach drei Schützen der SG war Schluss, weil der erste Schütze der Eintracht verschoss.
Torfolge: 1-0 SG, verschossen, 2-0, 2-1, 3-1, x

IMO Merseburg 4:0 Union Hohenweiden
Spiel 14, Halbfinale 2, Bewertung: 3,5/10
Bei Hohenweiden war in diesem Spiel etwas die Luft draußen, sodass es eine leichte Angelegenheit für die IMO wurde.
Torfolge: 1-0 (2), 2-0 (3), 3-0 (7), 4-0 (14)

Wacker Wengelsdorf 3:2 n.N. TSV Leuna
9-m-Schießen um Platz 5, Bewertung: keine
Ein Festival mittig auf den Torwart geschossener und knapp neben den Kasten gesetzter Schüsse. Was Pires, M. Schulze und Hammerschmidt da ablieferten, war nicht besonders. Auch die drei Wengelsdorfer schossen ähnlich schwach.
Torfolge: TSV verschossen, verschossen, verschossen, 1:0, 1:1, verschossen, 1:2, 2:2, verschossen, verschossen, verschossen, 3:2

Nach diesem Neunmeterschießen gab es die berühmte Stripshow. Berühmt ist auch die Prüderie der Amis, sodass Fotos auf dem Fotoanbieter „flickr“ entsprechenden Richtlinien (siehe Community-Richtlinien zu als „sicher“ eingestuften Inhalten etc.) unterliegen. So habe ich nur Bilder vom Beginn der Show – der Stripperin wurde dabei beinahe die Show durch den Hohenweidener 11er gestohlen, den sie zur Darbietung gebeten hatte und der dann richtig abging – hochgeladen.

Merseburg 99 2:2/ 4:3 n.N. Union Hohenweiden
Spiel 15, Spiel um Platz 3, Bewertung: 5,0/10
Hohenweiden wurde durch eine Fehlentscheidung des Schiris um den Sieg gebracht: erst eine unrechtmäßige Ecke brachte dem SV 99 den 2:2 Ausgleich. Im Neunmeterschießen waren sie halt die Glücklicheren.
Torfolge: 1-0 (1), 1-1 (9), 1-2 (10), 2-2 (12) / 0:1 Union, 1:1, 1:2, 2:2, 2:3, 3:3, verschossen, verschossen, verschossen, 4:3

SV Braunsbedra 2:4 IMO Merseburg
Spiel 16, Finale, Bewertung: 5,5/10
In einem ganz ordentlichen Finale plättete die IMO die spielerisch deutlich schwächeren Braunsbedraer. Nach 12 Minuten hieß es 0:4. Am Ende hakte es nur bei der Konzentration, sodass SVB noch zwei Buden machen konnte. Aber alles in allem der verdiente Sieger IMO. Das erste Mal, dass ich sie bei so einem Turnier gut spielen sehen!
Torfolge: 0-1 (2), 0-2 (4), 0-3 (9), 0-4 (12), 1-4 (14), 2-4 (15)
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Fazit: Die Spielqualität war besser als im letzten Jahr – der VfB IMO zeigte hier endlich mal, dass sie gut Fußball spielen können, was sie in den Hallenturnieren, bei denen ich sie bisher gesehen habe, noch nie getan haben – doch die Stimmung auf den Rängen schwächer; auffällig auch hier wieder, dass außer einigen Sprechhören der eingefleischten Leunaer Fans, Vereinsmitglieder usw. und dem etwas weniger zahlreichen Anhang von Wengelsdorf und Hohenweiden niemand mit Anfeuerungen zu hören war. Alle acht Mannschaften hatten aber eine zwei- bis dreistellige Zahl Fans in der Halle. Von denen fielen wieder nur bestimmte Jugendliche, die sich sonst nie beim TSV blicken lassen, auf, die stets beim Mitternachtscup – aber auch nur da! – dämlich rumpöbeln. Pöbeln gehört zwar unbedingt zu einem emotional aufgeladenen Sport dazu – aber nicht im Suff andauernd hämische Kommentare zu Houndjo von der IMO machen oder während der Siegerehrung von SVB, 99 und IMO „SV 99 - Schwanzlutscher“ und so was dazwischen rufen. Wie auch immer: die Platzierung des TSV Leuna war wieder so unglücklich wie im letzten Jahr: wie auch auf dem Feld in der regulären Saison 1. gute läuferische und kämpferische Leistungen, 2. schlechte Chancenverwertung, 3. unterhaltsame Spiele und doch 4. unglückliche Niederlagen - und zwar wegen 2.) Trotzdem war auch dieses Turnier wieder Werbung für den Hallenfußball, der zwar keinen Ersatz für richtigen Fußball auf dem Feld darstellen, aber schon mal eine Abwechslung sein kann.
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Statistik:
Ground Nr. 508 (kein neuer Ground; diese Saison: 57 neue)
Sportveranstaltung Nr. 1.197 (diese Saison: 84)
Tageskilometer: 640 (Auto)
Saisonkilometer: 15.020 (9.820 Auto/ 2.290 Bahn, Bus, Tram/ 2.110 Fahrrad/ 800 Schiff, Fähre/ 0 Flugzeug)
Anzahl der Fußballspiele seit dem letzten 0-0: 83
Anzahl der Wochen, seit der letzten Woche ohne eine einzige Sportveranstaltung (31.7.-6.8. 2006): 231

W230III: Teil 2 der Tour durch Mähren; Burgruinen, Plattenbauten, ein moderner Zoo und eine klare Niederlage für Litvínov

HC „PSG“ Zlín 7:2 HC „Benzina“ Litvínov
Sonntag 26. Dezember 2010 – Anbully 17.00
Übersetzung: HC „PSG“ Zlin/ Gottwaldov gegen HC „Benzina“ Oberleutensdorf
Liga: „Tipsport“ Extraliga (1. tschechische Profi-Eishockey-Liga)
Ergebnis: 7:2 nach 60 Min. – Drittel: 5:1, 1:0, 1:1
Tore: 1-0 5.57 Grof, 2-0 7.16 Linhart, 3-0 10.17 Galvas (PP1), 3-1 12.09 Švarný (PP1), 4-1 14.29 Balaštík (PP1), 5-1 15.24 Sýkora, 6-1 22.42 Sýkora, 7-1 45.02 Balaštík, 7-2 50.53 Jenáček Zeitstrafen: Čech 2, Švrček 2, Sýkora 2, Köhler 2 (Zlín: 8 Minuten); Vopat 4, Trávniček 2, Kubát 2, Rindoš 2, Švarný 2 (Litvínov: 12 Minuten)
Vergebener Penalty: Hübl (Litvínov) hält Penalty von Valenta (Zlín)
Halle: Zimní stadion Luďka Čajky/ Eisstadion Luděk Čajka (Kap. 6.975, davon 4.525 Sitzplätze)
Zuschauer: 4.813 (davon ca. 50 Gästefans)
Unterhaltungswert: 6,5/10 (Rasantes erstes Drittel, danach deutlicher Leistungsabfall von Zlín und allgemein schwächeres Spiel, aber alles in allem noch sehenswert)
Sightseeing: 7,0/10 (Echt gelungene Tour!)
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Photos and English version:
Kroměříž Old Town
Zlín Zoo, City Centre and Castles
HC Zlín vs. HC Litvínov (Extraliga Ice Hockey)

Von Olomouc brauchen wir bereits kurz vor 8.00 auf gen Süden, nach Kroměříž. Die Altstadt des früheren Kremsier ist Weltkulturerbe der UNESCO. Wenn man manche Nicht-Welterbe-Altstädte Böhmens und sogar Mährens mit dieser Durchschnitts-Altstadt vergleicht, fragt man sich warum. Aber diese UNESCO-Titel werden doch sowieso teilweise willkürlich verteilt. Jedenfalls hat fast jede zweite Kleinstadt in Tschechien Barock-, Renaissance und Jugendstilhäuser in dem Zustand zu bieten. Ein Schloss, ein Stadttor und ein Rathaus mit davor befindlichem Markplatz auf dem eine Pestsäule steht ist ebenso regelrecht Standard. Das ganze mag zwar in Kroměříž zu den schöneren Exemplaren gehören, aber herausragend ist das nicht. Und auch in der Größe nicht sonderlich beeindruckend, da einzig das Schloss überdurchschnittlich groß ist: vielleicht mag der Park etwas Besonderes sein, aber so herausragend kann der nicht sein für so einen Titel. Aber solange nur Kroměříž und nicht Zlín Welterbe wird, reg ich mich nicht auf.

Zlín wird gerne als die „Perle des Funktionalismus“ – also der Bauepoche der 1920er Jahre – oder „Modellstadt der Moderne“ gelobt. Der Laie wird sie eher als „zu groß geratenes Straßendorf mit minderwertiger Plattenbau- und 20er-Jahre-Betonklotz-Architektur“ bezeichnen. Wenn man sich die Ausdehnung Zlíns – schmal entlang einer großen Straße in einem Tal – anschaut, wäre Punkt 1 (Straßendorf) erfüllt. Die Wohnqualität der 1920er Betonklötze mag ganz gut sein, da sie ihr (einziges?) Anliegen - praktische Funktionalität - erreichen, aber etwas anderes als gesichtslose Betonklötze sind das beim besten Willen und weitreichendsten architektonischen Verständnis nicht. Bauhaus und Bruno Taut wandeln schon an der Grenze zwischen „praktisch und formschön“ und „praktisch, aber Augenkrebsgefahr“, aber ein Blick aufs Zlíns Rathausplatz genügt, um dieser Stadt jegliche Attraktivität abzusprechen. Einzig lohnend sind Ziele im Stadtumland, da selbst die als Sehenswürdigkeiten der Stadt verzeichneten Kirchen und das Schloss (eine größere Villa) bei Weitem nicht einmal Durchschnitt für ihre Architekturform sind.

Diese Sights im direkten Stadtumland sind das Burgschloss auf dem Berg von Malenovice, einem westlichen Vorort der Stadt und die sehenswertere gotische Burgruine Lukov im Norden Zlíns. Diese ist eine der größten in Mähren. Der Mauerverlauf zur besten Zeit ist komplett nachvollziehbar, aber nur der Torturm ist richtig gut erhalten. Dafür liegt die Ruine von Lukov schön auf einem bewaldeten Berg. Vom Parkplatz aus läuft man etwas über 1km mäßig steil bergauf.

Dass wir vor den Sportevents viele Burgen besichtigen ist dem Leser ja bekannt, aber ab und zu darf es auch mal eine andere Sehenswürdigkeit sein: denn ebenfalls nördlich der Stadt liegt der Zoo in Lešná. Der ist sehr modern und beherbergt eine hohe dreistellige Zahl von Tieren aus über 200 Tierarten. Da gab es sogar ein paar seltsame Tiere, die ich vorher noch gar nicht gesehen habe: so vor allem die Greifstachler, welche so etwas wie auf Bäume kletternde Stachelschweine sind. Ansonsten sind natürlich die üblichen Verdächtigen, die in jedem größeren Zoo auftauchen, wie Lemuren, Tiger (hier: sibirische), (afrikanische) Elefanten, Gorillas und baktrische Kamele zugange. Auffällig waren sonst nur das Vorhandensein vieler Geier, deren Gehege man sogar begehen konnte, und die moderne und kunstvolle Gestaltung vieler Anlagen und Pavillons, die alle nach Kontinenten (Australien – dazu Krokodile, Kängurus (darunter ein Albino), Emus etc., dann Afrika mit Elefanten, Löwen, Nashörnern usw. bis man alle Kontinente durchhat) sortiert sind. Die Außenanlagen waren bei fünf Grad unter Null natürlich relativ leer (auch Besucher waren nicht viele da), aber dafür war in den Häusern was los – besonders interessant sind das im weitläufigen Landschaftsgarten, in dem der Zoo liegt, befindliche historistische Schloss mit sehr schöner Fassade, das im Keller ein Terrarium mit Alligatoren und Waranen beinhaltet, und das topp-moderne Tropenhaus mit meterhohen Pflanzen und freilaufenden kleinen Affen. Verglichen mit dem letzten Zoobesuch außerhalb Deutschlands, im August in Chorzów (Polen), muss ich Zlíns Zoo allerdings eine geringere Attraktivität gegenüber jenem in Chorzów bescheinigen, da zwar die Anlagen moderner sind und die Landschaft schöner, die Zahl der Tiere aber geringer und die Qualität der Beleuchtung in den Häusern erheblich schlechter ist als in Chorzów. Ebenfalls ein klarer Pluspunkt für den bekannten polnischen Zoo: ein weitaus größeres Aquarium und größeres Vogelhaus.

Wir checkten noch im Hotel Ondráš ein, das einige Zimmer anständiger Größe im ersten Stock eines außen recht mies aussehenden Plattenbaus für umgerechnet 35€ pro Nacht (DZ, Frühstück 4€ extra, bewachtes Parken vorm Haus ebenfalls 4€) anbietet. Das Flair der ČSSR ist sozusagen greifbar in diesem Hotel – es ist aus guten Gründen so ziemlich das billigste in der Stadt – aber es ist weder heruntergekommen, noch unsauber oder fällt durch schlechten Service auf. Sogar die PVC-Fußböden sind durch bessere Kunststoffe ersetzt worden.
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Nun ging es zum Eishockey. Die Halle befindet sich hinter dem Hotel „Moskva“ südlich der Durchgangsstraße und ist nach einem früheren Spieler Zlíns benannt: Zimní stadion Luďka Čajky. Von außen ahmt der Bau eine Backsteinfassade nach und auch innen sieht er etwas älter aus: so gibt es etliche Holzbänke und nur in der Mitte gepolsterte Klappsitze. Eindrucksvoll sind die Stahlträgerkonstruktionen hinter den Stehplätzen der Heimfans und vor allem die Logen über dem Gästesektor: die oberste Loge ist bis unters Dach gebaut und nur ein blechverkleidete Metallbrüstung trennt einen vom direkten Weg 15m nach unten. Die Gesamtkapazität liegt bei 6975.

Der HC „PSG“ Zlín, der allein in den letzten fünf Jahren schon drei Mal den Namen gewechselt hat und nun nach einer großen Baufirma (PSG) heißt, ist als 3. noch im Meisterschaftsrennen und so gut wie in den Play-offs, während unser HC Litvínov im hinteren Mittelfeld herumgurkt. Der Platz 10 erklärt sich zuallererst aus der schlechten Auswärtsbilanz der Oberleutensdorfer, die nur 2 Siege und 2 Siege nach Penaltyschießen bei einem Torverhältnis von 36:67 in 15 Auswärtsspielen aufweisen können. Zuhause haben sie 11 der 17 Spiele gewonnen, Zlín hingegen nur 10 (davon nur 8 in der regulären Spielzeit) von 18. Aber eines der 8 war ein 10:2 gegen Litvínov in der ersten Runde. Und das Heimspiel haben die Schwarz-Gelben auch noch verloren: 2-4. Nun also das zweite Duell Zlín gegen Litvínov, d.h. die dritte Runde der vier Hauptrunden ist schon im vollen Gange.

Die Hausherren spielten im ersten Spielabschnitt richtig schnelles und schönes Eishockey und nahmen die Gäste auseinander. Die Stimmung rechts von uns klang so prima, wie die „Bären-Hotdogs“ vor der Halle (eine fette tschechische Bratwurst mit Ketchup wird in ein Baguette gesteckt und mit einer Peperoni und Weißkraut belegt) geschmeckt haben. Zu Beginn des Viertels hörte man noch die mehr als 40 Leute im Gästesektor ab und an, doch nach dem 3:0 verging ihnen die Stimmung. Das 3:1 – ein toller Schlagschuss von der blauen Linie – ließ nicht wirklich Hoffnung aufkommen. Schnell stand es 5:1 und die Zuschauer forderten schon „déset“ = „zehn (Tore)“.

Das zweite Drittel wurde von Zlín zwar nach wie vor dominiert, doch bei weitem nicht so rasant und sehenswert, wie in den ersten 20 Minuten. Es verwunderte also nicht, dass es nur zum 6:1 reichte. Ab und an ließ Litvínov auch noch mal ihre sonst besser sichtbare Klasse aufblitzen: so beim zweiten Treffer des Tages und vor allem beim Abwehrverhalten in doppelter Unterzahl (zwei Spieler waren gleichzeitig wegen zweier in Sekundenabständen ausgeführter Checks auf die Strafbank geschickt worden), wobei sie in den zwei Minuten keinen Treffer Zlíns zuließen und einen Konter nur knapp vergaben. Am Ende war das 7:2 zwar äußerst ärgerlich, da es eine peinlich hohe Klatsche war, aber man konnte bei dem ersten Drittel schon froh sein, dass das Spiel 7:2 und nicht 17:2 oder auch nur 10:2 ausging.
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Statistik:
Ground Nr. 508 (ein neuer Ground; diese Saison: 57 neue)
Sportveranstaltung Nr. 1.196 (diese Saison: 83)
Tageskilometer: 120 (Auto)
Saisonkilometer: 14.380 (9.180 Auto/ 2.290 Bahn, Bus, Tram/ 2.110 Fahrrad/ 800 Schiff, Fähre/ 0 Flugzeug)
Anzahl der Fußballspiele seit dem letzten 0-0: 83
Anzahl der Wochen, seit der letzten Woche ohne eine einzige Sportveranstaltung (31.7.-6.8. 2006): 230

W230II: Von Merseburg durch den Schnee nach Mähren; eine Stadtbesichtigung von Olomouc

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Photos and English version:
MORAVIA'S MOST BEUTIFUL CITY: OLOMOUC

Um das Sonntagsspiel von HC Litvínov in Zlín nicht zu verpassen und den Mietwagen ordentlich zu nutzen fuhren wir schon kurz nach 6 am Samstag nach Mähren. Vor zweieinhalb Jahren hatten wir Olomouc schon einmal besichtigen wollen, doch aus Zeitgründen verschieben müssen. Dem Deutschen eher als Olmütz bekannt, gilt sie als eine der zehn sehenswertesten Städte Tschechiens, wovon übrigens acht im anderen Landesteil, Böhmen, liegen.

Wir brauchten nur aufgrund der enorm schlechten Witterungsbedingungen und der Überforderung des Winterdienstes ganze 8 Stunden für die sonst in knapp 6 Stunden schaffbare Distanz von 580km. Von Merseburg bis Dresden war die Schneedecke fast immer geschlossen. Beobachtungen auf der gesamten Strecke zeugen von der Unfähigkeit, mit einem etwas härteren Winter mit relativ viel Schnee – so widerlich dieses weiße Dreckszeug auch sein mag: damit muss man besser fertig werden, als das hierzulande derzeit der Fall ist – zurechtzukommen. Vor den Leunawerken kämpft sich ein Chemiearbeiter auf dem Rad von der Nachtschicht nach Hause zurück, denn öffentliche Verkehrsmittel wie die Straßenbahn von Leuna nach Halle fahren seit Tagen nicht mehr, da die Mischung aus zu wenig Personal und zu viel Elektronikmist den Schienenverkehr lahm legt. Hinter Leipzig hat irgendjemand seinen Kombi auf der Begrünung neben der rechten Spur der Autobahn geparkt, da er auf einer Autobahn mit minimalstem Verehr viel zu weit rechts gefahren ist. Schneepflüge sorgen in der Gegend von Dresden nicht etwa für Sicherheit, sondern für Behinderungen und zusätzliche Gefahren: lieber auf einer festen oder pulverigen Schneedecke fahren, als auf den spiegelglatten Flächen, die diese Karren, die nicht richtig gestreut sondern nur schlecht geschoben haben, hinterlassen. Da braucht niemand einem Autofahrer einen Vorwurf zu machen, wenn er statt auf der nur langsam wieder zuschneienden Eisfläche hinter den Räumfahrzeugen herzufahren, rechts überholt und die sicherere Schneedecke befährt. Echt gut ist, wenn kilometerlang zwei solcher Dreckskarren nebeneinander mit 30km/h zuckeln. Auf der Schneedecke konnte man wenigstens 60 bis 90km/h fahren und hatte keine Vereisungen zu meistern. Und wenn die schon nicht richtig räumen können, dann können die auch gleich zuhause bleiben, was denen am ersten Weihnachtsfeiertag auch sicher lieber gewesen wäre.

In Tschechien waren nur die ersten 25km bis nach Ústí nad Labem schwer zu fahren, doch dann hatte ich leichtes Spiel: kaum Schneefall, frei gefahrene Autobahnen mit maximal etwas Schneematsch und je tiefer man ins Land fuhr, umso besser und schneller kam man für seine teure Straßenmaut voran. Schon kurz vor Brno war die Fahrbahn nur noch geringfügig feucht. Da konnte man hinter den wie immer hektisch und unverschämt fahrenden einheimischen Neureichen in dicken 4x4 und Mercedes mit 150km/h her fahren.
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In Olomouc kamen wir kurz nach 14 Uhr an. Wir machten erst am barocken Klosterkomplex am Stadtrand ein paar Fotos – ein wirklich beeindruckender Bau und eines der größten Sakralgebäude Tschechiens! – und gingen dann durch die Altstadt. Die Häuserzeilen von Barock bis Jugendstil sind weitestgehend baulich geschlossen, nur selten ist eine Häuserruine, Baulücke oder ein Stilbruch (in der Nähe des Marktes z.B. ein sozialistisches Kaufhaus mit brauner Spiegelfassade) zusehen. Der Markt ist besonders sehenswert mit einigen schönen Bürgerhäusern, einer riesigen Pestsäule mit dutzenden Heiligendarstellungen und einem tollen Renaissance-Rathaus mit interessanten Details: verspielte Giebel, eine an einem Fahnenmast hängende Figur und vor allem die astronomischen Uhr, die etliche Meter hoch und reich verziert ist. Die Mosaike sehen aber nach allem anderen als Renaissance aus, da auch ein Chemiker und ein Handwerker darauf abgebildet sind...
Es gibt mehrere sehenswerte Kirchen, wobei manche dieser Kirchen eher durch Bizarrheit, denn durch Schönheit sehenswert sind. Die orthodoxe Kirche ist ja noch ganz nett – vor allem angestrahlt – aber die gegenüberliegende graue Kirche könnte auch ein Geräteschuppen der Feuerwehr mit Turm zum Aufhängen der zu trocknenden Löschschläuche sein. Noch bizarrer ist die Kirche des Heiligen Moritz, die zwar innen gotisch hohe, nett ausgestaltete Deckengewölbe hat, aber außen ein grauer Klotz mit gestutzten Türmen und einer seltsamen Betonfassade ist. Die Kirche Maria Schnee ist hingegen ein lupenreiner Barockbau, dessen Säulenportal besonders gelungen ist. Auch die düstere Jesuitenkirche mit dem angrenzenden Kolleg oberhalb der einfach gemauerten Stadtbefestigung, ist sehr sehenswert.
Das Kolleg ist ebenso wenig in religiöser Nutzung wie das weitläufige bischöfliche Palais mit den angrenzenden Gebäuden. All diese Gebäude werden von der Universität genutzt.
Der Dom soll Gotik sein, sieht aber trotz seiner drei entsprechend gestalteten Türme vor allem Innen nicht danach aus. Dieses Gotteshaus ist eindrucksvoll und recht ansprechend verziert, vor allem die Ranken auf den Säulen und das Sternendach über dem Altar fallen auf. Man darf sogar fotografieren, was man nur in 1, 2% der tschechischen Kirchen darf. Zur Weihnachtszeit passend gab es auch eine moderne Krippe auf mehreren Quadratmetern Fläche und ein dazupassendes Kinderchor- und Krippenspiel aufzunehmen. Dutzende Leute standen in fünf bis sechs Reihen vor dem Krippenspiel. Dass ich solche Szenen mal in diesem Atheistenstaat erleben würde, hat mich gewundert. In Polen muss das ja sein, aber in Tschechien war das überraschend.
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Weihnachten scheint dann aber doch in der Tschechischen Republik mit ihren kaum 8% eingetragenen Kirchlichen eine hohe Bedeutung zu genießen. Dass die Ausgestorbenheit der Gastronomie etwas mit der Religion zu tun hätte, muss aber ein Trugschluss sein: auch die restlichen 92% wollen ja mal frei haben. Dass sie sich aber alle gleichzeitig das Weihnachtswochenende 24.-26.12. aussuchen müssen, ist lächerlich, da für die allermeisten Tschechen dieses Datum überhaupt keine Bedeutung besitzt. Man kann doch auch ein Wochenende früher mit der Familie zusammensitzen. Aber nein: zu Weihnachten müssen ja immer 95% aller eintrittspflichtigen Sehenswürdigkeiten und Restaurants geschlossen haben. Die 5% offene Gaststätten sind welche der Preiskategorie, die wir auch in Deutschland nicht aufsuchen. Man will ja gescheites Essen für 5€ und keine undefinierbaren Kunstwerke für 25€ auf dem Teller. Ein Wunder, dass wir überhaupt etwas zu essen fanden – kein Wunder, dass das an einer der gut sortierten Tankstellen war. Diese befand sich auch noch gegenüber der historischen Markthalle, in der sich ein Supermarkt befindet, und neben der das Hotel Senimo liegt. Die haben äußerst moderne, saubere und geräumige Doppelzimmer – andere Hotels würden bei der Zimmergröße vier Betten unterbringen – für 50€ die Nacht zu bieten. Im Preis ist einiges Inklusive, doch z.B. das inkludierte Frühstück kann man am Weihnachtswochenende nicht verlangen. Einen Preisnachlass auf die Übernachtung aus diesem Grund (nicht erbrachte Vertrags-/ Serviceleistung) schon. Wenn man Pech hat, muss man dann mit einem der fremdsprachenunkundigen Mitarbeiter ausdiskutieren – da wir bis zum nächsten Morgen warteten, bekamen wir sogar noch ein mäßiges Lunchpaket von der perfekt Englisch sprechenden Rezeptionistin zusammengestellt, die uns für die Mängel auch gleich mit 15% Rabatt auf die Rechnung entschädigte.

So lohnend und sehenswert Olomouc (und viele weitere Orte in der Tschechischen Republik) auch ist – aber da brauch man zu Weihnachten echt nicht hinzufahren. Kurz nach Neujahr 2010/11 besuchen wir das Land zwar wieder und tun das Neujahr 2011/12 sicherlich ebenfalls, da dort Sehenswürdigkeiten, Hotels und Restaurants offen sind – aber Weihnachten 2011 werden wir dann hoffentlich in einem Land feiern und verreisen können, wo auch zu Weihnachten Touristenlokale und normale Restaurants offen haben.
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Statistik:
Tageskilometer: 610 (Auto)
Saisonkilometer: 14.260 (9.060 Auto/ 2.290 Bahn, Bus, Tram/ 2.110 Fahrrad/ 800 Schiff, Fähre/ 0 Flugzeug)

Freitag, 24. Dezember 2010

W230I: Sightseeing in Blankenburg/ Harz

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Photos and English version:
Blankenburg Town in the Harz Mountains

Die Heiligabend-Sightseeing-Tour in den Harz kürzten wir zwar witterungs- und zeitbedingt ab, aber für eine ausreichende Besichtigung der bekannten Harzstadt Blankenburg reichte es. Da wir die sehenswerte Felsenfestung Regenstein bereits kannten und diese auch nur bei halbwegs anständigem Wetter – und nicht Schneetreiben wie heute – sicher begehbar ist, begannen wir am Kloster Michaelstein. Dieser eher heruntergekommene Klosterkomplex ist wenig sehenswert. Das einzig schöne Gebäude bei dieser Ansammlung von stallähnlichen Behausungen ist das Portal mit dem Türmchen.

Auch in der Altstadt gibt es nicht so viele sehenswerte Stellen. Im Sommer sollte man aber auf jeden Fall die weitläufigen barocken Gärten ablaufen, die sich am unteren Schloss, einem eher uninteressanten, als Hotel genutzten, undefinierbaren Bau, befinden. Man hat einen schönen Blick zum verrotteten oberen Schloss, das braun-grau auf dem Berg hockt. Immerhin bemühen sich einige Leute um die Sanierung dieses Komplexes. Etwas ansehnlicher sind einige Fachwerkhäuser um das alte Rathaus herum und das alte Postamt. Zum Essen im neben diesem ganz ansehnlich gestalteten Rathaus, das aber noch von diesen scheiß Weihnachtsmarktbretterbuden umstellt war, liegenden chinesisch-vietnamesischen Restaurant, das ordentliches Essen zu gemäßigten Preisen anbietet, reichte es auch noch.

Insgesamt gesehen scheint Blankenburg eine der vielen überschätzten Städte im Harz – ob niedersächsische oder sachsen-anhaltische Seite: Quedlinburg mag die schönste Stadt in ganz Deutschland sein und ist auch im Winter unbedingt einen Besuch wert, aber die meisten anderen Städte sind eher hässlich – zu sein. Ein endgültiges Urteil fälle ich aber erst bei einem weiteren Besuch in vielleicht 6 Monaten oder so, wenn die Straßen nicht mit Schnee, Matsch und Split zugeschissen sind. Also während man im Januar und Februar oft schöne Fotos durch die häufigeren Sonnenstunden aufnehmen kann, ist Dezember in Deutschland und umliegenden Regionen die absolute Scheiße. Zumindest die Zeit um Weihnachten herum (22.-26.12.) werden wir uns – wie eigentlich schon dieses Jahr angedacht: ich bereue schon fast, die Reise nach Oman und VAE in den März verlegt zu haben – nächstes Jahr wohl doch nicht hierzulande oder in Europa antun.
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Statistik:
Tageskilometer: 280 (Auto)
Saisonkilometer: 13.650 (8.450 Auto/ 2.290 Bahn, Bus, Tram/ 2.110 Fahrrad/ 800 Schiff, Fähre/ 0 Flugzeug)

Montag, 20. Dezember 2010

W229II: Die Haie besiegen die Eisbären im DEL-Zoo nach Penaltyschießen

Eisbären Berlin 1:2 n.P. Kölner Haie
Sonntag 19. Dezember 2010 – Anbully 14.30
Liga: Deutsche Eishockey Liga (DEL; 1. deutsche Profi-Eishockey-Liga)
Ergebnis: 1:2 nach 65+ Min. – Drittel: 0:0, 1:1, 0:0, Verlängerung: 0:0, Penaltyschießen: 1:2
Tore: 0:1 20:49 Ullmann, 1:1 36:46 Ustorf
Penaltyschießen: 1:0 Walker, 1:1 Pettinger, Pederson verschossen, 1:2 Gogulla, Felski verschossen
Strafminuten: Rankel 2, Mullock 2, Felski 2, Braun 2, Baxmann 2 (Eisbären: 10 Minuten), Clausen 4, Pettinger 2, Ramsey 2, Lee 2, Ankert 2, Lückmann 2, Ullmann 2 (Haie: 18)
Halle: O2-World Berlin (Kap. 14.200, davon 13.200 Sitzplätze)
Zuschauer: 13.900 (davon ca. 20 Gästefans)
Unterhaltungswert: 3,0/10 (Langsam, fehlerbehaftet, nur wenige sehenswerte Aktionen: so sollte Profi-Eishockey nicht aussehen)
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Photos and English version:
German Professional Ice-Hockey League DEL: Eisbären Berlin vs. Kölner Haie (Cologne)

Einmal im Jahr fahren wir nur zum Eishockeygucken nach Berlin. Nun war es mal wieder so weit: die Karten für die Eisbären hatten wir uns natürlich schon im Vorverkauf per Internet gesichert – verglichen mit Fußball und Handball sind 18€, Ermäßigung auch für Studenten (12,30€), für ordentliche Sitzplätze noch richtig anständig – und mit dem Schönen-Wochenend-Ticket planten wir viel Zeit ein. Gab es in Merseburg beim Losfahren des Zuges nur eine kleine Panne – die Durchsage des Lokführers, der auf die Assistenz eines Schaffners verzichten musste, war aber auch mal was ganz Neues: „Die Tür im ersten Waggon hat eine Störung im Schließmechanismus... Könnte mal jemand der Reisenden so freundlich sein und sie zumachen?“ – und lief es beim Umsteigen in Halle noch planmäßig, kam der Umstieg in Magdeburg auf den Zug nach Berlin nicht planmäßig zu standen. Unter die Vollidioten und Pseudowissenschaftlern die gegen Castor demonstrieren mischen sich noch Leute in gar nicht so geringer Zahl, die man nur als asozialen Abschaum bezeichnen kann. Die Schäden, die dieses Pack zwei Tage zuvor bei Brandanschlägen auf die Infrastruktur des Transports angerichtet hat, konnte die Bahn aufgrund der Größe noch nicht beheben. Wo man dann nur die Bahn in Verantwortung ziehen muss, ist dass der Schienenersatzverkehr keinen Anschluss gewährleisten kann, sodass man in Biederitz über 40 Minuten auf den Zug nach Berlin warten muss. Dieser Zug schaffte es dann noch mal über 20 Minuten Verspätung zu sammeln, sodass wir erst kurz nach 12 – also mit 90 Minuten Verspätung – am Ostbahnhof ankamen.

Beste Zeit zum Mittagessen also – dass gibt’s beim Asiaten im Ostbahnhof schon für 5€ in sehr guter Qualität – und dann ab in die nahegelegene O2-World, neben der wir auch endlich mal den Metro-Baumarkt wahrnahmen. Was an einem Baumarkt interessant ist? Er ist Groundhopping relevant: auf seinem Dach befindet sich ein Fußballplatz mit Tribüne, der von mehreren Amateur- und Freizeitmannschaften genutzt wird! Ein sportliches Ziel in Berlin, was im Laufe des Jahres 2011 von uns besucht werden wird. So zwei, drei Mal im Jahr sind wir ja dann doch in der Hauptstadt. Aber ich glaube, dass nächste Mal wieder mit dem Auto statt mit Zug...

Die O2-World ist eine der wenigen neuen Arenen, deren Architektur ich loben kann. Ich habe sie schon bei meinem ersten Besuch überzeugt mit 8,0/10 bewertet, da fast alles hervorragend und eindrucksvoll (besonders das Foyer und die Tribünenkonstruktion) gelungen ist, aber bei der Außengestaltung nur die Front gut ist (ein Minuspunkt) und im eigentlichen Tribünenbereich zwar hohe Qualität (optisch wie funktional: Farbgebung, Anstieg der Tribüne, Sichtfreiheit, Licht etc.) geboten wird, aber diese recht schmucklos daherkommt (Polstersitze als Standard in Sporthallen gab es schon zu Sowjetzeiten: siehe Sala al-Assad in Aleppo, Syrien z.B. – die mangelnden Besonderheiten führen also zu einem weiteren Abzugspunkt).
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Wie stark die Stimmung von den Stehplätzen und den dahinter liegenden Sitzplätzen in der Eisbären-Fankurve abhängig ist, wurde schon wenige Minuten nachdem die berühmte Hymne der Puhdys „Hey, wir woll’n die Eisbären sehn“ verklungen, das Feuerwerk zum Einmarsch der Mannschaften verraucht, der Bieraufnehmerregen in der Kurve herniedergegangen und die Aufregung um den vermeintlichen Eisbären-Treffer nach 30 Sekunden (leider Abseits, was die Pfeifen mit den Pfeifen dann per Videobeweis auch kundtaten) abgeklungen war, klar. Wenn das Spiel so fehlerbehaftet ist, wie heute, dann gehen 90% der Zuschauer in keinster Weise mit – und die paar Hansel aus Köln im Oberrang hinter dem anderen Tor konnten stimmungsmäßig echt nichts ausrichten.

Torlos endete das erste Drittel und mit einem Knaller wurde das zweite eröffnet: ein schöner Schuss der Gäste führte zur Führung für die Knorpelfische. Danach schienen die Eisbären den Druck zu erhöhen, doch die Unfähigkeit vorm Kasten machte die Hoffnung auf eine Wende eher zunichte – die Fehler in der Abwehr taten ihr Übriges. Wie die Kölner da kein Kapital daraus schlagen konnten, frage ich mich schon. Stefan Ustorf „Hooligan“ erzielte dann irgendwie doch den Ausgleich. Eine der ganz wenigen guten Aktionen der Eisbären – und die natürlich vom coolsten Akteur der Berliner!

Trotz Fehlpassfestival nur 1:1. Um das nach gutem Beginn schwächer werdende dritte Drittel zu übergehen, gehen wir gleich zur Verlängerung über: völlig für den Arsch! Ebenso ist eigentlich das Penaltyschießen für den Arsch – außerhalb der Playoffs braucht man das echt nicht, dass der geschicktere Penaltyschütze noch einen weiteren Punkt (1 Punkt für Erreichen der Verlängerung, 2 Punkte für Sieg in ebendieser oder dem Penalty shoot-out und 3 Punkte für einen Sieg innerhalb von 60 Minuten) erhält. Nach einem schönen Treffer von Walker trafen die Kölner ebenso sehenswert. Pedersons Penalty wurde vom starken Kölner Goalie pariert, der nächste Knorpelfisch versenkte den Puck im Netz und mit Felskis Fehlschuss waren die Haie aus der Stadt, die außer dem Dom fast nichts zu bieten hat, die überraschenden Sieger. Wie ein Team der hintersten Tabellenränge gegen eines der vorderen meist gewinnt, zeigten sie heute recht eindrucksvoll: eine mäßige Leistung gegen schwache Spitzenspieler. Denn bei dem pervers großen Terminplan mit teilweise 4 Spielen die Woche kann man einfach nur 4 von 5 Spielen gut gestalten. Leider war das heute das eine von fünf...

Zurück war es dann erwartungsgemäß wieder das Problem, in Magdeburg den Anschluss zu kriegen: wegen der oben erwähnten Anschläge des militanten Grünen-Gesocks’ fuhr der Zug wieder nur bis Biederitz und zwei zu kleine Busse brachten die Reisenden die restlichen 10km bis zum Hauptbahnhof. Da waren dann wieder 40 Minuten Umsteigezeit zu überbrücken. Aber so lernte man mal den Magdeburger Bahnhof besser kennen. Der in Halle lässt ja schon zu wünschen übrig, aber ist sachsen-anhalt-weit noch der beste: jegliche Angebote in Magdeburg sind noch schlechter, in noch geringerem Umfang erhältlich, teurer oder gar nicht vorhanden. Absolut daneben sind die Toiletten, für deren Benutzung man 1€ bezahlen soll. Diese befinden sich in einem Gebäude, das man über Gleis 6 betritt. Der Insider geht natürlich die 10 Schritte den Bahnsteig von Gleis 6 hinunter und pisst in die Gruppe von Nadelbäumen, die man wohl nicht für diese Zwecke angepflanzt hat, aber ideal dafür nutzbar ist. Richtiggehend asozial ist die Abzocke des Supermarktbetreibers, der Flaschen, die man auf Gleis 6 am Automaten für nur 1€ erhält (0,5l Cola z.B.), für 1,89€ zuzüglich Pfand verkauft. Also so einen betrügerischen Bördebauern wie den habe ich noch nicht gesehen – da war ich schneller wieder pöbelnd aus dem Laden draußen und habe stattdessen eine Flasche am Automaten gezogen, als der sich noch rechtfertigen konnte. Dass die primitivsten Mitfahrer – die schon vorm Weihnachtsmarktbesuch wie besoffen auftretenden Spacken mit Zipfelmütze und Taschendisko (das waren Mittvierziger: mit Taschendisko!) – in Magdeburg ausstiegen (und zwar nicht zum Umsteigen) wunderte mich dann auch nicht mehr...
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Gut, viel gemeckert... Dabei ist ein Besuch bei den Eisbären eigentlich immer ein lohnendes Erlebnis! Nur diesmal war es halt weniger lohnend als sonst, da es nicht nur am außersportlichen Drumherum mangelte, sondern vor allem auch am spielerischen Niveau fehlte und ich die Eisbären auch noch nie so schlecht habe Spielen sehen, wie heute.

Statistik:
Ground Nr. 507 (kein neuer Ground; diese Saison: 56 neue)
Sportveranstaltung Nr. 1.195 (diese Saison: 82)
Tageskilometer: 500 (490 Bahn, 10 Bus)
Saisonkilometer: 13.370 (8.170 Auto/ 2.290 Bahn, Bus, Tram/ 2.110 Fahrrad/ 800 Schiff, Fähre/ 0 Flugzeug)
Anzahl der Fußballspiele seit dem letzten 0-0: 83
Anzahl der Wochen, seit der letzten Woche ohne eine einzige Sportveranstaltung (31.7.-6.8. 2006): 229

W229I: Wie man mit vier Unentschieden aus vier Spielen weiter kommt und als 3.-Kreisklasseteam auch Kreisoberligisten ausschaltet

Hallenkreismeisterschaft Saalekreis, Vorrunde A-Junioren
Samstag 18. Dezember 2010 – Beginn 12.45
Teilnehmer aus Landesliga Staffel 2 (4. Liga der A-Junioren) und Kreisunionsliga (5. und unterste A-Junioren-Liga)
Qualifiziert für Finalrunde: SV Braunsbedra, SV Merseburg 99 (beide Landesliga) und Wettiner SV (Kreisunion) + VfB IMO Merseburg und SSV Landsberg (beide Freilos, da Verbandsliga)
Spielort: Sporthalle Wettin (Kap. 250, davon 200 Sitzplätze)
Zuschauer: ca. 15 (Größte Fangruppe: Wettin mit ca. 9 Fans)
Unterhaltungswert: 5,0/10 (Einige gute und spannende, sonst meist mittelmäßige Spiele: Turnier aber insgesamt gesehen O.K.)

Hallenkreismeisterschaft Saalekreis, Vorrunde Männer (Gruppe 6)
Samstag 18. Dezember 2010 – Beginn 15.00
Teilnehmer aus Kreisoberliga (9. Liga, 4. Amateurliga), Kreisliga Staffel 2 (10. Liga, 5. Amateurliga), 1. Kreisklasse Staffel 1 (11. Liga, 6. Amateurliga), 2. Kreisklasse Staffel 2 (12. Liga, 7. Amateurliga) und 3. Kreisklasse Staffel 2 (13. Liga, 8. Amateurliga)
Qualifiziert für Zwischenrunde: TuRa Beesenstedt II (3. Kreisklasse)
Spielort: Sporthalle Wettin (Kap. 250, davon 200 Sitzplätze)
Zuschauer: ca. 25 (Größte Fangruppe: Beesenstedt mit ca. 10 Fans)
Unterhaltungswert: 3,5/10 (Bis auf Beesenstedt II konnte da keine Mannschaft richtig Fußball spielen – und die völlig verdienten Sieger waren die Klassentiefsten!)

Photos and English version:
Indoor Football Tournament in Wettin: Under-19 and Men’s Preliminaries to District Championship Saalekreis
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Turnier-Statistik A-Junioren:
Toreschnitt: 3,00 Tore pro Spiel (Tore insgesamt: 30)
Torreichstes Spiel: SV Braunsbedra 7:2 BW Farnstädt
Torärmste Spiele: Wettin gegen Braunsbedra, Schochwitz und Farnstädt (jeweils 0:0)
Anzahl Strafen: keine Strafminuten, keine Platzverweise
Bestes Spiel: Wettiner SV A 2:2 Merseburg 99 A (7,0/10 = gut und spannend)
Schlechtestes Spiel: Merseburg 99 A 1:0 TSV Schochwitz (1,0/10 = niveaulos)

Turnier-Statistik Männer (Gr. 6):
Toreschnitt: 2,70 Tore pro Spiel (Tore insgesamt: 27)
Torreichste Spiele: TuRa Beesenstedt II 3:2 SV Sennewitz und SV Sennewitz 5:0 VfL Roßbach
Torärmstes Spiel: SV Dornstedt 0:0 SV Roßbach
Anzahl Strafen: 6 Strafminuten, keine Platzverweise (4 Minuten Dornstedt, 2 Minuten Großkugel)
Bestes Spiel: TuRa Beesenstedt II 3:2 SV Sennewitz (6,0/10 = Ziemlich gut und spannend)
Schlechtestes Spiel: SG Großkugel 3:0 SV Dornstedt (1,0/10 = kein Niveau)

Tabelle A-Junioren:
1. SV Braunsbedra A 13:4 10
2. SV Merseburg 99 A 10:7 7
3. Wettiner SV 1920 A 2:2 4
4. TSV 1990 Schochwitz A 1:4 4
5. Blau-Weiß Farnstädt A 4:13 1

Tabelle Männer (Gr. 6):
1. TuRa Beesenstedt II 9:3 12
2. SG Großkugel 7:3 9
3. 1. SV Sennewitz 10:4 6
4. VfL Roßbach 1921 1:8 1
5. SV Dornstedt 0:9 1
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Ich weiß nicht, was manche Spaste an der beschissenen Jahreszeit „Winter“ so toll finden: verursacht nur Kosten, diese scheiß Kälte. Nicht nur, dass heeme immer die Heizung läuft – Groundhopping ist im Winter deutlich teurer, da man z.B. nicht Geld sparen kann durch Rad fahren. So eine Strecke wie nach Wettin fahren wir auch im Spätherbst noch mit dem Rad – im Winter muss jetzt die Bahn bis Nauendorf zu überhöhten Preisen und mit schlechtem Material genutzt werden. Die Schaffnerin, die auf meine Beschwerde wegen der defekten Türen hin meinte, dass sei doch im Winter normal, bekam von mir mal „freundlich“ was zur Wartung von Zügen erzählt: die Türen bei diesen vergammelten Regionalzügen sind nämlich auch im Sommer, Herbst und Frühjahr oft defekt – im Winter nur noch häufiger. Die letzten 8km kämpften wir bei 8 Grad unter Null per Fahrrad über die teils verschneite Landstraße.

Ziel in der schönen Kleinstadt Wettin war die Sporthalle neben dem Fußballplatz auf der Erhebung unterhalb des Bismarckturms. Die Halle ist ein stinknormaler Neubau der 2000er-Jahre, der mit einer erhöht liegenden dreireihigen Tribüne mit Holzbänken und einer dahinter vorgesehenen Stehreihe mit schön breiten Holztischen zum Aufstützen aufwarten kann. Die Sicht ist völlig OK, Licht nicht besonders, aber alles in allem eine annehmbare Halle – nur ohne jegliche Highlights. Im Übrigen nutzt auch meines Wissens kein Verein die Halle regelmäßig im Spielbetrieb. Nur teilweise wird sie vereinsmäßig vom SV Langenbogen (Handball) genutzt.

Heute fanden dort mal drei Hallenfußballturniere statt. Die F-Jugend schauten wir uns nicht an, aber das Turnier der A-Jugend interessierte uns. Es spielten fünf Teams: Blau-Weiß Farnstädt (auf dem Feld Tabellenführer der Unionsliga Saalekreis/ Burgenlandkreis), Wettiner SV 1920 (4. in der Unionsliga) und TSV Schochwitz (5. von 6 Mannschaften ebendieser Liga) trafen auf die Landesligisten (eine Klasse höher) SV Braunsbedra - unangefochtener Spitzenreiter der Landesliga - und Merseburg 99; als 4. weit abgeschlagen, aber auch mit gutem Vorsprung nach unten (9 Mannschaften sind in der Liga).

Im Anschluss gab es dann das Männerturnier. Klarer Favorit auf den einzigen Quali-Platz war der 1. SV Sennewitz als Tabellenführer der Kreisoberliga. SG Großkugel als 12. von 14 in der Kreisliga in akuter Abstiegsgefahr, auch Roßbach nur 10. von 13. in 1. Kreisklasse, Dornstedt in 2. Kreisklasse 6. von 12 und TuRa Beesenstedt II Tabellenführer der 3. Kreisklasse, also der untersten Spielklasse.
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Im Folgenden wird jedes einzelne Spiel (die Spielzeit betrug in beiden Turnieren 1x10 Minuten, was ich als zu kurz empfinde: 1x15 ist die richtige Zeit für so ein Turnier) knapp beschrieben:

BW Farnstädt A 0:1 TSV Schochwitz A
Spiel 1, Vorrunde A-Junioren, Bewertung: 2,5/10
Nach sieben Minuten fiel der erste Treffer des Turniers: ein Torwartfehler machte es möglich. Es war das befürchtete, wenig sehenswerte Hallen-Gekicke.

SV Braunsbedra A 0:0 Wettiner SV A
Spiel 2, Vorrunde A-Junioren, Bewertung: 5,0/10
Schade, dass hier kein Treffer fiel: beide Mannschaften spielten ganz flott und sehenswert. Langsam kam das Turnier in Fahrt.

BW Farnstädt A 2:5 Merseburg 99 A
Spiel 3, Vorrunde A-Junioren, Bewertung: 7,0/10
Merseburg 99 führte mit guten und sehenswerten Spielzügen die schwachen Farnstädter vor: von der 3. bis 5. fielen drei Tore. In der 7. legten sie zum 0:4 nach. Nach einem Glückstreffer der Farnstädter setzten die Merseburger noch einen drauf. Die einzige gute Aktion der Farnstädter führte zum 2:5 Endstand.

TSV Schochwitz A 0:3 SV Braunsbedra A
Spiel 4, Vorrunde A-Junioren, Bewertung: 5,0/10
Von Schochwitz kam nichts und der SVB kombinierte ab und an richtig gut. Das führte zu drei Treffern und einem völlig verdienten Sieg.

Wettiner SV A 2:2 Merseburg 99 A
Spiel 5, Vorrunde A-Junioren, Bewertung: 7,0/10
Wettin ging per Doppelpack (3. und 4. Minute) überraschend in Führung. Erst um Ende der Partie konnte Merseburg seine Leistung abrufen. Dass sie sich noch darüber beschwerten, dass sie nicht das 3:2 erzielen konnten, finde ich unangemessen – das Ergebnis war absolut gerecht; dass sollte man so auch als beteiligter Spieler mit 16 oder 17 Jahren schon einschätzen können.

SV Braunsbedra A 7:2 BW Farnstädt A
Spiel 6, Vorrunde A-Junioren, Bewertung: 6,5/10
Eine beeindruckende Demontage der Farnstädter: Braunsbedra war absolut überlegen und glänzte auch immer wieder mit starken Kombinationen und Spielzügen sowie Treffern. Torfolge (Minute): 1-0 (2), 2-0 (3), 3-0 (4), 3-1 (5), 3-2 (7), 4-2 (7), 5-2 (7), 6-2 (8), 7-2 (9)

TSV Schochwitz A 0:0 Wettiner SV A
Spiel 7, Vorrunde A-Junioren, Bewertung: 6,0/10
Für ein 0:0 gut, da spannendes hin und her. Allerdings hatte Schochwitz erst ab der 7. Minute ihre Torchancen. Wettin hätte einen Sieg wirklich verdient gehabt.

Merseburg 99 A 2:3 SV Braunsbedra A
Spiel 8, Vorrunde A-Junioren, Bewertung: 5,5/10
In einem spannenden und engen Spiel, in dem Merseburg 99 mit seinen vielen Torchancen sehr schlampig umging, siegte der technisch und torschussmäßig bessere SVB durch zwei Treffer in der Schlussminute. Wäre das Spiel 3:2 (oder 4:3 oder so) an 99 gegangen, hätte der SVB sich nicht beschweren brauchen.

Wettiner SV A 0:0 BW Farnstädt A
Spiel 9, Vorrunde A-Junioren, Bewertung: 3,0/10
Schade, dass Wettin schon wieder nur 0:0 spielte – dieses Ergebnis lässt immer schwache Leistungen vermuten, doch wird der sehenswerten Spielweise der Wettiner nicht gerecht. Auf dem Großfeld oder bei einer angemesseneren Spielzeit spielen die bestimmt nicht 0:0. Außerdem hatte Farnstädt wirklich Glück, hier ihren einzigen Punkt geholt zu haben.

Merseburg 99 A 1:0 TSV Schochwitz A
Spiel 10, Vorrunde A-Junioren, Bewertung: 1,0/10
Das Schlechteste zum Schluss. Es gab nur zwei Highlights: ein billiger Treffer der schwachen Merseburger gegen die noch viel schwächeren Schochwitzer und eine sehr gerechte Schiedsrichterentscheidung. Diese bezog sich darauf, den Ausgleich der Schochwitzer abzuerkennen, da sie sich insofern sehr unfair benommen haben, als dass sie den wegen der Verletzung ihres Torwarts (er ging in die Knie, nachdem er nach einer Abwehr mit dem Kopf auf dem Boden aufgekommen war) innehaltenden 99ern den Ball abnahmen und ihn ins Tor donnerten. Wie man sich da noch ernsthaft beschweren kann, ist mir schleierhaft. Wenn man einfach zu schlecht ist, ein reguläres Tor zu erzielen, hält man bei einem irregulären oder unfairen Treffer lieber die Fresse. Das gilt auch für den komischen hessischen Betreuer der Beesenstedter Männermannschaft, die – kaum angereist – sich schon ins Juniorenturnier reinhängte und dumme Kommentare abgab.

Somit also Braunsbedra, Merseburg 99 und Wettin für die Finalrunde qualifiziert. Diese drei Mannschaften waren auch klar besser als die beiden ausgeschiedenen. Ein sehr gerechtes Ende, wobei der Schiedsrichter durch seine gewagte aber korrekte Entscheidung das Weiterkommen der schwachen Schochwitzer verhinderte. Mit einem 1:1 wären die nämlich im Finale gewesen!
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Nun zum Männerturnier, dass wir unter den verhältnismäßig zahlreichen Anhängern der Beesenstedter Außenseitern stehend, verfolgten. Dass man als Mannschaft aus der 3. Kreisklasse auch gegen Teams aus Kreisliga und Kreisoberliga eine Chance hat, zeigten die Jungs von TuRa II wirklich eindrucksvoll.

TuRa Beesenstedt II 3:2 SV Sennewitz
Spiel 1, Vorrunde Männer Gr. 6, Bewertung: 6,0/10
Der klassentiefste schlug den klassenhöchsten (3. Kreisklasse gegen Kreisoberliga) verdient mit 3:2 – ein echtes Highlight da eine echte Überraschung und spielerisch ansehnliches Duell schon zu Beginn den Turniers.

SV Dornstedt 0:0 VfL Roßbach
Spiel 2, Vorrunde Männer Gr. 6, Bewertung: 2,5/10
Schwaches Gekicke der beiden schwächsten Teams im Turnier. Dornstedt wurde um den gr nicht so unverdienten Sieg betrogen, da der Schiri das 1:0 - aus einer Vorteilssituation heraus gefallen - aberkannte.

TuRa Beesenstedt II 2:1 SG Großkugel
Spiel 3, Vorrunde Männer Gr. 6, Bewertung: 5,5/10
Nach 0:1 Rückstand gewinnt TuRa noch mit 2:1 durch einen Treffer in der Schlussminute. Wieder eine Überraschung: auf der Tribüne wurde schon gerätselt, ob dass daran liegen täte, dass die Beesenstedter die größte Fangruppe dabei hatten (die waren aber zu leise, um Einfluss zu nehmen) oder am Mixery-Trinken vorm Spiel.

SV Sennewitz 3:0 SV Dornstedt
Spiel 4, Vorrunde Männer Gr. 6, Bewertung: 2,5/10
Dornstedt leider völlig überfordert. Sennewitz spielte langweilig aber völlig verdient einen 3:0-Sieg heraus.

VfL Roßbach 1:2 SG Großkugel
Spiel 5, Vorrunde Männer Gr. 6, Bewertung: 3,0/10
Roßbach traf nach ein paar Sekunden zum 1:0. Es sollte ihr einziger Treffer im Turnier bleiben. Großkugel drehte die Partie aber verdientermaßen noch zum 1:2.

SV Dornstedt 0:3 TuRa Beesenstedt II
Spiel 6, Vorrunde Männer Gr. 6, Bewertung: 4,0/10
Enttäuschend, wie Dornstedt auftrat. Nach ein paar Sekunden das 0:1, in den letzten Minuten noch zwei weitere Treffer. Dieser Beesenstedter Sieg wunderte jetzt aber keinen mehr...

SV Sennewitz 5:0 VfL Roßbach
Spiel 7, Vorrunde Männer Gr. 6, Bewertung: 4,0/10
Sennewitz zog Roßbach locker ab. Nach 1, 3, 5, 6 und 8 Minuten schlug es im Kasten der schwachen Roßbacher ein.

SV Großkugel 3:0 SV Dornstedt
Spiel 8, Vorrunde Männer Gr. 6, Bewertung: 1,0/10
Das schlechteste Spiel des Turniers. Großkugel gewann noch zu hoch: so gut waren die gar nicht aufgetreten, sondern bolzten genauso unmotiviert oder unbedarft den Ball umher, wie die Dornstedter auch. Das 1:0 hatte wieder der einzige der drei Schiris, der das Prädikart "schwach" verdient, mit zuverantworten. Die beiden sinnlosen Zeitstrafen im weiteren Spielverlauf wunderten einige; aber die kannten den Selbstdarsteller von Schiri, der bei zwei Spielen dieses Turniers negativ auffiel, wohl noch nicht. Seinen beiden Kollegen kann man nur Lob aussprechen.

VfL Roßbach 0:1 TuRa Beesenstedt II
Spiel 9, Vorrunde Männer Gr. 6, Bewertung: 3,0/10
Beesenstedts schwächster Auftritt, doch für Roßbach immer noch gut genug. Eine halbe Minute vor Schluss erst fiel der goldene Treffer. Doch Beesenstedt war ohnehin schon bei 0:0 weiter. Dass der klassentiefste hier mit vier Siegen aus vier Spielen das Turnier gewann, muss man sich mal überlegen!

SG Großkugel 1:0 SV Sennewitz
Spiel 9, Vorrunde Männer Gr. 6, Bewertung: 2,0/10
Noch eine schwache Partie, entschieden durch einen späten Torerfolg. Für Sennewitz als haushohen Favoriten lief dieses Turnier absolut beschissen. Sie spielten wie ihre zweite Mannschaft, die sie laut KFV-Ansetzung aber nicht hätten sein dürfen.
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Schlusswort. Der eine Schiri, einer der beiden guten und korrekten, meinte in der Pause zwischen den beiden Turnieren mit Blick auf den maximal 8cm hoch verschneiten Feldfußballplatz neben der Halle: „also früher hätte man heute da gespielt.“ Als ich zweieinhalb Stunden zuvor nach der Ankunft an der Halle aus Neugier ebendiesen Platz, auf dem ich einige Monate zuvor ein herrliches Kreispokalspiel gesehen hatte, begutachtete, dachte ich genau das gleiche. Doch das ewige Gesülze von angeblicher Verletzungsgefahr – der Schnee ist weich und wenn man sich ordentlich aufwärmt, zerrt man sich auch nicht – und Unzumutbarkeit der Spieldurchführung bei ein paar Zentimetern Schnee, dass erst in den letzten fünf Jahren solche Blüten treibt, dass man peinlicherweise schon im November Spielausfälle en masse hat, verhindert das. Wenn ich mir die Richtlinien des KFV zu Spielen unter härteren Witterungsbedingungen durchlese, fasse ich mir an den Kopf. Bei Spielern, die sich wegen 0 Grad und ein paar Schneeflocken schon auf die Winterpause freuen, um dann da im Warmen zu kicken, könnte ich ausrasten. Die Hallensaison hat mich zu meiner aktiven Jugendfußballzeit schon nie interessiert – jetzt hat sich das nicht geändert. Das Männerturnier heute hat mich wieder nur in meiner Sicht, dass solche Hallenturniere absolut kein Ersatz für Feldfußballspiele sind, bestärkt. Bis auf TuRa Beesenstedt II, denen ich meinen Respekt aussprechen muss, konnte da keine Mannschaft ordentlich Fußball spielen. Und dabei war TuRa die klassenniedrigste Truppe! Die Spieler von Sennewitz & Co. gehören raus aufs Feld – für Hallenfußball braucht man Futsal-Spieler, die sich aufs technisch weit anspruchsvollere, weil räumlich viel engere Spiel in der Halle spezialisieren!

Statistik:
Ground Nr. 507 (ein neuer Ground; diese Saison: 56 neue)
Sportveranstaltungen Nr. 1.193 und 1.194 (diese Saison: 81)
Tageskilometer: 90 (70 Bahn, 20 Fahrrad)
Saisonkilometer: 12.870 (8.170 Auto/ 2.110 Fahrrad/ 1.790 Bahn, Bus, Tram/ 800 Schiff, Fähre/ 0 Flugzeug)
Anzahl der Fußballspiele seit dem letzten 0-0: 83
Anzahl der Wochen, seit der letzten Woche ohne eine einzige Sportveranstaltung (31.7.-6.8. 2006): 229

Montag, 13. Dezember 2010

W228III: Handball in zwei fast identischen Leipziger Hallen

Motor Gohlis Nord 17:27 HV Glesien 1929 II
Sonntag 12. Dezember 2010 – Anwurf 11.45
Liga: 1. Bezirksklasse Leipzig, Staffel 2 (8. Liga, 5. Amateurliga)
Ergebnis: 17:27 nach 60 Min. – Halbzeit: 9:12
Torfolge: 0:2, 2:2, 2:4, 4:4, 4:5, 5:5, 5:6, 6:6, 6:10, 7:10, 7:11, 8:11, 8:12, 9:12; 9:13, 11:13, 11:15, 12:15, 12:16, 13:16, 13:19, 14:19, 14:25, 16:25, 16:26, 17:26, 17:27
Gelbe Karten: MoGoNo 2, Glesien 2
Zeitstrafen: MoGoNo 2 Minuten, Glesien 8 Minuten
Platzverweise: Nr. 13 Glesien (36:45 – grobes Foul)
Sportanlage: Sporthalle 68. Schule Leipzig-Möckern (Kap. 75 Sitzplätze)
Zuschauer: ca. 20 (davon ca. 3 Gästefans)
Unterhaltungswert: 2,0/10 (MoGoNo in allen Bereichen eine Katastrophe, Glesien sehr langsam und ansonsten allenfalls Mittelmaß: seit Langem das schlechteste Handballspiel das ich gesehen habe)

Leipziger SV Südwest FR II 19:9 HSV Mölkau – Die Haie FR II
Sonntag 12. Dezember 2010 – Anwurf 14.40
Liga: 1. Bezirksklasse Leipzig, Staffel 2/ Frauen (8. Liga der Frauen)
Ergebnis: 19:9 nach 60 Min. – Halbzeit: 11:3
Torfolge: 3:0, 3:1, 4:1, 7:1, 7:2, 8:2, 8:3, 9:3, 11:3, 11:4, 15:4, 15:7, 16:7, 17:7, 17:8, 18:8, 18:9, 19:9
Gelbe Karten: LSV SW 3, Mölkau 1
Zeitstrafen: LSV SW 2 Minuten, Mölkau 0 Minuten
Platzverweise: keine
Sportanlage: Sporthalle 51. Mittelschule Leipzig-Lößnig (Kap. 75 Sitzplätze)
Zuschauer: ca. 30 (davon ca. 2 Gästefans)
Unterhaltungswert: 4,5/10 (Für ein so torarmes Spiel einer unteren Frauenliga war das richtig gut)

Leipziger SV Südwest 33:32 TSG 1861 Taucha
Sonntag 12. Dezember 2010 – Anwurf 16.10
Liga: 1. Bezirksklasse Leipzig, Staffel 2 (8. Liga, 5. Amateurliga)
Ergebnis: 33:32 nach 60 Min. – Halbzeit: 10:15
Torfolge: 1:0, 1:1, 1:2, 2:2, 2:4, 3:4, 3:5, 5:5, 5:9, 6:9, 6:12, 7:12, 7:14, 8:14, 8:15, 10:15, 10:16, 11:16, 11:18, 12:18, 12:19, 15:19, 15:20, 16:20, 16:21, 17:21, 17:22, 18:22, 18:23, 19:23, 19:24, 19:25, 20:25, 20:26, 25:26, 25:27, 26:27, 26:28, 29:28, 29:29, 30:29, 30:30, 31:30, 31:31, 32:31, 32:32, 33:32
Gelbe Karten: LSV SW 3, Taucha 3
Zeitstrafen: LSV SW 10 Minuten, Taucha 10 Minuten
Platzverweise: Nr. 10 LSV SW (38:49 – Meckern und andere Regelverstöße)
Sportanlage: Sporthalle 51. Mittelschule Leipzig-Lößnig (Kap. 75 Sitzplätze)
Zuschauer: ca. 50 (davon ca. 6 Gästefans)
Unterhaltungswert: 7,5/10 (Gutklassig, starke Torszenen, spannend!)

Photos and English version:
Handball in Leipzig: Motor Gohlis Nord – Glesien II + Südwest (women II) – HSV Mölkau (women II) + Südwest – Taucha

Mittlerweile reißt es irgendwie ein, dass wir sonntags immer zum Handball nach Leipzig fahren. Diesmal standen zwei Spiele in der Bezirksklasse, der fünften Amateurliga (bzw. der 4. Liga auf Landesebene) an. Unangefochtener Spitzenreiter der zweiten der beiden Staffeln ist die Reserve von Germania Zwenkau; hinter Böhlen und Regis-Breitingen reihen sich dann die Kontrahenten des heutigen Tages ein: 4. MoGoNo, 5. Taucha, 6. Glesien II und 7. LSV Südwest. 8. und damit auch schon Tabellenletzter, ist die Reserve der HSG Rückmarsdorf.

Kaum aus der S-Bahn Halle – Leipzig an der Station Slevoigtstraße ausgestiegen, waren wir auch schon an der Halle der 68. Schule Leipzig Möckern. Diese gehört zu jenen DDR-Hallen, die eine verkleidete Klinkerfassade – die Steinstrukturen sieht man dann in der Halle genau – haben und stufenförmig gebaut sind: der eigentliche Hallenteil ist rechteckig und etwa hoch wie breit, während der gleichlange Vorbau, in dem sich Umkleiden, Klos, Geräteräume usw. befinden, höchstens halb so breit und hoch ist. Die Dächer sind flach und in der Deckenverkleidung sind runde Leuchten angebracht. Durch die beiden Fensterreihen auf den oberen Längsseiten fällt viel Licht. Die Zuschauer sitzen auf Holzbänken am Spielfeldrand.

Zuschauer waren wenige da, Stimmung gab es auch nicht und von einem guten Spiel konnte auch nicht geredet werden. MoGoNo blamierte sich mit dutzenden Fehlpässen und ungenauen Zuspielen, schlechten Würfen und nicht vorhandener Abwehrarbeit gegen technisch mittelmäßige aber nur sehr langsame Glesiener. Das Spielniveau war grauenhaft und der Bezirksklasse nicht würdig. Glesien gewann letztendlich verdient mit 17:27.
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In weiser Voraussicht, dass es in Lößnig nichts zu Essen geben würde, fuhren wir über Leipzig Hbf und nahmen uns Brötchen in die Halle mit. Diese Halle steht im Schatten gewaltiger Plattenbauten – 12 Stockwerke hoch, teils mehrere hundert Meter lang und damit deutlich anders als der nahegelegen Rundling, der ein ganz besonderes Stück der 1930er Jahre-Bauweise darstellt und ebenfalls viele Leute auf engem Raum unterbringt – und ist ein ebensolcher Klinkerbau, wie die oben beschriebene Halle in Möckern. Als einzige Unterschiede waren hier die Außengestaltung mit Graffiti und die längliche (und nicht runde) Deckenbeleuchtung auszumachen. Beides waren allerdings nachträgliche Anbringungen.

Wir kamen gerade zu Beginn des Spiels der Zweiten Frauen des Leipziger SV Südwest die gegen die Zweiten Haie von Mölkau spielten. Das Spiel hatten wir eigentlich gar nicht eingeplant, aber wir kamen problemlos und erstaunlich schnell von Sporthalle zu Sporthalle, was in Halle/ Saale am Tag zuvor nicht der Fall war. So sahen wir ein ganz ordentliches Spiel, in dem die auf dem 10. und somit vorletzten Tabellenplatz rangierenden Mölkauerinnen ziemlich überfordert waren gegen die gerade einmal zwei Plätze vor ihnen platzierten Südwestlerinnen. Mölkau war allerdings gar nicht so schlecht, wie die Deutlichkeit des Ergebnis vermuten lässt – doch die geringe Trefferzahl deutet schon an, wo die Schwäche liegt: die Würfe sind unplatziert und zudem landete gerade bei Mölkau eine auffällig hohe Zahl an Trefferversuchen an Pfosten oder Latte. Neunzehn zu neun, 28 Tore: so ziemlich das torärmste Handballspiel, was ich gesehen habe – aber nicht das schwächste!

Bei dem gleich darauf angepfiffenen Spiel der Männer kam auch mal etwas Stimmung durch die Zurufe und Anfeuerungen der Tauchaer Fans und Vereinsangehörige des LSV SW auf. Dieses dritte Spiel an diesem Sonntag war auch mit Abstand das beste Duell. Dass MoGoNo und Glesien auf der einen, und LSV und Taucha auf der anderen Seite in einer Liga spielen und in deren Tabelle auch noch so dicht beieinander stehen, wirkt richtig unwirklich, wenn man beide Spiele gesehen hat. Da lagen drei Klassen dazwischen, so viel besser waren die beiden ausgeglichenen Mannschaften von Südwest und Taucha. Südwest wie Taucha waren technisch gut, im Angriffsspiel stark und im Läuferischen schnell. Hier fielen auch richtig schöne Tore. Bis zur 45. waren die Gäste dauernd in Führung, doch dann drehte der Gastgeber noch einmal richtig auf. In einem zunehmend härteren, aber nie unfairen Spiel, schaffte es LSV Südwest einen teilweise 7 Tore betragenden Rückstand in einen ganz knappen Sieg zu verwandeln. In den letzten 10 Minuten fielen besonders viele Treffer, da das Tempo da noch mal stark angezogen wurde: allein in den letzten 90 Sekunden waren das 32:31 für LSV, der Ausgleich zum 32:32 per Siebenmeter und der Siegtreffer zum 33:32 für LSV Südwest zu sehen.

Zu allen Spielen war der Eintritt frei und so wirklich gelohnt hat sich nur das letzte der drei Spiele, doch beide Hallen sind aufgrund der Klinkerbauweise einen Besuch wert. Um die Größenordnung der Halle der 51. Mittelschule im Vergleich zu den umstehenden Plattenbauten zu haben, kann man sich
dieses Luftbild auf Wikipedia einmal angucken: in der oberen Bildmitte ist der Rundling und unten mittig zwischen dem vierfarbigen Block und dem hohen weißen Bau ist die Halle (graues Dach und etwas heller wirkendes Vordach) zu sehen. Übrigens verlief auch der Rückweg über Halle nach Merseburg problemlos und pünktlich.
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Statistik:
Grounds Nr. 505 und 506 (zwei neue Grounds; diese Saison: 55 neue)
Sportveranstaltungen Nr. 1.190-1.192 (diese Saison: 79)
Tageskilometer: 110 (90 Bahn, 20 Straßenbahn)
Saisonkilometer: 12.780 (8.170 Auto/ 2.090 Fahrrad/ 1.720 Bahn, Bus, Tram/ 800 Schiff, Fähre/ 0 Flugzeug)
Anzahl der Fußballspiele seit dem letzten 0-0: 83
Anzahl der Wochen, seit der letzten Woche ohne eine einzige Sportveranstaltung (31.7.-6.8. 2006): 228