Montag, 22. September 2014

W425IV: Trabanten und Traktoren in Loitzschütz

Trabirallye zum Loitzschützer Dreschfest
- Datum: Sonntag, 21. September 2014 – Beginn: 11.00 bzw. 15.00
- Wettbewerb: 22. Autorallye für Trabanten (Typen 500 und 601) zum Loitzschützer Dreschfest 2014
- Ergebnisse D-Finale: 1. Löwe (qualifiziert für C-Finale), 2. Merforth, 3. Nr. 46, 2 Teilnehmer ausgeschieden
- Ergebnisse C-Finale: 1. Salzmann (q. f. B.), 2. Schuft, 3. Graul, 4. Arsand, 5. U. Fröhlich, 6. Vogel, 7. Ulbricht, 8. F. Fröhlich, 9. Nr. 32, 3 T. ausg.
- Ergebnisse B-Finale (Neustart): 1. M. Förster (q. f. A.), 2. Radke, 3. Krämer, 4. Ditscher, 5. Mayr, 6. Battige, 7. S. Förster, 8. Dylla, 2 T. ausg.
- Ergebnisse A-Finale: 1. Schmidt (Pokalgewinner), 2. Schönemann, 3. D. Gentsch, 4. Golz, 5. Nr. 25, 6. Beer, 7. NN, 8. NN, 5 T. ausg.
- Austragungsort: Stoppelfeld am Ostrand von Loitzschütz (Kap. ca. 1.000 Stehplätze)
- Zuschauer: knapp 1.000
- Unterhaltungswert: 7,0/10 (Ziemlich chaotische Art von Rennsport mit interessanten Wracks, ähm: Fahrzeugen: sehr unterhaltsam!)

SV Braunsbedra E .............................................................. 7
TSV Leuna 1919 E .............................................................. 3
- Datum: Sonntag, 21. September 2014 – Anstoß: 9.00
- Wettbewerb: E-Junioren Kreisklasse Saalekreis, Staffel 1 (U11-Liga)
- Ergebnis: 7-3 nach 50 Min. (25/25) – Halbzeit: 2-1
- Freundschafts-Neunmeterschießen: 6-2 für Braunsbedra nach je 12 Schützen
- Tore: 0-1 4. Justin, 1-1 11. Nr. 4, 2-1 23. Nr. 6, 3-1 29. Nr. 4, 4-1 36. Nr. 11, 5-1 40. Nr. 11, 5-2 42. Luca, 5-3 48. Justin, 6-3 49. Nr. 2, 7-3 50. Nr. 4
- Verwarnungen: keine
- Platzverweise: keine
- Spielort: Stadion des Friedens, Platz 2 (Kap. 650 Stehplätze)
- Zuschauer: ca. 50 (davon ca. 15 Leunaer)
- Unterhaltungswert: 5,0/10 (Durchwachsenes Spiel mit vielen guten aber auch schwachen Phasen)  
Photos with English Commentary:
a) Under-Aged Football: SV Braunsbedra U11 v TSV Leuna 1919 U11
b) REGIONAL RALLYE COMPETITION IN LEUTZSCHÜTZ: TRABANT OFF-ROAD RACE
c) Burgenland District: Loitschütz and Surrounding Villages

Bevor wir eine eher kuriose Sportveranstaltung im Burgenland besuchten, statteten wir wieder Leunas E-Jugend einen Besuch ab. Die traten in Braunsbedra an. Im Nachhinein gesehen, hätten wir doch zur F-Jugend nach Günthersdorf fahren sollen: mit einem 14:5-Sieg konnten die E-Junioren gegen diesen starken Gegner leider nicht aufwarten und in Günthersdorf hätten wir uns auch nicht das Gelaber gewisser Leute anhören müssen, die wohl der Meinung sind, dass in Leuna außer ihnen keiner Ahnung vom Fußball hat und niemand außer ihnen (und natürlich schon gar nicht der aktuelle Trainer) zum Trainieren der Jugendmannschaften fähig ist...

Entgegen aller Befürchtungen gelang Leuna aber ein starker Beginn mit dem Eröffnen des Torreigens. Erst kurz vor der Pause ging Braunsbedra, die mit ihren Chancen ungeschickt umgingen, die erste Führung. Als das Spiel ein Debakel zu werden drohte, traf Leuna zwei Mal beim Stand von 5:1 aus dem Nichts und sehr geschickt zur Ergebnisverbesserung. Ein Doppelschlag der Gastgeber ließ dieses durchwachsene Spiel, in dem der SVB hinter den Erwartungen zurückblieb aber Leuna eine erfreulich gute Leistung zeigte, 7:3 ausgehen.  
Eher gemächlich ging es Richtung Burgenlandkreis. Noch ein kleiner Abstecher zum historischen Wasserturm Droßdorf, dann ging es ins beschauliche, aber heute richtig überlaufene Loitzschütz. Das kleine Dorf feiert einmal im Jahr ein Dreschfest, dessen Höhepunkt eine Off-Road-Rallye mit Trabanten ist. Als ich die rollenden Wracks sah, fühlte ich mich an Mauretanien erinnert, aber der Zustand der Fahrzeuge hatte eher mit dem Reglement, das eher einer Stockcar-Challenge ähnelt, zu tun.

Auf einem abgeernteten Maisfeld wurde ein 600m langer Rundkurs mit einigen Kurven und einer breiten, langen Gerade abgesteckt. Drumherum können sich mehr als 1.000 Zuschauer, so etwa 900 kamen auch, stellen. Teilweise steht man sehr nah am Geschehen und die ganze Organisation wirkte auch nicht sonderlich professionell: aber nur 2€ Eintritt und dann die Durchsage der Rennergebnisse – das ist doch schon OK!

Jedenfalls wurden dann vier Rennen ausgetragen, bei denen Fahrer und Fahrzeug gut beansprucht wurden. Das dritte Rennen musste neugestartet werden und so mancher Ausfall war vor allem im bedeutsamen A-Finale, dem vierten und letzten Rennen des Tages, zu verzeichnen – aber insgesamt waren die Amateurrennfahrer doch erstaunlich gut darin, den matschigen, rutschigen und schwer befahrbaren Kurs zu meistern. Ein Rennfahrer Schmidt aus Pausa in Sachsen gewann dann das Finale souverän mit einer Runde Vorsprung.

Die Rallye war natürlich recht chaotisch und der Umgang mit den Fahrzeugen wurde im Internet ja auch von diversen Klugscheißern kritisiert und zum relativ preisgünstigen Essen muss man auch nur den Spruch des einen Rennsportfans zu seinem Kumpel zitieren „boah Alter, der Mutzbraten is ja so harte wie du gestern“ – aber Spaß gemacht hat es natürlich trotzdem! Das Dreschfest von Loitzschütz, immer im September, kann ich also empfehlen!  
Statistik:
- Grounds: 1.188 (heute kein neuer; diese Saison: 34 neue)
- Sportveranstaltungen: 2.166 (heute 2; diese Saison: 54)
- Tageskilometer: 140 (140km Auto)
- Saisonkilometer: 13.940 (9.610 Auto/ 3.600 Flugzeug/ 630 Fahrrad/ 80 öffentliche Verkehrsmittel/ 20 Schiff, Fähre) - Anzahl der Fußballspiele seit dem letzten 0-0: 142 [letzte Serie: 10, Rekordserie: 178]
- Anzahl der Wochen, seit der letzten Woche ohne eine einzige Sportveranstaltung (31.7.-6.8. 2006): 424

W425III: Immer Ärger bei einer Tour nach Königstein...

Eisenbahner Sportverein Dresden ................................ 33
Handballsportgemeinschaft Freiberg II ...................... 32
- Datum: Samstag, 20. September 2014 – Anstoß: 19.00
- Wettbewerb: Verbandsliga Sachsen Ost (6. Spielklasse, 3. Amateurliga)
- Ergebnis: 33-32 nach 60 Min. (30/30) – Halbzeit: 19-18
- Tore: k.A.
- Siebemeterquote: ESV 50% (4 von 8); HSG 100% (4 von 4)
- Gelbe Karten: Nr. 6, 8 (ESV); Nr. 4, 9, 41 (HSG)
- Zeitstrafen: Nr. 15 RK, Nr. 5, 11, 15 (ESV = 8 Minuten); 2x Nr. 41, Nr. 31 RK, Nr. 2, 7, 9 (HSG = 12 Minuten)
- Platzverweise: Nr. 15 von ESV (angeblich grobes Foul); Nr. 31 von HSG (angeblich grobes Foul)
- Spielort: Lok-Sporthalle Dresden (Kap. 500, davon 200 Sitzplätze)
- Zuschauer: ca. 60 (davon ca. 5 Gästefans)
- Unterhaltungswert: 7,5/10 (Sehr schnelles und spannendes Spiel auf gutem Niveau)

Sportverein Königstein ..................................................... 3
SV Aufbau Pirna-Copitz .................................................. 1
- Datum: Samstag, 20. September 2014 – Anstoß: 15.00
- Wettbewerb: 2. Kreisklasse Sächsische Schweiz (11. und unterste Spielklasse, 5. Amateurliga)
- Ergebnis: 3-1 nach 93 Min. (45/48) – Halbzeit: 1-1
- Tore: 1-0 7. Sten Brüchner, 1-1 12. Sebastian Freigang, 2-1 46. Andy Hartig, 3-1 73. Sten Brüchner
- Verwarnungen: Marcel Pellmann (Königstein); Andrej Bart? (Pirna)
- Platzverweise: keine
- Spielort: Sportplatz Pfaffendorf (Kap. 500 Stehplätze)
- Zuschauer: ca. 40 (davon ca. 4 Gästefans)
- Unterhaltungswert: 7,0/10 (Das, was wir vom Spiel noch sahen (ab 50. Min.), war wirklich gut)

FSV Zwickau B .................................................................. 2
FC Grimma B .................................................................... 0
- Datum: Samstag, 20. September 2014 – Anstoß: 11.30
- Wettbewerb: Landesliga Sachsen B-Junioren (3. Spielklasse der U17)
- Ergebnis: 2-0 nach 80 Min. (40/40) – Halbzeit: 1-0
- Tore: 1-0 15. Julian Rudolph, 2-0 51. Moritz Ullmann
- Verwarnungen: Tobias Klinkenberg (Grimma)
- Platzverweise: keine
- Spielort: Westsachsenstadion (Kap. 2.500 Stehplätze)
- Zuschauer: ca. 60 (davon ca. 10 Gästefans)
- Unterhaltungswert: 6,5/10 (Besonders in erster Halbzeit schnelles und gutes Spiel)  
Photos with English Commentary:
a) Youth Football (Under-17): FSV Zwickau defeat FC Grimma at Westsachsen Stadium
b) AMATEUR FOOTBALL: SV KÖNIGSTEIN DEF. SV AUFBAU PIRNA-COPITZ
c) Handball in Dresden: ESV Dresden v HSG Freiberg Reserves at LOK-SPORTHALLE
d) Sightseeing: Königstein Fortress and Dresden Region 

Heute ging es mal ganz kulturlos von Spiel zu Spiel, da uns Zwickau, Dresden und auch die Umgebung mit Moritzburg, Zwickau, Pillnitz etc. sehr gut bekannt sind.

In Zwickau betraten wir seit Jahren zum ersten Mal wieder das Westsachsenstadion. Zum ersten Mal überhaupt betraten wir es durch das Tor unterhalb des Uhrturms. Zum Glück steht dieses Monument noch, doch die steilen Ränge sind nun steile Hänge. Schön begrünt, aber eben keine Stufen mehr. Die oberen Stehränge auf der Halde sind nach wie vor völlig zugewachsen. Einsam erhebt sich ein Pressekameraturm aus dem Dickicht. Die Anzeigetafel wird sicher nicht mehr genutzt, aber das Flutlich sieht ganz gut aus. In Ordnung ist auch der Kunstrasen, doch die Verbundpflastereinfassung ist wie üblich Scheiße. Mittlerweile gibt es aber wieder eine Radrennbahn um den Platz herum. Man steht nun entweder auf der rundherum führenden Zuwegung zur Tribüne und hat dann teilweise Sichtbeeinträchtigung durchs Fangnetz oder man ist ebenirdisch aber direkt dran hinter der Bande.

Das Westsachsenstadion wird nur noch von Jugendmannschaften des FSV genutzt und heute gab es eine schnelle und gute, in der zweiten Halbzeit aber leider abebbende B-Jugend-Paarung gegen den FC Grimma zu sehen. Zwickau ging nach mehreren Problemen in deren Abwehr mit 1:0 in Führung. Kurz darauf brach sich der Torschütze leider bei einem Sturz die linke Hand. Grimma war dann auch in der weiteren Zeit bis zur Pause die bessere und aktivere Mannschaft, doch Zwickau hielt den Vorsprung. Nach der Pause rissen sie das ganze Spiel auch noch etwas an sich und erzielten das entscheidende 2:0.  
Auf dem Weg zum Hauptziel des heutigen Tages, dann die bei Königstein zu erwartende Panne: beim ersten Versuch diesen Ground zu kreuzen (2011) trat die Gastmannschaft nicht an. 2012 war das Wetter sehr regnerisch und der Platz angeblich unbespielbar. Und jetzt bekamen wir die Quittung dafür, dass wir uns nicht über alle Besonderheiten eines Dieselfahrzeug informiert hatten: eine Schwachstelle gegenüber einem Benziner ist, dass ein Dieselfahrzeug dazu neigt, bei einem zu 90% oder mehr entleerten Tank Luft zu ziehe. Und ist einmal Luft im Kreislauf bzw. der Kraftstoffpumpe, muss man zur Verteilung der Blasen volltanken oder eben warten bis einem der ADAC den Motor entlüftet, wenn man es nicht mehr zur Tankstelle geschafft hat und nach dem Einfüllen des Reservekanisters den Motor nicht mehr ankriegt. Probleme beim Anlassen sind wegen des Zündpunktes ohnehin ebenfalls zuungunsten des Diesels kritischer.

Wir kamen also erst zur 50. Minute auf dem Sportplatz in Königstein bzw. Pfaffendorf an, wo uns ein freundlicher älterer Fan informierte, dass es bereits 2:1 für die Heimelf stand. Die Gäste aus Pirna-Copitz erzielten kurz darauf ein Abseitstor, ehe auch Königstein nach einem Freistoß der gegen den Pfosten ging, aus Abseitsposition traf. Der sichere Schiri sah trotz Basecap alles! Erst nach 73 Minuten traf ein Königsteiner mit einem Schuss ins Eck zum entscheidenden und letzten Tor der Partie. Bei diesem 3:1 zeigten beide Mannschaften eine prima Leistung, denn der in einmaliger Landschaft gelegene, unebene und unregelmäßig mit Gras und Kraut bewachsene Sandplatz – sowas habe ich das letzte Mal in der marokkanischen Provinz gesehen – war wie üblich (und aufgrund von Pfützen noch mehr als sonst) schwer bespielbar!

Dieser Platz war allerdings auch der Grund für unser Kommen, denn die landschaftliche Lage zwischen den Felsformationen und mit Blick zur Festung Königstein, halb zugewuchert auf einer Bergkuppe oberhalb des Dorfes, die man am direktesten über einen extrem steilen Pflasterweg erreicht, ist einmalig!  
Auch eine tolle Sportanlage ist die Sporthalle des ESV Dresden. Intelligenterweise rissen die Vereinsmitglieder beide Eingangstüren auf wobei sie nur eine der Türen mit einer Kasse bestückten. Geht man zur anderen rein, zahlt man halt nichts... Wie auch immer: der von außen sehr verrottet und zugesprayt aussende Bau mit Tonnendach wurde innen behutsam saniert. Interessant sind v.a. die Steinstufen für die Zuschauer. Es sind auch Holzbänke auf die ganze Halle verteilt. Einen Balkon fürs Fernsehen oder VIPS gibt es auch. Auf den Stehstufen auf der einen Seite stehen massenhaft Sportgeräte wie Ergometer und Hantelbänke herum. Also während des Spiels Hanteltraining und bei Randale einen Hometrainer aufs Feld werfen – das ist doch was für sportliche Fans!

Das Spiel lud aber nicht zum randalieren ein, obwohl es recht hektisch war. Auf gutem Niveau ging es hin und her und die vielen Torszenen und Zweikämpfe stellten die Schiedsrichter, die oft zu hart mit ihren Strafen waren, vor Probleme. Spannend war der Spielverlauf in jedem Falle, denn lange führte der Gast aus Freiberg – teilweise auch mit drei, vier Toren – ehe der Eisenbahnersportverein die Partie noch drehen konnte. Taktisch geschickt brachten sie dann eine Ein-Tor-Führung über die letzte Spielminute.  
Statistik:
- Grounds: 1.188 (heute 2 neue; diese Saison: 34 neue)
- Sportveranstaltungen: 2.164 (heute 3; diese Saison: 52)
- Tageskilometer: 450 (450km Auto)
- Saisonkilometer: 13.800 (9.470 Auto/ 3.600 Flugzeug/ 630 Fahrrad/ 80 öffentliche Verkehrsmittel/ 20 Schiff, Fähre) - Anzahl der Fußballspiele seit dem letzten 0-0: 141 [letzte Serie: 10, Rekordserie: 178]
- Anzahl der Wochen, seit der letzten Woche ohne eine einzige Sportveranstaltung (31.7.-6.8. 2006): 424

W425II: Freitagsspiel in Brandenburg

Oranienburger FC Eintracht 1901 .................................. 0
Werderaner FC Victoria 1920 .......................................... 3
- Datum: Freitag, 19. September 2014 – Anstoß: 19.30
- Wettbewerb: Verbandsliga Brandenburg (6. Spielklasse, 1. Amateurliga)
- Ergebnis: 0-3 nach 91 Min. (45/46) – Halbzeit: 0-3
- Tore: 0-1 25. Florian Neuschäfer-Rube, 0-2 37. Armin Schmidt, 0-3 44. Martin Blondzik
- Verwarnungen: Alexander Arsovic (Oranienburg); Markus Fuchs (Werder)
- Platzverweise: keine
- Spielort: Friedrich-Ludwig-Jahn-Sportanlage, sogenannte Carollis Toleranz-„Arena” (Kap. 1.110, davon 210 Sitzplätze)
- Zuschauer: ca. 250 (davon ca. 15 Gästefans)
- Unterhaltungswert: 5,0/10 (Durchschnittliches Spiel mit klar besserem Teil in Hälfte eins)  
Photos with English Commentary:
a) Brandenburg Amateur Football Top Division: Eintracht Oranienburg v Victoria Werder/ Havel
b) North-Western Brandenburg: Gransee Old Town, Zehdenick Monastery Ruin, Himmelpfort Monastery Ruin, Tornow Palace, Blumenow Church, Bredereiche Church, Lychen Old Town, ALT PLACHT CHURCH, Templin Old Town, Gollin Curch
c) SOVIET & GDR ERA MONUMENTS IN BRANDENBURG: Groß Dölln Hangars, Altenhof/ Werbellinsee Stadium, BOGENSEE GHOST TOWN
d) Oranienburg: Old Town and Palace (Pictures taken in 2009) 

Diesen Freitag gab es mal kein Spiel der Alten Herren, doch dafür eine sehr interessante Tour nach Brandenburg!

Ich startete schon sehr früh, da ich viel Sightseeing eingeplant hatte. Nach weniger als 3 Stunden wir ich auch schon in Gransee, wo es eine geschlossene Stadtmauer gibt, die auch an einem Ende noch einen tollen Turm hat. Eine Backsteinkirche und ein verfallenes Kloster gibt es auch.

Noch verfallener ist allerdings das Kloster in Zehdenick, das gänzlich ohne Dach dasteht. Die barocke Kirche in der Nähe sieht etwas zusammengestückelt aus.

Tornow, Blumenow und Bredereiche besichtigte ich eher zufällig. In Tornow sind Schloss und Kirche nicht sonderlich spektakulär, aber die Kirche in Blumenow ist sehr schön mit der Mischung aus Feldsteinen und Ziegeln mit Fachwerkturm. Die Kirche in Bredereiche ist gänzlich aus Fachwerk mit holzverkleidetem Turm.

Lychen ist ein von den Sowjets zerstörtes Städtchen auf einem Hügel. Die Lage ist schön, doch städtebaulich sieht es dort derb aus. Neben einem verfallenen HO-Restaurant konnte ich einen Inder auftreiben. Ich war der einzige Gast, aber immerhin kamen in den rund 45 Minuten die ich dort war, zwei Anrufe für den hauseigenen Pizzaservice rein...

Um die Ecke liegt das berühmte Himmelpfort. Den dicken bärtigen Mann, auch bekannt als Weihnachtsmann, wollte ich aber nicht besuchen. Nur das teilruinöse Kloster mit der ungewöhnlich geformten Kirche.

Auf dem Weg nach Templin, einer der wenigen größeren Orte im nördlichen Brandenburg, folgte ich einem Hinweisschild in einen staubigen, sandigen Waldweg. Solche holprigen, unbefestigten Pfade, auf denen kaum mal zwei Autos aneinander vorbeikommen, sind die einzige Möglichkeit um nach Alt-Placht zu kommen, wo eine sehr schöne Kirche mit Reetdach und Fachwerkschiff mit einem Holzturm steht. Drumherum sind nur Wiesen und dichter Nadelwald. Der Ort hat mit seinen fünf, sechs Häusern nur etwa 15 Einwohner.

Im erwähnten Templin findet man wieder wie in Gransee eine schöne Stadtmauer, hier sogar mit drei Türmen und mehreren Toren. Die Kirchen sind nicht sonderlich spektakulär.

In Gollin befand sich auch noch eine Fachwerkkirche auf dem Weg.  
Brandenburg ist reich an sowjetischen und DDR-Monumenten, doch in Vogelsang drang ich nicht bis zu den Ruinen vor. Ob überhaupt noch was von der Ansiedlung steht, kann ich nicht sagen, da die Militärstadt mindestens teilweise abgerissen wurde.

Über Deutschboden (die 10, 15 Einwohner brauchen ordentliche Autos bei den Waldwegen die in ihr Kaff führen: aber immerhin gab ihr Dorf mal einem mehr oder weniger ernstzunehmenden Dokumentarfilm von einem Berliner Hipster-Spasti, der mal das Provinzleben sehen wollte, den Namen) und Bergluch (der Ort ist völlig verlassen und komplett abgerissen oder überwuchert!) ging es nach Groß Dölln. Eine Autoteststrecke und ein Solarpark bedecken mittlerweile die meisten Teile des ehemals größten sowjetischen Militärflugplatzes der DDR. Einige Hangar stehen aber auch noch.

Besonderheiten der DDR-Geschichte findet man an den beiden Seen Werbellinsee und Bogensee (bei Lanke). Am Werbellinsee war ich mal in der 9. Klasse auf Klassenfahrt. Man, haben wir einen Scheiß gemacht: nachts in die leerstehenden Gebäude eingestiegen, uns Zutritt zum Dach der alten Schule verschafft, einer hat ne Lampe beim Fußballspielen im Herbergsflur zerschossen, ein anderer nen Feuerlöscher mitgehen lassen, ein Kumpel wollte nen anderen wecken und rüttelte deshalb an dessen Hochbett (O-Ton: „wie ein HFC-Hooligan am Fanzaun“) sodass er dann eine Holzlatte in der Hand hielt... Naja, heute gibt es ein Jugendferienlager dort, das u.a. das Fußballstadion an die Gäste vermietet. Dort haben noch 4.000 Leute Platz nachdem drei Tribünen abgerissen wurden. Auch die vierte Tribüne ist baufällig und überwuchert. Die Sitzbänke sind schon lange nicht mehr drin und wenn dort alle paar Monate mal ein Jugendfußballturnier ausgetragen wird, kommen natürlich keine 10.000 Zuschauer wie den Sechszigern, wenn die DDR-Nationalmannschaft hier Freundschaftsspiele ausgetragen hat.

Auch in Bogensee gibt es ein Stadion, doch das ist völlig überwuchert. Der Kleinfeldplatz mit den Tribünen hat nicht einmal mehr Tore zu bieten und die Sporthalle ist verschlossen. Auch die ganzen riesigen Wohnheime und Vorlesungssäle für die FDJ-Kader können nicht betreten werden, doch diese Campusstadt sieht richtig gut aus. Nur irgendwie, als seien hier alle wie im Science-Fiction-Film nach einer Atomkatastrophe plötzlich weg... Nur in der Nähe des alten Stadions sind noch zwei Wohnblöcke bewohnt.  
Oranienburg ist keine besonders interessante Stadt, aber historisch bedeutsam: in der Nazizeit war der Ort voller KZ-Häftlinge und Zwangsarbeiter. Da wurden viel mehr Menschen ermordet oder weggesperrt, als der Ort je Einwohner hatte. Er wurde dann völlig zerbombt, sodass viel Brache und wenig Glanz übrig blieb.

Eine der Brachen ist jene der ehemals jüdischen und dann nach der Enteignung von Nazis geleiteten und Zwangsarbeitern betriebenen Gaswerke. Dort steht seit den 1950ern eine Sportanlage, die eigentlich nach Friedrich Ludwig Jahn heißt. Ein Restaurant und ein Gehirnamputierter haben daraus die sogenannte „Carollis Toleranz Arena“ gemacht. Es ist ein schnöder Fußballplatz mit primitivem Vereinsheim an dessen Seite eine einfache, dreireihige Tribüne mit Dach und roten Schalensitzen gepfriemelt wurde. In dieses kleine Stadion passen kaum mehr als 1.000 Zuschauer.

Da es sich um das Spiel Letzter gegen Tabellenzweiter handelte, kamen erwartungsgemäß auch nur gut 250. Teilweise stritten die sich im Laufe des Spiels ganz gut, denn Oranienburg setzte den Abwärtstrend fort und einige Alte kritisierten nach Meinung anderer Alter zu viel, sodass man im üblichen Tonfall um Ruhe bat: „Mann, jetzt halt doch mal deine Gusche, du Penner!“

Auf dem Feld ging es relativ ruhig zu: auf beiden Seiten ein paar Zweikämpfe, der favorisierte Gast aus Werder war deshalb auch teilweise etwas weinerlich, aber ein klarer Spielverlauf. Oranienburg war aktiver, aber Werder konterte, sodass es am Ende 0:3 hieß.  
Statistik:
- Grounds: 1.186 (heute 1 neuer; diese Saison: 32 neue)
- Sportveranstaltungen: 2.161 (heute 1; diese Saison: 49)
- Tageskilometer: 690 (690km Auto)
- Saisonkilometer: 13.350 (9.020 Auto/ 3.600 Flugzeug/ 630 Fahrrad/ 80 öffentliche Verkehrsmittel/ 20 Schiff, Fähre) - Anzahl der Fußballspiele seit dem letzten 0-0: 139 [letzte Serie: 10, Rekordserie: 178]
- Anzahl der Wochen, seit der letzten Woche ohne eine einzige Sportveranstaltung (31.7.-6.8. 2006): 424

Donnerstag, 18. September 2014

W425I: Von 3-0 auf 3-3

1. FC Lokomotive Leipzig C II …..................................... 3
Fußballclub Grimma C ..................................................... 3
- Datum: Mittwoch, 17. September 2014 – Anstoß: 17.30
- Wettbewerb: Freundschaftsspiel Landesklasse Sachsen Nord C-Jugend (3. Spielklasse der U15) gegen Landesliga Sachsen (2. Spieklasse der U15)
- Ergebnis: 3-3 nach 72 Min. (36/36) – Halbzeit: 3-0
- Tore: 1-0 10. David Tuan Anh Nguyen, 2-0 13. Max Demmler, 3-0 17. Theo Linke, 3-1 45. Max Luca Pfeiffer, 3-2 51. Max Luca Pfeiffer, 3-3 65. Max Luca Pfeiffer
- Gelbe Karten: hatte der Schiri nicht dabei...
- Platzverweise: keine
- Spielort: Bruno-Plache-Stadion, Platz 9 (Kap. 750 Stehplätze)
- Zuschauer: ca. 30 (davon ca. 15 Gästefans)
- Unterhaltungswert: 6,5/10 (Ganz gutes Spiel, aber dürftige Leistung der Grimmaer Mannschaft – Lok hatte Pech den Vorsprung noch aus der Hand gegeben zu haben)  
Photos with English Commentary:
Under-15 Friendly: Lok Leipzig Reserves v FC Grimma

Am Mittwoch unternahm ich eine spontane Radtour nach Leipzig. Einige Jugendspiele wurden unter der Woche ausgetragen, zumeist Spiele der Stadtligen. Ich suchte mir allerdings ein Testspiel vom 2000er Jahrgang von Lok aus, die auf den FC Grimma trafen.

Im Rücken der Haupttribüne des schönen Bruno-Plache-Stadions befinden sich acht ausbautenlose Plätze und ein kleines Stadion (Platz 2). Auf Platz 9, dem zweiten Rasengroßfeld, wurde dann gekickt. Wenn das wirklich nur die II. C-Jugend von Lok war, dann ist die wirklich gut! So schwach Grimma auch war, so gut nutzten die Leipziger das aus. Nach 10 Minuten ein Kopfball aus Nahdistanz, dann nach 13 ein Distanzschuss der als Bogenlampe ins Netz ging und nur vier Minuten später die vermeintliche Entscheidung nach einem lässig eingeschobenen Ball.

Nachdem Grimma so gut wie keine Torchance in Hälfte 1 hatte, schaltete Lok einen Gang zurück und ließ Grimma kommen. Die hatten auch anscheinend die besseren Spieler erst jetzt eingewechselt. Einer erzielte dann in weniger als 20 Minuten einen Hattrick, der den Spielverlauf auf den Kopf stellte. Alle seine Treffer erzielte er aus spitzem Winkel über die rechte Seite. Der zweite war allerdings irregulär, da er vorher Foul gespielt hatte. Ohnehin spielte Grimma dauernd ungestraft Foul. Der wirklich schwache Schiedsrichter schien keine Karten dabei gehabt zu haben, ließ mitunter klare Fouls der Grimmaer laufen oder bestrafte gelbwürdige Fouls mit einem einfachen Freistoß oder gar Schiedsrichterball, und ging den Lokisten entsprechen auf die Nerven.  
Statistik:
- Grounds: 1.185 (heute 1 neuer; diese Saison: 31 neue)
- Sportveranstaltungen: 2.160 (heute 1; diese Saison: 48)
- Tageskilometer: 80 (80km Rad)
- Saisonkilometer: 12.660 (8.330 Auto/ 3.600 Flugzeug/ 630 Fahrrad/ 80 öffentliche Verkehrsmittel/ 20 Schiff, Fähre) - Anzahl der Fußballspiele seit dem letzten 0-0: 138 [letzte Serie: 10, Rekordserie: 178]
- Anzahl der Wochen, seit der letzten Woche ohne eine einzige Sportveranstaltung (31.7.-6.8. 2006): 424

Sonntag, 14. September 2014

W424V: Groundhopping in Gröningen und dem Schachdorf

SV Grün-Gelb 1919 Ströbeck FR ..................................... 2
SV Schwarz-Weiß Badeborn FR ...................................... 2
- Datum: Sonntag, 14. September 2014 – Anstoß: 14.00
- Wettbewerb: Frauen-Unionsliga 1, Salzland/ Börde (6. und unterste Spieklasse im Frauenfußball)
- Ergebnis: 2-2 nach 74 Min. (38/36) – Halbzeit: 1-1
- Tore: 1-0 3. Julia Behrens, 1-1 25. Sophie Bettzüge, 1-2 37. Melanie Piotrowski, 2-2 60. Julia Behrens
- Verwarnungen: Melanie Piotrowski (Badeborn)
- Platzverweise: keine
- Spielort: Sandkuhlenstadion Schachdorf Ströbeck (Kap. 750, davon 250 Sitzplätze)
- Zuschauer: ca. 30 (davon ca. 5 Gästefans)
- Unterhaltungswert: 4,0/10 (Kein besonders gutes Spiel, aber viele Torszenen)

SV Eintracht 1919 Gröningen A ....................................... 2
SV Eintracht 1911 Osterwieck A ...................................... 3
- Datum: Sonntag, 14. September 2014 – Anstoß: 12.00
- Wettbewerb: A-Junioren Landesliga Staffel 1 (4. und unterste Spielklasse der U19)
- Ergebnis: 2-3 nach 94 Min. (45/49) – Halbzeit: 1-3
- Tore: 0-1 29. Marvin Päschke, 1-1 33. Timmy Pressel (Eigentor), 1-2 41. Toni Torbahn, 1-3 43. Jonas Grimm, 2-3 58. Ricardo Becker
- Verwarnungen: TW John-Patrick Schrader, Julius Runge, Marvin Päschke (alle Osterwieck)
- Platzverweise: keine
- Spielort: Sportplatz Gröningen (Kap. 1.200, davon 200 Sitzplätze)
- Zuschauer: ca. 30 (davon ca. 5 Gästefans)
- Unterhaltungswert: 7,0/10 (Spannendes und gutes Spiel)  
Photos with English Commentary:
a) Under-19 League: Eintracht Gröningen lost to Eintracht Osterwieck
b) Women’s 8-a-side: Grün-Gelb Ströbeck vs Schwarz-Weiß Badeborn
c) Eastern Harz Mountains: Emersleben Palace, Wegeleben Old Town, Adersleben Monastery & Estate Ruin, Ströbeck Old Town
d) Western Börde District: Gröningen Old Town & Monastery, Kroppenstedt Old Town

Auch in den Landkreisen Börde und Harz gibt es ein paar wenige interessante Grounds. Zwei standen heute an. Das erste Spiel fand in Gröningen statt. Das Stadion dort bietet Zuschauern nur auf den Längsseiten Plätze an: vor der Sporthalle ist eine sehr niedrige, zweireihige und bewachsene Stehtribüne und gegenüber gibt es eine Steintribüne mit vier Reihen Holzbänken vor einem kleinen Sprecherturm und einer Mauer mit dem Vereinsschriftzug. Rechts daneben ist alles zugewuchert, links daneben ein sehr ordentlicher kleiner Bau mit den Umkleiden. Dahinter befindet sich der Nebenplatz (Hartplatz) mit Willkommensschild in Deutsch, Englisch und Französisch.

Das Spiel zwischen den A-Junioren von Gröningen und Osterwieck begann etwas lahm, doch die Gröninger begannen nach 15 Minuten Druck aufzubauen. Osterwiecks Torwart war ganz nah dran an einem Platzverweis, doch kurz nach dessen Foul vorm Strafraum konterten seine Kameraden erfolgreich zum 0:1. Kurz darauf gelang Gröningen im Durcheinander der Gästeabwehr der Ausgleich. Doch kurz vor dem Seitenwechsel ein Doppelschlag – u.a. mit einem Freistoß aus über 30m – zum vorentscheidenden 1:3. Nach der Pause verkürzte Gröningen zum 2:3. Zu mehr reichte es in dem spannenden und guten Match aber nicht für die Heimmannschaft.  
Danach ging es sofort weiter in den benachbarten Harzkreis zum Frauenfußball nach Ströbeck. Dort heißt die Sportanlage „Sandkuhlen-Stadion“. Es liegt auch schön in einer Kuhle und ist auf zwei Seiten von baumbestandenen Hängen umgeben, aber es als Stadion zu bezeichnen ist grenzwertig. Man kann es durchgehen lassen, da ein Tribünenbau eine mindestens einstufige Konstruktion zum Stehen oder Sitzen ist. Diese Konstruktion steht in der Nähe der einen Eckfahne, in den Graswall vorm Sportlerheim eingelassen, und weist in der Tat nur eine Steinstufe von etwa 5m Länge auf, auf der drei Holzbänke für je 4 Leute befestigt wurden. Nun ja, es gibt immerhin auf die gesamte Anlage verteilt etliche Bänke und landschaftlich schön liegt der Platz auch, so etwas oberhalb des Schachdorfes Ströbeck. Der Trainings- und der Nebenplatz sind aber aufgrund der eingeklemmten Lage zwischen den Hängen des Osterberges eher noch schöner als der Hauptplatz.

Wir hatten beim Spiel der Frauenfußball-Unionsklasse zwischen Ströbeck und Badeborn bereits das erste Tor verpasst. Nach der schnellen Führung der Gastgeberinnen, waren die trotzdem dauernd am Drücker. Mehrmals wurden sogar Latte und Pfosten getroffen. Nach 25 Minuten traf Badeborn im Nachschuss nach einer ihrer wenigen Torchancen zum Ausgleich. Nach dem Seitenwechsel nahm Badeborn auf einmal das Heft in die Hand und ging in Führung, doch deren Offensive war schnell vorbei und Ströbeck traf noch zwei Mal – einmal allerdings leider aus Abseitsposition. Dass die Gastgeberinnen nicht gewannen, war wirklich schade: sie waren klar besser als Badeborn. Ein besonders gutes Spiel hatten wir hier zwar nicht gesehen (wie üblich in einer solchen Liga: Technik und Ballbehandlung außer bei wenigen Spielerinnen nicht vorhanden, Lauftempo und Athletik sehr schwach bis mäßig, Schusstechnik meist dürftig) aber Torszenen gab es dafür reichlich!  
Sehenswürdigkeiten gab es heute auch reichlich zu sehen: in Gröningen war das scheiß Kloster leider wieder mal geschlossen, sodass wir gleich nach Emersleben weiterfuhren und dort das Schloss mit den recht unterschiedlichen Baustilen – alter Fachwerkteil mit Renaissancetürmen und neuer Neorenaissanceteil aus dem 20. Jahrhundert – besuchten. In Wegeleben gibt es außer mehreren Industrieruinen auch einen Stadtturm, ein Rathaus, eine Kirche und etliche Fachwerkhäuser zu sehen. Im benachbarten Adersleben findet man ein eindrucksvolles Kloster, dessen Kirche zwar gut erhalten aber dessen Nebengebäude zumeist ruinös sind. Auffällig sind das verfallene Turmhaus, das etwas besser dastehende Haupthaus und der Turmstumpf.

Nach dem Spiel in Ströbeck schauten wir uns noch das Schachdorf an. Dass in einem zumindest leicht touristisch geprägten Ort so viel blöd geglotzt wird wie in Ströbeck wunderte mich schon: die Typen da wirkten so unsympathisch wie in Rheinland-Pfalz... Interessant sind aber die ganzen Schachmotive im ganzen Ort, wie z.B. Schachbretter an den Fachwerkhäusern, da es so eine lange Tradition für dieses Spiel in Ströbeck gibt. Früher soll ein Reisender, der durch Ströbeck kam, immer zu einer Partie Schach herausgefordert worden sein. Zurück im Landkreis Börde schauten wir uns noch in Kroppenstedt den als „Zentrum“ ausgeschilderten historischen Stadtkern an. Einige schöne Bauernhäuser, eine interessante Kirche, ein großes Rathaus und zwei Wehrtürme, wobei der in der Nähe der Kirche erheblich höher und besser erhalten ist.

In jedem Fall war die Tour heute mal wieder lohnend und nächsten Freitag (online wird der aber erst nach dem kommenden Wochenende sein) steht die nächste Tour an: noch einmal nach Brandenburg...  
Statistik:
- Grounds: 1.184 (heute 2 neue; diese Saison: 30 neue)
- Sportveranstaltungen: 2.159 (heute 2; diese Saison: 47)
- Tageskilometer: 300 (300km Auto)
- Saisonkilometer: 12.580 (8.330 Auto/ 3.600 Flugzeug/ 550 Fahrrad/ 80 öffentliche Verkehrsmittel/ 20 Schiff, Fähre) - Anzahl der Fußballspiele seit dem letzten 0-0: 137 [letzte Serie: 10, Rekordserie: 178]
- Anzahl der Wochen, seit der letzten Woche ohne eine einzige Sportveranstaltung (31.7.-6.8. 2006): 424

Samstag, 13. September 2014

W424IV: Schönes Rollhockey, scheiß Spergau

Sportverein Allstedt AH ................................................... 2
Rollsportclub Gera AH ..................................................... 4
- Datum: Samstag, 13. September 2014 – Beginn: 15.15
- Wettbewerb: Altherren-Rollhockeyspiel im Rahmen des 6. UHU Cups der SG Aufbau Böhlitz-Ehrenberg
- Ergebnis: 2-4 nach 50 (25/25) Minuten – Halbzeit: 2-1
- Tore: 0-1 2., 1-1 16., 2-1 21., 2-2 28., 2-3 36., 2-4 45.pen
- Teamfouls: 9-11
- Spielort: Rollhockeystadion Böhlitz-Ehrenberg (Kap. 700, davon 100 Sitzplätze)
- Zuschauer: bis zu 50
- Unterhaltungswert: 7,0/10 (Gutes und spannendes Spiel mit ein paar Emotionen)

SG Aufbau Böhlitz-Ehrenberg AH .................................. 9
SV Fortuna Ballenstedt AH .............................................. 5
- Datum: Samstag, 13. September 2014 – Beginn: 14.00
- Wettbewerb: Altherren-Rollhockeyspiel im Rahmen des 6. UHU Cups der SG Aufbau Böhlitz-Ehrenberg
- Ergebnis: 9-5 nach 50 (25/25) Minuten – Halbzeit: x-x
- Tore: 1-0 1., 1-1 9. pen., 1-2 12., 2-2 13., 3-2 15., 3-3 19., 4-3 23.; 5-3 30., 5-4 33., 6-4 35., 7-4 39. pen, 8-4 41., 8-5 42., 9-5 48. pen.
- Teamfouls: 11-11
- Spielort: Rollhockeystadion Böhlitz-Ehrenberg (Kap. 700, davon 100 Sitzplätze)
- Zuschauer: bis zu 50
- Unterhaltungswert: 5,0/10 (Annehmbares Niveau)

TSV Leuna 1919 E .............................................................. 0
SG Spergau 1891 E ........................................................... 11
- Datum: Samstag, 13. September 2014 – Anstoß: 11.00
- Wettbewerb: E-Junioren Kreisklasse Saalekreis, Staffel 1 (U11-Liga)
- Ergebnis: 0-11 nach 50 Min. (25/25) – Halbzeit: 0-6
- Tore: 0-1 2. (5), 0-2 11. (6), 0-3 14. (8), 0-4 16. (8), 0-5 17. (11), 0-6 21. (10); 0-7 29. (9), 0-8 32. (4), 0-9 33. (5), 0-10 35. (9), 0-11 41. (5)
- Verwarnungen: keine
- Platzverweise: keine
- Spielort: Sportstätte der Jugend, Platz 2 (Kap. 500, davon 20 Sitzplätze)
- Zuschauer: ca. 35 (davon ca. 15 Rand-Leunaer)
- Unterhaltungswert: 7,0/10 (Hervorragendes Spiel der Rand-Leunaer aus Spergau – schade, dass da der TSV nur gegen- und nicht mithalten konnte)

TSV Leuna 1919 F .............................................................. 1
FSV Dieskau 2005 F ........................................................... 3
- Datum: Samstag, 13. September 2014 – Anstoß: 9.00
- Wettbewerb: F-Junioren Kreisklasse Saalekreis, Staffel 1 (U9-Liga)
- Ergebnis: 1-3 nach 40 Min. (20/20) – Halbzeit: 0-2
- Tore: 0-1 5. (12), 0-2 15. (13), 0-3 31. (4), 1-3 34. Nr. 5?
- Verwarnungen: keine
- Platzverweise: keine
- Spielort: Sportstätte der Jugend, Platz 2 (Kap. 500, davon 20 Sitzplätze)
- Zuschauer: ca. 30 (davon ca. 10 Gästefans)
- Unterhaltungswert: 4,0/10 (Fürchterlich chaotisches Spiel; da müssen beide Teams noch viel lernen und üben)  
Photos with English Commentary:
a) Quad Skates Roller Hockey: Veterans Tournament in Böhlitz-Ehrenberg (with Aufbau BE, Fortuna Ballenstedt, SV Allstedt, RSC Gera, Vorwärts Frankfurt/ Oder)
b) TSV Leuna Youth Football: Under-9 lost to FSV Dieskau and Under-11 lost to SG Spergau

Auf der Sportstätte der Jugend war heute gut was los. Wie gewohnt bei Spieltagen der Leunaer Junioren fingen die Kleinsten an: die F-Jugendlichen.

Sowohl die Leunaer als auch die Gäste aus Dieskau traten mit vielen neuen, sehr jungen Spielern an. Bei beiden Teams sah man, dass noch viel Training nötig ist, bis man davon sprechen kann, dass „gut“ gespielt wurde. Jeder der Spieler strengte sich an und war mit Freude bei der Sache. Erfreulicherweise klappte das Passspiel auch gar nicht so schlecht – bei Dieskau besser als bei Leuna. Wo beide allerdings sehr große Probleme hatten, war bei Schüssen. Dass überhaupt drei Tore für Dieskau und eines für Leuna fielen, war bei den wild und oft meterweit daneben geschossenen Bällen schon fast verwunderlich.  
Bei der E-Jugend sah das natürlich deutlich anders aus. Leuna lieferte ein gutes Spiel ab, doch gegen die Nachbarn aus Spergau, waren sie völlig chancenlos. Aber erst die halbe Mannschaft aus Leuna weglocken (mehrere der Leistungsträger der SG haben ihre ersten Spielzeiten beim TSV absolviert), dann völlig überlegen sein und trotzdem noch über den angeblich zu kleinen Platz meckern. Sowas hat man gerne! Vor allem dann, wenn Kritik von einem völlig inkompetenten ehemaligen TSV-Jugend-Coach kommt. Aber so ist halt das Niveau bei den Rand-Leunaern vom Dorf...

So unsympathisch auch das charakterliche Niveau beim Umfeld ist, so beeindruckend ist das spielerische Niveau der Jungen die da für die U11 aufliefen. Sicheres Passspiel, viel Laufbereitschaft und dabei noch hohe Körperbeherrschung, sowie sehr gute Schüsse – teilweise sogar aus beachtlicher Distanz. Die einzige Spielerin auf dem Platz, die Leunaer Torhüterin Anna-Lena stand unter Dauerbeschuss und so mancher ihrer Mitspieler orientierte sich vernünftigerweise so stark defensiv, dass er noch auf der Linie stehend den Ball abwehrte.

Entlastungsangriffe gab es leider kaum und Spergau war unablässig am Drücker, sodass es leider zweistellig wurde. Das 0:11 war in der Höhe auch so absolut in Ordnung und darf von den Leunaer Spielern nicht so schwer genommen werden. Da werden andere Teams höher verlieren und v.a. viel weniger gut spielen als Leuna, die wirklich mit vollem Einsatz gegengehalten haben. Zwischen gegenhalten und mithalten besteht halt leider ein kleiner Unterschied – und ob außer Braunsbedra noch jemand mit Spergau MIThalten kann, bezweifle ich.  
Das Spiel der D-Jugend fand leider nicht statt, da Leuna wenige Tage zuvor die U13 vom Spielbetrieb zurückziehen musste. Irgendwie ist bei der D-Jugend in Leuna der Wurm drin. Vereinsintern war auch schon vorher direkt die Rede davon, dass die aktuelle D-Jugend-Mannschaft eigentlich aufgrund von mangelnder Disziplin, mangelnder Kameradschaftlichkeit und nicht zuletzt auch mangelndem Talent gar nicht erst anzutreten bräuchte. Leider tritt sie nun auch wirklich nicht an.

Aber alle Vereine mit D-Junioren, die kein sogenannter Talente-Standort sind, werden es schwer haben, nachdem diese völlig idiotische Talenteliga, bei der die „größeren“ Vereine – also so völlig unbedeutende Clubs wie VfB IMO oder Uichteritz/ Markwerben Weißenfels – alle möglichen Spieler aus der Umgebung absaugen, um in den kleinen Orten den Jugendspielbetrieb kaputt zu machen, eingeführt wurde. Also so ein Schwachsinn kann nur aus Sachsen-Anhalt kommen: wenn ein Kind richtig Talent hat, geht es eh zu HFC oder FCM oder gleich zu einem Bundesligisten aufs Sportinternat (mit entsprechend hohem aber lohnendem Aufwand für die Eltern) und nicht zu so einem „Stützpunkt“ wo sie zu besseren Amateurkicker trainiert werden mit entsprechend hohem aber nicht lohnenden Aufwand für die Eltern.  
Wir fuhren noch nach Leipzig, wo es am nordwestlichen Stadtrand in Böhlitz-Ehrenberg seit Jahrzehnten Rollhockey gibt. Als einer der wenigen deutschen Rollhockeyvereine, der keine Sporthalle hat, spielen sie in einem Stadion mit Betonspielfläche. Auf zwei Seiten ist ein niedriger Graswall um die Spielfläche herum. Auf der einen Längsseite gibt es auch etliche Schalensitze auf Röhren (komische Konstruktion). Architektonisch sehr schön ist jedoch der Sprecherturm, der oben breiter ist als unten. Es gibt noch ein paar primitive Gebäude mit Umkleiden und Verpflegungsmöglichkeiten. Umgeben ist die Anlage dann noch von einer begrünten Halde und einem sehr dunklen und verschilften See.

Auf dieser sehr schönen Anlage fand die 6. Auflage eines Altherren-Rollhockeyturniers statt. Die Turnierspiele stellten sich aber als vollwertige Spiele zu der üblichen Altherrenspielzeit von 2x25 Minuten heraus. So blieben wir nur zu den ersten beiden und schauten nicht noch das erste Spiel des fünften Teilnehmers, der gemischten Mannschaft aus Frankfurt/ Oder an.

Im ersten Spiel traf der Gastgeber auf Fortuna Ballenstedt und bestimmte in einem allenfalls mittelmäßigen Match über weite Strecken das Spiel. Ballenstedt kam zwar immer wieder heran, erzielte auch das schönste Tor der Partie, als ein Spieler weit vorm Torraum abzog und sich der Ball direkt in den Winkel des Tores senkte, doch insgesamt gesehen war der Sieg in Hälfte zwei ungefährdet für die technisch bessere Mannschaft von Böhlitz-Ehrenberg.

Erheblich enger ging es in Spiel 2 zur Sache. Dass hier die zwei Favoriten gegeneinander antraten, merkte man. In einem wirklich guten Spiel hatte der RSC Gera dann mit 4:2 die Nase vorne, da der SV Allstedt nicht nur Pech hatte, sondern in der zweiten Halbzeit einbrach und einen 2:1 Vorsprung noch hergab. Die Partie bewegte sich, durch beide Seiten, auf hohem technischen und spielerischen Niveau. Ärgerlich war nur, dass während Allstedt ihren Strafstoß vergab, Gera ihren Strafstoß irregulär im Netz unterbrachte: nach zwei Fehlschlägen stocherte der Geraer einfach mit viel zu hohem Stock umher und den Ball damit ins Tor. Am Schiri aus Böhlitz meckerten zwar alle unablässig herum, aber bis zu dieser groben Fehlentscheidung hatte nicht viel darauf gegeben, wenn irgendein Allstedter oder Ballenstedter rummaulte, der Schiri hätte einen technischen Fehler des Gegners nicht gesehen. Sonderlich helle wirkten einige Spieler nämlich v.a. denn nicht, wenn sie so laut rülpsten, dass man es noch bis in den hintersten Tribünenwinkel hörte...  
Eine empfehlenswerte Website zu Rollhockey ist übrigens die Schweizer Website rh-news; die sollten zwar lieber Schwyzertütsch schreiben, so beschissen wie die Hochdeutsch können und ihre Arroganz, die v.a. in solchen Artikeln wie dem über Frauen-Rollhockey in Ägypten zu Vorschein kommt, könnten die geistig zurückgebliebenen Alpenbauern auch mal stecken lassen – aber insgesamt wird da interessant über Rollhockey in aller Welt (ob Topnationen wie Spanien und Portugal oder der deutschsprachige Raum oder gar Angola und Ägypten) berichtet und man kann sich auch mal Videos anschauen, wie Rollhockey auf Weltklasseniveau aussieht. So z.B. in Portugal, wo Schauspielerei und Aggression fester Bestandteil des Spiels sind: http://rh-news.com/index.php/de/pt/6081-por-edo-bosch-kassiert-20-spielsperren

Nach den beiden Rollhockeyspielen dachten wir uns noch, auf dem Rückweg nach Merseburg sollten wir mal bei den Handballern der SG Spergau vorbeischauen, da Rot-Weiß Staßfurt der Gegner ist. Die scheiß Spergauer haben aber echt so weit den Arsch offen, da 6€ zu verlangen und Ermäßigungen nur für Mitglieder, aber auch nur wenn diese Mitglieder Rentner, Azubis oder Studenten sind, zu gewähren, dass ich nach einer Pöbelei an der Kasse gleich nach Merseburg weiter fuhr. Also dass es asoziale Vereine gibt, die horrende Eintrittspreise verlangen, weiß ich ja: da ich jetzt nach NRW umziehe, werde ich diesen Ärger öfter haben, wobei 6€ oder gar 8€ für Viertligahandball im Westen eher zu akzeptieren ist, als im strukturschwachen Sachsen-Anhalt. Dass man in der sogenannten „Mittel“deutschen Oberliga völlig willkürlich die Preise macht und man für gleichwertige Sitzqualität in den Hallen der Oberliga zwischen 4€ und 7€ für Vollzahler verlangt und bei so gut allen Vereinen, die mehr als 4€ wollen, dann Ermäßigungen als Student oder Rentner kriegt, die ebenfalls völlig schwanken (2€ bis 4,50€) ist mir auch klar – auch wenn ich es nicht akzeptiere oder nachvollziehen kann, dass man vom Verband aus keine Einheitspreise durchdrücken kann. Aber wie man so dumm sein kann wie die unterbelichtete Kassiererin und sich – obwohl kein anderer potenzieller Spielbesucher in Hörweite war, der es mir mit dem Handeln hätte nachmachen können – nicht auf meinen Vorschlag, nur die halbwegs angemessen 4€ zu zahlen, ist mir unbegreiflich. Wenn es darum geht, ob man nun 4€ oder 0€ einnimmt, nimmt man doch das Angebot von 4€ an wenn man nicht komplett gehirnamputiert ist?! Diese SG Spergau kotzt mich nach den zwei Dingern heute noch viel mehr an als vorher...  
Statistik:
- Grounds: 1.182 (heute 1 neuer; diese Saison: 28 neue)
- Sportveranstaltungen: 2.157 (heute 4; diese Saison: 45)
- Tageskilometer: 70 (70km Fahrrad)
- Saisonkilometer: 12.280 (8.030 Auto/ 3.600 Flugzeug/ 550 Fahrrad/ 80 öffentliche Verkehrsmittel/ 20 Schiff, Fähre) - Anzahl der Fußballspiele seit dem letzten 0-0: 135 [letzte Serie: 10, Rekordserie: 178]
- Anzahl der Wochen, seit der letzten Woche ohne eine einzige Sportveranstaltung (31.7.-6.8. 2006): 424

Freitag, 12. September 2014

W424III: Altherrenfußball am Kyffhäuser

VfB 1906 Sangerhausen AH ............................................... 1
TSV Leuna 1919 AH............................................................ 1
- Datum: Freitag, 12. September 2014 – Anstoß: 19.00
- Wettbewerb: Freundschaftsspiel Alte Herren
- Ergebnis: 1-1 nach 70 Min. (35/35) – Halbzeit: 1-1
- Tore: 1-0 8. Nr. 9, 1-1 32. Mario Melchior
- Verwarnungen: keine
- Platzverweise: keine
- Spielort: Sportplatz Kelbra, Platz 2 (Kap. 500 Stehplätze)
- Zuschauer: ca. 45 (davon ca. 20 Leunaer, 10 Sangerhausener und der Rest aus Kelbra)
- Unterhaltungswert: 7,0/10 (Gutes und spannendes Spiel)  
Photos with English Commentary:
a) Veterans Football: VfB Sangerhausen v TSV Leuna (played in Kelbra)
b) Thuringia: Heringen Palace, Auleben Historic Village, Numburg Hillfort

An diesem Freitag stand eine etwas weitere Tour für die Alten Herren an. Wir nutzten das noch für eine Runde im Südharz. Ich war erst vor kurzem mit Khatereh in der Gegend um Nordhausen, weswegen mein Vater gerne noch die Burgruine Hohnstein besucht hätte, doch für so einen Umweg war keine Zeit mehr. Aber in Heringen/ Helme steht immerhin ein eindrucksvolles Schloss mit mehreren Nebengebäuden im Fachwerkstil. Fachwerkhäuser hat es dort ohnehin recht viele.

Auch im benachbarten Auleben findet man schöne Fachwerkgebäude und auch mehrere historische Gehöfte und ein etwas vergammeltes Renaissanceschloss. Oberhalb des Ortes befindet sich eine Kirche. Einige der Straßen im Ort sind unbefestigt. Die direkte Verbindung nach Kelbra ist ebenfalls nur geschottert bzw. streckenweise ein matschiger Grasweg. Sie führt an einem Stausee zur Linken und sehr schönen, grünen, bewaldeten Hügeln zur Rechten vorbei. Auf einem der Hügel sind noch die Wallreste eine Burg mit Kapelle aus dem frühen Mittelalter zu sehen. Diese „Numburg“ genannte Anlage lebt noch im Namen der benachbarten Domäne fort. Ob dieses in den 1920ern neuerbaute Gehöft noch bewohnt ist, war allerdings nicht ersichtlich. So zugewuchert wie das dort war, schien es eher nicht der Fall zu sein.  
Auch in Kelbra wuchert es: die Bäume am hässlichen Kunstrasenplatz wuchern das aus primitiven Baustrahlern bestehende Flutlicht fast zu. Der Hauptplatz wird wohl überhaupt nicht mehr genutzt: dort wird jedenfalls schon wieder Kraut ausgesät. An diesem späten Septemberabend konnte man aber ein Spiel auch nur unter Flutlicht austragen.

Ich dachte erst, der Gegner seien die Alten Herren vom SV Kelbra, aber der VfB Sangerhausen musste nur wegen Flutlichtes auf einen neutralen Platz ausweichen. So fanden sich zwar etliche Kelbraer – mehr als Sangerhausener – ein, die dieses Spiel gucken wollten, aber ein erheblich stärkerer Gegner als es Kelbra gewesen wäre präsentierte sich auf dem Plasteplatz.

Unter den sporadischen Anfeuerungen der heute sehr zahlreichen Leunaer Spielerfrauen machte von Anfang an Leuna mehr Druck, doch konnte sich gegen die disziplinierte Sangerhausener Abwehr nicht durchsetzen. Nach nicht einmal 10 Minuten wurde Leunas Torwart auch noch mit einem Weitschuss überlistet. Daraufhin riss Sangerhausen für eine Weile das Spiel an sich. Ebenfalls mit einem Weitschuss ins Eck gelang Mario Melchior nach über eine halben Stunde der Ausgleichstreffer für Leuna.

Nach der Halbzeitpause war Leuna die aktivere und bessere Mannschaft. Ein weiterer Treffer gelang allerdings nicht mehr und Sangerhausen kam auch nur noch selten dem Leunaer Tor nahe. Das Spiel war über die gesamte Spielzeit gleichbleibend schnell und gut. Das Endergebnis war für den VfB allerdings ziemlich glücklich.  
Statistik:
- Grounds: 1.181 (heute 0 neue; diese Saison: 27 neue)
- Sportveranstaltungen: 2.153 (heute 1; diese Saison: 41)
- Tageskilometer: 200 (200km Auto)
- Saisonkilometer: 12.210 (8.030 Auto/ 3.600 Flugzeug/ 480 Fahrrad/ 80 öffentliche Verkehrsmittel/ 20 Schiff, Fähre) - Anzahl der Fußballspiele seit dem letzten 0-0: 133 [letzte Serie: 10, Rekordserie: 178]
- Anzahl der Wochen, seit der letzten Woche ohne eine einzige Sportveranstaltung (31.7.-6.8. 2006): 424

Donnerstag, 11. September 2014

W424II: „Heimspiel” für Cottbus im anderen Stadion der Freundschaft

Sportverein Großräschen ................................................... 0
FC Energie Cottbus ............................................................ 6
- Datum: Mittwoch, 10. September 2014 – Anstoß: 17.30
- Wettbewerb: 2. Runde Landespokal Brandenburg (Landesklasse Brandenburg Süd; 8. Spielklasse, 3. Amateurliga gegen 3. Liga; 3. Profispielklasse)
- Ergebnis: 0-6 nach 90 Min. (45/45) – Halbzeit: 0-3
- Tore: 0-1 12. Fabian Pawela, 0-2 28. Manuel Zeitz, 0-3 29. Sven Michel, 0-4 52. Anton Makarenko, 0-5 53. Anton Makarenko, 0-6 66. Tim Kleindienst
- Verwarnungen: Marcel Liese (SV Großräschen)
- Platzverweise: keine
- Spielort: Stadion der Freundschaft (Kap. 4.000 Stehplätze)
- Zuschauer: ca. 3.500 (davon 3.100 zahlende und überwiegend Cottbus-Fans)
- Unterhaltungswert: 7,0/10 (Standesgemäß einseitiges Spiel, SVG hielt sich aber sehr gut und Stimmung war phasenweise auch vorhanden)  
Photos with English Commentary:
a) Brandenburg Football Cup: SV Großräschen lost to FC Energie Cottbus
b) Southern Brandenburg: Wahrenbrück Church, Maasdorf Palace, Luise Industrial Museum, Tröbitz Church, Schönborn Church, Lieskau Church, Göllnitz Church, Lipten Church, Neudöbern Palace, Altdöbern Palace

Es ist doch immer wieder praktisch Semesterferien zu haben: da kann man auch mal den ganzen Mittwoch über wegfahren. Allerdings war das vorerst die letzte Groundhoppingtour unter der Woche und mit Brandenburgpokal wird es diese Saison sicher auch nichts mehr, da ich ja zum Abschluss meines Studiums noch in den Westen rübermache...

Ein Sightseeingprogramm hatte ich wie immer auch parat: nach kurzem Abstecher über Friedensdorf, wo ich irgendwie noch nie war obwohl dieses idyllische Kaff zu Leuna gehört, bretterte ich über Torgau nach Wahrenbrück in Brandenburg durch. Ein paar Fotos der rosa gestrichenen Kirche und dann weiter nach Maasdorf. Dort gibt es ein als Restaurant benutztes historistisches Schloss in pissgelb mit zwei schönen Türmen zu sehen. Die Brikettfabrik Luise, die mittlerweile ein technisches Denkmal mit Museum ist, schaute ich mir nur von außen an.

Auf dem Weg zum Spiel fanden sich auch noch ein paar schöne Dorfkirchen. In Tröbitz – niedriger, langgezogener, abgerundeter Feldsteinbau mit niedrigem Turm – und in Schönborn – hoher, kantiger Backsteinbau mit hohem Turm – zum Beispiel. Dorfkirchen gab es auch in Lieskau mit einem weiß verputzten Bau, in Göllnitz mit einem Gebäude mit hohem grauen Turm mit verrotteter Uhr und in Lipten mit einem sehr alt wirkenden romanischen Steinbau, zu sehen.

Zwei Schlösser waren auch noch aufzutreiben, von Lipten aus auf direktem Weg über sandige Waldwege am kürzesten zu erreichen, und zwar in Neudöbern und Altdöbern. Während der Bau in Neudöbern aufgrund der tagebaubedingten Grundwassersenkung und der unklaren Besitzverhältnisse ver- bzw. regelrecht aus-einanderfällt, wird die prunkvolle Anlage in Altdöbern saniert. Diese ist eine Mischung aus Rokoko und Historismus, hat zwei völlig verschieden gebaute Gebäudeteile und zudem einen Park mit Orangerie. Direkt angrenzend ist der Stadtkern mit markanter Kirche und Rathaus, alles aber etwas kahl und weitläufig.  
In Großräschen angekommen, war essen nur im Supermarkt aufzutreiben, da die ganzen versifften Imbisse und sogenannten Restaurants Mittagspause machten. Und gegen 16.30 Uhr bin ich lieber schon ins Stadion gegangen.

Die Verantwortlichen des SV Großräschen hatten auch nicht zu viel versprochen. Hier wurde professionell an mehreren Kassen abgefertigt. Dabei waren die Eintrittspreise eher niedrig (6€ regulär und nur 4€ bei den Ermäßigungen für Studenten, Rentner u.a.). Das Stadion füllte sich erfreulich schnell, seine Architektur konnte ich trotzdem noch begutachten: ringsherum laufen fünf bis acht Stufen, deren Bautechnik zwar sehr schön, aber auch sehr erosionsanfällig ist, da man beim Bau der Stufen keinen Betonkörper gießt, sondern halt einen Graswall nur mit Platten auf einer Seite abtreppt. Auf dem Graswall wachsen auch einige Bäume, die allerdings kaum Regenschutz liefern. Auch der winzige Sprecherturm mit dem Fußballgraffiti bietet keinen Schutz. Der Nebenplatz ist ebenfalls nicht luxuriös, aber trotzdem schön. Er sieht genauso aus wie der Hauptplatz, doch hat er eine Tribüne nur auf einer Längsseite zu bieten.

Zum Einmarsch der Mannschaften waren schon mehr als 3.000 Zuschauer in das auf 4.000 zugelassene Stadion geströmt. Eine Gruppe Großräschener zündete ein paar Rauchbomben, die beim Publikum besser ankamen als beim Stadionsprecher... Eine Gruppe Cottbuser warf Papierrollen und feuerte dann recht ausdauernd an (was teilweise auch von den Großräschener Pyrotechnikfreunden gut beantwortet wurde) oder bepöbelten Dynamo Dresden oder den Schiri.

Das Spiel war erwartungsgemäß unspektakulär und einseitig, aber besser als ein Testspiel. Besser als Landespokal vom HFC war es so wie so und um Klassen besser als das Erstrundenspiel bei Miersdorf-Zeuthen. Ohnehin war in Miersdorf auch die Atmosphäre (weniger Zuschauer, Null Stimmung, dafür teurerer Eintritt) viel schwächer. Jedenfalls ging Cottbus schnell in Führung und erzielte mit einem Doppelschlag Mitte der ersten Hälfte die Entscheidung. Kurz vor dem Seitenwechsel hatte der Gastgeber auch noch zwei Chancen, wobei der eine Weitschuss bei dem mehrere Meter vorm Tor stehenden Cottbuser Schlussmann besonders gefährlich war. Nach der Pause folgte schnell ein weiterer Doppelschlag für Energie. Mehr als 20 Minuten vor dem Ende gelang noch das 0:6. Erst danach hatte Großräschen wieder den ein oder anderen Angriff aufs Gästetor zu verbuchen, doch leider alle erfolglos.

Stimmung kam bei den Großräschenern trotzdem auf: ihre Mannschaft hatten sich ja schließlich als Achtligist gegen eine Profimannschaft sehr achtbar geschlagen und bei diesem 0:6 weder Tore ohne Ende kassiert, noch 90 Minuten mit 11 Mann im Strafraum gestanden – und von der Profimannschaft wollte man natürlich noch Autogramme und Fotos. Beste Konstellation also für einen friedlichen Platzsturm! Nachdem in der ersten Minute nach Abpfiff schon über 100 Leute aufs Feld gelaufen sind, bin ich auch auf den Platz – hat ja keinen der übertrieben präsenten aber lasch kontrollierenden Sicherheitsleute gestört...

Die Rückfahrt verlief, nachdem ich durch den Stau in Großräschen durch war und das Gedränge der A13 in Ruhland hinter mir gelassen hatte, zügig. Allerdings habe ich noch nie erlebt (auch nicht Sonntagnachmittag – und heute war ja Mittwochabend), dass ich auf der knapp 170km langen Landstraßenstrecke von Ruhland nach Merseburg etwa 40 bis 50 Autos überholen musste, da diese 10-20km/h unter der zulässigen Geschwindigkeit blieben. Waren die alle nachtblind, oder was?  
Statistik:
- Grounds: 1.181 (heute 1 neuer; diese Saison: 27 neue)
- Sportveranstaltungen: 2.152 (heute 1; diese Saison: 40)
- Tageskilometer: 390 (390km Auto)
- Saisonkilometer: 12.010 (7.830 Auto/ 3.600 Flugzeug/ 480 Fahrrad/ 80 öffentliche Verkehrsmittel/ 20 Schiff, Fähre) - Anzahl der Fußballspiele seit dem letzten 0-0: 132 [letzte Serie: 10, Rekordserie: 178]
- Anzahl der Wochen, seit der letzten Woche ohne eine einzige Sportveranstaltung (31.7.-6.8. 2006): 424