Montag, 20. Oktober 2014

W429III: Unerwartet gutes Spiel in Wesseling und erschreckend schlechtes in Rheydt

Rheydter Spielverein .......................................................... 1
SG Kaarst 1912/35 .............................................................. 0
- Datum: Sonntag, 19. Oktober 2014 – Anstoß: 15.00
- Wettbewerb: Bezirksliga Niederrhein, Gruppe 3 (7. Spielklasse, 3. Amateurliga)
- Ergebnis: 1-0 nach 97 Min. (48/49) – Halbzeit: 0-0
- Tor: 1-0 58. Rüstem Kir
- Verwarnungen: Özkan Akburak und NN (RSV); Karsten Rehmann (Kaarst)
- Platzverweise: keine
- Spielort: Jahnstadion bzw. RSV-Stadion (Mönchengladbach-Rheydt; Kap. 15.000, davon 1.000 Sitzplätze)
- Zuschauer: ca. 120 (davon 70 Zahlende und ca. 10 Gästefans)
- Unterhaltungswert: 3,5/10 (Bis auf das Tor und die Schlussphase war das Scheiße hoch drei von beiden Teams)

Rot-Gelb Wesseling 1992 FR ............................................. 4
FC Rheinsüd Köln 2010 FR ............................................... 5
- Datum: Sonntag, 19. Oktober 2014 – Anstoß: 11.00
- Wettbewerb: Frauen-Kreisliga Rhein-Erft (7. und unterste Spielklasse im Frauenfußball)
- Ergebnis: 4-5 nach 92 Min. (45/47) – Halbzeit: 3-1
- Tore: 0-1 15. Sherihan Khalil, 1-1 17. Ilona Simon, 2-1 25. Julia Becker, 3-1 42. Julia Becker, 4-1 52. Ilona Simon, 4-2 65. Sherihan Khalil, 4-3 74. Kristina Schiebener, 4-4 80. Kristina Schiebener, 4-5 81. Julia Brodesser
- Verwarnungen: Alexandra Tsalikis (Wesseling)
- Platzverweise: keine
- Spielort: Kunstrasenplatz Waldstraße (Kap. 500 Stehplätze)
- Zuschauer: ca. 20 (davon ca. 2 Gästefans)
- Unterhaltungswert: 7,0/10 (War das wirklich die unterste Spielklasse? Die spielten besser als so manche Männermannschaft der Kölner Kreisligen...)  
Photos with English Commentary:
a) Women’s Football: Rot-Gelb Wesseling v Rheinsüd Köln
b) Men’s Football: Rheydter Spielverein v SG Kaarst 10/35
c) Palaces in Niederrhein Region: Rheydt, Myllendonk, Liedberg

Diesen Sonntag hakte ich am Vormittag einen weiteren Platz in Wesseling ab – die beiden jetzt noch fehlenden will ich Anfang November besuchen. Der Sportplatz Waldstraße in Wesseling Süd ist wohl der typischste für die Stadt, denn während auf drei Seiten Bäume stehen, stehen direkt an der vierten die riesigen Tanks der Raffinerie. An keiner anderen Sportanlage der Stadt ist die Industrie so nah dran wie hier. Ansonsten fällt nur auf, dass es eine Überdachung neben der in den Vereinsfarben gemauerten Imbissbude (da können sich etwa 100 Leute drunterstellen wenn es regnet) gibt, aber keine Ausbauten und dass die Kunstrasenqualität sehr hoch ist.

Von diesem Spiel der untersten Frauenliga hatte ich mir natürlich nichts versprochen außer ein paar Toren, aber wie viel höher das Niveau der Frauen hier im Kölner Raum im Vergleich zu Sachsen-Anhalt offenbar ist, war sehr verwunderlich. Also selbst Mannschaften wie die HFC-Frauen spielen ja kaum besser als Rot-Gelb Wesseling und Rheinsüd Köln! Hier gab es Spielerinnen, die mit dem Ball am Fuß das ganze Feld auf und ab stürmten: das 0:1 und das 2:1 waren solche Sololäufe! Hier kamen regelmäßig Pässe an und die Laufarbeit war wirklich respektabel. Wenn ich mir hingegen die Teams aus Sachsen-Anhalt von der Landesebene an abwärts (ich will gar nicht mit dem Frauenteam aus Wesselings schönster Nachbarstadt anfangen) angucke: ach du Scheiße...

Ein weiterer Pluspunkt für dieses Spiel war die Spannung: nach dem Heber aus vollem Lauf zum 4:1 schien Köln nach 52 Minuten geschlagen zu sein, doch in den letzten 25 Minuten, u.a. mit einem Doppelschlag in der 80. und 81. Spielminute, gaben die Wesselingerinnen noch die sichere Führung her. Der FC Rheinsüd Köln gewann am Ende also spektakulär mit 4:5!  
Zuhause was zu Mittag gegessen und dann vom Fahrrad aufs Auto umgestiegen. In Mönchengladbach stehen mehrere interessante Stadien, darunter auch drei alte gammlige, sodass ich noch ein paar Mal in diese ansonsten sehr hässliche Stadt fahren werde. Im Stadtteil Rheydt gibt es gleich zwei alte Stadien und heute wurde im RSV-Stadion, das offiziell Jahnstadion heißt, gespielt. Hier war das Spiel zwar auch eng und schon irgendwie spannend, aber erschreckend schlecht. Für die im Vergleich mit anderen NRW-Clubs schon eher niedrigen 4€ (Rentner, Studenten u.a. sogar nur 2€) bekam man zwar ein herrliches Stadion geboten aber leider ein fürchterliches Spiel.

Der Tabellenletzte Rheydter SV schien zeigen zu wollen, dass sie nichts in dieser Liga zu suchen haben, und der Tabellenzweite aus Kaarst spielte wie besoffen. Rheydt vergab absteigertypisch einen geschenkten Foulelfmeter mit einem Lattenschuss und nach dem Seitenwechsel war es auch Kaarst, die einen Elfmeter vergaben: hier hielt der Rheydter Schlussmann hervorragend. Kurz zuvor hatte ein anderer Rheydter etwas anderes hervorragend gemacht: nämlich zum 1:0 eingenetzt. Mehr als dieser eine Treffer fiel trotz einiger Torchancen für Kaarst in der Schlussphase nicht mehr.

Gelohnt hatte also vor allem der Besuch des Stadions. Denn der heute von 22 Stümpern malträtierte Rasenteppich ist eng umbaut auf vier sehr unterschiedlich gestalteten Seiten. Ich platzierte mich auf der Gegenseite, wo 20 Stehstufen, größtenteils bewachsen und bemoost, vom Zaun am Spielfeldrand aus steil nach oben gehen. Die von mir aus linke Hintertorseite hat nur etwa 12 Stehreihen zu bieten und die sind in der Mitte von einem Gefallenendenkmal mit drei Schwertern und Eisernem Kreuz unterbrochen. Rechts ist die höchste Tribüne, direkt hinterm Tor und oben an den Kunstrasennebenplatz anschließend, zu finden: hier sind 15 + 10 Reihen Stehstufen. Auf der Hauptseite gibt es 10 Stehstufen auf der unteren Seite und rechts und links noch weitere Stufen oberhalb, während sich in der Mitte zwischen ebendiesen Stehrängen die Sitztribüne, mit ihren etwas unpassenden Schalensitzen und den für den Westen charakteristischen Seitenblenden, erhebt.  
Nach dem Spiel fuhr ich noch in Rheydt rum: das ist ein Stadtteil von Mönchengladbach, der so scheiße zubetoniert aussieht, wie alles in Mönchengladbach. Doch ganz am Rand, außerhalb der hässlichen Stadt, befindet sich ein recht ansehnliches Wasserschloss. Das ist zwar in Teilen zugebaut, aber das Herrenhaus hat eine tolle Fassade mit vielen aus Stein gemeißelten Köpfen.

Noch sehenswerter ist das Wasserschloss Myllendonk in der Gemeinde Korschenbroich: das ist zwar Maas-Renaissance, aber die Türme sind höher als sonst üblich und die ganze Anlage wirkt dadurch kunstvoller. Interessant ist auch die Nutzung des Schlossparks als Golfplatz.

Im ebenfalls zu Korschenbroich gehörigen Dorf Liedberg gibt es – und das ist sehr selten in NRW – einen historischen Kern: klassische Fachwerkhäuser in schwarz und weiß und oberhalb der fast geschlossenen Bebauung einen Rundturm der ehemaligen Burg. Daneben gibt es eine kleine Kirche und daneben wiederum ein in Restaurierung befindliches Maas-Renaissance-Schloss. Das ist zwar eine sehr kleine Häuseransammlung, aber recht sehenswert!  
Statistik:
- Grounds: 1.207 (heute 2 neue; diese Saison: 53 neue)
- Sportveranstaltungen: 2.192 (heute 2; diese Saison: 80)
- Tageskilometer: 160 (150km Auto, 10km Fahrrad)
- Saisonkilometer: 17.170 (12.380 Auto/ 3.600 Flugzeug/ 1.090 Fahrrad/ 80 öffentliche Verkehrsmittel/ 20 Schiff, Fähre) - Anzahl der Fußballspiele seit dem letzten 0-0: 161 [letzte Serie: 10, Rekordserie: 178]
- Anzahl der Wochen, seit der letzten Woche ohne eine einzige Sportveranstaltung (31.7.-6.8. 2006): 429

W429II: Motoballstadt Mörsch

Deutsche Jugendmeisterschaft im Motoball
- Datum: Samstag, 18. Oktober 2014 – Beginn: 10.30
- Wettbewerb: Deutsche Jugendmeisterschaft im Motoball, Finalrunde
- Finale: MSC Ubstadt Weiher 10:2 MSC Kobra Malchin
- Spiel um Platz 3: MBC Kierspe 8:0 MSC Jarmen
- Spiel um Platz 5: MSC Taifun Mörsch 7:0 1.MBC 70/90 Halle
- Spiele um die Plätze 7-9: MSF Tornado Kierspe 9:1 1.MSC Seelze, MBV Budel 8:1 1.MSC Seelze, MSF Torado Kierspe 4:1 MBV Budel
- Torstatistiken: insgesamt 51 Tore in 6 Spielen, d.h. im Schnitt 8,5 Treffer pro Partie
- Strafen: insgesamt 7 (2x Jarmen, 2x Kierspe, 1x Tornado, Taifun, Malchin) grüne Karte, 0 gelbe Karten, 0 rote Karten, d.h. insgesamt 14 Strafminuten in 6 Spielen
- Spielort: Erwin-Schöffel-Stadion (Mörsch; Kap. 2.000 Stehplätze)
- Zuschauer: je nach Spiel 50 bis 190 (größte Fangruppen mit je um die 50: Taifun Mörsch und Ubstadt-Weiher)
- Unterhaltungswert: 7,0/10 (Sehenswertes wenn auch einseitiges Turnier)  
Photos with English Commentary:
a) Pictures: German Motorcycle Football Youth Championship at Taifun Mörsch’s Stadium
b) Video: Motorcycle Football, Ubstadt-Weiher scoring their 10th goal against Kobra Malchin

Man mag es als Laie ja nicht für möglich halten, aber Motorsport wird auch von Minderjährigen ohne Führerschein betrieben und es gibt auch erwachsene Motoballspieler, die mangels Motoradführerschein nicht außerhalb der Sportanlage ein solches motorisiertes Zweirad benutzen dürfen. Eine Woche vorm großen Finale in der Motoballbundesliga stieg im selben Stadion der Finalspieltag der Juniorenmeisterschaft, in der alle Mannschaften der U19-Liga (das Alter der Spieler reichte von etwa 11 bis 18 Jahren, entsprechend variierte auch die Größe der Motorräder, deren Leistung auch etwas niedriger als bei den Erwachsenen schien) ihren bisherigen Platzierungen entsprechend gegeneinander antraten.

Gespielt wurde in Rheinstetten-Mörsch, einer echten Motoballstadt bei Karlsruhe. Dort gibt es im Gewerbegebiet Bach West gleich zwei Stadien für Motoball: das des MSC Mörsch und jenes von Taifun Mörsch – und dort findet das Erwachsenen-Finale am 25.10. und fand ebendieses Junioren-Finale heute statt.

Die beiden Stadien in Mörsch sind fast baugleich. Das Stadion von Taifun unterscheidet sich nur geringfügig in der Größe und in der Höhe des Graswalls. Der Betonplatz ist genauso mäßig, immerhin sind die Torräume mit Tartan ausgepolstert. Ausbau gibt es nur auf einer Seite: sechs Betonstufen, mittig ein Sprecherturm, gegenüber das Vereinsheim. Neben dem Vereinsheim bis hinter das eine Tor geht auch ein hoher Graswall rum.

Der Besuch beim Motoball sollte sich wiedereinmal gelohnt haben: leider war es der erste und letzte in dieser Saison 2014, da in dieser Saison ein beispielloses Ansetzungschaos herrschte, aber nächste Saison (2015) hoffentlich öfter!  
Die Spiele im Einzelnen:
Platzierungsspiel 1 (Platz 7-9): MSF Torado Kierspe 4:1 MBV Budel [6,5/10]
Das war immerhin das engste Spiel des Tages, doch auch hier ging es eigentlich nur auf ein Tor. Budel konnte mal im dritten Viertel verkürzen, doch kassierte dann einen Doppelschlag.

Platzierungsspiel 2 (Platz 7-9): MBV Budel 8:1 1.MSC Seelze [3,5/10]
So schlechtes Motoball habe ich noch nie gesehen! Kein Kommentar zu dem unnatürlich großen Seelzer Torwart, der sich überhaupt nicht richtig bewegen konnte und dementsprechend acht Treffer (davon sechs haltbar) kassierte.

Platzierungsspiel 3 (Platz 7-9): MSF Tornado Kierspe 9:1 1.MSC Seelze [7,0]
Ein richtig gutes Spiel! Allerdings natürlich sehr einseitig. Kierspe spielte wirklich schönes Motoball und nahm Seelze – trotz neuem Torwart – auseinander.

Spiel um Platz 5: MSC Taifun Mörsch 7:0 1.MBC 70/90 Halle [7,0]
Ein Spiel auf ein Tor: Halle kaum einen Angriff vorgetragen, doch Taifun Mörsch kombinierte schön, sodass ihr Goalgetter ein ums andere Mal einschießen konnte.

Spiel um Platz 3: MBC Kierspe 8:0 MSC Jarmen [6,5]
Auch beim Spiel um Platz 3 war die Einseitigkeit nicht zu überbieten: 4x10 Minuten nur auf ein Tor, was vom MBC Kierspe natürlich schön vorgetragen wurde.

Finale: MSC Ubstadt Weiher 10:2 MSC Kobra Malchin [7,0/10]
Das wirklich gute Finalspiel manifestiere die extreme Überlegenheit der Mannschaften aus der Südgruppe gegenüber jenen der Nordgruppe. Ich denke, selbst der Nordmeister Malchin (für mich überraschend, aber dieses Ergebnis bedeutet Hoffnung für Malchin, dass ihre Bundesligamannschaft mal in einer der kommenden Spielzeiten nicht Letzter wird) dürfte gegen keine einzige Südmannschaft, wenn dann vielleicht gegen die Käsköppe von Budel, gewinnen. Allerdings hielt Malchin in den ersten 15 Minuten gut mit (es wurden 4x15 statt 4x10 gespielt) und konnte die Ubstädter Führung ausgleichen. Nach dem 1:1 kassierten sie aber postwendend das 2:1. Wenig überraschend gelang es Ubstadt-Weiher auch die Zweistellig-Marke zu knacken: das 10-2 war der Schlusspunkt auf die Süd-Dominanz und der Schlusspunkt auf ein sehenswertes Motoballturnier.

Vor der Siegerehrung brannten die Ubstädter Fans noch ihre obligatorischen gelben Rauchbomben ab und nach der Siegerehrung hieß es für mich noch mal knapp 3 Stunden Fahrt nach Norden.  
Statistik:
- Grounds: 1.205 (heute 1 neuer; diese Saison: 51 neue)
- Sportveranstaltungen: 2.190 (heute 1; diese Saison: 78)
- Tageskilometer: 590 (590km Auto)
- Saisonkilometer: 17.010 (12.230 Auto/ 3.600 Flugzeug/ 1.080 Fahrrad/ 80 öffentliche Verkehrsmittel/ 20 Schiff, Fähre) - Anzahl der Fußballspiele seit dem letzten 0-0: 159 [letzte Serie: 10, Rekordserie: 178]
- Anzahl der Wochen, seit der letzten Woche ohne eine einzige Sportveranstaltung (31.7.-6.8. 2006): 429

W429I: Köln; Zoo und Nippes

Deutsche Jugendkraft Grün-Weiß Nippes 1919 II .......... 1
Verein für Leibesübungen Leverkusen 04/14 II .............. 8
- Datum: Freitag, 17. Oktober 2014 – Anstoß: 20.00
- Wettbewerb: Kreisliga C Köln, Staffel 1 (10. Spielklasse, 6. Amateurliga)
- Ergebnis: 1-8 nach 92 Min. (45/47) – Halbzeit: 1-1
- Tore: 0-1 30. Luis Mwamba, 1-1 40. Marcel Schmitz, 1-2 62. Louis Mwamba, 1-3 63. Kai Lehmann, 1-4 66. Kai Lehmann, 1-5 72. Tobias Woryna, 1-6 79. Michael Lehmann, 1-7 86. Tobias Woryna, 1-8 91. Marvin Wrede
- Verwarnungen: Jonas Pullmann (Nippes)
- Platzverweise: keine
- Spielort: Bezirkssportanlage Nippes, Kunstrasenplatz (Kap. 1.020, davon 20 Sitzplätze)
- Zuschauer: ca. 45 (davon ca. 6 Gästefans)
- Unterhaltungswert: 4,0/10 (Nur weil Leverkusen ab der 60. richtig Fußball spielte, konnten in diesem Dreckskick noch richtig viele Tore fallen)  
Photos with English Commentary:
a) Amateur Football in Cologne: Grün-Weiß Nippes Reserves v VfL Leverkusen Reserves
b) Zoological Garden of Cologne: Hippos, Suricates, Big Cats, Apes, and a huge Aquarium

Nach dem Mittagessen ging es per Rad nach Köln. Nimmt man statt des Radweges am Rhein eine innerstädtische Route, ist man nach nur 22km und ca. 70 Minuten von Wesseling aus am Kölner Zoo angekommen. Für 17,50€ bekommt man einen der schönsten und besten deutschen Zoos zu sehen. Alle Gehege sind modern und groß, einige alte Tierhäuser wurden wegen der historischen Bausubstanz (mit orientalisierenden Bauelementen und Afrika- bzw. Indien-Kitsch) erhalten und umgenutzt.

Besondere Highlights sind das als „Hippodom“ bezeichnete Afrikahaus – außer Großflusspferden gibt es da auch Krokodile, Vögel und Chamäleons – das Primaten- und Affenhaus, die Elefantenanlage, die Großkatzensammlung (Löwen, Tiger, Persischer Leopard etc.) und nicht zuletzt das Aquarium (von Clownsfischen über japanische Wollhandkrabben bis hin zu Quallen und Korallen gibt es da viel Buntes zu sehen) mit angeschlossenem Terrarium (für Insekten, Schmetterlinge, Spinnen, Skorpione und v.a. Echsen; vom Gecko bis zum Komodowaran).  
Ein paar Kilometer nach Nordwesten und man ist im wegen seines Straßenkarnevals berühmten Stadtteil Nippes. Der heißt nicht nach Trödel, Tand und Schrott, sondern nach einer Anhöhe am Fluss. Und Nippes habe ich da auch keinen gekauft, sondern bin erst mal zu einem sehr guten türkischen Lokal und von da zum Fußball weiter. Auf der Bezirkssportanlage stieg um 20 Uhr (noch später?!) ein Spiel der zweituntersten Liga. Und wenn man schon in Köln ist, dann kann man ja das noch mitnehmen...

Die Bezirkssportanlage Nippes ist allerdings nicht so lohnend: Highlight ist das Graffiti mit den Wappen der beiden Heimvereine vor dem Sportlerheim. Die Leichtathletikanlagen und der Kunstrasen sind aber zugegebenermaßen in einem topp Zustand – nur das funselige Flutlicht nervt und es gibt nur ein paar Metallbänke zum Sitzen und keinerlei Ausbauten auf der weitläufigen Anlage.

Auch das Spiel war nicht so der Bringer. Der Schiedsrichter war sehr unsicher und nicht sonderlich gut und die noch schlechteren Spieler hielten sich natürlich ewig an seiner Leistung auf um ihre eigene beschissene Leistung zu überspielen. Also dass es noch eine Liga darunter gibt, musste einen schon wundern, so unbedarft und unansehnlich wie Grün-Weiß Nippes II und VfL Leverkusen II da spielten. Zwei so schwache Mannschaften hat man in Sachsen-Anhalt (trotz oder wegen der niedrigeren Einwohnerzahl?) selbst in der untersten Spielklasse kaum. Leverkusen II ist ja auch noch Aufstiegskandidat, doch das zeigten sie erst nach einer Stunde. Nachdem sie nach einem furchtbaren Torwartfehler nach 60 Minuten das 1:2 erzielt hatten, trafen sie plötzlich im Minutentrakt mit fast jeder Torchance zum am Ende 1:8. Also wie Nippes das Spiel noch von 1:1 so aus der Hand geben konnte, ist mir klar: da war kein einziger Spieler dabei der irgendetwas Vernünftiges gezeigt hätte und so kann man nur verlieren – aber wie die kaum besseren Leverkusener da noch so viele Tore schießen konnten, verstehe ich nicht...  
Statistik:
- Grounds: 1.204 (heute 1 neuer; diese Saison: 50 neue)
- Sportveranstaltungen: 2.189 (heute 1; diese Saison: 77)
- Tageskilometer: 60 (60km Fahrrad)
- Saisonkilometer: 16.420 (11.640 Auto/ 3.600 Flugzeug/ 1.080 Fahrrad/ 80 öffentliche Verkehrsmittel/ 20 Schiff, Fähre) - Anzahl der Fußballspiele seit dem letzten 0-0: 159 [letzte Serie: 10, Rekordserie: 178]
- Anzahl der Wochen, seit der letzten Woche ohne eine einzige Sportveranstaltung (31.7.-6.8. 2006): 429

Montag, 13. Oktober 2014

W428V: Erste Auslandsfahrt von Wesseling aus – in Spa und den Ostkantonen

Royal Spa FC ...................................................................... 2
Stade Disonais ..................................................................... 6
- Datum: Sonntag, 12. Oktober 2014 – Anstoß: 15.00
- Wettbewerb: Premiere Provinciale de Liege (1. Provinzklasse Lüttich = 5. Spielklasse, 2. Amateurliga Belgiens)
- Ergebnis: 2-6 nach 91 Min. (45/46) – Halbzeit: 1-3
- Tore: 0-1 6. (7), 0-2 17. (10), 1-2 23. (Nr. 7), 1-3 45. (7), 1-4 59. (18), 2-4 62. (18), 2-5 83. (11), 2-6 91. (20)
- Verwarnungen: Nr. 8, 18 (Spa)
- Platzverweise: keine
- Spielort: Stade de la Géronstère (Kap. 2.600, davon 1.300 Sitzplätze)
- Zuschauer: ca. 150 (davon ca. 40 Gästefans)
- Unterhaltungswert: 7,0/10 (Unterhaltsames Spiel, Spa hat besser gegengehalten als gedacht)  
Photos with English Commentary:
a) Amateur Football in Belgium: Royal Spa FC suffers another defeat, this time on the hands of Stade Disonais
b) Belgium (The Eastern Cantons): Castles and Palaces in Burg-Reuland, Reinhardstein, Franchimont, Eupen and Raeren

Wesseling liegt näher an der Grenze als Merseburg, von daher sind Tagesausflüge ins Ausland noch einfacher zu machen. Von Merseburg aus war immer Tschechien und dann Polen das Ziel, hier sind es nun gleich vier Länder – Belgien, Niederlande, Luxemburg und Frankreich – wobei außer Luxemburg und mit Abstrichen Frankreich das alles nicht so attraktiv ist. Da waren Tschechien und Polen schon besser.

Wie auch in den Niederlanden hatte ich bisher nur einmal Fußball in Belgien gesehen – und das war sogar erste Liga. Aber warum nicht mal für die 5. Liga über die Grenze fahren, wenn in einer der interessanteren Gegenden des Landes in einem der schönsten und ältesten Stadien der Region gekickt wird?  
Was die Route anging: die A1 nach Süden, dann auf die B51 nach Rheinland-Pfalz rein und einem Wegweiser nach „Burg-Reuland (B)“ nach, der in einen asphaltierten Feldweg zeigt. Ohne zu es merken war man dann in Belgien: kein Grenzschild und alles Deutsch beschriftet. Burg-Reuland hat oberhalb des Dorfes eine schöne Burg zu bieten, die zwar nicht offen war, aber um deren ganz gut erhaltenen Mauern man herumlaufen konnte.

Über kleine Nebenwege fuhr ich nach Norden, wo ein luxemburgischer Adliger vor ein paar Jahrhunderten ein Schloss hingeknallt hat. Chateau de Reinhardstein ist dann schon in dem Bereich Belgiens, wo überwiegend Französisch gesprochen wird. Das Schloss selbst liegt in einer schönen, leicht gebirgigen und waldreichen Landschaft – es verteilt sich auf mehrere Gebäudeteile mit teils abseitig auf kleinen Felsen stehenden Wohntürmen und dem mittig in einem kleinen Tal auf einem weiteren Felsen stehenden Hauptschloss mit drei Türmen und Wohngebäuden.

Eine sehenswerte Burgruine ist Franchimont bei Theux, wenige Kilometer nördlich von Spa. Die ist fünfeckig mit fünf Ecktürmen angelegt und auch die Kasematten, die mit steilen Treppen unter die Erde gehen, sind zu besichtigen.

In Spa selbst sieht es so aus, wie überall in Belgien: schmuddelige graue Häuser, dazwischen mal ein paar besser gemachte aus dem 18./19. Jahrhundert. Eines der schönsten Gebäude der Stadt ist ein schlossartiger Verwaltungsbau neben dem Stadion.  
Das Stadion Géronstère ist eines der ältesten Belgiens (wohl 1920er) und hat eine tolle, hohe, überdachte, symmetrische Tribüne mit pavillonartigen Ausbauten an den Seiten, Sportlerheim und Kabinen im Sockel, und sieben Reihen blauer und weißer Holzbänke. Gegenüber sind zugewucherte Stehstufen, auf denen mehrere alte Kastanien wachsen. Hinter den Toren stehen Bäume. Um den Platz geht eine massive Reling herum. Das Kassenhaus erinnert eher an England, aber 5€ Eintritt sind jetzt nicht so hoch wie sonst oft in Belgien. Das Land hat ein ausgeprägtes Ligensystem mit Reserveligen, sodass Spa eigentlich nicht in der 5. Liga von 8 spielt, sondern von 12. Wenn sie so weiter spielen, können sie allerdings in der Tat „nur“ in die 4. Provinzklasse (8. Liga) abrutschen, da die anderen vier Ligen nur für Reservemannschaften sind.

Dass bei dem Verein einiges nicht rund läuft, ist weniger am Zustand der Anlage zu merken, als vielmehr daran, dass die Pommesbude geschlossen hatte. Aber dafür gab es tolle Hotdogs: Würstchen im Brötchen, klar, aber außer Ketchup und Gurkenscheiben wurde da Sauerkraut draufgeknallt. Ob die Belgier wissen, dass das dunkelgelbe Gestreusel auf einem Hotdog eigentlich Röstzwiebeln seien sollen?

Ich hatte eben Probleme im Verein Royal Spa FC angedeutet und es gibt in erster Linie wohl welche mit dem Niveau der Spieler, denn hier muss die Reserve auf dem Platz der ersten Mannschaft gerückt sein. Die Spiele von Spa in dieser Saison: 0-13, 0-7, 1-7 (beim Vorletzten, was dessen einziger Sieg ist), 0-5, 0-11, 0-7, 2-10, 0-6, 0-10. Macht 0 Punkte, 3:76 Tore und den 16. Platz. Die Gastmannschaft aus Dison steht im Mittelfeld und kam sicher mit der Erwartung eines einfachen Sieges nach Spa.

So einfach sollte es dann aber doch nicht werden: Dison war zwar klar besser, hier klappte auch das Passspiel und die Offensivaktionen waren im Minutentakt auf das Tor von Spa gerichtet, aber nach einer schnellen 0:2 Führung ließen sie die Gastgeber kommen. Durch Abstimmungsfehler zwischen Torwart und Verteidigung gelang einem Spieler von Royal Spa auch eine Bogenlampe über den Torwart zum 1:2. Mit dem Pausenpfiff köpfte Dison jedoch zum 1:3 ein. Nach der Pause folgte auf das erwartete 1:4 überraschend ein weiterer guter Spielzug von Spa, der zum 2:4 sorgte. Erst in der Schlussphase konnte Dison noch ein besseres Ergebnis erzielen, in dem sie zwei Mal die Abwehr ausspielten. Dieses 2:6 war aber immerhin die niedrigste Niederlage des Royal Spa FC in dieser 10 Spieltage alten Saison!  
Nach dem Spiel klapperte ich noch ein paar Schlösser ab: in Eupen gibt es gleich zwei, wobei eines sehr hässlich verbaut ist und das andere mit modernen Anbauten versehen obwohl der Baukörper sonst dem einer Renaissance-Wasserburg entspricht. Sehenswerter ist Raeren, wo die Schlossgebäude zwar alle in grau gehalten sind, aber verspielte Türme haben. Etwas abseits steht auch ein wuchtiger Wohnturm.

In dieser mehrsprachigen Region war es übrigens interessant, Autoradio zu hören. Die Sender in NRW sind ja fast alle entweder total niveaulos (wer dachte die Moderatoren und ihr Programm auf MDR Jump seien schon doof, muss mal 1live hören...) oder stinklangweilig – höchstens wenn Funkhaus Europa wieder für jede in Deutschland lebende ausländische Gemeinde muttersprachliches Programm hat, kann man mal von interessantem Radio reden: Funkhaus hat aber leider zu viele Sprachprogramme und zu wenig Mucke – aber wenn man in den Ostkantonen herumfährt, kann man je nach Empfang wechseln zwischen den niederländisch-, französisch und deutschsprachigen belgischen Sendern, wobei letztere es fertig bringen, Amateurfußballergebnisse bis in die unterste Reserve-Provinzklasse Lüttich zu bringen und dabei die Mannschaften auch alle deutsch auszusprechen und zudem über alle sportlichen Aktivitäten der Ostkantonsvereine (ob Radrennen, Wasserball oder 3. Frauen-Volleyballliga) zu informieren. Besonders im Bereich südöstlich von Spa bekommt man auch luxemburgische Sender mit älterer Rockmusik und Abhandlungen zu philosophischen Werken – französische Originalzitate und dazu Anmerkungen im luxemburgischen Dialekt – oder passendem Kommentar eines Moderators zu einer Promi-Nachrichten wie in etwa „wat ass dat fir e Schäiss?“  
Statistik:
- Grounds: 1.203 (heute 1 neuer; diese Saison: 49 neue)
- Sportveranstaltungen: 2.188 (heute 1; diese Saison: 76)
- Tageskilometer: 310 (310km Auto)
- Saisonkilometer: 16.360 (11.640 Auto/ 3.600 Flugzeug/ 1.020 Fahrrad/ 80 öffentliche Verkehrsmittel/ 20 Schiff, Fähre) - Anzahl der Fußballspiele seit dem letzten 0-0: 158 [letzte Serie: 10, Rekordserie: 178]
- Anzahl der Wochen, seit der letzten Woche ohne eine einzige Sportveranstaltung (31.7.-6.8. 2006): 428

W428IV: Sportart Nr. 70; Taekwondo

International Taekwondo Masters NRW 2014
- Datum: Samstag, 11. Oktober 2014 – Beginn: 9.30
- Wettbewerb: International Taekwondo Masters NRW 2014, Tag 1 (Wettkämpfe der Kadetten und Jugendlichen beim Bundesranglistenturnier)
- Ergebnisse: http://www.nwtu.de/
- Austragungsort: Hardtberghalle (Bonn; Kap. 1.800 Sitzplätze)
- Zuschauer: ca. 800 (überwiegend Sportler und deren Angehörige)
- Unterhaltungswert: 7,0/10 (Interessante Sportart, hier auch auf gutem Niveau ausgeführt)  
Photos with English Commentary:
Taekwondo: International Masters of Northrhine-Westphalia in Bonn

Ich bin ja immer auf der Suche nach Wettkämpfen in Sportarten, die ich noch nicht gesehen habe. Gerade Kampfsportarten stehen da aufgrund der oft möglichen, actionreichen Fotos hoch im Kurs. So kam ich schnell darauf, an diesem Samstag mit dem Rad von Wesseling nach Bonn zu fahren, wo in der Hardtberghalle gegenüber des Telekom Domes ein internationaler Wettkampf im Taekwondo stattfand. Diese koreanische Kampfkunst bzw. Kampfsportart, die jedem Olympiagucker bekannt sein sollte, ist mittlerweile die 70. Sportart, die ich sehe...

Bei dem zweitägigen Turnier trat am Samstag alles was unter 19 ist in Alters- und Gewichtsklassen sowie nach Geschlecht (ist nicht selbstverständlich, denn bei Besetzungsproblemen und zu wenigen Konkurrenten treten auch Jungen gegen Mädchen an, was erfreulich unproblematisch beim Kampfsport abläuft) getrennt, an. 8€ sind die übliche Preislage bei derlei Events und auch das Catering (das im Übrigen erstaunlich gut war) war preislich noch gerade so im Rahmen.

Die Hardtberghalle mit ihren Sitztribünen auf drei Seiten (die Obertribünen mit roten Schalensitzen, die eine Untertribüne mit Bänken) war nicht gerade überragend gefüllt. Außer den gerade nicht auf der Matte stehenden Sportlern und ihre Familienangehörigen schienen kaum Zuschauer den Weg in die Halle gefunden zu haben. Ich wette, ich war der einzige von den gut 800 auf der Tribüne, der zum ersten Mal Taekwondo live gesehen hat...

Dass keine Interessierten von außerhalb da waren, wird an der nicht vorhandenen Werbung gelegen haben. Wenn man nicht gezielt im Netz nach Taekwondo in NRW gesucht hat, hat man diesen Event als Nicht-Mitglied nicht gefunden. Ob das finanziell einfach nicht drin war oder nur Unprofessionalität des Veranstalters sei dahingestellt – unprofessionell war aber definitiv das Kampfgericht. Sonst hätte es nicht so viel Gemecker von den so fairen Kampfsportlern und ihren Trainern gegeben: die Sensoren in den Schutzwesten funktionierten immer wieder nicht, Trefferpunkte wurden nicht oder falsch gezählt, Informationen auf den Schautafeln waren falsch oder unvollständig und das Chaos bekamen die von der Organisation bzw. dem Kampfgericht auch bis zum Ende der Veranstaltung (17.30 Uhr) nicht auf die Reihe.

Was die Kämpfe angeht, so habe ich einen positiven Eindruck mitgenommen. Dieser Sport ist dynamisch und sehenswert. Etliche der Kämpfe waren sehr eng, gingen zum Beispiel in die Zusatzrunde in der nach Sudden-Death-Regel gepunktet wird oder schienen schon entschieden (vielleicht 6:1 Führung in Runde 1) und gingen dann in der dritten Runde doch noch an den Gegner (z.B. 11:12). Kaum ein Kampf ging vor der dritten Runde weg und keiner in der ersten. Einen klassischen KO gab es keinen – das ist wohl auch selten im TKD. So manche Kampsportart mag aufgrund ihrer weitreichenderen Freiheiten in den Kampftechniken für den Zuschauer packender sein, aber Taekwondo lohnt sich auch noch ein weiteres Mal zu besuchen.  
Statistik:
- Grounds: 1.202 (heute 1 neuer; diese Saison: 48 neue)
- Sportveranstaltungen: 2.187 (heute 1; diese Saison: 75)
- Tageskilometer: 50 (50km Fahrrad)
- Saisonkilometer: 16.050 (11.330 Auto/ 3.600 Flugzeug/ 1.020 Fahrrad/ 80 öffentliche Verkehrsmittel/ 20 Schiff, Fähre) - Anzahl der Fußballspiele seit dem letzten 0-0: 157 [letzte Serie: 10, Rekordserie: 178]
- Anzahl der Wochen, seit der letzten Woche ohne eine einzige Sportveranstaltung (31.7.-6.8. 2006): 428

W428III: Einseitiges Basketballspitzenspiel

Telekom Baskets Bonn ...................................................... 74
Alba Berlin ......................................................................... 83
- Datum: Freitag, 10. Oktober 2014 – Anstoß: 20.00
- Wettbewerb: 1. Basketballbundesliga, sogenannte „BEKO BBL” (1. deutsche Profibasketballliga)
- Ergebnis: 74-83 nach 40 Min. (4x10) – Viertelergebnisse: 12-21, 19-27, 18-18, 25-17
- Punkte: Klimavicius 17, Brooks 16, McConell 9, Wachalski 9, Mangold 8, Veikalas 6, Mädrich 3, Caloiaro 3, Koch 3 (Bonn); Radosevic 13, King 11, McLean 11, Banic 10, Hammonds 10, Redding 9, Vargas 8, Renfroe 6, Giffey 5 (Berlin)
- Freiwurfquote: Bonn 75% (15 von 20); Berlin 75% (15 von 20)
- Fouls: Caloiaro 5, Mädrich 4, Lawrence 4, Mangold 3, McConell 2, Koch 2, Klimavicius 1, Brooks 1, Wachalski 1, Vaikalas 1 (Bonn = 24); King 4, Mc Lean 3, Redding 3, Vargas 3, Renfroe 3, Radosevic 2, Hammonds 2, Banic 1, Wohlfarth-Bottermann 1 (Berlin = 22)
- Spielort: Telekom Dome (Kap. 6.000, davon 4.000 Sitzplätze)
- Zuschauer: ca. 5.800 (davon ca. 20 Gästefans)
- Unterhaltungswert: 6,5/10 (Tolles Spiel von ALBA, Bonn leider sehr unterlegen – mehr als das Ergebnis ausdrückt –sodass nie wirklich Spannung aufkam)  
Photos with English Commentary:
a) Basketball, German Top Tier: Telekom Baskets Bonn v ALBA Berlin
b) Bonn & Surroundings: Monasteries in Siegburg and Heisterbach; Palaces in Niederpleis, Birlinghoven, Petersberg, Vilip (Gudertau), Adendorf and Münchhausen

Es war ja noch Orientierungswoche, also orientierte ich mich auch Freitag und Samstag noch schön im Raum Bonn. Es gibt wohl – trotz des Bergischen Landes und dem Raum Warburg – keine Region in NRW, die so viele Sehenswürdigkeiten zu bieten hat, wie Bonn (den Umkreis von 10km eingerechnet). Und in diesem Umkreis bewegte ich mich am Freitag.

In Siegburg thront eine Klosteranlage mit Stadtmauerresten auf einem Berg. In Niederpleis ist ein Schloss ausgeschildert, dass sich als bessere neobarocke Villa entpuppt. Auch in Birlinghoven ist das Schloss privat und wenig spektakulär. Hingegen die Hütte auf dem Petersberg ist zwar nicht schön und schon gar nicht historisch, aber landschaftlich toll gelegen und deshalb Gästehaus der Bundesrepublik und Nobelhotel mit Luxusrestaurant.

Ich wechselte dann von der rechten auf die linke Rheinseite. Südlich von Bonn gibt es ein paar Wasserburgen. In Vilip gibt es auch noch ältere Bausubstanz (Bauernhäuser im Fachwerkstil z.B.) und die wohl beste Burganlage in NRW. Eine zweiteilige Wasserburg die auch mit doppeltem Graben gesichert ist. Der innere Bereich ist ein älterer, gelber Renaissancebau und der äußere Bereich ein neuerer weißer. Schon allein durch die Farbgebung, aber auch durch die ausladende Größe und die Bauweise der Anlage unterscheidet sich die Burg Gudertau positiv von den ganzen langweiligen und eintönigen Maas-Renaissance-Schlössern in NRW. Auch die Schlösser in den benachbarten Orten, Adendorf und Münchhausen, sind bei weitem nicht so sehenswert.  
Im Südwesten von Bonn befinden sich die zwei größten Sporthallen der Stadt. Zur zweitgrößten: siehe Bericht vom Samstag. Die größte ist natürlich der sogenannte „Telekom Dome“, die Heimstätte der Telekom Baskets. Bei so viel „Telekom“ in dem Bericht könnte ich kotzen, heißt aber nun mal alles so und vor der Telekom war da gar nichts los in Bonn in Sachen Basketball. Entsprechend des hässlichen Namensgebers sieht die Halle auch hässlich. So viel rosa! Und dazu dann weiß, grau und schwarz... Mann, Mann, Mann! Der Baukörper ist innen durch seine Regelmäßigkeit auch anödend, während die Farben zu Augenkrebs beitragen. Interessant ist nur, dass hinter dem einen Korb eine Stehplatztribüne wie in einem ordentlichen Fußballstadion existiert und nicht nur im Umgang hinter der letzten Reihe (wie ich das gemacht habe mit meinen Karten der günstigsten Preiskategorie von 12,50€) gestanden werden darf. Einzig wirklich gut gelungen ist allerdings die Fassade: die ist weiß und hat unregelmäßige Formen mit teils pavillonartigen Anbauten.

Da heute der Rekordmeister Alba Berlin in die Halle kam, hatte ich Karten schon Wochen im Voraus bestellt, aber ausverkauft war es dann doch nicht ganz. Die Stimmung war jetzt auch nicht überragend, aber das Intro der Fans auf der Stehtribüne war gut: da wurde ordentlich mit Papierschlangen in den Vereinsfarben geschossen...

Man merkte auch an den vielen Aufstehaktionen, dass das Bonner Publikum begeisterungsfähig ist – aber die Mannschaft sollte heute einfach keinen Grund zur Begeisterung liefern. Die Telekom aus der ehemaligen Hauptstadt sah gegen die Abfallwirtschaft aus der aktuellen Hauptstadt keinen Stich. Es dauerte sechs Minuten, ehe Bonn überhaupt die ersten Punkte erzielte. Da lagen sie schon mit 0:13 oder so was zurück. Bei Halbzeit lag Bonn gegen sehr starke Berliner, die wirklich tolles Basketball zeigten, schon mit 17 Punkten zurück. Erst als Alba mit um die 20 Punkten vorne war, schalteten sie etwas zurück. Bonn wusste das zu nutzen und holte auf teilweise nur noch 8 oder 9 Punkte Rückstand auf, doch nachdem Berlin noch einmal anzog, war die Sache endgültig gelaufen und spannend war das Spiel durch die Überlegenheit von Berlin ohnehin in keiner Phase. Gelohnt hat es sich aber trotzdem!  
Statistik:
- Grounds: 1.201 (heute 1 neuer; diese Saison: 47 neue)
- Sportveranstaltungen: 2.186 (heute 1; diese Saison: 74)
- Tageskilometer: 170 (170km Auto)
- Saisonkilometer: 16.000 (11.330 Auto/ 3.600 Flugzeug/ 970 Fahrrad/ 80 öffentliche Verkehrsmittel/ 20 Schiff, Fähre) - Anzahl der Fußballspiele seit dem letzten 0-0: 157 [letzte Serie: 10, Rekordserie: 178]
- Anzahl der Wochen, seit der letzten Woche ohne eine einzige Sportveranstaltung (31.7.-6.8. 2006): 428

Freitag, 10. Oktober 2014

W428I-II: Kreisliga in der Provinz; von einem Phantomtor in der 90. und Tumulten in der Nachspielzeit

S.V. Union Bedburg-Rath 1960 ....................................... 5
Heppendorfer Sport-Club 2008 ...................................... 3
- Datum: Donnerstag, 9. Oktober 2014 – Anstoß: 19.30
- Wettbewerb: Kreisliga C Rhein-Erft-Kreis, Staffel 4 (10. Spielklasse, 6. Amateurliga)
- Ergebnis: 5-3 nach 95 Min. (45/50) – Halbzeit: 2-2
- Tore: 1-0 9. Emre Acikgöz, 1-1 20. Burim Ismaili, 2-1 23. Dirk Pesch, 2-2 38. Youssef El Bali, 2-3 65. Marco Peters (Foulelfmeter in Wiederholung), 3-3 77. Emre Acikgöz, 4-3 90. Frank Schalk (Handelfmeter), 5-3 94. Frank Schalk (Foulelfmeter)
- Verwarnungen: Frank Schalk (Bedburg-Rath); Johannes Benjami Sibum (Heppendorf)
- Platzverweise: Heppendorfs Manuel Bunsen (94. Min. wg. grobem Foulspiels)
- Spielort: Aschenplatz Rath (Kap. 1.024, davon 24 Sitzplätze)
- Zuschauer: ca. 40 (davon ca. 5 Gästefans)
- Unterhaltungswert: 7,5/10 (Bester Kreisklassefußball: 8 Tore, 4 Elfmeter, 1 Handgemenge...)

SC Vilkerath 1961 II ......................................................... 2
FC Bensberg 2002 III ....................................................... 2
- Datum: Mittwoch, 8. Oktober 2014 – Anstoß: 19.30
- Wettbewerb: Kreisliga D Bergisches Land, Staffel 7 (11. und unterste Spielklasse, 7. Amateurliga)
- Ergebnis: 2-2 nach 92 Min. (45/47) – Halbzeit: 0-0
- Tore: 0-1 65. NN, 1-1 67. (NN), 1-2 75. (NN), 2-2 90. (Phantomtor)
- Verwarnungen: Nr. 12 (Vilkerath); Nr. 1, 6, 7 (Bensberg)
- Platzverweise: keine
- Spielort: Hartplatz Vilkerath (Kap. 1.000 Stehplätze)
- Zuschauer: ca. 40 (davon ca. 10 Gästefans)
- Unterhaltungswert: 6,0/10 (Als endlich das erste Tor gefallen war, wurde aus einem höhepunktarmen Kick ein richtig abwechslungsreiches Spiel)  
Photos with English Commentary:
a) Amateur Football in Vilkerath: SC Vilkerath Reserves v FC Bensberg Third XI
b) Amateur Football in Rath near Bedburg: Union Bedburg-Rath v Heppendorfer SC
c) Bergisches Land: Ehreshoven & Georghausen (Palaces), Bensberg (Palace & Town Centre), Schmitzhöhe & Leihenhöhe (Villages & Landscape)
d) Niederrhein Region: Bedburg Palace & Town Centre, Geretzhoven Palace, Auenheim Village

Die erste Woche an der Uni Bonn lief an. Noch fanden nicht alle Veranstaltungen statt, aber das, was stattfand, machte schon mal von den Dozenten und den Anforderungen an die Studenten her einen besseren Eindruck als in Halle. Eines der Seminare wurde auch komplett auf Arabisch gemacht, was an vielen deutschen Unis selbst im Master Orientalistik/ Arabistik etc. sonst nicht funktioniert. Außerdem war ich auch beim Unisport: zweimal Badminton, da Cricket erst Ende des Monats ist und auf Fußball habe ich bei den vollen Anlagen der Uni und den Vereinen vor Ort keinen Bock...

Fußballmäßig ging außerhalb der Uni aber auch einiges ab, denn es war ja noch „Orientierungswoche“ und das heißt weniger Hausaufgaben als sonst und noch keine Gruppenarbeiten oder Referate. Ich orientierte mich auch außerhalb der Orientierungswoche der Uni, nämlich wo man noch ein paar Grounds unter der Woche machen kann...  
Nach den Seminaren am Mittwoch (da war schon volles Programm mit 10 bis 16 Uhr) fuhr ich gleich mit dem Auto weiter. In nur 45 Minuten ist man vom ohnehin schon recht schönen Bonn oder in nur 30 Minuten auch aus dem eher hässlichen Köln bzw. in 1 Stunde aus dem potthässlichen Ruhrgebiet in der landschaftlich schönsten Ecke NRWs, dem Bergischen Land. Schade ist dort nur, dass man diese Landschaft, die so an Thüringen oder Bayern erinnert, mit hässlichen Dörfern und Kleinstädten zugeschissen hat. Nur wenige der Orte haben historische Bausubstanz – aber wenn historische Substanz vorhanden ist, fallen Fachwerk und Schieferfassaden oder mindestens Schieferdächer auf. Bewaldete und teils landwirtschaftlich genutzte Höhenzüge sind eine Augenweide im Vergleich zur Rheinebene oder dem Norden NRWs und aus der Masse hässlicher Orte stechen immerhin einige einzelne Baudenkmale hervor, die wirklich sehenswert sind.

Besonders Bensberg tut sich hervor, da auf der höchsten Erhebung ein stattliches Barockschloss, als nobles Hotel genutzt, thront. Zwei Seitenflügel und der Mittelteil mit drei Türmen besetzt – wirkt alles sehr französisch. Was sehr beknackt wirkt, ist die darunter stehende mittelalterliche Burg, die in den 1960ern historisierend saniert und durch einen interessant verspielten aber aufgrund der Farben und Materialien wirklich hässlichen Verwaltungsbau ergänzt wurde. Klassisches Beispiel für verpfuschte Baudenkmale...

Der zweite Besichtigungspunkt, das unspektakuläre und detailarme Wasserschloss Georghausen mit seinem Golfplatz, war wenig lohnend. Aber im benachbarten Schmitzhöhe/ Leienhöhe gab es beste Beispiele für die Landschaft der Region aufzunehmen und auch tolle, kurvenreiche Bergstraßen zu fahren. In Ehreshoven schließlich, befindet sich ein riesiges Wasserschloss mit zwei baulich stark unterschiedlichen Teilen – Renaissance und historisierender oder neomittelalterlicher Stil oder sowas. Irgendwas hat die Anlage auch mit dem Malteser Orden bzw. dem Rheinischen Orden zu tun, aber auffällig ist v.a., dass die Anlage in weiten Teilen nur für privat ist.

Im benachbarten Vilkerath ging ich noch bei einem guten griechischen Schnellrestaurant essen und auch noch Fußball gucken. Der Platz war jetzt nicht so der Bringer: ein Hartplatz im Gewerbegebiet, ausbautenlos, keine Graswälle, beschissenes Flutlicht, aber wenigstens ein ansehnliches Vereinsheim und die in Sichtweite des Platzes liegende bergische Berglandschaft war auch in der Dunkelheit noch zu erkennen.

Das Spiel war auch ganz interessant. Es fing zwar nicht gut an: bis zur 40. Minute kam nicht ein Ball aufs Tor: der Underdog aus Bensberg (Tabellenletzter) traf dann die Latte, wobei zuvor der favorisierte Gastgeber (Tabellenführer) mehrmals das Tor verfehlte. Und auch nach der Pause drohte das Spiel 0:0 auszugehen, doch in der 65. brachen dann alle Dämme dank eines Vilkerather Torwartfehlers: der Schlussmann unterlief den Ball und ein Bensberger hob ihn vor der Auslinie noch ins Netz. Postwendend zwar nach einem Freistoßabpraller der Ausgleich, doch ein weiterer Heber über den Torwart nach einem Stellungsfehler seinerseits führte zur erneuten Gästeführung. Jetzt wurde es ruppiger: mal ne Schubserei, immer mal Gepöbel, der Schiri ließ viel laufen – und dann der Tiefpunkt der ansonsten ordentlichen Schiedsrichterleistung: nach einer Eckenserie rutscht dem Bensberger Schlussmann der Ball durch die Hände, erster Nachschuss von Verteidiger abgeblockt, zweiter Nachschuss vom Torwart selbst auf der Linie abgefangen und der über 20m mit mehreren Spielern in seiner Sichtachse entfernt stehende Schiri erkennt auf Tor. Und das in der 90. Minute beim Spiel eines Tabellenführers, der 90 Minuten lang zu blöd war, gegen den punktlosen Tabellenletzten etwas zu holen. Das war schon echt asi, wie Bensberg III hier um zwei Punkte betrogen wurde in einem Spiel, wo kaum ein Leistungsunterschied erkennbar war!  
Donnerstag war ich nur kurz am Institut und dann nur noch beim Unisport, also ging es am Nachmittag noch mal weg. Im Bergischen Land gab es leider keine Spiele heute, also blieb ich im Landkreis Rhein-Erft-Kreis bzw. Bergheim – nur ganz am anderen Ende: während Wesseling südöstlich von Köln liegt, ist Bedburg einige Kilometer nordwestlich der Großstadt zu finden. Bedburg ist nicht unbedingt attraktiv, aber zwei Baudenkmale gibt es hier: eine 0815-Backsteinkirche und ein stattliches Exemplar von Wasserschloss, das allerdings genauso aussieht, wie Dutzende andere Schlösser der Maas-Renaissance, die nicht die Formenvielfalt wie Gotik oder Barock bieten kann. Noch so ein Exemplar findet sich 7km entfernt in Geretzhoven; das sieht nur deshalb anderes aus, da es sehr heruntergekommen ist: kein kompletter Wassergraben mehr und ein Gebäudeteil abgerissen. Die Hütte befindet sich jedenfalls in Privatbesitz.

Wieder ein Stück zurück nach Bedburg und man ist im Bedburger Ortsteil Rath. Völlig gesichtslos und in Sichtweite des riesigen Kraftwerkes von Auenheim liegt Rath in der langweiligen Feldlandschaft. Da, wo es einen leichten Höhenunterschied gibt, wurde dann 2km außerhalb des Dorfes geschickt der Fußballplatz angelegt. Rote Asche, grüne Graswälle. Der Zaun ist so schlampig aufgestellt worden, dass man den Platz auch außerhalb der Trainingszeiten nutzen kann. Das Vereinsheim ist primitiv aber zweckmäßig. Vor den dichten Büschen bzw. unterhalb des Maisfeldes sind ein paar Bänke montiert.

Das waren also schon mal beste Voraussetzungen für dörflichen Kreisligafußball. Die Spieler, insbesondere jene der Gastmannschaft aus dem Elsdorfer Ortsteil Heppendorf (südlich von Bedburg), wurden den Erwartungen auch nach und nach gerecht. Sie waren als Außenseiter zum Tabellenzweiten gekommen und konnten trotzdem lange mithalten. Zumindest, nachdem sie den furiosen Beginn verkraftet hatten. Bedburg ging früh in Führung und bekam einen berechtigten Elfmeter, den der Spieler über die Latte schoss, der den zweiten Bedburger Treffer markieren sollte. In der ersten Hälfte glich Heppendorf jedoch zweimal aus. Und nach dem Seitenwechsel gingen sie mit einem Elfmeter sogar in Führung. Da warf ein verletzter Gästespieler gleich mal vor Freude seine Krücken auf den Platz...

Nur wenig später sollten allerdings auch Zuschauer auf dem Platz sein, da die viel rumprollenden Heppendorfer nach und nach das Spiel aus der Hand gaben. Erst ein Knaller an die Unterkante der Latte zum 3:3 und dann ein Handspiel in der Schlussminute mit verwandeltem Elfmeter. Ein minderbemittelter Rheinländer trat dann einen der Bedburger Stürmer, der vorher drei Leute umkurvt hatte, im Strafraum volle Bude um. Das führte zu einem zünftigen Handgemenge, wobei auch Fans beider Teams hier auf dem Platz waren und schubsten und pöbelten. Der Schiedsrichter und einige Spieler und Fans bekamen die Situation aber schnell in den Griff und der vierte Elfmeter der Partie setzte den Schlusspunkt: 5-3 für Bedburg-Rath in einem wirklich unterhaltsamen Kreisliga-C-Spiel!  
Statistik:
- Grounds: 1.200 (Mi 1 neuer, Do 1 neuer; diese Saison: 46 neue)
- Sportveranstaltungen: 2.185 (Mi 1, Do 1; diese Saison: 73)
- Tageskilometer: 300 (Mi 150km Auto, Do 150km Auto)
- Saisonkilometer: 15.830 (11.160 Auto/ 3.600 Flugzeug/ 970 Fahrrad/ 80 öffentliche Verkehrsmittel/ 20 Schiff, Fähre) - Anzahl der Fußballspiele seit dem letzten 0-0: 157 [letzte Serie: 10, Rekordserie: 178]
- Anzahl der Wochen, seit der letzten Woche ohne eine einzige Sportveranstaltung (31.7.-6.8. 2006): 428

Dienstag, 7. Oktober 2014

W427V: Die Hälfte der Fußballplätze von Wesseling an einem Tag

Spvg. Wesseling-Urfeld 1919/1946 .................................... 2
SG Germania Burgwart Bergstein ................................... 0
- Datum: Sonntag, 5. Oktober 2014 – Anstoß: 15.15
- Wettbewerb: Landesliga Niederrhein, Staffel 2 (6. Spielklasse, 2. Amateurliga)
- Ergebnis: 2-0 nach 94 Min. (46/48) – Halbzeit: 1-0
- Tore: 1-0 16. Christoph Wanner (Foulelfmeter), 2-0 60. Quinito Proenca
- Verwarnungen: Christoph Wanner, Yaschar Hayit (Wesseling); TW Thomas Mörs, Maximilian Hallmans, Yusuf Duman (Bergstein)
- Platzverweise: keine
- Spielort: Ulrike-Meyfarth-Stadion (Kap. 2.500 Stehplätze)
- Zuschauer: ca. 240 (davon ca. 5 Gästefans)
- Unterhaltungswert: 7,0/10 (Gutes Spiel)

Spvg. Wesseling-Urfeld 1919/1946 II ................................ 3
Gleuel Knapsacker Sport Club Hürth 1923/ 26 .............. 0
- Datum: Sonntag, 5. Oktober 2014 – Anstoß: 13.00
- Wettbewerb: Kreisliga B Rhein-Erft-Kreis, Staffel 3 (9. Spielklasse, 5. Amateurliga)
- Ergebnis: 3-0 nach 92 Min. (45/47) – Halbzeit: 0-0
- Tore: 1-0 51. Alim Eroglu, 2-0 58. Sydlik Ndomba, 3-0 76. David Kulinna
- Verwarnungen: Kevin Haas, David Kulinna (Wesseling); Heiko Vahle (Hürth)
- Platzverweise: keine
- Spielort: Kunstrasenplatz Am Kronenbusch (Kap. 2.000 Stehplätze)
- Zuschauer: ca. 40 (davon ca. 6 Gästefans)
- Unterhaltungswert: 6,5/10 (Schnelles und ganz gutes Spiel mit Defiziten in Sachen Torszenen)

SC Widdig 1922 II .............................................................. 3
SV Bonn Beuel 1906 II ....................................................... 3
- Datum: Sonntag, 5. Oktober 2014 – Anstoß: 11.00
- Wettbewerb: Kreisliga C Bonn, Gruppe 2 (10. Spielklasse, 6. Amateurliga)
- Ergebnis: 3-3 nach 95 Min. (45/50) – Halbzeit: 2-1
- Tore: 1-0 5. Uwe Frembogen, 2-0 8. Martin Parkop bzw. Eigentor des Beueler Torwarts Christopher Schwarz, 2-1 30. Haris Omerbasic, 2-2 55. Valon Ramadani, 3-2 80. Uwe Frembogen, 3-3 91. Mucahit Dogan oder Eigentor von Widdig
- Verwarnungen: Martin Parkop, Lukas Schweikert (Widdig); 2x Mario Angelo Bursch, Haris Omarbasic, Kidane Tesfagaber Petros (Beuel)
- Platzverweise: Mario Angelo Bursch von Beuel (74. wg. wiederholtem Reklamieren und Meckern)
- Spielort: Tennenplatz Widdig (Kap. 1.500 Stehplätze)
- Zuschauer: ca. 25 (davon ca. 2 Gästefans)
- Unterhaltungswert: 6,5/10 (Ganz ansehnliches und v.a. spannendes Spiel)  
Photos with English Commentary:
a) Amateur Football in Wesseling (1): Widdig Reserves v Beuel Reserves
b) Amateur Football in Wesseling (2): Wesseling-Urfeld Reserves v GKSC Hürth
c) Amateur Football in Wesseling (3): Wesseling-Urfeld v Germania Burgwart Bergstein
d) Wesseling Town: Centre of Chemical Industry

In Wesseling gibt es fünf bzw. sechs Sportplätze im Spielbetrieb, dazu 2 Trainingsplätze (die zwei Hartplätze am Kronenbusch) und ein paar kleine Freizeitfußballanlagen. Widdig ist eigentlich kein Ortsteil von Wesseling, sondern von Bornheim, aber bei fussball.de wird der Verein unter Wesseling geführt, also fuhr ich da heute zuerst hin, da dort schon um 11 Uhr angepfiffen wurde.

Gespielt wurde auf einem Hartplatz, der in einer eintönigen Siedlung (ganz Widdig sieht so aus: ein Reihenhaus langweilig wie das andere) liegt, aber zum Glück komplett von Bäumen (v.a. Robinien) umgeben ist. Riesige Strommasten ragen hoch über dem Platz auf. Er ist nicht völlig ausbautenlos, sondern hufeisenförmig geht (auf der Längsseite unterhalb des Sportlerheims besonders deutlich zu sehen) eine doppelte Stufe um den Platz herum...

Das Spiel der Kreisliga B war echt nicht schlecht. Widdig II ging schnell in Führung mit einem Abstauber nach Eckball und einem kuriosen Eigentor: Flanke in den Fünfer, ein Widdiger sprintet rein, nimmt den Ball volley mit Sprungtritt, trifft die Latte, von dort segelte der Ball von oben nach unten auf den Rücken des Torwarts und von da geht er zum 2:0 ins Netz. Der Anschlusstreffer ging schön ins lange Eck, während der Ausgleich in der zweiten Hälfte eher unspektakulär war. Nachdem ein Spieler von Bonn Beuel II, ein ständig rummaulender rechtsrheinischer Vorstadtproll, vom zugegebenermaßen teils unsicher agierenden Schiri vom Feld geschickt wurde, tankte sich der trotz hoher Gewichtsklasse agile 74er durch die Abwehr und netzte zum 3:2 ein. Den verdienten Ausgleich erzielte Beuel II – immer noch in Unterzahl – erst in der Nachspielzeit: und ob da überhaupt einer von ihnen mit dem Kopf an der Pille war oder doch eher ein Gegenspieler, war auch unklar...  
Ich war kurz nach Anpfiff am Kronenbusch, wo es zwischen den beiden Hartplätzen (der ausbautenlose wird als Parkplatz genutzt, der mit den zwei kleinen Tribünen als Trainingsstätte) einen Kunstrasen gibt. Auch der ist von zwei Tribünen flankiert, wobei diese sehr neu sind, jeweils drei Reihen haben (wobei die erste immer die längste und die letzte die kürzeste ist) und teils mit Kriechpflanzen bestückt sind.

Hier wurde etwas weniger gemeckert aber noch auffälliger in dem regionaltypischen Dialekt kommuniziert als in Widdig. Typisch als Zugezogener kommen mir für den rheinischen Dialekt (besonders in der Kölner Ecke) das gerollte L und das deutlichere R vor, zudem ist das G meist ein J („joot“ statt gut wenn der Pass beim Mitspieler ankam) und es gibt einen Partikel der wie in Halle (dort: „aas“) zum Beispiel an Missfallen ausdrückende Sätze gehängt wird („jeht’s dir noch joot, dooooo?“ nach einem Foul). Der Dialekt treibt in Wesseling übrigens solche Blüten, dass sogar Schilder in seltsamem Hochdeutsch in den Sportanlagen aushängen, wo an unpassenden Stellen von „einführen“ („es ist verboten, Kippen in das Urinal einzuführen“) oder gar vom völlig veralteten „gewärtigen“ („wer den Schiedsrichter belästigt hat den Verweis vom Sportplatz zu gewärtigen“) geschrieben wird. Und in wie fern man den Schiri belästigen kann, habe ich auch nicht ganz verstanden. Vielleicht ist das ja auch nur ein typischer Anti-Kölner-Schwuchteln-Gag...

Das Spiel zwischen Wesseling-Urfeld II und dem GKSC Hürth war jedenfalls temposcharf und beide Seiten zeigten viel Einsatz – aber leider waren die Schüsse oft sehr dürftig. Erst kurz nach der Pause musste der Hürther Torwart mal hinter sich greifen, als einer der türkischen Spieler einen Nachschuss an ihm vorbeibrachte. Ein Schuss in den Winkel aus 12m von einem Afrikaner brachte die Vorentscheidung. Am Ende hieß es sogar 3:0, was aber noch fast zu niedrig war, da Gleuel-Knapsack-Hürth kaum eine Torchance zustande gebracht hatte.  
Nach diesem Spiel ging es vom Kronenbusch einmal 10m rüber auf die andere Straßenseite und schon war man vorm Ulrike Meyfarth Stadion. Die erfolgreiche Leichtathletin stammt aus Wesseling – deswegen die auffällige Namensgebung. Der Eingangsbereich ist sehr wuchtig und der Aufsatz des Gebäudes ungewöhnlich da oval. Sieht man diesen Sozialtrakt dann von innen, stellt man überrascht fest, dass der obere Mitteltrakt verglast ist wie eine Bundesliga-VIP-Loge... Alles andere als Bundesliga sind die einfachen Stehstufen, fünf auf beiden Längsseiten, wobei die Stufen der Hauptseite doppelt so hoch und groß sind. Das Spielfeld ist, klar bei der Namensgeberin, von sehr modernen Leichtathletikanlagen umgeben.

Zum ersten Mal heute zahlte ich mal Eintritt, dafür aber auch mit 6€ nicht zu knapp. Das ist schon irgendwie krank, wenn man für 2. Amateurliga, zwei Klassen unterhalb der Regionalliga (die kostet 8€) 6€ abdrücken muss. Immerhin bekommt man ein sehr gutes Programmheft kostenlos dazu. Da sammelten sich zwar auch wieder komische Ausdrücke die mit Hochdeutsch nichts zu tun haben und sagten sich mal mit derben Rechtschreibfehlern hallo, aber insgesamt war die Qualität der Vorschau- und Spielberichte erstaunlich gut. Warum zur allgemeinen Belustigung ein Bericht über das Skandalurteil gegen den SV Spich mit Originalzitaten – Vereinspräsident Spich: „Ich will nich, dass wir als Asi-Verein dastehen! Den Schiedsrichter haben wir versehentlich nach dem Spiel in der Kabine eingesperrt und wer sein Fahrrad in den Wald geworfen hat, wissen wir nicht – er hatte es ja nicht einmal an den Radständer angeschlossen“ – gebracht wurde, weiß ich zwar nicht, aber vielleicht wollte man mal auf die Willkür der Sportgerichtsbarkeit hinweisen, die einen Verein mit vierstelligen Strafzahlungen und Zuschauersperren kaputt machen will, dem weder mehrfaches Fehlverhalten anzulasten noch überhaupt nachzuweisen ist, dass er für die fraglichen Vorkommnisse verantwortlich ist. Anmerkung: nach drei fragwürdigen Platzverweisen gegen Spich soll es zu üblen Beleidigungen gegen den Unparteiischen gekommen sein, der nach Spielschluss ausversehen/ absichtlich in die Kabine gesperrt wurde, während draußen sein Rad von wem auch immer gestohlen und in den Wald hinterm Stadion geleddert wurde...

Dieses Landesligaspiel hier, war aber trotz vollem Einsatz beider Teams das fairste das ich in NRW überhaupt gesehen habe. Fast niemand meckerte rum – und das in NRW! Ein paar Fouls, ein bisschen Holzen, einmal ein „halt die Fresse“ zu so einem gestörten Zuschauer mit seinen dummen Kommentaren – klar sowas muss auch sein! Aber alles sehr vernünftig. Den Schiedsrichter musste man auch nicht einsperren, auch wenn manch eine Entscheidung fragwürdig war...
Nicht einmal der Elfmeter, durch den Wesseling in Führung ging, war eindeutig. Das 2:0, aus vollem Lauf über den Torwart gelupft, war aber mehr als eindeutig. Der Gast aus Bergstein brachte einfach zu wenig nach vorne um den Gastgebern der Spielvereinigung Wesseling-Urfeld wirklich gefährlich zu werden.

So viel erstmal zu Wesseling: die anderen drei Sportanlagen (Urfeld, Süd d.h. RG Wesseling, und Berzdorf) werde ich im Laufe der Saison mal besuchen. Zum Ende des Monats schaue ich mir mal die Wesselinger Handballer an. Deren Halle ist im Moment jene am Kronenbusch. Da der Betrieb an der Uni erst ab 13.10. zu 100% anläuft, kann ich mir wohl noch ein paar Amateurkicks unter der Woche leisten und am Wochenende so wie so ein breites Sportprogramm einrichten.  
Statistik:
- Grounds: 1.198 (heute 3 neue; diese Saison: 44 neue)
- Sportveranstaltungen: 2.183 (heute 3; diese Saison: 71)
- Tageskilometer: 20 (20km Fahrrad)
- Saisonkilometer: 15.530 (10.860 Auto/ 3.600 Flugzeug/ 970 Fahrrad/ 80 öffentliche Verkehrsmittel/ 20 Schiff, Fähre) - Anzahl der Fußballspiele seit dem letzten 0-0: 155 [letzte Serie: 10, Rekordserie: 178]
- Anzahl der Wochen, seit der letzten Woche ohne eine einzige Sportveranstaltung (31.7.-6.8. 2006): 427