Montag, 27. Oktober 2014

W430III: Die Radrennbahn vom Polizei SV und die Edelstahlkampfbahn von Marathon

Crefelder SV Marathon 1910 ............................................ 5
Hülser Sportverein II ......................................................... 3
- Datum: Sonntag, 26. Oktober 2014 – Anstoß: 15.00
- Wettbewerb: Kreisliga B Kempen-Krefeld, Staffel 2 (9. Spielklasse, 5. Amateurliga)
- Ergebnis: 5-3 nach 92 Min. (45/47) – Halbzeit: 2-1
- Tore: 1-0 3. Eyüb Balaban, 1-1 16. Peter Hoebertz, 2-1 40. Dennis Eschenbach, 3-1 50. Sebastian Skoruppa (Eigentor), 3-2 60. Peter Hoebertz, 3-3 69. Peter Hoebertz, 4-3 72. Eyüb Balaban oder Kevin Eschweiler, 5-3 88. Ümit Özkaya
- Verwarnungen: Alen Zahirovic (Marathon); Niklas Diesfeld, Fabia Perreira?, Luigi di Gregorio
- Platzverweise: keine
- Spielort: Edelstahlkampfbahn der Bezirkssportanlage Stahldorf Krefeld (Kap. 5.300, davon 300 Sitzplätze)
- Zuschauer: ca. 40 (davon ca. 10 Gästefans)
- Unterhaltungswert: 7,0/10 (Spannendes und sehenswertes Spiel)

Crefelder SV Marathon 1910 II ........................................ 1
Verein für Spiel und Sport 1908 Krefeld III .................... 3
- Datum: Sonntag, 26. Oktober 2014 – Anstoß: 13.00
- Wettbewerb: Kreisliga C Kempen-Krefeld, Staffel 3 (10. und unterste Spielklasse, 6. Amateurliga)
- Ergebnis: 1-3 nach 88 Min. (44/44) – Halbzeit: 0-2
- Tore: 0-1 21. Ercan Avci, 0-2 26. Sergej Nisgodinski, 1-2 50. Marcel Eifler, 1-3 82. Mehmet Övelik (indirekter 11m)
- Verwarnungen: Marcel Eifler (Marathon); Rene Kugelmann, Niko Papkonstantinov, Sergej Nisgodinski? (SuS)
- Platzverweise: keine
- Spielort: Edelstahlkampfbahn der Bezirkssportanlage Stahldorf Krefeld, Hartplatz (Kap. 1.000 Stehplätze)
- Zuschauer: ca. 8 (keine Gästefans)
- Unterhaltungswert: 3,5/10 (Über weite Strecken dürftiges Gekicke)

Polizeisportverein Mönchengladbach 1926 III ................ 4
SV Rot-Weiß Hockstein 1914 III ....................................... 1
- Datum: Sonntag, 26. Oktober 2014 – Anstoß: 11.00
- Wettbewerb: Kreisliga C Mönchengladbach-Viersen, Gruppe 3 (10. und unterste Spielklasse, 6. Amateurliga)
- Ergebnis: 4-1 nach 89 Min. (44/45) – Halbzeit: 0-0
- Tore: 0-1 55. Dominik Lutter, 1-1 70. Fabian Hausrichter, 2-1 75. Patrick Lipps, 3-1 88. Zouhair El Boudali, 4-1 90. Michel Gartlieb
- Verwarnungen: Benedikt Weber (Hockstein)
- Platzverweise: keine
- Spielort: Radrennbahn Carl-Diem-Straße (Kap. 3.500, davon 700 Sitzplätze)
- Zuschauer: ca. 25 (davon ca. 10 Gästefans)
- Unterhaltungswert: 6,5/10 (Kam lange nicht in Fahrt, war dann aber in der 2. Hälfte ein gutes Spiel)  
Photos with English Commentary:
a) Amateur Football in Mönchengladbach: Police Third XI v RW Hockstein Third XI
b) Amateur Football in Krefeld: Marathon Krefeld v Hüls Reserves, and Marathon Krefeld Reserves v SuS Krefeld Third XI
c) Palaces in Niederrhein Region: Linn Castle in Krefeld

Nachdem es am Samstag durch die Dummheit mindestens einer beteiligten Mannschaft oder des Staffelleiters schief gegangen war, schaffte ich es am Sonntagmorgen den wohl besten Ground Mönchengladbachs zu kreuzen. Die Radrennbahn in der Carl-Diem-Straße. Das Viertel ist anscheinend ziemlich asi – da beschmissen sich jedenfalls hinter dem Parkplatz Dreckwänster mit Müll der irgendwo einfach am Straßenrand abgelagert wurde, Hakenkreuze und normale Graffiti findet man auch an die Wände geschmiert – und dementsprechend sieht auch das Stadion aus. Besonders die Haupttribüne ist völlig zugesprayt, Holzbänke sind teilweise zertrümmert, Müll liegt im Stadion rum. Die Kurven sind zugewuchert. Die Radrennbahn ist noch erkennbar aber keinesfalls benutzbar. Die Gegentribüne scheint mal ein Marathontor gehabt zu haben, jetzt ist aber nichts mehr zwischen den beiden Stehtribünen. Die besagte Sitztribüne wurde übrigens von kaum einem Zuschauer genutzt: viele der 25 bis 30 Zuschauer schienen Angst vor einem Einsturz des Daches gehabt zu haben...

Das Spiel zwischen den Dritten Mannschaften des Polizei SV und Rot-Weiß Hockstein fing langsam an und war lange arm an Chancen. Nur Verletzungsausfälle (z.B. nach nur zwei Spielminuten der PSV-Keeper nach einem Pressschlag) und Beschwerden über ganz normale Zweikämpfe waren zahlreich. Erst nach der Pause entwickelte sich ein richtig gutes Spiel, v.a. durch die Führung von Hockstein nach einem prima vorgetragenen Konter. Der PSV drehte das Spiel mit zwei gut herausgespielten Treffern, einer tollen Bogenlampe ihres arabischen Goalgetters und einem Stochertor in der Schlussminute.  
Eine andere herausragende Sportanlage steht im Stahldorf Krefeld. Das Spiel der Reserve auf dem Hartplatz nahm ich dann auch noch mit, wobei dieser Hartplatz im Rücken der Gegentribüne wenig attraktiv da ausbautenlos ist.

Marathon II ist Letzer mit 0 Punkten aus 9 Spielen, SuS III aber auch nur Vierter von hinten mit 6 Punkten. Das Spiel sah auch entsprechend aus, wobei es ab und an mal tolle Szenen wie eine Serie von Querschlägern die dreimal auf der Linie abgewehrt wurden oder eben zwei Treffer für SuS, davon einer per Direktabnahme volley aus 10m, gab.

Nach der Pause kam Marathon durch einen Schuss ins Eck noch mal ins Spiel, doch ein zweifelhafter indirekter Elfmeter – das soll kontrolliert zurückgespielt gewesen sein? – führte zur endgültigen Entscheidung in diesem Spiel vor nicht einmal 10 Zuschauern: 1-3 für Spiel und Sport III. Mannschaft.  
Herausragend an der Anlage ist der Hauptplatz, der 1937-38 vom Schwelmer Architekten Hans Mehrtens erbaut wurde. Mehrtens disqualifizierte sich übrigens in der Zeit des Stadionbaus menschlich – er wurde ein engagiertes NSDAP-Mitglied und in faschistischen, hitlertreuen Geheimbünden tätig – und nach dem Krieg architektonisch, da er einer der bedeutenden Architekten war, die die Verschandelung der zerstörten Städte durch hässliche Betonbauten anstelle der noch rekonstruierbaren historischen Bausubstanz vorantrieb. Das Stadion für die Arbeiter des Edelstahlwerkes Krefeld war wohl sein bestes Werk: Stehränge mit bruchsteingemauerten Aufgängen die von Nadelbäumen flankiert sind, halbrunde Kurven mit rechtwinkligen Ecken, eine Haupttribüne mit Holzbänken und Stehrängen, dahinter ein symmetrisches Vereinsheim mit Anlehnungen an Fachwerkarchitektur und einem Dachfirst, wie man ihn eher in England findet. Wie viel besser die Qualität im Stadionbau der 30er Jahre im Vergleich zu heute war, sieht man auch an den Banden bzw. der Tribünenreling: nicht billig und egal ob es scheiße aussieht wie die Aluminiumbande auf dem Nebenplatz, sondern eine schicke Metallreling mit verzierten Streben gibt es da auf dem Hauptplatz! Verzierungen gegen die Eintönigkeit waren v.a. vor und teilweise auch noch nach dem Zweiten Weltkrieg üblich: so gibt es auch eine Athletenstatue aus Bronze.

Auch hier fand sich nur eine niedrige zweistellige Zahl an Zuschauern ein und ein beachtlicher Teil davon unterstützte die Gastmannschaft. Die Zweite Mannschaft von Hüls hatte aber einen denkbar schlechten Start als sie nach nur drei Minuten durch einen Schuss aus spitzem Winkel in Rückstand geriet. Der Ausgleich wurde von den Marathon-Kickern noch vor der Pause mit einem schönen Weitschuss egalisiert. Nach der Pause schien das 3:1 – ein unglücklich per Kopf genommener Ball, der im eigenen Netz landete – die Entscheidung des Spiels gewesen zu sein. Doch dann nahm die Partie noch mal richtig Fahrt auf und der beste Spieler der Gäste machte seinen Hattrick durch zwei Treffer in nur 10 Minuten perfekt: 3-3. Das dritte Tor war allerdings irregulär: weder war das ein Freistoß (Pressschlag und zudem im Strafraum, nicht außerhalb), noch schien der Abstauber sauber erzielt worden zu sein (Handspiel). Kurz darauf fiel jedoch das leicht umstrittene Kontertor (Abseits?) zum 4:3. In der Schlussphase gelang Marathon Krefeld schließlich noch das nicht unverdiente 5:3, was der türkische Torschütze mit der bei vielen muslimischen Spielern üblichen Niederwerfungsgeste feierte.

Hinterher guckte ich mir doch mal die Burg Linn an, eine historistisch überformte Wasserburg am Rande von Krefeld. Der Bau ist leider in hässlichem dunklem Backstein gehalten und die (neo)barocken und historistischen Nebengebäude sind nicht unbedingt gelungen, aber die Anlage ist vom Baukörper her sehenswert, da hier auf einer engen Fläche sehr hoch und mit verschiedenen Turmformen gebaut wurde. Lustig war übrigens, die dummen Kinder aus der Siedlung hinter der Burg zu beobachten: in dem weitläufigen Park versuchten ein paar Mittelschüler eine Feuerwerksrakete zu zünden, die allerdings zu tief mit dem Stock im matschigen Boden steckte und deshalb nicht abhob und auf Kniehöhe explodierte. Zitat eines Schülers: „Wooooaaahhh, fuck, Alta, ey!“  
Statistik:
- Grounds: 1.213 (heute 3 neue; diese Saison: 59 neue)
- Sportveranstaltungen: 2.198 (heute 3; diese Saison: 86)
- Tageskilometer: 160 (160km Auto)
- Saisonkilometer: 17.750 (12.950 Auto/ 3.600 Flugzeug/ 1.100 Fahrrad/ 80 öffentliche Verkehrsmittel/ 20 Schiff, Fähre) - Anzahl der Fußballspiele seit dem letzten 0-0: 165 [letzte Serie: 10, Rekordserie: 178]
- Anzahl der Wochen, seit der letzten Woche ohne eine einzige Sportveranstaltung (31.7.-6.8. 2006): 430

W430II: Schlösser und Schlossstadion, außerdem Handball in Wesseling

HSG Brühl-Wesseling ..................................................... 23
HSV Köln Bocklemünd 1922 II ..................................... 26
- Datum: Samstag, 25. Oktober 2014 – Anwurf: 20.00
- Wettbewerb: Kreisliga Köln/ Rheinberg (8. Spielklasse, 5. Amateurliga)
- Ergebnis: 23-26 nach 60 Min. (30/30) – Halbzeit: 10-16
- Tore: k.A. (Brühl-Wesseling); k.A. (Bocklemünd)
- Siebenmeterstatistik: Brühl-Wesseling 67% (6 von 9); Bocklemünd 67% (2 von 3)
- Gelbe Karten: Nr. 3, 13 (Brühl-Wesseling); Nr. 6, 18 (Bocklemünd)
- Zwei-Minuten-Strafen: Nr. 9 (Brühl-Wesseling = 2 Minuten); Nr. 15 (Bocklemünd = 2 Minuten)
- Platzverweise: keine
- Spielort: Sporthalle Am Kronenbusch (Wesseling, Kap. 600, davon 500 Sitzplätze)
- Zuschauer: ca. 45 (davon ca. 3 Gästefans)
- Unterhaltungswert: 6,5/10 (Spiel brauchte lange um in Fahrt zu kommen und war nie gutklassig – aber spannend und unterhaltsam war es schon)

TuS 1911 Grevenbroich D ................................................. 5
SG Rommerskirchen/ Gilbach 1937/65 D ........................ 1
- Datum: Samstag, 25. Oktober 2014 – Anstoß: 13.00
- Wettbewerb: D-Junioren Kreisklasse Grevenbroich-Neuss, Staffel 1 Hauptrunde (2. und unterste Spielklasse der U13)
- Ergebnis: 5-1 nach 60 Min. (30/30) – Halbzeit: 2-0
- Tore: 1-0 20. NN, 2-0 28. NN, 3-0 41. Nr. 13, 4-0 44. Nr. 10, 5-0 49. NN, 5-1 58. (8)
- Verwarnungen: keine
- Platzverweise: keine
- Spielort: Schloß-Stadion Grevenbroich (Kap. 4.460, davon 960 Sitzplätze)
- Zuschauer: ca. 45 (davon ca. 15 Gästefans)
- Unterhaltungswert: 2,0/10 (Hatte wirklich nur ansatzweise etwas mit Fußball zu tun)  
Photos with English Commentary:
a) U13 Football: TuS Grevenbroich defeat Rommerskirchen-Gilbach
b) Men’s Handball: Brühl-Wesseling v Cologne Bocklemünd Reserves
c) Palaces in Niederrhein Region: Dyck Palace and Gardens, Grevenbroich Palace

Jeder, der sich im NRW-Fußball ein bisschen auskennt, weiß, dass am Samstag fast nur Juniorenspiele ausgetragen werden. Zwei wirklich interessante Grounds ließen sich diesmal nur mit Spielen der jeweiligen Jugendmannschaften der Vereine kombinieren, wobei es ein nervtötendes hin und her in den Anstoßzeiten und Spielen war. Die Ligen im Bereich Mönchengladbach scheinen schlechte Staffelleiter oder einfach nur unmögliche Vereine zu haben. Jedenfalls stellte sich eine Ansetzung auch noch als für den Arsch heraus.

Irgendwie hatte ich es geschafft zwei kombinierbare Spiele zu finden und die besagten tollen Grounds waren zum einen die berüchtigte Radrennbahn in Mönchengladbach im Stadtteil Hardterbroich-Pesch – die ich dann doch erst am Folgetag kreuzen konnte – und zum anderen das in einem erheblich besseren Zustand befindliche Schlossstadion von Grevenbroich, das auch in der Tat genau neben der einzigen Sehenswürdigkeit dieses Ortes mit der ungewöhnlichen Aussprache (Grevenbroooch mit hartem ch und einem langen o, da das i das darauf folgt ein Dehnungs-i ist) steht.

Ich fuhr erst mal 5km weiter nach Dyck, wo das bekannte Schlossensemble steht. Berühmt ist das v.a. für seinen kunstvoll angelegten Park, wo kleine Themengärten und ein weitläufiger englischer Landschaftsgarten kombiniert wurden und um ein Wasserschloss mit eher unspektakulären Nebengebäuden im Stile der Maas-Renaissance aber einem sehenswerten Hauptgebäude mit vier Ecktürmen und Innenhof, angelegt wurden. Dafür, dass man das Schloss aber außer im Foyer meistens nicht einmal innen besichtigen kann, sind die 9€ Eintritt maßlos überteuert. Aber so eine Scheiße kommt bei raus, wenn sich solches Kulturgut in Privathand befindet: bei einem erheblich spektakuläreren Schloss von weitaus größerer deutschlandweiter Bedeutung – Sanssouci in Potsdam – wehrten sich die Bürger erfolgreich gegen einen kostenpflichtigen Parkzugang. Selbst in Pillnitz, wo das Bürgerbegehren gegen die Gangster von der Stadt Dresden scheiterte, werden nur 2€ genommen – und der Park in Pillnitz bei Dresden steht dem von Schloss Dyck auch überhaupt nicht nach.

Wie gesagt gibt es auch in Grevenbroich ein Schloss, aber das ist nicht nur im Vergleich mit Dyck eine lächerliche Hütte, sondern auch generell gesehen unattraktiv. Es wurde völlig unsachgemäß verbaut und war schon von Anfang an nur Maas-Renaissance-Durchschnittsware.  
Das Schlossstadion neben besagtem Schloss ist schöner als das Gebäude selbst. Die Gegentribüne besteht zwar nur aus einfachen Betonstufen und nur hinter einem Tor gibt es überhaupt noch ein bisschen Ausbau in Form von Stehstufen, aber die Haupttribüne ist sehr gelungen. Rechts und links der überdachten Tribüne noch ein paar steile Stufen und der überdachte Trakt besteht aus zwei Sektoren mit je 10 Reihen Kunststoffbänke.

Das Spiel verfolgte ich neben ein paar freundlichen Eltern des Gastvereins Rommerskirchen-Gilbach, sodass ich mir Bemerkungen verkneifen musste. Aber das, was da auf dem Feld passierte, war angefangen beim Spielsystem absolute Scheiße. Irgendein Verbandsidiot hat da wohl was falsch verstanden, aber dass man D-Jugend auf Halbfeld mit 9 Spielern pro Team (9!) spielt, habe ich noch nirgendwo gesehen: mehr als 7 sind schon eigentlich Schwachsinn, 8 wie in den meisten Gegenden von Deutschland mag noch angehen, aber 9 ist ja total hirnrissig. Ein Spielfluss kam ausschließlich und auch nur ansatzweiße – auch durch das zu volle Feld – bei den Gastgebern von Tus Grevenbroich zustande. Die gingen auch mit dem ersten Ball aufs Tor nach 20 Minuten grauenvollstem Fußball in Führung. Der zweite Schuss aufs Tor ging auch rein. Nach der Pause wurde der Kick ein bisschen besser und Grevenbroich zog verdient mit drei weiteren Treffern – davon auch mal einer aus etwas größerer Entfernung – davon. Erst durch einen zweifelhaften Freistoß – das war lächerlich bei zwei so schwachen Mannschaften auch nur einem einzigen Spieler zu unterstellen, er habe den Ball kontrolliert (kontrolliert!) zum eigenen Tormann zurückgespielt – gelang dem Gastverein ein Tor. Das war dann mit einem Schuss in den Winkel aber auch das beste in dieser ganzen miesen Partie.

Dann ging es erneut nach Mönchengladbach, wo ich nach der großen Pide bei einem Türken in Hardterbroich-Pesch feststellen musste, dass ich heute Pesch, ähm Pech, mit der Ansetzung hatte. Jedenfalls totale Scheiße und typisch für Gladbach, dass da die C-Jugendpartie nicht stattfand – aber diese geniale Radrennbahn besuchte ich am nächsten Tag, dem Sonntag, dann mit einem sehenswerten Spiel der Männer-Kreisliga.

Zum Abschluss des Tages gab es noch in meinem neuen Wohnort ein Handballspiel. Mit dem benachbarten Brühl hat Wesseling eine Spielgemeinschaft, die mal in Brühl und mal in Wesseling mit ihren insgesamt vier Männermannschaften auf Torejagd geht. Die Erste spielt in der Kreisliga Köln und hatte heute um 20 Uhr ein Spiel in Wesseling, weswegen ich noch mal aufs Fahrrad stieg. Am Kronenbusch steht neben dem Ulrike-Meyfahrt-Stadion eine Schwimmhalle und zwischen dem Kunstrasenplatzstadion und dem Hartplatzstadion steht eine Sporthalle mit markanter Glasfront. Ansonsten ist der Bau backsteingemauert. Innen ist bis aufs erneuerte Parkett nichts mehr so taufrisch wie die moderne Glasfassade. Der Bau dürfte deutlich über 30 Jahre alt sein, denn die meisten Architekturbüros die im Sportstättenbau tätig sind, sind heutzutage Arschlöcher: solche tollen Sitze wie in der Sporthalle Am Kronbusch plant keiner mehr. Billige Plastescheiße oder unangenehme Metall-Klappsitze werden in die hässlichen, kastenförmigen Sporthallen geklatscht. Doch in Wesseling wurden noch Holz-Klappsitze mit hohen Lehnen verbaut und vier symmetrische Treppen führen auf die mindestens 3m oberhalb des Feldes liegende Obertribüne. Bei der Obertribüne ist auch der einzige Haken an der Halle gefunden: man sieht die Auslinie vor der Tribüne von keinem der 500 Sitze aus. Ansonsten ist das aber ein sehr zuschauerfreundlicher Bau und architektonisch schön ist er sowieso!

Das Spiel kam nur langsam in Gang und war lange ausgeglichen. Erst in den letzten sechs, sieben Minuten vor der Halbzeitpause zog der Gast mit sechs Toren davon. Bei 10:16 wurden die Seiten gewechselt und die grauenhaften Fehlpässe und schlampigen Anspiele, sogar die Anzahl der deutlich neben oder über den Kasten geschmissenen Bälle nahm spürbar ab. In einem nun besseren Spiel drehte Wesseling bis zur 50. Minute nach einer Auszeit den Spielstand und ging mit bis zu drei Toren in Führung, ehe nach einer Auszeit von Bocklemünd plötzlich alles anders aussah und die Gäste mit einem 5:0-Lauf wiederum die Partie an sich rissen. Den knappen Vorsprung brachten sie über die Zeit: Bocklemünd siegte mit drei Toren, 23:26.  
Statistik:
- Grounds: 1.210 (heute 2 neue; diese Saison: 56 neue)
- Sportveranstaltungen: 2.195 (heute 2; diese Saison: 83)
- Tageskilometer: 170 (160km Auto, 10km Fahrrad)
- Saisonkilometer: 17.590 (12.790 Auto/ 3.600 Flugzeug/ 1.100 Fahrrad/ 80 öffentliche Verkehrsmittel/ 20 Schiff, Fähre) - Anzahl der Fußballspiele seit dem letzten 0-0: 162 [letzte Serie: 10, Rekordserie: 178]
- Anzahl der Wochen, seit der letzten Woche ohne eine einzige Sportveranstaltung (31.7.-6.8. 2006): 430

W430I: Bergisches Land und Basketball in der Rundsporthalle

Basketballgemeinschaft Hagen 2 ................................... 77
Baskets Lüdenscheid ....................................................... 59
- Datum: Freitag, 24. Oktober 2014 – Tipp-off: 20.15
- Wettbewerb: 2. Regionalliga, Gruppe 2 (5. Spielklasse, 2. Amateurliga im Basketball)
- Ergebnis: 77-59 nach 40 Min. (4x10) – Viertelergebnisse: 21-15, 19-18 (=40-33), 15-15, 22-13
- Punkte: NN (Hagen); NN (Lüdenscheid)
- Fouls: NN (Hagen); NN (Lüdenscheid)
- Spielort: Otto-Densch-Halle (Hagen-Eilpe; Kap. 500, davon 350 Sitzplätze)
- Zuschauer: ca. 50 (davon mindestens 3 Gästefans)
- Unterhaltungswert: 6,5/10 (Ganz gutes Spiel, das von Hagen klar bestimmt wurde)  
Photos with English Commentary:
a) Amateur Basketball: BG Hagen Reserves defeat Baskets Lüdenscheid
b) Bergisches Land: Eibach Castle Ruin, Neuenberg Castle Ruin, Gimborn Palace, Wipperführt Old Town, and Hückeswagen Palace
c) Ruhrgebiet: Hagen – just one picture to create a new album…

Auch an diesem Freitag machte ich nachmittags und abends einige Unternehmungen: das Bergische Land ist immer wieder schön um aus dem überfüllten Kölner Raum rauszukommen. Enge, steile Straßen ziehen sich hier durch bewaldete Höhenzüge. Die Dörfer sind zwar oft unattraktiv, aber wenigstens nicht so zahlreich wie anderswo in NRW, weswegen hier auch weniger Leute auf den Straßen rumfahren.

Mein erster Besichtigungspunkt war Eibach in der Gemeinde Lindlar, wo es die Ruinen eines Wasserschlosses zu sehen gibt. Auch sehenswert ist 1km weiter eine Burgruine im Wald, die Neuenberg heißt. Im 6km entfernten Gimborn ist das Schloss keineswegs eine Ruine sondern ein mit sehr gepflegtem Garten umgebener, teils modernisierter Maas-Renaissancebau, der erfreulicherweise nicht den üblichen Konventionen der Maas-Renaissance entspricht: die Form ist an die eines Kirchenschiffes angelehnt.

Dann ging es nach Norden, in Richtung Sauerland und Ruhrgebiet. Noch im Bereich des Bergischen Landes machte ich die letzten Besichtigungen vor Einbruch der Dunkelheit: in Wipperführt gibt es eine durchsetzte Altstadt mit mehreren Kirchen und etlichen schiefergedeckten Häusern mit teils kuriosen Fassaden – und in der Ortschaft mit dem schönen Namen Hückeswagen findet man oberhalb des ansonsten sehr hässlichen Kaffes ein nicht sonderlich schönes Schloss. Aber immerhin ein Schloss und gleich daneben sogar eine Kirche, ein paar schiefergedeckte Häuser und auch ein winziger Barockgarten mit Pavillon.  
Hagen ist eine potthässliche Häuseransammlung umgeben von schöner Landschaft. Positiv stach nur hervor, dass sich zwischen dieser Masse hingeschissener Bebauung auch Tankstellen, die preisgünstiger als woanders in NRW (und somit klar unter den Preisen in z.B. Sachsen-Anhalt lagen: Diesel 1,21€) sind, befanden und man außerdem tolle Angebote in der einfachen Gastronomie auftreiben konnte: eine gute große Pizza mit Dönerfleisch und Käse, dazu 0,3l Ayran und das für nur 5€ – also das waren Preise wie in Brandenburg!

Ein paar interessante Sportanlagen gibt es immerhin, so zum Beispiel eine über 40 Jahre alte und vor kurzem sanierte Rundsporthalle im Stadtteil Eilpe. Die eingezogene Zwischendecke stört etwas die typische Architektur, aber immerhin wurde der Baukörper nicht zerstört. Hinter den Handballtoren ist noch etwas Auslauf aber kein Ausbau, auf der eigentlichen Längsseite sind zum Haupteingang hin eine Obertribüne mit sieben Reihen in die runde Hallenform eingepasst bzw. gegenüber ein Turn- und Geräteboden, der zudem Stehplätze hergibt.

Hervorgegangen ist die gastgebende BG Hagen aus den Basketballabteilungen des TSV Fichte Hagen 1863 und Deutsche Eiche Kückelhausen 1890. Daraus ausgegliedert wurde Phoenix Hagen (jetzt wieder Bundesliga) – woraus der ehemals gute Verein Brandt Hagen ausgegliedert wurde, weiß ich nicht – aber nach dessen Bankrott geht es unterklassig als BBV Hagen weiter. Also recht viel Basketball hier in Hagen.

Die II. Mannschaft der BG Hagen spielte an diesem Freitag ihre Regionalliga 2-Partie gegen Lüdenscheid um 20.15 vor gut 50 Zuschauern, die nur mit Klatschen und Meckern auffielen. Hagen II stand vor der Partie auf Rang 3, Lüdenscheid hingegen nur auf Platz 10 und man sah schon einen deutlichen Niveauunterschied zwischen beiden Teams. Hagen war spielbestimmend, wobei es ihnen v.a. im dritten Viertel nicht gelang, entscheidend davon zu ziehen. Erst im Schlussviertel bis zur etwa 35. Minute spielte sich Hagen einen spielentscheidenden Vorsprung heraus. Am Ende ging das mit 18 Punkten Differenz in Ordnung bzw. Lüdenscheid war da noch recht gut dran, in diesem recht ansehnlichen Spiel nicht noch höher verloren zu haben.  
Statistik:
- Grounds: 1.208 (heute 1 neuer; diese Saison: 54 neue)
- Sportveranstaltungen: 2.193 (heute 1; diese Saison: 81)
- Tageskilometer: 250 (250km Auto)
- Saisonkilometer: 17.420 (12.630 Auto/ 3.600 Flugzeug/ 1.090 Fahrrad/ 80 öffentliche Verkehrsmittel/ 20 Schiff, Fähre) - Anzahl der Fußballspiele seit dem letzten 0-0: 161 [letzte Serie: 10, Rekordserie: 178]
- Anzahl der Wochen, seit der letzten Woche ohne eine einzige Sportveranstaltung (31.7.-6.8. 2006): 430

Montag, 20. Oktober 2014

W429III: Unerwartet gutes Spiel in Wesseling und erschreckend schlechtes in Rheydt

Rheydter Spielverein .......................................................... 1
SG Kaarst 1912/35 .............................................................. 0
- Datum: Sonntag, 19. Oktober 2014 – Anstoß: 15.00
- Wettbewerb: Bezirksliga Niederrhein, Gruppe 3 (7. Spielklasse, 3. Amateurliga)
- Ergebnis: 1-0 nach 97 Min. (48/49) – Halbzeit: 0-0
- Tor: 1-0 58. Rüstem Kir
- Verwarnungen: Özkan Akburak und NN (RSV); Karsten Rehmann (Kaarst)
- Platzverweise: keine
- Spielort: Jahnstadion bzw. RSV-Stadion (Mönchengladbach-Rheydt; Kap. 15.000, davon 1.000 Sitzplätze)
- Zuschauer: ca. 120 (davon 70 Zahlende und ca. 10 Gästefans)
- Unterhaltungswert: 3,5/10 (Bis auf das Tor und die Schlussphase war das Scheiße hoch drei von beiden Teams)

Rot-Gelb Wesseling 1992 FR ............................................. 4
FC Rheinsüd Köln 2010 FR ............................................... 5
- Datum: Sonntag, 19. Oktober 2014 – Anstoß: 11.00
- Wettbewerb: Frauen-Kreisliga Rhein-Erft (7. und unterste Spielklasse im Frauenfußball)
- Ergebnis: 4-5 nach 92 Min. (45/47) – Halbzeit: 3-1
- Tore: 0-1 15. Sherihan Khalil, 1-1 17. Ilona Simon, 2-1 25. Julia Becker, 3-1 42. Julia Becker, 4-1 52. Ilona Simon, 4-2 65. Sherihan Khalil, 4-3 74. Kristina Schiebener, 4-4 80. Kristina Schiebener, 4-5 81. Julia Brodesser
- Verwarnungen: Alexandra Tsalikis (Wesseling)
- Platzverweise: keine
- Spielort: Kunstrasenplatz Waldstraße (Kap. 500 Stehplätze)
- Zuschauer: ca. 20 (davon ca. 2 Gästefans)
- Unterhaltungswert: 7,0/10 (War das wirklich die unterste Spielklasse? Die spielten besser als so manche Männermannschaft der Kölner Kreisligen...)  
Photos with English Commentary:
a) Women’s Football: Rot-Gelb Wesseling v Rheinsüd Köln
b) Men’s Football: Rheydter Spielverein v SG Kaarst 10/35
c) Palaces in Niederrhein Region: Rheydt, Myllendonk, Liedberg

Diesen Sonntag hakte ich am Vormittag einen weiteren Platz in Wesseling ab – die beiden jetzt noch fehlenden will ich Anfang November besuchen. Der Sportplatz Waldstraße in Wesseling Süd ist wohl der typischste für die Stadt, denn während auf drei Seiten Bäume stehen, stehen direkt an der vierten die riesigen Tanks der Raffinerie. An keiner anderen Sportanlage der Stadt ist die Industrie so nah dran wie hier. Ansonsten fällt nur auf, dass es eine Überdachung neben der in den Vereinsfarben gemauerten Imbissbude (da können sich etwa 100 Leute drunterstellen wenn es regnet) gibt, aber keine Ausbauten und dass die Kunstrasenqualität sehr hoch ist.

Von diesem Spiel der untersten Frauenliga hatte ich mir natürlich nichts versprochen außer ein paar Toren, aber wie viel höher das Niveau der Frauen hier im Kölner Raum im Vergleich zu Sachsen-Anhalt offenbar ist, war sehr verwunderlich. Also selbst Mannschaften wie die HFC-Frauen spielen ja kaum besser als Rot-Gelb Wesseling und Rheinsüd Köln! Hier gab es Spielerinnen, die mit dem Ball am Fuß das ganze Feld auf und ab stürmten: das 0:1 und das 2:1 waren solche Sololäufe! Hier kamen regelmäßig Pässe an und die Laufarbeit war wirklich respektabel. Wenn ich mir hingegen die Teams aus Sachsen-Anhalt von der Landesebene an abwärts (ich will gar nicht mit dem Frauenteam aus Wesselings schönster Nachbarstadt anfangen) angucke: ach du Scheiße...

Ein weiterer Pluspunkt für dieses Spiel war die Spannung: nach dem Heber aus vollem Lauf zum 4:1 schien Köln nach 52 Minuten geschlagen zu sein, doch in den letzten 25 Minuten, u.a. mit einem Doppelschlag in der 80. und 81. Spielminute, gaben die Wesselingerinnen noch die sichere Führung her. Der FC Rheinsüd Köln gewann am Ende also spektakulär mit 4:5!  
Zuhause was zu Mittag gegessen und dann vom Fahrrad aufs Auto umgestiegen. In Mönchengladbach stehen mehrere interessante Stadien, darunter auch drei alte gammlige, sodass ich noch ein paar Mal in diese ansonsten sehr hässliche Stadt fahren werde. Im Stadtteil Rheydt gibt es gleich zwei alte Stadien und heute wurde im RSV-Stadion, das offiziell Jahnstadion heißt, gespielt. Hier war das Spiel zwar auch eng und schon irgendwie spannend, aber erschreckend schlecht. Für die im Vergleich mit anderen NRW-Clubs schon eher niedrigen 4€ (Rentner, Studenten u.a. sogar nur 2€) bekam man zwar ein herrliches Stadion geboten aber leider ein fürchterliches Spiel.

Der Tabellenletzte Rheydter SV schien zeigen zu wollen, dass sie nichts in dieser Liga zu suchen haben, und der Tabellenzweite aus Kaarst spielte wie besoffen. Rheydt vergab absteigertypisch einen geschenkten Foulelfmeter mit einem Lattenschuss und nach dem Seitenwechsel war es auch Kaarst, die einen Elfmeter vergaben: hier hielt der Rheydter Schlussmann hervorragend. Kurz zuvor hatte ein anderer Rheydter etwas anderes hervorragend gemacht: nämlich zum 1:0 eingenetzt. Mehr als dieser eine Treffer fiel trotz einiger Torchancen für Kaarst in der Schlussphase nicht mehr.

Gelohnt hatte also vor allem der Besuch des Stadions. Denn der heute von 22 Stümpern malträtierte Rasenteppich ist eng umbaut auf vier sehr unterschiedlich gestalteten Seiten. Ich platzierte mich auf der Gegenseite, wo 20 Stehstufen, größtenteils bewachsen und bemoost, vom Zaun am Spielfeldrand aus steil nach oben gehen. Die von mir aus linke Hintertorseite hat nur etwa 12 Stehreihen zu bieten und die sind in der Mitte von einem Gefallenendenkmal mit drei Schwertern und Eisernem Kreuz unterbrochen. Rechts ist die höchste Tribüne, direkt hinterm Tor und oben an den Kunstrasennebenplatz anschließend, zu finden: hier sind 15 + 10 Reihen Stehstufen. Auf der Hauptseite gibt es 10 Stehstufen auf der unteren Seite und rechts und links noch weitere Stufen oberhalb, während sich in der Mitte zwischen ebendiesen Stehrängen die Sitztribüne, mit ihren etwas unpassenden Schalensitzen und den für den Westen charakteristischen Seitenblenden, erhebt.  
Nach dem Spiel fuhr ich noch in Rheydt rum: das ist ein Stadtteil von Mönchengladbach, der so scheiße zubetoniert aussieht, wie alles in Mönchengladbach. Doch ganz am Rand, außerhalb der hässlichen Stadt, befindet sich ein recht ansehnliches Wasserschloss. Das ist zwar in Teilen zugebaut, aber das Herrenhaus hat eine tolle Fassade mit vielen aus Stein gemeißelten Köpfen.

Noch sehenswerter ist das Wasserschloss Myllendonk in der Gemeinde Korschenbroich: das ist zwar Maas-Renaissance, aber die Türme sind höher als sonst üblich und die ganze Anlage wirkt dadurch kunstvoller. Interessant ist auch die Nutzung des Schlossparks als Golfplatz.

Im ebenfalls zu Korschenbroich gehörigen Dorf Liedberg gibt es – und das ist sehr selten in NRW – einen historischen Kern: klassische Fachwerkhäuser in schwarz und weiß und oberhalb der fast geschlossenen Bebauung einen Rundturm der ehemaligen Burg. Daneben gibt es eine kleine Kirche und daneben wiederum ein in Restaurierung befindliches Maas-Renaissance-Schloss. Das ist zwar eine sehr kleine Häuseransammlung, aber recht sehenswert!  
Statistik:
- Grounds: 1.207 (heute 2 neue; diese Saison: 53 neue)
- Sportveranstaltungen: 2.192 (heute 2; diese Saison: 80)
- Tageskilometer: 160 (150km Auto, 10km Fahrrad)
- Saisonkilometer: 17.170 (12.380 Auto/ 3.600 Flugzeug/ 1.090 Fahrrad/ 80 öffentliche Verkehrsmittel/ 20 Schiff, Fähre) - Anzahl der Fußballspiele seit dem letzten 0-0: 161 [letzte Serie: 10, Rekordserie: 178]
- Anzahl der Wochen, seit der letzten Woche ohne eine einzige Sportveranstaltung (31.7.-6.8. 2006): 429

W429II: Motoballstadt Mörsch

Deutsche Jugendmeisterschaft im Motoball
- Datum: Samstag, 18. Oktober 2014 – Beginn: 10.30
- Wettbewerb: Deutsche Jugendmeisterschaft im Motoball, Finalrunde
- Finale: MSC Ubstadt Weiher 10:2 MSC Kobra Malchin
- Spiel um Platz 3: MBC Kierspe 8:0 MSC Jarmen
- Spiel um Platz 5: MSC Taifun Mörsch 7:0 1.MBC 70/90 Halle
- Spiele um die Plätze 7-9: MSF Tornado Kierspe 9:1 1.MSC Seelze, MBV Budel 8:1 1.MSC Seelze, MSF Torado Kierspe 4:1 MBV Budel
- Torstatistiken: insgesamt 51 Tore in 6 Spielen, d.h. im Schnitt 8,5 Treffer pro Partie
- Strafen: insgesamt 7 (2x Jarmen, 2x Kierspe, 1x Tornado, Taifun, Malchin) grüne Karte, 0 gelbe Karten, 0 rote Karten, d.h. insgesamt 14 Strafminuten in 6 Spielen
- Spielort: Erwin-Schöffel-Stadion (Mörsch; Kap. 2.000 Stehplätze)
- Zuschauer: je nach Spiel 50 bis 190 (größte Fangruppen mit je um die 50: Taifun Mörsch und Ubstadt-Weiher)
- Unterhaltungswert: 7,0/10 (Sehenswertes wenn auch einseitiges Turnier)  
Photos with English Commentary:
a) Pictures: German Motorcycle Football Youth Championship at Taifun Mörsch’s Stadium
b) Video: Motorcycle Football, Ubstadt-Weiher scoring their 10th goal against Kobra Malchin

Man mag es als Laie ja nicht für möglich halten, aber Motorsport wird auch von Minderjährigen ohne Führerschein betrieben und es gibt auch erwachsene Motoballspieler, die mangels Motoradführerschein nicht außerhalb der Sportanlage ein solches motorisiertes Zweirad benutzen dürfen. Eine Woche vorm großen Finale in der Motoballbundesliga stieg im selben Stadion der Finalspieltag der Juniorenmeisterschaft, in der alle Mannschaften der U19-Liga (das Alter der Spieler reichte von etwa 11 bis 18 Jahren, entsprechend variierte auch die Größe der Motorräder, deren Leistung auch etwas niedriger als bei den Erwachsenen schien) ihren bisherigen Platzierungen entsprechend gegeneinander antraten.

Gespielt wurde in Rheinstetten-Mörsch, einer echten Motoballstadt bei Karlsruhe. Dort gibt es im Gewerbegebiet Bach West gleich zwei Stadien für Motoball: das des MSC Mörsch und jenes von Taifun Mörsch – und dort findet das Erwachsenen-Finale am 25.10. und fand ebendieses Junioren-Finale heute statt.

Die beiden Stadien in Mörsch sind fast baugleich. Das Stadion von Taifun unterscheidet sich nur geringfügig in der Größe und in der Höhe des Graswalls. Der Betonplatz ist genauso mäßig, immerhin sind die Torräume mit Tartan ausgepolstert. Ausbau gibt es nur auf einer Seite: sechs Betonstufen, mittig ein Sprecherturm, gegenüber das Vereinsheim. Neben dem Vereinsheim bis hinter das eine Tor geht auch ein hoher Graswall rum.

Der Besuch beim Motoball sollte sich wiedereinmal gelohnt haben: leider war es der erste und letzte in dieser Saison 2014, da in dieser Saison ein beispielloses Ansetzungschaos herrschte, aber nächste Saison (2015) hoffentlich öfter!  
Die Spiele im Einzelnen:
Platzierungsspiel 1 (Platz 7-9): MSF Torado Kierspe 4:1 MBV Budel [6,5/10]
Das war immerhin das engste Spiel des Tages, doch auch hier ging es eigentlich nur auf ein Tor. Budel konnte mal im dritten Viertel verkürzen, doch kassierte dann einen Doppelschlag.

Platzierungsspiel 2 (Platz 7-9): MBV Budel 8:1 1.MSC Seelze [3,5/10]
So schlechtes Motoball habe ich noch nie gesehen! Kein Kommentar zu dem unnatürlich großen Seelzer Torwart, der sich überhaupt nicht richtig bewegen konnte und dementsprechend acht Treffer (davon sechs haltbar) kassierte.

Platzierungsspiel 3 (Platz 7-9): MSF Tornado Kierspe 9:1 1.MSC Seelze [7,0]
Ein richtig gutes Spiel! Allerdings natürlich sehr einseitig. Kierspe spielte wirklich schönes Motoball und nahm Seelze – trotz neuem Torwart – auseinander.

Spiel um Platz 5: MSC Taifun Mörsch 7:0 1.MBC 70/90 Halle [7,0]
Ein Spiel auf ein Tor: Halle kaum einen Angriff vorgetragen, doch Taifun Mörsch kombinierte schön, sodass ihr Goalgetter ein ums andere Mal einschießen konnte.

Spiel um Platz 3: MBC Kierspe 8:0 MSC Jarmen [6,5]
Auch beim Spiel um Platz 3 war die Einseitigkeit nicht zu überbieten: 4x10 Minuten nur auf ein Tor, was vom MBC Kierspe natürlich schön vorgetragen wurde.

Finale: MSC Ubstadt Weiher 10:2 MSC Kobra Malchin [7,0/10]
Das wirklich gute Finalspiel manifestiere die extreme Überlegenheit der Mannschaften aus der Südgruppe gegenüber jenen der Nordgruppe. Ich denke, selbst der Nordmeister Malchin (für mich überraschend, aber dieses Ergebnis bedeutet Hoffnung für Malchin, dass ihre Bundesligamannschaft mal in einer der kommenden Spielzeiten nicht Letzter wird) dürfte gegen keine einzige Südmannschaft, wenn dann vielleicht gegen die Käsköppe von Budel, gewinnen. Allerdings hielt Malchin in den ersten 15 Minuten gut mit (es wurden 4x15 statt 4x10 gespielt) und konnte die Ubstädter Führung ausgleichen. Nach dem 1:1 kassierten sie aber postwendend das 2:1. Wenig überraschend gelang es Ubstadt-Weiher auch die Zweistellig-Marke zu knacken: das 10-2 war der Schlusspunkt auf die Süd-Dominanz und der Schlusspunkt auf ein sehenswertes Motoballturnier.

Vor der Siegerehrung brannten die Ubstädter Fans noch ihre obligatorischen gelben Rauchbomben ab und nach der Siegerehrung hieß es für mich noch mal knapp 3 Stunden Fahrt nach Norden.  
Statistik:
- Grounds: 1.205 (heute 1 neuer; diese Saison: 51 neue)
- Sportveranstaltungen: 2.190 (heute 1; diese Saison: 78)
- Tageskilometer: 590 (590km Auto)
- Saisonkilometer: 17.010 (12.230 Auto/ 3.600 Flugzeug/ 1.080 Fahrrad/ 80 öffentliche Verkehrsmittel/ 20 Schiff, Fähre) - Anzahl der Fußballspiele seit dem letzten 0-0: 159 [letzte Serie: 10, Rekordserie: 178]
- Anzahl der Wochen, seit der letzten Woche ohne eine einzige Sportveranstaltung (31.7.-6.8. 2006): 429

W429I: Köln; Zoo und Nippes

Deutsche Jugendkraft Grün-Weiß Nippes 1919 II .......... 1
Verein für Leibesübungen Leverkusen 04/14 II .............. 8
- Datum: Freitag, 17. Oktober 2014 – Anstoß: 20.00
- Wettbewerb: Kreisliga C Köln, Staffel 1 (10. Spielklasse, 6. Amateurliga)
- Ergebnis: 1-8 nach 92 Min. (45/47) – Halbzeit: 1-1
- Tore: 0-1 30. Luis Mwamba, 1-1 40. Marcel Schmitz, 1-2 62. Louis Mwamba, 1-3 63. Kai Lehmann, 1-4 66. Kai Lehmann, 1-5 72. Tobias Woryna, 1-6 79. Michael Lehmann, 1-7 86. Tobias Woryna, 1-8 91. Marvin Wrede
- Verwarnungen: Jonas Pullmann (Nippes)
- Platzverweise: keine
- Spielort: Bezirkssportanlage Nippes, Kunstrasenplatz (Kap. 1.020, davon 20 Sitzplätze)
- Zuschauer: ca. 45 (davon ca. 6 Gästefans)
- Unterhaltungswert: 4,0/10 (Nur weil Leverkusen ab der 60. richtig Fußball spielte, konnten in diesem Dreckskick noch richtig viele Tore fallen)  
Photos with English Commentary:
a) Amateur Football in Cologne: Grün-Weiß Nippes Reserves v VfL Leverkusen Reserves
b) Zoological Garden of Cologne: Hippos, Suricates, Big Cats, Apes, and a huge Aquarium

Nach dem Mittagessen ging es per Rad nach Köln. Nimmt man statt des Radweges am Rhein eine innerstädtische Route, ist man nach nur 22km und ca. 70 Minuten von Wesseling aus am Kölner Zoo angekommen. Für 17,50€ bekommt man einen der schönsten und besten deutschen Zoos zu sehen. Alle Gehege sind modern und groß, einige alte Tierhäuser wurden wegen der historischen Bausubstanz (mit orientalisierenden Bauelementen und Afrika- bzw. Indien-Kitsch) erhalten und umgenutzt.

Besondere Highlights sind das als „Hippodom“ bezeichnete Afrikahaus – außer Großflusspferden gibt es da auch Krokodile, Vögel und Chamäleons – das Primaten- und Affenhaus, die Elefantenanlage, die Großkatzensammlung (Löwen, Tiger, Persischer Leopard etc.) und nicht zuletzt das Aquarium (von Clownsfischen über japanische Wollhandkrabben bis hin zu Quallen und Korallen gibt es da viel Buntes zu sehen) mit angeschlossenem Terrarium (für Insekten, Schmetterlinge, Spinnen, Skorpione und v.a. Echsen; vom Gecko bis zum Komodowaran).  
Ein paar Kilometer nach Nordwesten und man ist im wegen seines Straßenkarnevals berühmten Stadtteil Nippes. Der heißt nicht nach Trödel, Tand und Schrott, sondern nach einer Anhöhe am Fluss. Und Nippes habe ich da auch keinen gekauft, sondern bin erst mal zu einem sehr guten türkischen Lokal und von da zum Fußball weiter. Auf der Bezirkssportanlage stieg um 20 Uhr (noch später?!) ein Spiel der zweituntersten Liga. Und wenn man schon in Köln ist, dann kann man ja das noch mitnehmen...

Die Bezirkssportanlage Nippes ist allerdings nicht so lohnend: Highlight ist das Graffiti mit den Wappen der beiden Heimvereine vor dem Sportlerheim. Die Leichtathletikanlagen und der Kunstrasen sind aber zugegebenermaßen in einem topp Zustand – nur das funselige Flutlicht nervt und es gibt nur ein paar Metallbänke zum Sitzen und keinerlei Ausbauten auf der weitläufigen Anlage.

Auch das Spiel war nicht so der Bringer. Der Schiedsrichter war sehr unsicher und nicht sonderlich gut und die noch schlechteren Spieler hielten sich natürlich ewig an seiner Leistung auf um ihre eigene beschissene Leistung zu überspielen. Also dass es noch eine Liga darunter gibt, musste einen schon wundern, so unbedarft und unansehnlich wie Grün-Weiß Nippes II und VfL Leverkusen II da spielten. Zwei so schwache Mannschaften hat man in Sachsen-Anhalt (trotz oder wegen der niedrigeren Einwohnerzahl?) selbst in der untersten Spielklasse kaum. Leverkusen II ist ja auch noch Aufstiegskandidat, doch das zeigten sie erst nach einer Stunde. Nachdem sie nach einem furchtbaren Torwartfehler nach 60 Minuten das 1:2 erzielt hatten, trafen sie plötzlich im Minutentrakt mit fast jeder Torchance zum am Ende 1:8. Also wie Nippes das Spiel noch von 1:1 so aus der Hand geben konnte, ist mir klar: da war kein einziger Spieler dabei der irgendetwas Vernünftiges gezeigt hätte und so kann man nur verlieren – aber wie die kaum besseren Leverkusener da noch so viele Tore schießen konnten, verstehe ich nicht...  
Statistik:
- Grounds: 1.204 (heute 1 neuer; diese Saison: 50 neue)
- Sportveranstaltungen: 2.189 (heute 1; diese Saison: 77)
- Tageskilometer: 60 (60km Fahrrad)
- Saisonkilometer: 16.420 (11.640 Auto/ 3.600 Flugzeug/ 1.080 Fahrrad/ 80 öffentliche Verkehrsmittel/ 20 Schiff, Fähre) - Anzahl der Fußballspiele seit dem letzten 0-0: 159 [letzte Serie: 10, Rekordserie: 178]
- Anzahl der Wochen, seit der letzten Woche ohne eine einzige Sportveranstaltung (31.7.-6.8. 2006): 429

Montag, 13. Oktober 2014

W428V: Erste Auslandsfahrt von Wesseling aus – in Spa und den Ostkantonen

Royal Spa FC ...................................................................... 2
Stade Disonais ..................................................................... 6
- Datum: Sonntag, 12. Oktober 2014 – Anstoß: 15.00
- Wettbewerb: Premiere Provinciale de Liege (1. Provinzklasse Lüttich = 5. Spielklasse, 2. Amateurliga Belgiens)
- Ergebnis: 2-6 nach 91 Min. (45/46) – Halbzeit: 1-3
- Tore: 0-1 6. (7), 0-2 17. (10), 1-2 23. (Nr. 7), 1-3 45. (7), 1-4 59. (18), 2-4 62. (18), 2-5 83. (11), 2-6 91. (20)
- Verwarnungen: Nr. 8, 18 (Spa)
- Platzverweise: keine
- Spielort: Stade de la Géronstère (Kap. 2.600, davon 1.300 Sitzplätze)
- Zuschauer: ca. 150 (davon ca. 40 Gästefans)
- Unterhaltungswert: 7,0/10 (Unterhaltsames Spiel, Spa hat besser gegengehalten als gedacht)  
Photos with English Commentary:
a) Amateur Football in Belgium: Royal Spa FC suffers another defeat, this time on the hands of Stade Disonais
b) Belgium (The Eastern Cantons): Castles and Palaces in Burg-Reuland, Reinhardstein, Franchimont, Eupen and Raeren

Wesseling liegt näher an der Grenze als Merseburg, von daher sind Tagesausflüge ins Ausland noch einfacher zu machen. Von Merseburg aus war immer Tschechien und dann Polen das Ziel, hier sind es nun gleich vier Länder – Belgien, Niederlande, Luxemburg und Frankreich – wobei außer Luxemburg und mit Abstrichen Frankreich das alles nicht so attraktiv ist. Da waren Tschechien und Polen schon besser.

Wie auch in den Niederlanden hatte ich bisher nur einmal Fußball in Belgien gesehen – und das war sogar erste Liga. Aber warum nicht mal für die 5. Liga über die Grenze fahren, wenn in einer der interessanteren Gegenden des Landes in einem der schönsten und ältesten Stadien der Region gekickt wird?  
Was die Route anging: die A1 nach Süden, dann auf die B51 nach Rheinland-Pfalz rein und einem Wegweiser nach „Burg-Reuland (B)“ nach, der in einen asphaltierten Feldweg zeigt. Ohne zu es merken war man dann in Belgien: kein Grenzschild und alles Deutsch beschriftet. Burg-Reuland hat oberhalb des Dorfes eine schöne Burg zu bieten, die zwar nicht offen war, aber um deren ganz gut erhaltenen Mauern man herumlaufen konnte.

Über kleine Nebenwege fuhr ich nach Norden, wo ein luxemburgischer Adliger vor ein paar Jahrhunderten ein Schloss hingeknallt hat. Chateau de Reinhardstein ist dann schon in dem Bereich Belgiens, wo überwiegend Französisch gesprochen wird. Das Schloss selbst liegt in einer schönen, leicht gebirgigen und waldreichen Landschaft – es verteilt sich auf mehrere Gebäudeteile mit teils abseitig auf kleinen Felsen stehenden Wohntürmen und dem mittig in einem kleinen Tal auf einem weiteren Felsen stehenden Hauptschloss mit drei Türmen und Wohngebäuden.

Eine sehenswerte Burgruine ist Franchimont bei Theux, wenige Kilometer nördlich von Spa. Die ist fünfeckig mit fünf Ecktürmen angelegt und auch die Kasematten, die mit steilen Treppen unter die Erde gehen, sind zu besichtigen.

In Spa selbst sieht es so aus, wie überall in Belgien: schmuddelige graue Häuser, dazwischen mal ein paar besser gemachte aus dem 18./19. Jahrhundert. Eines der schönsten Gebäude der Stadt ist ein schlossartiger Verwaltungsbau neben dem Stadion.  
Das Stadion Géronstère ist eines der ältesten Belgiens (wohl 1920er) und hat eine tolle, hohe, überdachte, symmetrische Tribüne mit pavillonartigen Ausbauten an den Seiten, Sportlerheim und Kabinen im Sockel, und sieben Reihen blauer und weißer Holzbänke. Gegenüber sind zugewucherte Stehstufen, auf denen mehrere alte Kastanien wachsen. Hinter den Toren stehen Bäume. Um den Platz geht eine massive Reling herum. Das Kassenhaus erinnert eher an England, aber 5€ Eintritt sind jetzt nicht so hoch wie sonst oft in Belgien. Das Land hat ein ausgeprägtes Ligensystem mit Reserveligen, sodass Spa eigentlich nicht in der 5. Liga von 8 spielt, sondern von 12. Wenn sie so weiter spielen, können sie allerdings in der Tat „nur“ in die 4. Provinzklasse (8. Liga) abrutschen, da die anderen vier Ligen nur für Reservemannschaften sind.

Dass bei dem Verein einiges nicht rund läuft, ist weniger am Zustand der Anlage zu merken, als vielmehr daran, dass die Pommesbude geschlossen hatte. Aber dafür gab es tolle Hotdogs: Würstchen im Brötchen, klar, aber außer Ketchup und Gurkenscheiben wurde da Sauerkraut draufgeknallt. Ob die Belgier wissen, dass das dunkelgelbe Gestreusel auf einem Hotdog eigentlich Röstzwiebeln seien sollen?

Ich hatte eben Probleme im Verein Royal Spa FC angedeutet und es gibt in erster Linie wohl welche mit dem Niveau der Spieler, denn hier muss die Reserve auf dem Platz der ersten Mannschaft gerückt sein. Die Spiele von Spa in dieser Saison: 0-13, 0-7, 1-7 (beim Vorletzten, was dessen einziger Sieg ist), 0-5, 0-11, 0-7, 2-10, 0-6, 0-10. Macht 0 Punkte, 3:76 Tore und den 16. Platz. Die Gastmannschaft aus Dison steht im Mittelfeld und kam sicher mit der Erwartung eines einfachen Sieges nach Spa.

So einfach sollte es dann aber doch nicht werden: Dison war zwar klar besser, hier klappte auch das Passspiel und die Offensivaktionen waren im Minutentakt auf das Tor von Spa gerichtet, aber nach einer schnellen 0:2 Führung ließen sie die Gastgeber kommen. Durch Abstimmungsfehler zwischen Torwart und Verteidigung gelang einem Spieler von Royal Spa auch eine Bogenlampe über den Torwart zum 1:2. Mit dem Pausenpfiff köpfte Dison jedoch zum 1:3 ein. Nach der Pause folgte auf das erwartete 1:4 überraschend ein weiterer guter Spielzug von Spa, der zum 2:4 sorgte. Erst in der Schlussphase konnte Dison noch ein besseres Ergebnis erzielen, in dem sie zwei Mal die Abwehr ausspielten. Dieses 2:6 war aber immerhin die niedrigste Niederlage des Royal Spa FC in dieser 10 Spieltage alten Saison!  
Nach dem Spiel klapperte ich noch ein paar Schlösser ab: in Eupen gibt es gleich zwei, wobei eines sehr hässlich verbaut ist und das andere mit modernen Anbauten versehen obwohl der Baukörper sonst dem einer Renaissance-Wasserburg entspricht. Sehenswerter ist Raeren, wo die Schlossgebäude zwar alle in grau gehalten sind, aber verspielte Türme haben. Etwas abseits steht auch ein wuchtiger Wohnturm.

In dieser mehrsprachigen Region war es übrigens interessant, Autoradio zu hören. Die Sender in NRW sind ja fast alle entweder total niveaulos (wer dachte die Moderatoren und ihr Programm auf MDR Jump seien schon doof, muss mal 1live hören...) oder stinklangweilig – höchstens wenn Funkhaus Europa wieder für jede in Deutschland lebende ausländische Gemeinde muttersprachliches Programm hat, kann man mal von interessantem Radio reden: Funkhaus hat aber leider zu viele Sprachprogramme und zu wenig Mucke – aber wenn man in den Ostkantonen herumfährt, kann man je nach Empfang wechseln zwischen den niederländisch-, französisch und deutschsprachigen belgischen Sendern, wobei letztere es fertig bringen, Amateurfußballergebnisse bis in die unterste Reserve-Provinzklasse Lüttich zu bringen und dabei die Mannschaften auch alle deutsch auszusprechen und zudem über alle sportlichen Aktivitäten der Ostkantonsvereine (ob Radrennen, Wasserball oder 3. Frauen-Volleyballliga) zu informieren. Besonders im Bereich südöstlich von Spa bekommt man auch luxemburgische Sender mit älterer Rockmusik und Abhandlungen zu philosophischen Werken – französische Originalzitate und dazu Anmerkungen im luxemburgischen Dialekt – oder passendem Kommentar eines Moderators zu einer Promi-Nachrichten wie in etwa „wat ass dat fir e Schäiss?“  
Statistik:
- Grounds: 1.203 (heute 1 neuer; diese Saison: 49 neue)
- Sportveranstaltungen: 2.188 (heute 1; diese Saison: 76)
- Tageskilometer: 310 (310km Auto)
- Saisonkilometer: 16.360 (11.640 Auto/ 3.600 Flugzeug/ 1.020 Fahrrad/ 80 öffentliche Verkehrsmittel/ 20 Schiff, Fähre) - Anzahl der Fußballspiele seit dem letzten 0-0: 158 [letzte Serie: 10, Rekordserie: 178]
- Anzahl der Wochen, seit der letzten Woche ohne eine einzige Sportveranstaltung (31.7.-6.8. 2006): 428

W428IV: Sportart Nr. 70; Taekwondo

International Taekwondo Masters NRW 2014
- Datum: Samstag, 11. Oktober 2014 – Beginn: 9.30
- Wettbewerb: International Taekwondo Masters NRW 2014, Tag 1 (Wettkämpfe der Kadetten und Jugendlichen beim Bundesranglistenturnier)
- Ergebnisse: http://www.nwtu.de/
- Austragungsort: Hardtberghalle (Bonn; Kap. 1.800 Sitzplätze)
- Zuschauer: ca. 800 (überwiegend Sportler und deren Angehörige)
- Unterhaltungswert: 7,0/10 (Interessante Sportart, hier auch auf gutem Niveau ausgeführt)  
Photos with English Commentary:
Taekwondo: International Masters of Northrhine-Westphalia in Bonn

Ich bin ja immer auf der Suche nach Wettkämpfen in Sportarten, die ich noch nicht gesehen habe. Gerade Kampfsportarten stehen da aufgrund der oft möglichen, actionreichen Fotos hoch im Kurs. So kam ich schnell darauf, an diesem Samstag mit dem Rad von Wesseling nach Bonn zu fahren, wo in der Hardtberghalle gegenüber des Telekom Domes ein internationaler Wettkampf im Taekwondo stattfand. Diese koreanische Kampfkunst bzw. Kampfsportart, die jedem Olympiagucker bekannt sein sollte, ist mittlerweile die 70. Sportart, die ich sehe...

Bei dem zweitägigen Turnier trat am Samstag alles was unter 19 ist in Alters- und Gewichtsklassen sowie nach Geschlecht (ist nicht selbstverständlich, denn bei Besetzungsproblemen und zu wenigen Konkurrenten treten auch Jungen gegen Mädchen an, was erfreulich unproblematisch beim Kampfsport abläuft) getrennt, an. 8€ sind die übliche Preislage bei derlei Events und auch das Catering (das im Übrigen erstaunlich gut war) war preislich noch gerade so im Rahmen.

Die Hardtberghalle mit ihren Sitztribünen auf drei Seiten (die Obertribünen mit roten Schalensitzen, die eine Untertribüne mit Bänken) war nicht gerade überragend gefüllt. Außer den gerade nicht auf der Matte stehenden Sportlern und ihre Familienangehörigen schienen kaum Zuschauer den Weg in die Halle gefunden zu haben. Ich wette, ich war der einzige von den gut 800 auf der Tribüne, der zum ersten Mal Taekwondo live gesehen hat...

Dass keine Interessierten von außerhalb da waren, wird an der nicht vorhandenen Werbung gelegen haben. Wenn man nicht gezielt im Netz nach Taekwondo in NRW gesucht hat, hat man diesen Event als Nicht-Mitglied nicht gefunden. Ob das finanziell einfach nicht drin war oder nur Unprofessionalität des Veranstalters sei dahingestellt – unprofessionell war aber definitiv das Kampfgericht. Sonst hätte es nicht so viel Gemecker von den so fairen Kampfsportlern und ihren Trainern gegeben: die Sensoren in den Schutzwesten funktionierten immer wieder nicht, Trefferpunkte wurden nicht oder falsch gezählt, Informationen auf den Schautafeln waren falsch oder unvollständig und das Chaos bekamen die von der Organisation bzw. dem Kampfgericht auch bis zum Ende der Veranstaltung (17.30 Uhr) nicht auf die Reihe.

Was die Kämpfe angeht, so habe ich einen positiven Eindruck mitgenommen. Dieser Sport ist dynamisch und sehenswert. Etliche der Kämpfe waren sehr eng, gingen zum Beispiel in die Zusatzrunde in der nach Sudden-Death-Regel gepunktet wird oder schienen schon entschieden (vielleicht 6:1 Führung in Runde 1) und gingen dann in der dritten Runde doch noch an den Gegner (z.B. 11:12). Kaum ein Kampf ging vor der dritten Runde weg und keiner in der ersten. Einen klassischen KO gab es keinen – das ist wohl auch selten im TKD. So manche Kampsportart mag aufgrund ihrer weitreichenderen Freiheiten in den Kampftechniken für den Zuschauer packender sein, aber Taekwondo lohnt sich auch noch ein weiteres Mal zu besuchen.  
Statistik:
- Grounds: 1.202 (heute 1 neuer; diese Saison: 48 neue)
- Sportveranstaltungen: 2.187 (heute 1; diese Saison: 75)
- Tageskilometer: 50 (50km Fahrrad)
- Saisonkilometer: 16.050 (11.330 Auto/ 3.600 Flugzeug/ 1.020 Fahrrad/ 80 öffentliche Verkehrsmittel/ 20 Schiff, Fähre) - Anzahl der Fußballspiele seit dem letzten 0-0: 157 [letzte Serie: 10, Rekordserie: 178]
- Anzahl der Wochen, seit der letzten Woche ohne eine einzige Sportveranstaltung (31.7.-6.8. 2006): 428