Mittwoch, 23. Juli 2014

W417II: Trotz 5-1 Sieg nicht überzeugt

TSV Leuna 1919 ............................................................. 5
BSV Borussia Blösien ..................................................... 1
- Datum: Mittwoch, 23. Juli 2014 – Anstoß: 18.30
- Wettbewerb: Testspiel Landesklasse Sachsen-Anhalt Staffel 6 (8. Spielklasse, 3. Amateurliga) gegen Kreisliga Saalekreis Staffel 1 (10. Spielklasse, 5. Amateurliga)
- Ergebnis: 5-1 nach 88 Min. (44/44) – Halbzeit: 3-1
- Tore: 1-0 30. Gago Ibrahim, 1-1 33. Lars Bagedorn, 2-1 39. Marius Meier, 3-1 45. Elia Wilke, 4-1 63. Marcus Schellbach, 5-1 86. Marcus Schellbach
- Verwarnungen: Albert Shoshi und Marcus Schellbach (beide TSV Leuna)
- Platzverweise: keine
- Spielort: Stadion des Friedens (Kap. 5.000 Stehplätze)
- Zuschauer: ca. 50 (davon ca. 5 Gästefans)
- Unterhaltungswert: 4,0/10 (Leuna spielbestimmend, aber bis Saisonbeginn muss sich da einiges verbessern)

Photos and English Commentary:
Pre-Season Friendly in Leuna: TSV Leuna defeat Borussia Blösien

Das erste Testspiel des TSV Leuna, das ich mir diese Saison angeschaut habe, wurde am Mittwochabend vor einer dürftigen Zuschauerkulisse im Stadion des Friedens ausgetragen. Mit Borussia Blösien war eine der besseren Mannschaften der Kreisliga zugast, doch die hatten bis auf einzelne Offensivaktionen in der ersten Hälfte natürlich nichts zu melden. Leider hatte aber auch Leuna viele Durchhänger und das Zusammenspiel stimmte noch nicht so. Bis Saisonbeginn muss sich da noch einiges verbessern!

Der TSV ging erst nach einer halben Stunde durch einen der Merseburger Neuzugänge, Ibrahim, in Führung. Kurz darauf kam Blösien mit einer interessanten Freistoßvariante – an der Mauer vorbei und dort von einem Mitspieler gegen die Bewegung des Torhüters ins lange Eck eingeschoben – zum Ausgleich. Erst kurz vor der Pause lenkte Leuna mit konzentrierter Offensivarbeit die Partie in die richtigen Bahnen.

Nach dem Seitenwechsel stand Blösien sehr tief und kam bis auf eine Szene (da wurde der Ball noch auf der Linie weggeschlagen) gar nicht mehr vors Leunaer Tor. Marcus Schellbach war es dann, der mit zwei Treffern zu einem deutlichen Endstand beitrug, wegen dem man diesem eher mäßigen Spiel noch einiges abgewinnen kann... 

Statistik:
- Grounds: 1.152 (kein neuer; diese Saison: 181 neue)
- Sportveranstaltungen: 2.109 (heute 1; diese Saison: 253)
- Tageskilometer: 10 (10km Fahrrad)
- Saisonkilometer: 67.810 (65.290 Auto/ 2.240 Fahrrad/ 160 Schiff, Fähre/ 120 öffentliche Verkehrsmittel/ 0 Flugzeug)
- Anzahl der Fußballspiele seit dem letzten 0-0: 90 [letzte Serie: 10, Rekordserie: 178]
- Anzahl der Wochen, seit der letzten Woche ohne eine einzige Sportveranstaltung (31.7.-6.8. 2006): 417

W417I: Staßfurt erleidet Brasilianische Klatsche im Jerichower Land

SV Union Heyrothsberge, Menz, Wahlitz .................... 7
SV 1909 Staßfurt ............................................................ 1
- Datum: Dienstag, 22. Juli 2014 – Anstoß: 18.30
- Wettbewerb: Testspiel Landesliga Sachsen-Anhalt Nord (7. Spielklasse, 2. Amateurliga – Aufsteiger aus Landesklasse St. 2) gegen Landesklasse Sachsen-Anhalt Staffel 3 (8. Spielklasse, 3. Amateurliga)
- Ergebnis: 7-1 nach 90 Min. (45/45) – Halbzeit: 3-0
- Tore: 1-0 17. Marcus-Antonio Bach, 2-0 24. Marcus-Antonio Bach, 3-0 30. Tobias Thormeier, 3-1 50. Chris Matthias Horstmann, 4-1 54. Mike Pinno, 5-1 75. Philipp Spengler, 6-1 85. Daniel Ziemann, 7-1 90. Karsten Voelkel
- Verwarnungen: Philipp Spengler (Heyrothsberge), Steven Stachowski (Staßfurt)
- Platzverweise: keine
- Spielort: Sportplatz Heyrothsberge (Kap. 1.000, davon 50 Sitzplätze)
- Zuschauer: ca. 75 (davon ca. 15 Gästefans)
- Unterhaltungswert: 7,5/10 (Sehr gutes Testspiel: Heyrothsberge spielte wirklich klasse und Staßfurt konnte leider wenig dagegenhalten)  
Photos with English Commentary:
Pre-Season Friendly in Heyrothsberge: SV Union defeat SV 09 Stassfurt by 7 to 1

Dienstag ließ sich noch mal ein Testspielbesuch im Raum Magdeburg mit einem netten Gratisessen in Staßfurt verbinden… Diesmal ging es ins Jerichower Land, gleich östlich an die Landeshauptstadt angrenzend. Da wir über Schönebeck und Gommern fuhren, entdeckten wir noch in Bisdorf (Ortsteil von Borne) eine zugewucherte Kirchenruine und fuhren durch die beiden Dörfer, die mit Heyrothsberge diese Spiel-Union bilden: das hässliche und sinnfrei zusammengewürfelte Wahlitz (auf dem extrem räudig aussehenden Sportplatz spielt eine Altherrenmannschaft, SV Wahlitz, die nicht an Union Heyrothsberge angeschlossen ist) und das ganz ansehnliche Dorf Menz, dessen in den 1950ern wiederaufgebaute Kirche auf dem markanten Hügel gerade saniert wird und vor zwei Jahren erst einen neuen Turm im Fachwerkstil erhielt.

Der Sportplatz der gesichtslosen Ortschaft Heyrothsberge liegt irgendwie so halbidyllisch: zwischen der dicht befahrenen Bundesstraße und einem dichten Waldstück mit viel Nadelbaumbestand. Der Rasenplatz ist recht unspektakulär, aber von schönen Bäumen umstanden, zwei kleinen Gebäuden (Umkleiden und Sportlerheim) flankiert und auch nicht völlig ausbautenlos: die gepflasterte Tribüne mit zwei Reihen Sitzbänke für insgesamt ca. 50 Leute ist aber sehr neu.

Die beiden Teams machten noch schön Mannschaftsfotos und die Gäste aus Staßfurt konnten sich auch über einen für so ein Testspiel recht zahlreichen Anhang freuen. Der Spielverlauf war für den SV 09 aber sehr unerfreulich. Heyrothsberge war klar besser: obwohl erst in die höhere Liga aufgestiegen, war ein Klassenunterschied nicht wegzureden. Nach mehreren erfolglosen Angriffen ging Heyrothsberge mit einer Direktabnahme in Führung. Dann wurde vor der Pause noch zwei Mal die Abwehr ausgespielt und das Spiel war entschieden.

Nach dem Seitenwechsel kam Staßfurt ein bisschen ins Spiel zurück, doch nach dem Ehrentreffer zog Heyrothsberge wieder an und nahm die Abwehr mit gutem Kombinationsspiel, langen Konterschlägen in die Sturmspitze und auch tollen direkten Freistößen (wie jenem zum letzten Tor in der Schlussminute) auseinander. Am Ende stand eine, von einem Heyrothsberger Schreihals so schön bezeichnete „brasilianische Klatsche“ von 7:1…  
Statistik:
- Grounds: 1.152 (1 neuer; diese Saison: 181 neue)
- Sportveranstaltungen: 2.108 (heute 1; diese Saison: 252)
- Tageskilometer: 300 (300km Auto)
- Saisonkilometer: 67.800 (65.290 Auto/ 2.230 Fahrrad/ 160 Schiff, Fähre/ 120 öffentliche Verkehrsmittel/ 0 Flugzeug)
- Anzahl der Fußballspiele seit dem letzten 0-0: 89 [letzte Serie: 10, Rekordserie: 178]
- Anzahl der Wochen, seit der letzten Woche ohne eine einzige Sportveranstaltung (31.7.-6.8. 2006): 417

Dienstag, 22. Juli 2014

W416III-V: Pferdesport und Blindenfußball

Integrationssportclub Victoria Dortmund-Kirchderne 1
Berufsförderwerk/ Vital-Sportverein Würzburg ......... 2
- Datum: Sonntag, 20. Juli 2014 – Anstoß: 14.30
- Wettbewerb: Blindenfußball Bundesliga (Deutsche Meisterschaft im Blindenfußball)
- Ergebnis: 1-2 nach 50 Min. (25/25) – Halbzeit: 1-1
- Tore: 0-1 11. Sebastian Schäfer, 1-1 21. Hassan Altinbaş, 1-2 29. Sebastian Schäfer
- Verwarnungen: 1x Gelb Nr. 4 von Dortmund
- Platzverweise: keine
- Spielort: : Georg-Gaßmann-Stadion, Kunststoffrasenplatz 3 (Kap. 1.000 Stehplätze, bei Blindenfußball ca. 250 Stehplätze nutzbar)
- Zuschauer: ca. 30
- Unterhaltungswert: 7,0/10 (Eine wirklich eindrucksvolle Sportart; im Vergleich zum Spiel davor aber eine schwächere Partie)

SSG Blindenstudienanstalt Marburg 1970 .................... 2
FC St. Pauli (Hamburg) .................................................. 0
- Datum: Sonntag, 20. Juli 2014 – Anstoß: 12.45
- Wettbewerb: Blindenfußball Bundesliga (Deutsche Meisterschaft im Blindenfußball)
- Ergebnis: 2-0 nach 50 Min. (25/25) – Halbzeit: 2-0
- Tore: k.A.
- Verwarnungen: mindestens 1x Gelb für St. Pauli
- Platzverweise: keine
- Spielort: Georg-Gaßmann-Stadion, Kunststoffrasenplatz 3 (Kap. 1.000 Stehplätze, bei Blindenfußball ca. 250 Stehplätze nutzbar)
- Zuschauer: ca. 120
- Unterhaltungswert: 7,5/10 (Eine wirklich eindrucksvolle Sportart; bei diesem Spiel waren auch zwei offensichtliche Spitzenmannschaften am Werk)

CHIO (Concours Hippique International Officiel) Aachen 2014
- Datum: Samstag, 19. Juli 2014 – Beginn: 9.00
- Wettbewerbe: Dressurreiten, Vielseitigkeitsritt (Military), Gespannfahren (Marathon mit Vierspännern) und Springreiten (1. Springprüfung mit zwei Runden, 2. Jagdspringprüfung über Gräben und Wälle, 3. Progressiv-Sprungprüfung mit Joker)
- Ergebnislisten unter: Meggle-Preis (Dressur), DHL-Preis (Vielseitigkeit/ Military), Wohnwelt Pallen Marathon (Gespannfahren/ Vierspänner), Best of Champions (Springen), Preis der Sparkasse (Springen), RWE-Preis (Springen)
- Austragungsorte: Aachen, Sportpark Soers; sogenanntes „Deutsche Bank Stadion” (Dressur: Kap. 6.300, davon 5.500 Sitzplätze), Soerser Geländestrecke inklusive Fahrstadion (Vielseitigkeit und Vierspänner: Kap. ca. 50.000, davon 1.000 Sitzplätze) und Hauptstadion (Springen: Kap. 30.000, davon 25.000 Sitzplätze)
- Zuschauer: Dressur; zwischen ca. 800 und ca. 6.000, Military; ca. 10.000, Gespannfahren; ca. 7.500 und Springreiten; ca. 25.000 bis 27.500
- Unterhaltungswert: 4,0/10 (CHIO kann man sich mal antun, da Springreiten und Military zwar widernatürliche Idiotie am Pferd aber doch halbwegs ansehenswerte Sportarten sind. Aber die Atmosphäre ist unsympathisch, Gespannfahren eher langweilig und Dressurreiten die ödeste Scheiße die ich jemals gesehen habe!)  
Photos with English Commentary:
a) CHIO World Equestrian Games in Aachen: Show Jumping, Dressage, Eventing, Four-In-Hand Driving
b) Aachen Old Town: Aachen Cathedral and other historic buildings 

c) German Championship in Paralympic 5-A-Side Football (Blind Football) in Marburg: Blista Marburg v St. Pauli, and Victoria Kirchderne v BFW/VSV Würzburg
d) Marburg Old Town: Palace and Half-Timbered Architecture
e) Central Hessia: Amöneburg Old Town, Rauischholzhausen Palace, Schweinsberg Palace, Homberg (Ohm) Old Town, and ALSFELD OLD TOWN

Eine ganze Menge neue Sportarten standen dieses Wochenende auf dem Programm. Vor allem am Samstag gab es viel Neues zu sehen, denn schon Monate vorher hatten wir Stehplätze für das CHIO in Aachen gebucht, die trotz Studentenermäßigung immer noch bei über 13€ für Dressur am Vormittag und Mittag + über 13€ für Springreiten am Abend zu Buche schlugen. Dafür gab es aber auch den ganzen Tag über Pferdesport und insgesamt vier für uns noch unbekannte Sportarten zu sehen!

Freitag erfolgte die ziemlich problemlose Anreise nach Düren, einem fürchterlichen Kaff (ziemlich hässlich und v.a. schlechte Infrastruktur: Supermärkte nur bis 20h offen und schlecht sortiert) bei Aachen. In Düren gibt es ein ETAP, wo wir auch schon weit im Voraus gebucht hatten. Zum CHIO ist in Aachen und Umgebung stets alles ausgebucht…  
Samstag ging es nach dem Frühstück in Aachen zum Turniergelände: die teils unfreundlichen und inkompetenten Öcher – ist halt so: Aachen ist schon ein widerliches Pack – am Einlass passiert, dann durchs weitläufige Gelände gegangen. Es gibt hinter neben dem Fußballstadion und der Eishalle am Rande der Anlage eine riesige Wiese- und Weidefläche, die für Gespannfahren und Vielseitigkeitsritt genutzt und temporär umgestaltet wird. Östlich davon befinden sich etliche Hallen, Trainings-Reitplätze und drei Stadien: das sehr kleine Fahrstadion, das 6.300 Zuschauer fassende und innen sehr schön gestaltete Deutsche Bank Stadion und das 30.000 Fans fassende Haupt- oder Springstadion, das ebenfalls auf allen vier Seiten über Ausbau verfügt und dabei vier unterschiedlich (und teils wirklich originell) gestaltete Tribünen aufweist.

Zum Glück hatten wir die größte Scheiße gleich am Vormittag weg: Dressurreiten. Dieses alberne, ewig gleiche Gehoppse und Getrabe der Viecher mit ihren affigen Reitern im Sattel sieht absolut lächerlich aus. So eine langweilige Scheiße! Das ist schlimmer als Tischtennis, Baseball oder Kegeln! Jede Kür sieht gleich aus und ödet einen total an. Dass dieser Wunderhengst Totilas mit Rath im Sattel dann voll abräumte, war mir auch reichlich egal…

Military oder Vielseitigkeitsreiten ist dann schon viel interessanter gewesen. Auf der Geländestrecke sind diverse Hindernisse wie Wassergräben, Hecken und Sprungstangen aufgebaut. Dass ein Pferd in freier Natur nie über ein solches Hindernis springen würde, führt die Idee dieses Pferdesports als idiotisch vor. Oder schon mal überlegt, warum ein normaler Weidezaun um eine Pferdekoppel teils nicht einmal die Höhe eines durchschnittlichen Springturnierhindernisses hat? Schon mal ein Pferd aus der Koppel per Sprung fliehen sehen?! Wie auch immer, es zeigte sich, dass es im Military auch mittlerweile viele hervorragende Reiterinnen gibt, die diese Strecke toll meisterten und als die Ersten ins Ziel im Hauptstadion einritten.

Kurz wieder zur Dressur rein, dann Gespannfahren: diese Vierspänner waren etwas seltsam anzusehen. Als Marathonwettkampf fuhren hier, sagen wir mal: Sportkutschen mit zwei mal zwei Pferden davor, anderthalb Stunden durchs Gelände, passierten Brücken und Wälle, bretterten durch Wasserlöcher und rammelten durch labyrinthartige Hindernisse. Am Ende siegte die australische Kutschbesetzung (besteht bei allen aus drei Leuten).

Wir fuhren mit dem Bus zur Mittagszeit raus zum Essen im Templergraben und dann wieder mit dem Shuttlebus kostenlos zur Soers zurück, drängelten uns geschickt vor (unglaublich, dieser Andrang da kurz vor 18h) und sicherten uns zum Springreiten im Hauptstadion gute Stehplätze. Diese Stehplätze sind allerdings eine Frechheit, da nur ebenirdisch vor der Haupttribüne und keine Ränge wie im „Deutsche Bank Stadion“. Die Kulisse war mit knapp 30.000 Pferdesportfans aber auch richtig gut anzusehen.

Beim Springreiten, dass ich aufgrund seiner Widersinnigkeit zu Anatomie und Natur der Pferde nicht übermäßig schätze – Züchtungen hin oder her, aber wer schon mal Polo gesehen hat, der weiß, dass Pferde naturgemäß nicht einmal die Hufe so hoch kriegen, um die 30cm niedrige Polo-Spielfeldbegrenzung ohne Stolpern zu übersteigen! – aber aufgrund seiner unbestreitbaren Spannung genau wie das Militaryreiten zu den erträglichen Pferdesportarten zählen will, gab es drei halbwegs sehenswerte Wettbewerbe. Beim ersten mussten wohl irgendwelche unterbelichteten Feministinnen einen Geschlechterkampf aus dem Springreiten machen, was aber total danebenging, da von den sechs weltranglistenbesten Damen zwei Totalausfälle (eine nervöse US-Nachwuchsspringerin und eine offenbar überschätzte Französin) die Hindernisse mit ihren Gäulen malträtierten. Die Herren gewannen so gut wie fehlerfrei und in Spitzenzeiten mit riesigem Vorsprung. Bei dem zweiten Wettkampf, einem sehr flotten Jagdspringen über Wälle und Gräben, gewann ein Belgier vor einem Deutschen und einem Iren. Zum Abschluss stand noch eine Progressiv-Prüfung mit Joker an, das heißt man springt erst über ein sehr einfaches Hindernis und erhält einen Punkt, dann ein etwas schwereres für zwei Punkte und nach dem neunten Hindernis (für neun Punkte) kann man sich 10 oder mit dem schwersten Hindernis (Joker) 20 Pkt. abholen. Bis zu 65 sind so drin und wenn mehrere Reiter 65 Punkte haben, gewinnt die schnellste Zeit. Auch hier landete ein Ire auf Platz 3 und auch hier schaffte ein Deutscher den 2. Platz – siegreich war beim Progressiv-Springen aber mal ein Italiener.

Erst kurz vor Mitternacht waren wir wieder im Hotel in Düren. Fazit zur CHIO: Kann man sich mal angeguckt haben, aber wenn man noch kein Fan von Pferdesport ist, wird man es dort auch eher nicht. Also das unnatürliche Gehüpfe, naja… aber so eine langweilige Scheiße wie Dressurreiten – ich könnte kotzen! Fürchterlich auch die penetrante Werbung: Sponsorennamen für jede Sportstätte, jeden Wettkampf, fast jedes Hindernis (!) und Fernsehspots auf der Leinwand. Und dass die Tierschutzfritzen nicht durchsetzen können, dass wenigstens die Pferdenamen von Sponsoring verschont bleiben…
Also ich bleibe dabei: der einzige wirklich interessante Pferdesport ist Polo – und Polo gibt es leider nicht in Aachen…  
Sonntag ging es weiter nach Marburg zu einer anderen neuen Sportart. Einer der wenigen niveauvollen Artikel auf fussball.de – also ein Artikel, der nicht von einem Polizeieinsatz in einer Kreisliga in NRW oder einem umgeboxten Schiri in Bayern oder Berlin berichtet – war jener über Blindenfußball. Nach Rollstuhlbasketball wohl der sehenswertes Behindertensport und aufgrund der enormen körperlichen und gehörtechnischen Leistung insgesamt der eindrucksvollste!

Das Spiel läuft so ab: vier blinde Feldspieler und ein sehender Torwart bilden eine Mannschaft und die zwei Teams kämpfen nach weitestgehend üblichen Futsal-Regeln auf einem Handballfeld mit Handballtoren um einen Ball mit Rasseln. Wer einen Sehrest hat (nicht jeder Spieler ist völlig blind; einen Dortmunder Akteur hatte ich vor seinem Spiel noch gesehen, wie er mit einer Art Lupe SMS auf seinem Handy entzifferte) darf natürlich auch mitspielen, aber deshalb müssen alle Spieler massive Augenbinden tragen. Außerdem tragen sie noch Polster, die Ähnlichkeiten zu Amateurboxhelmen oder Kopfschützern für Taekwondo haben. Die sehenden Helfer (eine Art Co-Trainer) und die Torhüter machen sich mit Ansagen und Klopfen an den Pfosten bemerkbar. Außer den Helfern und Torhütern sehen natürlich auch die Schiris – obwohl ihnen das wohl teilweise von Spielern und Betreuern in Abrede gestellt wird, so gut wie manche gemeckert haben… Aber da der Hauptgrund für Foulspiele ein zu spät oder gar nicht gemachter Warnruf (voy, Spanisch für „ich komme“), den die Spieler beim Angriff auf den Ballführenden rufen müssen, ist, muss man ja eher bei einem zweifelhaften Freistoß meckern: „Ey Schiri, bist du taub?!“

In Marburg befindet sich die deutschlandweit bedeutende Blindenbildungsanstalt (kurz: Blista), deren Mannschaft sehr erfolgreich beim Kampf um die deutsche Meisterschaft ist. In einem sehr guten, aber teils etwas einseitigem Spiel gelang Marburg ein erneuter Sieg, diesmal mit 2:0 über den FC St. Pauli aus Hamburg. Nicht ganz so stark wie das erste Spiel war das Duell zwischen Dortmund-Kirchderne und Würzburg. Die Süddeutschen des ehemaligen Versehrten Sport Vereines (nun Vital-Sportverein, da man eigentlich schon seit Jahren keine kriegsversehrten Spieler mehr hat, auf die dieser Vereinsname anspielt) gewannen erstmals diese Saison ein Spiel. In diesem spannenden Match hatte Dortmund alle Chancen auszugleichen, doch das gelang nur beim 1:1. Beim Stand von 1:2 wurde auch noch ein Strafstoß vergeben.

Insgesamt muss man sagen: eine tolle Idee dieser Sport und v.a. eine tolle Leistung, die da von den Spielern und Mannschaften gebracht wurde! Also ich habe schon sehende Spieler gesehen, die ohne Beeinträchtigungen ungeschickter mit dem Ball umgingen, häufiger über die Pille schlugen und „blindere“ Pässe nach vorne hauten…  
Das Besichtigungsprogramm war ja dieses Wochenende so kurz gekommen und da Marburg uns bereits bekannt war und außerdem recht überschätzt ist, fuhren wir gleich nach dem Blindenfußball weiter in die Provinz. Amöneburg liegt spektakulär auf einem Bergkegel und hat eine Burg an deren Fuße auch ein toller Fußballplatz liegt und eine enge aber doch recht durchsetzte Altstadt zu bieten.

Ein tolles historistisches Schloss in Rauischholzhausen dient der Uni Gießen als Tagungsstätte. Sein Park ist zwar nicht so herausragend, aber immerhin vom Schöpfer des Palmengartens Frankfurt geschickt um das verspielt gestaltete Gebäude herum angelegt. Weniger verspielt, aber riesig und authentisch erneuert ist die Burganlage in Schweinsberg. Drumherum gibt es auch etwas Altstadt mit Fachwerk. Ein paar schöne Fachwerkbauten und eine versiffte Burganlage hat Homberg/ Ohm zu bieten.

Schließlich ging es noch in die meines Erachtens gleichauf mit Limburg/ Lahn mit schönste Stadt Hessens: Alsfeld. An die 400 Fachwerkhäuser, fast alle in Topp-Zustand und sehr authentisch (kein Historismus wie in Marburg z.B.), ausgesprochen spektakuläres Rathaus (Fachwerk auf Steinetage), mehrere alte Kirchen, ein Stadtturm – also wirklich eine sehr sehenswerte Ortschaft! In Alsfeld konnten wir auch sehr preisgünstig essen: bei Preislagen wie bestenfalls im Osten, passend bei einer Altstadt, deren Authentizität auch eher im Osten (Quedlinburg, Salzwedel, Erfurt, Jüterbog, Meißen usw.) zu finden ist, als in Hessen oder weiter westlich. Sehr authentisch waren natürlich auch die besoffenen Asis direkt vor der Stadtverwaltung…  
Statistik:
- Grounds: 1.151 (Samstag 3 neue, Sonntag 1 neuer; diese Saison: 180 neue)
- Sportveranstaltungen: 2.107 (Samstag 4, Sonntag 2; diese Saison: 251)
- Tageskilometer: 1.200 (Freitag 530km Auto, Samstag 70km Auto und 10km Bus, Sonntag 590km Auto)
- Saisonkilometer: 67.500 (64.990 Auto/ 2.230 Fahrrad/ 160 Schiff, Fähre/ 120 öffentliche Verkehrsmittel/ 0 Flugzeug)
- Anzahl der Fußballspiele seit dem letzten 0-0: 88 [letzte Serie: 10, Rekordserie: 178]
- Anzahl der Wochen, seit der letzten Woche ohne eine einzige Sportveranstaltung (31.7.-6.8. 2006): 416

Donnerstag, 17. Juli 2014

W416I-II: Testspiele in Aschersleben und Osterwieck

SV Lokomotive Aschersleben ........................................ 2
TuS 1860 Magdeburg-Neustadt ..................................... 4
- Datum: Mittwoch, 16. Juli 2014 – Anstoß: 18.30
- Wettbewerb: Testspiel Landesliga Sachsen-Anhalt Nord (7. Spielklasse, 2. Amateurliga) gegen Landesklasse Sachsen-Anhalt, Staffel 2 (8. Spielklasse, 3. Amateurliga)
- Ergebnis: 2-4 nach 91 Min. (45/46) – Halbzeit: 1-3
- Tore: 0-1 9. (Nr. 8), 1-1 12. (12), 1-2 23. (Nr. 7), 1-3 38. (Nr. 10), 1-4 81. (Nr. 4, Handelfmeter), 2-4 82. (8)
- Verwarnungen: Nr. 10 (MD-Neustadt)
- Platzverweise: keine
- Spielort: Stadion der Eisenbahner, Rasenplatz (Kap. 2.700 davon 200 Sitzplätze)
- Zuschauer: ca. 25 (davon ca. 5 Gästefans)
- Unterhaltungswert: 7,0/10 (Gutes Spiel mit eher überraschendem Sieger)

SV Eintracht 1911 Osterwieck ...................................... 0
TSG Bad Harzburg von 1890 ........................................ 1
- Datum: Dienstag, 15. Juli 2014 – Anstoß: 19.10
- Wettbewerb: Testspiel Landesklasse Sachsen-Anhalt Staffel 3 (8. Spielklasse, 3. Amateurliga) gegen Bezirksliga Braunschweig Staffel 3 (7. Spielklasse, 2. Amateurliga)
- Ergebnis: 0-1 nach 90 Min. (45/45) – Halbzeit: 0-1
- Tor: 0-1 40. Nils Lüttge
- Verwarnungen: keine
- Platzverweise: keine
- Spielort: Stadion in Ratsgarten (Kap. 820, davon 20 Sitzplätze)
- Zuschauer: ca. 60 (davon ca. 6 Gästefans)
- Unterhaltungswert: 2,5/10 (Arm an Torszenen und trotz engem Spielverlauf langweilig)  
Photos with English Commentary:
a) Pre-Season: Eintracht Osterwieck lost to TSG Bad Harzburg
b) Harz Region I: Osterwieck Old Town (Framework Houses), Roseburg (Historistic Castle)
c) Harz Region II and III: Ballenstedt Old Town, and Falkenstein Castle 

d) Pre-Season: Lokomotive Aschersleben lost to TUS Magdeburg-Neustadt

Auch unter der Woche war Zeit, um für zwei Tage nach Staßfurt zu fahren. Diesmal waren Testspiele und Sightseeing in Osterwieck und Aschersleben drin.

Außer Quedlinburg und Halberstadt kannte Anja bisher nicht viel im Harz, also fuhren wir zur Burg Falkenstein, die ein wirklich toll erhaltener und sanierter Burgbau ist. Der Eintritt ist auch entsprechend hoch 6€ (ermäßigt 3,50€) und mittlerweile darf man auch nicht mehr in den Ausstellungsräumen fotografieren – zum Glück war ich vor fünf Jahren schon mal da (siehe Link), als die Idioten noch nicht solche Verbote aufgestellt hatten. Nach dem eindrucksvollen Blick vom Bergfried fuhren wir nach Ballenstedt weiter, das einen tollen barocken Altstadtkern mit Schloss hat. Die historistische und sehr schick kitschig auf mittelalterlich gemachte Roseburg kannte auch ich noch nicht. Dass Quedlinburg so derart überfüllt sein kann wie heute, wusste ich bisher ebenso wenig…

In Osterwieck hingegen war tote Hose. Diese Kleinstadt kurz vor der Landesgrenze nach Niedersachsen hat eine schöne Altstadt, die v.a. mit Fachwerkhäusern verschiedenster Ausführungen und mit romanischen Kirchen glänzt. Alles kleiner und weniger spektakulär als in Quedlinburg und v.a. gar nicht touristisch genutzt. Der Leerstand ist extrem in Osterwieck: es scheint, als seien 75% der Geschäfte und 50% der Wohnungen aufgegeben. Verfall ist natürlich auch in den meisten Straßenzügen allgegenwärtig. Aber trotzdem ist Osterwieck eine wirklich schöne und besuchenswerte Stadt!  
Nicht unbedingt besuchenswert ist das Stadion im Ratsgarten und auch die daneben liegende Sporthalle am Ratsgarten hat nicht viel zu bieten. Nicht auf der völlig ausbautenlosen Wiese mit zwei Toren vor der Sporthalle, sondern auf der kleineren Wiese hinter der Sporthalle kickt die Eintracht aus Osterwieck. Immerhin wurde eine Art Tribüne errichtet: vier Blöcke mit fünf Schalensitzen, die auf ein kleines Metallgerüst mit hölzerner Fußbank aufgeschraubt wurden. Eine gute Anzeigetafel gibt es auch. Ansonsten weiß nur der Blick zur größten Kirche der Stadt zu gefallen.

Das Spiel gegen den klassenhöheren Gegner aus dem niedersächsischen Bad Harzburg war durchweg ziemlich langweilig und für einen Test zwischen einem Acht- und einem Siebtligisten auch ziemlich dürftig. Beide blockierten sich aufgrund ihrer Gleichwertigkeit sehr viel. Die wenigen Torchancen, die es gab, wurden meist entschärft oder neben das Tor gebracht. Nur ein Abwehrfehler der ansonsten gleichwertigen Gastgeber ermöglichte den Bad Harzburgern mit einem Doppelpass im Strafraum am Heimtorhüter vorbei zu kommen und lässig zum goldenen Treffer einzuschieben. Trotz dieses Sieges kann man nicht von einer guten Leistung der Bad Harzburger sprechen: sie zeigten nur mal wieder, dass das Spielniveau in Niedersachsen niedriger ist als in Sachsen-Anhalt – 7. Liga täuscht, da die Ligen dort extrem kleinteilig gehalten sind. Besser als ein abstiegsbedrohter sachsen-anhaltischer Achtligist sind sie eigentlich nicht…  
Am Mittwoch hatten wir erst Oschersleben überlegt, aber die Regionalligatruppe vom FC Magdeburg gastierte bei Börde Magdeburg und die zeitgleiche Ansetzung „Oscherslebener SC – 1. FC Magdeburg“ erschien äußerst hirnrissig. Vielleicht hat da die II. oder die A-Jugend gekickt. Aber dafür braucht man nicht bis Oschersleben zu fahren, da geht auch eine viel kürzere Tour und zwar nach Aschersleben. Das größte Stadion und die größte Sporthalle kenne ich dort schon, die zweitgrößte Fußballanlage der Stadt gehört den Eisenbahnern: das Stadion der Eisenbahner.

Das Stadion der Eisenbahner hat zwei Plätze: einen Kunstrasenplatz, der bei jedem Regentropfen anstelle des Rasen-Hauptplatzes bespielt wird, und ein tolles Panorama mit Silo hinter der Seitenauslinie und in der Ferne liegendem Kirchturm hat, allerdings nicht über Ausbauten sondern nur einen Graswall und ein paar Bänke verfügt. Und außerdem hat es noch den Rasenplatz, der auf einer Seite sieben Stehstufen mit Holzbänken in der vorletzten Reihe und der anderen Seite drei Stehstufen mit vereinzelten Holzbänken in der letzten Reihe bieten kann. Die steinernen Stufen sind teilweise stark aus den Fugen geraten, da die schönen Kastanienbäume – an Tagen wie heute willkommene Schattenspender – mit den Wurzeln so stark dagegen drücken.

Entgegen der Ansetzung fand das Spiel auf dem schöneren Hauptplatz statt. Anfangs waren beide Teams gleichwertig und mit ihrer ersten Chance gingen die eine Klasse unter dem Gastgeber spielenden Magdeburger in Führung. Die Gästestürmer sollten immer wieder zu schnell für die gar nicht mal schlechte Lok-Abwehr sein. Aber auf das 0:1 folgte erst einmal das 1:1 – aus kurzer Entfernung schoss einer der beiden afrikanischen Spieler von Lok halbhoch zum 1:1 ein. Mitte der ersten Hälfte ging der Gast durch seinen Kapitän mit einem direkt verwandelten Freistoß erneut in Führung und vor dem Seitenwechsel brach noch einmal ein Stürmer durch und schoss zum 1:3 ein. Endgültig entschieden wurde die Partie durch das 1:4, das per Handelfmeter erzielt wurde. Kurz darauf gelang Lok allerdings noch der zweite Treffer.

Außer schönen Toren bekam man noch eine souveräne Schiedsrichterleistung geboten: die dauernd rummeckernden Gäste und die ständig darauf eingehenden Meckerrentner von Lok, stellten ihn vor keine Probleme. Aber Lok hat wirklich ein absolut lächerliches Publikum: kaum Zuschauer und dann nur solche Scheintote, die seit 30 Jahren vor keinen Ball mehr getreten haben, aber die Gästespieler als Bauern, Penner und Votzen bezeichnen, was sie mit ihren Zahnprothesen ja nur mit Mühe richtig artikulieren können…

Die Rückfahrt über die Dörfer und an Halle vorbei ging enorm schnell und der mittlerweile schwer angeschlagene linke Außenspiegel blieb auch bei 160 und entsprechender Windbelastung noch dran…  
Statistik:
- Grounds: 1.147 (Dienstag 1 neuer, Mittwoch 1 neuer; diese Saison: 176 neue)
- Sportveranstaltungen: 2.101 (Dienstag 1, Mittwoch 1; diese Saison: 245)
- Tageskilometer: 470 (Dienstag 310km Auto, Mittwoch 160km Auto)
- Saisonkilometer: 66.270 (63.770 Auto/ 2.230 Fahrrad/ 160 Schiff, Fähre/ 110 öffentliche Verkehrsmittel/ 0 Flugzeug)
- Anzahl der Fußballspiele seit dem letzten 0-0: 88 [letzte Serie: 10, Rekordserie: 178]
- Anzahl der Wochen, seit der letzten Woche ohne eine einzige Sportveranstaltung (31.7.-6.8. 2006): 416

W415IV-V: C-Junioren und Männer-Testspiele, von Kalbe bis Schackstedt

Schackstedter Sportverein ............................................. 7
Sportverein Bräunrode .................................................. 1
- Datum: Sonntag, 13. Juli 2014 – Anstoß: 14.00
- Wettbewerb: Testspiel Landesklasse Sachsen-Anhalt Staffel 3 (8. Spielklasse, 3. Amateurliga) gegen Kreisoberliga Mansfeld-Südharz (9. Spielklasse, 4. Amateurliga)
- Ergebnis: 7-1 nach 89 Min. (46/43) – Halbzeit: 3-1
- Tore: 0-1 7. (Nr. 17), 1-1 29. (9 durch „Foul”elfmeter), 2-1 44. (12), 3-1 45.+1 (16), 4-1 51. (14), 5-1 71. (9), 6-1 74. (15), 7-1 88. (4)
- Verwarnungen: Nr. 16 (Schackstedt)
- Platzverweise: keine
- Spielort: Sportplatz am Fuchsloch Schackstedt (Kap. 1.050, davon 50 Sitzplätze)
- Zuschauer: ca. 75 (davon ca. 7 Gästefans)
- Unterhaltungswert: 7,0/10 (Wirklich gutes Testspiel, das in der 2. Halbzeit leider etwas zu einseitig wurde)

Börde Cup beim Magdeburger SV Börde
- Datum: Sonntag, 13. Juli 2014 – Beginn: 11.00
- Wettbewerb: C-Junioren-Turnier beim Magdeburger SV Börde mit Mannschaften der Regionalliga Nord (1. Liga: Hannover 96), Sachsen-Anhalt Liga (2. Liga; Hallescher FC, 1. FC Magdeburg) und Landesliga Sachsen-Anhalt, Staffel 1 (3. Liga, MSV Börde)
- Platzierung: unklar
- Ergebnisse: MSV Börde 0:2 Hannover 96, 1. FC Magdeburg 1:0 Hallescher FC, Rest unklar
- Strafen: keine?
- Spielort: Guts-Muths-Stadion (Kap. 1.700, davon 200 Sitzplätze)
- Zuschauer: ca. 150 (davon je ca. 15-30 Fans der drei Gastmannschaften)
- Unterhaltungswert: 6,0/10 (Die ersten beiden Spiele machten einen guten Eindruck, wobei das Spiel zwischen MSV Börde und Hannover 96 besser war als das „Derby“)

VfL Kalbe/ Milde 1926 .................................................... 1
Altmärkischer SV Blau-Weiß 2001 Stendal .................. 2
- Datum: Samstag, 12. Juli 2014 – Anstoß: 14.00
- Wettbewerb: Testspiel Kreisoberliga Altmark-West (9. Spielklasse, 4. Amateurliga – Absteiger aus der Landesklasse) gegen Kreisliga Altmark-Ost (10. Spielklasse, 5. Amateurliga)
- Ergebnis: 1-2 nach 92 Min. (45/47) – Halbzeit: 0-1
- Tore: 0-1 18. (11), 0-2 71. (11), 1-2 83. (Nr. 13)
- Verwarnungen: keine
- Platzverweise: keine
- Spielort: Sportplatz II Kalbe, Sportanlage an der Badeanstalt (Kap. 750, davon 150 Sitzplätze)
- Zuschauer: ca. 25 (davon ca. 10 Gästefans)
- Unterhaltungswert: 6,5/10 (Ganz gutes Spiel mit überraschendem Sieger)

VfB Germania Halberstadt C ....................................... 2
Braunschweiger Sport-Club Acosta C ......................... 3
- Datum: Samstag, 12. Juli 2014 – Anstoß: 10.30
- Wettbewerb: Testspiel C-Junioren Verbandsliga Sachsen-Anhalt (2. Spielklasse der U15) gegen C-Junioren Landesliga Niedersachsen, Bezirk Braunschweig (2. Spielklasse der U15)
- Ergebnis: 2-3 nach 63 Min. (21/ 21/ 21) – 1. Drittel: 0-2, 2. Drittel: 2-0, 3. Drittel: 0-1
- Tore: 0-1 5. (?), 0-2 20. (9), 1-2 30. (Nr. ?), 2-2 40. (Nr. ?), 2-3 52. (9)
- Verwarnungen: Nr. 15 (Halberstadt)
- Platzverweise: keine
- Spielort: Sportforum Hamersleben (Hamersleben; Kap. 1.000, davon 100 Sitzplätze)
- Zuschauer: ca. 60 (davon ca. 15 Gästefans)
- Unterhaltungswert: 6,0/10 (Ordentliches Testspiel – aber warum die immer nur in das eine der beiden Tore getroffen haben…)  
Photos with English Commentary:
a) Under-15: Germania Halberstadt lost to Acosta Braunschweig at Hamersleben
b) Pre-Season: VfL Kalbe lost to ASV Blau-Weiß Stendal (Sportanlage an der Badeanstalt)

c) Under-15 Tournament: Magdeburger SV Börde, 1. FC Magdeburg, Hallescher FC, Hannover 96
d) Pre-Season: SV Schackstedt defeat SV Bräunrode

e) Börde Region: Hamersleben Monastery, Peseckendorf Palace, Ampfurth Palace
f) Altmark: Kalbe/ Milde Castle, Gardelegen Old Town, Letzlingen Palace
g) A Village in Staßfurt Municipality: Warmsdorf and its Memorial, Hotel-Church and Estate

h) Mansfeld Region: Piesdorf Palace, and the villages of Ihlewitz and Freist

Für ein paar mehr oder weniger interessante Testspiele und mehr oder weniger interessante Grounds verbrachte ich das zweite Juliwochenende in Staßfurt. Die ständigen Absagen waren wirklich unter aller Sau – aber immerhin kamen die Spielabsagen und -verlegungen rechtzeitig. Jedenfalls war die Planung nicht Hamersleben + Kalbe und Magdeburg + Schackstedt, sondern Klinze und Plötzkau und dieses und jenes – aber egal: es gab einige Tore, einen aufgrund seiner vor den Sozialtrakt gebauten Tribüne sehr ungewöhnlichen Ground, ein gut besetztes Junioren-Turnier und ein flottes Spiel auf einem interessanten Dorfplatz…  
Nachdem ich mich Samstagfrüh mit Anja traf, fuhren wir über Peseckendorf – dort gibt es ein komisches neobarockes (oder was sollte das darstellen?) Schloss – und Ampfurth – da kann man ein Burgschloss mit Renaissancekern und verfallenem Gehöft besichtigen – nach Hamersleben. Dieses Dorf ist für ein Kloster bekannt, das zwar eine spektakuläre Stiftskirche aufweisen kann, aber ansonsten sehr verfallen ist.

Aufgrund der beschissenen Ausschilderung in der Börde, erreichten wir den Ground – das sogenannte Sportforum, das eigentlich nur ein Acker mit einigen Bäumen, Sportlerheim und ein paar Bänken drumherum ist – erst zur 5. Spielminute, als der Gast gerade in Führung ging. Wir schlichen uns hinten herein, da ich auch 1€ nicht zu zahlen einsehe, wenn da die C-Jugend von Germania Halberstadt und die C-Jugend von Acosta Braunschweig auf einem neutralen Platz ein Testspiel (ja: es ist ein Testspiel und trotzdem sollte 1€ entrichtet werden!) austragen…

Das Spiel wurde ungewöhnlicherweise in drei Drittel geteilt und war ganz gut, aber verlief etwas seltsam. Die Mannschaft aus der Niedersachsenliga war erst klar überlegen, hatte mehrere Latten- bzw. Pfostentreffer und ging mit 0:2 in Führung. Nach dem ersten Seitenwechsel riss Halberstadt das Match an sich und glich mit zwei geschickten Toren – u.a. ein Heber aus über 20m – aus. Als BSC Acosta wieder das Tor vor dem Festzelt angriff, netzten sie noch ein weiteres Mal ein und schlugen den Sachsen-Anhalt-Ligisten somit 2:3. Warum kaum eine Aktion vor dem Tor vorm Sportlerheim stattfand und sich immer alles – unabhängig von der Mannschaft – vor dem Kasten vorm Festzelt abspielte, war mir schleierhaft. Also hätten die noch mal 20 Minuten drangehängt und auch Halberstadt noch ein zweites Mal auf dieses tolle Tor spielenlassen, wäre das Spiel bestimmt 3:3 ausgegangen…  
Wir hatten zwei Spielpaarungen im Kopf, da ich die Ansetzung „VfL Kalbe geg. BW Stendal, 14h auf Platz II“ für falsch hielt. Nach Gardelegen zurückzufahren und dort 15 Uhr das Testspiel des SSV zu gucken, blieb uns aber erspart. Nicht, dass sich das Stadion an den Rieselwiesen nicht lohnen würde oder das Spiel in Gardelegen weniger gut gewesen wäre (wahrscheinlich war es qualitativ sogar klar besser) aber nachdem ich bei meinem ersten Besuch in Kalbe nur den Platz I mit dem Tribünenneubau besuchen konnte, wollte ich doch lieber ein Spiel auf Platz II, dessen Kabinentrakt jetzt wieder repariert ist, sehen. Das Schöne an Platz II ist die Tribüne vor dem Sozialtrakt: zwei Reihen Holzbänke auf Steinsockeln und niedrigen Steinstufen, überdacht mit leicht löchrigem, pissgelbem Wellblech. Auch ein Sprecherturm ist vorhanden, doch bei einem Spiel vor so wenigen Zuschauern wird der genauso wenig wie ein Kassenwart gebraucht.

Dafür, dass viele der Kalbenser Zuschauer wieder die üblichen, unangenehmen, unfreundlichen bis aggressiven Altmark-Arschlöcher waren – was da im Altmarkkreis Salzwedel rumläuft ist echt schlimm: ich dachte, meine dumme Mitschülerin aus dieser Ecke sei eine negative Ausnahme, aber die ist ja richtig sympathisch im Vergleich zu den Leuten, die ich bei meinem ersten Spielbesuch in SAW (also in Klötze) getroffen habe… – ging es sehr gesittet zu. Das lag nicht nur am sympathischeren Gästeanhang, sondern auch daran, dass beide Teams weitestgehend auf Fouls verzichteten, sodass es außer einer Schubserei in Hälfte zwei keine Unsportlichkeiten gab.

Die Gäste aus Stendal, die erfreulicherweise mit einer für Sachen-Anhalt sehr hohen Zahl an Ausländern (Vietnamesen und Araber) spielten, waren anfangs klar besser und gingen durch ihren kleinsten Akteur auf dem Platz in Führung. Der beherrschte die Ballführung wirklich toll und schob nach einer reichlichen Viertelstunde an Abwehr und Torwart vorbei zum 0:1 ein. In der Halbzeit wechselte Kalbe fast die ganze Mannschaft aus, kam dann auch zu etlichen Torchancen, aber konnte trotzdem nicht den Ausgleich erreichen. Schließlich war es sogar wieder der kleine 11er, der zum 0:2 nachlegte. Erst in der Schlussphase gelang es Kalbe einen Ball mit Heber über den Stendaler Schlussmann zum Ehrentreffer im Gehäuse unterzubringen. Der Sieg für den Gast war v.a. in Anbetracht der ersten Hälfte verdient.

Wir fuhren über Gardelegen, Magdeburg, Egeln und Schneidlingen nach Staßfurt zurück.  
Am Sonntag ging es wieder nach Norden: von Staßfurt aus nach Magdeburg. Diesmal machten wir den Ground in der Harsdorfer Straße, das Guts-Muths-Stadion: und zwar bei freiem Eintritt. Die Eintrittspreise haben die Arschlöcher vom MSV Börde auf ihrer Kackwebsite immer noch nicht korrigiert – letztes Jahr waren wir nämlich mal umgedreht, da völlig maßlos überzogene 3,50€ für einen Kick auf dem Nebenplatz verlangt wurden und sind gleich zu einem anderen Verein weitergefahren. Diesmal wurde auf dem Hauptplatz gespielt und das sogar mit recht hoch einzuschätzenden Jugendmannschaften!

Das Guts-Muths-Stadion hat neben einem Gedenkstein für den Namensgeber und diesem gesichtslosen Kunstrasenplatz II auch einen weitläufigen Rasenplatz mit leichten Graswällen und drei Blöcken doppelreihiger Bänke zu bieten. Dort standen sich zuerst die C-Junioren des Gastgebers und jene von Hannover 96 gegenüber. Von Alter und Spielanlage her sicherlich eine D I oder C II Jugend und nicht die Regionalligisten, aber gut haben sie trotzdem gespielt und den aufopferungsvoll verteidigenden Gastgebern zwei Tore eingeschenkt.

Das zweite Spiel des Turniers war auch ganz gut, doch bei allem Tempo und Einsatz: FC Magdeburg (C II?) und Hallescher FC (C II?) blockierten sich wie die Männermannschaften das immer tun. Die Magdeburger waren auch die klar bessere Mannschaft: während der HFC nur zu einer Torchance in den ganzen 30 Minuten kam, war der FCM viel aktiver vorm Kasten und netzte auch einmal ein. Allerdings war die Regelauslegung durch das Magdeburger Schiedsrichtergespann sehr einseitig zugunsten der Magdeburger. Also der übliche Landesverbands-Klüngel mal wieder…

Wir verließen den Platz schon nach diesem zweiten Spiel – so hatten wir aber immerhin alle vier beteiligten Mannschaften gesehen – und fuhren über Staßfurt nach Schackstedt, einem ganz ansehnlichen, 440 Einwohner zählenden Ortsteil der Stadt Aschersleben. Der Sportplatz war zwar gut besucht, aber so ausgestorben wie sonst das Dorf war, würde ich ja gerne mal wissen, wie viele der Landesklasse-Spieler da wirklich aus Schackstedt kommen und wie viele da mit Prämien aus Aschersleben und Umgebung weggelockt werden…  
Bei so einem asozialen Eintrittspreis von 3€ für einen Testkick gegen einen Kreisoberligisten aus dem Südharz scheinen Prämiengelder ja reichlich fließen zu müssen… Aber dass die in Schackstedt eine Schacke haben, wundert mich nicht. Wobei man sagen muss, dass „Schacke“ in den Ortsnamen wie Schackstedt, Schackenthal und Schackendorf mit Ackerfurchen zu tun hat – und nicht damit, dass die Bewohner eine Schacke (Synonym: Macke, Meise, Ei am wandern, Arsch offen) haben...

Immerhin hat man 10 bequeme Holzbänke direkt am Spielfeldrand und ist bei der Enge des Sportplatzes immer direkt an der Reling dran. Der Sportplatz am Fuchsloch liegt auch idyllisch zwischen einem Teich, Bäumen und an einen Berganhang gebauten Häusern.

Einen Klassenunterschied zwischen Schackstedt und Bräunrode sah man bis zur 40. Minute nicht. Im Gegenteil: Schackstedt spielte zwar ansprechend in diesem intensiven und schnellen Spiel, aber Bräunrode ging mit einem genialen Freistoßtor – aus über 20m in den Winkel – in Führung und hielte diese auch bis zu einem völlig unberechtigten Foulelfmeter nach 29 Minuten durch offensivere und bessere Spielweise. Nach dem extrem glücklichen Ausgleich kam Bräunrode aber kaum noch zurecht und Schackstedt riss langsam das Spiel an sich. Vor der Pause gelang die Vorentscheidung mit einem Doppelschlag. Nach dem Seitenwechsel hieß es schnell 4:1 und in einem dann nicht mehr so guten, da sehr einseitigem Spiel, siegte Schackstedt noch mit 7:1.  
Ich brachte Anja noch nach Staßfurt zurück und fuhr dann statt der gewohnten Route über Güsten, Alsleben, Friedeburg, Salzmünde, eine weiter östlich angesetzte Route nach Merseburg zurück. Die beiden Schackstedter Sportplätze – der Großfeldplatz am Fuchsloch und der Kleinfeldplatz am Hoppberg (heißt nach dem Hopfenanbau und nicht nach dem Macher von Hoffenheim) – liegen jeweils an Feldwegen in Nachbarorte, die bei Niederschlag nur mit einem Allradfahrzeug sicher passierbar sind: vom Fuchsloch geht es nach Roda, vom Hoppberg nach Belleben. Ich bin auch ohne Allrad durchgekommen nach Belleben, war aber kritisch bei den Graspassagen und den bis zu 20cm tiefen Pfützen…

Belleben ist ein sehr verfallenes Dorf mit ungeordnet wirkender Bebauung und sehr schlechten Straßen. Im benachbarten Piesdorf, einem Ortsteil von Könnern, sieht es, bis auf die Straßen, besser aus: das große Schloß aus dem 19. Jh. mit der neogotischen Kirche ist saniert. Leider in Privatbesitz und deshalb nicht zugänglich, aber immerhin in sehr gutem Zustand!

Im benachbarten Mansfeld fuhr ich durch das recht heruntergekommene Ihlewitz, wo ich noch einen alten Sportplatz (ehemals BSG bzw. SV Traktor Ihlewitz) entdeckte und dann durch Freist, wo es außer einem alten Sportplatz auch eine alte Kirche mit vielen historischen Grabsteinen gibt.

Zum Finale der Fußball-WM war ich rechtzeitig in Merseburg. Die Böller von Silvester sind jetzt jedenfalls aufgebraucht – man macht sich sehr beliebt, wenn man sie direkt unter dem Schlafzimmerfenster von fußballuninteressierten Schnarchnasen zündet… – und vor allem muss ich nach diesem tollen und völlig verdienten Titelgewinn unserer deutschen Nationalmannschaft nicht nur noch einmal darauf hinweisen, dass ich lieber meine andere Mannschaft, also Algerien (was halt aufgrund der Losung nicht ging), als diese Pferdearschgesichter aus Argentinien als Finalgegner gesehen hätte, und ich außerdem noch diesen Spruch von meiner Gesichtsbuchseite zitieren muss: „Und an die Spaste, die immer rumgelabert haben, mit Löw gebe es keinen Titel: ihr könnt mich und allen anderen mit Fußballsachverstand mal am Arsch lecken!“…
  
Statistik:
- Grounds: 1.145 (Samstag 2 neue, Sonntag 2 neue; diese Saison: 174 neue)
- Sportveranstaltungen: 2.099 (Samstag 2, Sonntag 2; diese Saison: 243)
- Tageskilometer: 600 (Samstag 380km Auto, Sonntag 220km Auto)
- Saisonkilometer: 65.800 (63.300 Auto/ 2.230 Fahrrad/ 160 Schiff, Fähre/ 110 öffentliche Verkehrsmittel/ 0 Flugzeug)
- Anzahl der Fußballspiele seit dem letzten 0-0: 86 [letzte Serie: 10, Rekordserie: 178]
- Anzahl der Wochen, seit der letzten Woche ohne eine einzige Sportveranstaltung (31.7.-6.8. 2006): 415

Freitag, 11. Juli 2014

W415I-III: Los geht’s mit dem Testspielmarathon + Schwierigkeiten des Altherrenfußballs

SG Eisenbahner-SV/ Personennahverkehrgesellschaft Merseburg AH .............................................................. 1
SG Einheit Querfurt ..................................................... 1
- Datum: Freitag, 11. Juli 2014 – Anstoß: 18.45
- Wettbewerb: Freundschaftsspiel Alte Herren/ Freizeitmannschaften
- Ergebnis: 1-1 nach 61 Min. (28/31) – Halbzeit: 1-0
- Tore: 1-0 12. (11), 1-1 37. (Nr. 7)
- Verwarnungen: keine
- Platzverweise: keine
- Spielort: Eisenbahner-Stadion (Kap. 2.500 Stehplätze, davon nur 400 benutzbar)
- Zuschauer: ca. 10 (davon ca. 2 Gästefans)
- Unterhaltungswert: 3,5/10 (Ziemlich dürftiger Kick)

SG Empor Klein Wanzleben ........................................ 0
TSV Völpke .................................................................... 5
- Datum: Mittwoch, 9. Juli 2014 – Anstoß: 19.00
- Wettbewerb: Testspiel 1. Kreisklasse Börde, Staffel 2 (10. Liga, 5. Amateurliga) gegen Landesliga Sachsen-Anhalt Nord (7. Liga, 2. Amateurliga – Absteiger aus Verbandsliga)
- Ergebnis: 0-5 nach 90 Min. (45/45) – Halbzeit: 0-2
- Tore: 0-1 16. (9), 0-2 25. (4), 0-3 75. (9), 0-4 80. (9), 0-5 86. (2)
- Verwarnungen: Nr. 11 (Kl. Wanzleben); Nr. 5 (Völpke)
- Platzverweise: keine
- Spielort: Sportplatz Kleinwanzleben (Kap. 1.450, davon 450 Sitzplätze)
- Zuschauer: ca. 25 (davon ca. 2 Gästefans)
- Unterhaltungswert: 5,0/10 (Durchschnittliches Spiel)

TSV Lobstädt 1863 ........................................................ 1
1. FC Lokomotive Leipzig ........................................... 24
- Datum: Dienstag, 8. Juli 2014 – Anstoß: 18.00
- Wettbewerb: Benefizspiel Kreisliga B, Muldental/ Leipzig Land (10. Spielklasse, 5. Amateurliga – Absteiger aus Kreisliga A) gegen Oberliga Nordost/ Süd (5. Liga, 2. Halbprofiliga – Absteiger aus Regionalliga)
- Ergebnis: 1-24 nach 80 Min. (43/37) – Halbzeit: 0-8
- Tore: 0-1 2. Steve Rolleder, 0-2 6. Marcel Trojandt, 0-3 12. Steve Rolleder, 0-4 13. Gianluca Marzullo, 0-5 17. Steve Rolleder, 0-6 35. Andy Wendschuch, 0-7 36. Steve Rolleder, 0-8 38. Steve Rolleder, 0-9 46. Gianluca Marzullo, 0-10 47. Steve Rolleder, 0-11 51. Gianluca Marzullo, 0-12 52. Gianluca Marzullo, 0-13 54. Nr. 13, 0-14 57. Andy Wendschuch, 0-15 58. Andy Wendschuch, 0-16 60. Steve Rolleder, 0-17 64. Gianluca Marzullo, 0-18 65. Andy Wendschuch, 0-19 66. Gianluca Marzullo, 0-20 67. Gino Böhne, 0-21 72. Nr. 7, 0-22 74. Steve Rolleder, 0-23 76. Steve Rolleder, 0-24 78. Gianluca Marzullo, 1-24 80. (17)
- Verwarnungen: keine
- Platzverweise: keine
- Spielort: Sportplatz Lobstädt (Kap. 1.120, davon 20 Sitzplätze)
- Zuschauer: ca. 480 (davon 445 Zahlende; überwiegend Lok-Fans)
- Unterhaltungswert: 7,0/10 (Unheimlicher Leistungsunterschied und tolle Torflut)  
Photos with English Commentary:
a) Veterans Friendly: ESV/ PNVG Merseburg v Einheit Querfurt

b) Pre-Season: Empor Klein Wanzleben v TSV Völpke (Friendly)
c) Börde District: Wanzleben Castle, Klein Wanzleben Church and Council, Stadt Frankfurt Estate and Look-Out Towers 

d) Pre-Season: TSV Lobstädt v Lok Leipzig (Charity Match)
e) Pegau Region: Wiederau Baroque Palace and Church 

Nur am Vormittag Uni und dieses Semester weder Prüfungen noch Hausarbeiten, da Studienortswechsel perfekt? Na dann kann es ja losgehen mit Groundhopping zu diversen Testspiel unter der Woche! Da bei einem guten Masterstudium – und ich hoffe mal, dass Arabisch-Übersetzen in Bonn im Gegensatz zu dem in Halle ein solches ist – der Arbeitsaufwand recht hoch ist und es auch im Sommer unter der Woche nicht so viel Freizeit gibt, lass ich mal richtig die groundhoppingmäßige Sau mit bis zu 10 Spielen pro Woche und maximal zwei spielfreien Wochentagen raus! Denn wer weiß, ob ich jemals wieder so eine Anzahl an Spielen sehen kann…

Diese Woche sah es erst mal aber so aus, dass ich am Montag mit einer studentischen Freizeitmannschaft selber spielte und am Donnerstag noch ich ein Referat zu halten hatte, sodass ich keine zwei Tage in der Börde blieb und nur Mittwoch dort ein Spiel schaute. Am Dienstag gab es bereits ein völlig anders geartetes Vorbereitungsspiel im Muldental zu sehen. Und schließlich standen, nach einer Pause am vergangenen Freitag, am fünften Tag dieser Woche Altherrenfußball auf dem Programm.  
Also zum Dienstag: dort fuhr ich nach der Uni schnell nach Merseburg und mit dem Rad weiter über Leuna, Bad Dürrenberg und solche Käffer wie Zitzschen und Lippendorf – mit Abstecher über Wiederau, wo es ein sehr schönes Barockschloss gibt – nach Lobstädt. Das ist auch so ein Kaff im Leipziger Umland und liegt genau zwischen Borna und Lippendorf. Im verregneten Lobstädt folgte ich den Massen, die hinter einer Fabrikruine links einbogen: das kleine Stadion, bezeichnet als „Sportplatz Lobstädt“ ist noch das Beste in diesem Nest: der Platz ist weitestgehend ausbautenlos und von einer massiven Reling umgeben. Auf der einen Längsseite, der zum Nebenplatz hin, befindet sich ein niedriger Graswall mit Sitzbänken und vierreihigen Stehtraversen. Ansonsten dominieren Bäume und das markante, da annähernd v-förmige Gebäude mit Sportlerheim, Kabinen usw.

Der Eintritt von 4€ war in Anbetracht der Situation angemessen: es handelte sich nämlich um ein Benefizspiel, dessen Erlös der Familie eines mit nur 18 Jahren an Folgen seiner Diabetes verstorbenen Vereinskameraden, geht. Denn auch in Lobstädt ist eine Beerdigung inklusive Grabpflege irgendwo zwischen recht teuer und ruinös für die Hinterbliebenen. Die Zuschauerzahl von 445 war auch sehr gut für so ein Spiel!

Das Spiel sollte noch einseitiger werden als erwartet, denn bis zur 78. Minuten hatte Lobstädt keine einzige Torchance zu verzeichnen. Der Oberligist ist ja nicht gerade für feinen Klasse-Fußball bekannt, aber gegen einen so schwachen Gegner – Leipzig Land ist eine der spielschwächsten Kreise Deutschlands: wer da in der Kreisliga Vorletzter ist, wird auch von jedem Bezirksligisten zweistellig abgeschossen – konnte Lok unbehelligt und cool aufspielen. Lobstädt ließ Lok in fast jeder einzelnen Minute des Spiels zu einer Tormöglichkeit kommen. Der Ball war kaum mal außerhalb des Strafraums der Gastgeber. Nach zwei Minuten war der Torreigen eröffnet und dann gab es im Minutentakt – v.a. in der zweiten Hälfte, in der Lobstädt mehr Kicker ihrer Reservemannschaft ranließ – Treffer zu begutachten, die meist regelrecht über die Linie getragen und kombiniert wurden, aber teilweise auch nach weiten Flanken eingeköpft oder aus mittlerer Distanz eingenetzt wurden. Weitschüsse und geniale Aktionen wie Fallrückzieher fehlten aber. Zu viel verlangt wären sie bei diesem Leistungsunterschied nicht gewesen. So musste man eigentlich einen Schuss eines jugendlichen Lobstädt-Fans als den besten Schuss des Abends bezeichnen: er nahm drei Meter hinter der Reling stehend den weit neben das Tor geschossen Ball an, ließ ihn abtropfen und zimmerte ihn Volley in Richtung Lobstädter Torwart, doch der Ball prallte gegen die Werbebande und von dort seinem zwei Meter neben ihm stehenden Kumpel „volle Kanne vor die Fresse, Alter“…

Die Rückfahrt gestaltete sich im Dauerregen nicht sonderlich angenehm und ich kam auch erst zur 30. Minuten des WM-Halbfinales heeme an: den Stand konnte ich allerdings anhand des Jubels erahnen; als ich in Leuna war, fiel das 1:0, in der Weißenfelser Straße in Merseburg erlebte ich die Treffer 2, 3 und 4 mit und in meiner Siedlung wurden dann beim 5:0 Polenböller losgelassen. Aber bei diesem lustigen Livespiel im Stadion mit 25 Treffern, die man nirgendwo in einer Wiederholung sieht, habe ich doch gerne zugunsten der Wiederholungen der genialen deutschen Treffer in der Halbzeitpause auf das rechtzeitige Erreichen der heimischen Glotze verzichtet…  
Mittwoch hatte ich auch nur am Vormittag Uni und fuhr um 12 Uhr gleich nach Staßfurt weiter. Mit Anja fuhr ich zu einem Testspiel in Klein Wanzleben, einem Ortsteil der Stadt Wanzleben. Was die Sehenswürdigkeiten angeht, so hat Wanzleben eine wirklich schöne Burganlage zu bieten. Im nahegelegenen Groß Germersleben steht die eindrucksvolle Ruine eines Barockschlosses, das nach dem Rückkauf aus den Fängen eines Faschisten aus Niedersachsen mittlerweile wieder in der Hand eines nicht-zwielichtigen Besitzers ist – aber nach wie vor unzugänglich. Ein Ortsteil von Wanzleben trägt den Namen „Stadt Frankfurt“ – dort gibt es neben Misthaufen, Gestrüpp, Feldern und einer Handvoll Einfamilienhütten und einem verfallenen Gehöft auch zwei Warten. Leider muss man durchs Feld latschen, da idiotischerweise kein Graspfad zu den Türmen gelassen wurde. In Klein Wanzleben steht eine interessante Kirche und in direkter Nähe zum Stadion auch die Ruine eines enormen Gebäudes aus dem 19./ 20. Jahrhundert.

Das Stadion ist auch enorm – zumindest für eine Kreisklassemannschaft wie Empor Klein Wanzleben: 272 in vier Blöcken auf eine vierreihige Verbundpflasterstufen-Tribüne montierte Schalensitze, flankiert von Bäumen, gegenüber Kunststoffbänke vor einer ehemaligen Gleisanlage, hinter den Toren ein großes Sportlerheim und zwei kleine Nebenplätze (einmal Asche, einmal Rasen). Eine wirklich schöne Anlage – besser als in Wanzleben beim Klassenhöheren – und heute bei freiem Eintritt zu betreten.

Mit dem Verbandsliga-Tabellenletzten aus Völpke hatte man sich einen erfolglosen aber natürlich trotzdem deutlich höher einzuschätzenden höherklassigen Gegner eingeladen. Empor Klein Wanzleben kam auch nur zu wenigen Torgelegenheiten im Verlaufe der 90 Minuten – und davon hatte keine einzige bedeutende Durchschlagskraft, sodass aufseiten der Heimelf die Null stehen blieb. Völpke hingegen traf schon früh durch einen halbhoch aus über 20m ins lange Eck gezimmerten Freistoß (das spektakulärste Tor des Tages gleich nach 15 Minuten!) und noch vor der Pause per Kopf zum 0:2. Nach dem Seitenwechsel gab es länger Leerlauf zu begutachten, ehe Völpke noch drei Mal die Abwehr überlief und aushebelte. 0:5 war auch in der Höhe verdient – der Klassentiefere Empor schlug sich aber gut!  
Letzten Freitag waren die Lange Nacht der Wissenschaften und – für die Fußballer ausschlaggebend – das Viertelfinale der deutschen Nationalelf: also sinnvollerweise gab es kein Spiel der Leunaer Altherren. Heute war wieder eines angesetzt, doch der Gegner, Halle 96 – auch bekannt als „Die Affen vom Zoo“ – trauten sich nicht aus ihrem Käfig…

Es blieb nur ein Spiel der ESV/ PNVG. Die Eisenbahner und Busfahrer sind allerdings stets nur ein dürftiger Ersatz für ein Spiel der Leunaer Altherren. Die gegnerische Mannschaft aus Querfurt war vielleicht geringfügig besser, aber insgesamt war das Spiel sehr mäßig. Es kam auch schwer in Gang, da es nach 8 Minuten aufgrund eines Gewitters für mehr als 20 Minuten unterbrochen werden musste. Kurz nach der Unterbrechung ging Merseburg dann in Überzahl mit 1:0 in Führung. Nach der Pause traf Querfurt glücklich durch einen Schuss durch die Hosenträger – kann bei dem nassen Ball und dem wassergetränkten Rasen auch mal passieren – sodass der Endstand 1:1 lautete.

Am Wochenende steht eine Tour in Richtung Salzland, Magdeburg und Börde an.  
Statistik:
- Grounds: 1.141 (Dienstag 1 neuer, Mittwoch 1 neuer; diese Saison: 170 neue)
- Sportveranstaltungen: 2.095 (Dienstag 1, Mittwoch 1, Freitag 1; diese Saison: 239)
- Tageskilometer: 430 (Dienstag 120km Fahrrad, Mittwoch 290km Auto, Freitag 20km Fahrrad)
- Saisonkilometer: 65.090 (62.590 Auto/ 2.230 Fahrrad/ 160 Schiff, Fähre/ 110 öffentliche Verkehrsmittel/ 0 Flugzeug)
- Anzahl der Fußballspiele seit dem letzten 0-0: 83 [letzte Serie: 10, Rekordserie: 178]
- Anzahl der Wochen, seit der letzten Woche ohne eine einzige Sportveranstaltung (31.7.-6.8. 2006): 415