Montag, 24. November 2014

W434IV: Luxemburgs einzige Holztribüne und volle Scheune beim Basketball in Zolwer

AS 1937 Soleuvre ............................................................ 87
BBC Arantia Larochette ................................................ 78
- Datum: Sonntag, 16. November 2014 – Tipp-off: 18.00
- Wettbewerb: Basketball Nationaldivisioun bzw. sogenannte „Total Ligue” (1. Spielklasse in Luxemburg, Halbprofi- und Amateurliga)
- Ergebnis: 87-78 nach 40 Min. (4x10) – Viertelstände: 26-16, 20-25, 20-27, 21-10
- Punkte: Pitt Koster 25, Malcom Miller 24, Derrick Barden Jr. 16, Dominique Benseghir 12, Vic Heuschling 4, Ben Hemmen 4, Eric Bissener 2 (Zolwer); Reginald Evans 31, Michael Jones 14, Rui Felipe Nunes Jordao 13, Sam Salvador Ferreira 8, Christophe Kirpach 4, Tom Becker 4, Joao Pedro Nunes Jordao 2, Claude Weckering 2 (Fiels)
- Fouls: Dominique Benseghir 3, Pitt Koster 2, Malcom Miller 1, Derrick Barden Jr. 1 (Zolwer = 7); Michael Jones 4, Pit Hoffmann 3, Christophe Kirpach 2, Sam Salvador Ferreira 1, Joao Pedro Nunes Jordao, Tom Becker 1 (Fiels = 12)
- Spielort: Centre Sportif Roger Krier, KUSS Scheierhaff (Kap. 800, davon 640 Sitzplätze)
- Zuschauer: ca. 800 (davon ca. 50 Gästefans)
- Unterhaltungswert: 8,0/10 (Spannendes Spiel auf ordentlichem Niveau, gute Stimmung)

Cercle Sportif Fola 1906 Esch/Alzette ........................... 4
Uewer/Nidder Käerjeng 1997 ......................................... 0
- Datum: Sonntag, 16. November 2014 – Anstoß: 16.00
- Wettbewerb: Nationaldivisioun bzw. sogenannte „BGL Ligue” (1. Spielklasse in Luxemburg, Halbprofi- und Amateurliga)
- Ergebnis: 4-0 nach 90 Min. (45/45) – Halbzeit: 0-0
- Tore: 1-0 52. Laurent Jans, 2-0 56. Samir Haji, 3-0 60. Jérôme Brix (Eigentor), 4-0 89. Samir Haji
- Verwarnungen: TW Jérôme Winckel, Nr. 28 (beide Käerjeng)
- Platzverweise: keine
- Spielort: Stade Emile Mayrisch (Kap. 2.826, davon 826 Sitzplätze)
- Zuschauer: ca. 280 (davon 260 zahlende und etwa 15-30 Gästefans)
- Unterhaltungswert: 6,5/10 (Brauchte ewig um in Fahrt zu kommen, war aber in der zweiten Hälfte ein gutes Spiel)

FC Déifferdeng 2003 (Cadets) ....................................... 12
AS La Jeunesse d’Esch/ Alzette (Cadets) ....................... 1
- Datum: Sonntag, 16. November 2014 – Anstoß: 14.00
- Wettbewerb: Cadets Classe 2 (2. Spielklasse der U17 in Luxemburg)
- Ergebnis: 12-1 nach 80 Min. (40/40) – Halbzeit: 4-0
- Tore: 1-0 6. (29), 2-0 10. (15), 3-0 12. (11), 4-0 35. (17), 5-0 41. (7), 6-0 45. (18), 7-0 49. (18), 8-0 52. (20), 8-1 61. (Nr. 6; Nachschuss des eigenen Foulelfmeters), 9-1 73. (11), 10-1 74. (11), 11-1 79. (7), 12-1 80. (18)
- Verwarnungen: Nr. 4 (Déifferdeng); Nr. 4 (Jeunesse)
- Platzverweise: keine
- Spielort: Stade du Thillenberg (Kap. 5.300, davon 300 Sitzplätze)
- Zuschauer: ca. 45 (davon ca. 10 Gästefans)
- Unterhaltungswert: 7,0/10 (Extrem einseitiges aber wenigstens schön torreiches Spiel)  
Photos with English Commentary:
a) Football U17: FC Differdange defeat Jeunesse Esch (STADE THILLENBERG)
b) Football 1st Division: Fola Esch defeat UN Kaerjeng (Stade Emile Mayrisch)
c) BASKETBALL: Baskets Zolwer defeat Arantia Fiels (1st Division)
d) SIGHTSEEING: Schengen Palace, Mondorf-les-Bains Church, Hesper Castle, Luxembourg City (Obergrünwald Fortress & Plateau de Kirchberg Modern Architecture), Eischen Church, Sanem Palace
e) VIDEO: Luxembourg; Some Brass Music and Some Basketball

Am Sonntag fuhr ich wieder nach Luxemburg. Langsam wundert es mich aber schon, dass ich auch bei der achten Fahrt und dem insgesamt schon 20. oder 22. Tag im kleinen Großherzogtum immer noch etwas entdecke. Wenn man im deutsch-französisch-luxemburgischen Grenzdreieick über die Mosel fährt, kommt man nach Schengen, das wegen des Abkommens, welches auf einem Schiff auf der Mosel vor ebendiesem Dorf, bekannt ist. Unterhalb von steilen Weinbergen gibt es ein Schloss mit historischem Turm und Barockgarten.

Auch lohnend war Munneref (Mondorf-les-Bains oder Bad Mondorf), da es dort eine sehr schön ausgestaltete Barockkirche gibt. Hesper hat auch eine ganz ansehnliche Kirche, doch die Burg oberhalb der Kirche ist interessanter. Ungewöhnlich für Luxemburg: moderne Bebauung wurde kreuz und quer in die mittelalterlichen Ruinen gebaut.

In der Hauptstadt machte ich noch einige Fotos von der Festung Obergrünwald unterhalb vom Plateau de Kirchberg, wo sich die ganzen Verwaltungs-und EU-Einrichtungen befinden. Einige dieser Glaskästen fotografierte ich auch noch. Auch in den Randbereich der Festung wurden moderne Bauten und Kunstobjekte gesetzt – allerdings sieht das unerwartet gut aus und verschandelt das Festungsbauwerk gar nicht mal.

In Eischen schaute ich mir die hoch oberhalb des Ortes gelegene und ebenfalls innen sehenswerte Kirche an. In Sanem sah die Kirche auch interessant aus, war aber ungewöhnlicherweise verschlossen. Meist sind die luxemburgischen Kirchen bis abends zur Besichtigung geöffnet; da keine Schilder aufgestellt werden, muss man halt einfach mal probieren ob die Tür offen ist... Aber dafür gab es in Sanem ein Schloss, leicht verbaut, mit Kapelle und Park oberhalb des Fußballstadions (mittlerweile Kunstrasen mit kleiner überdachter Tribüne) zu sehen.  
Ich guckte dann allerdings nicht das Juniorenspiel in Sanem sondern jenes in Déifferdeng, wo die B-Junioren vom FC 03 gegen die von Jeunesse Esch antraten. Das Spiel war für mich nebensächlich, denn mich interessierte v.a. ob der eine Groundhoppingkollege mit „schönstes Stadion Luxemburgs“ übertrieben hatte. In der Tat hatte er nicht übertrieben, denn schon allein, dass das Stade Thillenberg in Differdingen die einzige noch erhaltene Holztribüne im luxemburgischen Fußball zu bieten hat, macht es zu etwas besonderen. Die mittlerweile gesperrten Stehtraversen, die auf der Gegenseite vor die nackte Felswand gebaut worden, sind auch spektakulär. Die Holztribüne ist ansich natürlich relativ klein, nur fünf Reihen Holzbänke für etwa 300 Zuschauer, ein Sprecherturm, schöne dreiteilige Dachkonstruktion... Ansonsten ist das Stadion übrigens sehr heruntergekommen: kaputte Toiletten, defekte Anzeigetafel, Müll überall, Moos und Flechten auf den Barrieren und Stufen, löchrige Zäune und Fangnetze... Dafür weiß die Landschaft jedem zu gefallen: bewaldete Höhenzüge rundherum und kein Gebäude der nahen Ortschaft zu sehen!

Das Spiel war aufgrund der Tore sehenswert. Differdange stürmte unermüdlich drauf los und spielte regelmäßig die überforderte Gästeabwehr aus. Vor der Pause hieß es „nur“ 4:0 aber nach der Halbzeit ging es richtig los, teilweise mit Weitschüssen ins Eck oder ganz genial: einer grätscht den Ball vor dem Ausgehen 15m vor der Eckfahne direkt vor der Seitenlinie weg und der geht als Bogenlampe in den langen Winkel! Einen Elfmeter konnte Jeunesse Esch noch im Nachschuss verwandeln, aber am Ende stand ein für die Escher katastrophales 12:1 zu Buche.  
Ich fuhr sofort zum zweiten Spiel ins 11km entfernte Esch/ Alzette weiter. Diesmal nicht Jeunesse sondern der Tabellenführer der 1. Männerliga (Nationaldivisoun oder mit Sponsorenscheißname: BGL Ligue). Die spielen nicht im sehr sehenswerten Stadion op Grenz von Jeunesse, sondern haben – auch schön im Wald gelegen – ein eigenes Stadion namens „Stade Emile Mayrisch“. Dort war zwar wenig Zuschauerauftrieb aber die Straße wurde wild zugeparkt, da um die Ecke ein Crosslauf ausgetragen wurde, der sich erst jetzt langsam auflöste. Über den Crosslauf wurde übrigens im Radio berichtet, wobei das mal wieder typisch Luxemburgisch war, außer auf das Ergebnis auch noch daraufhin zu weisen, dass „ein janz Gescheiter d'Feiler vum Parcours verdréit hat, sou datt e puer Athlete falsch gelaf sinn“, wobei der „ganz Gescheite“ in Internet Zeitungen als „puer onbekannt Raudien“bezeichnet wurde...

Das Stadion hat ein schönes Eingangsportal, wo man gleich mal einen Zehner dalassen kann wenn man zur 1. Liga will, ansehnliche Haupttribüne mit Dach und 826 Schalensitzen in Rot und Weiß, gegenüber ein paar Stufen unterhalb des Graswalls. In einer Ecke wurde unterhalb des Felsens eine Buvette, wo ich mir erstmal mein Mittagessen holte (zwei fette Mettwürschte und eine Portion Frittes), errichtet.

Das Spiel war in der ersten Halbzeit extremst einseitig. Nur Fola am Ball, nur Fola mit Torgelegenheiten. Der Gast aus Käerjeng kam kaum aus der eigenen Hälfte heraus. Fola schoss zu allem Überfluss auch noch einen Foulelfmeter neben den Kasten. Erst in der zweiten Halbzeit gelang Fola etwas zählbares, doch als nach 52 Minuten der Torwart der Gäste erstmals überwunden war lief es. Es wurde ein gutes Spiel, das nun auch mal von den Käerjengern zwei, drei Torchancen sah, und von Fola Esch verdientermaßen 4:0 gewonnen wurde. Damit ist der CS Fola Herbstmeister.  
Leider schon um 18 Uhr wurde das Erstliga-Basketballspiel – die sogenannte TOTAL Ligue hat interessanterweise eine ganze Menge Vereine aus sehr kleinen Orten, die teils richtig erfolgreich spielen – angepfiffen. Ich dachte erst, es sei wie beim Volleyball in Luxemburg: für das Gegurke kommen nur 30 oder 50 Zuschauer bei freiem Eintritt in die Halle und es ist egal, wenn man erst zur 5. Minute die Halle betritt. Doch als ich in der 5. Minute im Foyer des großen Kastens von Sporthalle in Zolwer (Soleuvre), der Scheierhaff (also Scheunenhof) heißt, stand, staunte ich nicht schlecht...

Drinnen lärmte es schon, während ich 5€ abdrückte (und das war noch eine anständige Ermäßigung die für Schüler und Studenten galt: regulär wären es 8€ gewesen). Als ich im Obergeschoss angekommen war, musste ich feststellen, dass die Obertribüne überfüllt war: da niemand auf den äußersten und untersten Sitzen hocken wollte, wurden die Stehplätze dicht belegt und die Treppen blockiert. Vier Reihen bunter Sitze – auf der gegenüberliegenden Untertribüne noch einmal genau das Gleiche – reichten kaum aus! Die Halle war in diesem nicht unbedingt sportversessenen Luxemburg, das nie durch große Zuschauermassen auffällt, eigentlich ausverkauft für ein Spiel des 4. gegen den 8. von 10!

Und die Stimmung war echt nicht schlecht! Zolwer hatte Überziehfahnen und Blasinstrumente mit denen sie gängige Sportmelodien („steht auf wenn ihr für XY seid“ oder „das war super, das war elegant“) oder gar Weihnachtslieder und Karnevalsschlager spielten. Als es in der einen Viertelpause keine Musik von der Anlage gab, spielten die Herren mit den Blechbläsern unterstützt von den beiden jüngeren Schlagzeugern gleich mal ein Lied zur Belustigung der anderen Fans...

Am Anfang hatte ich auf der Treppe der Obertribüne neben den „Holy-Gäns“ genannten Fans vom Gastverein, Arantia Fiels (Larochette), gehockt. Der Ort ist für seine Burg berühmt, aber in der Basketballszene im Großherzogtum anscheinend auch bekannt. Gut 50 Leute, teils mit Trommeln und Klatschen sowie Papptafeln mit Motiven ausgestattet, feuerten da ebenfalls recht einfallsreich an. Ich wechselte in der Halbzeit dann auf die Untertribüne um besser fotografieren zu können. Dort war es ziemlich ruhig, aber man hörte auch noch gut, wie die Fans auf der Obertribüne anfeuerten oder manchmal auch über den „Arbiter“ (Schiri) meckerten, der „Merd paaft“ (Scheiße pfeift).

Das Spiel war besseres Mittelmaß – für eine nichtprofessionelle Liga schon sehr ansehnlich – und ausgesprochen spannend. Da Zolwer in der ersten Halbzeit den Gast ständig mit 6 bis 12 Punkten auf Distanz hielt, schien ein ungefährdeter Sieg absehbar, doch die Fielser kämpften sich noch mal richtig zurück und glichen in der 29. Minute erstmals aus. Mit der nächsten Aktion gingen sie sogar in Führung (64:66) Doch kurz nach Beginn des letzten Viertels drehte wiederum Zolwer die Partie von 68:70 auf 72:70 in der 33. Minute. Beim 83:78 in der 37. schien dann der Sieg wieder ungefährdet, der am Ende dann doch mit neun Toren ausfiel.
Dieses gute und stimmungsvolle Spiel sagt mir: beim nächsten Mal in Luxemburg (wenn nicht schon Mitte Dezember, dann auf jeden Fall Mitte/ Ende Januar) nicht nur zum Handball sondern noch mal zum Basketball und dann aber auch rechtzeitig in die Halle kommen...  
Statistik:
- Grounds: 1.239 (heute 3 neue; diese Saison: 85 neue)
- Sportveranstaltungen: 2.232 (heute 3; diese Saison: 120)
- Tageskilometer: 520 (520km Auto)
- Saisonkilometer: 22.370 (16.860 Auto/ 3.600 Flugzeug/ 1.190 Fahrrad/ 700 öffentliche Verkehrsmittel/ 20 Schiff, Fähre) - Anzahl der Fußballspiele seit dem letzten 0-0: 9 [letzte Serie: 1, Rekordserie: 178]
- Anzahl der Wochen, seit der letzten Woche ohne eine einzige Sportveranstaltung (31.7.-6.8. 2006): 434

W434III: Rugby und Jugendfußball im Kölner Süden

Athletik Sportverein Köln ............................................... 8
TSV Handschuhsheim ................................................... 37
- Datum: Samstag, 22. November 2014 – Kick-off: 15.00
- Wettbewerb: 1. Rugby-Bundesliga, Meisterrunde Süd/ West (1. Spielklasse im deutschen Rugby, 2. Phase der Meisterschaft)
- Ergebnis: 8-37 nach 80 Min. (40/40) – Halbzeit: 3-18
- Punkte: 0-5 9. NN (Try), 3-5 18. Justus Gerlach (Free Kick), 3-10 21. Nr. 14 (Try), 3-15 26. Nr. 8 (Try), 3-18 36. NN (Free Kick), 3-23 48. Nr. 6 (Try), 3-25 48. Nr. 15 (Conversion), 3-30 51. Nr. 10 (Try), 8-30 57. Rico Wall (Try), 8-35 69. NN (Try), 8:37 69. Nr. 15 (Conversion)
- Verwarnungen: keine
- Platzverweise: keine
- Spielort: Rugby Park Köln (Kap. 750, davon 50 Sitzplätze)
- Zuschauer: ca. 45 (davon ca. 5 Gästefans)
- Unterhaltungswert: 7,0/10 (Ansehnliches, kampfbetontes Spiel)

1. FC Köln U12 ................................................................ 3
Borussia Mönchengladbach U12 II ............................... 1
- Datum: Samstag, 22. November 2014 – Anstoß: 13.00
- Wettbewerb: Freundschaftsspiel, Leistungsvergleich (beide kein Spielbetrieb?)
- Ergebnis: 3-1 nach 50 Min. (25/25) – Halbzeit: 0-0
- Tore: 1-0 30. NN, 2-0 40. (7), 2-1 45. (Nr. 10), 3-1 47. (Neunmeter im Nachschuss)
- Verwarnungen: keine
- Platzverweise: keine
- Spielort: sogenannter RheinEnergie-Sportpark, Trainingsplatz 4 (Kap. 700 Stehplätze)
- Zuschauer: ca. 70 (davon ca. 10 Gästefans)
- Unterhaltungswert: 4,5/10 (Aufgrund der zu vielen Spieler auf dem Feld viel Blockade, doch immer wieder professionelle Ansätze bei beiden Teams)

1. FC Köln U19 ................................................................ 4
FC Viktoria Köln 1904 U19 ............................................ 0
- Datum: Samstag, 22. November 2014 – Anstoß: 11.00
- Wettbewerb: A-Junioren Bundesliga West (Höchste Spielklasse der U19)
- Ergebnis: 4-0 nach 91 Min. (46/45) – Halbzeit: 2-0
- Tore: 1-0 23. Christian Kühlwetter, 2-0 30. Jan Holldack, 3-0 59. Anil Capkin, 4-0 90. Christian Kühlwetter
- Verwarnungen: Anil Capkin (1. FC); Peter Schaale (Viktoria)
- Platzverweise: keine
- Spielort: sogenannter RheinEnergie-Sportpark, Franz-Kremer-Stadion (Kap. 5.457, davon 1.900 Sitzplätze)
- Zuschauer: ca. 350 (davon ca. 50 Gästefans)
- Unterhaltungswert: 6,5/10 (Ganz gutes Spiel mit klarer Überlegenheit des Gastgebers)  
Photos with English Commentary:
a) Youth Teams of 1. FC Köln: U19 Bundesliga v Viktoria Köln, and U12 Friendly v Borussia Mönchengladbach
b) Rugby in Cologne: ASV Köln v TSV Handschuhsheim at Bundesliga Championship Play-Off Round
c) Wesseling: Low Light Photography

Am Samstag ging es per Fahrrad nach Köln. Der Süden ist von Wesseling aus gut erreichbar, zumindest wenn man Alternativen für die drei abgerissenen Brücken über die Bundesstraße gefunden hat...

Das erste Spiel des Tages fand im Franz-Kremer-Stadion statt, das durch eine recht schicke Betondachkonstruktion der Haupttribüne auffällt. Diese schützt die roten Schalensitze, die auf rote Kunststoffbänke geschraubt wurden, vor Regen. Die anderen drei Seiten sind von gleichförmigen Stehtraversen begrenzt.

Bei freiem Eintritt lieferten sich hier die beiden Kölner Bundesligisten – Spitzenreiter 1. FC und Vorletzer Viktoria – ein recht ansehnliches Spiel. Mitte des ersten Spielabschnittes gelang dem Gastgeber der erste Treffer. Vor der Pause schafften sie die Vorentscheidung. Kurz nach dem Seitenwechsel hieß es bereits 3:0, ehe die sehr diszipliniert geführte Partie noch in der Schlussphase einen vierten Treffer für den FC sah.  
Nebenan auf einem der ausbautenlosen und von Bäumen umgebenen Kunstrasenplätze fand dann ein Testspiel statt, das ich nicht so recht einordnen konnte. Bei fussball.de stand 1. FC Köln U12 gegen Borussia Mönchengladbach U12 II, angeblich beide nicht im Spielbetrieb – aber da stand dann hinterher auch ein völlig falsches Endergebnis von 4:6...

Das Spiel krankte enorm an der viel zu engen Raumaufteilung: statt wie es vernünftig wäre auf Halbfeld mit sieben oder acht Spielern zu kicken, zockten die Jungs da zu neunt pro Team. Besonders herausragend erschien mir keiner der Spieler, wahrscheinlich waren beide Teams nicht die erste Garde. Beide Torhüter, insbesondere der dann ab der 15. Minute häufig geprüfte Gästekeeper, machten aber eine gute Figur. Beide wurden trotzdem überwunden. Der Gladbacher sogar drei Mal obwohl er einen völlig lächerlichen Neunmeter abwehren konnte.  
Danach fuhr ich noch zum Rugby rüber, wo auf einer zertretenen Wiese mit Graswall und kleinem Vereinsheim mit viel zu kleinem Sozialtrakt auf einer und Bäumen auf allen Seiten, Rugby in der 1. Bundesliga gespielt wird. Der ASV ist allerdings mit die schwächste Mannschaft – nur durch die völlig idiotische Zerstückelung kamen sie überhaupt in die Meisterrunde. Mittlerweile ist aber auch Handschuhsheim, früher eine der Spitzenmannschaften aus Heidelberg, nur noch Mittelmaß.

Wenigstens im Vergleich mit Köln haben sie die Nase vorn: früh wurde ein Versuch über die Linie gedrückt und nach dem Aufbäumen in Form eines erfolgreichen Straftritts nahm Handschuhsheim das Heft vollends in die Hand, legte zwei weitere Versuche und verwandelte einen Straftritt zum 3:18 Pausenstand. Wer nach der kampfbetonten ersten Hälfte, die auch leider eine verletzungsbedingte Auswechslung bei Köln – da musste sogar gleich mal der Krankenwagen kommen – erforderte, dachte, der ASV könnte noch mal zurückkommen, sah sich schnell getäuscht: Handschuhsheim legte sogar mal einen Versuch zwischen die Stangen, sodass ein Erhöhungsschuss funktionierte. Zuvor funktionierte sogar ein solcher noch aus spitzem Winkel. Am Ende gelang den Kölner wenigstens ein einziger Try – doch mehr als eine 8:37 Klatsche war auch heute wieder nicht drin.  
Statistik:
- Grounds: 1.236 (heute 3 neue; diese Saison: 82 neue)
- Sportveranstaltungen: 2.229 (heute 3; diese Saison: 117)
- Tageskilometer: 30 (30km Rad)
- Saisonkilometer: 21.790 (16.340 Auto/ 3.600 Flugzeug/ 1.190 Fahrrad/ 700 öffentliche Verkehrsmittel/ 20 Schiff, Fähre) - Anzahl der Fußballspiele seit dem letzten 0-0: 7 [letzte Serie: 1, Rekordserie: 178]
- Anzahl der Wochen, seit der letzten Woche ohne eine einzige Sportveranstaltung (31.7.-6.8. 2006): 434¬¬

W434II: Pokal in Aachen

TSV Alemannia Aachen .................................................. 2
FC Hennef 1905 ............................................................... 1
- Datum: Freitag, 21. November 2014 – Anstoß: 20.00
- Wettbewerb: Verbandspokal Mittelrhein, sogenannter Bitburger-Pokal (Achtelfinale, beide Teams Regionalliga West, 4. Spielklasse, Halbprofiliga)
- Ergebnis: 2-1 nach 92 Min. (46/46) – Halbzeit: 1-0
- Tore: 1-0 34. Bastian Müller, 1-1 66. Martin Notz, 2-1 84. Marcus Hoffmann
- Verwarnungen: Peter Hackenberg, Bastian Müller, Dominik Ernst, Martin Brauweiler (alle Alemannia)
- Platzverweise: keine
- Spielort: Tivoli (Kap. 32.960, davon 27.250 Sitzplätze)
- Zuschauer: ca. 5.500 (davon ca. 70 Gästefans, 4.800 zahlende Zuschauer)
- Unterhaltungswert: 4,5/10 (Über weite Strecken einseitig vor sich hin plätscherndes Spiel)  
Photos with English Commentary:
Regional Cup of Central Rhineland: Alemannia Aachen eliminate FC Hennef

Meistens gucke ich Freitagabend ja 3. Liga Handball, aber im Mittelrheinpokal spielte Alemannia Aachen zuhause und das war dann doch zu verlockend, auch wenn der Gegner nur Hennef 05 hieß. Mit der Bahn ging es via Köln erstaunlich schnell. Erstmals seit zwei Wochen war auch die in NRW sehr seltene Spezies Schaffner an Bord. Man wird maximal einmal bei 10 Fahrten kontrolliert. Schwarzfahren ist daher sehr weit verbreitet. Mehrere junge Prolls liefen auch auffällig zügig von einem Abteil ins nächste. Die hatten wohl nicht dieses tolle NRW-Semesterticket wie ich...

In Aachen ist die Gastronomie durchweg überteuert und oft nicht einmal gut. Aufgrund der Zeiten musste ich mir allerdings vor wie auch nach dem Spiel etwas holen, im Gegensatz zum Kebabhaus am Bahnhof war der Griechische Imbiss an der Kreuzung B1-B76 in Richtung Tivoli wenigstens gut.

Auch der Eintritt bei der Alemannia ist völlig überteuert: 10€ Stehplatz, 16€ Sitzplatz für Regionalliga oder Mittelrheinpokal ist eine Preisperversion wie sonst nur in England! Erfreulich ist, dass man als Student, Schüler oder Rentner nur die Hälfte zahlt. Das ist dann auch nicht mehr höher als bei den meisten anderen Regionalligisten.

Das Problem der Alemannia ist allerdings ihr großkotziges Stadion. Irgendwie muss man es ja vernünftig betreiben. Über 32.000 Plätze, davon bis auf den einen Hintertorbereich und die Ecke schräg hinter dem anderen Tor, auf gelben oder schwarzen Sitzen. Es gibt aber auch fast 6.000 Stehplätze, davon eine ziemliche Wand von gut 5.000 für die Heimfans, zu denen ich mich stellte. Dass man dieses Stadion unbedingt einmal gesehen haben müsste, ist allerdings aufgrund mangelnder architektonischer Ausgefallenheiten oder Details nicht der Fall. Der Kasten ist eher 0815.

Eher wegen der Stimmung lohnt das Kommen. Selbst mit nur 5.500 Zuschauern ist im Hintertorbereich ganz gut was los: Schalparade, ein paar Fahnen, viel ausdauernder und teils melodischer (aber nie sonderlich ausgefeilter) Support durch die Ultras, in den andere Fans auch immer wieder einstimmen. Dazu ordentliche Pöbeleien, wobei in Aachen – eine Stadt die allgemein für ihre Einfältigkeit und Unfreundlichkeit bekannt ist – auch natürlich wieder von ein paar Leuten die Richtung „Zigeunerpack“ und „ham die Hennefer dir innen Arsch gefickt, du Schwuchtel“ eingeschlagen werden musste... Aber einen interessanten Tiernamen habe ich immerhin zum ersten Mal gehört; Aachener Fan in Richtung eines Hennefers: „du schwanzlose Ratte, duuuu...“

Das Spiel lud dabei gar nicht so zum Mitgehen ein. Aachen spielte in der ersten Halbzeit offensiv nach vorne, doch je länger das Spiel dauerte, desto hilfloser wurden die Angriffe des Tabellenzweiten gegen den Tabellenletzten der Regionalliga West. Erst nach weit über einer halben Stunde gelang per Kopf die hochverdiente Führung. Hennef kam in der noch langweiligeren zweiten Hälfte dann immer wieder vors Aachener Tor und glich sogar aus. Erst in der Schlussphase wurde das Spiel wieder so sehenswert wie in den ersten 15 Minuten und Aachen gelang der absolut verdiente Siegtreffer. Besonders gut spielte die Alemannia zwar nicht und wie sie wieder an ihre alten Zeiten mit 2. Bundesliga und gar 1. Bundesliga anknüpfen wollen, weiß ich nicht – aber in diesem Spiel waren sie immerhin deutlich besser als der designierte Absteiger in die Mittelrheinliga, der FC Hennef 05.  
Statistik:
- Grounds: 1.233 (heute 1 neuer; diese Saison: 79 neue)
- Sportveranstaltungen: 2.226 (heute 1; diese Saison: 114)
- Tageskilometer: 220 (200km Zug, 20km Rad)
- Saisonkilometer: 21.760 (16.340 Auto/ 3.600 Flugzeug/ 1.160 Fahrrad/ 700 öffentliche Verkehrsmittel/ 20 Schiff, Fähre) - Anzahl der Fußballspiele seit dem letzten 0-0: 5 [letzte Serie: 1, Rekordserie: 178]
- Anzahl der Wochen, seit der letzten Woche ohne eine einzige Sportveranstaltung (31.7.-6.8. 2006): 434

Freitag, 21. November 2014

W434I: Keine neue Überraschung für den Kurdischen FC im Kreispokal

Kurdischer FC Welate Roj Mönchengladbach ............ 0
Spvg. 1905/07 Odenkirchen ............................................ 5
- Datum: Donnerstag, 20. November 2014 – Anstoß: 19.30
- Wettbewerb: Halbfinale Kreispokal Mönchengladbach-Viersen (Kreisliga B Mönchengladbach-Viersen, 9. Spielklasse, 5. Amateurliga gegen Landesliga Niederrhein Gruppe 2, 6. Spielklasse, 2. Amateurliga)
- Ergebnis: 0-5 nach 94 Min. (49/45) – Halbzeit: 0-4
- Tore: 0-1 2. Christoph Spinrath (Foulelfmeter), 0-2 10. Alexandros Amen, 0-3 19. Nouman Hajou, 0-4 29. Sven Moseler, 0-5 53. Pascal Moseler
- Verwarnungen: Mohamed Mustafa (Welate Roj); Simon Sommer (Odenkirchen)
- Platzverweise: keine
- Spielort: Eintrachtplatz (Kap. 1.000 Stehplätze)
- Zuschauer: ca. 150 (davon angeblich nur 100 Zahlende und etwa 30 Gästefans)
- Unterhaltungswert: 6,0/10 (Völlig einseitiges aber flottes Spiel)  
Photos with English Commentary:
Amateur Football Cup of Mönchengladbach District: Kurdish FC Welate Roj Mönchengladbach v SpVgg Odenkirchen

Zum ersten Mal das NRW-Studententicket für eine komplette Groundhoppingtour genutzt und zum ersten Mal waren alle Züge pünktlich... Nach zwei Monaten NRW hätte ich nie gedacht, dass ich mal erleben würde, dass an einem Tag mehr als nur einer von zwei Zügen pünktlich kommen würde – und heute waren das drei von vier und nur der erste war gerade einmal 5 Minuten hinter der Zeit. Unglaublich!

Nach der Uni reichte die Zeit aber auch gerade nur so, um den Zug zu erreichen, der leicht verspätet in Köln aufschlug, wo ich in den nach Mönchengladbach umstieg, wobei ich schon vor Rommerskirchen einen Sitzplatz bekam und nicht mehr neben meinem Fahrrad stehen musste. Das mit dem Rad ist immer so ein Akt, der komischerweise aber auch in den ständig vollen Zügen gut klappt. In MG noch was gegessen und dann gleich zum Eintrachtplatz in der Karl-Kämpf-Allee mit dem Fahrrad weiter.

Der Eintrachtplatz ist ein dreckiger, ausbautenloser und hässlicher Hartplatz hinter der Jahn Sporthalle und liegt zwischen Hauptbahnhof und der viel schöneren Radrennbahn. Völlig idiotischerweise spielen nur die Reservemannschaften und einige Jugendteams des Polizei SV auf dem Rasen der Radrennbahn, während die I. Mannschaft und einige andere Jugendteams des PSV auf diesem Drecksplatz hinter der Jahnhalle kicken. Doch ich kam nicht wegen eines Spiels des PSV, sondern wegen des Kreispokalhalbfinales mit dem Kurdischen FC Welate Roj. Welate Roj heißt „Land des Lichtes“ oder „Land der Sonne“, ist für seine soziale Arbeit im kurdischen Kulturverein bekannt und kein berüchtigter Radauklub wie etliche andere kurdische Vereine. Im Gegensatz zu vielen dieser ethnischen Klubs ist Welate Roj aber auch keine Pseudo-Nationalmannschaft, wo sich nur Angehörige einer Volksgruppe oder Nation zusammentun, sondern ein buntes Teams mit Spielern aus Deutschland und sieben, acht weiteren Ländern. Auch gerade deshalb wurde der Club viel bei fussball.de erwähnt und genau deshalb bin ich auf das heutige Spiel gekommen.

Der Gast aus Odenkirchen – wohl die Umschrift für die französische Aussprache für Hodenkirchen – kassierte komischerweise mit mitgebrachten Ordnern den Eintritt wobei sie sich die völlig überzogenen 4€ dann hinterher mit Welate Roj zu teilen schienen. Aber bei einem Dreiklassenunterschied den Standardeintrittspreis des Höherklassigen zu nehmen ist eine richtig asoziale Unsitte!

Für so einen Wucher hätte man ja ein Elfmeterschießen mit 20 Schützen nach einem 4:4 + 5:5 in der Verlängerung verlangen können, aber der Favorit aus Odenkirchen ließ nichts anbrennen. Von vorne herein Druck aufs kurdische Tor und nach nur zwei Minuten ein korrekter Elfmeter der halbhoch im Eck landete. Wenige Minuten später rutschte dem Torwart ein Weitschuss über die Faust zum 0:2. Ein toller Schuss aus spitzem Winkel und vollem Lauf schlug zum 0:3 im langen Winkel ein. Vor dem Seitenwechsel fiel noch das 0:4. Der Bruder des Schützen zum 0:4 erzielte dann kurz nach dem Seitenwechsel das 0:5. Danach stand Welate Roj besser in der Abwehr und kam ab und an zu Torgelegenheiten. Odenkirchen nahm sich etwas zurück und kam dann nicht mehr ins Spiel rein, auch wenn sie ab und an noch den KFC-Torwart prüften. Mit dem 0:5 war der Gastgeber aber noch gut bedient – über die Schiedsrichterleistung brauchte auch niemand zu meckern. Aber was Karten und Meckern anging, war bei beiden Teams doch ungewöhnlich wenig los...

Der Rückweg verlief wie gesagt auch planmäßig, ab 21 Uhr sind auch etwas weniger Leute im Zug, wobei selbst gegen 23 Uhr kann auf der Köln-Bonn-Strecke, an der Brühl liegt, noch jeder Sitzplatz belegt sein. Interessanterweise steigt in jedem Fall die Anzahl der Asis reziprok zur Anzahl der Fahrgäste: von Gladbach nach Köln waren immer wieder angetrunkene Jugendliche die sich durch den Zug jagten, ältere Spaste die im Zug rauchten, oder sogar Kinder die mit ihren vielleicht 13 Jahren gegen 22 Uhr in kleinen Gruppen durch die Gegend fuhren und den Zug zumüllten, zu beobachten...  
Statistik:
- Grounds: 1.232 (heute 2 neuer; diese Saison: 78 neue)
- Sportveranstaltungen: 2.225 (heute 1; diese Saison: 113)
- Tageskilometer: 170 (160km Zug, 10km Rad)
- Saisonkilometer: 21.540 (16.340 Auto/ 3.600 Flugzeug/ 1.140 Fahrrad/ 500 öffentliche Verkehrsmittel/ 20 Schiff, Fähre) - Anzahl der Fußballspiele seit dem letzten 0-0: 4 [letzte Serie: 1, Rekordserie: 178]
- Anzahl der Wochen, seit der letzten Woche ohne eine einzige Sportveranstaltung (31.7.-6.8. 2006): 434

Montag, 17. November 2014

W433IV: Bei einem ehemaligen Zweitligisten in der Pfalz...

SV 1919 Alsenborn .......................................................... 5
DJK SG Eintracht Kaiserslautern ................................. 4
- Datum: Sonntag, 16. November 2014 – Anstoß: 14.45
- Wettbewerb: A-Klasse Kaiserslautern-Donnersberg (9. Spielklasse, 4. Amateurliga)
- Ergebnis: 5-4 nach 99 Min. (47/52) – Halbzeit: 1-2
- Tore: 0-1 2. Christian Rössling, 0-2 25. Mike Schlagbauer, 1-2 44. Alexander Meier, 2-2 47. Tim Zusann, 3-2 71. Alexander Meier, 3-3 77. Dennis Grad, 4-3 87. Jonas Bilan, 5-3 91. Philipp Baust, 5-4 96. Patrick Sobetzke
- Verwarnungen: Marc Sarvas, Dominik Trumm, Isa Osmani, Philipp Baust (Alsenborn); Andreas Zwally, Patric Sobetzke (K’lautern)
- Platzverweise: keine
- Spielort: Stadion Kinderlehre (Alsenborn; Kap. 5.000, davon 300 Sitzplätze)
- Zuschauer: ca. 55 (davon ca. 10 Gästefans)
- Unterhaltungswert: 7,0/10 (Spannendes Spiel das mit vollem Einsatz geführt wurde)  
Photos with English Commentary:
a) Amateur Football: SV Alsenborn v Eintracht Kaiserslautern at Stadion Kinderlehre
b) Rhineland-Palatinate: Bad Dürkheim’s Castle and Monastery Ruins, Frankenstein Castle, Football Player’s and Elephant’s Statues in Alsenborn

Für den Sonntag hatten mein Vater und ich hin und her geplant, was wir unternehmen, bevor er wieder gen Osten aufbricht – am Ende fiel die Wahl auf eine Kreisligapartie in Rheinland-Pfalz in Kombination mit den typischen Sehenswürdigkeiten dieser Region.

In etwas mehr als zwei Stunden waren wir in Dürkheim, wo es ein bisschen dauerte, ehe wir zur Burgruine Hardenberg hochgefunden hatten. Diese ist eine der mächtigsten und größten des burgenreichen Bundeslandes Rheinland-Pfalz und – noch viel wichtiger – eine der authentischsten. Manche der Ecktürme sind zwar etwas legohaft wiederhergestellt worden – ein großes Problem in RPL sind zweifelhafte Rekonstruktionen und Romantisierungen an den Burganlagen – aber schon allein die Lage auf dem Fels und die verschachtelte Bauweise mit mehreren schönen Rundtürmen machen diese Burg besuchenswert. Der Eintritt ist auch mit 3€ (ermäßigt 2,10€) recht anständig.

In Sichtweite auf einem anderen Bergrücken in der tollen Pfälzer Landschaft befindet sich die Klosterruine Limburg. Die Klosterkirche war gewaltig und ist im selben roten Sandstein errichtet wie die Burg. Kostenlos kann man im dachlosen Kirchenschiff herumlaufen. Die Ruinen der Klosteranlage sind abgesperrt. Selbst hier wurde übrigens eine Fressbude hineingebaut – das ist in der Pfalz echt eine Seuche: fast jede Burg oder andere Ruine hat eine Gastwirtschaft, die fast immer maßlos überteuerte deutsche Küche anbietet und oft mit ihren gastronomischen Einrichtungen die Anlage architektonisch verschandelt...

In Frankenstein schien es das nicht zu geben, doch die Burgruine guckten wir nur von unten an, da dann die Zeit zu knapp wurde.  
In Enkenbach-Alsenborn gibt es zwei kleine Kuriositäten zu sehen. Erstens, einen Kreisverkehr mit einer Statue eines Bauern, der den Kreisverkehr mit einem Pflug pflügt, der von einem Elefanten gezogen wird. Das geht auf eine vermutlich wahre Begebenheit von 1917 in diesem Dorf zurück, als während des Krieges nur die Elefanten eines früher dort auftretenden Zirkus‘ zum Pflügen verfügbar waren http://www.kreiselkunst.com/2011/09/enkenbach-alsenborn/ und zweitens, ein Museum zum berühmten kaiserslauterer Fußballer Fritz Walter, das in einem Haus, dass er einmal für einige Zeit bewohnte, untergebracht ist.

Kurios ist auch der Name des örtlichen Stadions: Stadion Kinderlehre. Dass es kurios anzusehen ist, muss man auch sagen. Hinter einem großen Vereinsheim mit italienischem Restaurant (vor dem Gebäude erinnert ein Stein an Fritz Walter) geht es rein. Der Rasenplatz ist eng und hoch umzäunt. Hinter dem einen Tor steigt wie bei einer Pyramide abgestuft eine zehnreihige Stehtribüne an. Daran grenzt auf der Längsseite eine 15 Reihen zählende Stehtribüne mit einem herrlichen rechteckigen Sprecherturm an, die hinter dem anderen Tor wieder etwas niedriger wird und sich im rechten Drittel der Hauptseite bis zur Sitztribüne fortsetzt. Die Sitztribüne hat unregelmäßige Holzbänke, einen schönen Fachwerk-Look und ein undichtes Dach. Zudem sind Kopien alter Ansetzungsplakate (Aufstiegsspiele von 1963 gegen Hertha BSC und so was) aufgehängt worden. Dass hier früher einmal ein Zweitligist gespielt hat, der in den 1960ern aufgrund der Zuschauermassen auch mal ins Südweststadion in Ludwigshafen ausweichen musste, muss natürlich auch erwähnt werden!

Doch der SV 1919 Alsenborn ist seit dem finanziellen und sportlichen Absturz in den 1970er Jahren völlig in der Bedeutungslosigkeit verschwunden und schwankt zwischen der 8. und der 10. Liga hin und her. In dieser Saison stehen sie in der 9. Liga auf einem Abstiegsplatz (15. und Vorletzer). Der punktlose Tabellenletzte war an diesem Sonntag allerdings zu Gast. Wie üblich im überteuerten RPL musste man trotzdem noch 3€ entrichten: für Not gegen Elend in der 9. Liga! Erfreulicherweise war das Spiel viel besser als erwartet...  
Es ging furios los: ein Schuss aus 20m halbhoch ins Eck und plötzlich lag der Tabellenletzte in Führung. Nachdem Alsenborn mehr Chancen hatte aber diese nicht nutzte (ganz genial: nach einer Flanke vors Tor einen Kopfball aus 1m Entfernung versuchen aber gleichzeitig die Hände vors Gesicht reißen und dann den Ball ins Netz schlagen), verzogen wir uns aufgrund des einsetzenden Regens unter den herrlich wetterschutzgebenden Sprecherturm und konnten von da prima beobachten, wie ein Lauterer den Ball aus spitzen Winkel am Torwart und zwei Verteidigern vorbei im Kasten unterbrachte. Nach dem 0:2 wurde die Partie noch ruppiger: voll angegrätscht bei nassem Rasen, dann noch rumpöbeln wenn der Schiri angeblich was nicht gesehen hat...

Vor der Pause verkürzte der Gastgeber auf 1:2 und gleich nach dem Seitenwechsel erzielten sie den Ausgleich. Als nach einer Stunde ein weiterer Treffer für die Hausherren fiel, schien das Spiel entschieden. Lautern wurde nervös und suchte jetzt vermehrt Streit – ist eh schon Klasse, wie die in der Pfalz Fußball spielen: die Pfälzer Spießer (also fast alle Pfälzer), denunzieren ja immer gerne „de Oriendale un Oschteurobäer“ als aggressive Asis; und genau dieselben Pfälzer sind es, die da auf den Fußballplätze gelbe und rote Karten wegen ihres bäuerlichen Getrete und ständigen Vollmaulen des Schiris sammeln... Nur dadurch dass der Schiri sehr zurückhaltend pfiff, spielten diese fast nur aus Deutschen (also Pfälzern) bestehenden Mannschaften überhaupt in voller Stärke zu Ende...

Mit dem ganzen Elan, den die Jungs da an den Tag legten, entwickelte sich aber auch ein schönes Offensivspiel. Im Nachschuss gelang den Gästen noch der Ausgleich, bevor sie in der Schlussphase zwei Dinger kassierten: ein toller Knaller unter die Latte und ein starker Kampftreffer; der Stürmer wurde voll umgeholzt - zum Glück verletzte sich dabei nur der Verteidiger der das Foul beging - doch anstatt einen Elfmeterpfiff abzuwarten, spielte der Stürmer weiter und netzte zum 5:3 ein. Erst in der Nachspielzeit, die aufgrund der vielen Foulunterbrechungen so lange war, traf Eintracht Kaiserslautern noch mal. Aber mit diesem 5:4 müssen die Eintrachtler immer noch auf den ersten Punkt in der Saison 2014/2015 warten!  
Statistik:
- Grounds: 1.231 (heute 1 neuer; diese Saison: 77 neue)
- Sportveranstaltungen: 2.224 (heute 1; diese Saison: 112)
- Tageskilometer: 500 (500km Auto)
- Saisonkilometer: 21.370 (16.340 Auto/ 3.600 Flugzeug/ 1.130 Fahrrad/ 330 öffentliche Verkehrsmittel/ 20 Schiff, Fähre) - Anzahl der Fußballspiele seit dem letzten 0-0: 3 [letzte Serie: 1, Rekordserie: 178]
- Anzahl der Wochen, seit der letzten Woche ohne eine einzige Sportveranstaltung (31.7.-6.8. 2006): 433

W433III: 50€ für die Luxemburger Nationalelf

Luxemburg/ Luxembourg/ Lëtzebuerg/ Люксембург 0
Ukraine/ Ukrain/ Україна ............................................ 3
- Datum: Samstag, 15. November 2014 – Anstoß: 18.00
- Wettbewerb: Qualifikation zur Europameisterschaft 2016 (Gruppe C)
- Ergebnis: 0-3 nach 95 Min. (47/48) – Halbzeit: 0-1
- Tore: 0-1 33. Yarmolenko, 0-2 53. Yarmolenko, 0-3 56. Yarmolenko
- Verwarnungen: Martins Pereira (Luxemburg); Khacheridi, Sydorchuk (Ukraine)
- Platzverweise: keine
- Spielort: Stade Josy Barthel (Luxemburg-Stadt, Kap. 8.054 Sitzplätze)
- Zuschauer: ca. 6.000 (Zahlende: 4.379, Ukrainer: ca. 1.000)
- Unterhaltungswert: 7,0/10 (Über weite Strecken gutes und auch ausgeglichenes Spiel)

Volleyball Club Strassen ............................................... 3
Volleyball Club Fentange ............................................ 0
- Datum: Samstag, 15. November 2014 – Beginn: 20.15
- Wettbewerb: sogenannte Novotel-Ligue Hommes (1. Luxemburgische Volleyballliga, Amateurliga)
- Ergebnis: 3-0 nach 62 Min. (21/21/20)
- Satzergebnisse: 25-13, 25-16, 25-16
- Strafen: keine
- Spielort: Hall Omnisports Strassen (Kap. 360 Sitzplätze)
- Zuschauer: ca. 30 (keine Gästefans?)
- Unterhaltungswert: 3,0/10 (Streckenweise langweiliges Spiel und fast durchweg niedrigem Niveau)

Chev Diekirch Handball U21 ........................................ 36
Handball Club vun der Gemeng Péiteng U21 ............. 28
- Datum: Samstag, 15. November 2014 – Anwurf: 14.00
- Wettbewerb: U21 Ligue Hommes (1. Luxemburgische U21-Handballliga)
- Ergebnis: 36-28 nach 60 Min. (30/30) – Halbzeit: 19-12
- Tore: k.A. (Diekirch); k.A. (Péiteng)
- Siebenmeterquote: Diekirch 67% (2 von 3); Péiteng 67% (2 von 3) - Gelbe Karten: Nr. 2, 3, 5 (Diekirch); Nr. 3, 6, 9 (Péiteng)
- Zeitstrafen: 2x Nr. 5, 2x Nr. 3 (Diekirch = 8 Minuten); 2x Nr. 6, Nr. 3 (Péiteng = 6 Minuten)
- Platzverweise: keine
- Spielort: Hall Omnisports Diekirch (Kap. 180 Sitzplätze)
- Zuschauer: ca. 25 (davon ca. 4 Gästefans)
- Unterhaltungswert: 5,0/10 (Mittelmäßiges Handballspiel mit einzelnen Highlight) Photos with English Commentary:
a) European Championship Qualifier: Luxembourg lost to Ukraine at Stade Josy Barthel
b) Handball in Luxembourg: Chev Diekirch U21 defeat HC Petange U21
c) Volleyball in Luxembourg: VC Strassen defeat VC Fentange
d) Sightseeing in Luxembourg: Leetem Village, Housen Church, Schüttbuerg Castle, Diekirch Town, Fiels Castle

Eine ganze Menge EM-Qualispiele standen an diesem Wochenende an. Uns hatte es die Partie in Luxemburg angetan, da sie die nächstgelegene und zudem vom Gastgeber her sympathischste war. Allerdings gibt es mittlerweile selbst bei Spielen in Luxemburg mitunter Probleme mit den Karten. Doch wenn man etwas mehr anlegt, kommt man auch ohne Vorverkauf rein.

Ganz entspannt konnten wir aber erstmal das Sightseeing angehen. So sehenswert Luxemburg nämlich ist – nach 7 Besuchen und insgesamt mehr als 14 Tagen in diesem schönen Land hat man dann doch fast alles gesehen... Wir fuhren also im nordöstlichsten Ort, Leetem (Leithum) ins Großherzogtum rein und folgten den sich durch die gebirgige und im Nebel hängende Landschaft schlängelnden Straßen nach Housen (Hosingen). Die Kirchen in Luxemburg sind oft offen, sodass wir den dunklen, neoromanischen Bau in Housen, der wohl mal ein Kloster war, auch innen besichtigen konnten.

Eigentlich dachten wir, dass wir schon alle Burgen in Luxemburg besucht hätten, aber irgendwie tauchte auf der Wanderkarte doch noch eine auf. Die Schüttbuerg erreicht man – mangels Ausschilderung mussten wir in einer Mühle fragen wo uns auch weitergeholfen wurde – entweder wenn man an der richtigen Stelle die asphaltierten Serpentinen geradeaus in einen felsigen Schotterweg verlässt, der nach 200m vorm Burgtor endet, oder indem man sich neben einen Radweg stellt, der genau an der Stelle ins Tal schießt an der es zur Burg links einen steilen Pfad im Wald hochgeht. Die Burg selbst ist in Privatbesitz und wurde komplett restauriert. Da es sich um eine Spornburg handelt, die auf einem Porphyrfelsen thront, ist die Anlage mit dem Rundturm und den verschachtelten Wohngebäuden besonders sehenswert.  
Wir waren in Diekirch Mittagessen gegangen, wo im Imbiss mal wieder die Mehrsprachigkeit auffiel: der türkische Besitzer ist garantiert in Frankreich aufgewachsen, denn er sprach nur Französisch, doch am Nachbartisch unterhielt sich ein Paar (Luxemburger und Araberin oder Türkin) auf Letzebuergisch, nachdem sie Französisch bestellt hatten. In der Sporthalle ging es weiter: hier wurden Hochdeutsch, Französisch und Luxemburgisch gesprochen. Beim Volleyball am Abend kamen übrigens noch Polnisch und Englisch hinzu...

Aber erstmal zum Handball: endlich haben wir auch mal eine andere Sportart als Fußball im Großherzogtum gesehen! In der formschönen und modernen, aber nicht unbedingt praktischen da mit einer dreireihigen Obertribüne versehenen Sporthalle hinter dem Stadion von Diekirch fand ein Spiel der U21-Liga statt. Chev Diekirch hatte es mit HB Petange zu tun und der Gast legte mit tollen Würfen aus spitzem Winkel gut vor. Nach etwa 10 Minuten kippte das Spiel allerdings und nach 15 begann der Gastgeber davonzuziehen, da sie Petange konsequent am Durchkommen hinderten und nun vorne selbst richtig durchbrachen. Die Fehlwurfquote war zwar immer noch hoch, aber am Ende sollte es viele Treffer aufgrund der hohen Spielgeschwindigkeit und der schnellen Abschlusssuche geben. Diekirch hielt Petange in der zweiten Hälfte auf Distanz und gewann mit acht Treffern 36:28.  
Nun aber schnell zum Nationalstadion, das nach dem einzigen Olympia-Sieger Luxemburgs, dem Leichtathleten Josy Barthel – von Beruf Chemiker, nach seiner Amateursportlerlaufbahn auch Politiker - benannt ist! Das kostenlose Parken klappte zwischen Caritas und irischer Botschaft auf dem Seitenstreifen, aber das preisgünstige Zugucken leider nicht. Es gab nur noch Karten für die „gedeckte Tribüne“ (der Kassenwart sagte das sogar auf Hochdeutsch „überdachte Tribüne“) die unglaubliche 50€ kosteten. Also wenn ich noch einmal ein Spiel der Nationalmannschaft anpeile, besorge ich mir im Vorverkauf über den Verband die Karten für die ungedeckte Gegentribüne, die im 20€ Bereich liegen. Von den Plätzen neben der Presse sieht man auch nicht unbedingt besser, wobei man, wenn man wie wir wirklich direkt neben den Kollegen von der Glotze sitzt, auf deren Bildschirmen gucken kann um eine Wiederholung der Treffer und strittigen Szenen zu bekommen...

Nicht mal bei der WM haben wir so viel gezahlt, doch dieses teuerste Fußballspiel das wir je besucht haben, lohnte sich insgesamt gesehen. Im altmodischen und ganz ansehnlichen Josy Barthel Stadion lieferten sich diese beiden Nationalmannschaften ein wirklich flottes Duell, das in Teilen der ersten Hälfte bis zur Führung der Ukraine (dritter Nachschuss in einer Chaossituation im Strafraum) sogar von Luxemburg mit seinen gefährlichen Kontern bestimmt wurde. Nach der Pause erzielten die Ukrainer noch zwei weitere Tore, da die linke Abwehrseite nicht mit dem stärksten Mann im Team der Osteuropäer zurechtkam. Nach dem 0:3 ebbte das Spiel etwas ab, doch mit einem Pfostentreffer Luxemburgs und etlichen Chancen der Gastmannschaft ging dieses ganz gute Spiel zu Ende. Schade, dass es nicht mal für ein Luxemburger Tor gereicht hat. Die gut 1.000 Ukrainer hätten es den Luxemburgern wohl spätestens dann gegönnt, nachdem der M-Block – der kleine Fanblock der Luxemburger – zusammen mit einer versprengten ukrainischen Fangruppe einen Wechselgesang auf Ukrainisch anstimmte. Stimmung ging aber ohnehin meist nur von den Ukrainern aus, die auch mit Pyrotechnik und mehreren schwarz-roten KUN-Flaggen (auch mehrere Banner zeigten, was Ukrainer von den russischen Aggressoren und Besatzern halten – wobei etliche KUN-Leute genauso scheiße und faschistisch sind wie das Russenpack das in der Ukraine, dem Kaukasus, Syrien etc. seine Finger im politischen Spiel hat) am Start waren.  
Joa... es war ja noch Luft, also rundete ein Volleyballspiel im 3km entfernten Strassen den Sporttag ab. In der von außen recht kurios geformten und innen eher unspektakulären, sehr modernen und gepflegten Halle verloren sich auf den vier Sitzreihen nur 30 bis 35 Zuschauer bei einer Partie des Tabellenführers der 1. Männerliga. Also eine bessere Volleyballmannschaft als den VC Strassen gibt es wohl ihn ganz Luxemburg nicht – und dann kommen da nur 30 Leute zum Gucken!

OK, wenn man das Niveau gesehen hat: Strassen spielte wie ein mittelmäßiger Volleyball-Regionalligist und gewann nur deshalb so deutlich gegen Fenteng, da dieser Abstiegskandidat maximal auf Bezirksliganiveau herumeierte... Wenn ich aber auch sehe, wie nach dem Spiel die halbe Fentenger Mannschaft vor der Halle mit Kippe inner Fresse rumgammelte...

Also wie das Spiel schon anfing: Aufschlag Fenteng – Fehler, 1:0. Aufschlag Strassen – Fehler 1:1. Aufschlag Fenteng – kam sofort ganz billig zurück 2:1... Es gab v.a. von Strassen und ganz vereinzelt auch vom Gast einige schöne Aktionen und Geistesblitze, aber insgesamt war das Niveau wirklich erschreckend und man konnte von Glück reden, dass dieses Spiel nur drei Sätze dauerte: noch ein vierte Satz und es wäre richtig langweilig geworden.

Fazit des Tages: 1. man findet doch immer noch etwas zum Besichtigen in diesem schönen Land, 2. auch wenn es die für uns teuersten Eintrittskarten aller Zeiten waren – es war gut mal die Nationalelf Luxemburg spielen gesehen zu haben und 3. also Volleyball kann man im Großherzogtum wohl vergessen – lieber mal Basketball, Eishockey oder Cricket gucken und Handball sehe ich auch in Luxemburg gerne noch mal!  
Statistik:
- Grounds: 1.230 (heute 3 neue; diese Saison: 76 neue)
- Sportveranstaltungen: 2.223 (heute 3; diese Saison: 111)
- Tageskilometer: 430 (430km Auto)
- Saisonkilometer: 20.870 (15.790 Auto/ 3.600 Flugzeug/ 1.130 Fahrrad/ 330 öffentliche Verkehrsmittel/ 20 Schiff, Fähre) - Anzahl der Fußballspiele seit dem letzten 0-0: 2 [letzte Serie: 1, Rekordserie: 178]
- Anzahl der Wochen, seit der letzten Woche ohne eine einzige Sportveranstaltung (31.7.-6.8. 2006): 433

W433II: Sauerland und Rundarena

Leichlinger TV 1883 .................................................... 37
Soester TV .................................................................... 32
- Datum: Freitag, 14. November 2014 – Anwurf: 20.00
- Wettbewerb: 3. Liga West (3. Spielklasse im Handball, Halbprofiliga)
- Ergebnis: 37-32 nach 60 Min. (30/30) – Halbzeit: 17-14
- Tore: Hilger 7, Lange 6, Janssen 6, Novickis 6, Schumacher 5, Kreckler 3, Ranftler 2, Lajnef 1, Menzlaff 1 (Leichlingen); Eckervogt 9, Voss-Fels 7, D. Flor 6, Schoenle 3, Hartmann 3, L. Flor 2, Rückert 1, Bekel 1 (Soest)
- Siebenmeterquote: 1 von 2 = 50% (Leichlingen); 5 von 5 = 100% (Soest)
- Gelbe Karten: Schumacher, Lange, Kreckler (Leichlingen); Bekel, Voss-Fels, D. Flor, Trainer Lohse (Soest)
- Zeitstrafen: 2x Janssen, 2x Menzlaff, 1x Hilger, 1x Novickis (Leichlingen = 12 Minuten); 2x Luther, 1x Bekel, 1x Voss-Fels, 1x Eckervogt (Soest)
- Platzverweise: keine
- Spielort: Smidt Arena (Leverkusen; Kap. 2.520, davon 2.320 Sitzplätze, davon heute 520 geöffnet)
- Zuschauer: ca. 150 (davon ca. 50 Gästefans)
- Unterhaltungswert: 6,5/10 (Teilweise zerfahrenes, aber insgesamt sehenswertes Spiel)  
Photos with English Commentary:
a) Handball: Leichlinger TV defeat Soester TV at “Smidt Arena” in Leverkusen
b) Sauerland: Brilon Old Town, Bruchhauser Steine Rock Formation, Assinghausen Village, Gevelinghausen Palace, Eversberg Castle

Mein Vater hatte sich zu Besuch angekündigt. Damit wir noch was Vernünftiges angucken außer Handball, verabredeten wir uns in Brilon. Da konnte ich endlich mein NRW-Ticket mal richtig nutzen. Um dort mit dem Zug von Wesseling aus hinzukommen, steigt man am besten in Brühl in den RE nach Düsseldorf zu. Von dort geht es nach Schwerte/ Ruhr weiter wobei man diesen Anschlusszug aufgrund der notorischen Verspätungen im Rheinland oft verpasst und dann landet man nach insgesamt 3.15h Fahrt, 20 bzw. bei verpasstem Anschluss über 60 Minuten Umsteigezeit und 250km auf der Schiene in Brilon Wald.

Der Bahnhof liegt am Arsch der Welt, aber wenn man sieht, wie der „Sauerlandexpress“ mit seinen maroden Sitzen, zugigen Fenstern und defekten Scheißhäuser aussieht, wundert einen das auch nicht. Der Ort Brilon selbst ist hingegen nicht schlecht. Ein schönes Stadttor, drei recht ansehnliche wenn auch nicht gerade herausragende Kirchen, ein Marktplatz mit zwei, drei historischen Gebäuden und insgesamt ein recht ausgeglichenes Verhältnis zwischen hässlichen Betonbauten und alten Schiefer- oder Fachwerkgebäuden.

Im Umland von Brilon erheben sich die schönen, bewaldeten Höhenzüge des Sauerlandes. Der Hochsauerlandkreis ist nicht so übervölkert wie die meisten anderen Regionen in NRW, aber die Orte sind selten sehenswert. Es gibt insgesamt auch weniger als z.B. im Bergischen Land zu sehen. Aber lohnend ist trotz des hohen Eintritts der Naturpark Bruchhauser Steine. Dort kann man Felsformationen, die teilweise auch bestiegen werden dürfen und hoch über Nadelwald und tiefen Tälern aufragen, sehen.

Ein schönes Dorf mit historischen Gebäuden ist das benachbarte Assinghausen. Kurios anzusehen ist das Schloss in Gevelinghausen mit Renaissance-Nebengebäude und verschiefertem und ungewöhnlich geformten Historismus-Hauptgebäude. Wir hätten gerne noch mehr angeguckt, aber nach Eversburg, wo die Turmruine der Eversburg auf dem höchsten Punkt oberhalb des Dorfes thront, wurde die Zeit knapp und das Licht schwach.  
Wie die letzten beiden Freitage auch, ging es wieder nach Hagen, beim Dönerhaus gute und günstige Pizza essen. Danach ging es nach Leverkusen weiter, wo ich zum zweiten Mal ein Heimspiel des Leichlinger TV sah. Letzte Woche mussten sie nach Wermelskirchen ausweichen, jetzt nach Leverkusen. Also wenn ihre Halle dann mal in drei Wochen fertig ist, da in Leichlingen/ Rheinland, fahr ich mal zu einem dritten Heimspiel...

Dass die Halle in Leichlingen so sehenswert ist wie jene neben der Bayarena der Fußballprofis befindliche, über 2.500 Zuschauer fassende Rundsporthalle „Smidt Arena“, glaube ich allerdings nicht. Denn die Halle ist nicht so 0815 wie ihr beschissener Name vermuten lassen würde, sondern ein schönes Exemplar von Rundsporthalle. Rundsporthallen sehen von der äußeren Form her zwar stets sehr ähnlich aus, aber sind innen sehr vielgestaltig. Dieser Bau ist mit zwei in die Dach- und Wandform eingepassten Obertribünen, die jeweils durch eine Untertribüne mit nicht-fixer Bestuhlung ergänzt und oben durch Emporen parallel zu den konkaven Wandformen verbunden werden, versehen.

Heute wurden nur die Untertribünen geöffnet, da die Zuschauerzahl im Vergleich zur Vorwoche wirklich erbärmlich war. Nur 100 Leichlinger fanden sich ein. Die Gruppe von etwa 50 Soestern war lauter und emotionaler. Ihre Mannschaft allerdings, konnte kaum mithalten. Bis auf eine Schwächephase zwischen der 20. und 27. Minute lag die Mittelfeldmannschaft aus Leichlingen immer vorne. Nur in dieser Phase gelang dem Abstiegskandidat aus Soest zum Ausgleich aufzuschließen. Nach der Pause zog die in allen Belangen leicht überlegene Heimmannschaft mit bis zu fünf Toren davon, die sie nach einer erneuten Schwächephase und einem Herankommen der nie aufgebenden Soester Mannschaft, auch am Ende verteidigen konnten. In dem teils zerfahrenen, oft nicht schnellen sondern vielmehr hektischen (und dadurch für die Schiris auch schwer zu pfeifenden), aber weitestgehend sehenswerten Spiel fielen überdurchschnittlich viele Tore: 37 zu 32.  
Statistik:
- Grounds: 1.227 (heute 1 neuer; diese Saison: 73 neue)
- Sportveranstaltungen: 2.220 (heute 1; diese Saison: 108)
- Tageskilometer: 490 (240km Auto, 250km Zug)
- Saisonkilometer: 20.440 (15.360 Auto/ 3.600 Flugzeug/ 1.130 Fahrrad/ 330 öffentliche Verkehrsmittel/ 20 Schiff, Fähre) - Anzahl der Fußballspiele seit dem letzten 0-0: 1 [letzte Serie: 1, Rekordserie: 178]
- Anzahl der Wochen, seit der letzten Woche ohne eine einzige Sportveranstaltung (31.7.-6.8. 2006): 433