Sonntag, 24. Mai 2015

W460IV: Kanupolo in Essen auf dem Baldeneysee unterhalb der Villa Hügel

44. Internationaler Deutschland-Cup im Kanupolo
- Datum: Sonntag, 24. Mai 2015 – Beginn: 7.30, Ende 21.00
- Wettbewerb: Internationales Turnier im Kanupolo für Männer-, Frauen- und Juniorenteams
- Ergebnisse: siehe http://www.rouvenkroth.com/KRM/44th-international-deutschland-cup-2015/
- Spielort: Regattastrecke Baldeneysee Essen (Kap. 3.000, davon 1.000 Sitzplätze)
- Zuschauer: 500 bis 1.000
- Unterhaltungswert: 7,0/10 (Mittelmäßige bis Weltklasse Spiele in allen Kategorien) Canoe Polo: 44th International Cup of Germany in Essen (Baldeneysee) Photos with English Commentary:
a) CANOE POLO: International Tournament in Essen with Clubs from Germany, Great Britain, Poland, Taiwan and more
b) Ruhrgebiet: Villa Hügel in Essen (19th Century Chateau)

Am Sonntag fuhr ich etwas später los, kam so in die Hauptverkehrszeit mit der Bahn. Via Düsseldorf ging es bis Essen-Hügel – pünktlich obwohl teilweise sehr voll u.a. mit Fortuna-Fans und Manga-Freaks die zu einer Convention in Düsseldorf reisten. Im Bereich Villa Hügel und Baldeneysee war es noch voller: alles parkte kreuz und quer und lief und fuhr sich im Weg rum, so auch ein Russe oder anderer Osteuropa-Asi, der in seinem gebrochenen Deutsch noch einem Schwarzen der vor ihm wendete ein „du scheiße Arscheloch“ mitgeben musste, was der schwarze mit erhobenem Fickfinger (war wohl heißer oder konnte gar kein Deutsch, da er so wortlos reagierte) beantwortete. Aber ansonsten war es recht entspannt, so auch in der Villa Hügel selbst, deren Gelände man nur gegen 5€ Eintritt betreten darf. Der Villenbau selber ist von außen nicht so wahnsinnig spektakulär und der Park wäre, so schön er anzusehen ist, den Eintritt auch bei weitem nicht Wert, aber das Interieur der Villa mit all seinem Kitsch und den außergewöhnlich verzierten Decken v.a. in den monumentalen Sälen, ist einen Besuch definitiv wert. Canoe Polo: 44th International Cup of Germany in Essen (Baldeneysee) Auch definitiv einen Besuch wert ist die Sportart Kanupolo, die ich mir schon vor einigen Jahren einmal in Berlin auf der berühmten Regattastrecke Grünau angeguckt hatte. Die Regattastrecke Baldeneysee hat keine so spektakuläre Tribüne, aber immerhin auch eine 150m lange und mit acht Reihen Holzbänke bestückte unüberdachte Tribüne. Ansonsten kann man sich auch ans Ufer stellen oder hocken.

Die Zuschauer gingen natürlich nicht so ab – war auch viel „Laufkundschaft“ die nur für ein Spiel oder eine Halbzeit eines Spiels zuguckte und dann weiter spazierte – aber im Wasser ging es dafür umso mehr zur Sache! Teams aus ganz Deutschland, Nachbarländern wie Schweiz und Polen, europäischen Nationen wie Großbritannien und Litauen aber sogar auch aus Fernost wie Taiwan und Singapur (Kanupolo wird in der Tat auch ein etlichen asiatischen Ländern, teilweise auch gar nicht so schlecht gespielt: von Iran bis Japan läuft da einiges!) erschienen hier zum Wettkampf.

Der Wettkampf sieht so aus, dass fünf Leute auf Einerkajaks versuchen innerhalb von 2x10 Minuten einen Wasserballähnlichen Ball (oder ähnlich wie ein Volleyball) in ein wie ein Basketballkorb angebrachtes, 1x1m kleines Tor zu werfen. Zweikämpfe sind oft genauso interessant wie die Zielwürfe: beim Start der Partie wird beim Aufeinanderzufahren oft das gegnerische Kajak gerammt, die Helme sind bei dem Herumfuchteln mit den Paddeln sehr von Nöten, mitunter schiebt sich ein Boot komplett über ein anderes und drückt den Spieler unter Wasser und zwingt ihn zu einer Eskimorolle – wobei ich mich gerade frage, ob man jetzt offiziell „Inuitrolle“ schreiben müsste...

Jedenfalls ist das ein toller Sport und in den zweieinhalb Stunden die ich da zuguckte, sah ich mir folgende Spiele an: im Männerbereich schlug der Gastgeber Rote Mühle Essen die Briten von Meridian C mit 4:3, während der KC Nord-West Berlin gegen Conde Sur Vire aus Frankreich mit 1:4 den Kürzeren zog. Zwischen Rote Mühle Essen U14 und DJK Ruhrwacht Mühlheim an der Ruhr U14 gab es ein Entscheidungswerfen, dass die Ruhrwacht ganz souverän mit 0:3 für sich entschied. Wieder im Männerbereich rang Brügge aus Belgien Despada aus Singapur mit 6:3 nieder. Der KC Nord-West Berlin siegte dann in einem U16-Jungen-Spiel souverän mit 7:3 über MKSF Mülheim U16, wobei hier neben dem Rote Mühle-Spiel der Männer noch die meiste Stimmung war durch die Familien der Aktiven. Danach schaute ich mir noch die knappe Niederlage der KCIS Taiwan U16 Girls gegen KW Wetter U16 Mixed (2:3) an und ging nach dem Spiel der Männer von KC Radolfzell und VMW Berlin (3:4) wieder zum Bahnhof. Essen: Villa Hügel Statistik:
- Grounds: 1.371 (heute 1 neuer; diese Saison: 216 neue)
- Sportveranstaltungen: 2.387 (heute 1; diese Saison: 275)
- Tageskilometer: 210 (200km Bahn, 10km Rad)
- Saisonkilometer: 54.680 (40.110 Auto/ 8.200 Flugzeug/ 5.020 öffentliche Verkehrsmittel/ 2.260 Fahrrad/ 20 Schiff, Fähre) - Anzahl der Fußballspiele seit dem letzten 0-0: 75 [letzte Serie: 13, Rekordserie: 178]
- Anzahl der Wochen, seit der letzten Woche ohne eine einzige Sportveranstaltung (31.7.-6.8. 2006): 460

W460III: Fußball im Westerwald; Holztribüne in Wissen und 14 reguläre plus 6 aberkannte Tore in Almersbach

SSV Almersbach-Fluterschen ................................ 14
Nistertaler Sportfreunde/ Atzelgift/ Luckenbach II 0
- Datum: Samstag, 23. Mai 2015 – Beginn: 18.00
- Wettbewerb: Kreisliga C Westerwald/ Sieg, Staffel 2 (10. Spielklasse, 5. Amateurliga)
- Ergebnis: 14-0 nach 90 Minuten (44/46); Halbzeitstand: 6-0
- Tore: 1-0 10. Jonannes Enke, 2-0 15. Christian Nöller, 3-0 19. Johannes Enke, 4-0 28. Christian Nöller, 5-0 38. Valentin Rul, 6-0 42. Valentin Rul, 7-0 51. Johannes Enke, 8-0 60. Christian Nöller, 9-0 63. Johannes Enke, 10-0 70. Walter Buchholz, 11-0 72. NN, 12-0 77. Christian Nöller, 13-0 85. Christian Nöller, 14-0 89. Johannes Enke
- Verwarnungen: Christian Nöller (Almersbach)
- Platzverweise: keine
- Spielort: Sportplatz Almersbach (Kap. 1.432, davon 32 Sitzplätze)
- Zuschauer: ca. 75 (keine Gästefans?)
- Unterhaltungswert: 7,0/10 (So ein einseitiges Spiel habe ich noch nie gesehen: eigentlich war das 19:0 und nicht 14:0, aber selbst letzteres war schon schlimm bei 11 gegen 11 und nicht einer einzigen Torchance für den Gast!)

VfB Wissen 1914 ....................................................... 2
SG SV Hundsangen 1926/ SV Obererbach 1988 ... 0
- Datum: Samstag, 23. Mai 2015 – Beginn: 15.30
- Wettbewerb: Bezirksliga Rheinland-Ost (7. Spielklasse, 2. Amateurliga)
- Ergebnis: 2-0 nach 92 Minuten (47/45); Halbzeitstand: 0-0
- Tore: 1-0 49. Cem Cakatay, 2-0 59. Cem Cakatay
- Verwarnungen: Dennis Kohl?, Rüdiger Schulz? (Wissen); Pascal Wagenbach?, Dominic Pistor? (Hundsangen)
- Platzverweise: keine
- Spielort: Dr. Grosse-Sieg-Stadion (Kap. 3.368, davon 368 Sitzplätze)
- Zuschauer: ca. 130 (davon ca. 10 Gästefans)
- Unterhaltungswert: 3,5/10 (Da hat man gemerkt, dass es um nichts mehr ging: das Gekicke war der Liga nicht würdig) VfB Wissen v SG Hundsangen (Dr. Grosse-Sieg-Stadion, Wissen) Photos with English Commentary:
a) Amateur Football, 7th Division: VfB Wissen v SG Hundsangen
b) Amateur Football, 10th Division: SSV Almersbach v Atzelgift II

Am Samstag ging es in den Westerwald/ Sieg-Kreis, da ich auf ein interessantes Stadion aufmerksam geworden war. Das Dr. Grosse-Sieg-Stadion in Wissen hat eine tolle Holztribüne in blau-weiß mit sechs Reihen weißen Bänken und weißen und blauen Balken. Die Gegentribüne ist mit acht Stehstufen aus Beton unspektakulär und die angrenzenden Häuser sind öde, aber die Landschaft drumherum ist sehr schon. Da lohnt es sich schon mal die 4€ Eintritt für Bezirksliga anzulegen.

Leider merkte man in diesem letzten Saisonspiel, dass es weder für den VfB Wissen noch die SG Hundsangen um etwas ging. In einem langweiligen Spiel, in dem beide Teams nur selten andeuteten warum sie im oberen Amateurbereich und nicht in der Kreisklasse spielen, traf Wissen kurz nach der Pause zwei Mal. Es sollte beim 2:0 bleiben. SSV Almersbach-Fluterschen 14:0 SG Atzelgift/ Nistertal/ Luckenbach II Das zweite Spiel war erheblich sehenswerter obwohl drei Klassen tiefer und auf einem ausbautenlosen Sportplatz ausgetragen. Der Sportplatz von Almersbach ist allerdings landschaftisch schön an einem Hang gelegen und von Bäumen umgeben. An einer kleinen Hütte unterhalb des Sportlerheims gab es Verpflegung und selbst hier wurde ein Sprecher bemüht, der die Tore ansagte.

Tore gab es für die überhöhten 2€ auch wenigstens reichlich. Almersbach war bereits in die Kreisliga B aufgestiegen, Atzelgift II (der interessante Ortsname Atzelgift beschreibt übrigens einen Ort an dem eine Amsel schreit) schon in die Kreisliga D (die unterste Spielklasse) abgestiegen. So sah es auch aus auf dem Platz: der Gast hatte in den 90 Minuten nicht eine Torchance, auch wenn sie zwei oder drei Mal im Strafraum waren (zumindest mit einem einzigen Spieler in den Strafraum eindrangen). Almersbach brachte hingegen im Minutentakt Bälle aufs Tor. Nach 10 Minuten fiel der Führungstreffer und bis zur Pause wurde aus allen Lagen getroffen und auf 6:0 erhöht. Ein weiterer Treffer wurde zu Unrecht wegen angeblichen Abseits aberkannt. In der zweiten Hälfte wurde das richtig schlimm, was der Schiri da pfiff: man kann ja bei so einem Leistungsunterschied auch immer im Zweifel für den Unterlegenen pfeifen, aber irgendwo ist auch eine Grenze: insgesamt wurden Almersbach fünf reguläre Tore aberkannt! Fünf! Nur ein weiterer, sechster Treffer, wurde korrekterweise annulliert. Trotz dessen schaffte es Atzelgift nicht mal ansatzweise im einstelligen Bereich zu bleiben: Nach 70 Minuten stand es 10:0 (eigentlich wäre es schon das 14:0 gewesen) und nach 90 Minuten hieß es dann wirklich 14:0 (also bei vernünftiger Schiri-Leistung 19:0). SSV Almersbach-Fluterschen 14:0 SG Atzelgift/ Nistertal/ Luckenbach II Statistik:
- Grounds: 1.370 (heute 2 neue; diese Saison: 215 neue)
- Sportveranstaltungen: 2.386 (heute 2; diese Saison: 274)
- Tageskilometer: 140 (140km Auto)
- Saisonkilometer: 54.470 (40.110 Auto/ 8.200 Flugzeug/ 4.820 öffentliche Verkehrsmittel/ 2.250 Fahrrad/ 20 Schiff, Fähre) - Anzahl der Fußballspiele seit dem letzten 0-0: 75 [letzte Serie: 13, Rekordserie: 178]
- Anzahl der Wochen, seit der letzten Woche ohne eine einzige Sportveranstaltung (31.7.-6.8. 2006): 460

Samstag, 23. Mai 2015

W460II: Tag 3 der Motoball-EM 2015 in Kuppenheim

Frankreich/ France/ Фра́нция .............................. 1
Russland/ Россия / Russie ...................................... 6
- Datum: Freitag, 22. Mai 2015 – Beginn: 20.20
- Wettbewerb: Motoball-Europameisterschaft 2015
- Ergebnis: 2-1 nach 60 Minuten (4x15); Viertelergebnisse: 1-0, 1-0, 0-1, 0-0
- Tore: 0-1 4. Ivan Krishtopa, 0:2 29. Ivan Krishtopa, 1-2 30. Romain Flandin, 1-3 31. Ivan Krishtopa, 1-4 38. Ivan Krishtopa, 1-5 50. Vladimir Sosnitskij, 1-6 60. Nikita Semin
- Grüne Karten (2 Minuten): NN, NN (Frankreich); Nr. 5 (Russland)
- Gelbe Karten (5 Minuten): keine
- Rote Karten (Platzverweise): keine
- Spielort: Motoball-Stadion Kuppenheim, Eichet-Straße/ Industriegebiet Nord (Kap. 3.000, davon 300 Sitzplätze)
- Zuschauer: ca. 1.500 (überwiegend Deutsche, aber auch mehrere Dutzend Russen und Franzosen)
- Unterhaltungswert: 8,0/10 (Erneut ein hervorragendes Spiel der Russen)

Deutschland/ Duitsland .......................................... 2
Niederlande/ Nederland .......................................... 1
- Datum: Freitag, 22. Mai 2015 – Beginn: 18.30
- Wettbewerb: Motoball-Europameisterschaft 2015
- Ergebnis: 2-1 nach 60 Minuten (4x15); Viertelergebnisse: 1-0, 1-0, 0-1, 0-0
- Tore: 1-0 8. Andre Retich, 2-0 20. Andre Retich, 2-1 32. Nick Evers
- Grüne Karten (2 Minuten): Andre Retich, Nr. 5 (Deutschland)
- Gelbe Karten (5 Minuten): keine
- Rote Karten (Platzverweise): keine
- Spielort: Motoball-Stadion Kuppenheim, Eichet-Straße/ Industriegebiet Nord (Kap. 3.000, davon 300 Sitzplätze)
- Zuschauer: ca. 1.800 (überwiegend Deutsche und aber auch 100-150 Niederländer)
- Unterhaltungswert: 8,0/10 (Sehr gutes und spannendes Spiel auf Augenhöhe)

Frankreich/ France/ Фра́нцыя.............................. 5
Weißrussland/ Biélorussie/ Беларусь .................... 2
- Datum: Freitag, 22. Mai 2015 – Beginn: 16.50
- Wettbewerb: Motoball-Europameisterschaft 2015
- Ergebnis: 5-2 nach 60 Minuten (4x15); Viertelergebnisse: 2-0, 1-0, 1-0, 1-2
- Tore: 1-0 5. Olivier Bongeot, 2:0 15. Olivier Bongeot, 3-0 27. Loic Morelli, 4-0 34. Yann Compain, 5-0 46. Luis Margnin, 5-1 48. Sergej Kuprijantschik, 5-2 59. Sergej Kuprijantschik
- Grüne Karten (2 Minuten): Nr. 2, 3, 4, 9 (Frankreich); Nr. 8 (Weißrussland)
- Gelbe Karten (5 Minuten): Nr. 4 (Frankreich); Nr. 8 (Weißrussland)
- Rote Karten (Platzverweise): keine
- Spielort: Motoball-Stadion Kuppenheim, Eichet-Straße/ Industriegebiet Nord (Kap. 3.000, davon 300 Sitzplätze)
- Zuschauer: ca. 700 (ein paar Dutzend Franzosen, ein paar wenige Weißrussen und weit überwiegend Deutsche)
- Unterhaltungswert: 7,0/10 (Wirklich gutes Spiel, v.a. vonseiten der Franzosen)

Russland/ Россия / Rusija .................................... 12
Litauen/ Lietuva/ Литва́ ........................................ 0
- Datum: Freitag, 22. Mai 2015 – Beginn: 15.10
- Wettbewerb: Motoball-Europameisterschaft 2015
- Ergebnis: 12-0 nach 60 Minuten (4x15); Viertelergebnisse: 3-0, 2-0, 2-0, 5-0
- Tore: 1-0 5. Anton Gusev, 2-0 7. Genaddii Mitc, 3-0 11. Ivan Krishtopa, 4-21. Sergey Kroshka, 5-0 25. Sergey Kroshka, 6-0 33. Anton Gusarev, 7-0 44. Roman Detsina, 8-0 51. Anton Gusarev, 9-0 52. Nikita Semin, 10-0 53. Genaddii Mitc, 11-0 54. Sergey Kroshka, 12-0 55. Sergey Kroshka
- Grüne Karten (2 Minuten): keine?
- Gelbe Karten (5 Minuten): keine
- Rote Karten (Platzverweise): keine
- Spielort: Motoball-Stadion Kuppenheim, Eichet-Straße/ Industriegebiet Nord (Kap. 3.000, davon 300 Sitzplätze)
- Zuschauer: ca. 400 (einige Dutzend Russen, ein paar Litauer und weit überwiegend Deutsche)
- Unterhaltungswert: 8,0/10 (Absolutes Weltklasse-Motoball der Russen, die Litauer leider nach zwei guten Spielen an den Vortagen heute ganz schwach und überfordert) Motoball (motorcycle football): European Championship in Kuppenheim, Germany Photos with English Commentary:
European Championship in Motorcycle-Football/ Motoball: Russia v Lithuania, France v Belarus, Germany v The Netherlands, France v Russia (at Kuppenheim, Germany)

Video:
European Championship in Motorcycle-Football/ Motoball: France v Russia (at Kuppenheim, Germany)

Von Mittwoch bis Pfingstmontag läuft nach einem Jahr Abstinenz (die EM 2014 in Russland wurde abgesagt, da weder Deutschland noch Niederlande oder Frankreich bereit waren durch Kriegsgebiet in der Ukraine oder mit Visaabzocke und Umweg via Weißrussland oder noch längerem Umweg über Türkei und Georgien oder gar ganz teuer mit Flugzeug nach Süd-Russland zu reisen) wieder die alljährliche Europameisterschaft im Motoball. Diese Europameisterschaft ist auch gleichzeitig Weltmeisterschaft, da es zwar teilweise auch außerhalb Europas Motoballwettkämpfe, teils mit adaptierten Regeln wenn z.B. nur nichtgenormte Maschinen oder normale Fußbälle zur Verfügung stehen, gibt, aber eben keine Nationalmannschaften. Welche Nationalteams an dieser jährlichen Top-Veranstaltung teilnehmen hängt von nicht nur von Lust und Laune bzw. Fitness der Spieler ab, sondern auch von Reisekasse und mitunter sogar politischer Lage. Eine Qualifikationsrunde oder dergleichen gibt es somit nicht. Feste Größen sind eigentlich auch nur fünf: Serienmeister Russland (wo Motoball auch noch vor Frankreich und Deutschland am populärsten und verbreitetsten ist), Titelverteidiger Deutschland, Erfinderland Frankreich, sowie Weißrussland und die Niederlande (obwohl die Nationalmannschaft dort eigentlich deckungsgleich mit einem Club aus Budel bei Eindhoven ist). Mittlerweile ist auch Litauen fast immer dabei obwohl sie ja auch nur aus zwei, drei Teams ihre Spieler für die Nationalmannschaft zusammenstellen können, während Lettland wohl aus Leistungsgründen nicht mehr ihre Truppe zu EMs schickt. Die litauischen und lettischen Teams spielen übrigens neben regionalen Meisterschaften auch überregional gegen weißrussische und russische Teams. Bei einem erneuten Aufenthalt im Baltikum muss ich mir das mal angucken, v.a. wenn es im Stadion von Riga, was sich in einem berüchtigten Waldstück befindet, ausgetragen wird...

Ansonsten gibt es noch Motoball in Aserbaidschan (die haben aber wohl nur 2010 mal ein Nationalteam entsandt das abgeschlagen Letzter wurde) und in der Ukraine – aber die stellt wohl erstmal keine Nationalmannschaft, da bis auf Kam'yanets'-Podil's'kyi und Voznesens'k alle Teams aus der Donbaz-Region stammen, die ja bekanntlich von Russland annektiert wurde. Und logischerweise veranstaltet man in einem Kriegsgebiet weniger aus Gründen der Gefahr, sondern mehr aus Gründen der Treibstoffknappheit, ohnehin keine Motorsportveranstaltungen. Allerdings spielte zumindest letztes Jahr ganz kommentarlos ein Team aus der Nähe von Donezk in der 1. russischen Liga mit: siehe Motoball Vidnoe. Mal im Vergleich dazu die Tabelle von 2013: ebenfalls auf Motoball Vidnoe.  Der der kyrillischen Schrift mächtige Leser wird jetzt vielleicht festgestellt haben, dass sich v.a. im Kaukasus alles ballt was Motoball in Russland spielt. Es gibt noch irgendwelche regional aktive Amateur-/ Freizeitteams neben den ganzen semi-professionellen Clubs aus Krasnodar (u.a. der neu in die 1. Liga aufgestiegenen Abteilung des Mehrspartenvereins Zarya, der international für deren Handballabteilung bekannt ist), die im Nordkaukasus aktiv sind. Zu diesen regional auftretenden Clubs zählen wohl auch diverse Katschmaukenklubs aus Dagestan, Karbadino-Balkarien, Agydea (vor dem Völkermord durch die Russen an den Tscherkessen war das die Heimat der Tscherkessen) und Tschetschenien. Seit ein paar Saisons haben auch die Tschetschenen ein Halbprofiteams, das im kleinen Kaff Naurskaya ein Stadion am südlichen Stadtrand (sponsored by Kadirow oder was?) hat. Im Zusammenhang mit diesen ganz Clubs in teils semi-autonomen Regionen der ehemaligen Sowjetunion kann ich es übrigens nicht lassen, diese gelungene Satire einmal zu verlinken: "Postillon zu Referendum für Tschetschenen/ Inguschen/ Dagestaner" - aber dann kommen wir auch mal zur Beschreibung der Spiele. Motoball (motorcycle football): European Championship in Kuppenheim, Germany Heute kosteten alle Tagestickets nur 10€ (am Finaltag Pfingstmontag werden dann 18 fällig) und zum ersten Spiel fanden sich auch nur ein paar Hundert Leute ein. Russland traf auf Litauen und der 35malige Meister zeigte hier eindrucksvoll sein Können: auf engstem Raum wurde die Fahrrichtung gewechselt, in jeden Pass der Litauer hineingefahren, die klar unterlegenen Balten vom Torschuss abgehalten und vorne trotz einiger vergebener Chancen (teils Latten- und Pfostentreffern) Tor um Tor erzielt. Vor allem im vierten Viertel zog Russland gnadenlos von dannen. Das 12:0 war noch recht niedrig, da Litauen bei diesem Spiel auch überhaupt nichts zeigte und einen schwachen Torwart hatte. Mit dieser Leistung der Russen dürfte es den Deutschen auch kaum möglich sein am Turnierfavoriten vorbeizukommen. Motoball (motorcycle football): European Championship in Kuppenheim, Germany Die EM wird seit 1964 ausgetragen und erstmals fand sie im Erfinderland Frankreich (Motoball wurde da je nach Quellen wohl nach dem 1. Weltkrieg vom Militär erfunden, u.a. da damals Motoräder im Heer z.B. für Botendienste an der Front eine große Rolle spielten und daher Geschicklichkeitsübungen mit den Maschinen, so auch Fußball damit zu spielen, als Training gefragt war) statt und wurde damals auch von den Franzosen gewonnen. Mit insgesamt 7 Titeln ist Frankreich nach wie vor die zweiterfolgreichste Mannschaft – Deutschland gewann sechs Mal.

Frankreich wird aber auch dieses Jahr kaum eine Chance auf den Titel haben, doch mit dem Sieg gegen Weißrussland machten sie den Einzug ins Halbfinale perfekt. In einem wirklich guten Spiel ließ Frankreich nichts anbrennen und legte zur Pause auf 3:0 vor. Nach dem Seitenwechsel zogen sie weiter davon: 5-0. Erst in teilweise zweifacher Unterzahl, da die niederländischen Schiedsrichter ziemlich mit Karten und Zeitstrafen um sich warfen, kassierten sie zwei Tore in der Schlussphase. Motoball (motorcycle football): European Championship in Kuppenheim, Germany Im dritten Spiel traf der Gastgeber auf die Niederlande. Mittlerweile hatten sich rund 1.800 Zuschauer eingefunden, wobei das immer noch viel zu wenige waren: für diesen tollen Sport sind schon 3.000 das Maximum an Rekordkulisse in Deutschland – mehr gehen offiziell auch in das kleine Stadion nicht rein, sodass ein Besucherrekord wie in Russland (20.000 oder 25.000 soll dieser gewesen sein, 1.800 ist in Liga 1 dort unterer Durchschnitt) nicht möglich sein wird. Das Spiel war technisch hervorragend und auch die unterlegenen Niederländer zeigten wirklich guten Motoball. Deutschland zeigte eine geschlossen starke Teamleistung und ging vor der Pause mit 2:0 in Führung. Die deutschen Spiele sind irgendwie immer torärmer als die der anderen Teams, so schaffte es die deutsche Mannschaft auch nicht noch einmal zu treffen nach der Pause. Nur die Niederländer erzielten noch ein Tor: sie verkürzten auf den 1:2 Endstand. Motoball (motorcycle football): European Championship in Kuppenheim, Germany Das letzte Spiel des Tages sah dann wieder 7 Tore: Russland ging in einem tollen Spiel schnell in Führung, doch Frankreich nutzte die teilweise übertrieben hart geführten Zweikämpfe der Russen aus und verwandelte einen Elfmeter zum 2:1 Anschlusstreffer. Sofort nach dem Seitenwechsel schlängelte sich ein Russe bei hoher Geschwindigkeit durch die Abwehrreihen der Franzosen und zog zum 1:3 ab. Bis zum Ende der Partie erzielte der Favorit auch noch drei weitere Treffer, die den Leistungsunterschied verdeutlichten.

Zu den Finalspielen werde ich nicht noch mal nach Kuppenheim runter fahren, aber ab Juni wird es bis Oktober mindestens einmal im Monat in diesem Blog Berichte vom Motoball geben. Es fehlen noch ein paar Bundesligateams aus der Karlsruher Ecke: Durmersheim z.B. und in den Niederlanden (Budel) ist man ja auch schnell. Zudem will ich auch noch gleich den Motoball-Länderpunkt Frankreich machen: Voujeaucourt ist noch am nächsten gelegen von den französischen Motoball-Orten und praktischerweise sind die gerade Tabellenführer... Und nächstes Jahr ist natürlich die EM 2016 ein Anlaufpunkt: schade, dass sie nicht in Lettland oder Litauen ist (oder Weißrussland: wäre ja mal ein Grund für das teure Visum in diese zurückgebliebene Diktatur zu fahren) – aber da sie in den Niederlanden ausgetragen wird, ist der Weg nicht so weit... Motoball (motorcycle football): European Championship in Kuppenheim, Germany Statistik:
- Grounds: 1.368 (heute 0 neue; diese Saison: 213 neue)
- Sportveranstaltungen: 2.384 (heute 4; diese Saison: 272)
- Tageskilometer: 600 (600km Auto)
- Saisonkilometer: 54.330 (39.970 Auto/ 8.200 Flugzeug/ 4.820 öffentliche Verkehrsmittel/ 2.250 Fahrrad/ 20 Schiff, Fähre) - Anzahl der Fußballspiele seit dem letzten 0-0: 73 [letzte Serie: 13, Rekordserie: 178]
- Anzahl der Wochen, seit der letzten Woche ohne eine einzige Sportveranstaltung (31.7.-6.8. 2006): 460

Donnerstag, 21. Mai 2015

W460I: Wasserball in Bonn – Favoritensieg nach mühsamer erster Hälfte

Schwimm- und Sportfreunde Bonn 1905 ............ 13 
Stolberger Schwimmverein II ................................ 7 
- Datum: Donnerstag, 23. April 2015 – Beginn: 20.30 
- Wettbewerb: Mittelrheinliga (5. Spielklasse im Wasserball) 
- Ergebnis: 13-7 nach 32 Minuten (4x8); Viertelstände: 2-1, 1-3, 4-2, 6-1 
- Tore: NN 
- Strafen: NN 
- Spielort: Schwimmbad im Sportpark Nord (Kap. 100, davon 50 Sitzplätze) 
- Zuschauer: ca. 4 (keine Gästefans) 
- Unterhaltungswert: 7,0/10 (Bis zur 28. Minute ein unerwartet spannendes Spiel, bis zum Schluss auch gut) SSV Bonn 13:7 SV Stolberg II Photos with English Commentary:
Water Polo: SSV Bonn v SV Stolberg Reserves

Kurzentschlossen ging ich nach der Uni am Donnerstagabend noch zum Wasserball: die Bonner Mannschaft steht vor dem Aufstieg, jedoch meinte der Schiedsrichter, dass mehrere Spieler den Verein verlassen würden und es keinen Nachwuchs gebe. Aber so sicher wie der (sportliche) Aufstieg der Bonner in die Verbandsliga scheint, so scheint auch der (sportliche) Abstieg der Stolberger Reserve in die Kreisliga.

Den Kräfteverhältnissen entsprechend startete dieses Spiel, das vor nur zwei, drei Spielerfreundinnen oder so und mir stattfand, mit einem Bonner Treffer nach nur 44 Sekunden. Nach viereinhalb Minuten legte der Gastgeber nach, kassierte dann aber einen Treffer kurz vorm Ende des ersten Viertels und baute nach dem frühen 3:1 im zweiten Viertel ab. Stolberg hatte von der 10. bis zur 15. Minute richtig Aufwind und ging 3:4 in Führung.

Auch das dritte Viertel war noch recht ausgeglichen. Bonn drehte die Partie auf 5:4 innerhalb von zwei Minuten, kassierte dann aber den Ausgleich und geriet erneut in Rückstand. Ab der 22. Minute rissen sie jedoch die Führung dauerhaft an sich. 7:6 zur letzten Pause. Nach dem schnellen 8:6 noch ein kurzes Gegenstemmen der Stolberger, doch ab der 28. Minute beim Stand von 10:7 war die Partie entschieden. Bonn gewann am Ende mit 13:7. SSV Bonn 13:7 SV Stolberg II Statistik:
- Grounds: 1.368 (heute 0 neue; diese Saison: 213 neue)
- Sportveranstaltungen: 2.380 (heute 1; diese Saison: 268)
- Tageskilometer: - (-)
- Saisonkilometer: 53.730 (38.370 Auto/ 8.200 Flugzeug/ 4.820 öffentliche Verkehrsmittel/ 2.250 Fahrrad/ 20 Schiff, Fähre) - Anzahl der Fußballspiele seit dem letzten 0-0: 73 [letzte Serie: 13, Rekordserie: 178]
- Anzahl der Wochen, seit der letzten Woche ohne eine einzige Sportveranstaltung (31.7.-6.8. 2006): 460

Montag, 18. Mai 2015

W459IV: Radball und Fußball in Nordhessen

5er Radball Oberliga Hessen, Turnier in Baunatal
- Datum: Sonntag, 17. Mai 2015 – Beginn: 10.00
- Wettbewerb: 5er Radball Oberliga Hessen (Hessische Meisterschaft im 5er Radball, Turnier 1 in Baunatal)
- Ergebnisse: GSV Baunatal I 4:3 GSV Baunatal II, RSG 1898 Ginsheim II 2:3 RSG 1898 Ginsheim III, RV Wanderlust Naurod II 0:6 RC03 Worfelden I, Baunatal I 3:1 Ginsheim III, Baunatal II 2:1 Naurod II, Ginsheim II 0:5 Worfelden I, Ginsheim III 5:4 Baunatal II
- Spielort: Langenbergsporthalle (Baunatal-Großenritte; Kap. 150, davon 50 Sitzplätze)
- Zuschauer: ca. 20 (überwiegend aus Baunatal)
- Unterhaltungswert: 6,5/10 (Nicht so dynamisch wie das verbreitetere 2er-Radball, aber Radball ist immer gut!)

FC Edermünde ......................................................... 0
FSG Efze 2004 .......................................................... 1
- Datum: Sonntag, 17. Mai 2015 – Beginn: 15.00
- Wettbewerb: Kreisoberliga Schwalm-Eder (8. Spielklasse, 4. Amateurliga)
- Ergebnis: 0-1 nach 93 Minuten (46/47); Halbzeitstand: 0-1
- Tor: 0-1 22. Andre Johannes Strippel
- Verwarnungen: keine
- Platzverweise: keine
- Spielort: Sportplatz Holzhausen am Hahn (Edermünde-Holzhausen; Kap. 1.200 Stehplätze)
- Zuschauer: ca. 220 (davon ca. 15 Gästefans)
- Unterhaltungswert: 5,0/10 (Durchschnittsspiel mit überraschendem Ausgang) 5-a-side cycle ball in Baunatal Photos with English Commentary:
a) 5-A-Side Cycle Ball: Tournament in Baunatal
b) Amateur Football: FC Edermünde v FSG Efze
c) Northern Hesse: Riede, Züschen, Bad Wildungen, Hessenstein, Frankenberg/ E., Battenberg/ E.

Wie schon letzten Sonntag ging es diesen Sonntag nach Nordhessen. Zuerst über die Autobahn bis Baunatal und dort in den Ortsteil Großenritte, wo neben einem recht idyllischen Stadion mit kleiner Tribüne eine interessante moderne Sporthalle steht. Diese sieht von außen nicht mal wie eine Sporthalle aus, innen sieht man warum sie so seltsam geformt ist: es befindet sich eine 50m Leichtathletikanlage darin und die Ballsporthalle ist abgetrennt davon. Diese Ballsporthalle hat eine Glasfront die einen Blick in die nordhessische Berglandschaft ermöglicht, aber leider auch eine misslungene Obertribüne mit sehr schlechten Sitzen und zu hoher Brüstung.

Bei freiem Eintritt und moderaten Preisen bei der Verpflegung lud der GSV Baunatal zum Turnier der hessischen 5er-Radball-Oberliga. Normalerweise wird Radball auf einem sehr kleinen Feld 2 gegen 2 auf 2x2m kleine Tore gespielt, doch es gibt auch eine Open-Air-Variante auf Fußballrasen mit 6 Spielern (Kleinfeld und Kleinfeldtore) und eben diese Indoor-Variante auf einem Handballfeld mit Handballtoren und eben fünf Spielern, darunter einen festen Torwart. Als Nachteil dieser Variante zum normalen (2er-)Radball stellte sich schnell heraus, dass das Spiel keineswegs schneller wird und auch die Anzahl spektakulärer Szenen v.a. bei Eckstößen sehr viel geringer ist als beim 2er. Einzig positiv auffällig im Vergleich zum 2er: es gibt viele Kopfbälle und auch Kopfballtore und natürlich sind Flankenbälle über das ganze Feld sehr spektakulär.

Das erste der sieben Turnierspiele fand zwischen den Gastgebern statt. Die I. von Baunatal entschied erst kurz vor Schluss die Partie gegen die II. – v.a. durch den einzigen der drei 7m des Turniers, der verwandelt wurde – mit 4:3 für sich. Dann trafen die beiden Ginsheimer Teams – die Zweite und die Dritte – im schlechtesten Spiel des Turniers aufeinander, wobei die Dritte 0:3 in Führung ging und am Ende noch knapp mit 2:3 gewann. Deutlich besser als die beiden vereinsinternen Vergleiche war das Spiel zwischen Naurod und Worfelden, doch die Worfeldener waren schon sehr überlegen und gewannen mit 6:0. Baunatal I schlug Ginsheim III in einem der beiden wirklich guten Spiele mit 3:1, u.a. trafen sie nach einem Abpraller vom Pfosten mit einer Direktabnahme unter die Latte. Baunatal II tat sich dann gegen die sehr schwache Mannschaft aus Naurod schwer und gewann nach Rückstand mit 2:1. Worfelden ließ auch Ginsheim II mit einem 5:0 (darunter ein Schuss aus 22m der per Kopf aus 2m Entfernung ins Tor verlängert wurde) keine Chance – natürlich hatte Worfelden heute auch nur schwächere Gegner, aber so konsequent wie die Worfeldener spielen, könnten sie trotzdem ein Favorit auf den Oberligatitel im 5er-Radball sein. Nur wie sie sich dann gegen Teams aus anderen Bundesländern schlagen, ist unklar: die besten 5er Teams sind wohl aus Baden-Württemberg. Das letzte Spiel gewann schließlich Ginsheim III spektakulär gegen Baunatal II: Nach einem 3:0 schien alles gelaufen, doch nach der Pause kam Baunatal zurück und verlor dann unglücklich mit 5:4. 5-a-side cycle ball in Baunatal In einer Spielpause hatte ich bei fussball.de noch eine Paarung im nahegelegenen Holzhausen am Hahn, einem Ortsteil von Edermünde, gefunden. Dort trafen in der Kreisoberliga zwei Spielgemeinschaft, die je mindestens vier Dörfer in sich vereinen, aufeinander: FC Edermünde spielte gegen FSG Efze. Der Platz war erwartungsgemäß landschaftlich schön: ein kleines Stadion mit zwei Stehstufen und Vereinsheim unterhalb eines bewaldeten Berges mit Blick in die nahegelegene Hügellandschaft mit grünen Waldstücke, gelben Rapsfeldern und weißen Dorfhäusern mit roten Ziegeln.

Enttäuschend war eher das mittelmäßige Spiel: der gut platzierte Gastgeber versagte auf ganzer Linie gegen einen Abstiegskandidaten der in 22 Spieltagen eindrucksvolle 12 Platzverweise gesammelt hatte, aber heute nicht eine gelbe Karte sah. Denn sie hatten keinen Grund hohlzudrehen: nach einem Schuss ins Eck stand es 0:1 und von da an vergab Edermünde diverse Chance, u.a. zwei Lattentreffer, ohne aber wirklich in Reichweite eines standesgemäßen Ergebnisses zu kommen. Efze gewann verdient mit 0:1. FC Edermünde v FSG Efze 04 (Sportplatz Holzhausen am Hahn) Der Rückweg nach Bonn erfolgte wie immer bei dieser Gegend per Landstraßen. Im Norden Hessens besichtigte ich auch noch einige Sachen. So gibt es in Riede ein Schloss und eine ältere Kirche, in Züschen ein ca. 6.000 Jahre altes Großsteingrab, das aufgrund der asozialen Einheimischen seit 1986 aufwendig gesichert ist, in Bad Wildungen wissen Fachwerkhäuser und ein Barockschloss zu gefallen, die historisierende Burg Hessenstein ist die älteste Jugendherberge Hessens und besonders sehenswert war auf meiner Fahrt die Altstadt von Frankenberg an der Eder, die ein herausragendes Fachwerkrathaus mit Schieferziegeln, Figuren und Türmen zu bieten hat. Battenberg/ Eder mit seiner kleinen, landschaftlich sehr schön gelegenen Altstadt war auch noch mal einen Besuch wert. Frankenberg/ Eder Statistik:
- Grounds: 1.368 (heute 2 neue; diese Saison: 213 neue)
- Sportveranstaltungen: 2.379 (heute 2; diese Saison: 267)
- Tageskilometer: 530 (530km Auto)
- Saisonkilometer: 53.730 (38.370 Auto/ 8.200 Flugzeug/ 4.820 öffentliche Verkehrsmittel/ 2.250 Fahrrad/ 20 Schiff, Fähre) - Anzahl der Fußballspiele seit dem letzten 0-0: 73 [letzte Serie: 13, Rekordserie: 178]
- Anzahl der Wochen, seit der letzten Woche ohne eine einzige Sportveranstaltung (31.7.-6.8. 2006): 459

Sonntag, 17. Mai 2015

W459III: Die längste Radtour und das kürzeste Kreisligaspiel

SC Jülich 1910/97 ................................................... 12
Hambacher Spielverein II ....................................... 0
- Datum: Samstag, 16. Mai 2015 – Beginn: 16.00
- Wettbewerb: Kreisliga C Düren, Staffel 2 (10. Spielklasse und unterste Spielklasse, 6. Amateurliga)
- Ergebnis: 12-0 nach 62 Minuten (32/30); Halbzeitstand: 7-0
- Tore: 1-0 2. Sergio Ascione, 2-0 7. Klaus Voike, 3-0 9. Thomas Hoffmann, 4-0 18. Abdallah Farahat, 5-0 21. Michael Hermanns, 6-0 24. Eugen Scherer, 7-0 30. Alfred Gase, 8-0 35. Abdallah Farahat, 9-0 37. Sergio Ascione, 10-0 38. Klaus Voike, 11-0 47. Sergio Ascione, 12-0 49. Giovanni Ascione
- Verwarnungen: keine
- Platzverweise: keine
- Spielort: Karl-Knipprath-Stadion (Kap. 3.000, davon 300 Sitzplätze)
- Zuschauer: ca. 50 (davon ca. 5 Gästefans)
- Unterhaltungswert: 6,5/10 (Ziemlich kurioses und extrem einseitiges Spiel) SC Jülich 10 v Hambacher SV II Photos with English Commentary:
a) Amateur Football: SC Jülich 1910/97 defeat Hambacher Spielverein Reserves
b) Niederrhein Region: Lechenich, Nörvenich, Haus Rath, Hambach, Jülich, Niederzier

Ich hatte sowieso eine lange Radtour geplant, dass diese aber mit 165,8km die längste bisher an einem Tag von mir bewältigte werden sollte, war so nicht geplant. Bei einer Berechnung von knapp 130km hatte ich mit maximal 140 gerechnet. Aber dass die Wegweisung des ADFC auf der gesamten Strecke, sowie man dieses Dreckskaff Bornheim erreicht hat bis nach Jülich hinein, so eine Scheiße ist, hatte ich nicht gedacht. Sowieso würde ich diese Strecke keinem empfehlen: öde Felderlandschaft, hässliche Dörfer, noch hässlichere Städte, kaum historische Sehenswürdigkeiten – und die vorhandenen sind fast alle in Privatbesitz befindliche 0815-Maas-Renaissance-Schlösser; und auch wenn die Bauten nicht so lohnend sind, ich verstehe nicht wieso diesen Wichsern die dort wohnen einer abgeht, wenn die ihr Anwesen komplett von der Öffentlichkeit abschotten. So einen wie den Besitzer von Haus Rath bei Arnoldsweiler sollte man z.B. wirklich enteignen: die Bude sieht auf 500m Entfernung (näher ran geht nicht, da man keinen Blick von der Hauptstraße aus hat) völlig marode aus mit notdürftig gedeckten Dächern: verfallen kann so ein Denkmal auch ruhig als freizugängliche Bauruine, da braucht man keinen Großkotz der dort drin wohnt dafür! In Lechenich gibt es wenigstens noch zwei Stadttore zu sehen neben so einem verrammelten Schloss. In Nörvenich – oh Wunder – ist das genauso geartete Maas-Renaissance-Schloss sogar als Museum genutzt in das man rein darf. In Hambach darf man auch rein, nur sollte man viel Kohle mitbringen bei der gehobenen Gastronomie die sich in diesem besonders hässlichen Maas-Bau angesiedelt hat. In Niederzier sieht das Schloss eins zu eins aus wie das im benachbarten Hambach. Nur Jülich sieht ein bisschen besser aus, denn die Zitadelle hat eindrucksvolle Mauer- und Grabensysteme. Nur wie die Zitadelle innen von einem hässlichen Schulbau verschandelt wird, ist wieder typisch NRW. Genauso, wie die Betonwüste von Innenstadt als „Altstadt“ zu beschildern: aber ein Stadtturm (der ist aber auch sehr eindrucksvoll), eine Kirche und ein Haus das älter als 70 Jahre ist, reichen wohl schon für den Titel Altstadt... SC Jülich 10 v Hambacher SV II Ich kam genau zum Anstoß einer Partie der unterste Spielklasse ins 3.000 Zuschauer fassende Karl-Knipprath-Stadion. Diese größte Sportanlage der Stadt Jülich lohnte auch das Kommen: sechs große, breite Betonstufen auf der Gegentribüne, hinter den Toren viel Grün und ein großes Sportlerheim, und v.a. die Haupttribüne, mit löchrigem Wellblech überdacht und verkleidet, in der Mitte auf den mittlerweile erneuerten Steinstufen schöne alte Kunststoffbänke und einen Sprecherturm bietend, machen richtig etwas daher!

Auch die Bilanz der Heimmannschaft macht etwas daher: 22 Spiele, 22 Siege und 163:5 Tore... Blöd nur, dass das die Bilanz einer ehemaligen Verbandsligamannschaft (in den 90ern noch die 3. Spielklasse) und mehrfachen Amateurmeisters, der nach dem zweiten Bankrott und der Kreisliga C spielt, ist. Mit dem 23. Sieg in Folge machten die Jülicher allerdings heute ihren Aufstieg fest. Kaum war ich auf dem Sportgelände, schon wurde angepfiffen. Kaum holte ich die Kamera aus um ersteinmal die Anlage festzuhalten, köpfte ein Jülicher die 1:0 Führung. Nach neun Minuten stand es bereits 3:0. Dann bemerkte ich, dass der Gast aus Hambach nur zu neunt war. Munter ging das Toreschießen weiter. Die hätten auch tauschen können und mit 9 Jülichern gegen 11 Hambacher kicken können: wäre trotzdem bei diesem Unterschied in Sachen Ballbehandlung, Schusstechnik und Laufen klar an die Jülicher gegangen. Nach 30 Minuten stand es bereits 7:0, wobei kurz darauf der Schiri schon zur Halbzeit bat. Also wenn der Kassenwart in diese Mauschelei der Spieler und des Schiris eigeweiht war, ist er ein dummes Arschloch, für den Kick 2€ zu verlangen. Ist eh unverschämt mehr als 1€ zu verlangen für Kreisliga C – aber wenn man weiß, dass das Spiel nur 2x30 Minuten dauert und nicht wie üblich 2x45 sollte man eigentlich gar nicht kassieren. Wenigstens bekam man Tore, teils auch schöne Distanzschüsse neben den Innenpfosten ins Eck, geboten: nach der Pause gelang Jülich, nach dem 9:0 gegen 8 Hambacher spielend, ein 12:0 Sieg. Die letzten Minuten wurden sogar nur noch 11 gegen 7 ausgespielt, weswegen ich die Schieberei mit der Zeit auch verstehen kann. Andererseits sollte Hambach eigentlich gradestehen dafür, dass die keine wettbewerbsfähige Mannschaft zusammenbekommen haben – und das heißt entweder a) wie asozial: nicht antreten und eine Geldstrafe akzeptieren oder b) wie beherzt: sich in den regulären 2x45 Minuten mit 20:0 oder sowas abschießen lassen. Da hätte Hambach noch viel mehr Respekt von mir bekommen, wenn sie volle 90 Minuten dieses Debakel ausgestanden hätten! Jülich Statistik:
- Grounds: 1.366 (heute 1 neuer; diese Saison: 211 neue)
- Sportveranstaltungen: 2.377 (heute 1; diese Saison: 265)
- Tageskilometer: 170 (170km Rad)
- Saisonkilometer: 53.200 (37.284 Auto/ 8.200 Flugzeug/ 4.820 öffentliche Verkehrsmittel/ 2.250 Fahrrad/ 20 Schiff, Fähre) - Anzahl der Fußballspiele seit dem letzten 0-0: 72 [letzte Serie: 13, Rekordserie: 178]
- Anzahl der Wochen, seit der letzten Woche ohne eine einzige Sportveranstaltung (31.7.-6.8. 2006): 459

Samstag, 16. Mai 2015

W459II: Richtiger Kreisligafußball mit wechselvollem Spielverlauf, Tumulten auf dem Platz und Punktgewinn für den Außenseiter

SV Rhenania Bessenich 1928 .................................. 2
Bliesheimer Ballspiel Club 1921 ............................. 2
- Datum: Freitag, 15. Mai 2015 – Beginn: 19.15
- Wettbewerb: Kreiliga A, Euskirchen (8. Spielklasse, 4. Amateurliga)
- Ergebnis: 2-2 nach 95 Minuten (45/50); Halbzeitstand: 0-0
- Tore: 0-1 53. Lars Schog, 1-1 57. Dominik Stommel, 2-1 70. Murat Poliku (Foulelfmeter), 2-2 87. Odilon Pembele
- Verwarnungen: Nareashan Jeyasegaran, Helge Hohl, Murat Poliku, Leon Wolf (Bessenich); TW Philipp Hermann, Daniel Ohrem, NN (Bliesheim)
- Platzverweise: keine
- Spielort: Sportplatz Bessenich (Kap. 500 Stehplätze)
- Zuschauer: ca. 50 (davon ca. 10 Gästefans)
- Unterhaltungswert: 7,5/10 (Gutes und sehr packendes Spiel!) Rhenania Bessenich v BC Bliesheim 
Photos with English Commentary:
a) Amateur Football: Rhenania Bessenich v BC Bliesheim
b) Rureifel: Palaces of Veynau, Satzvey, Firmenich and Hausen; Castles of Nideggen, Heimbach; Churches & Landscape at Schwerfen, Eppenich, Vlatten, Wollesheim

Zum ersten Mal in diesem Semester – und das Sommersemester läuft schon seit mehr als 6 Wochen – habe ich mal die Bahn nutzen können. Eine schlecht konzipierte, teils mit beschädigten Sitzen ausgestattete S-Bahn brachte mich mit dutzenden Zwischenhalten nach Euskirchen. Von da ging es mit dem Fahrrad weiter. Zuerst nach Wisskirchen, wo am Ortsrand nahe der Autobahnauffahrt eine ansehnliche aber leider in Privatbesitz befindliche Wasserburg (Burg Veynau) steht. Im benachbarten Satzvey steht eine berühmte Wasserburg, die aber sehr kitschig und unecht wirkt. Etliche Helfer und Schausteller begannen schon, ihre Stände für das nächste Woche stattfindende Ritterfest aufzubauen. In Firmenich verfällt eine Wasserburg vor sich hin. Ab Firmenichs Nachbardorf Schwerfen wird die Landschaft schöner: nicht nur Ebenen mit Rapsfeldern, sondern endlich auch die Ausläufer der Eifel. Ein paar kuriose Bauwerke aus dem frühen 20. Jahrhundert finden sich in Vlatten. Ab da geht es dann richtig hoch. In der Eifel gibt es dann auch richtigen Burgen, so die Burg in Heimbach, die eine Kunstgalerie in der auch gerade Bildhauer übten, beherbergt. Die auf einem Bergsporn gelegene Burg kann außer in der Galerie kostenlos besichtigt werden (sogar der Bergfried steht offen). Misslungen ist nur wie so oft das Ausflugsrestaurant: schweineteuer und ein hässliches Betonkonstrukt. In Hausen steht wieder ein befestigter Gutshof (hinter einer Kirche mit Basketballplatz). In Nideggen hingegen thront eine richtige Burgruine mit Bergfried, Ecktürmen und Palas oberhalb des Ortes, der außerdem noch mehrere Stadttore und eine Kirche zu bieten hat. Gleich zwei Kirchen hat Wollesheim zu bieten. Zülpich hatte ich vor kurzem ja schon einmal besucht, sodass ich hier v.a. Essen ging, ehe ich zum Fußball ins benachbarte Bessenich weiterfuhr. Nideggen 
Bessenich ist ein sehr hässliches Kaff mit einem gesichtslosen Fußballplatz ohne Ausbauten und Besonderheiten am Rande der Ansiedlung. Den besten Blick auf den Platz hat man an einigen Stellen des Dammweges. Der befindet sich allerdings außerhalb des Vereinsgeländes, sodass es wohl ganz gut war, dass der Kassenwart weder mich noch den einen Radfahrer aus Bliesheim bemerkte – nicht dass es heißt, man würde einem kleinen Verein nicht seinen (meist völlig überzogene 3€ betragenden) Obolus gönnen...

Das Spiel war dann sehr viel besser als der Platz. Auch wenn es bei Halbzeit noch 0:0 stand wurde schon einiges an Offensivaktionen geboten. In der zweiten Hälfte köpfte der Favorit aus Bliesheim (Tabellenzweiter) den Ball ins Netz zum 0:1. Doch kurz darauf glich Bessenich mit einem direkt verwandelten 20m-Freistoß aufs kurze Eck aus. Nur wenig später wiederum vergab Bliesheim eine gute Freistoßgelegenheit, Bessenich konterte und holte einen Elfer heraus, der gegen die Sprungrichtung des Gästekeepers mit viel Glück mittig versenkt wurde. Erst drei Minuten vor Ende der regulären Spielzeit gelang Bliesheim mit einem souverän abgeschlossenen Querpass im Strafraum der Ausgleich. Die Nachspielzeit war allerdings reichliche fünf Minuten, da es bei diesem von Beginn an recht emotionalen Spiel noch zu zwei Rudelbildungen kam, zuerst nach einem Bliesheimer Foul und wohl einem Nachtreten eines Bessenichers, der daraufhin wohl geschlagen wurde – bei dem Durcheinander war das auf 50m Entfernung schwer erkennbar; dem Schiri erging es auf nur 5m Entfernung nicht besser, aber besonders souverän war er ohnehin nicht. In der Nachspielzeit ging es noch mal rund: alle Bliesheimer samt Torwart vorne im Heimstrafraum und wildes Getrete um den Ball – gegnerische Beine wurden da häufiger getroffen als der Ball; das Tor traf dann erstrecht niemand mehr. 2:2 also der verdiente und überraschende Endstand!

Ich fuhr mit dem Rad wieder bis Euskirchen zurück und dann weiter mit der Bahn bis Bonn. Rhenania Bessenich v BC Bliesheim 
Statistik:
- Grounds: 1.365 (heute 1 neuer; diese Saison: 210 neue)
- Sportveranstaltungen: 2.376 (heute 1; diese Saison: 264)
- Tageskilometer: 150 (90km Rad, 60km Bahn)
- Saisonkilometer: 53.030 (37.284 Auto/ 8.200 Flugzeug/ 4.820 öffentliche Verkehrsmittel/ 2.080 Fahrrad/ 20 Schiff, Fähre) - Anzahl der Fußballspiele seit dem letzten 0-0: 71 [letzte Serie: 13, Rekordserie: 178]
- Anzahl der Wochen, seit der letzten Woche ohne eine einzige Sportveranstaltung (31.7.-6.8. 2006): 459

Donnerstag, 14. Mai 2015

W459I: Keine Überraschung beim Pokalfinale an Christi Himmelfahrt

Bonner SC 1901/ 04 .................................................. 1
FC Viktoria Köln ...................................................... 4
- Datum: Donnerstag, 14. Mai 2015 – Beginn: 14.00
- Wettbewerb: Finale des Verbandspokals Mittelrhein (sogenannter „Bitburger-Pokal”, Bonn = Mittelrheinliga; 5. Liga, 1. Amateurliga/ Köln = Regionalliga West; 4. Liga, Halbprofiliga)
- Ergebnis: 1-4 nach 94 Minuten (46/48); Halbzeitstand: 1-2
- Tore: 0-1 9. Timo Staffeldt, 1-1 19. Rachid Eckert, 1-2 23. Tim Väyrynen, 1-3 72. Silvio Pagano, 1-4 93. Andreas Schäfer
- Verwarnungen: Lucas Musculus (Bonn); Lukas Nottbeck (Köln)
- Platzverweise: keine
- Spielort: Stadion im Sportpark Nord/ Stadion Bonn (Kap. 10.164, davon 2.628 Sitzplätze)
- Zuschauer: ca. 7.500 (davon 6.193 Zahlende und ca. 1.500 Viktoria-Fans)
- Unterhaltungswert: 7,0/10 (Gutes, schnelles und bis zum 1:3 auch spannendes Spiel vor großer aber nicht unbedingt stimmungsvoller Kulisse) Bonner SC v Viktoria Köln 1:4 
Photos with English Commentary:
Mittelrhein Regional Cup Final: Bonner SC lost to Viktoria Köln at Sportpark Nord (Bonn)

Letztes Jahr kurz nach Christi Himmelfahrt/Männertag hatte ich Rama, einer guten Freundin aus Syrien die in Halle studiert und die dort typischen Szenen zu Christi Himmelfahrt bzw. dem Männertag gesehen hatte, erklärt, dass dieser 40. Tag nach Ostern ursprünglich ein christlicher Feiertag (derselbe, eher weniger bedeutende Feiertag, den sie auch als Muslima von ihren christlichen Freunden aus Syrien kannte) ist, aber seit der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts als Tag für Saufen und Randale (im Arabischen klingen beide Worte sehr ähnlich: „yaum ash-shurb wa ash-sharab) sei. Ich hatte das dabei auf ganz Deutschland bezogen, da ich an Männertagen immer nur im Norden und Osten Deutschlands unterwegs war, wo – wie z.B. im Raum Halle – Saufgelage, Verkehrsgefährdung durch untüchtige Fahrzeuge oder Fahrer, Pissen in aller Öffentlichkeit, Vandalismus, Schlägereien etc. an diesem Tag als normal erachtet werden. Hier im für deutsche Verhältnisse religiös-konservativen Rheinland war aber nicht viel los. Keine besoffenen Asis in Bonn. Weder in der Stadt (abgesehen von denen, die so wie so jeden Tag besoffen am Bahnhof rumhängen) noch beim Fußball! Also meine Beschreibung eines Sauf-und-Krawall-Tages in der gesamtdeutschen Kultur muss ich wohl doch mal überdenken, wenn ich von Ausländern nochmal darauf angesprochen werde... Nicht überdenken werde ich allerdings – v.a. hier im Rheinland nicht – meine zurückhaltende Einstellung zu einem typischen positiven Deutschland-Klischee, das u.a. fast alle Araber haben: Deutsche seien so zuverlässig. In der Realität sind insbesondere Schüler und Studenten oft alles andere als zuverlässig, selbst wenn sie fleißig und leistungsfähig sind. Verspätungen, Verpassen von Verabredungen und mittlerweile auch in großem Maße Arbeitsverweigerung (das aber v.a. bei Arbeitnehmern der Bahn und Post) gehören mittlerweile auch bei Ur-Deutschen zur Normalität. Insbesondere im Rheinland empfinde ich die Unzuverlässigkeit bei Verabredungen sehr auffällig: von geplanten vier Kommilitonen (davon drei Deutsche bzw. zwei Rheinländer) fand sich nur einer zum heutigen Pokalfinale im Sportpark Nord ein: und zwar ich...

Da ich keine Karte hatte und die Bonner zu blöd waren mehr als zwei Kassen zu öffnen, stand ich erstmal 30 Minuten an. Im Vorverkauf waren schon 2.200 Karten abgesetzt worden und am Spieltag gingen noch mal über 5.000 über die Theke. Die Tickets waren ausgesprochen preisgünstig: 8€ Stehplatz, 12€ Sitzplatz und als Student, Rentner usw. zahlte man nur die Hälfte. Ich bekam also für 4€ ein Spiel zwischen dem Zweiten der Mittelrheinliga und dem Zweiten der Regionalliga geboten! Wenn ich daran denke, dass am Vortag in Halle das Landespokalfinale von Sachsen-Anhalt, das mit der Paarung HFC (3. Liga) gegen VfL 96 (5. Liga, Oberliga) keineswegs interessanter war, stieg: dort hätte ich mindestens 9€ und für einen Sitzplatz sogar bis zu 19€ hinlegen müssen (Vollzahler sogar 22€) – ein weiteres Beispiel dafür, dass in NRW viele Dinge doch preisgünstiger sind als im Osten.

Das Stadion füllte sich bis zum Anpfiff zu 75%, was meine Erwartungen übertraf. In jedem Fall handelte es sich bei diesem guten Besuch um einen Zuschauerrekord für das Verbandspokalfinale. Dass in Sachsen-Anhalt z.B. mehr als doppelt so viele zu so einem Spiel kommen, ist etwas anderes. Dass dort außer einer Handvoll Halb-Ultras auch noch andere Zuschauer richtig mitgehen, ebenfalls. Sieht man einmal von ein paar Pöbeleien und Schlägereiandrohungen – teilweise von Rentnern gegen Jugendliche ohne triftigen Grund – ab, war das eine sehr friedliche Atmosphäre.

Was meine Erwartungen noch viel weiter übertraf als die Zuschauerzahl, war das Niveau des Spiels. Zum ersten Mal sah ich von Viktoria Köln keinen hässlichen, beschissenen, langweiligen Anti-Fußball. Kein 0:0 halten, kein 1:0 über die Zeit retten. Der Bonner SC war die eine Klasse schwächer, aber er hielt in der ersten Hälfte gut mit und forderte die Kölner wirklich gut. Nach der schnellen 0:1 Führung glich Bonn in gleicher Form – schneller Angriff nach Eindringen in den Strafraum souverän abgeschlossen – aus. Kurz darauf ging zwar Viktoria wieder 1:2 in Führung durch einen wuchtigen Schuss unters Tordach, aber bis zur Mitte der zweiten Hälfte war das Match spannend. Dann konterte Köln und setzte den Ball ins lange Eck zum 1:3. Die Partie war dann entschieden, aber Bonn hatte nun die offensivste Phase. In der Schlussphase gab es auch endlich mal etwas Stress auf dem Platz, da der Kartenschoner von Schiri ein Handspiel im Viktoria-Strafraum übersah und keinen Elfer gab. Kurz darauf gelangte nach einer Unterbrechung wegen Rudelbildung der Ball in Besitz der Kölner, die einen Konter zum etwas zu hohen 1:4 einnetzten. Der Sieg für die Viktoria, oder wie ein paar Bonner in meiner Ecke so schön meinten „Ficktoria Dich Köln“ (im Dialekt wird hier oft auch noch das V tatsächlich wie ein F gesprochen, was dieses Wortspiel noch passender macht), war aber eindeutig verdient. Schade ist halt nur, dass der Underdog hier keine große Chance hatte, das zweite wichtige Spiel innerhalb kürzester Zeit vergeigte (den Aufstieg in die Regionalliga, in der sie spielerisch wohl auch wenig ausrichten könnten, haben sie letzte Woche so gut wie verspielt) und Viktoria Köln hier den mit der Ausschüttung einer sechsstelligen Summe verbundenen Einzug in den DFB-Pokal schaffte. Bonner SC v Viktoria Köln 1:4 
Statistik:
- Grounds: 1.364 (heute 0 neue; diese Saison: 209 neue)
- Sportveranstaltungen: 2.375 (heute 1; diese Saison: 263)
- Tageskilometer: - (-)
- Saisonkilometer: 52.880 (37.284 Auto/ 8.200 Flugzeug/ 4.760 öffentliche Verkehrsmittel/ 1.990 Fahrrad/ 20 Schiff, Fähre) - Anzahl der Fußballspiele seit dem letzten 0-0: 70 [letzte Serie: 13, Rekordserie: 178]
- Anzahl der Wochen, seit der letzten Woche ohne eine einzige Sportveranstaltung (31.7.-6.8. 2006): 459

Dienstag, 12. Mai 2015

W458VI: Unterklassiger Fußball in der Mitte Deutschlands: Weser Gimte und Diana Ziegenhagen

SG SSV Diana Ziegenhagen/ FV Eintracht
Ermschwerd/ TSV Gertenbach 1899 ..................... 0
VfB 1920 Witzenhausen .......................................... 4
- Datum: Sonntag, 10. Mai 2015 – Beginn: 15.00
- Wettbewerb: Kreisliga C Werra-Meißner-Kreis (11. und unterste Spielklasse, 6. Amateurliga)
- Ergebnis: 0-4 nach 93 Minuten (45/48); Halbzeitstand: 0-2
- Tore: 0-1 4. Mohsen Moradi, 0-2 10. Mohsen Moradi, 0-3 58. Johannes Regenhardt, 0-4 65. Mohsen Moradi
- Verwarnungen: Florian Vogel, Moritz Heidrich (Ziegenhagen); Temesghen Akalu Berkert (Witzenhausen)
- Platzverweise: keine
- Spielort: Waldstadion Heegen (Witzenhausen OT Ziegenhagen; Kap. 550, davon 50 Sitzplätze)
- Zuschauer: ca. 150 (davon ca. 15 Gästefans)
- Unterhaltungswert: 6,5/10 (Sehr gute erste Halbzeit, mittelmäßige zweite Hälfte)

TuSpo Weser-Gimte 1919 II ................................... 6
SG Werratal 2000 (Laubach/ Lippoldshausen/
Hedemünden/ Oberode) III ..................................... 1
- Datum: Sonntag, 10. Mai 2015 – Beginn: 12.30
- Wettbewerb: 2. Kreisklasse Göttingen-Osterode, Gruppe C (10. Spielklasse, 5. Amateurliga)
- Ergebnis: 6-1 nach 90 Minuten (45/45); Halbzeitstand: 2-0
- Tore: 1-0 5. (NN), 2-0 42. (9), 3-0 52. (9), 4-0 58. (14), 4-1 62. NN, 5-1 74. (9), 6-1 86. (13)
- Verwarnungen: 2x Nr. 9, 1x Nr. 7, 16, 45 (alle Werratal)
- Platzverweise: Nr. 9 von Werratal (64. Min. wg. wdh. Foul)
- Spielort: Sportanlage Rattwerder (Hann. Münden; Kap. 1.500, davon 200 Sitzplätze)
- Zuschauer: ca. 25 (davon ca. 3 Gästefans)
- Unterhaltungswert: 5,5/10 (Torreich, aber sonst eher unterm Durchschnitt) TuSpo Weser-Gimte II v SG Werratal III Photos with English Commentary:
a) Football Lower-Saxony: Weser-Gimte Reserves v Werratal Third XI
b) Football Hesse: SG Diana Ziegenhagen/ Erm./Gert. v VfB Witzenhausen
c) Sightseeing Lower-Saxony: Hannoversch Münden Old Town, Laubach Football Ground 
d) Sightseeing Hesse: Burguffeln, Immenhausen, Witzenhausen, Melsungen, Heiligenburg, Felsberg, Altenburg, Wabern, Fritzlar, Ungedanken (Büraberg)

Der Sonntagsausflug in die Mitte Deutschlands ließ sich gut an: in Burguffeln (Hessen) wollte die Pfarrerin grade gehen, schloss mir aber freundlicherweise noch mal die sehenswerte Kirche auf für ein paar Fotos, im benachbarten Immenhausen gab es dann etwas Stadtmauer mit Türmen und eine weitere Kirche zu sehen. In Hannoversch Münden war ich dann im südlichsten Zipfel Niedersachsens und einer der sehenswertesten Städte des Bundeslandes. Nur Lüneburg hat noch spektakulärere Fachwerkhäuser. Dafür liegt Münden an der Weser und vor Bergzügen, was die Lage attraktiver macht. Besonders sehenswert sind außerdem die Stadttürme, das Schloss ist auch OK. Die Gastronomie ist teilweise sehr preisgünstig und schien insgesamt sehr vielfältig zu sein. TuSpo Weser-Gimte II v SG Werratal III
Auf der westlichen Flussseite befindet sich ein sehr schönes Stadion. Der Rattwerder, nach dem diese Sportanlage heißt, ist wohl eine „Ratteninsel“ – in jedem Falle ist das Stadion baulich sehr ungewöhnlich: Tribüne und Vereinsheim in einem, leicht nach innen gebogen, mit tief hängendem Dach, zwei Reihen Sitzschalen, Holztäfelungen, in der Mitte einem Sprecherturm mit Uhr. Das Stadion ist komplett umgeben mit einem Lattenzaun. Von der Tribüne aus überblickt man Spielfeld und die gebirgige Landschaft.

Auf dem gepflegten Rasen entwickelte sich ein mittelmäßiges Spiel mit klaren Vorteilen für den Gastgeber, Weser Gimte II. Die III. Mannschaft aus dem Werratal, einer Spielgemeinschaft der Vereine aus Laubach, Lippoldshausen, Oberode und Hedemünden, geriet schnell in Rückstand, brachte dann kaum einen Angriff aufs gegnerische Tor und kassierte vor der Pause das 2:0. Nach der Pause drehte Weser Gimte teilweise gut auf, ging 4:0 in Führung. Am Ende hieß es, mit einem Mann mehr nach gelb-roter Karte, 6:1. Diana Ziegenhagen v VfB Witzenhausen Es ging gleich weiter zum nächsten Spiel, doch dazu musste wieder das Bundesland gewechselt werden: im Nordzipfel Hessens liegt die Gemeinde Witzenhausen, wo es einen Ort namens Ziegenhagen gibt, der sich auf mehrere grüne Hügel verteilt. Auf einem dieser Hügel hat der SSV Diana Ziegenhagen – ich glaube, das wäre der richtige Verein für meine Bekannte Diana aus Staßfurt... – seinen ausbautenlosen, aber sehr idyllischen, komplett von Bäumen umgebenen und mit etlichen Sitzbänken und Hütten (Essensverkauf sowie Kabinen) versehenen Sportplatz.

Für Diana Ziegenhagen, die in einer Spielgemeinschaft mit Eintracht Ermschwerd und TSV Gertenbach 1899 antreten, ging es ebenso um den Aufstieg aus dieser untersten Spielklasse, wie für den Gast aus dem Hauptort der Gemeinde, dem VfB Witzenhausen. Die Gäste bekamen durch einen sehr frühen Doppelschlag die Partie sofort in den Griff. Bis zur Pause hatte Ziegenhagen kaum eine Torchance. Auch nach dem Seitenwechsel zeigten sie zur Enttäuschung der Mehrheit der immerhin 150 Zuschauer kaum etwas nach vorne. Erst als es zu spät war, ein weiterer Doppelschlag passiert war (u.a. eine Freistoß-Bogenlampe aus über 20m in den langen Winkel) und es somit 0:4 stand, hatte Ziegenhagen auch einige Torchancen. Nur nutzten ihnen diese nichts mehr. Es blieb beim 0:4. Diana Ziegenhagen v VfB Witzenhausen Danach fuhr ich auf fast direktem Weg über Landstraßen nach Bonn zurück. In Nordhessen sind die Orte an den Landstraßen oft mit Sehenswürdigkeiten gepflastert. So zum Beispiel Witzenhausen (Fachwerkhäuser, Stadtturm, Schloss), Melsungen (Schloss, Fachwerk), Heiligenburg (teils rekonstruierte Burgruine mit tollem Blick in die Landschaft), Felsberg (spektakuläre, rekonstruierte Burg mit mehreren Türmen und weithin sichtbar auf einem hohen Berg), Altenburg (zu klein geratene und schwer zugängliche Ausgabe von Felsberg), Wabern (etwas karges Barockschloss), Fritzlar (tolle Stadtmauern mit Türmen, Fachwerkhäuser und Dom) und Ungedanken (Kapelle, Friedhof, Kreuzweg und Mauerreste einer Burg auf dem Büraberg). Fritzlar Statistik:
- Grounds: 1.364 (heute 2 neue; diese Saison: 209 neue)
- Sportveranstaltungen: 2.374 (heute 2; diese Saison: 262)
- Tageskilometer: 590 (590km Auto)
- Saisonkilometer: 52.880 (37.284 Auto/ 8.200 Flugzeug/ 4.760 öffentliche Verkehrsmittel/ 1.990 Fahrrad/ 20 Schiff, Fähre) - Anzahl der Fußballspiele seit dem letzten 0-0: 69 [letzte Serie: 13, Rekordserie: 178]
- Anzahl der Wochen, seit der letzten Woche ohne eine einzige Sportveranstaltung (31.7.-6.8. 2006): 458