Freitag, 17. April 2015

W455II: Kurzbesuch beim Langstreckenschwimmen

31. Internationale Deutsche Meisterschaften der Masters "Lange Strecken" im Schwimmen
- Datum: Freitag, 17. April 2015 – Beginn: 13.00
- Wettbewerb: Deutsche Meisterschaft im Langstreckenschwimmen aller Altersklassen mit internationalen Teilnehmern
- Ergebnisse: siehe DSV-Website 
- Austragungsort: Landesleistungszentrum Köln-Müngersdorf (Kap. 200 Stehplätze)
- Zuschauer: ca. 50 überwiegend pausierende Aktive
- Unterhaltungswert: 2,0/10 (Schwimmsport macht nur dann Spaß für Zuschauer, wenn noch zwei Tore und ein Ball im Wasser sind...)  
Photos with English Commentary:
Cologne: German Championship in Swimming, Long Tracks

Wenn man schon so oft Wasserball gesehen hat, kann man sich ja auch mal die Grundlage dieser sehenswerten Sportart anschauen: Schwimmen. Es gibt Kurzbahn, Langstrecke, Freiwasser und noch andere Wettbewerbe. Am interessantesten ist wohl noch die Kurzbahn, da dort richtig gesprintet wird, während es bei der Langstrecke (ab 800m, d.h. in den meisten Schwimmhallen 16 Bahnen) so auf Ausdauer und geschickte Krafteinteilung ankommt, dass es für den Zuschauer sehr langatmig wird. Für eine körperlich so anstrengende und anspruchsvolle Sportart ist Schwimmen so wie so unglaublich langweilig zum Zuschauen, am besten guckt man also nur zu, wenn noch ein Ball und zwei Tore im Becken sind...  
Statistik:
- Grounds: 1.343 (kein neuer; diese Saison: 188 neue)
- Sportveranstaltungen: 2.349 (1; diese Saison: 237)
- Tageskilometer: 90 (80km Bahn, 10km Fahrrad)
- Saisonkilometer: 49.240 (34.500 Auto/ 8.200 Flugzeug/ 4.760 öffentliche Verkehrsmittel/ 1.790 Fahrrad/ 20 Schiff, Fähre) - Anzahl der Fußballspiele seit dem letzten 0-0: 49 [letzte Serie: 13, Rekordserie: 178]
- Anzahl der Wochen, seit der letzten Woche ohne eine einzige Sportveranstaltung (31.7.-6.8. 2006): 455

Donnerstag, 16. April 2015

W455I: 3 Tore, 3 Rote, 11 Gelbe – Farbenfrohes Spiel am Rheinufer

TuS Germania Hersel .............................................. 3
FV Bonn-Endenich 1908 II ..................................... 0
- Datum: Donnerstag, 16. April 2015 – Beginn: 20.00
- Wettbewerb: Kreisliga A, Bonn (8. Spielklasse, 4. Amateurliga)
- Ergebnis: 3-0 nach 94 Minuten (48/46); Halbzeitstand: 1-0
- Tore: 1-0 12. Marvin Gudra, 2-0 58. NN, 3-0 81. Sascha Hambach(?)
- Verwarnungen: 2x Mathias Rymer, Jannik Haubert, Burak Celebi, Tolga Celebi, Sascha Hambach, Christian Leusmann, Marvin Gudra (Hersel), 2x Andre Wirtz, Norbert Oleff, Dennis Ochs, Kai Fritzsche (Endenich)
- Platzverweise: Mathias Rymer von Hersel (58. Gelb-Rot wg. Foul und Meckern); Timo Stoffels von Endenich (58. Rot wg. angeblicher Tätlichkeit) und Andre Wirtz von Endenich (80. Gelb-Rot wegen wdh. Foul)
- Spielort: Sportplatz Hersel (Kap. 500 Stehplätze)
- Zuschauer: ca. 85 (davon ca. 20 Gästefans)
- Unterhaltungswert: 7,5/10 (Das ist echter NRW-Fußball: Getrete und Gepöbel auf einem versifften Aschenplatz – und trotzdem gab es noch ein schnelles Spiel mit etlichen Torszenen!)  
Photos with English Commentary:
Amateur Football: Germania Hersel v Bonn-Endenich Reserves

Nach der Uni war noch mal Zeit ins 5km entfernte Hersel zu fahren, das so hässlich wie jedes andere Dorf am Mittel- und Niederrhein aussieht. Allerdings hat Hersel einen kuriosen Sportplatz und ist von daher lohnend: nur zwei Meter oberhalb des Rheins gelegen, ist der Ascheplatz natürlich überschwemmungsgefährdet. Aber das ist nicht das einzige Problem: die Zufahrt ist extrem eng, die Abmessungen des Platzes sind knapp, der Spielfeldbelag ist miese Asche, die Netzaufhängungen der Tore sind schlecht, Eckfahnen gibt es keine und das Flutlicht ist eine Katastrophe und aufgrund der völlig unregelmäßigen Ausleuchtung nicht für den Wettkampfbetrieb geeignet.

Germania Hersel nahm sich trotzdem heraus, am Donnerstagabend um 20 Uhr mit diesem Kreisliga A Spiel anzufangen. Aber dann den Schiri ständig vollmaulen, was er alles nicht richtig gesehen hätte... Allerdings war Sportfreund Zimmer auch sehr überfordert mit der Situation (kein vernünftiges Licht, völlig inkompetente Vereinslinienrichter und dann ständig Stress auf dem Platz; hinterher hat er nicht mal einen korrekten Spielberichtsbogen ins Internet gestellt) und bekam auch vom Gast aus Endenich ständig Feuer.

Noch bei guten Lichtverhältnissen netzte Hersel zum 1:0 aus Nahdistanz ein. Als das Flutlicht nach 30 Minuten hochgefahren wurde, wurde das Spiel zunehmend ruppiger. Richtig ruppig und farbenfroh wurde es allerdings erst in Hälfte zwei, die eigentlich aufgrund des nicht richtig funktionierenden Lichtes nie hätte angepfiffen werden dürfen. Nachdem ein Zweikampf mit einem gelbwürdigen Schubser eines Endenichers endete, zog der Schiri Rot. Ein Herseler riss trotzdem das Maul auf und bekam dafür seine zweite Gelbe. Danach gab es im Minutentakt Gelb für derbe Grätschen, Tacklings oder Beleidigungen, wobei der Unparteiische schon diverse Dialoge, die auch mitunter von Wechselspielern kamen, wie: Herseler „Steh auf, du Arschloch“/ Endenicher „Halt die Fresse, du Hure“, überhörte... Kurz nach den beiden Platzverweisen netzte ein in der Dunkelheit nicht erkennbarer Herseler zum 2:0 ein. 10 Minuten vor Abpfiff landete der Ball noch ein drittes Mal im Kasten, da Endenich einfach zu harmlos vorne war, blieb es auch bei dem sehr deutlichen 3:0 für Hersel. Ein Endenicher ging dann noch in der Schlussphase mit Gelb-Rot vom Platz, ein Mitspieler blieb nach einem rotwürdigen Foul in der 90. Minute aber mit einer gelben Karte auf dem Feld bis zum Abpfiff.

Das war wirklich ein unterhaltsames, da sehr hartes Spiel, das aber auch mit schönen Torszenen und schnellen Spielzügen aufwarten konnte. Für die völlig überzogenen, aber in der Gegend üblichen 3€ Eintritt bekam man echt was geboten. Ich schließe mich da den Jugendspielern von Hersel direkt neben mir an: „Boah, da bin ich ja genau zum richtigen Spiel gekommen. Wenn so Randale auffem Platz is, is doch am geilsten!“ Irgendjemand in meiner Nähe redete auch noch von einer „wahren Schlacht“ auf dem Feld – aber das mit der „Schlacht“ würde ich in Anbetracht dessen, dass es weder einen Krankenwageneinsatz noch eine Schlägerei gab (also viele Spieler haben sich schon daneben benommen, aber so unfair oder gar asozial war das jetzt auch nicht) nicht so sagen. Vor allem erinnert mich so ein Begriff auch mehr an die Bilder, die ich durch einen syrischen Kumpel letzthin gefunden habe: https://www.facebook.com/media/set/?set=a.1599407113615811.1073741833.1589529061270283&type=3&pnref=story – die Albumbeschreibung lautet: „Unser heutiges Spiel gegen Al-Quddama endete mit einem 6:3 für uns. Wegen eines Luftangriffes durch Kampfhubschrauber [der Armee von Assad oder verbündeten iranischen/ libanesischen/ russischen Söldnern, Anm.] musste die Partie unterbrochen werden, aber nach deren Rückzug konnten wir mit der zweiten Halbzeit beginnen“ (مبارتنا اليوم مع فريق القدامى انتهت لصالحنا 6- 3 مع قصف للطيران المروحي توقف اللقاء وبعد مغادرة الطيران بدائنا الشوط الثاني).  
Statistik:
- Grounds: 1.343 (1 neuer; diese Saison: 188 neue)
- Sportveranstaltungen: 2.348 (1; diese Saison: 236)
- Tageskilometer: 10 (10km Fahrrad)
- Saisonkilometer: 49.150 (34.500 Auto/ 8.200 Flugzeug/ 4.680 öffentliche Verkehrsmittel/ 1.780 Fahrrad/ 20 Schiff, Fähre) - Anzahl der Fußballspiele seit dem letzten 0-0: 49 [letzte Serie: 13, Rekordserie: 178]
- Anzahl der Wochen, seit der letzten Woche ohne eine einzige Sportveranstaltung (31.7.-6.8. 2006): 455

Montag, 13. April 2015

W454III-IV: Ein Wochenende auf Bonner Sportplätzen

TuS Pützchen 05 ....................................................... 5
TuS Roisdorf ............................................................. 1
- Datum: Sonntag, 12. April 2015 – Beginn: 16.15
- Wettbewerb: Kreisliga B, Bonn/ Staffel 1 (9. Spielklasse, 5. Amateurliga)
- Ergebnis: 5-1 nach 93 Minuten (45/48); Halbzeitstand: 1-1
- Tore: 1-0 9. Gabriel Wiedera, 1-1 12. Sascha Weichert, 2-1 57. Juwan Sido, 3-1 78. Juwan Sido, 4-1 79. Juwan Sido, 5-1 93. Juwan Sido
- Verwarnungen: Timo Bieding, Juwan Sido (Pützchen), Kai Bottschen, NN, NN (Roisdorf)
- Platzverweise: keine
- Spielort: Sportplatz Pützchen (Kap. 500 Stehplätze)
- Zuschauer: ca. 40 (davon ca. 5 Gästefans)
- Unterhaltungswert: 5,0/10 (Durchschnittliches Spiel mit einigen schönen Treffern)

Godesberger Fußballverein 2006 II ........................ 1
TuRa Germania 1912 Oberdrees II ........................ 1
- Datum: Sonntag, 12. April 2015 – Beginn: 13.00
- Wettbewerb: Kreisliga C, Bonn/ Staffel 3 (10. Spielklasse, 6. Amateurliga)
- Ergebnis: 1-1 nach 97 Minuten (47/50); Halbzeitstand: 1-1
- Tore: 1-0 22. Kaloyan Totuhov, 1-1 45.+2 Philip Cichy
- Verwarnungen: NN, NN (Godesberg), Christoph Meier (Oberdrees)
- Platzverweise: keine
- Spielort: Altes Godesberger Stadion (Kap. 2.500 Stehplätze)
- Zuschauer: ca. 40 (davon ca. 5 Gästefans)
- Unterhaltungswert: 5,0/10 (Spannendes, qualitativ durchschnittliches Spiel)

Bonner SC 01/04 B .................................................... 1
SV Bergisch Gladbach 09 B ..................................... 6
- Datum: Sonntag, 12. April 2015 – Beginn: 11.00
- Wettbewerb: B-Junioren Mittelrheinliga (3. Spielklasse der U17-Jugend)
- Ergebnis: 1-6 nach 81 Minuten (40/41); Halbzeitstand: 0-3
- Tore: 0-1 15. Justin Neufeld, 0-2 25. Patrick Alexander Mocan, 0-3 35. Ozan Dogan, 0-4 50. Kennedy Loritz, 0-5 55. Patrick Alexander Mocan, 1-5 64. Jonas Walther, 1-6 77. Antonio Do Carmo
- Verwarnungen: Ivan Raschnitz (Bonner SC)
- Platzverweise: keine
- Spielort: Stadion Pennenfeld (Kap. 8.500, davon 500 Sitzplätze)
- Zuschauer: ca. 50 (davon ca. 10 Gästefans)
- Unterhaltungswert: 6,0/10 (Gutes Spiel der Gäste, Bonn völlig daneben)

TSV Bonn rechtsrheinisch 1887/07 FR ................. 22
Handballsportverein Frechen FR .......................... 23
- Datum: Samstag, 11. April 2015 – Beginn: 19.30
- Wettbewerb: Frauen-Oberliga Mittelrhein (4. Spielklasse im Frauenhandball)
- Ergebnis: 22-23 nach 60 Minuten (30/30); Halbzeitstand: 13-11
- Tore: NN
- Gelbe Karte: Nr. 2, Trainer (Bonn); Nr. 5, 10, Trainer (Frechen)
- Zeitstrafen: 2x Nr. 11, Nr. 3 (Bonn = 6 Minuten); Nr. 5, 22 (Frechen = 4 Minuten) - Platzverweise: keine
- Spielort: Sporthalle Beuel, Ringstraße (Kap. 150 Sitzplätze)
- Zuschauer: ca. 80 (davon ca. 3 Gästefans)
- Unterhaltungswert: 6,5/10 (Ganz gutes Spiel)

Internationaler Sport Club AlHilal Bonn B ........... 3
SV Rot-Weiß Merl 1946 B ........................................ 1
- Datum: Samstag, 11. April 2015 – Beginn: 15.40
- Wettbewerb: B-Junioren Kreisklasse Bonn, Staffel 2 (7. und unterste Spielklasse der U17-Jugend)
- Ergebnis: 3-1 nach 80 Minuten (40/40); Halbzeitstand: 0-0
- Tore: 1-0 58. Semih Dogruer, 2-0 59. Mohammad Chaaboute, 3-0 66. Mohammad Chaaboute, 3-1 70. Nr. 10 (Foulelfmeter)
- Verwarnungen: keine
- Platzverweise: keine
- Spielort: Sportplatz Heiderhof, Oberer Lyngsberg (Kap. 200 Stehplätze)
- Zuschauer: ca. 15 (davon ca. 10 Gästefans)
- Unterhaltungswert: 6,5/10 (Gutes Spiel mit späten Toren)

VfL Lengsdorf 1972 E .............................................. 4
TuS Bonn-Dransdorf E ............................................. 2
- Datum: Samstag, 11. April 2015 – Beginn: 13.00
- Wettbewerb: E-Junioren Kreisklasse Bonn, Staffel 4 (Spielklasse der U11-Jugend)
- Ergebnis: 4-2 nach 50 Minuten (25/25); Halbzeitstand: 3-0
- Tore: 1-0 NN, 2-0 NN, 3-0 NN; 3-1 XY, 4-1 NN, 4-2 XY
- Verwarnungen: keine
- Platzverweise: keine
- Spielort: Sportplatz Lengsdorf (Kap. 1.200 Stehplätze)
- Zuschauer: ca. 25 (davon ca. 5 Gästefans)
- Unterhaltungswert: 3,0/10 (Kein Schiri, keine Regelkenntnisse, fast nur Gebolze)

SV Rot Weiß Röttgen F ............................................ 4
Sportfreunde Ippendorf 1925 F ............................... 2
- Datum: Samstag, 11. April 2015 – Beginn: 12.00
- Wettbewerb: F-Junioren Kreisklasse Bonn, Staffel 4 (Spielklasse der U9-Jugend)
- Ergebnis: 4-2 nach 40 Minuten (20/20); Halbzeitstand: 2-0
- Tore: 1-0 NN, 2-0 NN; 3-0 NN, 3-1 XY, 4-1 NN, 4-2 XY
- Verwarnungen: keine
- Platzverweise: keine
- Spielort: Sportplatz Röttgen (Kap. 1.500 Stehplätze)
- Zuschauer: ca. 45 (davon ca. 15 Gästefans)
- Unterhaltungswert: 3,0/10 (Kein Schiri, keine Regelkenntnisse, keine Schusstechnik – hatte nur sehr bedingt etwas mit Fußball zu tun)  
Photos with English Commentary:
a) Football in Bonn, Under-9: Röttgen v Ippendorf
b) Football in Bonn, Under-11: Lengsdorf v Dransdorf
c) Football in Bonn, Under-17: AlHilal v RW Merl
d) Handball in Bonn, Women: TSV Bonn rrh. v Frechen
e) Football in Bonn, Under-17: Bonner SC v Berg. Gladbach
f) Football in Bonn, Men‘s Division 10: Godesberger FV II v Oberdrees II
g) Football in Bonn, Men‘s Division 9: Pützchen v Roisdorf

95% der Fußballspiele an Samstagen sind in Bonn, wie woanders in NRW auch, Jugendspiele. Je früher der Tag desto jünger die Spielklasse. Also fing ich gleich zum High Noon mit einem Spiel der F-Jugend an. In Röttgen befindet sich ein Hartplatz mit Laufbahn in einer Senke, der Graswall wurde in der Mitte mit fünf Stehstufen versehen. Die Anlage liegt ganz am Rande der Siedlung im Grünen.

Das Spiel war zum Glück nach den üblichen 2x20 Minuten vorbei. Bei F-Jugend-Spielen von Leuna habe ich mir oft gedacht; Schade, dass die sinnvollerweise nur 40 Minuten spielen, aber in Leuna lernt die F-Jugend auch noch richtigen Fußball, hier in NRW wird nach sogenannten Fair-Play-Regeln gespielt: kein Schiri und die kleinen Scheißer, die teilweise erst wenige Monate im Verein sind, sollen dann entscheiden, was sie machen. Ich würde als Vater mal mit meinem Sohn absprechen, dass er aus Protest gegen die Regeln wie der Erfinder des Rugbys, den Ball plötzlich aufheben und ihn ins Tor tragen und jubelnd „1:0“ schreien soll... Andererseits weiß ich auch nicht, was die Trainer den Jungs hier beibringen: kein Einwurf wird korrekt ausgeführt, Abstöße einfach aus der Hand 10m vorm Tor ausgeführt und schießen konnten die beiden Teams auch überhaupt nicht. Größtenteils durch Torwartfehler gewann Röttgen mit 4:2 gegen Ippendorf.

Also dass es um Spaß gehen soll beim Fußball ist klar – solange man nicht Geld damit verdienen will. Aber das kann man den Kindern auch beibringen: Spaß haben, Niederlagen akzeptieren, unterlegene Gegner respektieren und sich fair verhalten. Und gleichzeitig bringt man ihnen alle Regeln (inklusive Einwürfe, Abschläge und v.a. Ansagen und Zeichen des Schiris) bei. Mal sehen, wann die Gehirnamputierten im Verband noch die Eltern von solchen Spielen aussperren wollen, weil ab und zu einige NRW-Asis ausrasten am Spielfeldrand. Dann würden die endlich ihr blaues Wunder erleben, da die Jugend dann völlig regellos kicken würde und so wie ich das auf der Bolzplatz-Wiese vorm Nordstadion immer mal sehe, aufeinander einkloppen würde...  
Auch auf dem sehr schön gelegenen Sportplatz von Lengsdorf, der unterhalb des Kreuzberges auf dem sich eine sehr schöne Kapelle befindet, in den bewaldeten Hang gebaut wurde und dessen Gebäude mit Graffiti wie dem Schriftzug „Fußball“ in mehreren Sprachen (u.a. auch Arabisch, kurat al-qaddam – nicht vom Verein angebracht wurden hingegen „PKK“, „Kurdistan“ und „Tod den Salafismus“...) versehen wurde, gab es ein Spiel im Fair-Play-Modus. Die E-Jugend der Vereine Lengsdorf und Dransdorf trafen aufeinander.

Natürlich war es wieder dieselbe Scheiße wie bei der F. Abschläge aus der Hand statt Abstöße, Handspiel läuft einfach weiter, wer zuerst den Ball im Aus geschnappt hat macht unabhängig davon ob der Gegner oder er selber ihn zuletzt berührt hatte den Einwurf – und der Einwurf wird mit einem Bein im Feld und einem in der Luft ausgeführt... Interresanterweise war es auch dasselbe Ergebnis: 4-2 für die Heimmannschaft.  
Am Heiderhof, dem Sportplatz Oberer Lyngsberg, gab es dann endlich richtigen Fußball. Die B-Junioren-Partie zwischen dem Internationalen SC AlHilal Bonn und Rot-Weiß Merl stand an. Das besondere am Aschenplatz Heiderhof ist seine Lage: unterhalb der Berghöhe an den Hang geklatscht und trotz Bäume mit einem Blick auf die Burganlagen bei Königswinter auf der anderen Rheinseite gesegnet. Für die Zuschauer ist es aber recht eng, da man eigentlich nur auf der Längsseite vor dem völlig zugesprayten Vereinsheim stehen darf.

Dass hier der 15. und Vorletzte auf den Zweiten traf, war überhaupt nicht zu merken: AlHilal hatte mehr Spielanteile und genauso gute Torchancen wie der Favorit aus Merl. In der zweiten Hälfte war der Gastgeber sogar besser und ging verdient mit einem Doppelschlag nach einer knappen Stunde 2:0 in Führung. Mit dem 3:0 war die Entscheidung gefallen, nur per Foulelfmeter gelang der Ehrentreffer.

Gerade für ein Spiel der B-Jugend war die Partie übrigens ausgesprochen fair – auch ohne schwachsinnige Fair-Play-Regelungen. Aufgrund des Umfelds dachte ich erst, dass ISC AlHilal für „Islamischer Sport Club“ stünde – die B-Jugend spielte heute mit 10 Arabern und 1 Türke, eine Spielermutter erschien mit Abaya und Niqab (schwarzes Gewand und Gesichtsschleier der nur die Augen frei lässt; vom arabischen Dialekt her war die Familie wohl aus der Golfregion) – doch da auch ein paar Nicht-Araber und Nicht-Muslime im Verein sind, steht das I für „International“. Auf der Website gibt sich der Verein auch alle Mühe, seine soziale Kompetenz darzustellen, die ich ihm in Anbetracht des heutigen Spiels und dessen Umfeld auch bestätigen kann. Ein paar Zitate von der Website http://isc-alhilal-bonn.de/ :
„Integration in Bewegung – dieses Vereinsmotto stellt zwischen unserer Vereinsarbeit und dem damit angestrebten Ziel einen Zusammenhang her. Wir möchten mit unseren Angeboten das integrative Potential des Sports nutzen und unsere Mitglieder dazu motivieren, sich aktiv in die Vereinsarbeit einzubringen. Das Motto macht ebenso klar, dass Integration nicht statisch sein kann, sondern eine stetige Entwicklung ist. Diese Entwicklung gestaltet der ISC AlHilal seit vielen Jahren mit und will auch weiterhin Teil dieses Prozesses sein... Unsere Kinder und Jugendlichen sollen nachhaltig in ihrer Entwicklung in der Gesellschaft unterstützt und gefördert werden, sodass sie zu selbstbewussten und teilnehmenden BürgerInnen dieses Landes heranwachsen. Diese Ziele sollen durch das Vereinsleben, durch die erwachsenen Vorbilder im Verein und vor allem durch unsere qualifizierten und pädagogisch geschulten TrainerInnen und ÜbungsleiterInnen verwirklicht werden.“
„Wir erkennen und schätzen die Vielfalt der Vereinsmitglieder und Interessierten und heißen alle willkommen in den Rahmenbedingungen unseres Vereins Sport zu treiben. Die Diversität sehen wir als Besonderheit und Stärke unseres Vereins, die durch gegenseitigen Respekt Anerkennung erfährt. Durch sportliche Projekte möchten wir eine Verbindung von Sport und Integration über kulturelle und religiöse Grenzen hinweg herstellen. In unserem Verein treiben über 1000 Menschen aus 21 Herkunftsländern Sport.“
„Der arabische Name „AlHilal“ bedeutet wörtlich übersetzt „Die Mondsichel“ und gilt im arabischen Sprachraum als Symbol für Jugend, Schönheit, Anmut, Eleganz und Sportlichkeit. Unser Vereinsname ist in vieler Hinsicht ein Spiegel unserer Philosophie: Wir wertschätzen die Internationalität unserer Mitglieder und möchten uns mit diesem Potential in Bonn einsetzen. Ebenso ist es uns wichtig, dazu beizutragen, dass unsere Mitglieder mit Migrationshintergrund in ihrer eigenen Identität gestärkt werden. Es ist unsere Überzeugung, dass Integration nur dann fruchtbar sein kann, wenn sie die Menschen nicht dazu zwingt, ihre Identität aufzugeben.“
„Die Fanblöcke grölen ihre Lieder, Wortschöpfungen wie „Schland“ entstehen – man mag es kaum glauben, dass es beim Fußball auch darum gehen kann, die Sprachfähigkeiten junger Menschen zu verbessern. Genau das macht sich der Sportverein ISC AlHilal Bonn zur Aufgabe: Mit Hilfe von externen Sport-, Kommunikations- und Sprachwissenschaftlern veranstaltete er die „Fußball und Sprache-Workshops“ für seine Jugendspieler der Fußballsparte...“  
Zum Abschluss des Tages ging es noch zum Frauenhandball nach Beuel. Dort war die kleine Sporthalle in der Ringstraße gut gefüllt zur Oberligapartie gegen den Aufsteiger aus Frechen. Die Halle hat übrigens eine recht eigenwillige Tribüne mit einigen sichtbehindernden Balken aber tollen Sitzreihen mit Heizungen oder Lüftungen unter der ersten Reihe und Fußbänken vor der zweiten Reihe.

Das Spiel war recht gut und unterhaltsam, Frechen hatte den besseren Start doch nach fünf, sechs Minuten ging Bonn auf Augenhöhe und kam nach 12 Minuten erstmals zu einer Führung. Bis zur Pause führten sie fast immer mit ein, zwei Treffern. Zwischenzeitlich sogar mit drei. In der zweiten Halbzeit dasselbe Bild, doch drei Minuten vor dem Ende gelang es Frechen die Partie zu drehen und von 22:20 auf 22:23 zu gehen.  
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Am Sonntagmorgen lud ich schon um 6 Uhr die Fotos vom Samstag hoch, da einer meiner Mitbewohner zu jenen Computerexperten zählt, die einen nicht korrekt eingesteckten Kopfhörer erst nach 15 Minuten bemerken und bis dahin erstmal das ganze Haus versehentlich über die Computerboxen beschallen, da man diese dann für einen lauten Kopfhörer-Sound bis zum Anschlag aufdrehen muss. Dann ging es kurz nach 10 Uhr quer durch die Stadt nach Pennenfeld. Dort stand noch einmal Jugendfußball auf dem Programm, mit der B-Jugend des Bonner SC aber auch höherklassig.

Die U17 des BSC enttäuschte allerdings den Anhang mit ihrem völlig überforderten Auftritt gegen den Tabellennachbarn aus Bergisch Gladbach. Die Stürmer der Gäste waren stets schneller und auch so mancher Distanzschuss wurde eingenetzt. Das 0:3 bei Halbzeit war schon sehr deutlich und vorentscheidend, doch richtig derb wurde es erst in Hälfte zwei als Gladbach auf 0:5 davon zog. Nach einem Ehrentreffer siegte der Gast schließlich mit 1:6 ohne große Gegenwehr.

Ein Besuch bei den B-Junioren des Bonner SC lohnt aber v.a. wegen deren Heimstätte. Sie sind nämlich neben den American Football Spacken einer der wenigen Nutzer des Stadions Pennenfeld. Das ist auf allen Seiten ausgebaut, ein klassisches Oval mit umlaufenden Stehstufen, die auf der einen Längsseite in eine überdachte Tribüne, deren unterer Bereich mit Kunststoffbänken zum Sitzen einlädt, münden. Der Blick auf die Berge der rechten Rheinseite ist übrigens hervorragend. Orientalisches Panorama hat man auch: die saudische Moschee ist von der Kurve und der Gegenseite gut sichtbar...  
Um 13 Uhr gab es dann endlich mal wieder Männerfußball zu sehen. Seit das Post-Stadion leider abgerissen wurde, ist das „Alte Godesberger Stadion“ (früher als „Tennenplatz Friesdorfer Staße“ bekannt) wohl die größte Bruchbude der Stadt. Eindrucksvoll, wie da hinter zugesprayten Mauern ein Oval mit je fünf heruntergekommenen Stehstufen auf den Längsseiten, seichten Graswällen, alten Bäumen, aber auch einem sehr gepflegten Sportlerheim mit Vordach zum Vorschein kommt!

Der Godesberger FV 06 ist indirekter Nachfolger eines bereits 1908 gegründeten und ehemals guten Amateurvereins aus dem damals noch eigenständigen Bad Godesberg. Mit vier Männermannschaften ist er auf Stadtebene gut aufgestellt. Die Zweite Mannschaft ist nicht so gut platziert, doch gegen die favorisierte Reserve von TuRa Oberdrees spielten sie gut und offensiv. Nur aufgrund der schwachen Chancenverwertung mussten sie sich mit einem Punkt zufrieden geben. Die mitunter klaren Fehlentscheidungen des Schiedsrichters hatten keinen Einfluss aufs Spielgeschehen.  
Dann ging es noch einmal quer durch die Stadt, wobei ich mich schon wundern musste, wie sich hier am Sonntag die Verkehrsteilnehmer anstellten – unter der Woche auf dem Weg von und zur Uni habe ich noch keinen mitten auf der Kreuzung parken sehen, der den Gang nicht reinbekam und dann der Gegenverkehr schon Grün bekam; dann kam irgendwo ein Miettransporter nicht durch wegen parkender Autos und verbog beim Rückwärtsrangieren ein Gehwegschild und einen gesittet fahrenden Mountainbiker, der einen Spast mit Rennrad, der auf einem viel zu engen Radweg links fuhr, treffend anschnautzte „Wir sind hier nicht in England, du zugekiffter Wichser!“, habe ich auch noch nicht erlebt...

Irgendwie kam ich aber gut in Pützchen am Ostrand der Stadt an. Dort befindet sich auf einem als Kirmeswiese genutzten Dorfanger ein harter, trockener, steiniger Aschenplatz mit ein paar Bäumen auf der einen Längsseite und einem schön gestalteten Vereinsheim auf der einen Hintertorseite.

Pützchen gilt als besonders bunter Verein mit Spielern aus Tunesien und Israel, Afghanistan und Russland usw. der diese Spieler auch bestens integriert und auch keine deutschen Unruhestifter hat. Die Partie war auch fair – dass das ein oder andere Foul von beiden Seiten spektakulärer aussah, lag am üblen Platz. Selten so etwas Schlechtes von Spielfläche in Deutschland gesehen!

Erfolgreich war TuS Pützchen übrigens auch: die II. Mannschaft schoss im Vorspiel Godesberg III mit 8:2 ab, die IV. dominiert die Kreisliga D und gewann heute in Walberberg bei der II. mit 17:1 und auch die I. in der Kreisliga B war gegen den Nachbarn aus dem Mittelfeld, Roisdorf, erfolgreich. Der Gast spricht sich übrigens „Rooosdorf“ mit Dehnungs-I – in der Tat gab es aber heute auch, wie ein Bonner Kumpel von mir das mal passend formuliert hatte, „einige Nasen, die entweder nicht kapieren, dass man das „s“ nicht als „tz“ spricht oder nicht raffen, dass das Kaff nicht „Rohiisdorf“ mit I gesprochen wird...“

Jedenfalls ging Pützchen schnell in Führung, ein flotter Konter sorgte kurz darauf für den Ausgleich, doch in der zweiten Halbzeit spielte ein gewisser Sido für Pützchen dermaßen auf, dass er nach einer gelben Karte gleich mal vier Treffer in Folge hinlegte, den letzten davon in der Nachspielzeit mit der Hacke!  
Statistik:
- Grounds: 1.342 (Sa 4 neue, So 3 neue; diese Saison: 187 neue)
- Sportveranstaltungen: 2.347 (Sa 4, So 3; diese Saison: 235)
- Tageskilometer: 100 (Sa 60km Fahrrad, So 40km Fahrrad)
- Saisonkilometer: 49.140 (34.500 Auto/ 8.200 Flugzeug/ 4.680 öffentliche Verkehrsmittel/ 1.770 Fahrrad/ 20 Schiff, Fähre) - Anzahl der Fußballspiele seit dem letzten 0-0: 48 [letzte Serie: 13, Rekordserie: 178]
- Anzahl der Wochen, seit der letzten Woche ohne eine einzige Sportveranstaltung (31.7.-6.8. 2006): 454

Sonntag, 12. April 2015

W454II: Zwei Freitagsspiele in der Rureifel

Kaller Sport Club 1922 ...................................... 0
FC Viktoria 1908 Arnoldsweiler II ................... 4
- Datum: Freitag, 10. April 2015 – Beginn: 19.45
- Wettbewerb: Bezirksliga Mittelrhein, Staffel 3 (7. Spielklasse, 3. Amateurliga)
- Ergebnis: 0-4 nach 93 Minuten (47/46); Halbzeitstand: 0-2
- Tore: 0-1 2. Marcel Reisgies, 0-2 45. Dominik Klepgen, 0-3 70. Fabian Becker, 0-4 88. Dominik Locker
- Verwarnungen: TW Timo Dümmer, Dominik Peiffer, Marcel Blum (Kall); Marcel Demircan (Arnoldsweiler)
- Platzverweise: keine
- Spielort: Grenzlandstadion Kall, Aschenplatz (Kap. 2.050, davon 50 Sitzplätze)
- Zuschauer: ca. 100 (davon ca. 3 Gästefans)
- Unterhaltungswert: 6,5/10 (Ganz gutes aber sehr einseitiges Spiel)

SV Sötenich 1919 II .................................................. 2
SG Sportfreunde 1969 Marmagen/ Nettersheim II 0
- Datum: Freitag, 10. April 2015 – Beginn: 18.30
- Wettbewerb: Kreisliga B, Euskirchen/ Staffel 3 (9. Spielklasse, 5. Amateurliga)
- Ergebnis: 2-0 nach 92 Minuten (45/47); Halbzeitstand: 1-0
- Tore: 1-0 21. Tobias Samson, 2-0 70. Andreas Malsbenden/ Stephan Sistig
- Verwarnungen: Sebastian Müller, Dennis Jäckel (Sötenich)
- Platzverweise: keine
- Spielort: Sportplatz Sötenich (Kap. 1.560, davon 60 Sitzplätze)
- Zuschauer: ca. 70 (davon ca. 3 Gästefans)
- Unterhaltungswert: 3,5/10 (Sportanlage topp, Kulisse überdurchschnittlich, Wetter prima – und dann so ein Kick als würden da Letzter und Vorletzter der Kreisliga D gegeneinander spielen)  
Photos with English Commentary:
a) Amateur Football, Division 9: SV Sötenich Reserves defeat Sportfreunde Marmagen/ Nettersheim Reserves
b) Amateur Football, Division 8: SC Kall lost to FC Arnoldsweiler Reserves
c) Rureifel Region: Bad Münstereifel Town Fortifications, Roman Ruins in Pesch and Vussem, Palace in Holzheim

Eigentlich war das als Tour mit Bahn und Fahrrad gedacht, aber zum einen wurde es recht spät beim Mittagessen mit Conny - einer guten Freundin, die an diesem Freitag dienstlich in Bonn weilte - und zum anderen bin ich doch nicht bescheuert und nehme eine Bahnverbindung, die mich nach dem Spiel in Kall vom Bahnhof Kall nach Euskirchen bringt und von dort angeblich nach 3 Minuten Umsteigezeit nach Bonn. Drei Minuten?! Und danach fährt da nichts mehr bis um 5 Uhr früh!

So blieb nur das Auto, was mir natürlich noch mehr Möglichkeiten beim Sightseeing verschaffte. In diesem Teil NRWs, der sich Rureifel nennt, hatte ich noch gar nichts angeguckt. Doch die Eifel ist natürlich ein sehenswerter Teil Deutschlands, und da macht auch der Nordteil, der sich in NRW (südlich von Aachen und Bonn im Landkreis Euskirchen) befindet, keine Ausnahme. Man fragt sich nur, warum dieses Gebiet an das überwiegend hässliche und architektonisch sowie landschaftlich anders geartete NRW gegeben wurde. Eigentlich wähnt man sich schon längst hinter Euskirchen in Rheinland-Pfalz. Wahrscheinlich wollte man bei der Schaffung der Bundesländer dem sonst bis auf das Bergische Land sehr unattraktive NRW mal schöne Berglandschaft plus historische Gebäude als Abwechslung verschaffen...

Der erste Punkt war Bad Münstereifel. Mit den Stadtmauern, dem Schloss, der angrenzenden Burgruine und zwei sehenswerten Kirchen – und das alles in landschaftlich schöner Lage – stellte sich der Ort als das sehenswerteste in NRW neben Warburg und Bonn heraus. Weniger sehenswert waren das Wasserschloss in Holzheim bei Mechernich und die römischen Ruinen in Pesch, Vussem und Kallmuth. Die römischen Ruinen – in der Rureifel gibt es enorm viel davon, aber eine Anlage mickriger als die andere – sind nur geringfügig erhalten und lediglich in Teilen rekonstruiert. Außerdem sind das keine spektakulären Säulenstraßen oder Amphitheater, sondern mit Zement fixierte Tempelüberreste (wie der Heidentempel bei Pesch, der in der Tat noch Anziehungspunkt für esoterische Spacken, die sich „Neue Heiden“ nennen, ist) oder abgesicherte Brunnenfassungen (wie in Kallmuth) bzw. authentisch zugeschüttete Reste von Wasserleitungen und wiederaufgebaute Aquäduktfragmente (das war in Vussem hinterm Sportplatz der Fall). Sehenswert ist in der Rureifel neben der Kleinstadt Bad Münstereifel halt v.a. die Landschaft, die aus größeren Hügeln bzw. sanften Bergzügen mit viel Wald und kleinen Bächen besteht. Außerdem sollen auch einige Burgen sehenswert sein, die ich bei der nächsten Tour (wahrscheinlich mal im Mai) auf jeden Fall ansteuern werde.  
Heute ging es erstmal in Sötenich zum Fußball. Das idyllisch gelegene aber gesichtslose Kaff hat einen landschaftlich sehr schönen Platz. Der klebt am Hang mit hohen Grashängen an den Längsseiten, einem hohen Hügel in Sichtweite hinter dem einen Tor und dem Blick in den Talkessel auf den Kernort mit der Kirche hinter dem anderen Tor. Ein Vereinsheim, ein Unterstand mit Vereinsnamen und auch etliche Holzbänke wurden von den gar nicht mal so wenigen Zuschauern gut genutzt.

Das Spiel war leider nicht so gut, dafür dass der 4. gegen den 7. der Kreisliga B – es gibt noch eine in vier Staffeln eingeteilte Kreisliga C darunter – spielte, war das Niveau extrem niedrig: also in Städten wie Köln und Bonn sind selbst die Mannschaften, die im hinteren Bereich der D-Kreisligen stehen, besser. Das ziemlich langweilige Spiel entschied die bessere Mannschaft, SV Sötenich II, mit einem Schuss von der Strafraumgrenze der als leichter Aufsetzer ins Eck ging und einer Flanke vors Tor, die auf der Linie von einem Sötenicher, der sich zwischen zwei Verteidigern und dem Torwart von Sportfreunde Marmagen/ Nettersheim II durchkämpfte, ins Tor gelenkt wurde, für sich.

Seltsam war übrigens die Disziplin: wie auch im benachbarten Rheinland-Pfalz waren fast nur Eingeborene aus den ländlichen Gegenden wie der Eifel im Aufgebot, aber im Gegensatz zu RPL wo es oft eine Kartenflut und viele Pöbeleien gibt, gab es hier nur zwei Gelbe und eine einzige intelligente Frage nach einem Foul „Ey hast du n Knall, du Hurensohn?!“  
Um 19.45 war im benachbarten Kall das Spiel zwischen dem KSC und der Reserve von Viktoria Arnoldsweiler angepfiffen worden. Ich kam genau in der 35. Minute am Sportplatz an und merkte, dass meine Jacke (jetzt bei Einbruch der Dunkelheit notwendig) noch im Zimmer in Bonn rumliegt, aber andererseits zwei freie Parkplätze neben der Tribüne – einer fünfstufigen Konstruktion mit ein paar Kunststoffbänken auf einem Graswall – einen Blick durch den Zaun aufs gesamte Spielfeld aus dem Auto heraus gewähren. So sah ich noch das 0:2 kurz vor dem Pausenpfiff.

Dafür, dass hier der 7. und der 4. aufeinandertrafen, war die Partie sehr einseitig. Kall war klar unterlegen und Arnoldsweiler machte auch in der zweiten Hälfte viel mehr Druck. In der 65. betrat ich das Stadion dann doch noch – wenn die auch die unbewachte Einfahrt offen stehen lassen... – und sah die sehr schönen Weitschüsse zum 0:3 und 0:4.  
Statistik:
- Grounds: 1.335 (heute 2 neue; diese Saison: 180 neue)
- Sportveranstaltungen: 2.340 (heute 2; diese Saison: 228)
- Tageskilometer: 130 (130km Auto)
- Saisonkilometer: 49.040 (34.500 Auto/ 8.200 Flugzeug/ 4.680 öffentliche Verkehrsmittel/ 1.670 Fahrrad/ 20 Schiff, Fähre) - Anzahl der Fußballspiele seit dem letzten 0-0: 42 [letzte Serie: 13, Rekordserie: 178]
- Anzahl der Wochen, seit der letzten Woche ohne eine einzige Sportveranstaltung (31.7.-6.8. 2006): 454

Dienstag, 7. April 2015

W453I-W454I: Ostern; Kantersieg für Leunas Alte Herren, Basketball in Tschechien, Harzoberliga in Sargstedt u.a.

FSV 1920 Sargstedt ............................................... 1
SC 1919 Heudeber ................................................. 1
- Datum: Montag, 6. April 2015 – Beginn: 14.00
- Wettbewerb: Harzoberliga (9. Spielklasse, 4. Amateurliga)
- Ergebnis: 1-1 nach 92 Minuten (47/45); Halbzeitstand: 1-1
- Tore: 0-1 10. Mauritz Opfermann, 1-1 30. Alexander Laub
- Verwarnungen: Tobias Beck, TW Christian Müller (Sargstedt); Tobias Fichtner (Heudeber)
- Platzverweise: keine
- Spielort: Sportplatz Sargstedt, Nebenplatz (Kap. 830, davon 30 Sitzplätze)
- Zuschauer: ca. 80 (davon 48 zahlende und ca. 25 Gästefans)
- Unterhaltungswert: 6,5/10 (Ausgesprochen spannendes, teilweise auch gutes Spiel)

Basketbalový Klub Děčín 1945 .......................... 79
BK Nova Hut Ostrava ........................................ 57
- Datum: Sonntag, 5. April 2015 – Beginn: 18.00
- Wettbewerb: Národní Basketbalová Liga (1. Profibasketballliga), Viertelfinale Meisterrunde/ 1. Spiel
- Ergebnis: 79-57 nach 40 Minuten (4x40); Viertelergebnisse: 14-14, 21-17, 22-12, 22-14
- Punkte: Stria 18, Bažant 12, Bosák 10, Jelínek 10, Vyoral 8, Houška 7, Landa 6, Kaša 5, Tucker 3 (Děčín); Muirhead 17, Číž 12, Beaumont 12, Zbránek 5, Leczo 5, Jurečka 3, Urbánek 3 (Ostrava)
- Freiwurfquote: Děčín 73% (8 von 11); Ostrava 50% (7 von 14)
- Fouls: Landa 3, Vyoral 3, Houška 3, Jelínek 2, Stria 2, Kaša 2, Bažant 1 (Děčín = 16); Číž angeblich 8, Muirhead 3, Zbránek 3, Beaumont 3, Leczo 2, Medvecký 1 (Ostrava = angeblich 20)
- Spielort: ČEZ Sportcentrum (Kap. 1.200, davon 850 Sitzplätze)
- Zuschauer: ca. 1.200 (davon ca. 5 Gästefans)
- Unterhaltungswert: 7,0/10 (Sehenswertes Match)

SV Jahn Gerbitz .................................................... 2
SV Wacker 1909 Westeregeln .............................. 1
- Datum: Samstag, 4. April 2015 – Beginn: 14.00
- Wettbewerb: Halbfinale des Kreisklassenpokals Salzland (1. Kreisklasse Salzland, Staffel 2 gegen Staffel 4; d.h. beide Teams 11. und unterste Spielklasse, 6. Amateurliga)
- Ergebnis: 2-1 nach 95 Minuten (45/50); Halbzeitstand: 1-1
- Tore: 0-1 7. Thomas Jakobi („Foul”elfmeter), 1-1 33. Christian Osterwald, 2-1 52. Benjamin Pankrath (Nachschuss des eigenen Foulelfmeters)
- Verwarnungen: Andree Lindemann, Mark Bünnig, Benjamin Pankrath, Andy Lorenz (Gerbitz); Martin Koch (Westeregeln)
- Platzverweise: keine
- Spielort: Sportplatz Gerbitz (Kap. 1.025, davon 25 Sitzplätze)
- Zuschauer: ca. 75 (davon mind. 10 Gästefans)
- Unterhaltungswert: 6,5/10 (Ganz ordentliches und bis zum Abpfiff spannendes Spiel)

TSV Leuna 1919 AH ............................................. 6
BSV Halle-Ammendorf AH .................................. 1
- Datum: Donnerstag, 2. April 2015 – Beginn: 18.00
- Wettbewerb: Freundschaftsspiel Alte Herren
- Ergebnis: 6-1 nach 70 Minuten (35/35); Halbzeitstand: 3-1
- Tore: 1-0 5. Mario Melchior, 2-0 7. Michael Claus, 2-1 18. Nr. 20, 3-1 33. Mario Melchior, 4-1 55. Langrock, 5-1 65. Stefan Motz, 6-1 70. Stefan Motz
- Verwarnungen: keine
- Platzverweise: keine
- Spielort: Sportstätte der Jugend (Kap. 1.000, davon 15 Sitzplätze)
- Zuschauer: ca. 8 (keine Gästefans)
- Unterhaltungswert: 7,0/10 (Schönes Spiel!)

TSV 1889 Kassel-Wolfsanger II ........................... 1
SV Kassel-Nordshausen II .................................... 1
- Datum: Mittwoch, 1. April 2015 – Beginn: 18.10
- Wettbewerb: Kreisliga A, Kassel/ Gruppe 2 (9. Spielklasse, 4. Amateurliga)
- Ergebnis: 1-1 nach 85 Minuten (43/42); Halbzeitstand: 0-1
- Tore: 0-1 42. Felix Lehmann (Foulelfmeter), 1-1 52. Chris Heinemann
- Verwarnungen: keine
- Platzverweise: keine
- Spielort: Sportplatz KS-Wolfsanger, Platz 2 (Kap. 500 Stehplätze)
- Zuschauer: ca. 12 (davon ca. 2 Gästefans)
- Unterhaltungswert: 7,0/10 (Besonders für die beschissenen Wetterverhältnisse ein starkes Spiel!)  
Photos with English Commentary:
Wednesday:
a) Amateur Football in Cassel: Wolfsanger Reserves v Nordshausen Reserves
b) Northern Hesse Region: Alt-Rhoden Church Ruin, Bad Arolsen Baroque Palace, Mengeringhausen Palace, Volkhardingshausen Monastery, Landau (Bad Arolsen) Palace, Ehringen (Landsberg Deserted Village), Elmarshausen Palace 
Thursday:
Veterans Football: TSV Leuna 1919 v BSV Halle-Ammendorf
Friday:
North-Eastern Thuringia: Baldenhain Church, Wolfersdorf Church & Palace, Berga/ Elster Palace Ruin, Greiz Old Town with 3 Palaces, Reichenfeld Castle Ruin, Wünschendorf Church, Mildenfurth Monastery 
Saturday:
a) Regional Football Cup: SV Jahn Gerbitz eliminate Wacker Westeregeln
b) Salzland District: Brumby, Wispitz, Gerbitz
Sunday:
a) Czech Basketball Play-offs: BK Decin defeat BK Nova Hut Ostrava
b) Zoo Děčín: Domestic Pigs, Exotic Birds, Wolves, Bears, an Aquarium etc.
c) Northern Bohemia: Ostrý Castle Ruin in Františkov nad Ploučnicí, Chapel in Březiny, Villages of Horní Police and Valkeřice, Hřensko Landscape, Jetřichovice Palace, Church Ruin in Děčín
Monday:
a) AMATEUR FOOTBALL: FSV 1920 SARGSTEDT v SC 1919 HEUDEBER (including pictures of the village and Harz landscape)
b) South-Eastern Lower Saxony: Hahnenklee Wooden Church, Salzderhelden Castle Ruin, Greene Castle Ruin, Harz Mountain Landscape  
Langsam sollte ich eigentlich meinen Blog umbenennen, aber andererseits ist er unter „Groundhopping Merseburg“ bekannt geworden und daher lasse ich den Titel auch so. Nur ziehen jetzt auch meine Eltern aus Merseburg weg – und zwar nach Rostock – während ich mich ja schon nach einem halben Jahr in Marokko nach Bonn verabschiedet habe. Zu Ostern kamen wir aber noch mal in Merseburg zusammen. Ich kam von Bonn aus angefahren und machte noch einen mehrstündigen Abstecher in Nordhessen. Eigentlich war der Abstecher gar nicht so lange von der Strecke her, aber in der Ecke um Kassel herum gibt es so viel zu sehen...

Sowie man die Autobahn an der Abfahrt Diemelstadt verlässt, kann man in Rhoden zu einem Bauernhof hinter fahren (Kirchenruine ist ausgeschildert) und dort nach einem heftigen Ritt über einen matschigen Feldweg eine Wüstung aus dem 13. Jahrhundert mit den gut erhaltenen Resten einer Kirche und einem teils noch im 20. Jahrhundert genutzten Friedhof besuchen. Zur Besichtigung könnte man übrigens auch in Fahrtrichtung Kassel auf dem Seitenstreifen nach dem Ende der Beschleunigungsspur der Auffahrt Diemelstadt parken und über die Leitplanke auf die Wiese vor der Ruine klettern...

Auch im neuen Dorf Rhoden gibt es etwas zu sehen: Fachwerk und eine ordentliche Kirche. Ich fuhr dann aber gleich nach Bad Arolsen weiter, wo einige schöne barocke Häuser in der Ortsmitte auf das eindrucksvoll große Barockschloss zuführen. In der Umgebung gibt es mit dem fast runden Schloss Mengeringshausen und dem ehemaligen Kloster Volkhardingshausen interessante Bauten in schöner Landschaft. Auch Landau hat mit seiner Lage auf einem Bergkegel, den alten Häusern und dem Schloss etwas zu bieten. Weniger lohnend sind die Mauerreste und die Wallgräben der historischen Orte bei Ehringen. Elmarshausen war dann wiederum ansehenswert, da der Ort eigentlich nur aus einem schönen Wasserschloss mit Gestüt und teils sehr ansehnlichen Nebengebäuden besteht.

In Kassel selbst gibt es nur am Rande etwas zu sehen (Herkules, Löwenburg usw.), aber da es auf dem Weg lag, schaute ich mir noch das nächstbeste Fußballspiel an. Kreisliga A im Ortsteil Wolfsanger, die Zweite spielte gegen die Reserve aus Nordshausen, wobei nicht auf dem langweiligen Hauptplatz, sondern dem noch unansehnlicheren Nebenplatz gekickt wurde. Wenigstens nahm niemand Eintritt – ich hätte dem Kassenwart aber ohnehin mein Portemonnaie gezeigt, in dem nur noch 1,50€ drin waren, und gemeint: entweder 1,50€ statt 2,50€ oder ich gucke von draußen über den Zaun rein und ihr bekommt gar nichts von mir. So wie so lächerlich bei so einer niederen Liga 2,50€ zu wollen und zu jammern, man bräuchte jeden Cent. Wenn man keine Sponsoren auftreiben kann – bei fast allen Clubs sind Eintrittsgelder so wie so die geringste Einnahmquelle – spielt man halt Freizeitturniere statt Ligenbetrieb.

Aber egal welche Liga: das Spiel war wirklich ansehenswert! Bei immer wieder einsetzenden Schneeschauern und 1 bis 3 Grad – also dem üblichen Scheißwetter zu Ostern – wurde da kommentarlos über den Platz getobt. So muss das sein, das sind richtige Fußballer! Beide Teams spielten auch gut offensiv, in der ersten Halbzeit schnürten die besser platzierten Gäste den Heimverein ein – in der zweiten Hälfte war es umgekehrt, da passierte fast nur noch durch die Hausherren etwas. Der Gast aus Nordshausen ging mit einem schön verwandelten Foulelfmeter in Führung – Wolfsanger glich durch einen tollen Schuss gegen die Unterkante der Latte, der gut 1m hinter der Linie auf und von da ins Netz sprang, aus.

Als ich nach Spielende zügig weg wollte, bemerkte ich von der Zufahrtsbrücke aus den Stau auf der Autobahn. Durch einen Unfall im Schneetreiben war zwischen Kassel und Göttingen totales Chaos. Ich drängte mich also zurück von der Abbiegespur auf die Landstraße und fuhr erst in Thüringen auf die Autobahn auf. Ab dort ging es problemlos nach Merseburg durch.  
Am Gründonnerstag ging es abends zu den Alten Herren vom TSV Leuna. Leider wollten nur acht Zuschauer das Spiel auf der Sportstätte der Jugend sehen. Dabei hatte es aufgehört zu schneien und auch während des Spiels kamen nur ganz wenige Flocken runter. Aber viele dachten sicher auch, dass das Spiel gegen Ammendorf ausfallen würde.

Ammendorf erschien auch mit schwacher Besetzung und Leuna hatte nur zwei Wechsler. Dafür spielten aber fast alle Leistungsträger mit. Schon in den ersten sieben Minuten waren es Mario Melchior mit Flachschuss ins Eck und Michael Claus mit Innenpfosten, die Leuna 2:0 in Front brachten. Das 2:1 aus einiger Distanz ins lange Eck sollte der Ehrentreffer bleiben. Kurz vor der Pause war Mario wieder sehr aufmerksam und nutzte einen Abstimmungsfehler der Gäste, um alleine auf den Torwart zuzustürmen, ihn zu umkurven und lässig den Ball ins Tor zu schieben.

Nach dem Seitenwechsel trug sich Langrock in die Torschützenliste ein und in der Schlussphase war es dann zweimal der Jüngste im Team, Stefan Motz, der mit zwei Treffern (einmal auch per Kopf) zum sehr hohen aber absolut verdienten und auch in dieser Deutlichkeit angemessenen Ergebnis von 6:1 beitrug.

Leuna lieferte ein wirklich gutes Spiel mit starker Leistung der gesamten Mannschaft ab und profitierte aber auch von der ungewohnten Schwäche Ammendorfs. Das war bestimmt der höchste Sieg einer Leunaer Mannschaft gegen den sonst eher sehr starken Club aus dem Süden von Halle...

Geleitet wurde das Spiel von Sportfreund Brosche, der sich wirklich steigert. 2013/14 waren seine Entscheidungen bei Kleinfeldspielen noch in der Mehrheit falsch und als ich ihn November 2014 bei seinem ersten Großfeldspiel erlebte, hätte er mir eigentlich Gelb zeigen müssen, da ich bei seiner Fehlentscheidungsquote von 50% als teilweise direkt betroffener Spieler einfach nicht ruhig sein konnte – aber mittlerweile hat er Erfahrung gesammelt, Lehrgänge erfolgreich abgeschlossen und ist auf dem besten Wege den Verein TSV Leuna als Schiedsrichter angemessen zu vertreten!  
Am Karfreitag fand sich leider kein Spiel, sodass wir ein bisschen im Nordosten von Thüringen rumfuhren. Sehenswert waren auf unserer Strecke die Kirche von Baldenhain, die Kirche und das als Kindertagesstätte dienende Schloss Wolfersdorf, das durch einen Brand zur Ruine gewordene Schloss auf dem Schloßberg von Berga an der Elster, dann die gesamte Altstadt von Greiz, die drei Schlösser zu bieten hat, von denen v.a. das oben auf dem Berg gelegene, verwinkelte und durch die schroffe Felsnase in der Mitte der Anlage auch noch unregelmäßig gebaute „Obere Schloss“ schön ist, sowie die recht niedrige Burgruine Reichenfels, des weiteren die mit zwei spektakulären Turmhauben versehene Kirche von Wünschendorf und im benachbarten Mildenfurth die leider in unklarer Nutzung befindliche Klosteranlage.  
Samstag fuhren wir nach Staßfurt, luden Anja ein und fuhren über Borne, Nalpke, Brumby und Wispitz nach Gerbitz. In diesem ausgesprochen hässlichen Dorf befindet sich am Rande, umgeben von Feldern, Wasserläufen, einem Teich und etlichen Bäumen ein ganz ansprechender Sportplatz. Kleine Graswälle auf den Längsseiten, ein paar Holzbänke und ein schönes kleines Sportlerheim in den Vereinsfarben Blau-Weiß.

Für die üblichen 1,50€ (Rentner nur 1€) war man beim Halbfinale des Kreisklassenpokals dabei. Jahn Gerbitz traf dabei auf Wacker Westeregeln. Die Gäste maulten zwar die ganze Zeit am Schiedsrichtergespann rum, hatten aber großes Glück, dass der teilweise überforderte Schiedsrichter schon nach sieben Minuten bei einem Zweikampf im Strafraum, bei dem der Westeregelner in den Boden hackte, Elfmeter gab. Das war niemals ein Strafstoß, aber der Schütze verwandelte sicher. Schnell entwickelte sich ein ausgeglichenes, offensives Spiel mit einigen Chancen auf beiden Seiten. Nach über einer halben Stunde schaffte Gerbitz mit einer Bogenlampe ins lange Eck über den Torwart hinweg den Ausgleich. Nach der Pause vergingen wieder nur sieben Minuten, ehe es einen Elfmeter gab. Diesmal ein berechtigter, diesmal für den SV Jahn. Der Schütze schoss den Torwart an, doch verwandelte den Nachschuss flach gegen die Laufrichtung des Wacker-Schlussmanns. Inklusive Nachspielzeit verteidigte Gerbitz dann 43 Minuten lang die 2:1 Führung. Das spannende und spielerisch auch ganz gute Spiel fand damit einen verdienten Sieger.  
Am Ostersonntag fuhren wir in die Tschechische Republik. An Ostern gab es ein selbst für Tschechien wirklich übles Planungschaos. Dass man eine Tschechien-Tour maximal fünf Tage im Voraus planen sollte, wusste ich ja schon lange, aber dass man eine Tour mit 2 bis 3 Spielen am Sonntag, die man am Mittwoch zu planen begonnen hat, am Donnerstagvormittag voll über den Haufen werfen kann, danach am Donnerstagabend noch mal um einen Punkt verändern muss, dann Freitag die Alternativplanung noch mal komplett verwerfen muss und dann die vierte und endgültige Idee auch nicht funktioniert, ist selbst für dieses unorganisierte Land ungewöhnlich.

Wir fuhren am Morgen direkt nach Děčín, das später am Tag der Endpunkt der Tour sein sollte. Dort besichtigten wir zuerst für 2€ pro Karte den Zoo. Der liegt toll auf einem felsigen Berg, durchzogen von engen Wegen und vielen Nadelbäumen. Die Tiere sind natürlich eher Durchschnitt, die größten Brummer sind Grizzlybären und Wölfe, auffällig viele Vögel halten die sich aber auch im Tetschener Zoo. Zum Zoo gehört auch ein Aquarium mit Terrarien – das ist sehenswert, aber befindet sich kurioserweise 400m unterhalb des Zoos in einem Wohnhaus, wo die Fische und Reptilien auf drei Stockwerken ausgestellt werden... Architektonische Sehenswürdigkeiten gab es dann Březiny (Kapelle mit Holzaufsatz), Františkov nad Ploučnicí (Burgruine Ostrý, aus Vulkansteinen erbaut und hoch über dem Fluss am Dorfrand gelegen) und auch – als Ersatz für ein Fußballspiel in Valkeřice – Horní Police (Dorfanger mit gewaltiger Kirche oberhalb von Holzhäusern), Hřensko (Felsformationen), Jetřichovice (leerstehendes Barockschloss vor tollen Felsen), und auf dem Weg nach Hause noch eine Kirchenruine am Nordende von Děčín auf dem Weg nach Hrensko.

Das besagte ausgefallene Spiel war in Valkeřice angesetzt und lautete TJ Valkeřice gegen FK Bynovec. Es kommt ja auch manchmal in Deutschland vor, dass man an einem Sportplatz ankommt und kein Arsch steht auf dem Platz, obwohl bei fussball.de die Ansetzung immer noch „heute 15h“ zeigt. Aber dass der Platz nicht abmarkiert ist kommt garantiert nicht vor. Wahrscheinlich hat der Scheißverein zurückgezogen oder spielt jetzt die Partien bei böhmischen Trinkspielen in der Kneipe aus und meldet dann Fantasieergebnisse an fotbal.cz. Die Ansetzungspanne hat auch herzlich wenig damit zutun, dass es sich um die unterste Liga handelte – in Tschechien ist man doch selbst zum Organisieren der halbprofessionellen 3. Liga zu blöd! Es wird munter hin und her verlegt, am selben Tag abgesagt, Spiele ohne Vorankündigung auf einen anderen Platz versetzt, Spiele von korrupten Mannschaften und Schiedsrichtern abgesetzt und mit einem ausgewürfelten oder den Wetten (man kann auch auf die 9. und unterste Liga tippen!) entsprechenden Ergebnis gemeldet...

Diese Kreisklasse Tetschen (III. trida Decin) scheint aber besonders beschissen zu sein. Denn zu internationaler Aufmerksamkeit hat es ein Ligakonkurrent dieser beiden Katschmaukenkicker gebracht. Es gibt in ganz Tschechien mehrere Vereine die „Roma“ heißen. Das sind keine italienischen Gastarbeiterclubs, sondern Vereine der meist als Zigeuner bezeichneten Volksgruppe der Roma. Diese sind die einzigen ethnischen Clubs, seit es keine Deutschen Sportvereine mehr gibt – die Deutsche Minderheit hatte sich in den 20ern bis 1945 auch massiv isoliert durch diese Vereine. Zurück in die Gegenwart: auch bei dem Roma-Verein aus Děčín, Roma Děčín, spielen fast nur Zigeuner. Das bringt so einige Probleme mit sich. Zum einen ist da die ungesunde Gruppenbildung und selbstgewählte Ausgrenzung, zum anderen muss man aber auch klar sagen, dass die Tschechen schon als Kinder lernen, dass man mit Zigeunern nicht spielt und sich bei den meisten aufgrund der slawischen Überheblichkeit diese Einstellung auch im Erwachsenenalter nicht ändert. Der Vorgängerverein von Roma Děčín hat sich 2011 mal eine Schlägerei geleistet, die Strafe (soll nach einer tschechischen Internetquelle die höchste je verhängte Geldstrafe im tschechischen Amateurbereich gewesen sein, was ich bei dem korrupten Verband sofort glaube, wenn ich das lese) nicht zahlen wollen/ können und wurde daraufhin aufgelöst. Jetzt gewinnt der Nachfolgeverein, also Roma Děčín, die Mehrheit seiner Spiele – allerdings deshalb, weil fast alle Gegner einfach nicht antreten. Angeblich, weil sie schlechte Erfahrung mit dem Team gemacht haben – das nach 2011 aber gar keine Strafen mehr kassiert hat => Link zu USA-Today... Klar wollen da jetzt wieder viele keinen Rassismus sehen, denn die Abgrenzung zur Mehrheit ist auch oftmals selbst so gewollt von den Roma – doch jedem, der persönlichen Umgang mit Slawen (Tschechen, Slowaken usw.) und natürlich auch Rumänen und Ungarn hat, und nicht total blind oder blöd ist, weiß wie unglaublich arrogant und vorbohrt viele sind. Nicht nur, dass die Roma angeblich an allen Probleme in Osteuropa und den Balkanstaaten Schuld sind – v.a. viele Slawen sind oft noch unzivilisiert genug, zuzugeben, dass sie die Hautfarbe der Roma hässlich finden.

Zurück nach Děčín: ab zum Basketball. Die Play-offs standen an, gespielt wurde die Partie zwischen dem Tabellenzweiten – BK Děčín 1945 – und dem Siebten (BK Nova Hut Ostrava). Die Sporthalle liegt recht innenstadtnah, wurde namentlich mal wieder von der zweifelhaften Energiefirma ČEZ verunstaltet, hat einen modernen, großen Eingang aber innen weder angemessene Fluchtwege noch gute Sicht. Balken stören vor den beiden Sitztribünen – eine hat blaue, die andere gelbe Schalensitze – und auch im Stehplatzbereich, der sich hinter dem einen Korb bzw. hinter der letzten Reihe der gelben Tribüne befindet. Dafür sind die Karten in der verbauten Halle aber auch spottbillig. Wir nahmen Stehplätze für 70 Kronen (2,50€), Sitzplätze wären nur 20 Kronen (0,75€) teurer gekommen.

Die Spielqualität war erfreulich hoch. In den ersten beiden Vierteln war das schnelle Spiel ausgeglichen, danach glänzte v.a. der Gastgeber mit Dreipunktewürfen, während Ostrava etwas nachließ. Folgerichtig gewann Děčín auch mit 79:57, also 22 Punkten Unterschied, in diesem sehenswerten Spiel. Die Zuschauer wussten das Niveau auch zu schätzen und gingen gut mit. Richtig organisierter Support war aber sehr dünn.

Für etliche Monate wird das die letzte Tschechientour gewesen sein. Bei der beschissenen Organisation dieses Landes bzw. ganz Osteuropas – sowas wie dieses nicht ausgespielte Spiel heute, ist mir z.B. in Nordafrika noch nie passiert – muss man eigentlich sagen: gut so. Aber andererseits gibt es in Tschechien so viele sehenswerte Plätze, gute Mannschaften, unterschiedliche Sportarten und auch historische und landschaftliche Sehenswürdigkeiten, dass man doch mal – wenigstens nächstes Jahr – wieder den Weg nach Osten finden muss!  
Den Ostermontag ging es dann nach Bonn zurück, da bereits am Dienstagmittag die Uni beginnen sollte. Natürlich fuhr ich nicht auf dem direkten Weg in die ehemalige Bundeshauptstadt, sondern machte erstmal einen Ausflug in einer der schönsten Regionen Deutschlands, den Harz. Die erste Etappe war dabei gleich die mit Groundhopping: im ruhigen und architektonisch an vielen Stellen recht ansprechenden 700-Einwohner-Dorf am Fuße des Höhenzuges Huy im östlichen Harzvorland, war ein Spiel der Harzoberliga angesetzt. Die Sportanlage liegt wirklich toll: am bequemsten erreicht man sie über einen schmalen Betonplattenweg (ausgeschildert zum Sportlerheim), doch man kann auch einen von insgesamt drei unbefestigten Wegen, die über interessant geformte Hügel die mit Obstbäumen und Nadelwald durchsetzt sind führen, nehmen. Hinter dem sehr schicken Sportlerheim mit gepflegten Pflanzungen befinden sich zwei Fußballplätze, der Hauptplatz liegt etwas höher und ist begradigt und ordentlich, hat außerdem auch eine kleine Tribüne (Wellblechdach über eine Reihe Holzbänke) sowie knapp 60 Schalensitze auf Bänke montiert. Allerdings ist der Platz so eng, dass man höchstens 600 Leute unterbringen kann. Der Nebenplatz bietet etwas mehr Zuschauern Platz, teilweise können auch die überdacht sitzen bzw. ohne Regenschutz auf Schalensitzen hocken, doch die Spielfläche ist eine Frechheit für Harzoberliga – zumal es keinen Grund gab, auf den Nebenplatz auszuweichen: der Acker ist völlig uneben, wellig, weggetreten, sehr eng, teils sandig und teils steinhart. Der einzige Grund, warum es mich nicht sehr ärgerte, dass man das Spiel sinnlos dorthin verlegte, war die landschaftliche Lage des Platzes: unterhalb eines massiven, mit Bäumen bestandenen Hanges und Blick in die Harzlandschaft. Im Übrigen ist dieser Platz wohl auch der deutlich ältere der beiden: schon auf historischen Fotos von 1920 erkennt man ihn und in den 1970ern hat er wohl die jetzige Form – wohl auch schon mit dem Sprecherturm für beide Anlagen – bekommen: http://www.fsv-1920-sargstedt.de/fotos/

Da ich damit rechnete, dass einer mit der Zigarrenkiste rumgeht, kletterte ich erstmal außen auf den Hügeln herum und kürzte dann so ab, dass ich die Sportanlage von hinten betrat. Irgendwann fiel mir dann mal auf, dass die Holzhütte neben der überdachten Tribüne ein Kassenhäuschen war. Aber da jetzt 150m quer durch die Anlage latschen und dem Kassenwart sagen, dass ich noch zahlen muss, wäre doch irgendwie peinlich... Und wenn ich sehe, dass die Sargstedter nur 50% der vor Ort gewesenen Zuschauer auch melden, dann scheinen sie so wie so nicht so wild dem Eintrittsgeld hinterher zu sein...

Wo sie auf jeden Fall hinterher sind, ist der Klassenerhalt. Vor dem Spiel standen sie auf dem 15. Platz, dem ersten Abstiegsrang. Ausgerechnet Heudeber, der Verfolger von Spitzenreiter Germania Wernigerode, war zugast. Die ersten Aktionen vor dem Tor hatte dann allerdings Sargstedt – nur war es dann typischerweise der Gast, der mit der ersten oder zweiten Offensiveinlage auch schon gleich in Führung ging. Es entwickelte sich daraufhin ein ausgeglichenes Spiel mit leichten Vorteilen und mehr Spielanteilen bei Sargstedt. Mit einer kuriosen Szene kamen sie nach einer halben Stunde zum Ausgleich: der Gästetorwart eiert bei einem Abwurf ewig rum, nimmt den Ball noch zwei Mal auf nachdem er ihn abgelegt hatte und handelt seiner Mannschaft dadurch einen indirekten Freistoß 15m vor dem Tor ein; dieser wird mit verdecktem Schütze vor einer Drei-Mann-Mauer der Sargstedter ganz geschickt weitergeleitet zu einem Mitspieler, der angerauscht kommt und den Ball zum 1:1 an allen Gästespielern vorbei ins Netz zimmert. Der Torwart machte seinen Fehler dann in der 77. Minute gut, als er – nach wie vor beim Stand von 1:1 – einen (absolut berechtigten) Foulelfmeter abwehrte. Sargstedt hatte insgesamt gesehen Pech, nicht gewonnen zu haben. Der glückliche Punktgewinn von Heudeber lässt doch sehr wundern: der Aufstieg dürfte für sie nun endgültig abgehakt sein. Andererseits war hier der Unterschied von 21 Punkten in der Tabelle auch deshalb in keiner Phase des Spiels erkennbar, da Sargstedt so gut spielte, was denen wiederum Hoffnung auf das Halten des Nichtabstiegsplatzes geben sollte!

Auf dem Weg nach Bonn fuhr ich quer durch den Harz mit seinen kurvenreichen, teils sehr ruhigen Straßen durch dichte Nadelwälder. Ich fotografierte die kuriose Kirche von Hahnenklee, eine 1907 errichtete Stabkirche, die man dem Germanen- und Wikingerfimmel eines vermögenden Einwohners des Dorfes zu verdanken hat, sowie die im westlichen Harzvorland gelegenen Burgruinen von Salzderhelden (ansehnlicher Baukörper oberhalb des Ortes, aber bis auf den Innenhof alles abgesperrt) und Greene (hier konnte man sogar ohne Eintritt auf den Turm steigen). Also der Harz ist natürlich eine Region Deutschlands, in die ich immer wieder gerne komme aufgrund der Sehenswürdigkeitendichte. Vielleicht werde ich im Laufe der Saison auch mal noch einen kuriosen Sportplatz auftun, wobei ich da den Eindruck hatte, dass eine andere Lieblingsregion mit sehr hoher Sehenswürdigkeitendichte (Südthüringen/ Thüringer Wald) da erheblich besser bestückt ist – ich sag nur Fambach, Möckers und Steinach...  
Statistik:
- Grounds: 1.333 (Mi 1 neuer, Sa 1 neuer, So 1 neuer, Mo 1 neuer; diese Saison: 178 neue)
- Sportveranstaltungen: 2.338 (Mi 1, Do 1, Sa 1, So 1, Mo 1; diese Saison: 226)
- Tageskilometer: 2.110 (Mi 510km Auto, Do 10km Auto, Fr 210km Auto, Sa 260km Auto, So 540km Auto, Mo 580km Auto)
- Saisonkilometer: 48.910 (34.370 Auto/ 8.200 Flugzeug/ 4.680 öffentliche Verkehrsmittel/ 1.670 Fahrrad/ 20 Schiff, Fähre) - Anzahl der Fußballspiele seit dem letzten 0-0: 40 [letzte Serie: 13, Rekordserie: 178]
- Anzahl der Wochen, seit der letzten Woche ohne eine einzige Sportveranstaltung (31.7.-6.8. 2006): 454