Sonntag, 29. Dezember 2019

W700I-III: Weihnachten mit Abstiegskampf in Belgien

Koninklijke Voetbalclub Kortrijk .................... 1
Cercle Brugge Koninklijke Sportvereniging ... 0
- Datum: Donnerstag, 26. Dezember 2019 – Beginn: 14.30
- Wettbewerb: Division 1A bzw. Eerste klasse (sogenannte Jupiler Pro League (1A); 1. belgische Profifußballliga)
- Ergebnis: 1-0 nach 94 (45/49) Minuten – Halbzeit: 0-0
- Tor: 1-0 81. Kagelmacher
- Gelbe Karten: Ezekiel, de Sart (KVK); Foster, Coulibaly, Dabila, Ueda (CBKS)
- Rote Karten: keine
- Austragungsort: Guldensporenstadion (Kapazität: 9.399, davon 5.749 Sitzplätze)
- Zuschauer: ca. 7.500 (davon ca. 700 Gästefans)
- Unterhaltungswert: 7,0/10 KV Kortrijk 1:0 Cercle Brugge Photos with English commentary:
a) Belgian Top Tier (Football): KV Kortrijk vs. Cercle Brugge
b) Belgium (Western Flanders): Kortrijk Old Town 
c) Germany (Hesse): Frankfurt am Main 
d) Germany (Rhineland): Hemmerich palace ruin, church and lost ground, Rösberg palace and church, Weilerswist boulodrome, manger and lost ground 

Nach einem sehr langen Arbeitstage am 23.12. stand ein eher ruhiger Heiligabend ab. Verwandtenbesuch in Frankfurt/ Main, dort gut indisch essen – Kaffeetrinken fiel aber aus, weil in diesem Kaff alles zu war. Wäre in Rostock nicht passiert, dank Overtourism an der Ostsee... WeilerswistAm 25.12. fuhren wir zu dritt ins Vorgebirge. In Hemmerich gibt es eine spektakuläre Schlossruine – abgefackelt 1945 von Zwangsarbeitern – natürlich nicht zugänglich, aber schön von der Straße einsehbar. Im benachbarten Rösberg ist das Schloss wieder hergerichtet worden – nachdem es 1941 von britischen Bomben zerstört wurde. In einer Gartenhütte durfte ein Nazi-Kriegsverbrecher seinen Lebensabend bis 1954 oder so verbringen, nun können Bessersituierte in dem seit den 90ern restaurierten Schloss in Wohnungen leben. Man kann nur von außen gucken, wie die da wohnen – typisch asoziales Rheinland, wo alles weggesperrt wird. In Wiesenburg (Brandenburg) gibt es z.B. ein ähnliches Objekt (baulich noch sehenswerter und höher, aber wenige Fläche in der Breite) und da kann man in den Innenhof und zu bestimmten Zeiten sogar in den Turm und manche Burg- oder Schlossanlage wird zumindest teilweise als Wohnanlage genutzt und ist dennoch für Touristen besser zugänglich als hier (Plötzkau, Sachsen-Anhalt z.B.)!

In Weilerswist spielten wir Boules auf der sehr guten Anlage des Bouleclubs Weilerswist am nach der südfranzösischen Partnerstadt benannten Carqueiranner Platz. Nach einem kurzen Abstecher auf den Swisterberg mit seiner Kirchenruine und dem aufgegebenen Sportplatz, kamen wir zufällig an einem anderen aufgegebenen Sportplatz vorbei, den ich noch für meine Liste ergänzen musste: oben beschriebenes Hemmerich, der SV Hemmerich ist nämlich im SV Vorgebirge aufgegangen. Der Rasenplatz ist noch gut nutzbar (im Gegensatz zu Swisterberg).

Fast alle Gaststätten waren zu, auch viele Tankstellen – aber in Wesseling war noch richtig Betrieb. So gingen wir hervorragend beim Acar Grill essen – die haben auch, zumindest im Winter, ein typisches Suppengericht: Kelle Paça, eine scharfe Suppe mit Hammelfleisch (u.a. Kopf, teils mit Gehirn, und Klauen bzw. dem, was da unten Essbares dran ist). Wer so ein Gericht archaisch oder abstoßend findet, sollte erst mal nach Bayern fahren und in einem richtigen Landgasthof einkehren – die Speisekarte beim Türken aus Kahramanmaraş hier in Wesseling ist da schon noch zivilisierter... KV Kortrijk 1:0 Cercle BruggeAm zweiten Weihnachtsfeiertag ging es früh los nach Belgien. Die 1. Fußballliga trug erfreulicherweise etliche Spiele am 26.12. aus, für das Abstiegsduell in Kortrijk gab es noch genügend Karten, die wir für 20€ (3 Kategorien: 15, 20, 30€) im Internet ohne Zusatzgebühren mit Print-at-Home in sehr schöner Qualität ausdruckten. Albern war bei den Karten nur irgendwie: da ist eine Pyroaktion des Fanblocks als Hintergrundbanner drauf und auf der Website stehen gleich die Stadionregularien, die „bengaals vuur“ verbieten...

Das Stadion hat einen originellen Namen: Guldensporenstadion. Das heißt nach der Schlacht der Goldenen Sporen, welche 1302 in Kortrijk stattfand. Das Stadion ist nicht ganz so alt, aber ein schöner, über die Jahrzehnte gewachsener Stilmix. Typisch für die den britischen Stadien oft ähnelnden belgischen Stadien. Hinter einem Tor typische überdachte Stehränge bis fast direkt an den Spielfeldrand, hinter dem anderen Tor eine leicht erhöhte Sitztribüne mit Holzbänken und der gleichen Art von Wellblechdach. Auf einer Längsseite eine sehr moderne Tribüne mit Schalensitzen und Logen sowie etwas neumodischerer Überdachung und schließlich auf unserer Seite eine zwar mit Schalensitzen bestückte, aber mit Wellblech überdachte und alten Stahlträgern verbaute Tribüne. Die bauliche Entwicklung ist v.a. unten bei Europlan gut zu sehen: https://www.europlan-online.de/guldensporenstadion/stadion-3730.html

Das Stadion war gut gefüllt, organisierter Support ganz schwach - obwohl es etliche Fanclubs, sogar einen aus Monschau/ NRW gibt - nur von Cercle Brugge kamen ausdauernde Anfeuerungen und ein kleiner Block mittig hinterm Tor sang Kortrijk nach vorne – aber auf alle möglichen Spielszenen wurde begeistert und verärgert aus allen Ecken des Stadions reagiert. Das Spiel war teils zerfahren, v.a. fielen die vielen Fehlpässe negativ auf – aber die Partie war auch von Beginn an rasant. Bis zur Pause fielen allerdings keine Tore und nach der Pause wurden ein Kopfballtor von Kortrijk wegen Abseits und ein weiteres Tor von Cercle nur zwei Minuten später wegen Fouls oder Handspiels vorher vom Videoschiedsrichter aberkannt. Genauso eine scheiße wie wenige Tage zuvor in Mainz, allerdings ist es in Belgien nicht so weit her mit der Meinungsfreiheit wie bei uns: Banner gegen den affigen Videobeweis sucht man hier vergebens, denn Spruchbänder sind im Allgemeinen gar nicht erlaubt in den Stadien in Belgien. Aber auch wie in Mainz gab es ein erfolgreiches Ende mit einem regulären Tor kurz vor Schluss – hier „schon“ in der 81. und nicht in der 93. Minute – für die bessere Mannschaft, hier in Form von einem Treffer gegen die Laufrichtung des Schlussmannes der Gäste durch einen Uruguayer von Kortrijk. Wer diese Nationalität exotisch findet: die Mehrheit der Profis fast aller belgischer Mannschaften stammt nicht aus Belgien und da ist noch mancher Spieler von international viel weniger bekannten afrikanischen oder amerikanischen Staaten in diesen westeuropäischen Zwergstaat zum Fußballspielen eingewandert! Für Kortrijk spielte zum Beispiel Sportfreund Selemani von den Komoren – auch Groundhoppingziel für mich in den nächsten 5 Jahren... Nebenbei bemerkt noch: Trainer bei Cercle Brügge, dem Tabellenletzten, ist seit einigen Wochen Bernd Storck aus dem Ruhrgebiet. Zu nützen scheint es aber nichts, denn während Kortrijk mit dem dritten Sieg in Folge als 12. immer weiter von den Abstiegsplätzen abrückt, verliert Cercle so langsam den Anschluss... KV Kortrijk 1:0 Cercle BruggeVor dem Spiel besichtigten wir natürlich auch die Altstadt. Um Parkgebühren für die Besichtigung und auch das Spiel zu vermeiden, parkten wir in der Weeverstraat 28 vorm Nachwuchsleistungszentrum des KV Kortrijk. In der Umgebung findet man die typischen belgischen Backsteinhäuser. Die Straßenzüge sehen viel mehr britisch aus, als es in Nachbarländern Belgiens der Fall ist. Kortrijk erlitt zwar schwere Kriegsschäden 1944, aber die historisch sehr wertvollen Kirchen, einem Begijnhof und ein Stadttor sowie der Belfried (Turm aufm Markplatz) blieben erhalten. So zwei Stunden kann man in dem Ort schon gut zubringen – Kortrijk ist eine der sehenswerteren belgischen Städte! KortrijkStatistik:
- Grounds: 2.554 (1; diese Saison: 111 neue)
- Sportveranstaltungen: 3.797 (1; diese Saison: 148)
- Tourkilometer: 650 (650km Auto)
- Saisonkilometer: 74.740 (56.340 Flugzeug/ 16.720 Auto, davon 4.670 Mietwagen/ 1.740 Fahrrad/ 40 Schiff, Fähre / 0 Bus, Bahn, Straßenbahn)
- Anzahl der Fußballspiele seit dem letzten 0-0: 12 [letzte Serie: 41, Rekordserie: 178]
- Jede Woche mindestens eine Sportveranstaltung seit: Kalenderwoche 31 des Jahres 2006 (31.7.-6.8.), d.h. seit 700 Wochen in Folge.

Donnerstag, 26. Dezember 2019

W699III: Bundesliga-Tischtennis im Westerwald

TTC Zugbrücke Grenzau .................................. 1
Post SV Mühlhausen .......................................... 3
- Datum: Sonntag, 22. Dezember 2019 – Beginn: 15.00
- Wettbewerb: 1. Tischtennis Bundesliga (1. deutsche Profi-Tischtennisliga)
- Ergebnis: 1-3 Spiele, 8:10 Sätze und 167:177 Bälle nach 198 Minuten
- Statistiken: My-Tischtennis
- Austragungsort: Zugbrückenhalle (Höhr-Grenzhausen/ Grenzau; Kapazität: 550 Sitzplätze)
- Zuschauer: ca. 150 (gemeldet: 200, davon ca. 7 Gästefans)
- Unterhaltungswert: 7,0/10 TTC Zugbrücke Grenzau 1:3 Post SV MühlhausenPhotos with English commentary:
a) Table Tennis Top Tier: Zugbrücke Grenzau vs. Post Mühlhausen
b) Westerwald: Isenburg castle ruin, chapel ruin, church & Grenzau castle and village

Am Sonntag entschieden wir uns kurzfristig zu einem Besuch der Tischtennisbundesliga. Zwei Spiele kamen dabei in Frage: Jülich gegen Düsseldorf und Grenzau gegen Mühlhausen. Wir entschieden uns für letzteres, da die Heimmannschaft interessanter schien, die Gastmannschaft der einzige Ostverein der 1. Liga ist und zudem im Westerwald (Rheinland-Pfalz) die Sehenswürdigkeitendichte sehr hoch ist – ganz im Gegensatz zur Rheinebene (NRW).

Wir waren dann allein mit der Besichtigung von Isenburg gut zwei Stunden beschäftigt. Die Kirche war offen und innen schön gestaltet, die Burgruine ist frei zugänglich und wird gut erhalten und schließlich braucht man eine Weile, um über ziemlich spektakuläre Pfade zur Kapellenruine im Wald zu wandern.

Auch der Spielort selber, Grenzau, ein Ortsteil von Höhr-Grenzhausen, hat mit einer (leider in privater Hand befindlichen) Burganlage mit dreieckigem Bergfried sowie Fachwerkhäusern und viel regionaltypischer Handwerkskunst im öffentlichen Raum einiges zu bieten. IsenburgObwohl das Dorf nur zwei Straßen (die Burgstraße und die Brexbachstraße) hat, hat Grenzau mit dem TTC Zugbrücke einen seit 1982 ununterbrochen in der Bundesliga vertretenen Tischtennisverein, der 1952 von einem damals 16-Jährigen gegründet wurde. Der junge Mann aus dem Dorf wurde u.a. Hotelier und daher rührt der originelle Name. Es geht nicht um die Zugbrücke der Burg Grenzau, sondern um das benachbart liegende Hotel mit dem mittelalterlich angehauchten Namen, das ihm gehört. Die Mannschaft ist aber leider mit 15 Niederlagen in Folge in dieser Saison sicher endgültig fällig nach 38 Jahren Ligenzugehörigkeit. Letzte Saison schwach platziert, beide Spielzeiten davor Letzter oder Vorletzter aber wegen mehrfacher Aufstockungen der Liga (nun auf 12 Teams) stets trotz sportlichem Abstieg die Klasse gehalten. Sportlich sehr viel besser sieht es für den einzigen Ostverein der Liga aus: den Postsportverein 1951 Mühlhausen. Mühlhausen ist der Leistungsstützpunkt für den Landesverband Tischtennis in Thüringen. Mit einem deutschen Nationalspieler im Viererkader auch als eines der ganz wenigen Bundesligateams keine reine Söldnertruppe. Entsprechend schwer hatten es die Mühlhäuser auch in den ersten Jahren seit dem Aufstieg 2012/13. Auch sie stiegen zwei Mal nur wegen Aufstockungen und fehlenden Lizenzen anderer nicht ab. In den letzten drei Spielzeiten wurde aber stets ein solider Mittelfeldplatz erreicht und teils international gespielt – so auch diese Saison.

In der auf 550 Zuschauer zugelassenen und sehr originell gebauten Zugbrückenhalle in der Brexbachstraße – wie so oft in dieser Liga eine reine Tischtennishalle – fanden sich auch gerade einmal 150 Zuschauer ein. Ein sehr gesprächiger Sportfreund, der eine Weile neben mir hockte, erzählte mir hier von Saisons, in denen 400-450 der Zuschauerdurchschnitt war. Dennoch war das Publikum begeisterungsfähig, die Fangruppe „Brexbachhaie“ war sogar mit Schals und Fahnen am Start.

Das erste Spiel bestritten ein junger US-Amerikaner für Grenzau und der deutsche Nationalspieler für Mühlhausen. Dem Ami reichten teils 6 Punkte Führung nicht zu Satzgewinnen und in einem spannenden Spiel unterlag er knapp. Der 2:3-Sieg dauerte über eine Stunde.
Beim zweiten Spiel gewann ein Italiener für Grenzau mit 3:1 Sätzen gegen den österreichischen Nationalspieler der Gäste. In diesem Spiel gab es die spektakulärsten Ballwechsel des Abends.
Ein junger Grieche und ein Rumäne traten nun für Grenzau bzw. Mühlhausen an. Nach zwei knappen Siegen in den Sätzen 1 und 2 für Grenzau, war die Luft draußen und Mühlhausen drehte die Partie auf 2:3.
Ein Schlussdoppel gab es dann leider nicht mehr, denn nun verlor der junge Amerikaner Jha erneut, diesmal 1:3 gegen Habesohn aus Österreich. Auch hier zeigte sich, dass da irgendwie die Klasse (noch) fehlte beim Nachwuchstalent. Mühlhausen somit Sieger nach 1:3 Spielen und 8:10 Sätzen aber nur 167:177 Bällen. Somit ein unerwartet enger Mannschaftsvergleich! TTC Zugbrücke Grenzau 1:3 Post SV MühlhausenStatistik:
- Grounds: 2.553 (1; diese Saison: 110 neue)
- Sportveranstaltungen: 3.796 (1; diese Saison: 147)
- Tourkilometer: 140 (140km Auto)
- Saisonkilometer: 74.190 (56.340 Flugzeug/ 16.070 Auto, davon 4.670 Mietwagen/ 1.740 Fahrrad/ 40 Schiff, Fähre / 0 Bus, Bahn, Straßenbahn)
- Anzahl der Fußballspiele seit dem letzten 0-0: 11 [letzte Serie: 41, Rekordserie: 178]
- Jede Woche mindestens eine Sportveranstaltung seit: Kalenderwoche 31 des Jahres 2006 (31.7.-6.8.), d.h. seit 699

W699II: 5 Tore in Mainz – doch nur der 1 Treffer in der 93. Minute zählte...

1. FSV Mainz 05 .................................................. 0
Bayer 04 Leverkusen ........................................... 1
- Datum: Samstag, 21. Dezember 2019 – Beginn: 15.30
- Wettbewerb: 1. Bundesliga (1. deutsche Profifußballliga)
- Ergebnis: 0-1 nach 97 (47/50) Minuten – Halbzeit: 0-0
- Tor: 0-1 93. Alario
- Gelbe Karten: 2x Wendell (Leverkusen)
- Rote Karten: 71. Wendell (Leverkusen – Gelb-Rot wg. wdh. Foulspiels)
- Austragungsort: sogenannte Opel Arena (Kapazität: 34.000, davon 20.000 Sitzplätze)
- Zuschauer: offiziell 24.345 (davon ca. 1.800 Gästefans)
- Unterhaltungswert: 7,0/10
FSV Mainz 05 0:1 Bayer 04 LeverkusenPhotos with English commentary:
a) 1st Division in Mainz: FSV Mainz vs. Bayer Leverkusen at “Opel Arena”
b) Mainz I: Roman Aquaduct and Shut-Down Hospital 
c) Mainz II: The Botanical Garden of the University of Mainz

Mein Vater hatte schon ewig keine Fußball-Bundesliga mehr gesehen und ich schaue ja immer nur genau 1 Spiel live pro Saison, seit ein paar Spielzeiten – da kamen wir auf die Idee, diesen Spielbesuch beim FSV Mainz 05 während dem Besuch meiner Eltern zu machen. Also fuhren wir am Vormittag los, parkten an den „Römersteinen“ und schauten erst mal das dort gelegene Aquadukt an. Das sind nämlich die recht verfallenen aber schön anzusehenden Römersteine, nach denen dieser kostenlose und günstig gelegene Parkplatz heißt. Die sehenswerte Mainzer Innenstadt (LINK zu Flickr: linken Pfeil anklicken für weitere Fotos) kannten wir ja schon – ich war außerdem auch mal im Bruchwegstadion, der alten Heimstatt vom FSV
Richtig lohnend ist allerdings auch der botanische Garten der Uni Mainz. Der ist sogar kostenlos zu besichtigen, wäre aber auch einige Euro Eintritt wert. Jetzt im Winter sind die Freilandanlagen natürlich nicht so doll, aber die Gewächshäuser sind wirklich schön und haben tolle Pflanzen aus allen Teilen der Welt zu bieten. Und außerdem auch echt intelligente Schilder, z.B. im Sukkulentenhaus: „Zum Fotografieren der Pflanzen nicht die Etiketten herausziehen“. Aber auf so einen Scheiß wäre ich gar nicht gekommen. Und warum die Gartenmitarbeiter nicht ohne Schild wissen, welche alpinen Pflanzen nicht von oben gegossen werden dürfen, verstehe ich auch nicht ganz... Botanischer Garten der Universität MainzZur neuen Heimstätte waren es noch mal 1,5km vom botanischen Garten (und somit etwas über 2km von den Römersteinen) zu Fuß. Die sogenannte Opel „Arena“ – früher noch dümmer: Coface-Arena – liegt in der Pampa am Stadtrand draußen. Baulich ist da Stadion nicht herausragend, aber eines der nicht ganz so öden Bundesligastadien. Langweilige rot-weiße Standardsitze und die übliche Pappschachtel mit ein paar Stehrängen und sonst Sitzen, aber nicht schlecht sind die Aufteilung mit den zwei Logen über der Haupttribüne und v.a. die vier Tribünenecken, die nicht miteinander verbunden sind, aber schön mit einer Verglasung gestaltet wurden. Loben muss ich auch, dass 3€ für Feuerwurst und 2€ für Brezeln z.B. klar unter den Preisen in Düsseldorf liegen. Warum man aber außer im Gästeblock nur mit Karte bezahlen kann, verstehe ich nicht: wenigstens kostet das (noch?) keine Gebühren, aber habt ihr Mainzelmännchen zu oft Fußball in den Niederlanden oder Skandinavien geschaut, oder wo kommt dieser Unsinn her?

Das erste Bundesligaspiel in der Hütte war übrigens ein 2:0-Sieg gegen Bayer Leverkusen. Die Pillendreher waren heute mal wieder zu Gast. Wir hatten für 36€ auch Karten in der Nähe ihres beeindruckenden Gästemobs besorgt. Mal abgesehen davon, dass das im Vergleich zu den Preisen, die ich bei meinem Besuch in Leverkusen gezahlt hatte, wirklich Wucher ist (auch der letzte Besuch vergangene Saison bei Mönchengladbach auf vergleichbar gelegenen Plätzen fiel günstiger aus – dabei sinken die Zuschauerzahlen in der Bundesliga nach wie vor von einem Wahnsinnsniveau auf ein sehr gutes), lohnte der Spielbesuch auf jeden Fall. Denn das mit dem Gästemob war gar nicht ironisch gemeint: ich vernahm fast nichts von den Mainzer Fans, da wider erwarten die Hälfte der gut 1.800 Leverkusener so abging und dauerhaft (relativ primitive Melodien mit kaum Text, aber dafür laut und gut) supporteten. Außerdem meinte die Leverkusener Ultraszene, dass schon Silvester sei und zog eine Klasse zweiteilige Pyroshow, die bei ein paar Mainzern in meiner Ecke für Schnappatmung sorgte, zum Beginn des Spiels durch! Habe ich in der Form von Bayer 04 noch nicht mitgekriegt, aber wenn die Banner wie „Reisegruppe El Asozial Leverkusen“ genau zu nehmen sind, dann wird Leverkusen wohl auch nur auswärts richtig loslegen, denn: „auswärts sind wir asozial“...

Mainz als 14. natürlich ein Abstiegskandidat – trotz 5:0 Sieg in Bremen am vergangenen Spieltag – und Leverkusen als 7. – trotz 2:0 Niederlage bei Köln und 0:1 gegen Hertha an den vergangenen Spieltagen – mit Griff nach den Europaplätzen. Zudem ging das Hinspiel 5:1 an die sogenannte Werkself. Alles andere als ein Sieg der Bayer-Elf wäre also eine Überraschung gewesen. Die Gäste schnürten Mainz auch erstmal ein, wobei sie zu keinen gescheiten Chancen kamen. Irgendwann traf Volland, doch das war Abseits. Aberkanntes Tor Nummer 1 (0:1). Nach 30 Minuten wurde Mainz aktiver, erarbeitete sich Chancen, doch außer einem aberkannten Abseitstor (1:1) kam nichts bei rum. In einem dennoch guten Spiel ging es bei 0:0 in die Kabinen.
Nach der Pause wieder Leverkusen klar besser und nun ging es nach über einer Stunde rund. Wieder Volland mit einem Tor, doch angeblich hatte sein Mitspieler Amiri bei der Vorlage den Ball zuerst mit der Hand angenommen. Das hat niemand gesehen und von Mainzer Seite wurde auch nicht reklamiert, doch die beknackte Steinhaus im Kölner Keller hat da eingegriffen und nach Sichtung der Fernsehbilder war auch der nicht immer sicherer Hamburger Schiri Ittrich der Meinung, dass auch sein zweiter Treffer heute nicht zählen darf (1:2). Von beiden aktiven Fanlagern wurden Banner hochgehalten, den Videobeweis abzuschaffen. Wenn ich so eine Scheiße sehe, dann verstehe ich auch vollends warum. Den Rotz habe ich eh nie eingeführt sehen wollen – Schiris treffen auch so Fehlentscheidungen, v.a. wenn sie es wollen oder sollen oder sie eben unfähig sind; da helfen auch keine albernen Videos. Der Jubel der Erleichterung der Mainzer Fans war auch recht verhalten, während aus dem Leverkusener Block nun lautstark „Fußballmafia DFB“ gegrölt wurde... Kurz darauf aber eine richtig Entscheidung: Wendell mal wieder brasilianisch rumgeholzt und mit Gelb-Rot vom Platz. Doch auch in Unterzahl immer wieder Chancen für Leverkusen. Nun ein richtig starkes Spiel, da auch Mainz – von der Überzahl beflügelt – richtig Druck aufbaute und die besten Gelegenheiten hatte. Irgendein Leverkusener traf dann aus über einem Meter im Abseits (1:3) – der eine der beiden sehr souveränen Linienrichter sah das schon richtig. Als Zuschauer hatte ich mich mit dem 0:0 schon abgefunden, doch die Teams noch nicht – v.a. nicht der Argentinier in Diensten der Leverkusener, Alario: der staubte genau im richtigen Moment einen Volland-Pass in der dritten Minute der Nachspielzeit am langen Pfosten ab. Kein Abseitsgewinke, kein schwachsinniger Funk aus dem Kölner Keller – eigentlich kann man in dieser Scheiß-Liga ja erst dann jubeln, wenn der Anstoß nach dem Treffer ausgeführt wurde...
So fand das Spiel aber nicht nur einen insgesamt gesehen verdienten Sieger – denn Leverkusen war auch leicht besser und insbesondere deren offensive Einstellung trotz einem Mann weniger muss gelobt werden – sondern auch einen sehr versöhnlichen Abschluss mit wenigstens 1 regulären nach 4 aberkannten Treffern! FSV Mainz 05 0:1 Bayer 04 LeverkusenStatistik:
- Grounds: 2.552 (1; diese Saison: 109 neue)
- Sportveranstaltungen: 3.795 (1; diese Saison: 146)
- Tourkilometer: 290 (290km Auto)
- Saisonkilometer: 74.050 (56.340 Flugzeug/ 15.930 Auto, davon 4.670 Mietwagen/ 1.740 Fahrrad/ 40 Schiff, Fähre / 0 Bus, Bahn, Straßenbahn)
- Anzahl der Fußballspiele seit dem letzten 0-0: 11 [letzte Serie: 41, Rekordserie: 178]
- Jede Woche mindestens eine Sportveranstaltung seit: Kalenderwoche 31 des Jahres 2006 (31.7.-6.8.), d.h. seit 699

Freitag, 20. Dezember 2019

W699I: Hoher Auswärtssieg im Höhenberg!

FC Viktoria Köln 1904 ........................................ 1
F.C. Hansa Rostock ............................................. 5
- Datum: Freitag, 20. Dezember 2019 – Beginn: 19.00
- Wettbewerb: 3. Liga (3. deutsche Profifußballliga)
- Ergebnis: 1-5 nach 92 (46/46) Minuten – Halbzeit: 0-3
- Tore: 0-1 11. Scherff, 0-2 16. Öztürk, 0-3 29. Breier, 0-4 80. Pedersen, 1-4 88. Tachie, 1-5 89. Pedersen
- Gelbe Karten: Gottschling, Holzweiler, Wunderlich (alle Viktoria)
- Rote Karten: keine
- Austragungsort: Sportpark Höhenberg (Kapazität: 10.001, davon 3.000 Sitzplätze)
- Zuschauer: ca. 4.000 (davon angeblich nur 2.712 zahlende und ca. 1.500 Gästefans)
- Unterhaltungswert: 7,5/10 Viktoria Köln 1:5 Hansa RostockPhotos with English commentary:
3rd Division in Cologne: Viktoria Köln vs. Hansa Rostock

Am Donnerstag kamen meine Eltern, da ich vor und nach den Feiertagen an allen Arbeitstagen auch arbeiten muss. Die beiden quartierten sich wieder in Much ein. Am Abend waren wir erstmal beim syrischen „City-Express 2“ schön essen. Am Freitag baute ich eine Überstunde ab, sodass mich mein Vater mit dem Auto abholte und wir nach Köln aufbrachen. Diesmal also nicht mit dem Rad zum Hansa-Auswärtsspiel in Köln – nach zwei Jahren bei der Fortuna auswärts, ging es diesmal auch zur Viktoria.

Wenn man sich auskennt, parkt man in der Lustheider Straße kostenlos und läuft 1,5km. Wenn man sich nicht auskennt, parkt man – wie vom Verein vorgeschlagen – auf teuren Messeparkplätzen, um dann noch mit einem Shuttle rumzugurken. Da ich mich auskenne, waren wir so eine knappe Stunde vorm Spiel am Stadion. Da gab es irgendwelchen Tumult am Einlass zum Gästeblock, sodass wir länger warten mussten. Besonders intelligent wirkte die Polizei mal wieder nicht – sehr viel angenehmer und freundlicher waren die Vereinsordner von Viktoria. Sehr sympathisch! Aber die rheinischen Bullen waren wirklich mal wieder in Organisation und Auftreten genauso hohl, wie ich das in letzter Zeit häufiger von denen erlebt habe...

Ich hatte die Viktoria mal in der Regionalliga kicken sehen. Mittlerweile wurde ihr Stadion vergrößert. Zur sehenswerten überdachten Sitz-Haupttribüne ist noch eine Hintertorstehtribüne für Heimfans hinzugekommen. Hinter dem anderen Tor ist nach wie vor eine primitive VIP-Tribüne in Form eines erhöht stehenden, verglasten Zeltes zu finden. Die ganze Gegenseite gehört den Gästefans. Ganz gute Stehränge und ganz in die Ecke gequetscht ein paar sinnfreie Sitzplätze. Schon ein ansehnliches Stadion, aber freilich sehr mickrig. Bei den paar Fans, die die Viktoria hat, reicht da aber auch!

Mein Vater hatte Karten für durchschnittliche 12€ im Hansa-Fanhaus besorgt. Wir standen etwas am Rand, aber stimmungsmäßig ging es hier trotzdem gut ab.
Nachdem die Fortuna also letzte Saison abgestiegen ist, kam gleich der nächste Kölner Verein von unten als Aufsteiger nach. Viktoria ist als 16. mit nur einem Punkt vorm ersten Abstiegsplatz ein Abstiegskandidat – Hansa muss sich nach zuletzt überwiegend katastrophalen Leistungen als 13. (5 Punkte vorm Abstiegs- und 7 hinterm Aufstiegsbereich) ebenfalls nach unten orientieren.
Doch heute zeigten sie richtig guten Fußball. Scherff mit einem klasse Schuss nach nur 11 Minuten zum 0:1 und kurz darauf Öztürk endlich mal mit einem Treffer – auch toll gemacht und 0:2. Breier legte mit einem starken, schnellen Antritt und perfektem Abschluss von der Strafraumgrenze zum 0:3 nach nicht mal einer halben Stunde nach.
Nach der Pause war auch die bis dahin ganz schwache Ficktoria mal am Zug. Aber außer einem Schuss aufs Tor (starke Parade von Kolke!) und einem Pfostentreffer fielen sie auch nicht weiter auf. Hansa hingegen traf durch Pedersen per Kopf 10 Minuten vor dem Ende zum 0:4. Kurz vor Schluss mogelte Köln noch einen Ehrentreffer rein, doch nur eine Minute später war es erneut Pedersen der diesmal mit dem Fuß zum 1:5 Endstand traf.
Die Anzeigetafel wurde von dutzenden Fans mit dem Handy fotografiert. So einen genialen Endstand und einen so hohen Sieg wie hier in Köln-Höhenberg hat Hansa schon ewig nicht mehr in einem anderen Spiel als einem Freundschafts- oder Landespokalkick geschafft! Ein genialer Abend!! Viktoria Köln 1:5 Hansa RostockStatistik:
- Grounds: 2.551 (0; diese Saison: 108 neue)
- Sportveranstaltungen: 3.794 (1; diese Saison: 145)
- Tourkilometer: 70 (70km Auto)
- Saisonkilometer: 73.760 (56.340 Flugzeug/ 15.640 Auto, davon 4.670 Mietwagen/ 1.740 Fahrrad/ 40 Schiff, Fähre / 0 Bus, Bahn, Straßenbahn)
- Anzahl der Fußballspiele seit dem letzten 0-0: 10 [letzte Serie: 41, Rekordserie: 178]
- Jede Woche mindestens eine Sportveranstaltung seit: Kalenderwoche 31 des Jahres 2006 (31.7.-6.8.), d.h. seit 699

Mittwoch, 18. Dezember 2019

W698III: 2x Fußball am Nordwestrand der Eifel und 2x Frauenhandball in der Rheinebene

VfL 08 Vichttal III ............................................... 6
FC Teutonia 1919 Weiden II ............................... 3
- Datum: Sonntag, 15. Dezember 2019 – Beginn: 11.00
- Wettbewerb: Kreisliga C, Aachen, Staffel 3 (10. Fußballliga, 5. Amateurliga)
- Ergebnis: 6-3 nach 92 (47/45) Minuten – Halbzeit: 3-2
- Tore: 1-0 11. Finken, 1-1 36. Bebber, 2-1 37. Finken, 3-1 39. Thieme, 3-2 45.+2 Karacan, 4-2 72. Schütt, 4-3 79. Gülpen, 5-3 79. Bergstein, 6-3 86. Finken
- Gelbe Karten: 3x Vichttal, 2x Weiden
- Rote Karten: keine
- Austragungsort: Sportpark Dörenberg, Kunstrasen 1 (Kapazität: 600, davon 150 Sitzplätze)
- Zuschauer: ca. 65 (davon ca. 15 Gästefans)
- Unterhaltungswert: 8,0/10

TSV Alemannia Aachen A .................................. 1
BV Borussia 09 Dortmund A .............................. 6
- Datum: Sonntag, 15. Dezember 2019 – Beginn: 13.00
- Wettbewerb: A-Junioren Bundesliga West (1. U19-Fußballliga)
- Ergebnis: 1-6 nach 90 (45/45) Minuten – Halbzeit: 0-0
- Tore: 0-1 47. Moukoko, 0-2 49. Bakir, 1-2 50. Sopo, 1-3 58. Knauff, 1-4 79. Moukoko, 1-5 84. Reyna (Elfmeter), 1-6 86. Rauch
- Gelbe Karten: 3x Alemannia
- Rote Karten: keine
- Austragungsort: Sportplatz Breinig, Kunstrasen (Kapazität: 1.000, davon 100 Sitzplätze)
- Zuschauer: ca. 800 (davon 700 zahlende und ca. 150 Gästefans)
- Unterhaltungswert: 6,0/10

Jülicher Turnverein 1885 FR .......................... 27
Scherberger T.V. 1892 (Würselen) FR ........... 15
- Datum: Sonntag, 15. Dezember 2019 – Beginn: 16.00
- Wettbewerb: Kreisklasse Frauen, Aachen/ Düren (9. und unterste Frauenhandballliga)
- Ergebnis: 27-15 nach 60 (30/30) Minuten – Halbzeit: 12-8
- Statistiken: NN
- Austragungsort: Kreissporthalle Jülich/ Sporthalle Berufsschule (Kapazität: 100 Stehplätze)
- Zuschauer: ca. 10 (davon keine Gästefans?)
- Unterhaltungswert: 1,5/10

Handball-Verein Erftstadt FR ........................ 23
TuS Blau-Weiß Königsdorf 1900 FR II .......... 30
- Datum: Sonntag, 15. Dezember 2019 – Beginn: 19.00
- Wettbewerb: Mittelrhein-Oberliga Frauen (5. Frauenhandballliga)
- Ergebnis: 23-30 nach 60 (30/30) Minuten – Halbzeit: 13-11
- Statistiken: Tore und Spielverlauf, Strafen nicht personalisiert, fast alle Namen anonymisiert bei dem bekloppten Verband... 
- Austragungsort: Carl-Schurz-Halle (Erftstadt-Liblar – Kapazität: 800, davon 700 Sitzplätze; heute geöffnet: 250, davon 150 Sitzplätze)
- Zuschauer: ca. 45 (davon ca. 8 Gästefans)
- Unterhaltungswert: 6,5/10 VfL Vichttal III 6:3 Teutonia Weiden IIPhotos with English commentary:
a) Amateur Football in Vicht: Vichttal III vs. Teutonia Weiden II
b) Under-19 Top Tier in Breinig: Alemannia Aachen vs. Borussia Dortmund
c) Women’s Handball in Jülich: TV Jülich vs. TV Scherberg
d) Women’s Handball in Erftstadt-Liblar: HV Erftstadt vs. Königsdorf II
e) Rureifel: Lost Grounds in Werth and Mausbach, Churches of Werth, Mausbach and Breinig, Historic Buildings in Breinig
f) Erftstadt: Liblar in the Light after Dark

Bevor es am Sonntag, der diesmal v. a. im zum Kreis Aachen gehörenden Teil der Eifel verbracht wurde, zum ersten Fußballspiel ging, schaute ich mir zwei Kirchen und zwei aufgegebene Fußballplätze an. Zuerst die im sehr hässlichen Dorf Werth gelegene Kirche, die schon von außen sehr seltsam anzusehen ist und auch innen alles andere als schön gestaltet wurde – und dann der Fußballplatz vom aufgelösten SV Adler Werth. Dort hatte ich vor ein paar Jahren sogar mal ein Turnier gesehen. Nun ist der Platz zwar noch offensichtlich nutzbar, aber eher ungepflegt. Schade, dass ein landschaftlich so schöner Platz aufgegeben werden muss.

Auch der Platz in Mausbach ist ganz schön: Der Hartplatz hat zwei überdachte Bänke und liegt zwischen Dorf und Wald ganz am Ortsrand. Mausbach hat eine schönere Kirche als Werth zu bieten: Kasettendecke, ein paar ungewöhnliche Schnitz- und Steinmetzarbeiten und auch ein schön heller Raum durch die bunten, hohen Fenster. Ansonsten sind die Gebäude in Mausbach auch in einem furchbar hässlichen Stil und in abartigen Farben gehalten. VfL Vichttal III 6:3 Teutonia Weiden IIBenachbart zu Mausbach befindet sich Vicht. Zwischen beiden Orten liegt auf der Gemarkung Dörenberg das Stadion des VfL Vichttal. Diese Spielgemeinschaft aus VfL Zweifall, VfB Vicht und Grün-Weiß Mausbach spielt in der Verbandsliga. Letztgenannter Verein ist übrigens in Wikipedia fälschlich nicht erwähnt. Lieber wird ein sinnlos hochjubelnder Artikel „Erfolg von Neid gekrönt“ verlinkt: Als ob ein abstiegsbedrohter Verbandsligist mit 3 weiteren Männer- und dutzenden Jugendmannschaften, die natürlich auch Spieler, die für Kicks auf Asche zu verweichlicht sind, aus der Umgebung absaugen, diese Luxusanlage mit zwei Kunstrasenplätzen und mehreren Gebäuden in einer trotz nicht weniger Industriebetriebe eher heruntergekommenen Ecke wie Stolberg solide bewirtschaften könnte. Die Eigenleistungen der Vereinsangehörigen, die da voll bei der Sache sind, möchte ich aber keineswegs schlechtreden. Ich finde nur seltsam, dass da mittlerweile ein zweiter Kunstrasen in Bau und die Fußball-Minifeld-Halle schon fertig ist. Aber wenn auch diese Anlagen im Sinne der Sportler sind und von diesen auch unterhalten und finanziert werden können – dann kann man da nur gratulieren, dass der Verein einen so breit aufgestellten Sponsorenpool hat! Der Kunstrasen-Hauptplatz ist jedenfalls schon jahrelang in Betrieb und mittlerweile etwas stumpf – ganz ansehnlich ist die kleine Tribüne, in deren Rücken sich ein Steinbruch befindet. Zugunsten dieser Luxusanlage wurden die Aschenplätze in Zweifall und Mausbach aufgegeben – obwohl zumindest in Mausbach eine brauchbare Infrastruktur vorhanden war und bei so vielen Mannschaften eine Auslagerung von Trainingseinheiten und Spielen (auch in Anbetracht von Gegnern, die selber nur auf Asche spielen) sinnvoll wäre.

Heute spielte, freundlicherweise bei freiem Eintritt, die III. vom VfL Vichttal gegen die II. von Teutonia Weiden. Ein Livestream wurde groß angekündigt – schön, dass um ein solches Spiel auch mal etwas Aufhebens gemacht wird, aber wenn der Kameramann keine Ahnung von Aufnahmen bei Gegenlicht hat, kann man es auch gleich lassen, da zu filmen, anstatt Material in solcher augenkrebserregender Qualität auf fussball.de zu stellen... Die Fotos vom FuPa-Sportfreund verlinke ich erst gar nicht – seine Bilderserie war total enttäuschend; unbearbeitet alle Fotos hochladen, Hauptsache als erster was zum Spiel eingestellt...

Mit gut 65 Zuschauern war der Besuch klar überdurchschnittlich für die Liga. Das Spiel war es auch! Enorm, was da an Tempo und Zweikämpfen gezeigt wurde. Ein faires und vom Schiri sicher geleitetes Spiel. Und was für Torszenen! Ein Schuss aus fast 20 Metern unters Tordach zur frühen Vichttaler Führung. Gegen den Spielverlauf, mit dem ersten direkt aufs Tor geschossenen Ball, der Ausgleich für die Gäste: Volley-Direktabnahme aus fast 30 Metern in den langen Winkel! Schnell aber das 2:1 und 3:1 für Vichttal, ein Treffer ebenfalls aus gut 25m Direktabnahme ins hohe lange Eck. Kurz vor der Pause aber noch ein glücklicher Ball ins lange Eck zum 3:2. Der Gast drückte dann in der zweiten Hälfte auf den Ausgleich, nun hatte die Partie auch einen leichten Durchhänger, war aber immer noch gutklassig. Nach dem 4:2 schien sie entschieden, doch Weiden verkürzte wieder, kassierte aber am Ende doch noch zwei Treffer. Das 6:3 war auch in der Höhe verdient. Ein richtig starkes Spiel von beiden Teams, insbesondere von der III. von Vichttal und um mich herum beste Unterhaltung durch einige ältere Herrschaften, die im örtlichen Platt die ganze Zeit das Geschehen kommentierten... Dieses rheinische oder Eifel-Platt in Grenznähe zu Belgien (und dann weiter südlich zu Luxemburg) scheint mir viel klangvoller als das geleierte Kölner oder Bonner Platt, die Melodie und Aussprache ist für mich äußerst nah am Luxemburgischen dran. Natürlich stehen die „ellef Maan“ (oder so ähnlich) aber auf dem „Plaatz“ und nicht dem „Terrain (Terrää)“... Alemannia Aachen A 1:6 Borussia Dortmund AAuf dem nächsten Terrain war ich von der Zuschauerzahl überrascht. Parkplatzchaos, Heimverein überfordert... Denn nicht der SV Breinig spielte, sondern die A-Jugend von Alemannia Aachen. Bei den Breinigern hatte ich schon mal ein Spiel auf dem Hauptplatz gesehen. Da waren aber keine 800 Fans da... Nun wurde auf dem völlig unzulänglichen und hässlichen Nebenplatz gekickt – aber der Plasteplatz mit der sinnfreien Mini-Tribüne mit flachen grünen Sitzen fehlte mir ja auch noch in der Eifel-Grounds-Sammlung...

5€ Eintritt sind normal – was Alemannia Aachen (Tabellenletzter) und Borussia Dortmund (Tabellenzweiter der A-Junioren-Bundesliga) da ablieferten jedoch nicht. Kaum eine Torchance außer dem vergeigten Foulelfmeter der Dortmunder. Was ein Scheißkick!
Doch nach der Pause legten die Ruhrpottka... äh, Ruhrpottkinder plötzlich los. Ein genialer Spielzug vom erst 15jährigen Moukoko – ich habe keine Zweifel, dass der erst 15 ist, bin aber halt auch kein rechter Dummschwätzer, wie so mancher Aachener oder Vichttaler, bei denen das Thema in aller Munde war (wegen der Vichttaler: ein erheblicher Teil der Zuschauer vom ersten Spiel war auch hier im Nachbardorf wieder dabei!) – und schon stand es 0:1. Kurz darauf einer seiner arabischen Teamkollegen zum 0:2. Dann die einzige gute Aktion der Alemannia-Absteiger im ganzen Spiel und schon nur noch 1:2. Ein weiterer Treffer von Moukoko und drei Treffer anderer, ebenfalls nun sehr gut aufspielender Dortmunder, und schon stand es 1:6. In der Höhe auch verdient. Nach grauenvoller erster Hälfte also doch noch ein starkes Spiel! Alemannia Aachen A 1:6 Borussia Dortmund ANicht uninteressant war es dann, sich mal das Dorf – was ich beim ersten Spielbesuch hier zeitlich nicht schaffte – zu besichtigen. Der Großteil des Ortes ist völlig gesichtslos und mit hässlichen 0815-Eigenheimen zugeschissen. Doch es gibt auch noch Alt-Breinig. Die Hauptstraße hat dort eine mehrere hundert Meter lange, fast geschlossen im selben historischen Baustil gehaltene Bruchsteinhäuserzeile zu bieten. Die Häuser sind in angenehmen weißen Farbtönen mit teils bunten Fensterrahmen. Inmitten des Straßenzugs liegt die Kirche. Innen ist der Bau mit einigen schön bemalten Säulen und interessanten Kultgegenständen versehen. Außerdem gibt es ein paar hundert Meter weiter noch einen (natürlich privaten) Gutshof in historischem Bruchsteinstil (die sogenannte Burg Breinig). Da im Raum Stolberg/ Aachen die Eifeldörfer meist sehr hässliche Bebauung aufweisen, kann ich dieses Alt-Breinig nur sehr empfehlen! Lediglich Stolberg und natürlich Monschau, die schönste Stadt in NRW, sind noch weitaus lohnender. BreinigDurch die Fotos in Breinig kam ich etwas nach Beginn des Frauenhandballspiels in Jülich an. War auch nicht so schlimm bei diesem Niveau... Die Halle ist aber ganz interessant mit der engen Empore auf einer kompletten Längsseite und dem Treppenhaus und Foyerbereich. Interessant, dass auch hier – wie sonst eher in DDR-Hallen – die Geländer v.a. der Empore aus dünnem Gusseisen erbaut und oben mit einem elastischen Kunststoffüberzug versehen wurde. Dieser Überzug ist aber massiver und damit sicher qualitativ höherwertiger als ich das aus dem Osten kenne...

Das Spiel zwischen dem Jülicher TV und dem Scherberg TV in der Frauenkreisklasse war dann leider durch Ballspazierentragen und langem Herumliegen nach minimalen Berührungen am Kreis gekennzeichnet. Ich habe noch keine Frauenfußballmannschaft so ein Theater machen sehen, wie v.a. die Scherbergerinnen hier. Außerdem war jedes Frauenkreisliga-Fußballspiel besser als dieses Handballspiel. Leider sind ohnehin die Handballspiele auf Kreisebene fast immer großer Schrott, auch oft bei den Männern, was beim Fußball (und eigentlich auch beim Basketball) nicht der Fall ist! Nun ja: 27-15 gewann hier heute Jülich – darunter viele haltbare Würfe gegen eine ganz schwache Torfrau... Jülicher TV FR 27:15 TV Scherberg FRSehr viel besser, sogar besser als erwartet, dann das Match der Mittelrhein-Oberliga der Frauen in Liblar. Da war ich so früh da, dass ich erstmal durch den Ortskern lief für ein paar Fotos. Bei Gelegenheit komme ich bei Helligkeit noch mal dort hin: das Schloss sieht ganz gut aus.

Die Carl-Schurz-Halle ist aber auch ganz gut. Wieder ein ansehnliches Foyer und ein älteres Modell mit mehrreihiger Untertribüne, hier sogar noch mit Holzbänken. Alles wirkte schon sehr abgegriffen, aber eben deshalb sehenswert. 3€ Eintritt für die Liga das übliche – die Brezeln und Brötchen wurden die am Eingang aber leider nicht los...

Das Spiel zwischen dem HV Erftstadt und der II. von TuS Königsdorf war wie gesagt erstaunlich gut. Nachdem die Partie über weite Strecken der ersten Hälfte vom Gastgeber gut beherrscht wurde, kippte sie überraschend völlig zugunsten der Gäste in Hälfte zwei. Am Ende ein viel zu hoher 7-Tore-Sieg für Königsdorf II: 23-30. Somit also doch noch ganz guten Handball heute gesehen... HV Erftstadt FR 23:30 TuS Königsdorf FR IIStatistik:
- Grounds: 2.551 (4; diese Saison: 108 neue)
- Sportveranstaltungen: 3.793 (4; diese Saison: 144)
- Tourkilometer: 190 (190km Auto)
- Saisonkilometer: 73.690 (56.340 Flugzeug/ 15.570 Auto, davon 4.670 Mietwagen/ 1.740 Fahrrad/ 40 Schiff, Fähre / 0 Bus, Bahn, Straßenbahn)
- Anzahl der Fußballspiele seit dem letzten 0-0: 9 [letzte Serie: 41, Rekordserie: 178]
- Jede Woche mindestens eine Sportveranstaltung seit: Kalenderwoche 31 des Jahres 2006 (31.7.-6.8.), d.h. seit 698

Montag, 16. Dezember 2019

W698II: Radballpokal im Gießener Umland

Radball Deutschlandpokal Elite 2020 Vorrunde Gruppe 4 in Krofdorf
- Datum: Samstag, 14. Dezember 2019 – Beginn: 13.00
- Wettbewerb: Vorrunde des Deutschlandpokals im Radball (alle teilnehmenden Mannschaften aus der 2. Bundesliga Mitte)
- Tabelle: 1. RC 03 Worfelden I 11:7 7 / 2. RSG 1898 Ginsheim II 11:10 6 // 3. RSV Teutonia 1910 Krofdorf-Gleiberg II 8:10 4 / 4. RSV Teutonia 1910 Krofdorf-Gleiberg III 5:8 0
- Spielergebnisse: RSV Krofdorf II 3:2 RSV Krofdorf III, RC Worfelden 6:3 RSG Ginsheim II, RSV Krofdorf II 2:5 RSG Ginsheim II, RSG Ginsheim II 3:2 RSV Krofdorf III, RC Worfelden 2:1 RSV Krofdorf III, RSV Krofdorf II 3:3 RC Worfelden
- Austragungsort: Schulsporthalle Burgstraße 10 / Sporthalle der Grundschule Krofdorf-Gleiberg (Kapazität: 150, davon 70 Sitzplätze)
- Zuschauer: ca. 25 (überwiegend Krofdorfer und pausierende Aktive)
- Unterhaltungswert: 6,5/10 Deutschlandpokal Elite 2020 Vorrunde Gruppe 4 in Krofdorf-Gleiberg Photos with English commentary:
a) Cycle Ball: German Cup, 1st Rd. Tournament in Krofdorf-Gleiberg
b) Sightseeing: Castle Ruins Vetzberg and Gleiberg 

Ein Radballturnier hatte ich seit fast einem Jahr keines mehr besucht. Da die Vorrunde des Deutschlandpokals u.a. in der Nähe von Gießen gespielt wurde, machte ich mich mit Moritz auf dem Weg nach Kroftorf-Gleiberg. Ein paar Besichtigungsstopps in direkter Nähe der Halle – zuerst die Burg Vetzberg (interessant ist dort auch das Vortor, aber von der Burg auf dem Felsen ist außer dem Bergfried fast nichts erhalten und der ist derzeit eingezäunt) und dann die Burg Gleiberg (enormer, begehbarer Bergfried, historisierender Gaststättenbau, ausgedehnte Mauern mit stadtbefestigungsartiger Vorburg und noch gut erhaltene Ruinen vom Palas und Verteidigungsgängen) – und dann rein in die Halle, die sich ebenfalls in der Burgstraße, aber mit wenig Sicht auf die Burganlage, befindet. Krofdorf-GleibergDer Radsportverein Teutonia 1910 Krofdorf-Gleiberg nutzt zwei Hallen. Eine größere (Eduard-David-Sport- und Mehrzweckhalle) und eine kleinere (Sporthalle der Grundschule Gleiberg). In der kleineren wurde heute gespielt. Sie ist ein unscheinbares Gebäude mit interessanter Eingangs- und Fensterfront, sehr alten Basketballkörben und einer schönen Empore. Man sitz direkt am Spielfeld auf Turnbänken oder hinter dem einen Tor vor einem Fangnetz auf Stühlen.

Zuschauer kamen nur sehr wenige. Zudem kam eine Mannschaft – RV 1910 Hechtsheim II aus der Oberliga Rheinland-Pfalz – gar nicht. So gab es statt 10 Spielen nur 6. Diese waren aber wenigstens mittelmäßig bis sehr gut. Am Ende setzten sich, für mich klang es etwas überraschend, Worfelden und Ginsheim II durch. Da nur die ersten beiden für das Viertelfinale qualifiziert sind, schieden beide Mannschaften von Krofdorf-Gleiberg im Heimturnier aus. Die III. Mannschaft sogar punktlos.

Der Rückweg ging etwas schneller als der Hinweg, es gab aber auch hier in den Höhenlagen des Westerwaldes leichten Schneefall und heftigste Windböen. Deutschlandpokal Elite 2020 Vorrunde Gruppe 4 in Krofdorf-Gleiberg Statistik:
- Grounds: 2.547 (1; diese Saison: 104 neue)
- Sportveranstaltungen: 3.789 (1; diese Saison: 140)
- Tourkilometer: 290 (290km Auto)
- Saisonkilometer: 73.500 (56.340 Flugzeug/ 15.380 Auto, davon 4.670 Mietwagen/ 1.740 Fahrrad/ 40 Schiff, Fähre / 0 Bus, Bahn, Straßenbahn)
- Anzahl der Fußballspiele seit dem letzten 0-0: 7 [letzte Serie: 41, Rekordserie: 178]
- Jede Woche mindestens eine Sportveranstaltung seit: Kalenderwoche 31 des Jahres 2006 (31.7.-6.8.), d.h. seit 698

Mittwoch, 11. Dezember 2019

W698I: Fast hätte der Putzmann für einen Spielabbruch gesorgt...

SV Ennert-Kündinghoven 1911 ......................... 2
Sportverein Bonn-Süd 1965 ................................ 3
- Datum: Dienstag, 10. Dezember 2019 – Beginn: 20.20
- Wettbewerb: Breiten- und Freizeitsport Bezirksklasse Rheinland 1 (5. Freizeitvolleyballliga/ Mixed)
- Ergebnis: 2-3 nach ca. 92 (23/15/15/28/11) Minuten – Sätze: 25-17, 13-25, 14-25, 25-23, 10-15 (87:105)
- Strafen: keine
- Austragungsort: Sporthalle 1 des Kardinal-Frings-Gymnasiums (Kapazität: 100, davon 20 Sitzplätze)
- Zuschauer: 3 (keine Gästefans)
- Unterhaltungswert: 6,0/10 SV Ennert-Küdinghoven 2:3 SV Bonn SüdPhotos with English commentary:
Amateur Volleyball in Bonn: Ennert vs. Bonn Süd at Kardinal Frings Grammar School 

Es gibt noch die ein oder andere Sporthalle in Bonn, die mehr oder weniger regelmäßigen Spielbetrieb erlebt, in der ich noch nicht war. Diese von der Volleyabteilung des SV Ennert genutzt Schulsporthalle war sogar ganz sehenswert: das katholische Kardinal-Frings-Gymnasium hat drei Sporthallen, davon zwei baugleiche zu bieten. Im Übrigen leisten die sich noch den Luxus eines Fußball- und Hockeykunstrasens, auf dem kein Spielbetrieb stattfindet! Die weiter südlich gelegene der beiden baugleichen Sporthallen bezeichne ich mal als die 1. Auffällig sind an der Halle die ungewöhnlichen Verglasungen und die Mischung aus Betonwand und Holztäfelung. Sieht schon nicht schlecht aus!

Auch das Spiel war nicht so schlecht trotz niedriger Spielklasse. Die deutlich erfahrener Mannschaft vom SV Ennert gewann den ersten Satz recht deutlich, ging dann aber in den nächsten beiden Sätzen regelrecht unter gegen die jungen und größer gewachsenen Spieler und Spielerinnen von Bonn Süd, doch erkämpfte sich noch den Tiebreak mit einem knappen Sieg in Satz 4. Der Tiebreak ging aber zum Ende hin deutlich 10:15 an Bonn-Süd. Das war auch besser so, denn der Putzmann wartete schon in der Tür, dass er die Halle zumachen kann und laut einem Ennert-Spieler gab es mit dieser unsympathischen Gestalt schon ein paar Mal Ärger, weil bei ihm 22 Uhr Feierabend halt 22 Uhr Feierabend heißt und auch schon ein Spiel deshalb abgebrochen werden musste... SV Ennert-Küdinghoven 2:3 SV Bonn SüdStatistik:
- Grounds: 2.546 (1; diese Saison: 103 neue)
- Sportveranstaltungen: 3.788 (1; diese Saison: 139)
- Tourkilometer: 20 (20km Rad)
- Saisonkilometer: 73.210 (56.340 Flugzeug/ 15.090 Auto, davon 4.670 Mietwagen/ 1.740 Fahrrad/ 40 Schiff, Fähre / 0 Bus, Bahn, Straßenbahn)
- Anzahl der Fußballspiele seit dem letzten 0-0: 7 [letzte Serie: 41, Rekordserie: 178]
- Jede Woche mindestens eine Sportveranstaltung seit: Kalenderwoche 31 des Jahres 2006 (31.7.-6.8.), d.h. seit 698

Dienstag, 10. Dezember 2019

W697III: 11 gelbe Karten aber nur 1 Tor in Königsfeld

SG Franken/ Königsfeld/ Koisdorf .................... 0
SV Grün-Weiß Oedingen 1946 ........................... 1
- Datum: Sonntag, 8. Dezember 2019 – Beginn: 13.00
- Wettbewerb: Kreisliga B, Ahr (9. Fußballliga, 4. Amateurliga)
- Ergebnis: 0-1 nach 95 (45/50) Minuten – Halbzeit: 0-0
- Tor: 0-1 54. Reineri
- Gelbe Karten: 7x Königsfeld, 4x Oedingen
- Rote Karten: keine
- Austragungsort: Sportplatz Königsfeld (Kapazität: 500 Stehplätze)
- Zuschauer: ca. 75 (davon ca. 15 Gästefans)
- Unterhaltungswert: 6,5/10 SG Franken/ Königsfeld/ Koisdorf 0:1 SV GW OedingenPhotos with English commentary:
a) Amateur Football in Königsfeld: Franken/ Königsfeld vs. Oedingen
b) Sightseeing in and around Königsfeld: Vehn Palace, Jewish Cemetery, Christian Cemetery, Church, Chapel

Auch diesen Sonntag wieder eine Radtour bei miesem Wetter: 6-10 Grad und vereinzelt auch noch Schauer. Diesmal aber statt 126 „nur“ 83km. Bis Remagen den Rhein entlang und dann nach Sinzig und hoch nach Löhndorf. Noch weiter hoch in den Wald unter der Autobahnbrücke durch. Da steht das Schloss Vehn. Ein wirklich sehenswerter Bau mit interessanter Kapelle und vielen Nebengebäuden. Wie üblich in Rheinland-Pfalz aber nur von außen teilweise einsehbar und betreten verboten, da in Privatbesitz. Im direkten Umfeld befinden sich noch Stallungen und ein interessant verfallener Landwirtschaftsbau. Die Besitzer, die dieses Kulturgut so wegsperren, sind übrigens eine Erbengemeinschaft mit u. a. Nachfahren der Kekshersteller-Gründer Bahlsen.

Durch den Wald nach Königsfeld führt die Strecke etwas im Zickzack auf mehr oder weniger gut fahrbaren unbefestigten Wegen. Ganz am Dorfrand befindet sich in kleiner jüdischer Friedhof. Der jüngste Grabstein ist von 1942, wobei er laut u. a. Wikipedia erst nach dem Krieg gesetzt wurde. Seltsam ist zum einen dieser Umstand und zum anderen, dass dieser Friedhof laut Wiki die NS-Zeit unbeschadet überstanden hat. So wie ich diese Forschungswebsite hier verstehe, sind alle Königsfelder Juden im Dritten Reich vertrieben oder getötet worden und außerdem wurde der Friedhof wohl in den 60ern völlig umgestaltet und verkleinert zusammengezogen
Es gibt natürlich auch einen ungleich größeren und gepflegteren christlichen Friedhof, unterhalb davon einen kleinen Bolzplatz. Die meisten Privathäuser von Königsfeld liegen zwar schön – so hier am gebirgigen Übergang von Rheinland zu Pfalz – sind aber völlig gesichtslos. Nur um die Kirche herum existieren noch etliche historische Bauten aus Fachwerk bzw. aus Stein, wie die aus Spolien der im 19. Jh. abgerissenen Burg erbaute ehemalige Schule. Die Kirche ist Innen mal wieder recht sehenswert und auch Außen ein auffälliger Bau. Vom zerstörten jüdischen Bethaus ist nichts mehr zu sehen. Ich habe auch keine Infotafel gefunden. Die ehemalige Burg, die Kirche usw. haben prima Infotafeln – der jüdische Friedhof aber z. B. nicht.
Auf dem Weg zum Sportplatz besichtigte ich noch eine ganz schöne Kapelle, die unterhalb eines Felsen liegt und innen durch ein einzelnes mit Blumenmuster verziertes Fenster auffällt. KönigsfeldDer Sportplatz von Königsfeld liegt 1km außerhalb vom Dorf auf einer Anhöhe. Der Hartplatz liegt zwar von Wald umgeben mit etwas Blick in die Landschaft über das Dorf hinweg, aber überzeugte mich landschaftlich nicht. Baulich hat er zudem außer einem Sportlerheim gar nichts zu bieten. Laut einigen Heimfans wiederum, hat das Sportlerheim auch nichts zu bieten, außer zerkochter Bockwurst im Brötchen...

Auf dem Feld standen sich die Spielgemeinschaft aus der DJK Königsfeld, dem SV Franken und den Sportfreunden Koisdorf und der SV Grün-Weiß Oedingen gegenüber. Oedingen war anfänglich drückend überlegen, nach 20 Minuten kam aber der Gastgeber ins Spiel. Tore fielen allerdings in den ersten 45 Minuten trotz einiger Chancen nicht. In der zweiten Hälfte fiel dann wenigstens ein Treffer – für Oedingen. Die danach stärkere SG Königsfeld vergeigte ein paar Chancen und kam oftmals gar nicht erst zum Schuss. Die Niederlage war allerdings schon sehr unglücklich. Nun stehen sie auf dem Play-down-Platz, der Letzte (derzeit Gönnersdorf; 1 Punkt aber auch 1 Spiel weniger) steigt direkt ab. Oberahrtal Antweiler-Barweiler und Oedingen sind 2 bzw. 3 Punkte voraus. Kreuzberg/ Ahrbrück als Zehnter hat mit 12 Punkten Vorsprung auf den Letzten nicht mehr wirklich mit Abstieg zu tun. Die Frankener/ Königsfelder/ Koisdorfer brauchen sich darüber aber auch nicht zu wundern: nur 18 Tore in 17 Spielen, aber 52 gelbe Karten und 5 Platzverweise... SG Franken/ Königsfeld/ Koisdorf 0:1 SV GW OedingenStatistik:
- Grounds: 2.545 (1; diese Saison: 102 neue)
- Sportveranstaltungen: 3.787 (1; diese Saison: 138)
- Tourkilometer: 80 (80km Rad)
- Saisonkilometer: 73.190 (56.340 Flugzeug/ 15.090 Auto, davon 4.670 Mietwagen/ 1.720 Fahrrad/ 40 Schiff, Fähre / 0 Bus, Bahn, Straßenbahn)
- Anzahl der Fußballspiele seit dem letzten 0-0: 7 [letzte Serie: 41, Rekordserie: 178]
- Jede Woche mindestens eine Sportveranstaltung seit: Kalenderwoche 31 des Jahres 2006 (31.7.-6.8.), d.h. seit 697

W697II: Zwei Auswärtsspiele und zwei Niederlagen an einem Tag

Krefelder FC Uerdingen ..................................... 4
F. C. Hansa Rostock ............................................ 1
- Datum: Samstag, 7. Dezember 2019 – Beginn: 14.00
- Wettbewerb: 3. Liga (3. deutsche Profifußballliga)
- Ergebnis: 4-1 nach 96 (46/50) Minuten – Halbzeit: 2-1
- Tore: 0-1 21. Omladic, 1-1 22. Boere, 2-1 37. Scherff (Eigentor, Schuss von Boere), 3-1 60. Maroh, 4-1 93. Boere
- Gelbe Karten: Maroh (KFC); Ahlschwede, Rieble, Neidhart, Öztürk (FCH)
- Rote Karten: keine
- Austragungsort: sogenannte Merkur Spiel-Arena (Düsseldorf; Kapazität: 54.600, davon 44.583 Sitzplätze/ heute freigegeben: ca. 10.000 (9.000 Sitz- und 1.000 Stehplätze))
- Zuschauer: ca. 5.000 (davon 4.899 zahlende und ca. 1.200 Gästefans)
- Unterhaltungswert: 7,0/10

HSG Jahn 05/SC West Düsseldorf II ................ 26
HSG Neuss/Düsseldorf IV .................................. 33
- Datum: Samstag, 7. Dezember 2019 – Beginn: 16.30
- Wettbewerb: Kreisliga Düsseldorf (9. Handballliga, 6. Amateurliga)
- Ergebnis: 26-33 nach 60 (2x30) Minuten – Halbzeit: 9-16
- Statistiken: NN
- Austragungsort: Sporthalle der Carl Benz Realschule (Kapazität: 300, davon 200 Sitzplätze)
- Zuschauer: ca. 15 (davon ca. 3 Gästefans)
- Unterhaltungswert: 5,5/10

Telekom Baskets Bonn ...................................... 103
Mitteldeutscher BC (Weißenfels) ....................... 85
- Datum: Samstag, 7. Dezember 2019 – Beginn: 20.30
- Wettbewerb: Basketball-Bundesliga (sogenannte „easyCredit Basketball Bundesliga“; 1. deutsche Profibasketballliga)
- Ergebnis: 103-85 nach 40 (4x10) Minuten – Viertel: 29-19, 25-25, 23-24, 26-17
- Statistiken: Ligawebsite (sehr ausführlich)
- Austragungsort: sogenannter „Telekom Dome“ (Kapazität: 6.000, davon 4.000 Sitzplätze)
- Zuschauer: ca. 4.000 (gemeldet: 4.780, Gästefans: ca. 20)
- Unterhaltungswert: 6,5/10 KFC Uerdingen 4:1 F.C. Hansa RostockPhotos with English commentary:
a) Hansa Rostock’s Away Game in Düsseldorf: KFC Uerdingen vs. FCH
b) Mitteldeutscher BC’s Away Game in Bonn: Telekom Baskets vs. MBC
c) Amateur Handball in Düsseldorf: Jahn/ West Res. vs. HSG Neuss/Düsseldorf IVth Seven
d) On Foot to the Stadium in Düsseldorf: Rhine Promenade and Panorama

Nach dem beschissenen Auswärtsspiel in Lautern vor zwei Wochen und dem 1:0 Heimsieg gegen Würzburg vor einer Woche (den im Gegensatz zu mir mein Vater im Stadion verfolgte), stand nun wieder ein Auswärtsspiel in der Nähe an. Nur 70km sind es von meiner Wohnung bis zum Stadion in Düsseldorf, in das der KFC Uerdingen ja bekanntermaßen ausweichen muss. Also meinetwegen könnten die in Russland spielen oder auch Kreisliga in Krefeld – aber OK, so machte ich einen neuen Ground, weil ich bei der Fortuna noch nicht gucken war...

Auch hier wieder Parkplatzabzocke: 5€ für Parkplätze direkt am Stadion. Man kann erst 2km entfernt nördlich oder östlich des Stadions (z.B. Parkstreifen am Aquazoo) kostenlos parken. Aufgrund eines danach dort ausgetragenen Handballspiels, fuhr ich sogar nur bis zur Sporthalle in der Lewitstraße, die 5km entfernt liegt. So bewegte ich mich wenigstens ordentlich, bis ich 12.45 Uhr an der Kasse stand...

Die Eintrittskarten sind mit 15€ für nen Steher obszön, 22€ Sitzplatz auch im oberen Bereich. Richtig asozial die Cateringpreise: wenigstens schmeckten die Krakauer für 4,30€ (Bratwurst 3,30€) sehr gut. Ein angemessener Preis wäre ja 1,87€ für die Bratwurst und 2,04€ für die Krakauer – alternativ 110 bzw. 140 Russische Rubel...

Das Stadion lohnt sich aber zu besuchen. Bei einem Spiel der Fortuna sieht es nie so leer aus, aber bei dieser lächerlichen Kulisse heute – kaum mehr als 3.500 Krefelder plus gut 1.200 Rostocker – kommt die Innenarchitektur mit den seltsamen bunten Sitzen richtig zur Geltung. Origineller ist aber die Außen- und Dachgestaltung. Drumherum die extrem hässlichen Messebauten und auch beim Stadion ist die Farbgebung eher hässlich, aber dafür ist die kastenförmige aber nicht geschlossene Verkleidung sehr originell und die ganzen Treppenaufgänge sind sehr schön gemacht. Eines der besseren Bundesligastadien in jedem Fall! Lustig war natürlich auch, dass die Fortuna wissen ließ, dass es ihr Stadion ist. Infos zum Stadion wie Innenansichten und geschichtliche Daten findet man auch nur bei der Fortuna auf der Seite - nur hier im Stadion selber, waren extra Bereiche mit Fortuna-Wappen freigelassen, wehten Vereinsfahnen und selbst die Servietten am Grillstand waren mit dem Fortuna-Logo bedruckt. Schließlich warben sie sogar im Foyer des Gästeblocks mit ihrer Trikotkollektion... Als die Uerdinger zum Warmmachen aufliefen, hätte ich deshalb fast „scheiß Fortuna, scheiß Fortuna“ gerufen...

Gerufen und gefeiert wurde natürlich wieder viel. Hansa-Fans wie immer sehr stark im Supporten. Heute hatten hier auch die Ultras völlig das Sagen, die wiesen sogar im Ordner-freien Gästeblock uns normalen Fans die Sitzplätze zu... Zu Spielbeginn eine Schweigeminute für einen verstorbenen Fan – habe leider die Megafondurchsage dazu nicht ganz verstanden – mit schwarzer Folienchoreo und zwei Bengalos. Wegen dieser Bengalos störte der dumme Stadionsprecher diese Schweigeminute. Danach richtig lauter Support und Hansa nach anfänglicher Unterlegenheit sogar mit einem Kopfball nach Abpraller zum 0:1. Nur 40 Sekunden später aber schon wieder der Ausgleich. Noch vor der Pause dilettantisches Abwehrverhalten und ein Eigentor – der Ball wäre drei Meter an der Bude vorbeigegangen. Uerdingen leider auch die bessere Mannschaft.

Nach der Pause eine starke Pyroaktion mit spektakulär vermummten Rostockern – passend zu den dicken Winterjacken eine Skimütze aufgesetzt... Spielerisch lief aber gar nichts mehr. Hansa völlig ideenlos, unfähig, keinerlei Kampfgeist, kein Niveau. Uerdingen kam zwischendurch wieder in die Gänge, erzielte mit dem 3:1 die Entscheidung und in der Nachspielzeit noch das etwas zu hohe 4:1. Hansa nun von den Aufstiegsplätzen genauso weit weg wie von den Abstiegsplätzen.

Diese Situation war ausschließlich dem Niveau der Mannschaft geschuldet, die mit einem besseren Ligakonkurrenten wie den Uerdingern nicht mithalten kann. An den Fans oder dem Schiedsrichter – heute Schiedsrichterin: Riem Hussein aus Bad Harzburg gefiel mir in jeder Hinsicht besser als die schon drei Mal live erlebte und jedes Mal ganz schlechte Quotenfrau Bibiana Steinhaus, aber die Karten saßen bei der die palästinensisch-stämmigen promovierten Apothekerin zu locker – lag es eben nicht!

Die Herkunft der Schiedsrichterin erinnert mich übrigens daran, dass mir beim Gang zum Gästeblock noch der Eingang vom Tulip Inn, einem Nobelhotel unterhalb des Stadions, auffiel, wie unprofessionell da mit Fremdsprachen hantiert wurde. Der mehrsprachige Willkommensschriftzug für ausländische Hotelgäste war mindestens im Arabischen total verkehrt: Willkommen/ engl. Welcome usw. ist auf Arabisch (أهلا وسهلا) oder (مرحباً بكم). Google translate und ähnliche Scheiße gibt aber gerne falsch "ترحيب" als Übersetzung, was „Willkommensgruß“ heißt. Hat man dann noch den arabischen Schriftsatz nicht aktiviert auf seinem Computer, fallen die Buchstaben dieser Schreibschrift (es gibt weder Druckschrift noch Groß- und Kleinschreibung in Arabisch, nur viele verschiedene Schriftarten und durch die effektiv fast 100 Zeichen ist das Alphabet ohnehin schon komplex genug) auseinander. Im Endeffekt steht bei den Deppen überm Eingang somit statt „Willkommen“ oder (was schon falsch genug wäre) „Willkommensgruß” also 
„ß u r g s n e m m o k l l i w“... KFC Uerdingen 4:1 F.C. Hansa RostockDanach ein 6km langer und zügiger Marsch zurück zur Sporthalle. Da die Bullen den kürzesten Weg versperrten, musste ich länger außen um die Messe herum, weswegen ich auch erst Mitte der ersten Halbzeit in der recht interessanten Sporthalle der Carl-Benz-Realschule ankam. Die dreireihige und mit schönen Holzbänken sowie einer Sprecherkabine versehene Obertribüne liegt 4-5 Meter höher als das Spielfeld und ist sehr steil.

So weit unter mir tat sich ein mittelmäßiges Handballspiel der Kreisliga Düsseldorf. Zwei Ligen drunter gibt es noch. Gastgeber war die II. Mannschaft der Spielgemeinschaft von Jahn 05 und SC West. Zu Gast war die IV. Mannschaft der HSG Neuss/ Düsseldorf, welche 2017 aus einer Kooperation der Vereine Neusser HV und ART Düsseldorf entstand und nun aus den Vereinen Neusser HV und HC Rhein Vikings Düsseldorf besteht. Die Erste Mannschaft ist ein Abstiegskandidat in Liga 2 – hier hatte man es mit der in ihrer Liga viel erfolgreicheren Vierten Mannschaft zu tun, die das Spiel sicher beherrschte und mit 25:33 gewann. HSG Jahn/ West Düsseldorf II 26:33 HSG Neuss/ Düsseldorf IVDanach ging es zurück nach Bonn und zwar auf den Hardtberg. Mein in jeder Saison getätigter Besuch bei den Telekom Baskets Bonn stand an. Denn heute gastierte der MBC Weißenfels mal wieder dort. Ich dachte erst, ich sehe nicht richtig, als ich in der Tabelle sah, dass der MBC als Drittletzter immer noch besser als der sonst meist in der Spitzengruppe und auch in dieser Saison in der Champions League aktive Gastgeber ist: die Telefonbasketballer sind Vorletzter! Nur die Hamburger sind noch schlechter! Keine Ahnung, ob sich Bonn bei irgendwas verhoben hat, aber die Mannschaft ist ja wirklich schwach in dieser Bundesligasaison, während sie in der Champions League und dem deutschen Pokal richtig stark spielen!

Aber auch der MBC ist keine Freude. Hauptsponsor Puraglobe hat die Namensrechte gekauft und den völlig schwachsinnigen Produktnamen „Syntainics MBC“ kreiert. Schwer auszusprechen, man kann sich nichts darunter vorstellen (es ist wohl eine Herstellungstechnik für spezielle Motorenöle bzw. deren Produktlinie und von der Puraglobe patentiert) und klingt auch noch scheiße. Wenn diese Finanzspritze der US-Firma wenigstens zu besseren Leistungen als in den letzten Spielzeiten verhelfen würde, aber nein: wie immer Abstiegskampf!

Eigentlich wollte ich wieder in der Nähe vom Gästebereich hinter der letzten Reihe am Umlauf (für 16,50€) stehen, aber eine nette junge Frau bot mir einen Sitzplatz zum halben Preis an. Sie gehörte nämlich zu einer Gruppe Cheerleader, die mit rabattierten Gruppenkarten zum Spiel gingen – und die kosten nur 12€ statt 24€. Blöd natürlich nur, dass die Plätze direkt am Heimstehblock waren... Aber beim deutschen Basketball muss man da keinen Ärger erwarten, wenn man aufgrund seiner Regungen zum Spielverlauf als gegnerischer Fan erkennbar ist – wir sind ja nicht in Griechenland oder Serbien hier... 

Im ersten Viertel war der MBC teilweise auf Augenhöhe, aber keineswegs besser. Durch eine schwache Schlussphase gerieten sie aber mit 10 Punkten ins Hintertreffen. Das völlig ausgeglichene zweite Viertel ließ noch Hoffnung aufkommen, doch im dritten Viertel hielt Bonn den MBC nur noch auf Distanz. Das letzte Viertel war vom MBC unterirdisch und Bonn zog verdient mit bis zu 20 Punkten davon: 103 zu 85 am Ende. Durch den Sieg der Hamburg Towers ist der MBC nun mit 9 Niederlagen aus 11 Spielen Letzter und würde somit absteigen. Katastrophal! Diese Mannschaft ist wieder einmal kaum wettbewerbsfähig. Wenn die immer so spielen, ist das genauso so eine Scheiße wie in der Abstiegssaison, wo ich sie selbst in Crailsheim habe verlieren sehen! Besonders störend war hierbei der gehypte ex NBA-Spieler Dorsey zu beobachten. Ein Totalausfall im ersten Viertel, am Ende 11 Punkte (bei fast 30 Minuten Spielzeit) und einige Rebounds, aber v.a. etliche verworfene Freiwürfe, unprofessionelles Verhalten (Freiwurf des Gegners gestört, der deswegen wiederholt werden musste), Fehlwürfe des Gegners nicht aufgenommen oder verwertet, mit seinem Standbasketball selten sinnvoll vorm Korb agiert – was ein abgehalfterter Altherrenspieler! Und bei der Gesamtleistung der Mannschaft sehe ich schwarz für diese Saison! Telekom Baskets Bonn 103:85 Mitteldeutscher BC WeißenfelsStatistik:
- Grounds: 2.544 (2; diese Saison: 101 neue)
- Sportveranstaltungen: 3.786 (3; diese Saison: 137)
- Tourkilometer: 150 (150km Auto)
- Saisonkilometer: 73.110 (56.340 Flugzeug/ 15.090 Auto, davon 4.670 Mietwagen/ 1.640 Fahrrad/ 40 Schiff, Fähre / 0 Bus, Bahn, Straßenbahn)
- Anzahl der Fußballspiele seit dem letzten 0-0: 6 [letzte Serie: 41, Rekordserie: 178]
- Jede Woche mindestens eine Sportveranstaltung seit: Kalenderwoche 31 des Jahres 2006 (31.7.-6.8.), d.h. seit 697