Montag, 20. August 2012

W316IV: Taucha ringt Naunhof im Elfmeterschießen nieder

SV Naunhof 1920 6:7 (n.E.) SG Taucha 99
Datum: Sonntag, 19. August 2012 – Anstoß: 15.00
Wettbewerb: 1. Hauptrunde Sachsenpokal (beide Teams Bezirksliga Nord; 7. Liga, 2. Amateurliga)
Ergebnis: 6-7 nach 125 Min. (46/49/15/15) und Elfmeterschießen – Halbzeit: 1-1, Reguläre Spielzeit: 2-2, Verlängerung: 2-2, Elfmeterschießen: 4-5
Tore: 1-0 9. Roy Pfüller, 1-1 24. Robert Klauss, 2-1 50. Roy Pfüller, 2-2 85. Tom Baumgart
Elfmeterschießen: 2-3 Rene Suchy, 3-3 Robert Sommer, 3-4 Robert Klauss, 4-4 Daniel Völz, 4-5 Marcel Schöps, 5-5 Alexander Witt, 5-6 Tom Baumgart, 6-6 Sergio Osman, 6-7 Thomas Stolle, (6-7) Tim Grune hält den Schuss von Rene Böttcher
Verwarnungen: Christian Ritter, Daniel Völz (Naunhof); 2x Philipp Fleischer, Tom Baumgart, Marcel Schöps, Thomas Stolle, Robert Klauss, Tim Schumann (Taucha)
Platzverweise: Philipp Fleischer von SG Taucha; in 83. Min. wg. wiederholtem Foulspiel
Spielort: Sportplatz Clade (Kap. 1.500, davon 150 Sitzplätze)
Zuschauer: ca. 200 (davon 168 zahlende und ca. 20 Gästefans)
Unterhaltungswert: 7,0/10 (Spannendes, enges und gutes Pokalspiel)
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Es gibt tatsächlich Gegenden in Deutschland, in denen bei läppischen 35-39 Grad Spiele abgesagt oder verlegt wurden. Wenn man erst in den Abendstunden anfängt: OK – aber ganz auf einen späteren Termin verlegen ist natürlich die letzte Scheiße. Ab November ist es dann den Spinnern doch wieder zu nass und zu kalt… Zum Glück macht sich aber nicht ganz Fußball-Deutschland so zum Idioten wie der Fußballkreis Darmstadt. Die haben sich aber ohnehin eine Auszeichnung wie „Dümmster Kreisverband“ verdient – schon allein für so ein krankes Projekt, eine Mannschaft von Gefängnisinsassen am Spielbetrieb teilnehmen zu lassen, die natürlich nur Heimspiele hat, die natürlich auch nur auf dem Sportplatz in der JVA stattfinden. Da es allerdings auch im Saalekreis vereinzelte Absagen gab, die aber möglicherweise auch mit der Urlaubszeit zusammenhängen, kontrollierte ich noch mal, ob es bei der Ansetzung „15 Uhr Naunhof gegen Taucha“ geblieben ist.

Die Ansetzung ist ja auch ein bisschen blöd, irgendwie: Erst im Pokal, dann in der Liga gegeneinander. Innerhalb von 8 Tagen treffen die Bezirksligamannschaften aus Naunhof und Taucha zwei Mal aufeinander! Das Pokalduell wurde im Stadion an der Clade, in einem schönen Waldstück etwas außerhalb des trostlosen Kaffs bei Leipzig gelegen, ausgetragen. Die von Bäumen umgebene Sportanlage hat auch eine zweireihige Steh- und Sitztribüne mit roten Schalensitzen zu bieten. Zwar nicht richtig spektakulär, aber ganz OK.

3€ Eintritt ist auch ganz OK, dafür hatte man zum einen einen Sitzplatz im Schatten und zum anderen bekam man viel Fußball geboten. Naunhof ging zwar schnell in Führung, doch kassierte auch bald darauf durch einen Stellungsfehler des Torwarts den Ausgleich. Danach machten es beide Mannschaften dem Schiedsrichtergespann mit ihrer dreckigen Art zu foulen etwas schwer. Richtig grobe Fouls waren keine dabei, aber enorm viele kleine. Nach der Pause ging Naunhof erneut schnell in Führung: Das angebliche Eigentor des danach zu Höchstform auflaufenden Tauchaers Baumgart kann man getrost dem starken Naunhofer Stürmer Pfüller anrechnen. Die Pille wäre eh rein gegangen, auch wenn Baumgart die Bahn änderte. Der Torwart war zudem schon geschlagen. Ebendieser angebliche Eigentorschütze war es übrigens, der kurz vor Abpfiff nach einem Freistoß zum 2:2 einnetzte. Da war Taucha übrigens schon in Unterzahl, da sie einen berechtigten Platzverweis kassierten. Eigentlich hätte Naunhof auch noch kurz vor Ende der regulären Spielzeit einen gelb-roten Karton kriegen müssen, aber der Schiedsrichter pfiff 100% der Tauchaer und nur 90% der Naunhofer Fouls und verteilte die Karten auch im Übermaß an den Gast. Einfluss aufs Spiel nahmen die ansonst guten Unparteiischen aber nicht. Das Spiel vergeigte Naunhof dann ohnehin im Elfmeterschießen: Nach neun hervorragenden Elfmetern kam dann hat mal ein schwacher und schon stand es 6:7 für Taucha!
IMG_6636 Statistik:
Grounds: 782 (heute 1 neuer; diese Saison: 14 neue)
Sportveranstaltungen: 1.595 (heute 1, diese Saison: 18)
Tageskilometer: 110 (110 Fahrrad)
Saisonkilometer: 3.390 (2.880 Auto/ 510 Fahrrad/ 0 Flugzeug/ 0 Bahn, Bus, Tram/ 0 Schiff, Fähre)
Anzahl der Fußballspiele seit dem letzten 0-0: 131
Anzahl der Wochen, seit der letzten Woche ohne eine einzige Sportveranstaltung (31.7.-6.8. 2006): 316

Sonntag, 19. August 2012

W316III: Münchener Kängurus kicken Stuttgarter Emus mit mehr als der doppelten Trefferzahl weg

Munich Kangaroos 19.7 (121) : 9.6 (60) Stuttgart Emus 
Datum: Samstag, 18. August 2012 – Kick-off: 14.45
Wettbewerb: AFLG (Australian Football League Germany – Deutsche Liga im Australian Football)
Ergebnis: 121-60, d.h. München 19 Goals (= je 6 Punkte), 7 Behinds (= je 1 Punkt) – Stuttgart 9 Goals, 6 Behinds; nach 80 Min. (4x20)
Viertelergebnisse: 6.3-2.1, 5.0-3.0, 5.2-3.2, 3.2-3.1; d.h. 39-13, 30-18, 32-20, 20-19
Spielort: Klosterwiese Fürstenfeldbruck (Kap. 1.500 Stehplätze)
Zuschauer: ca. 35 (davon ca. 5 Gästefans)
Unterhaltungswert: 7,5/10 (Zwar einseitiges, aber wirklich gutes Spiel; Stuttgart war nicht so schlecht wie das Ergebnis scheint)
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a) Australian Football League Germany: Munich Kangaroos bite Stuttgart Emus
 
Zum dritten Mal in diesem Monat – aber auch zum sicherlich letzten Mal in diesem Jahr – fuhren wir nach Bayern. Diesmal wurde es eine lange Fahrt in den Süden, auf der wir einen ersten Besichtigungsstopp spontan in Hilpoltstein einlegten. Dort gibt es eine ganz ansehnliche Barockkirche im ansonsten etwas dürftigen Dorfzentrum und eine ganz ordentliche Burganlage mit einem klotzigen Bergfried auf einem Felsen, der für 1,50€ zu besichtigen ist.

Wieder auf die Autobahn zurück und die nächste Abfahrt runter: Direkt an der Autobahn befindet sich die Kirchenburg - also ein befestigtes, mit Mauern umgebenes Gotteshaus - von Kinding. Etwas stockend ging es nach Dachau weiter, wo wir uns erst einmal nur die KZ-Gedenkstätte ansahen. Die ist an sich angemessen gestaltet, z.B. mit einem Museum in einer der Baracken – aber es stellt sich schon die Frage, warum man in den 90ern moderne Kirchenbauten und andere Andachtsstätten ins KZ-Gelände geklatscht hat.

Wir hetzten dann nach Fürstenfeldbruck weiter. Unterhalb der einzigen Sehenswürdigkeiten der ziemlich gesichtslosen 35.000 Einwohner-Stadt, dem eindrucksvollen Barockkloster Fürstenfeld, befinden sich diverse Sportanlagen. Neben dem Fußballstadion des Bayernligisten SC Fürstenfeldbruck befindet sich auch eine öffentliche Wiese mit zwei Fußballplätzen und einem Rugbyplatz, der auch für Australian Football genutzt wird. Hier spielen die Munich Kangaroos.
Die Beuteltiere legten gegen die Laufvögel aus Stuttgart enorm stark los. Drei Goals und ein Behind in etwa drei Spielminuten. Stuttgart kam kaum ins Spiel und lag beim ersten Seitenwechsel mit 26 Punkten im Hintertreffen. Nachdem der Zweitplatzierte aus der bayrischen Landeshauptstadt den Vierten aus der baden-württembergischen im Hinspiel nur mit dem knappsten aller möglichen Resultate (in der AFLG gibt es aber auch Unentschieden, wobei erst an diesem 9. Spieltag erstmals in dieser Saison ein Spiel mit Gleichstand endete) besiegte, war das sehr überraschend.
Stuttgart konnte sich im zweiten Viertel auch kaum bessern, während München in etwa gleichstark weiterspielte. Das Ballhandling war für die AFLG weit überm Durchschnitt und so konnten sich die Kangaroos mehr Freiräume bzw. Freischüsse erspielen, die zu immer weiteren Treffern führte. Das dritte Viertel verlief genauso wie das zweite. Nur im vierten Spielabschnitt ließ München ziemlich nach. Allerdings reichte es immer noch nicht für Stuttgart um mal einen Spielabschnitt zu gewinnen. Den letzten verloren sie allerdings mit nur einem Punkt.
IMG_6384 Nach diesem wirklich guten und unterhaltsamen Spiel besichtigten wir das eindrucksvolle Barockkloster hinterm Sportplatz. In Bayern hat man zwar irgendwann mal genug von Barock, doch Fürstenfeld ist eines der besseren Beispiele für diesen Baustil. Es gibt allerdings in Bayern und auch ein paar anderen Bundesländern eindrucksvollere und architektonisch höherwertigere oder ansprechendere Barockklöster als Fürstenfeld. Kurioserweise steht ein ganz besonderer Bau dieser Art weit weg von Bayern im Osten Brandenburgs, in Neuzelle.
Zwei sehr schöne Barockschlösser finden sich dann in Dachau und in Oberschleißheim, einem Ort dem der Buchstabe „L“ sehr wichtig ist. Das Dachauer Schloss hat vor allem einen schönen Garten, während das Schleißheimer Schloss von seiner Weitläufigkeit, Größe und architektonischen Wucht lebt.
Auf dem Rückweg legten wir in Ingolstadt noch einen Essensstopp ein. Da hatte doch in der Nordstadt nichts mehr außer der Fressbude mit dem pissgelben „M“ offen! In einer 130.000 Einwohner Stadt! Wahrscheinlich hatten sonst nur noch die überteuerten Touristenrestaurants in der sehr sehenswerten Altstadt, deren Besichtigung wir auf irgendwann mal später (vielleicht nächstes Jahr im April/ Mai) verschoben, offen. Bei besagter Fressbude war dann übrigens nicht die Qualität erschreckend (die meisten der warmen belegten Brötchen sind sehr preisgünstig und ganz gut) sondern die mangelhafte Organisiertheit der Bedienung und dass sich offenbar niemand von den Mitarbeitern die Mühe macht, mal die SS-Runen und „Scheiß Türken“-Sprüche auf dem Klopapierspender im Scheißhaus zu entfernen.

Noch was zum Australian Football: Mittlerweile haben wir vier der sechs Sportstätten der deutschen Australian Football Liga besucht. Nächste Saison stehen die beiden übrigen an. Wenn noch eine weitere dazukommen sollte, dann nehmen wir die auch noch mit. So hätten wir dann die Liga durch, was aber nicht heißt, dass wir in späteren Spielzeiten nicht noch weitere Spiele auf denselben Plätzen gucken. Gerade nach Berlin kann man auch drei oder vier Mal zum Aussie Rules Football.
IMG_6540 Statistik:
Grounds: 781 (heute 1 neuer; diese Saison: 13 neue)
Sportveranstaltungen: 1.594 (heute 1, diese Saison: 17)
Tageskilometer: 900 (900 Auto)
Saisonkilometer: 3.280 (2.880 Auto/ 400 Fahrrad/ 0 Flugzeug/ 0 Bahn, Bus, Tram/ 0 Schiff, Fähre)
Anzahl der Fußballspiele seit dem letzten 0-0: 130
Anzahl der Wochen, seit der letzten Woche ohne eine einzige Sportveranstaltung (31.7.-6.8. 2006): 316

Freitag, 17. August 2012

W316II: Lindner gewinnt gegen Leuna II

1. FC Lindner Kötzschen 4:3 TSV Leuna 1919 II
Datum: Freitag, 17. August 2012 – Anstoß: 18.15
Wettbewerb: Testspiel Freizeitfußballmannschaft gegen 1. Kreisklasse Saalekreis, Staffel 1 (11. Liga, 6. Amateurliga)
Ergebnis: 4-3 nach 70 Min. (36/34) – Halbzeit: 1-2
Tore: 0-1 13. (11), 1-1 25. (8), 1-2 31. (Eigentor, 16), 2-2 36. (7), 3-2 37. (7), 4-2 49. (3), 4-3 56. Fiebig
Verwarnungen: keine
Platzverweise: keine
Spielort: Sportplatz 1. FC Lindner (Kap. 120, davon 40 Sitzplätze)
Zuschauer: ca. 30 (davon ca. 6 Gästefans)
Unterhaltungswert: 6,0/10 (Ganz gutes Spiel mit erschreckendem Ergebnis)
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Pre-Season Friendly: 1. FC Lindner vs Leuna Reserve


Ein ungewöhnliches Testspiel fand am Freitagabend parallel zum Freundschaftsspiel der Leunaer Altherrenmannschaft in Beuna statt. Keine drei Kilometer von der Glück-Auf-Kampfbahn, in der Leunas Alte Herren die Beunaer Vertretung mit 5:2 abfertigte, taten sich die II. Männer der Leunaer sehr schwer gegen den Freizeitverein aus dem Merseburger Ortsteil, den kaum ein Pizzadienst beliefern will.


Der Platz ist richtig schön gelegen und ist insofern kurios, als dass man als Zuschauer nur hinter dem einen Tor auf dem Graswall sitzen oder stehen darf, da er ansonsten viel zu eng ist. Außerdem erreicht er nicht die Normmaße, sondern misst nur etwa 75x40m. Diese Maße fielen den Leunaern auch offensichtlich schwer, wobei die neu gemischte Mannschaft ohnehin in einer Findungsphase ist, die sich hoffentlich schnell abschließt. Denn auch wenn sie heute schnell mit einem schönen Treffer in Führung gingen – das Abwehrverhalten beim Ausgleich war wirklich der klassische Hühnerhaufen. Die erneute Führung vor der Pause war in Anbetracht dessen, dass es sich um ein unglückliches Eigentor handelte und Lindner Kötzschen ein gleichwertiger Gegner, auch reichlich schmeichelhaft.


Die Quittung für den nicht überzeugenden Auftritt gab es fürt Leuna nach der Pause. Ein Doppelschlag mit zwei prima Treffern des besonders guten 7ers und ein Gewaltschuss dank mangelhafter Abwehr sorgten für einen 4:2-Rückstand. Leuna konnte zwar noch mit gutem Kombinationsspiel auf 4:3 verkürzen, doch solche Aktionen wie beim dritten Treffer waren leider nur einzelne Geistesblitze.


Leuna II spielte jetzt nicht total unter aller Sau, aber von einer guten Kreisklasse-Leistung war das doch einige Schritte entfernt. Man muss aber vor allem auch den Gastgeber aus Kötzschen loben, der seinem Ruf, ein überdurchschnittlich gutes Freizeitfußballteam zu sein, absolut gerecht wurde! IMG_6260 Statistik:
Grounds: 780 (heute kein neuer; diese Saison: 12 neue)
Sportveranstaltungen: 1.593 (heute 1, diese Saison: 16)
Tageskilometer: 10 (10 Fahrrad)
Saisonkilometer: 2.380 (1.980 Auto/ 400 Fahrrad/ 0 Flugzeug/ 0 Bahn, Bus, Tram/ 0 Schiff, Fähre)
Anzahl der Fußballspiele seit dem letzten 0-0: 130
Anzahl der Wochen, seit der letzten Woche ohne eine einzige Sportveranstaltung (31.7.-6.8. 2006): 316

W316I: Zum Feiertagsspiel nach Bayern

FC Würzburger Kickers 1907 ---------------------- 4
FC Augsburg 1907 II --------------------------------- 2
Datum: Mittwoch, 15. August 2012 – Anstoß: 14.00
Wettbewerb: Regionalliga Bayern (4. Liga, 1. Halbprofiliga)
Ergebnis: 4-2 nach 92 Min. (45/47) – Halbzeit: 3-2
Tore: 1-0 17. Sonnenberger, 1-1 18. Thiede, 2-1 33. Sonnenberger (Foulelfmeter), 2-2 42. Prunitzsch, 3-2 43. Borba, 4-2 92. Trunk
Verwarnungen: Trunk, Wirsching (Kickers); Nebel (FCA II)
Platzverweise: keine
Spielort: Kickers-Stadion am Dallenberg (Kap. 14.500, davon 1.500 Sitzplätze)
Zuschauer: ca. 2.000 (davon 824 zahlende und ca. 80 Gästefans)
Unterhaltungswert: 7,0/10 (Hervorragende erste und mittelmäßige zweite Hälfte geben ein gutes Spiel)
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Der katholische Feiertag Maria-Himmelfahrt hat keine große Bedeutung in Deutschland, doch wie so oft ist da Bayern mal wieder eine Ausnahme. Zwar gibt es auch im Saarland viele Gegenden, in denen an diesem Mittwoch frei war, doch hauptsächlich wurde dieser Feiertag in Bayern begangen. Also fuhren wir mal wieder nach Süden.

Vor fast zwei Wochen waren wir ja in Schweinfurt, nun hatten wir uns Würzburg als Ziel ausgesucht. Zum einen ist Würzburg wirklich eine sehenswerte Stadt mit Baudenkmalen aus dem Rokoko, Barock, Renaissance und auch moderneren Epochen – das Meiste, was zwischen Residenz und Festung liegt (einschließlich und besonders diese beiden eben genannten Gebäude) lohnt sich anzuschauen – und zum anderen hat Würzburg mehrere gute Fußballvereine, von denen der bekanntere, die Kickers, in einem sehr sehenswerten Stadion Bayern-Regionalliga spielen.

Bei einem Besuch der Regionalliga Bayern muss man sich schon fragen, warum Bayern eigentlich das einzige Bundesland ist, das eine eigene Regionalliga hat. Irgendwie läuft die wohl auch unter BFV- statt DFB-Statuten, wobei die sich natürlich nicht groß unterscheiden. Aber zumindest sportlich entwickelt sich Bayern wohl immer dreister in so eine Richtung wie sich Irakisch-Kurdistan als Nord-Irak innerhalb des irakischen Staates seit dem Überfall der USA entwickelt hat... Dort ist der Fußball übrigens auch ganz sehenswert, nur natürlich preisgünstiger als in Bayern. Es lohnt sich aber schon, die Eintrittspreise zu zahlen! Man muss sich halt nur noch außerdem fragen, warum man in Würzburg für Stehplätze 6-8€ und für Sitzplätze 8-10€ bezahlt, während man in Schweinfurt jeweils 2€ mehr bezahlen muss, obwohl die Schweine... äh, ich meinte: Schweinfurter, eine Liga drunter (Oberliga Bayern Nord) spielen.

Die asozialen Eintrittspreise im sonst eher – zumindest für bayerischen Verhältnisse – strukturschwachen Schweinfurt haben die Fans beider Lager aber sicher nicht zu den Schmähgesängen „Kiiiickers und der FCA, Kiiiiickers und der FCA, Kiiiiickers und der FCA... Scheiß Schweinfurt!“ animiert... Interessant war heute zu sehen und zu hören, wie die ultra-orientierten und engagierteren Fans der Würzburger und der Augsburger Reserve sich gegenseitig und gemeinsam feierten. Teilweise wurden die Mannschaften wechselseitig angefeuert um die Fanfreundschaft beider Lager zu verdeutlich. Auf dem Spielfeld ging es zwar keineswegs lasch zu, es war aber auch schön, dass beide Teams sich eine faire Partie lieferten. Beim Eishockey habe ich ja schon gesehen, wie die Spaste aus Halle und Ratingen sich auf dem Eis dauernd auf die Fresse gaben, obwohl zwischen den Fans eine Freundschaft besteht und diese auch auf den Tribünen gefeiert wurde: Gut, dass sich die Fans da nicht haben provozieren lassen – so fair wie bei diesen Spielen der beiden habe ich Eishockeyfans aber auch noch nie erlebt...
IMG_6165 Zurück zum Fußball: Das Kellerduell zwischen dem 15. aus Würzburg und dem 20. aus Augsburg – oder „Augschburg“, wie es im Schwäbisch beeinflussten Dialekt der Gästefans (klassischer Schwabensprachfehler halt) hieß – begann sehr flott. Chancen auf beiden Seiten und dann nach einer Viertelstunde der erste Treffer: Würzburg per Kopf. Es vergingen dann aber nur anderthalb Minuten, ehe Augsburg sich durch die Abwehr gekämpft hatte um auszugleichen, In einem hervorragenden Spiel dauerte es dann noch mal eine Viertelstunde, ehe gleich drei Treffer in kurzer Zeit fielen. Erst ein sicher verwandelter Foulstrafstoß der Heimelf, dann ein klasse Heber unters Tordach zum erneuten Ausgleich durch die Gäste und schließlich eine Grätsche nach scharfem Pass zum 3:2 Pausenstand.

Auch in der zweiten Hälfte gab es auf beiden Seiten etliche Chancen zu sehen, nur standen jetzt die beiden Abwehrreihen besser, sodass es weniger Angriffe aufs Tor zu verbuchen gab, das Spiel auch etwas langsamer wurde und bis zur Schlussminute auch kein weiterer Treffer auf der Anzeigetafel angezeigt – ach nein, falscher Vergleich: die Anzeigetafel in diesem landschaftlich wie architektonisch sehr schönem, von Stehplätzen, die sich zum Teil sogar überdacht hinter den Sitzplätzen befinden, dominierten Stadion am Dallenberg funktionierte nämlich nicht – vom Stadionsprecher durch die knackenden Lautsprecheranlagen durchgesagt werden konnte. Bei diesem 4:2 für Würzburg waren übrigens alle Augsburger aufgerückt, sodass auch der Torwart überspielt wurde. Gleich nach dem Treffer pfiff der wirklich gute und sichere Schiedsrichter ab. Ein tolles Tor also zum Abschluss einer guten Partie!

Wir fuhren über Coburg zurück, wo wir uns die Veste Coburg (nur Außenanlagen und Innenhof, nicht die Museen) und die sehr kleine, aber schöne, jedoch von einer für Bayern extrem hässlichen neuen Stadt umgebene Altstadt anschauten. Außer auf dem Marktplatz und in der angrenzenden Straße zur großen Kirche sieht es in Coburg wirklich übel aus...
Insgesamt gesehen hat sich dieser Bayernausflug aber wieder gelohnt: Der Freistaat gilt ja etlichen, besonders so halbgebildeten Leuten als das schönste Bundesland überhaupt, was natürlich übertrieben und zudem unsachlich ist, da in Bayern doch zu deutlich Barock und Rokoko dominieren, während man in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen z.B. einen viel größeren und eindrucksvolleren Stilmix in der Architektur (und auch der Landschaft!) hat, doch unter die 4 sehenswertesten Bundesländer schafft es Bayern bei meiner, nach sachlichen Gesichtspunkten gehenden Rangliste zur touristischen Attraktivität, dann doch: Zusammen mit Sachsen hinter Rheinland-Pfalz (3.), Sachsen-Anhalt (2.) und Thüringen (Sieger). Fußballerisch muss man aber noch herausstreichen, dass sich Bayern da einen Pluspunkt verdient: Für die eher hohen Eintrittspreise (1 Minuspunkt) bekommt man aber wenigstens überdurchschnittlich schöne Stadien (1 Pluspunkt) und überdurchschnittlich gute Spiele (noch ein Pluspunkt) zu sehen!
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Grounds: 780 (heute 1 neuer; diese Saison: 12 neue)
Sportveranstaltungen: 1.592 (heute 1, diese Saison: 15)
Tageskilometer: 690 (690 Auto)
Saisonkilometer: 2.370 (1.980 Auto/ 390 Fahrrad/ 0 Flugzeug/ 0 Bahn, Bus, Tram/ 0 Schiff, Fähre)
Anzahl der Fußballspiele seit dem letzten 0-0: 129
Anzahl der Wochen, seit der letzten Woche ohne eine einzige Sportveranstaltung (31.7.-6.8. 2006): 316

Montag, 13. August 2012

W315VI: Zwei Testspiele auf zwei Plätzen in Groitzsch

SV Groitzsch 1861 1:0 SG Räpitz 1948
Datum: Sonntag, 12. August 2012 – Anstoß: 15.00
Wettbewerb: Testspiel Kreisoberliga Muldental/ Leipziger Land (8. Liga, 3. Amateurliga) gegen 1. Kreisklasse Leipzig, Staffel 1 (10. Liga, 5. Amateurliga)
Ergebnis: 1-0 nach 94 Min. (45/49) – Halbzeit: 0-0
Tor: 1-0 52. Nr. 9
Verwarnungen: Nr. 5 (Räpitz)
Platzverweise: keine
Spielort: Sportzentrum Groitzsch, Sportplatz Schletterstraße (Kap. 1.500, davon 200 Sitzplätze)
Zuschauer: ca. 35 (davon ca. 10 Gästefans)
Unterhaltungswert: 2,5/10 (Ziemlich mieser Kick)

SV Groitzsch 1861 II 3:3 VfB Zwenkau 1902 III
Datum: Sonntag, 12. August 2012 – Anstoß: 15.00
Wettbewerb: Testspiel Kreisliga B Muldental/ Leipziger Land, West (10. Liga, 5. Amateurliga) gegen 2. Kreisklasse Leipzig, Staffel 1 (11. Liga, 6. Amateurliga)
Ergebnis: 3-3 nach 90 Min. (45/45) – Halbzeit: 1-0
Tore: 1-0 Min. ?, 2-0 47. Min., 3-0 52. Min., 3-1 Min. ?, 3-2 64. Min., 3-3 67. Min.
Verwarnungen: keine?
Platzverweise: keine
Spielort: Sportzentrum Groitzsch, Sportplatz Schletterstraße/ Kunstrasenplatz (Kap. 300 Stehplätze)
Zuschauer: ca. 15 (davon ca. 1 Gästefan)
Unterhaltungswert: 5,0/10 (Erheblich besser als das Spiel der Ersten, aber nicht herausragend)
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Die Sportwoche beendeten zwei sonntägliche Testspiele in Groitzsch, einer knapp 8.000 Einwohner zählenden Landstadt südlich von Leipzig. Wer keine Ahnung hat, wie die Alte die uns bei Pegau nach dem Weg gefragt hat, spricht den Ort „Gro-itsch“ aus. Einheimische hingegen sagen „Kroootsch“. Es gibt ein paar kleine Sehenswürdigkeiten wie einen Wasserturm, eine Mühle, ein Rathaus, einen Stadtturm, Reste einer Burganlage die durch eine Freilichtbühne verunstaltet werden und eine Kirche.

Das Sportzentrum ist nicht schlecht. Neben einer modernen Sporthalle befindet sich ein hässlicher aber recht zuschauerfreundlicher Kunstrasenplatz, dahinter ein ganz ansehnliches, von Erlen umgebenes Stadion mit Ansätzen einer Leichtathletikanlage, einem großen, etwas welligen Fußballfeld und einer dreireihigen Tribüne. Die Stehränge gehen dabei von einer Eckfahne zur anderen, die drei- bzw. zweireihigen Sitztribünen sind nur von der Mittellinien bis zur rechten Eckfahne ausgebaut.

Wirklich schlecht hingegen war über weite Strecken das auf dem Hauptplatz ausgetragene Spiel zwischen dem SV Groitzsch und der SG Räpitz. Erwartungsgemäß war Groitzsch lange Zeit kein bisschen besser als Räpitz. Der zwei Klassen tiefer spielende Gast hatte sogar die besten Chancen in Hälfte eins: u.a. ein Pfostentreffer und ein Nachschuss aus 3m über den Kasten. Bei zwei so unfähigen Mannschaften – Räpitz spielte in allen Spielen, in denen ich sie gesehen habe, für die Verhältnisse in Leipzig mäßigen Fußball und Groitzsch ist eine Mannschaft aus dem Fußballkreis Muldental/ Leipziger Land, der für sein mangelhaftes spielerisches Niveau berüchtigt ist – ist es aber nicht verwunderlich, dass es beim Seitenwechsel noch 0:0 stand.
Nach der Pause setzte Groitzsch zum Glück ganz geschickt einen Kopfball unter die Latte. Dieser Treffer sollte der einzige bleiben – ganz anders beim parallel laufenden Spiel, dessen zweite Hälfte ich mehr beobachtete, als jene im Hauptspiel.
Die Reserve von Groitzsch ging hier mit überraschend guten Spielzügen bis auf 3:0 in Führung, doch kassiert innerhalb kurzer Zeit drei Gegentreffer von der III. Mannschaft des VfB Zwenkau. Das Spiel auf dem Kunstrasen war flott, aber nicht herausragend. Ein wirklich gutes Spiel habe ich noch nie erlebt im Landkreis Muldental/ Leipziger Land. Die Mannschaften aus diesem Landkreis spielen wohl nicht mal gut, wenn die Leipziger zu Testspielen erscheinen. Aber die beiden unterklassigen Teams, also Groitzsch II und Zwenkau III, lieferten schon eine ganz ordentliche Leistung ab!

Wir fuhren nach Pegau zurück, wo wir uns die sehenswerte aber sehr kleine Altstadt – besonders eindrucksvolle Bauwerke sind dort die Kirche und das Rathaus – anschauten. Gar nicht eindrucksvoll hingegen war die Spelunke „Asia Bistro Ly Ly“. Das war das schlechteste Asiarestaurant, was wir bisher besucht haben: Mäßiges Essen zu mittelmäßigen Preisen, blöde Bedienung und total tote Atmosphäre.
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Grounds: 779 (heute 2 neue; diese Saison: 11 neue)
Sportveranstaltungen: 1.591 (heute 2, diese Saison: 14)
Tageskilometer: 90 (90 Fahrrad)
Saisonkilometer: 1.680 (1.290 Auto/ 390 Fahrrad/ 0 Flugzeug/ 0 Bahn, Bus, Tram/ 0 Schiff, Fähre)
Anzahl der Fußballspiele seit dem letzten 0-0: 128
Anzahl der Wochen, seit der letzten Woche ohne eine einzige Sportveranstaltung (31.7.-6.8. 2006): 315

Samstag, 11. August 2012

W315V: Deutlicher Sieg zur Saisoneröffnung für Störmthal

SC Eintracht Schkeuditz -------------------------------- 1
Landsportverein 1903 Störmthal ---------------------- 5
Datum: Samstag, 11. August 2012 – Anstoß: 15.00
Wettbewerb: Stadtoberliga Leipzig (8. Liga, 3. Amateurliga)
Ergebnis: 1-5 nach 91 Min. (46/45) – Halbzeit: 1-2
Tore: 1-0 13. Sebastian Beer, 1-1 15. Haiko Petzold, 1-2 35. Andreas Fricke, 1-3 62. Patrick Siech, 1-4 73. Patrick Siech, 1-5 84. Patrick Siech
Verwarnungen: Patrick Hammer, Simon Schröder (beide Schkeuditz)
Platzverweise: keine
Spielort: Walter-Lutze-Stadion (Kap. 1.500, davon 150 Sitzplätze)
Zuschauer: ca. 90 (davon 55 zahlende Zuschauer und ca. 15 Gästefans)
Unterhaltungswert: 7,5/10 (Wirklich gutes Spiel mit etwas zu deutlichem Ergebnis)
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Die Eröffnung der Leipziger Kreisoberliga nutzten wir, um eine Sportanlage des Leipziger Stadtverbandes, auf der wir bisher nur ein Spiel auf dem Nebenplatz gesehen hatten, zu besuchen. Mit dem Rad braucht man von Merseburg nicht viel mehr als 70 Minuten nach Schkeuditz, der hässlichen Kleinstadt nordwestlich von Leipzig.

Das Beste an dieser unheimlich hässlichen Häuseransammlung ist das Stadion, das wahrscheinlich nach einem ehemaligen Spieler benannt ist. Informationen finden sich auf der beschissenen Eintracht-Website keine. Nach dem zweifelhaften Dirigenten und Komponisten aus Wittenberg wird das Stadion wohl kaum benannt sein. Jedenfalls hat es auf beiden Längsseiten Tribünen – eine Stehtribüne aus Beton und eine größere und breitere mit 150 Sitzschalen und Überdachung gegenüber – zu bieten. Ein Hintertorbereich hat einen hohen Graswall. Ein alter Flugzeughangar oder so was steht direkt hinter der überdachten Tribüne. Egal wo man sich in diesem ganz netten Gelände platziert: 2€ normal und 1,50€ ermäßigt ist der angemessene Eintrittspreis.

Das Spiel zwischen diesen beiden als Spitzenmannschaften einzuschätzenden Teams entwickelte sich sofort zu einem unterhaltsamen und sehenswerten Duell. Nach zwei, drei guten Angriffen der Gäste unterlief dem Torwart von Störmthal ein Fehler, sodass er vor dem Tor stehend aus 20m überwunden wurde. Aus der 1:0 Führung machte Schkeuditz aber nichts, sondern kassierte nur ein, zwei Minuten später den Ausgleich. Vor der Pause gerieten sie noch in Rückstand.
Störmthal war schon die bessere Mannschaft, was sie in Hälfte zwei auch manifestierten – Siech gelang in weniger als einer halben Stunde ein Hattrick zum 1:5 – doch das Ergebnis schien doch etwas zu hoch ausgefallen. So schlecht war Schkeuditz nun wirklich nicht. Ein Klassischer Fehlstart für Schkeuditz also, während Störmthal sich gleich mal die Tabellenführer sicherte!
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Grounds: 777 (heute 1 neuer; diese Saison: 9 neue)
Sportveranstaltungen: 1.589 (heute 1, diese Saison: 12)
Tageskilometer: 50 (50 Fahrrad)
Saisonkilometer: 1.590 (1.290 Auto/ 300 Fahrrad/ 0 Flugzeug/ 0 Bahn, Bus, Tram/ 0 Schiff, Fähre)
Anzahl der Fußballspiele seit dem letzten 0-0: 126
Anzahl der Wochen, seit der letzten Woche ohne eine einzige Sportveranstaltung (31.7.-6.8. 2006): 315

W315IV: Torlos bis zur 85. – und dann ein ganz kurioser Treffer!

FSV Hettstedt 0:1 VfL Halle 1896 II
Datum: Freitag, 10. August 2012 – Anstoß: 19.00
Wettbewerb: Testspiel Landesklasse Sachsen-Anhalt, Staffel 4 (8. Liga, 3. Amateurliga/ Absteiger aus Landesliga Süd) gegen Landesklasse Sachsen-Anhalt, Staffel 6 (8. Liga, 3. Amateurliga)
Ergebnis: 0-1 nach 90 Min. (46/44) – Halbzeit: 0-0
Tor: 0-1 85. Maximilian Heyse mit Mithilfe des Hettstedter Torwarts
Verwarnungen: keine
Platzverweise: keine
Spielort: Sportpark am Walzwerkhölzchen, Stadion am Hölzchen (Kap. 3.000, davon 100 Sitzplätze)
Zuschauer: ca. 90 (davon 55 zahlende und 2, 3 Gästefans)
Unterhaltungswert: 5,0/10 (Ganz gutes und extrem ausgeglichenes und deshalb ja so torarmes Spiel)
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Heute beendeten Anja und ich unseren „Landurlaub“ in Staßfurt und fuhren über Wiederstedt und Hettstedt nach Merseburg zurück. In Wiederstedt, das mit Hettstedt verwachsen ist, befindet sich das Geburtshaus von Georg Philipp Friedrich Freiherr von Hardenberg, als Schriftsteller unter dem Namen Novalis bekannt. Was Richtiges hat Novalis aber auch gearbeitet, nur wurde er ausschließlich durch sein frühromantisches Geschreibsel bekannt. So eine Stätte würde ich mir auch nicht unbedingt angucken, wenn es kein stattliches Schloss wäre. Das Hauptgebäude im Renaissancestil befindet sich in einer recht weitläufigen, ansonsten eher bäuerlichen Anlage deren zweites Highlight eine Kirche, an die eine Scheune angebaut wurde, ist.

In der benachbarten 15.000-Einwohner-Stadt Hettstedt sahen wir uns natürlich auch noch um. Dort ist nämlich die Stadtbefestigung ganz ansehnlich und auch der Bereich um die Kirche und das Rathaus herum macht etwas daher. Über die Infrastruktur der Gastronomie und Geschäfte bzw. Supermärkte war ich positiv erstaunt, wobei ich die Qualität natürlich nicht nachprüfen konnte. Für eine Stadt dieser Größe wirkte das Angebot aber halt sehr gut. Was hingegen etwas erschreckend war, war der Fakt, dass das Straßenbild schon am frühen Abend dieses Freitags von saufenden, rumpöbelnden Prolls dominiert wurde. Und wenn man offensichtlich ortsfremd ist und sich die Stadt anschaut, wird man wie im hinterletzten Dorf wortlos angeglotzt. Die Einheimischen müssen mehrheitlich so unterbelichtet sein, dass es sie wundert, wenn man ihre Stadt als besichtigungswert betrachtet. Doch wer von Architektur Ahnung hat, der kommt allein schon wegen der Stadttore mal vorbei. Ohne Fußball am Abend wäre ich aber wohl doch keinen 20km-Umweg gefahren...
IMG_5694 Die Atmosphäre im Stadion war dann natürlich nicht annähernd so komisch wie in der Stadt: Emotionslos, stimmungslos – Rentner, Jugendspieler, Familienangehörige – kaum Gästefans und zwei Groundhopper. Am lautesten waren die Auswechselspieler der Gäste und drei herumalbernde und raufende Jugendspieler des FSV. Und dann natürlich ich beim Freuen über den späten Treffer... Eigentlich ist mir der FSV ja sympathischer als der Affenverein vom Zoo, aber wenn sie nun mal ein 0:0 verhindern, ist es mir auch lieb, wenn sie dann gewinnen...

Bis zur 85. Minute stand es in diesem wahnsinnig ausgeglichenen Spiel 0:0, doch dann feuerte Maximilian Heyse einen Schuss aus knapp 20m Entfernung ab, der vom Hettstedter Torwart gegen den Pfosten gelenkt wurde, dann gegen dessen Rücken prallte, von ihm glücklicherweise nicht mehr gepackt werden konnte und so über die Linie eierte. Etliche gute Chance gab es auch schon vor diesem erlösenden Treffer in meinem 125. Spiel ohne 0:0 in Folge, doch weder Halle noch Hettstedt konnten die gleich verteilten Chancen verwerten. Ohnehin war für die rege Bewegung auf dem Feld recht wenig an Aktionen, die direkt auf die Tore gingen, zu sehen, da immer wieder ein Abwehrspieler der einen Mannschaft in den Schuss der anderen sprang oder ein schussbereiter Spieler von drei Gegnern zugestellt wurde.

Der Hauptgrund, dass wir uns dieses Spiel anguckten, war übrigens die Sportanlage am Walzwerkhölzchen. Da sind sogar die Nebenplätze sehenswert! Ein Rasenplatz am Ende der Straße sieht aufgegeben aus, kann aber einen mehrreihigen Tribünenbau aus Betonstufen vorweisen. Ein fast genau baugleicher Platz – allerdings sehr gepflegt und als Platz 2 genutzt – befindet sich auch am Anfang der Straße. Dieses Stadion heißt „Platz am Latsch“ nach dem gleichnamigen Sportlerheim davor. Zwischen diesen beiden Plätzen auf der gegenüberliegenden Seite befindet sich der Hauptplatz, das Stadion am Hölzchen. Und genau: Der Ausbau des Platzes besteht auch hier aus einer mehrreihigen Tribüne auf einer Längsseite. Hier gibt es allerdings mehr Stufen, zudem ist die Tribüne aus richtig groben, roten Stein und es stehen auch einige blaue und weiße Holzbänke auf dieser ausgesprochen schönen Tribüne. Drumherum ist viel Wald, was dem ganzen einen idyllischen Anstrich gibt. Schön ist auch der Sozialtrakt mit darauf gesetztem Sprecherturm mit Anzeigetafel. Gegenüber davon ist übrigens der Haupteingang der gut gestaltet ist. Nur eine Preistafel könnten sie mal aufhängen, sonst macht das immer so einen Eindruck als müsste man die Eintrittspreise aushandeln. Aber über 2€ mit Studentenermäßigung (regulär sind’s 3€) muss ich mich nicht beschweren, da es ein durchschnittlich hoher Kartenpreis ist. Im Gegensatz zu einigen Vereinen mit überteuertem Eintritt und meinem Verein, bei dem es derzeit keine Ermäßigungen gibt, bekommt man in Hettstedt übrigens richtige Eintrittskarten. Die sind zwar nicht so schön gestaltet gewesen wie die halb so viel kostenden Karten in Burg am Mittwoch, doch immerhin keine 0815-Wertmarken, sondern richtige Tickets mit Vereinswappen drauf! IMG_5780 Statistik:
Grounds: 776 (heute 1 neuer; diese Saison: 8 neue)
Sportveranstaltungen: 1.588 (heute 1, diese Saison: 11)
Tageskilometer: 120 Auto (120 Auto)
Saisonkilometer: 1.540 (1.290 Auto/ 250 Fahrrad/ 0 Flugzeug/ 0 Bahn, Bus, Tram/ 0 Schiff, Fähre)
Anzahl der Fußballspiele seit dem letzten 0-0: 125
Anzahl der Wochen, seit der letzten Woche ohne eine einzige Sportveranstaltung (31.7.-6.8. 2006): 315

Freitag, 10. August 2012

W315III: Eine Liga tiefer, aber eine Klasse besser

Fermersleber SV 1895 Magdeburg -------------------- 4
SG Handwerk Magdeburg ------------------------------- 1
Datum: Donnerstag, 9. August 2012 – Anstoß: 19.00
Wettbewerb: Testspiel Stadtoberliga Magdeburg (9. Liga, 4. Amateurliga) gegen Landesklasse Sachsen-Anhalt, Staffel 2 (8. Liga, 3. Amateurliga)
Ergebnis: 4-1 nach 92 Min. (45/47) – Halbzeit: 3-0
Tore: 1-0 5. (13), 2-0 14. (7), 3-0 33. (9), 4-0 78. (7), 4-1 90. (10)
Verwarnungen: 4, 14, 21 (alle FSV)
Platzverweise: keine
Spielort: Platz der Freundschaft (Kap. 1.500 Stehplätze)
Zuschauer: ca. 30 (davon ca. 10 Gästefans)
Unterhaltungswert: 6,5/10 (Guter Testkick mit sehr überraschend klarem Spielverlauf)
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Der Donnerstag hielt eine 77,7km lange Radtour für mich bereit. Es ging zu einem Testspiel, das ich von Niveau und Sportanlage her unterschätzt hatte. Von Staßfurt aus nahm ich die Route über Unseburg, Borne, Bahrendorf, Osterweddingen und Magdeburg-Beyendorf nach Magdeburg-Fermersleben.

Der Platz der Freundschaft ist eine recht weitläufige Sportanlage mit drei Sporthallen, einer Kegelbahn und mehreren Tennis- und natürlich auch Fußballplätzen. Der Nebenplatz ist schon ganz nett mit seinen von Bäumen beschatteten Stehstufen, doch interessanter ist noch der Hauptplatz. Die angegammelte Tribüne und das veraltete Flutlicht passen nicht wirklich zum modernen Kunstrasen mit Tartanbahnen. Die Hecken vorm Spielfeld wachsen ziemlich wild, sodass man sich auf den oberen Teil des Tribünenwalls, auf die dritte der heruntergetreten Stufen, stellen muss. Am besten ist allerdings das Sprecherpodest, das sich in der Mitte der Tribüne befindet und prompt von meinem Vater, mir und den meisten Handwerk-Fans belegt wurde. Besonders interessant sind die Flutlichtmasten, die wuchtig, massiv und hoch wie sonst nur in Bahnhöfen und Industrieanlagen sind, aber nur sehr wenige Scheinwerfer tragen. Die Ausleuchtung muss grauenhaft sein!

Gar nicht grauenhaft war das Spiel, das kurioserweise vom unterklassigen Gastgeber bestimmt wurde. Der setzte gleich nach fünf Minuten einen Kopfball ins Netz und erzielte keine zehn Minuten später – allerdings aus Abseitsposition – das 2:0. Noch vor dem Seitenwechsel fiel das 3:0.
In der zweiten Hälfte kam Handwerk endlich ins Spiel, doch mehr als ein Pfostentreffer und fünf weitere gute Chancen waren nicht drin, ehe Fermersleben auf 4:0 wegzog. Ein genialer Freistoß aus 20m in den Winkel! Das einzige Tor für Handwerk war dann ein Konter der gegen die Laufrichtung des Torwarts abgeschlossen wurde. In der 90. Minute. Zum für den Landesklassevertreter peinlichen 4:1 Endstand...
IMG_5675 Statistik:
Grounds: 775 (heute 1 neuer; diese Saison: 7 neue)
Sportveranstaltungen: 1.587 (heute 1, diese Saison: 10)
Tageskilometer: 80 (80 Fahrrad)
Saisonkilometer: 1.420 (1.170 Auto/ 250 Fahrrad/ 0 Flugzeug/ 0 Bahn, Bus, Tram/ 0 Schiff, Fähre)
Anzahl der Fußballspiele seit dem letzten 0-0: 124
Anzahl der Wochen, seit der letzten Woche ohne eine einzige Sportveranstaltung (31.7.-6.8. 2006): 315

Donnerstag, 9. August 2012

W315II: Landesliga gewinnt gegen Regionalliga

Burger Ballspielclub 1908 3:2 1. FC Magdeburg A
Datum: Mittwoch, 8. August 2012 – Anstoß: 18.30
Wettbewerb: Testspiel Landesliga Sachsen-Anhalt Nord (7. Liga, 2. Amateurliga/ Aufsteiger aus Landesklasse, St. 1) gegen A-Junioren NOFV-Regionalliga (2. Liga der 16- bis 18jährigen)
Ergebnis: 3-2 nach 92 Min. (45/47) – Halbzeit: 1-0
Tore: 1-0 29. Gädke (?), 1-1 47. Nr. 11, 2-1 57. Boßmann, 3-1 84. Nr. 15, 3-2 88. Nr. 4
Verwarnungen: Nr. 10 (BBC)
Platzverweise: keine
Spielort: Stadion Flickschupark (Kap. 3.000, davon 100 Sitzplätze)
Zuschauer: ca. 130 (davon ca. 20 Gästefans)
Unterhaltungswert: 4,0/10 (Nach ganz schwacher erster, mittelmäßige zweite Hälfte)
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Am Mittwoch brachen wir von Staßfurt aus zu einer interessanten Testpartie in Burg, zwischen den Männern des Burger BC aus der zweiten Amateurliga und den Jugendlichen vom FC Magdeburg aus der zweiten deutschlandweiten U19-Liga, auf.

Zuerst besichtigten wir aber Gommern, eine ganz ansehnliche Kleinstadt im Jerichower Land, die eine schöne Wasserburg und eine Kirche – dazwischen ein paar kleinere Häuser aus verschiedenen Bauepochen – vorzuweisen hat, und schauten uns noch in Burg, einer doch ziemlich sehenswerten Kleinstadt, die die Kreishauptstadt des Jerichower Landes ist und mit Jugendstil- und Fachwerkhäusern sowie etlichen romanischen Baudenkmalen einiges zu bieten hat, etwas um.

Das Stadion im Flickschupark, der von einem Industrieellen und Stadtrat des 19. Jahrhunderts mit ebendiesem Namen gestiftet wurde, ist auch nicht schlecht. Drei Plätze, davon zwei mit Ausbauten. Die Anlage liegt zwischen dem sehr gepflegten und schön angelegten Park, Reihenhäusern und Industrieruinen. Der Hauptplatz ist komplett von einem niedrigen Graswall umgeben, der auf einer Längsseite ausgebaut ist. Die vierstufige Betontribüne hat in der Mitte auch zwei Reihen Sitzbänke und dahinter einen schönen Sprecherturm mit kleiner Anzeigtafel.

Für niedrige, aber andererseits auch einfach nur angemessene 1€ Eintritt war man dabei bei diesem Testspiel zwischen dem Landesligisten und den Regionalliga A-Junioren. Erwartungsgemäß waren die Männer routinierter und in allen Belangen leicht überlegen. Bis zur 29. – als endlich das erste Tor fiel – war das Spiel trotzdem schwach und unattraktiv. Erst nach der Pause besserte sich das Niveau, wobei das zuerst einmal am guten Start der jungen Gäste lag. Sie kamen auch zum Ausgleich, doch Burg zog dann richtig an und konnte mit einem Freistoß und einem Konter auf 3:1 davonziehen. FCM rannte kurz vor Schluss noch mal durch die Abwehr und erzielte so das 3:2, doch zu mehr reichte es nicht für den FCM-Nachwuchs. Das Ergebnis hatte ich so erwartet und es war insgesamt auch sehr gerecht – gerechter als so manche Schiedsrichterentscheidung: Burg bekam eine gelbe Karte, doch der FCM keine, da sie beim Unparteiischen einen Kinderbonus hatten, der sie vor drei eindeutigen gelben Karten bewahrte. IMG_5576 Statistik:
Grounds: 774 (heute 1 neuer; diese Saison: 6 neue)
Sportveranstaltungen: 1.586 (heute 1, diese Saison: 9)
Tageskilometer: 150 (150 Auto)
Saisonkilometer: 1.340 (1.170 Auto/ 170 Fahrrad/ 0 Flugzeug/ 0 Bahn, Bus, Tram/ 0 Schiff, Fähre)
Anzahl der Fußballspiele seit dem letzten 0-0: 123
Anzahl der Wochen, seit der letzten Woche ohne eine einzige Sportveranstaltung (31.7.-6.8. 2006): 315

Mittwoch, 8. August 2012

W315I: Winningen gewinnt nicht gegen den SSC

SSV Eintracht Winningen 1929 -------------------- 0
Schönebecker SC 1861 ------------------------------- 4
Datum: Dienstag, 7. August 2012 – Anstoß: 18.30
Wettbewerb: Sogenannter „Sparkassencup“, Viertelfinale: Salzlandliga (9. Liga, 4. Amateurliga) gegen Landesliga Sachsen-Anhalt Nord (7. Liga, 2. Amateurliga)
Ergebnis: 0-4 nach 90 Min. (45/45) – Halbzeit: 0-2
Tore: 0-1 18. (Nr. 5), 0-2 35. (Nr. 5), 0-3 51. (Nr. 23), 0-4 80. (Nr. 8, Foulelfmeter)
Verwarnungen: Nr. 10 (SSC)
Platzverweise: keine
Spielort: Sportplatz Winningen (Kap. 1.000, davon 30 Sitzplätze)
Zuschauer: ca. 85 (davon ca. 10 Gästefans)
Unterhaltungswert: 4,0/10 (Winningen völlig abgemeldet, Schönebeck nicht gerade überragend)
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a) Regional Football Cup Competition: Winningen v Schönebecker SC
b) Pictures of Rumpin; Added to Album: Salzmünde and Surroundings

Am Dienstag ging es mal wieder in die Staßfurter Provinz. Einen Zwischenstopp legten Anja und ich noch im letzten Dorf des Saalekreises, bevor man nach Mansfeld-Südharz fährt, ein. Rumpin hat so kaum 100 Einwohner und besteht aus ein paar Häusern und Gehöften, die an den Berghang gebaut oder unterhalb der Bergkante errichtet wurden. Interessant ist die Kirche, die nur über einen schmalen Fahrweg erreichbar ist. Auf dem Hügel daneben befindet sich ein verwilderter Friedhof mit Gräbern, die teilweise auf die frühe Barockzeit zurückgehen.

Am Abend ging es dann mit dem Fahrrad von Staßfurt aus nach Winningen, welches ein heruntergekommenes aber nicht so hässliches 800-Einwohner-Dorf, welches nach Aschersleben eingemeindet wurde, ist. Für Salzlandkreis ist die Bebauung nicht ganz so mies – nur eben sehr verfallen – und der Klosterkomplex, den man übrigens vom insgesamt unspektakulären Sportplatz aus sieht, ist auch ganz ansehnlich. Auf diesem Sportplatz gab es dann die mittlerweile dritte Partie des sogenannten „Sparkassencups“, die ich diese Saison sehe. Dass es die mit Abstand schwächste werden sollte, war bei der Partie Eintracht Winningen gegen Schönebecker SC nicht zu erwarten. Winningen ist nämlich eine Spitzenmannschaft der Kreisoberliga und der Schönebecker SC eine Spitzenmannschaft der zwei Klassen darüber angesiedelten Landesliga.

Für angemessene 2€ wurde den über 80 Zuschauern aber nicht übermäßig viel geboten. Winningen war unheimlich schwach und wurde von der ersten Minute an von Schönebeck eingeschnürt. Die Gäste spielten aber streckenweise arrogant, prollten herum, foulten sinnlos und reklamierten ohne Ende. Das arroganteste Großmaul war leider der erfolgreichste Torschütze: Erst brachte er seine Mannschaft mit einem abgefälschten Glückstreffer – der Schuss wäre genau auf den Tormann gegangen – in Führung, dann zimmerte er das 2:0 herrlich unters Tordach. Dass der Schönebecker bereits vor seinem ersten Treffer wegen eines hirnlosen Fouls hätte Gelb sehen müssen, muss ich hier auch noch erwähnen. Das Schiedsrichtergespann war nicht sonderlich überzeugend, wobei vor allem die Fahnenschwenker an den Linien schwach waren und die Fehlentscheidungen weniger vom Schiedsrichter kamen.

Nach der Pause machte Schönebeck mit dem stark kombinierten 0:3 alles klar. Trotzdem ließen sie die ganz schwachen Gastgeber nicht kommen. Vor allem in der Schlussphase vergaben die Schönebecker dann noch etliche Chancen und kamen nur noch zu einem Treffer durch einen zweifelhaften Elfmeter. Allerdings muss man sagen, dass wenige Minuten zuvor ein Winningener den Ball im Strafraum nach einer Ecke mit dem Unterarm weg schlug und dem SSC somit ein klarer Handelfmeter verweigert wurde.

Warum ich als Fazit sagen muss, dass trotz des relativ niedrigen Resultats von 0:4 die Mannschaft aus Winningen eher spielte, als würde sie nicht nur zwei sondern gleich drei oder vier Klassen unter dem SSC spielen: Der SSC spielte nicht wirklich überragend, drosch vielfach die Bälle einfach blind vorm gegnerischen Strafraum umher und zeigte außer viel Laufarbeit nichts übermäßig Überzeugendes, doch schaffte es mit derart primitiven Mitteln die Heimelf bis auf ein einziges Mal von ihrem Tor fernzuhalten. Winningen hatte die erste Chance in der 66. Minute – und nachdem ein Eintracht-Spieler den Ball aus ca. 18m knapp 20cm rechts neben den Kasten gefeuert hatte, gab es nie wieder eine zweiten Tormöglichkeit für den SSV Eintracht. Das war schon schwach!
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Grounds: 773 (heute 1 neuer; diese Saison: 5 neue)
Sportveranstaltungen: 1.585 (heute 1, diese Saison: 8)
Tageskilometer: 110 (80 Auto, 30 Fahrrad)
Saisonkilometer: 1.190 (1.020 Auto/ 170 Fahrrad/ 0 Flugzeug/ 0 Bahn, Bus, Tram/ 0 Schiff, Fähre)
Anzahl der Fußballspiele seit dem letzten 0-0: 122
Anzahl der Wochen, seit der letzten Woche ohne eine einzige Sportveranstaltung (31.7.-6.8. 2006): 315

Montag, 6. August 2012

W314VI: Fußball im Störmthaler Schlosspark

Landsportverein 1903 Störmthal
2:4 Kickers 94 Markkleeberg
Datum: Sonntag, 5. August 2012 – Anstoß: 15.00
Wettbewerb: Testspiel Kreisoberliga Leipzig (8. Liga, 3. Amateurliga) gegen Bezirksliga Sachsen Nord (7. Liga, 2. Amateurliga/ Absteiger aus Sachsenliga)
Ergebnis: 2-4 nach 92 Min. (45/47) – Halbzeit: 0-3
Tore: 0-1 18. (19), 0-2 31. (5), 0-3 37. (19), 1-3 54. (13, Foulelfmeter), 1-4 60. (10), 2-4 63. (13)
Verwarnungen: keine
Platzverweise: keine
Spielort: Sportzentrum Störmthal (Kap. 1.000, davon 30 Sitzplätze)
Zuschauer: ca. 70 (davon ca. 10 Gästefans)
Unterhaltungswert: 7,0/10 (Gutes Testspiel, das vom höherklassigen Gast bestimmt aber nicht einseitig dominiert wurde)
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Endlich mal wieder angemessener Eintritt: Dafür, dass wir uns knapp 50km nach Störmthal mit dem Fahrrad kämpften, brauchten wir nur 2€ für ein hochklassiges Amateurtestspiel zu zahlen. Immerhin war ein Absteiger aus der Sachsenliga beim Kreisoberligisten (oder Bezirksklasseteam) aus dem Leipziger Umland zugast.

Störmthal hat einen der schönsten Plätze im Umland der Großstadt zu bieten. Der Ort ist auch nicht so hässlich wie andere Dörfer in der Umgebung. Der Platz liegt zwischen dem Störmthaler See, einem Überbleibsel des Braunkohletagebaus, und dem Barockschloss, einem eher einfachen Exemplar, das zudem in Renovierung befindlich ist. Lustig ist aber der Fakt, dass man Fußball im Schlossgarten spielt – denn der ehemalige Schlosspark ist zu einem Teil überbaggert und zum anderen Teil zugunsten des Sportzentrums – ein Großfeld, zwei Minifelder und eine kleine Sporthalle direkt am Sportlerheim, welches gutes und ganz günstiges Essen zu bieten hat, aufgegeben.

Auf dem Feld gab es auch recht viel zu sehen für die nur 2€ Eintritt. Störmthal hielt gut mit, wurde aber in einem flotten Spiel mehrfach ausgekontert und musste einen 0:3 Halbzeitstand hinnehmen. Besonders sehenswert war dabei der Schuss in den Winkel zum 0:2, den der Torwart fast noch abwehren konnte. Nach der Pause ließ es der Gast etwas ruhiger angehen und kassierte prompt den Anschlusstreffer per Elfmeter. Nach dem Wiederherstellen der Drei-Tore-Führung, die allerdings etwas kurios entstand, denn Markkleeberg erzielte ganz sauber einen Treffer, den die schwache Linienrichterin wegen angeblichen Abseits abwinkte und nur eine Minute darauf trafen sie aus Abseitsposition, die die Linienrichterin übersah, verkürzte Störmthal durch einen strammen Schuss aufs kurze Eck auf 2:4.

Nach Spielschluss aßen wir noch im Sportlerheim und guckten uns das sehr schön renovierte und mit einem sehr gepflegten Park umgebene Schloss im benachbarten Dorf Güldengossa an. IMG_5335 Statistik:
Grounds: 772 (heute 1 neuer; diese Saison: 4 neue)
Sportveranstaltungen: 1.584 (heute 1, diese Saison: 7)
Tageskilometer: 100 (100 Fahrrad)
Saisonkilometer: 1.080 (940 Auto/ 140 Fahrrad/ 0 Flugzeug/ 0 Bahn, Bus, Tram/ 0 Schiff, Fähre)
Anzahl der Fußballspiele seit dem letzten 0-0: 121
Anzahl der Wochen, seit der letzten Woche ohne eine einzige Sportveranstaltung (31.7.-6.8. 2006): 314