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Dienstag, 28. April 2020

VEREINIGTE ARABISCHE EMIRATE

LP Nr.: 24, Grounds: 3 

Abu Dhabi
(1):
Mal’ab Al Nahyan (Al-Wahdat) – 12.000 (12.000/ 0); 6,5
Dubai (1):
Stad Hamid at-Tayyar, Al Nasr Sports Complex (u.a. Ausweich Al Nasr Dubai) – 3.000 (0/ 3.000); 5,0
Ras al-Khaima (1):
Mal’ab Nady al-Imarat/ Emirates Club Stadion RAK (al-Imarat Ras al-Khaima) – 6.000 (6.000/ 0); 7,0


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Dienstag, 22. März 2011

Übersicht Istanbul/ VAE/ Oman (2011):

Inhalt:
Vorwort:
Zur Reise Istanbul – VAE – Oman
Tag 1:
Von der sächsischen in die türkische Metropole - Leipzig nach Istanbul
Tag 2:
Die klassische Altstadt Sightseeingtour
Tag 3:
Ein Derby zwischen Beşiktaş und Fenerbahçe - Galatasaray gegen Karabükspor
Tag 4:
Auf einer Fahrt nach Asien zeigte sich das wahre Gesicht des türkischen Fußballs
Tag 5:
Mit Feribot und Banliyö Tren ins tiefste asiatische Istanbul
Tag 6:
Von einer heimlichen Hauptstadt in die nächste – Istanbul nach Dubai
Tag 7:
Von wahnwitzigen Wolkenkratzern und internationalem Umfeld
Tag 8:
Oasen, Festungen, die Hauptstadt des Staatenbundes und ein Tor aus über 50 Metern
Tag 9:
Von den Emiraten ins Sultanat; Dubai nach Maskat
Tag 10:
An jeder Ecke eine Festung; im Bergland zwischen Maskat und Nizwa
Tag 11:
Berge, Burgen und bekloppte Öffnungszeiten; Bahla und Umgebung
Tag 12:
Rundfahrt durch die Berge bei Nakhl und Rustaq, sowie die Küstenebene zwischen Suwayq und Barka
Tag 13:
Geöffnete Festungen, tiefe Wadis und der erste Spielbesuch im Oman
Tag 14/15:
Noch ein paar Festungen und ein letztes Fußballspiel und dann eine lange Rückreise
Zusatz 1:
Tipps und Zusammenfassung Istanbul!
Zusatz 2:
Tipps und Zusammenfassung VAE!
Zusatz 3:
Tipps und Zusammenfassung Oman!

Die Fotoalben:
1)
ISTANBUL – ALL SIGHTS FROM HAGIA SOPHIA AND BLUE MOSQUE TO ANADOLU CASTLES AND ÜSKÜDAR
- Architektonische und andere Sehenswürdigkeiten der Bosporusmetropole

2)
Beşiktaş „Cola Turka“ 76:79 (ET) Fenerbahçe – Istanbul Women’s Basketball Derby
- Frauenbasketballderby zwischen zwei der drei renommierten Istanbuler Clubs
4) BEYKOZSPOR 1908 vs. YİMPAŞ YOZGATSPOR (3. LİG)
- Typisch türkischer Fußball der unteren Klassen: ein Kontrastprogramm zum Kommerz in der Süper Lig

5)
Kartalspor 2 vs. Galatasaray 2 (Reserve League)
- Auch die Reserve von Galatasaray enttäuscht die Fans, die tief in den asiatischen Teil der Stadt vorgedrungen sind

6)
Fortresses in the United Arab Emirates
- Festungsbauten in den Vereinigten Arabischen Emiraten: von al-Ain bis Umm al-Quwayn

7)
Sacred Buildings in the United Arab Emirates
- Bilder diverser Moscheen, von der größten auch aus dem Innenhof, und auch einer indischen Kirche finden sich hier

8)
Skyscrapers and the Desert: United Arab Emirates
- Dünen, Lehmhäuser und daneben Wolkenkratzer: das sind die VAE wie man sie sich vorstellt; Fotos aus Dubai und Abu Dhabi

9)
U-20 Friendly Match: Egypt vs. Saudi-Arabia, in Dubai
- Das Spiel zwischen den U-20 Teams von Ägypten und Saudi-Arabien haben wir nur durch Zufall besucht, aber war nicht uninteressant

10)
Al-AIN 3:2 Al-WASL (ETISALAT CUP SEMI-FINAL)
- Ein spannendes Pokalhalbfinale zwischen zwei der renommiertesten Clubs der VAE; u.a. gab es ein Tor aus 50 Metern zu sehen

11)
FORTRESSES IN OMAN
- Die Hauptsehenswürdigkeiten des Oman sind seine Berge und die darauf gebauten Festungsanlagen von Bahla über Nizwa bis Sur finden sich hier etliche Bilder erhaltener, rekonstruierter oder auch verfallener Festungen, Burgen und Wehrdörfer des nördlichen Oman

12)
Sacred Buildings in Oman
- Da die Kirchen und Hindutempel so unscheinbar sind im Oman, beschränkt sich dieses Album auf Aufnahmen von Moscheen; Innenaufnahmen kann ich mangels Beschränkungen aber nicht bieten

13)
LANDSCAPE OF OMAN
- Eindrucksvolle Berge, tiefe Flusstäler (Wadis) und Palmen bestandene Oasen; das ist die Landschaft des nördlichen Oman, der dieses Album gewidmet ist

14)
AMATEUR FOOTBALL GROUNDS IN OMAN
- Es gibt enorm viele Sportanlagen im Oman: anders als in vielen anderen arabischen Staaten wie z.B. in Syrien oder Jordanien, wo sich auch mal 5 oder mehr Mannschaften bzw. Vereine einen einzigen Platz teilen müssen, hat wie u.a. in Deutschland auch, jeder omanische Verein eine eigene Sportanlage mit teils sogar mehreren Plätzen – dieses Album ist den landschaftlich interessanten Amateurfußballplätzen gewidmet

15)
AFC Cup: Al-Ouruba Sur vs. Al-Ahed Beirut
- Der einzige Spielbesuch im Oman; ein überraschender Sieg für die omanische Mannschaft aus Sur, die in Maskat/ Seeb ihr internationales Spiel austragen musste

16)
CHAMPIONS LEAGUE: EMIRATES CLUB RAS AL-KHAIMA vs. AL-RAYYAN CLUB
- Ein weiterer Außenseitersieg bei einem internationalen Spiel in der Golfregion; außerdem coole Supporteinlagen

*** * * * * * * * * * * * * * * * * * * ***

Videos:
1)
Beşiktaş „Cola Turka“ 76:79 (ET) Fenerbahçe (Match Scene and Support)
- Spielszene und Anfeuerungen der Fans beim Frauenbasketballderby

2)
Galatasaray 0:0 Kardemir Karabükspor (Match Scene and Support)
- Spielszene und Anfeuerungen beim Spiel von Galatasaray

3)
TURKISH NATIONAL ANTHEM BEFORE BEYKOZSPOR - YOZGATSPOR
- Die türkische Nationalhymne gehört zu einer offiziellen Veranstaltung wie einem Fußballspiel dazu; hier gespielt bei einem Viertligaspiel in Beykoz

4)
Al-Wasl Support Right After Kick-Off
- Typische Anfeuerungen in der Golfregion; al-Wasl Dubai Fans

5)
Yeste’s Fantastic Goal (by Esporte Interativo, Abu Dhabi Sports 2)
- Ein absolut genialer Treffer, den ich hier mangels eigenem Video verlinke

6) Match Scene and Support:
Al-Ouruba Sur vs. Al-Ahed Beirut
- Auch hier typischer Support der Golfregion, aufgenommen während des Spiels, wobei man im Oman etwas anders anfeuert als in den Emiraten

7)
Al-Imarat RAK 2:0 ar-Rayyan (Regional Music Band before Kick-Off)
- Ein emiratischer Spielmannszug vor dem Anpfiff der Partie

W242V: Zusammenfassung und Tipps VAE

Fazit VAE: Die Meinungen über VAE gehen so extrem auseinander, wie bei kaum einem anderen Land; entweder liest man Hasstiraden oder Lobeshymnen. Für die Einen ist es ein „langweiliges, hässliches Land mit größenwahnsinnigen Terroristen“ und für die Anderen „das absolute Traumland, mit einer enormen Bandbreite an Vergnügungsmöglichkeiten, netter Multi-Kulti-Gesellschaft und eindrucksvollster Städtebaukunst“. Ich würde mich nach meinen Erfahrungen in der Mitte dazwischen, aber mit einer klaren Tendenz zur Lobeshymne einordnen. Sandwüste hat schon was, Berge und Oasen gibt es auch, ein paar Festungen dazu und auch die moderne Architektur lässt sich sehen.
Wer was von „nie dagewesenem Größenwahn, der bald im Wüstensand versinkt“ faselt, sollte sich mal die Ähnlichkeiten zwischen dem Bauboom der 2000er Jahre am Golf und jenem Bauboom der Wolkenkratzerzeit in den USA oder dem Bauboom des barocken Frankreichs angucken: historischer Größenwahn ist heute noch so vielfältig erhalten – das wird auch bei den Emiraten nicht anders werden. Bisher – und diese Periode wird auch in näherer Zukunft noch so anhalten – läuft es erstaunlich gut für die VAE und die anderen Golfstaaten außer Jemen, sodass man sagen kann, dass die herablassenden Kritiken gegen die VAE v.a. aus dem hasserfüllten Neid der westlichen Seite erwachsen, die mitunter auch eine erneute Renaissance der arabischen Welt, die Europa wieder so zurückdrängen würde wie im Mittelalter, fürchten. Ein für die nächsten Generationen ebenso unwahrscheinliches Szenario, wie das Versinken im Wüstensand.

Sehenswürdigkeiten VAE:
1. Festungen und Oasen von al-Ain [10/10]
Herrliche Oasen und mehreren schöne Festungen mit spektakulären Türmen. Am Rande des Ortes sind hohe Dünen und schroffe Berge.

2. Neustadt von Dubai [8,5/10]
Spektakuläre Wolkenkratzer, alles irgendwie wild zusammengewürfelt, aber mit Pflanzungen verschönert.

3. Neustadt von Abu Dhabi [8,0/10]
Nicht so spektakulär wie Dubai, aber noch schönere Grünanlagen und alles geordneter.

4. Altstadt von Dubai [5,5/10]
Sehr schön rekonstruiert, wirkt etwas unwirklich in ihrem Umfeld.

5. Festung und Altstadt von Umm al-Qiwayn [5,0/10]
Ganz nette Festung, die Umgebung zeigt, dass UAQ ein Fischerdorf war: ist schon alles recht idyllisch...

5. Festung von Dhayah bei ar-Rams, RAK [5,0/10]
Sehr kleine, aber ansehnliche Felskegelfestung. Toller Blick in die Berglandschaft.

7. Sharjah (Stadt) [3,5/10]
Wolkenkratzer und Co. erinnern ans benachbarte Dubai.

8. Ras al-Khaima (Stadt) [2,0/10]
Ziemlich kahle Stadt mit kleinen, modernen Gebäuden.

9. Ajman (Stadt) [1,0/10]
Fast gar nichts zu sehen, wirkt wie ein primitiver Vorort von Dubai oder Sharjah.


1. Wie kommt man da hin?
Fliegen. Wie sonst? Auto ist natürlich machbar, aber sehr aufwendig. Bei Flug von Berlin oder Frankfurt aus, ist zu beachten, dass Direktflüge nicht unter 400€ zu kriegen sind, aber über Istanbul manchmal was um die 340€ geht. Bei der langen Strecke auch nachvollziehbar.

2. Wie kommt man dort billig herum?
In den VAE übernachtet man – wenn man nicht in der Wüste campen will – am besten und günstigsten in kleinen Hotels in Dubai oder Sharjah (hoher Standard bei 30€ für DZ/ Nacht). In beiden Städten sind auch große Qualitätskettenableger mit zwei bis vier Sternen mitunter erstaunlich preisgünstig: IBIS Dubai oder Holiday Inn Sharjah für um die 55€ ist richtig günstig.
Essen ist in kleinen indischen Restaurants sehr billig: 6€ für zwei Personen bei so reichlichen Mengen ist topp! Auch bei Libanesen geht es oft sehr billig.
Mietwagen sind bei Hertz für weit unter 200€ die Woche zu kriegen. Nur die Zusatzversicherung für das Fahren nach Oman, die pro Tag 20€ (bzw. Woche: 114€) kostet, ist unverschämt hoch bemessen. Man ist aber trotzdem am günstigsten dran – will man beide Länder kombinieren, was sehr zu empfehlen ist – wenn man nach Dubai fliegt (viel billiger als Maskat) und dann dort einen Wagen mietet, um dann damit in den Emiraten und Oman herumzufahren. Der Fahrstil der Einheimischen ist meist zurückhaltend, in der Stadt wird nur mal etwas gedrängelt, aber aufgrund der extrem hohen Dichte an (funktionierenden!) Blitzgeräten wird kaum zu schnell gefahren. Das sollte man auch mit dem Mietwagen nicht machen, da die Behörden dann das Geld von der Firma einfordern und die wiederum von ihrem Kunden. In Dubai geht es wegen Dauerstaus sehr langsam voran. Benzin kostet in den VAE ca. 0,35€ pro Liter.
Insgesamt gesehen sind die VAE in Sachen Autofahren wohl eines der langweiligsten arabischen Länder.
Öffentliche Verkehrsmittel sind nur in Städten gut ausgebaut. Überland ist nicht so der Bringer, grenzübergreifend geht wohl teilweise zwischen Dubai und Maskat was mit dem Bus.

3. Wie sieht es mit Sicherheitsrisiken aus?
In den VAE gibt es keine Kriminalität die sich gegen Ausländer/ Touristen richtet – wenn man mal vom Bescheißen des touristischen Basarbesuchers beim Preisverhandeln absieht... Aber dann kauft man halt nur Festpreisangebote wie Obst und Gemüse! Gesetze die es zu beachten gilt, sind in allen guten Reiseführern aufgelistet: u. a. sind Alkohol saufen, fummeln und küssen in der Öffentlichkeit verboten.

4. Bestimmte Karten, Reiseführer, Bildbände zu empfehlen?
Karten gibt es viele aber kaum gute. Ich kann leider keine empfehlen.
Da ich nur den Marco-Polo-Reiseführer „Dubai. Emirate. Oman.“ habe, kann ich auch hier keine Empfehlungen aussprechen. Den ollen Führer kann ich nämlich gar nicht empfehlen.
Der Sprachführer „Arabisch für die Golfstaaten Wort für Wort“ ist der Kauderwelsch Band 133 (Autor: Daniel Krasa). Ich habe wie bei vielen dieser Sprachführer so meine Zweifel, wie jemand völlig ohne Vorahnung die Worte auch nur annähernd richtig aussprechen soll: z.B. echt schlau, den Umschriftbuchstaben „ç“ nirgendwo zu erklären; der ist wohl vom Türkischen geklaut und wird wie von den Türken auch als „tsch“ ausgesprochen. Für einen Hocharabischstudenten ist das Buch natürlich eine prima Ergänzung – zudem relativ einfach einprägbar, da sehr nah am Hocharabischen – so wie die Umgangssprache im Gebiet von Hannover bis Magdeburg halt nah am Hochdeutschen ist, was man von Sächsisch - bei Arabisch wäre da Syrisch vergleichbar - oder gar Bayrisch - bzw. Ägyptisch - nicht behaupten kann. Der Laie kann mal versuchen, ob er mit der CD zum Buch (die hab ich natürlich nicht gekauft, aber die unverständliche Umschrift soll wohl zum Kauf des Tonträgers anregen) was anfangen kann. Wer meint, er könne mit dem auswendig lernen des Sprachführers ganz lässig auf der Straße quatschen, kann das vergessen: mehrere Jahre Studium und dazu gehöriges monate- oder jahrelanges Aufhalten in einem Land des Sprachraumes (oder wenigstens letzteres in besonders intensiver Form) müssen bei so einer komplexen Sprache schon her, bis zur richtig guten Konversationsfähigkeit.

5. Sprache und Kultur?
Die VAE sind so multikulturell, dass man sich eher in indischem Englisch üben sollte, als in Golfstaaten-Arabisch. In Dubai, Abu Dhabi und so können die alle Englisch. In kleinen Orten kann man vielleicht Arabisch gebrauchen, aber ehrlich gesagt: wer nur in die VAE will (ob Urlaub oder Arbeit), der braucht nicht Arabisch zu lernen – Integration über Sprache interessiert dort scheinbar keinen. Ich hab mal mit zwei Arabern arabisch geredet: das war beim Fußball, wo die weitestgehend unter sich waren – aber auch da wäre Englisch problemlos gegangen.
Trotz Multikulturalität sollte man aber die unter 3.) aufgelisteten Hinweise beachten: die VAE sind in der Gesetzgebung immer noch sehr konservativ islamisch und auch von Indern und so kann man nicht erwarten, dass sie europäische Sichtweisen teilen.

6. Lohnt sich Groundhopping?
VAE: Wird zwar nicht so wahr genommen, aber die Liga versucht sich auf die internationale Bühne zu drängen und man muss anerkennen, dass die Spielqualität hervorragend und die Atmosphäre sehr gut ist! Ich hab die erste Liga bisher nur im Fernsehen gesehen, aber auch der Besuch beim Pokal war sehr lohnend. Natürlich kann man nicht bei jedem Spiel 10.000 Zuschauer in Partylaune und Offensivfeuerwerk auf dem Platz erwarten; aber bei Al-Wasl Dubai, Al-Ain und Al-Jazira Abu Dhabi wird es eigentlich nie langweilig. Eintrittskarten kosten strikt festgelegt 2 bis 25€. Auch andere Festlegungen sind auf der Website „http://ufl.ae/“ für jeden ersichtlich.

Montag, 21. März 2011

W242III: Noch ein paar Festungen und ein letztes Fußballspiel und dann eine lange Rückreise

Al-Imarat Ras Al-Khaymah (الامارات) - Nady Ar-Rayyan (الريان)
Datum: Mittwoch, 16. März 2011 – Anstoß: 19.15
Wettbewerb: AFC Championsleague (2. Liga VAE, Halbprofiliga vs. 1. Liga Katar, Profiliga)
Ergebnis: 2:0 nach 98 Min. (48/50) – Halbzeit: 2:0
Tore: 1-0 5. Nabil Daoudi, 2-0 23. Hadaf Sayf Ahmad Muhammed bin ash-Shaykh az-Za’aby
Verwarnungen: Hadaf Sayf Ahmad Muhammed bin ash-Shaykh az-Za’aby, Adnan Hussain Ahmad Mohd Ahmadian al-Baloushy, Muhammad Ahmad Youssuf Abu Safarad al-Baloushi, Omar Abdul-Azziz ’Aly al-Ibahimouh ash-Sheyhhy (Al-Imarat); Itamar Batista da Silva, Hamid Ismail Khalifa, Daniel Goumou (Ar-Rayyan)
Platzverweise: keine
Spielort: ملعب نادي الامارات (Emirates Club Stadium RAK: Kap. 6.000 Sitzplätze)
Zuschauer: 5.150 (davon ca. 10 Gästefans)
Unterhaltungswert: 8,0/10 (Sehr viele Torszenen, gute Zweikämpfe, guter Support)

Photos and English version:
a)
Fortresses in the United Arab Emirates
b)
Sacred Buildings in the United Arab Emirates
c)
Skyscrapers and the Desert: United Arab Emirates
d)
CHAMPIONS LEAGUE: EMIRATES CLUB RAS AL-KHAIMA vs. AL-RAYYAN CLUB
Videos:
Al-Imarat RAK 2:0 ar-Rayyan (Regional Music Band before Kick-Off)
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Nach dem Auschecken im wirklich sehr empfehlenswerten al-Shiraa Hotel in Maskat holten wir uns noch ein paar Crossaints und fuhren fast problemlos auf die Grenze bei Khatmat al-Milahah zu. Nur in Sohar war mal wieder 20 Minuten Stau wegen den Spasten die den Hauptkreisverkehr mit dem Globus als Zeltplatz nutzen: wo die verlogenen europäischen Journalisten allerdings hernehmen, dass der Sultan von denen in Sohar unter Druck gesetzt würde, will ich ja mal wissen. So hartnäckig sich die Deppen dort halten, umso mehr Banner für den Sultan bringen sie an. Hinzu kommen natürlich noch viele Banner gegen Korruption, Menschenrechtsverletzungen und Diskriminierungen bei der Arbeitssuche. Aber wenn ich mal wieder so was sehe wie „Arbeit für die Jugend von Sohar [oder sonst einer Stadt]“ frage ich mich, wie viele von denen, die das fordern überhaupt arbeitsfähig sind: die die am lautesten schreien sind nämlich die, die nie etwas gelernt haben und jetzt meinen, sie bekämen auf die Tour ohne jede Qualifikation einen Arbeitsplatz. Von gut ausgebildeten Akademikern oder Fachkräften, die wegen ausländischen Arbeitern nicht rangelassen würden, kann hier kaum die Rede sein. Selbst wenn in den Medien mal etwas anderes gemeldet wird: man denke nur an den Typen, der in Tunesien mit der Selbstverbrennung die Proteste ins Rollen brachte; er wurde als angeblicher Student in den Medien gefeiert, bis mal raus kam, dass er nur einen niedrigen Schulabschluss und keine Oberstufenbildung hat.

Wie auch immer: nachdem wir an dem Pöbel vorbeigefahren waren, kamen wir in Khatmat al-Milahah an. Die Grenzstation ist eine einzige Baustelle, aber innerhalb von 25 Minuten hatten wir die 4€ (also 2 RO) kostende Ausreisegebühr bezahlt und alle nötigen Stempel (mittlerweile haben unsere Pässe durch diese Reise je 10 Stempel mehr und in Istanbul kommen noch zwei hinzu) besorgt. Kurz hinter der Grenze ist dann auch schon Kalba, wo es eine kleine Festung, die weitestgehend frei zugänglich ist, zu sehen gibt. Das Mauerwerk ist ungewöhnlich hell getüncht.

Die Festung in Fujairah ist eindrucksvoller, jedoch wegen Renovierung geschlossen. Hier in Fujairah sieht es aus wie im Oman: Berge, Steine, Sukkulenten und niedrige Bäume, große Festungen und kleine Lehmhäuser. Letztere befinden sich auch rings um die Festung des siebten und damit letzten der sieben Emirate die wir besuchten: das waren Dubai, Sharjah, Ajman, Ras al-Khaima, Umm al-Quwayn, Abu Dhabi und eben Fujairah. Weiter nördlich die Küstenstraße entlang befindet sich eine winzige, aber kurios geformte Moschee. Zudem ist die Moschee von Bidiya wohl die älteste der VAE. Kurios geformt ist sie wegen der vier Kuppeln des Daches, die alle so eine Art flachgedrückte Sahnehaube (der Lehm ist ja auch noch weiß gehalten) haben. Oberhalb der Moschee liegen die zwei zugänglichen Türme einer Festung. Der Palmenhain zum Meer hin macht keinen so guten Eindruck.
Wir guckten noch in Dibba an der Hauptmoschee und in Khatt am Festungshotel vorbei und fuhren dann nach Ras al-Khayma.

Libanesen können zwar meist nicht vernünftig Fußball spielen (s. Bericht vom Vortag), aber dafür umso besser kochen: in einem streng muslimisch geführten libanesischen Restaurant am Kreisverkehr mit dem Boot kehrten wir ein und bekamen sehr große und gute Portionen Fetteh mit Fleisch und Gemüse für nur je 3€. Streng muslimisch geführt bezieht sich vor allem auf die Ausgestaltung mit Kalligraphien, Koransprüchen und anderen religiösen Schriftzügen wie „wir opfern uns alle für dich auf, oh Gesandter Gottes, Mohammed“ sowie dem lautstark aufgedrehten religiösen Radiosender.
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Fußball ohne libanesische Beteiligung – war ja auch Champions League und nicht „nur“ AFC-Cup wie gestern – fand im nahe gelegenen Stadion des Nady al-Imarat Ras al-Khaima statt. Der Rasen ist von Wüstensand und drei Tribünen umgeben: die Haupttribüne überdacht und sehr modern, die Gegentribüne unüberdacht mit älteren Sitzen und die Hintertortribüne noch mit älteren Bänken versehen. Alles natürlich schön in den Vereinsfarben grün und weiß gehalten. Eintrittskarten wurden diesmal verschenkt, Flaggen zum Schwenken verliehen. Schon eine seltsame Organisation beim Fußball in der Golfregion: viel gratis, wenn’s was kostet dann immer genau festgelegte Preise, also alles sehr strikt aber zuschauerfreundlich gemacht.

Die Spieler von al-Imarat laufen auch unter dem Namen Emirates Club RAK auf, was so viel heißt wie SV Emirate Zeltspitze. Die Emirati sind derzeit nur zweite Liga, da sie letzte Saison trotz Pokalsieg absteigen und nur so in die Vorqualifikation der Championsleague, die sie erfolgreich gestalteten, gelangten. In der Gruppenphase hatten sie wenig überraschend bei einem favorisierten iranischen Club verloren und am zweiten Spieltag den ebenfalls klar favorisierten Vizemeister der katarischen Liga vor sich: Nady ar-Rayyan, aus dem gleichnamigen Ort bei Doha, der mit „Fahne“ [Flagge, Banner] zu übersetzen ist.
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Im Stadion fanden sich erfreulich viele Fans ein: das Einzugsgebiet des Clubs aus RAK ist ja nicht so riesig und der Gästemob betrug gerade einmal 10 Mann – die auch genau 10 Flaggen mit dabei hatten – aber die etwa 4.000 Fans waren schon nicht schlecht. Besonders die Jungs, die zu Dishdashas fette Basecaps mit albernen Hiphop-Aufschriften trugen oder die beiden älteren mit Cowboyhut in Staatsfarben zum Gewand fielen auf. Noch auffälliger natürlich die Band, die mit Trommeln, einer Art Dudelsack und einer großen Flöte – so eine ähnliche Flöte kennt man aus Filmen im indischen Raum zum Schlangenbeschwören – einzog. Für Stimmung sorgte außerdem einer, der sein Mikrofon an mehrere große Lautsprecher mit Megaphonen anschloss und die Anfeuerungen vorgab. So ein Capo in der Golfregion klingt schon etwas anders, als einer von einer europäischen Ultragruppierung: klingt mehr wie ein Koranrezitator, als ein grölender Fan aus der Nordkurve...

Was bei den Fans negativ auffiel, war dass bei der Schweigeminute für die Erdbebenopfer von Japan erst drei Aufforderungen hermussten, ehe mal die Hälfte der Zuschauer stand. Das regte auch einige der Offiziellen in Dishdasha ziemlich auf. Bei so einer Situation merkt man eben doch, wie ignorant und ungebildet viele der Emirati sind. Mit solchen internationalen Gesten wie Schweigeminuten können die Nachfahren einfacher Beduinen nichts anfangen – da sind andere arabische Kulturen wie die städtischer geprägte nordafrikanische, ägyptische oder syrische klar weiter, gebildeter und disziplinierter.
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Auf dem Platz waren natürlich auch nicht alle so diszipliniert, aber das brachte echt Fahrt in die Partie. Außerdem war es erstaunlich und lobenswert, was die Emirati gegen die nur nominell überlegene internationale Truppe aus dem Katar auf die Beine stellte: schon nach einer halben Minuten die erste Torchance und nach fünf Minuten der Führungstreffer mit einem Hammer von der Strafraumgrenze. Jubelgeschrei und Papierregen in grün und weiß folgten. Im weiteren Verlauf des Spiels waren die Gastgeber klar überlegen. Auch Rayyan hatte Chancen, enttäuschte aber was das Niveau anging. Mitte der ersten Hälfte erzielte der Gastgeber sogar einen zweiten Treffer.

Beim 2:0 sollte es bleiben, da in der zweiten Hälfte alle Chancen der Emiratis vergeigt gingen und Rayyan zwar den Druck erhöhte, aber am guten Torwart oder der eigenen Unfähigkeit scheiterte. Der Sieg rief einen Flitzer in Dishdasha mit Flagge in der einen und Bengalo in der anderen Hand auf den Plan. Mannschaft und Fans feierten sich noch gegenseitig, während Rayyan vom Platz schlich.

Gegen 23 Uhr waren wir am Flughafen von Dubai, nach 50 Minuten hatten wir dann auch mal das richtige Terminal und den richtigen Mietwagenrückgabeparkplatz gefunden. Eine erstaunlich freundliche Pass- und zwei normale Sicherheitskontrollen später saßen wir auch schon im 3.30-Flug nach Istanbul. Turkish Airways so gut wie immer: moderne Maschine, nettes Personal, Unterhaltung an Bildschirmen und erstaunlich gutes Essen. In Istanbul gelandet lief uns erst Nasaf Qarshi (vom Auswärtsspiel in Sanaa, Jemen auf dem Weg nach Usbekistan zurück) über den Weg und dann sogar as-Saqr Taizz aus dem Jemen, die bei Shurtan Guzar (Usbekistan) gespielt hatten und nun über Istanbul nach Hause zurückflogen. Bis wir alle durch die Passkontrolle waren, verging übrigens eine Stunde. 1 Stunde, nur weil das Arschloch am Schalter zu blöd war, noch ein paar Kollegen zu holen, wenn er schon mit 100 Stempeln in 100 Pässe überfordert ist.

Nach über sieben Stunden Umsteigezeit (aber wozu gibt’s Steckdosen im Wartebereich am Flughafen: da konnte ich u.a. diese Zeilen schon mal schreiben) und noch mehr als einer Stunde Verspätung, weil irgendein Vollpfosten den Flugplan verlegt hatte, flogen wir nach Frankfurt und dann nach etwas Hetzerei aber prima Service (man wurde mit Extrabussen zum Anschlussflieger gefahren) nach Leipzig weiter.
Auf die Bahn umgestiegen hatten wir dann eine alte, verkalkte, unfreundliche Schaffnerin, die auch noch falsche Ansagen zu Anschlusszügen machte. Scheiß Bahn eben.
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Statistik:
Grounds: 540 (heute ein neuer Ground; diese Saison: 90 neue)
Sportveranstaltungen: 1.242 (heute eine, diese Saison: 129)
Tageskilometer: 5.840 (5.250 Flug, 590 Auto)
Saisonkilometer: 34.350 (15.880 Auto/ 10.200 Flugzeug/ 4.730 Bahn, Bus, Tram/ 2.830 Fahrrad/ 810 Schiff, Fähre)
Anzahl der Fußballspiele seit dem letzten 0-0: 6
Anzahl der Wochen, seit der letzten Woche ohne eine einzige Sportveranstaltung (31.7.-6.8. 2006): 242

W241IV: Oasen, Festungen, die Hauptstadt des Staatenbundes und ein Tor aus über 50 Metern

Nady Al-Ayn (العين) - Al-Wasl Dubayy (الوصل)
Datum: Donnerstag 10. März 2010 – Anstoß 20.30
Wettbewerb: كأس إتصالات الإمارات („Etisalat“ Emirates Cup, Halbfinale des „Etisalat“ Pokals der Emirate; 1. Profiliga vs. 1. Profiliga)
Ergebnis: 3:2 nach 100 Min. (48/52) – Halbzeit: 0:1
Tore: 0:1 23. ’Aysa ’Aly, 1:1 50. Ismail Ahmad, 1:2 51. Francisco Yeste, 2:2 67. Brahima Keita, 3:2 89. Elias Ribeiro
Verwarnungen: Fauzi Fayiz, Faris Djuma’a (Al-Ayn); Fadel Ahmad, Alexandre Oliviera, Waheed Ismail, ’Aysa ’Aly (Al-Wasl)
Platzverweise: keine
Spielort: استاد آل نهيان بنادي الوحدة (Al Nahyan Stadium, Stadion der Nahyan Sippe: Kap. 12.000 Sitzplätze)
Zuschauer: ca. 2.500 (davon ca. 1.300 Waslawy)
Unterhaltungswert: 7,0/10 (Besonders in 2. Hälfte gutes Spiel mit einem genialen Tor von Wasl und guter Stimmung)

Photos and English version:
a)
Fortresses in the United Arab Emirates
b)
Sacred Buildings in the United Arab Emirates
c)
Skyscrapers and the Desert: United Arab Emirates
d)
Al-AIN 3:2 Al-WASL (ETISALAT CUP SEMI-FINAL)

Videos:
e)
Al-Wasl Support Right After Kick-Off
f)
Al-Wasl takes the lead by converting a penalty kick
g) Yeste’s Fantastic Goal (by Esporte Interativo, Abu Dhabi Sports 2)
IMG_7790 قلعة جهيلي  في مدينة العين
Am zweiten Tag in den VAE fanden wir uns schon erheblich besser in Dubai zurecht, als am ersten. Nach al-Ain war auch kein Problem, da man auf der Autobahn eh immer geradeaus fährt: die hat meist vier Spuren auf jeder Seite, ab und an mal ein paar Kurven, rechts und links Palmen, Bäume und Büsche, dahinter feinste Sandwüste mit vereinzelten Oasen oder Farmen. Zwischen Faqa’ und Al-’Ayn sind keine Radarkontrollen, weswegen man schon mal von einem dicken Geländewagen, der wohl zur Kleidung des Fahrers passen soll (weiße Karosserie, weiße Dishdasha), mit 150 rechts überholt.

Al-’Ayn ist eine der ältesten und grünsten Städte der VAE und gehört zum Emirat Abu Dhabi. Besonders sehenswert sind die Festungen in Al-’Ayn, zumindest die vom Stadtteil Al-Jahili. Die ist kostenfrei zu besichtigen und hat innerhalb des quadratischen Lehmbaus mit einem massiven zweitürmigen Eingangstor und einem auf einer Seite anschließenden, sehr regelmäßig runden und sich nach oben verjüngenden Turm, noch einen weiteren, älteren Teil, der gesondert eingefasst und gesichert ist. Der schon erwähnt Turm ist ein architektonisches Prunkstück und prangt als Symbol auf einigen Wappen, die mit der Stadt in Verbindung stehen (Stadtwappen, Sportverein etc.). Auch das Museum hat solche Türme nachgebaut. Anschließend an viele der Forts sind Oasen. Wenn die Türen der Grundstücke offenstehen, erlaubt der Besitzer Besuchern den Zutritt. Im Schatten der oft 10m hohen Palmen ist es angenehm, unterhalb der dicken Stämme verlaufen Bewässerungskanäle. Am Rande der Stadt ziehen sich schroffe Berghänge entlang – man merkt dadurch die Nähe zum Oman.

Wir machten uns dann auf den Weg nach Abu Dhabi. An einer Raststätte aßen wir zu Mittag, wobei die guten Raststätten alle ein blaues Hinweisschild mit einem Alderkopf drauf haben. So eine gute Raststätte hat einen gut sortierten Verkaufsraum für Autopflegemittel, Getränke, Baguettes usw. neben der Tanke, einen besseren Imbiss (z.B. Southern Fried Chicken bzw. Dajaja Jenubiyye, eine britisch-emiratische Fastfoodkette wo es v.a. prima Broiler Variationen gibt) und natürlich auch eine Moschee, die allerdings meist nur ein besserer Baucontainer mit einem mickrigen Türmchen von Minarett ist.

Während al-Ain wirklich eine geschichtsträchtige Stadt ist, hat Abu Dhabi nur Moderne zu bieten. Aber was für welche! Gleich am Eingang des Ortes befindet sich die größte Moschee der VAE und achtgrößte der Welt. Die Shaykh Zayed bin Sultan Al Nahyan Moschee ist ein gewaltiger, moderner, 2007 nach fast 11 Jahren Bauzeit fertig gestellter Prachtbau in weiß mit goldenen Palmwedelkapitellen, absolut symmetrischen Säulengängen, glänzenden Steinfußböden die im Minutentakt von Indern und Pakistani gewischt werden und enorm vielen Kuppeln zwischen den schlanken, hohen Minaretten. Als Nichtmuslim darf man den Gebetssaal nur zu sehr begrenzten Zeiten besuchen. Aber in den Innenhof darf man außerhalb der Gebetszeiten immer kostenlos. Dort darf man auch fotografieren, was im Gebetsraum verboten ist. Allein der Innenhof mit den Säulenumgängen lohnt schon das Kommen.

Wenn man sich weiter in die Stadt hineinbewegt, stellt man fest: navigieren ist hier viel einfacher als in Dubai. Auch wenn Dubai die eindrucksvolleren Bauten hat (die Glasfassaden an der Corniche von Abu Dhabi sind aber auch gut), Abu Dhabi hat die noch schöneren Grünanlagen (vor allem gegenüber der Corniche, die auch mehr daher macht als die Corniche am Dubai Creek), die noch besseren Sportanlagen (v.a. das futuristische Mohammed Bin Zayed Stadion von Nady Al-Jazeera) und die viel regelmäßigere und übersichtlichere Infrastruktur. Abu Dhabi ist übrigens die Hauptstadt des Staatenbundes, obwohl Dubais 3,4 Millionen Einwohner den 1,8 Millionen Abu Dhabis gegenüberstehen. Ich erwähne das hier nur, weil irgendwie fast alle meinen, Dubai sei die Hauptstadt der VAE. Mittlerweile hat zwar jeder Trottel mitgekriegt, dass Ankara und nicht Istanbul die türkische Hauptstadt ist, aber über die VAE ist hierzulande doch noch nicht so viel angekommen...
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Ebenfalls kaum angekommen ist die Information, dass sich die Fußballliga zu einer wirklich starken Liga etabliert hat, die nicht nur wegen ihrer ausländischen Spieler in Asien zu den Größen zählt. Eine feste Größe im emiratischen Fußball ist der Dubaier Club al-Wasl (die Verbindung). Der siebenfache Meister und dreimalige Pokalsieger hat auch schon die Clubmeisterschaft der Golfregion gewinnen können. Einen Schal davon kaufte ich vorm Stadion für 5,50€ einem Händler ab. Die Karten waren mit 2€ pro Stück für unüberdachte Sitzplätze auf der Gegengerade noch billiger. Auch der Sport- und Kulturverein Nady ar-Riyadhiyya wath-Thaqafiyya al-’Ayn (Die Quelle) hat Titel zu bieten: als Championsleague Sieger 2003, neunmaliger Meister und neunfacher Pokalsieger sogar die meisten in den VAE. In dieser Saison stehen beide nicht besonders gut dar: Al-Wasl in der Liga nur 5. und Al-Ain sogar nur 11. von 12 und damit auf einem der beiden Abstiegsplätze.

Da dieses Pokalhalbfinale im zweitwichtigsten Pokal der VAE (vergleichbar mit dem Liga-Pokal, nur besser) auf neutralem Platz stattfand, waren keine Massen von Fans (v.a. Al-Wasl zieht schon mal in der Liga fünfstellige Zuschauerzahlen an) da und ein Heimvorteil für eine der Mannschaft von der Fanverteilung her kaum auszumachen, aber die Waslawy supporteten die Gelb-Schwarzen doch von Anfang an sehr ordentlich: Fahnen und Zettelchoreo, Papierschnipselregen, Trommeln, Megaphon, Gesänge... Von den Aynawy war bis kurz vor Schluss (ab dem 3:2) fast nichts zu hören – aber wir saßen ja auch im al-Wasl Block.

Das Spiel war nicht so gut, wie fast alle anderen al-Wasl Spiele die ich im Fernsehen gesehen hatte. Die Gelb-Schwarzen taten einfach zu wenig und hatten kaum Torchancen. Auch funktionierten die oft genialen Pässe und Zuspiele nicht immer so sicher. Al-’Ayn machte nur nichts aus ihren Chancen bzw. der gute Torwart vereitelte die Führung. Einige Wackler gab es aber in der Aynawy Abwehr schon: einer führte zu einem berechtigten Elfer, den ’Aysa ’Aly sicher verwandelte.

In der zweiten Halbzeit nahm das Spiel enorm an Fahrt auf, aber al-’Ayn war weiterhin die bessere Mannschaft. Nach 50 Minuten war der Ausgleich auch überfällig. Schön eingeköpft. Noch viel schöner jedoch die Antwort von al-Wasl: Yeste hämmert einfach mal vom Anstoßpunkt drauf und erzielt mit Aufsetzer – der Ball springt über den an der Strafraumgrenze rumstehenden Al-’Ayn Torwart ins Eck – die erneute Führung, sofort nach dem Ausgleich. Das waren mehr als 50m Entfernung! Auch der erneute Ausgleich für die Quellenkicker war ganz nett gemacht; reingezirkelt aus dem Feld zwischen Fünfmeterraum und Strafraumgrenze. Wie zu befürchten war, kam Al-’Ayn so gut ins Spiel, das sie kurz vor Schluss ein Foul im Strafraum provozierten, berechtigterweise Elfmeter bekamen und diesen sicher – Torwart verladen und ins Eck gezimmert – verwandelten.

Vom nach der Sippe der Nahyan, die Herrscherfamilie des Emirats Abu Dhabi und wichtigste Familie des Staatenbundes, deren wichtigste Vertreter auch Porträts hinter der Stadiongegentribüne haben, benannten Stadion, was übrigens auf zwei Seiten von hohen Glasfassadenbauten umgeben ist und Sitzen in edlen dunklen Rottönen, die aber nur auf einer Längsseite überdacht sind, zu bieten hat, kamen wir recht zügig weg und erreichten unser Hotel in Dubai – das Royal Falcon kann ich an dieser Stelle nur noch mal loben: da kann man kaum meckern bei dem Preis-Leistungs-Verhältnis – um kurz nach 1.00 Uhr.
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Statistik:
Grounds: 538 (heute ein neuer Ground; diese Saison: 88 neue)
Sportveranstaltungen: 1.240 (heute eine, diese Saison: 127)
Tageskilometer: 500 (Auto)
Saisonkilometer: 26.290 (12.970 Auto/ 4.730 Bahn, Bus, Tram/ 4.950 Flugzeug/ 2.830 Fahrrad/ 810 Schiff, Fähre)
Anzahl der Fußballspiele seit dem letzten 0-0: 4
Anzahl der Wochen, seit der letzten Woche ohne eine einzige Sportveranstaltung (31.7.-6.8. 2006): 241

W241III: Von wahnwitzigen Wolkenkratzern und internationalem Umfeld

Ägypten (U-20) 1:0 Saudi-Arabien (U-20) Datum: Mittwoch, 9. März 2011 - Anstoß 19.30 Wettbewerb: Freundschaftsspiel von U-20 Junioren-Auswahlmannschaften Ergebnis: 1:0 nach 96 Min. (45/51) – Halbzeit: 1:0 Tor: 1:0 5. EGY Verwarnungen: 1x Gelb KSA Platzverweise: keine Spielort: Stad Hamid at-Tayyar (Kap. 3.000 Stehplätze) Zuschauer: ca. 100 (davon ca. 80 Emiratis, 10 Saudis, 8 Ägypter und 2 Deutsche) Unterhaltungswert: 4,0/10 (Durch enorme Ausgeglichenheit beider Teams gab es kaum Torchancen, aber schlecht oder langweilig war das Spiel nicht) Sightseeing: 6,0/10 (Sehenswürdigkeiten haben sich schon anzugucken gelohnt, aber die Fahrerei etc. war nervtötend) Photos and English Version: a) Fortresses in the United Arab Emirates b) Sacred Buildings in the United Arab Emirates c) Skyscrapers and the Desert: United Arab Emirates d) U-20 Friendly Match: Egypt vs. Saudi-Arabia, in Dubai IMG_7635 Kaum am Flughafen von Dubai gelandet, schon waren wir auch am Mietwagenschalter. Die Zollbeamten in Dischdaschas und Latschen – sollte das ne Uniform darstellen? – stempelten nur schnell den Stempel rein und ließen einen dann ziehen. Auch die Mietwagenabholung klappte problemlos. Mit dem Mietwagen von Hertz fuhren wir dann noch in der Nacht los und kamen nach über einer Stunde Fahrt in Dhayah an. Das ist ein Dorf im Emirat Ras al-Khayma, in dem es eine kleine Festung gibt. Dort ruhten wir uns knapp 2 Stunden im Auto aus und stiegen dann zur Festung hoch, die aus Lehm, Steinen und Holzstangen gefertigt ist und die einzige erhaltene Felskegelfestung der VAE ist. Weiter ging es nach Ras al-Khayma wo wir günstig in einem indischen Supermarkt was fürs Frühstück einkauften und die Hauptmoschee begutachteten. Die konservativen Golfstaatenbewohner wollen im Normalfall keine Nicht-Muslime in ihren Gotteshäusern, so waren die einzigen Moscheen, die wir auf dieser 14tägigen Reise von innen sahen, jene in Istanbul. In der kleinen Hafenstadt Jazeerat al-Hamra gibt es ein paar Ruinen, die zwischen 20 und weit über 200 Jahre alt sind. Besonders der Festungsturm, der auch mit der abenteuerlichen Leiter zu erklimmen ist, ist ein schönes Beispiel für die Architektur vergangener Tage. Während die einen Bauten vor sich hin verfallen, stehen hundert Meter weiter moderne Betonbauten und ein Fußballstadion für den Zweitligisten und einen Kilometer entfernt sogar neue Wolkenkratzer. Umm al-Quwayn war mal ein Fischerdorf – und das sieht man dem Nest auch an. Bizarr, wie mitten in einem kargen Wüstenstreifen eine Luxusvilla steht. Die Vorfahren des Besitzers haben bestimmt nicht mehr als ein Zelt an dieser Stelle aufgebaut... Die Altstadt ist teils verfallen, doch die Festung sehr gut erhalten. Vor dem Festungsgebäude sind Kanonen und ein Panzer zu sehen. Der Eintritt beträgt weniger als 1€, aber wir wollten weiter und uns nicht mit einer Schulklasse zusammen ein Museum angucken. ’Ajman ist dann das langweiligste und uninteressanteste Emirat. Damit ich dort überhaupt mal wenigstens ein Foto gemacht habe, nahm ich die größte Moschee, einer der vielen Shaykh Zayed-Moscheen, auf. In Sharjah gibt es mehr zu sehen, aber hier beginnt das Verkehrschaos von Dubai. Wir schauten uns also nicht den Kulturpalast an, sondern nur ein paar Häuserschluchten. IMG_7611 القلعة في أم القيوين Häuserschluchten gibt es in Dubai genug. Das Emirat und seine Hauptstadt kennt man als Hightech-Ort in der Wüste. Doch außer tollen Wolkenkratzern, zu denen auch das höchste Gebäude der Welt zählt und die Devise „Hauptsache groß und interessant, Zweckmäßigkeit egal“ gilt, hat Dubai noch eine schöne Promenade an einem Creek (hier ein Meeresarm) und eine rekonstruiertes historisches Viertel mit nachgeahmter Lehmziegelbauweise. Bis wir das Hotel Royal Falcon (für 35€ pro DZ und Nacht ist die Qualität echt hervorragend!) gefunden hatten, verging eine Weile. Der Stadtverkehr von Dubai ist extrem langsam, da immer alle mit dem Auto irgendwo hin wollen. In der Stadt sind dann auch viel mehr Verkehrsverstöße zu beobachten als Überland, wo dauernd abgezockt wird. Unglaublich, wie mittel- und nordeuropäisch die Emirate in dieser Hinsicht sind. Die VAE sind was das Autofahren angeht das langweiligste Land des arabisch-islamischen Raumes – wo bleiben die wilden Rasereien und Wendemanöver? Was fällt meinen Lesern beim Stichwort „Sport in den VAE“ ein? Natürlich spielen die alten Sportarten Kamelrennen und Falkenjagd noch eine große Rolle. Auch Pferdesport ist beliebt, doch unlängst hat Fußball den typischen Beduinenfreizeitbeschäftigungen den Rang abgelaufen. Kleinere Szenen haben auch logischerweise so populäre und einfach auszutragende Sportarten wie Handball, Volleyball und Basketball. Dass man in Dubai und manchen anderen Städten der VAE auch ungewöhnliche Sportarten ausüben kann, dürfte auch bekannt sein. Seit ein paar Jahren gibt es eine Kunstschneehalle, in der man Skifahren kann. Aber wer denkt beim Stichwort „Sport in den VAE“ schon gleich an Eishockey? Und dass seit den frühen 1970ern dort Eishockey gespielt wird, hat sicherlich auch kaum jemand gewusst, oder?! Leider wurde das Spiel der EHL (Emirati Hockey League) verlegt, sodass wir im Sportkomplex von An Nasr Dubai, wo sich neben Fußball- und Tennisanlagen eben auch eine Eissporthalle, eine indische Kirche (für die Orthodoxen aus Kerala), Kulturzentren für Sudanesen, Iraner und andere, sowie auch ein Treffpunkt für Norweger - stilecht ein Holzhaus - befinden, nach einem anderen Spiel Ausschau halten mussten. Im großen Stadion führte die Reserve (?) von Nasr gerade mit 4:0, wobei keine fünf Minuten mehr zu spielen waren. Also auf zum kleineren, direkt daneben liegenden Stadion, das nach Hamid Tayyal benannt wurde: dort spielte die ägyptische U-20 gegen die saudi-arabische U-20 ein Freundschaftsspiel. Ägypten ging im auf drei Seiten mit je fünf massiven Betonstufen umbauten Stehplatzstadion bereits nach 5 Minuten 1:0 in Führung. Danach gab zwar auch noch Chancen auf beiden Seiten, aber beide Teams waren sich auf technisch gutem Niveau so ebenbürtig, dass kaum Torschüsse zustande kamen. Die wenigen Torchancen wurden von den jeweiligen Torhütern vereitelt oder knapp vergeben. Am Ende natürlich ein verdienter Sieg für die „Pharaonen“ gegen die Wahhabiten. Stimmung war übrigens gar nicht vorhanden, da die meisten Zuschauer neutrale Emiratis waren. Die wollten wohl nur noch mehr internationales Flair erleben, als sie das so wie so schon tun. Wir waren z.B. bei einem indischen Imbiss vor dem Spiel gewesen, der Hauptgerichte für nur 2€ oder 3€ anbietet. Alles auf ganz ordentlichem Niveau. Gegenüber war dann natürlich noch ein Supermarkt, wo unsere Kassiererin einen Sari trug. Mit Arabisch braucht man denen da übrigens nicht zu kommen: die können nur Englisch und Hindi oder eine andere Sprache aus dem Bereich. Die Gastarbeiter – so auch Westeuropäer etc. – können generell oft kein Arabisch. Ist schon interessant, wie sich Leute, die sich in ihren Heimatländern garantiert an Arabern oder anderen Zuwanderern, die keine vernünftigen Sprachkenntnisse haben, stören, im Ausland selber nicht die Umgangssprache können. Mal ganz davon abgesehen, dass die Kenntnisse der Landeskultur meist sehr limitiert sind, was in dem doch recht polyglotten Land das viel größere Problem ist als die Sprache. Was hierzulande von den Einwanderern erwartet wird, brauchen unsere Auswanderer wohl nicht zu erfüllen... IMG_7702 Statistik: Grounds: 537 (heute ein neuer Ground; diese Saison: 87 neue) Sportveranstaltungen: 1.239 (heute eine, diese Saison: 126) Tageskilometer: 400 (Auto) Saisonkilometer: 25.790 (12.470 Auto/ 4.730 Bahn, Bus, Tram/ 4.950 Flugzeug/ 2.830 Fahrrad/ 810 Schiff, Fähre) Anzahl der Fußballspiele seit dem letzten 0-0: 3 Anzahl der Wochen, seit der letzten Woche ohne eine einzige Sportveranstaltung (31.7.-6.8. 2006): 241

W241II: Von einer heimlichen Hauptstadt in die nächste – Istanbul nach Dubai

Photos and English Version:
ISTANBUL – ALL SIGHTS FROM HAGIA SOPHIA AND BLUE MOSQUE TO ANADOLU CASTLES AND ÜSKÜDAR

Am letzten Tag von unserem Istanbul-Trip liefen wir noch über die Galatabrücke in die südlich des Taksim-Platzes gelegenen Ecken. Die Besichtigung des Galataturms ließen wir sein, da er 1. unangemessen hohen Eintritt verlangt und 2. der Blick von dort auf die Stadt nur bei gutem Wetter etwas bringt. Und von gutem Wetter waren wir heute weit entfernt: 3 Grad über Null und Schneeschauer – und das Anfang März in Istanbul...
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Danach besichtigten wir noch Randgebiete der Altstadt, wie die recht eindrucksvolle Süleymanie-Moschee und eine Straße mit mehreren Holzvillen. Zwischen diesen Sehenswürdigkeiten gab es aber auch auffälligen Verfall und Leerstand. In jedem Fall aber hat sich die Reise nach Istanbul äußerst gelohnt. Istanbul ist definitiv eine der schönsten Städte die ich kenne – und ich kenne gar nicht wenige!

Mit der Metro ging es zum Flughafen und von dort mit Turkish Airlines nach Dubai. Eine modernere, ordentlichere und bessere Maschine, sowie besseres und reichhaltigeres Essen an Bord habe ich noch nie erlebt – mit klarem Abstand der interessanteste Flug mit der bisher besten Fluggesellschaft, mit der ich geflogen bin! Wenn man schon so einen hässlichen Nachtflug hat, dann wenigsten während dem Essen der Hähnchenbrust mit Gemüse, Kichererbsenpüree, scharfen Tomatensalat und Pudding, die Musikbibliothek mit türkischer „Arabesque“ im Entertainmentsystem des Vordersitzes durchgehen.
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Statistik:
Grounds: 536 (heute kein neuer Ground; diese Saison: 86 neue)
Sportveranstaltungen: 1.238 (heute keine, diese Saison: 125)
Tageskilometer: 3.010 (3.000 Flugzeug, 10 Metro)
Saisonkilometer: 25.390 (12.070 Auto/ 4.730 Bahn, Bus, Tram/ 4.950 Flugzeug/ 2.830 Fahrrad/ 810 Schiff, Fähre)
Anzahl der Fußballspiele seit dem letzten 0-0: 2
Anzahl der Wochen, seit der letzten Woche ohne eine einzige Sportveranstaltung (31.7.-6.8. 2006): 241

W240II: Vorwort zur Reise Istanbul – VAE – Oman

Inhalt: Vorwort: Zur Reise Istanbul – VAE – Oman Tag 1: Von der sächsischen in die türkische Metropole - Leipzig nach Istanbul Tag 2: Die klassische Altstadt Sightseeingtour Tag 3: Ein Derby zwischen Beşiktaş und Fenerbahçe - Galatasaray gegen Karabükspor Tag 4: Auf einer Fahrt nach Asien zeigte sich das wahre Gesicht des türkischen Fußballs Tag 5: Mit Feribot und Banliyö Tren ins tiefste asiatische Istanbul Tag 6: Von einer heimlichen Hauptstadt in die nächste – Istanbul nach Dubai Tag 7: Von wahnwitzigen Wolkenkratzern und internationalem Umfeld Tag 8: Oasen, Festungen, die Hauptstadt des Staatenbundes und ein Tor aus über 50 Metern Tag 9: Von den Emiraten ins Sultanat; Dubai nach Maskat Tag 10: An jeder Ecke eine Festung; im Bergland zwischen Maskat und Nizwa Tag 11: Berge, Burgen und bekloppte Öffnungszeiten; Bahla und Umgebung Tag 12: Rundfahrt durch die Berge bei Nakhl und Rustaq, sowie die Küstenebene zwischen Suwayq und Barka Tag 13: Geöffnete Festungen, tiefe Wadis und der erste Spielbesuch im Oman Tag 14/15: Noch ein paar Festungen und ein letztes Fußballspiel und dann eine lange Rückreise Zusatz 1: Tipps und Zusammenfassung Istanbul! Zusatz 2: Tipps und Zusammenfassung VAE! Zusatz 3: Tipps und Zusammenfassung Oman! IMG_7366 Nach je einem Länderbesuch im Maghreb und im Mashrik sollte es nun auch in die dritte Region der arabischen Welt, dem Khaleedj (also Golf), gehen. Aufgrund der guten Kombinierbarkeit und der hohen Attraktivität des Omans, die durch die enorme, mit sehr vielen Festungen verzierte Gebirgslandschaft hervorgerufen wird, so wie der Bizarrheit der Vereinigten Arabischen Emirate, waren diese zwei Länder unser Ziel. Da es sich finanziell, zeitlich und aufgrund der Flugverbindung lohnte, auf dem Weg in die Emirate einen mehrtägigen Stopp in Istanbul einzulegen, kam auch noch eine Städtereise Istanbul hinzu. Istanbul (oder wie im Türkischen wegen der beiden i-Laute geschrieben werden muss: İstanbul) sei nicht die Türkei, heißt es immer wieder. Oder die Stadt sei nicht typisch für dieses Land. Aber was ist denn typisch für die Türkei? Es gibt definitiv ein großes West-Ost-Gefälle – jetzt kommt mir aber Keiner mit „wie in Deutschland“: das ist in der Türkei viel heftiger! – doch da ist İstanbul trotzdem noch als größte Stadt und die wahre Hauptstadt richtig türkisch. Denn ein Völkergemisch (Türken, Kurden, Armenier, Europäer), eine Bandbreite von Leuten aller Schichten und Ausrichtungen (vom zugewanderten ungebildeten Bauern bis zur ur-istanbuler Uniprofessor) und eine enorme kulturelle Vielfalt (es gibt in deutschen Großstädten wie Berlin und Frankfurt nichts, was es in İstanbul nicht auch gäbe an kulturellen, künstlerischen, sportlichen etc. Angeboten) machen eine solche Stadt aus. IMG_7935 Die VAE sind ein weiteres der Länder, das mit Widersprüchen glänzt. Modernste Architektur, sehr viele Ausländer und ihre kulturellen Einflüsse, aber weiterhin Züge einer konservativen islamischen Stammesgesellschaft mit Monarchie und entsprechend rüden Gesetzten, die z.B. Küssen in der Öffentlichkeit mit Geldstrafen und teilweise Alkoholdelikte mit Auspeitschen bestrafen. Auch wenn es verwunderlich klingt; VAE und USA haben mindestens drei Sachen gemeinsam: 1. die drei Buchstaben zählenden Abkürzungen, 2. die Wolkenkratzerarchitektur der Großstädte und 3. die Erfolgsgeschichte. Denn während die USA als Produkt der Kolonisierung der Ureinwohner aus etlichen Kolonien hervorgingen, entstanden die VAE aus einigen Emiraten, deren Siedlungen zumeist Fischerdörfer und Wüstenoasen waren, die mit dem Erdöl reich wurden. Mit dem Erdöl ging ein Bauboom im US-amerikanischen Stil einher, der bei den „Westlern“ zu zwei Reaktionen führte: 1. Der Neid von den Stellen, die fürchten, dass ihnen der Rang von „ehemals mickrigen Fischerdörfern voller ungebildeter Beduinen, die jetzt durch das Öl reich und mächtig geworden aber im Kern noch dumm und islamisch geblieben sind“ abgelaufen wird. Und wie groß war und ist nicht auch der Neid gegenüber technischen und anderen Errungenschaften der USA? 2. Die übliche Kleine-Leute-Reaktion „Boah geil, da liegt ja das Geld auf der Straße, da muss ich unbedingt Gastarbeiter werden!“ die man auch in den USA des 19. und 20. Jahrhunderts erlebte. Wie schief so etwas gehen kann, kann man zum Beispiel in einem Buch von irgendeinem komischen Vogel nachlesen, der monatelang inhaftiert war, da er in den VAE an falsche Bekannte (Drogen, Alkohol und fragwürdige Jobvermittlung) geriet und vor allem auch schlecht informiert und blauäugig an den neuen Lebensabschnitt heran ging. Erinnert mich an die Story vom Einwanderer in die USA, der übermüdet aus dem Schiff steigt, die medizinische Untersuchung passiert und vor dem Gebäude einen 50-Dollar-Schein auf dem Boden liegen sieht und sich denkt „ach, hier liegt das Geld eh auf der Straße: heute bin ich zu müde mich zu bücken, Geld hebe ich erst morgen auf“ und weiter taumelt... Wenn man sich nicht vor Augen führt, was für eine – für „westliche“ Verhältnisse – altmodische Gesellschaft die Emirate sind, eckt man dort hoffnungslos an; so wie eine Frau in Burka in Deutschland auch aneckt. Wer aber auch nur etwas Ahnung vom Islam in den Golfstaaten – der sich von dem im Maghreb oder in Syrien üblichen in einigen Dingen unterscheidet – hat, der wird weder anecken, noch im Knast landen, sondern einen interessanten Urlaub verbringen. Wer dort arbeitet, wird so wie so weitestgehend in seine Parallelwelt der ausländischen Arbeitskräfte eintauchen: Integrationsdiskussionen gibt es in den Emiraten nicht. IMG_8154 Im Oman sieht es etwas anders aus, als in den Emiraten, da die Wirtschaft im Schatten der VAE boomt und die Bauprojekte mehr durch Vernunft und Zurückhaltung, denn durch den Showfaktor geprägt sind. Extrem und bewundernswert ist es, wie Sultan Qabous und seine Leute das Land seit 1970 vom völlig zurückgebliebenen, von der Welt abgeschotteten Reich, dessen Bevölkerung übel unterdrückt und z.B. von Bildung fern gehalten wurde (so gab es nur drei Jungenschulen im Land), zu einem Land mit fast 100% Alphabetisierungsrate, soliden staatlichen Strukturen – Oman ist zwar reichlich totalitär, aber es ist eines der wenigen Länder der arabischen Welt, in denen Bildungswesen und die Medizinversorgung europäisches Niveau behaupten können – und starker Wirtschaft machten. Oman gilt den UN als das Land, das die größten Entwicklungsschritte in den letzten 40 Jahren gemacht hat. Das will ich mal in Afghanistan sehen, deren Situation so ähnlich wie jene im Oman vor 1970 war, aber die die Hilfe von dutzenden Staaten – Oman hatte nur etwas britische Unterstützung in der Zeit des Machtwechsels und danach – in den Sand setzen... Aber lieber zurück zum Oman: vor allem die Landschaft, die krassen Bergregionen mit ihren palmbestandenen Oasen, tief eingekerbten Tälern und hoch über ebendiesen thronenden Festungen, dürften selbst Banausen zu begeistern wissen. Das Land wirkt auch noch sehr traditionell islamisch geprägt, was sich nicht nur in der Kleidung der Menschen niederschlägt. Neben Istanbul ist Oman das lohnendste Ziel! IMG_9024