Mittwoch, 30. Mai 2012

W305I: Erneut ein Sieg am Mittwochabend

SG Eintracht Bad Dürrenberg/ TSV Leuna B ... 4
TSG Halle-Kröllwitz 1964 B .............................. 2
Datum: Mittwoch, 30. Mai 2012 – Anstoß: 18.00
Wettbewerb: B-Junioren Kreisklasse Saalekreis/ Halle (5. Liga und unterste Liga der 14-16jährigen)
Ergebnis: 4-2 nach 80 Min. (40/40) – Halbzeit: 3-1
Tore: 1-0 23. Blerand Shoshi, 1-1 30. Nr. 9, 2-1 33. Blerand Shoshi, 3-1 36. Blerand Shoshi, 4-1 55. Blerand Shoshi, 4-2 56. Nr. 8
Verwarnungen: keine
Platzverweise: keine
Spielort: Sportplatz Eintracht (Kap. 1.200 Stehplätze)
Zuschauer: ca. 45 (davon ca. 3 Gästefans)
Unterhaltungswert: 7,0/10 (Wirklich gutes Spiel zweier gleichstarker Teams: der Sturm der Heimelf machte den Unterschied aus)
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Photos with English Commentary:

Die englischen Wochen werden langsam zur Gewohnheit für die B-Junioren: vor einigen Wochen spielte man mittwochs in Kröllwitz und siegte 3:2, nun hieß es auf dem Platz der Eintracht Bad Dürrenberg gegen eben jenen halleschen Club 4:2.

Beide Teams zeigten von Beginn an guten Fußball; Bad Dürrenberg/ Leuna schien technisch beschlagener, Kröllwitz zeigte ein bisschen mehr vorm Tor. Besser durchsetzen vorm Tor konnte sich allerdings die Heimelf. Insbesondere Blerand Shoshi tat sich enorm hervor: das 1-0 nach 23 Minuten war ein gut vollendeter genauer Pass, nach dem Ausgleich für Kröllwitz hämmerte Blerand das 2:1 unters Tordach und noch vor dem Seitenwechsel schenkte er dem TSG-Torwart einen dritten Treffer ein.

Ab der 41. gab es ein bisschen Leerlauf, doch dann glänzte wieder Blerand Shoshi, der einen Pass im Mittelfeld aufnahm, sich in einem Laufduell bis in den Strafraum hinein behauptete und den Ball an drei Verteidigern und dem Torwart vorbei ins lange (linke) Eck schoss. Ein genauso herausragender Treffer wie sein 2:1! Direkt nach dem 4:1 kam Kröllwitz noch mal zum Zuge: da hatte die Abwehr nicht so aufgepasst, sodass sich die beiden Gastgeber-Trainer wieder aufregen konnten. Das taten sie aber nicht so doll wie der Kröllwitzer Trainer manchmal: bei zwei reichlich sinnlosen Tobsuchtsanfällen musste man sich schon wundern, dass seine Mannschaft so diszipliniert ist. Gerade solche Gestalten an der Seitenlinie sind sonst sehr wenig förderlich für eine Mannschaft von Jugendlichen.

Insgesamt konnte man die Bad Dürrenberger und Leunaer Elf wieder nur loben: Kröllwitz ist wirklich kein leichter Gegner, doch eine geschlossene Mannschaftsleistung – nicht nur Blerands herausragende Einzelleistung: schließlich mussten ihn andere freispielen, hinten hielt der sehr sichere Torwart Haris enorm viele Bälle und andere (also Eric) kämpften selbst mit Nasenbluten noch weiter – brachte einen sehenswerten 4:2 Sieg!
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Statistik:
Grounds: 739 (heute kein neuer; diese Saison: 145 neue)
Sportveranstaltungen: 1.529 (heute 1, diese Saison: 215)
Tageskilometer: 20 (20 Fahrrad)
Saisonkilometer: 57.350 (28.500 Auto/ 23.120 Flugzeug/ 3.010 Bahn, Bus, Tram/ 2.700 Fahrrad/ 20 Schiff, Fähre)
Anzahl der Fußballspiele seit dem letzten 0-0: 77
Anzahl der Wochen, seit der letzten Woche ohne eine einzige Sportveranstaltung (31.7.-6.8. 2006): 305

Montag, 28. Mai 2012

W304III: Fußball in Bad Homburg vor der Höhe

TSV Vatanspor Bad Homburg 2:7
Sport-Gemeinschaft Ober-Erlenbach
Datum: Sonntag, 27. Mai 2012 – Anstoß: 15.00
Wettbewerb: Gruppenliga Frankfurt/ Main, Gruppe West (7. Liga, 2. Amateurliga)
Ergebnis: 2-7 nach 89 Min. (45/44) – Halbzeit: 2-2
Tore: 1-0 24. Victor Alexandru Radu, 2-0 30. Victor Alexandru Radu, 2-1 35. Murat Akyel, 2-2 44. Nloka Pierre Laurent Nkane, 2-3 52. Nloka Pierre Laurent Nkane, 2-4 60. Nloka Pierre Laurent Nkane, 2-5 67. Victor Walz, 2-6 73. Stefan Hirschberg, 2-7 79. Raffaele Banchetto
Verwarnungen: 2x Masiullah Mahbubi (Vatanspor); Nloka Pierre Laurent Nkane, Oliver Beck (Ober-Erlenbach)
Platzverweise: Masiullah Mahbubi (Vatanspor: 87. wg. wiederholtem Meckern)
Spielort: Sportzentrum Nordwest (Kap. 6.000, davon 750 Sitzplätze)
Zuschauer: ca. 45 (davon ca. 5 Gästefans und 10 Neutrale)
Unterhaltungswert: 4,0/10 (Nach guter erster Hälfte verkam das Spiel zu einer Farce)

SG Kirdorf Bad Homburg 1890 3:2
1. FC 1910 Königstein/ TSG 1910 Falkenstein
Datum: Sonntag, 27. Mai 2012 – Anstoß: 17.00
Wettbewerb: Kreisoberliga Hochtaunus (8. Liga, 3. Amateurliga)
Ergebnis: 3-2 nach 91 Min. (45/46) – Halbzeit: 2-1
Tore: 0-1 19. Karabaş Serhat, 1-1 20. Daniel Diehl, 2-1 39. Christoph Weber, 2-2 62. Karabaş Serhat, 3-2 88. Steffen Fuchs
Verwarnungen: Önder Çolak (Königstein)
Platzverweise: keine
Spielort: Sportplatz Bad Homburg-Kirdorf/ Sportanlage Wiesenborn (Kap. 2.000 Stehplätze)
Zuschauer: ca. 100 (davon ca. 30 Gästefans)
Unterhaltungswert: 7,0/10 (Gutes und spannendes Spiel)
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Photos with English Commentary:

Am Sonntag stand zuerst die Besichtigung der Stadt Marburg an der Lahn an. Die wurde mir von meinen Eltern als die wahrscheinlich schönste Stadt Hessens verkauft, was sich als ziemlich zweifelhaft herausstellte. Das Schloss ist spektakulär, aber überragt eine landschaftlich ganz nett gelegene doch architektonisch eher weniger überzeugende Stadt. Es gibt zwar viel Fachwerk, aber das ist alles ziemlich künstliches, unechtes, historistisches aus dem frühen 20. Jahrhundert. Von geschlossener Bauweise auch keine Spur. Die Kirchen sind auch nicht gerade überragend. Die Hauptkirche ist z.B. ein sehr kahles gotisches Gotteshaus mit ein paar mehr oder weniger passenden Elementen des 20./21. Jahrhunderts. Wenn das wirklich die schönste Stadt Hessens ist, dann muss ich dieses Bundesland in Sachen Sehenswürdigkeiten (meine persönliche Liste führt Thüringen an, dann kommen Sachsen-Anhalt, Sachsen, Rheinland-Pfalz) doch vom 5. Platz etwas mehr in Richtung 7 oder 8 abstufen...

Bad Homburg ist im Vergleich zu Marburg natürlich erstrecht ein ziemliches Kaff, doch das Schloss mit dem Park macht echt was daher. Heute waren wir aber hauptsächlich wegen Fußball in die Kurstadt vor der Höhe gekommen. Interessanterweise waren wir auch nicht die einzigen Groundhopper, die sich genau diese Kombination – erst Vatanspor gegen Ober-Erlenbach, dann SGK gegen 1.FC/ TSG Königstein – ausgesucht hatten.
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Das erste Spiel fand im recht eindrucksvollen Sportzentrum Nordwest statt. Die Haupttribüne, die sich an den von Leichtathletikanlagen umgebenen Großfeldplatz anschließt, fasst mit drei Sitzreihen unten und sechs Stehreihen dahinter so 4.250 Zuschauer. Ein Drittel davon kann das Spiel überdacht verfolgen. Gegenüber gibt es nur eine kleine dreireihige Stehtribüne.

Vatan ist vom Arabischen (وطن) ins Türkische für „Vaterland“ oder „Heimat“ übernommen worden. Von den Aktiven wird wohl kaum einer Deutschland als sein Heimatland bezeichnen, da nicht Einer laut Vereinshomepage die deutsche Staatsbürgerschaft hat. Gut durchmischt ist die Truppe trotzdem: 9 Türken, 5 Rumänen, 3 Marrokaner, 2 Bosnier, 2 Litauer und je 1 Franzose, Afghane und Italiener. Auf der ganz gut gemachten Homepage wird übrigens über eine nicht zufriedenstellende Saison gemeckert: OK, als Fünfter steht man immerhin besser dar als Ober-Erlenbach als 10. – aber wenn man es fertig bringt, beim Drittplatzierten aus Griesheim in der Vorwoche 14:4 zu verlieren...

Heute fielen genau halb so viele Tore vor einer erbärmlichen Zuschauerkulisse, die man kaum mit den zu hohen 4€ Eintritt erklären kann: die anderen Vereine in Hessen sind genauso teuer – vielleicht ist das Catering billiger: aber besser sicher nicht – und haben genauso idiotische Ermäßigungsregelungen (mehr siehe im letzten Absatz!). Dabei begann Vatanspor wirklich gut und war die klar bessere Mannschaft. Doch nach dem 2:0 per Kopf in Winkel nach einem Freistoß, war die Luft doch etwas draußen. Ober-Erlenbach wurde besser und glich noch vor der Pause aus.

Da sich ein Spieler vor Vatanspor verletzt hatte (wahrscheinlich Gehirnerschütterung) und kein Ersatzspieler zur Verfügung stand, musste die türkische Truppe mit einem Spieler weniger auskommen. Die zweite Hälfte verkam durch die Unfähigkeit und Lustlosigkeit von Vatanspor zu einer einzigen Farce. Die Mannschaft stand so wie so schlecht in der Abwehr und ließ sich nun von Ober-Erlenbach ganz billig abschießen. 2:7! Die letzten Minuten spielten sie nur noch zu neunt, da der komische Afghane zu viel rummeckerte.
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Weiter ging es zwei Kilometer entfernt auf dem Sportplatz Wiesenborn. Der ist auch ein kleines Stadion mit einer dreireihigen Stehtribüne auf Längsseite. Dort waren locker doppelt so viele Fans anwesend wie beim Spiel eine Liga höher. Die Partie der beiden punktgleichen Mannschaften aus dem Mittelfeld – Siebter gegen Achter, Bad Homburg ist nur 7 Toren schlechter als Königstein – ließ sich die ganze Zeit über sehen: schnell, spannend, viele Torszenen. Prima!

Die Gäste, die von einer recht beachtlichen Zahl Fans begleitet wurden, gingen in Führung, doch der Ausgleich erfolgte postwendend. Noch vorm Seitenwechsel hieß es 2:1 für Bad Homburg. Der Schiedsrichter ließ viel laufen und die Anwesenheit der Linienrichter war absolut sinnfrei. Jedenfalls ging es flott hin und her und nach der Pause konnte der Gast auch mit einem tollen Schuss von der Strafraumgrenze in den Winkel den Ausgleich erzielen. Das 3:2 fiel kurz vor Schluss und war schon sehr glücklich für Bad Homburg, da bei diesen gleichermaßen guten Mannschaften eigentlich niemand einen Sieg verdient gehabt hatte.

Wir trafen uns in Frankfurt noch mit meinem Onkel in einem sehr guten Balkanrestaurant und kamen dann um 1.30 zu Hause an.

Zusammenfassend muss ich nach diesem Wochenende mit Hessenfußball satt übrigens ein paar Sachen anmerken: zuerst ist mir die kleinteilige Ligeneinteilung aufgefallen. Da gibt es unter der halbprofessionellen Hessenliga eine dreigleisige Amateur-Verbandsliga. Das ist schon etwas übertrieben bei einem Bundesland dieser recht niedrigen Fläche, aber dann gibt es eine sogenannte Gruppenliga (deren Begrifflichkeit recht komisch ist), die sich in sechs Regionen mit teilweise zwei Staffeln einteilt. Richtig unübersichtlich wird es darunter mit um die 30 Kreisoberligen, was zur Folge hat, dass es in einigen Regionen gerade einmal 9 Ebenen gibt. Nur sechs Landkreise haben (bis zur Kreisliga D geht es dann runter) eine 12. Liga als die unterste Ebene.

Dann ist mir noch vor allem der Eintrittspreis aufgefallen: für die oft recht ansprechende Qualität der Sportanlagen – nicht immer der Spielfläche, aber doch der Zuschauerränge – wird man hemmungslos geschröpft. Hessen ist natürlich auch so ziemlich das teuerste Bundesland neben BaWü, wobei Deutschland so wie so unglaublich überteuert ist und zwischen teuer und „billig“ eh immer nur 1% oder 2% liegen, aber bis zu 7€ für Hessenliga, dann 4€ für Gruppenliga und 3€ für Kreisoberliga ist schon irgendwo asozial. Wie zurückgeblieben die Verbands- und Vereinsleute sein müssen, sieht man am flächendeckend auftretenden Frauenrabatt. Als ob es in Hessen immer noch so wie vor 30 Jahren wäre, als Frauen nur eine ganz kleine Minderheit in den deutschen Stadien ausmachten. Die Frauenermäßigung, die teilweise so weit geht, dass gänzlich freier Eintritt gewährt wird, ist ja kein neuer feministischer Schwachsinn der sich in die Reihen anderer Erscheinungen wie Frauenbeauftragten, Frauenquoten und den ganzen „gegenderten“ Begriffe wie „StudentInnen“ (oder „FanInnen“) einreiht, sondern etwas völlig Veraltetes, was man z.B. im Osten Deutschlands so gut wie gar nicht mehr antrifft. Aber in Hessen ticken die Uhren wohl doch etwas anders...
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Statistik:
Grounds: 739 (heute 2 neue; diese Saison: 145 neue)
Sportveranstaltungen: 1.528 (heute 2, diese Saison: 214)
Tageskilometer: 600 (600 Auto)
Saisonkilometer: 57.330 (28.500 Auto/ 23.120 Flugzeug/ 3.010 Bahn, Bus, Tram/ 2.680 Fahrrad/ 20 Schiff, Fähre)
Anzahl der Fußballspiele seit dem letzten 0-0: 76
Anzahl der Wochen, seit der letzten Woche ohne eine einzige Sportveranstaltung (31.7.-6.8. 2006): 304

W304II: Zwei Spiele in Kassel – Baunatal spielt Unentschieden, die KSV-Hessen-Frauen verlieren glatt

Kultur- und Sportverein Baunatal 2:2
Turngemeinde 1888/ Sportverein 1915 Jügesheim
Datum: Samstag, 26. Mai 2012 – Anstoß: 15.00
Wettbewerb: Hessenliga (5. Liga, 2. Halbpofiliga) Ergebnis: 2-2 nach 90 Min. (45/45) – Halbzeit: 1-0
Tore: 1-0 23. Mirko Tanjic, 1-1 55. Patrick Hofmann, 1-2 74. Baris Özdemir, 2-2 80. Jaroslaw Matys
Verwarnungen: keine
Platzverweise: keine
Spielort: Sportplatz Am Baunsberg (Kap. 1.000 Stehplätze)
Zuschauer: ca. 250 (davon ca. 5 Gästefans)
Unterhaltungswert: 6,5/10 (Weitestgehend gutes Spiel)

KSV Hessen Kassel FR 0:3 SG Bornheim Grün-Weiß FR
Datum: Samstag, 26. Mai 2012 – Anstoß: 18.00
Wettbewerb: Frauen Hessenliga (4. Frauenfußballliga, 3. Amateurliga)
Ergebnis: 0-3 nach 90 Min. (45/45) – Halbzeit: 0-2
Tore: 0-1 32. Sonnur Kırıcıoğlu, 0-2 40. Vera Klingebiel, 0-3 52. Sandra Ott
Verwarnungen: Sonnur Kırıcıoğlu (?) [Bornheim]
Platzverweise: keine
Spielort: G-Platz Auestadion (Kap. 3.000 Stehplätze)
Zuschauer: ca. 45 (davon ca. 5 Gästefans)
Unterhaltungswert: 3,0/10 (Ziemlich mäßiges Gekicke, hab aber schon Schlimmeres gesehen)
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Photos with English Commentary:

Am Pfingstwochenende ging es nach Hessen. Auf dem Weg nach Kassel besichtigten wir noch ein paar fast alle echt sehenswerte Orte: beginnend in Deuna wo es eine schöne, aber als Altenheim benutzte Wasserburg und eine sehr ansehnliche barocke Kirche zu sehen gibt, ging es weiter über Kirchohmefeld, wo es logischerweise eine Kirche zu sehen gibt, die einen netten Fachwerkturm hat, nach Bodenstein. Dort gibt es eine sehr schöne Burg die von der evangelischen Kirche u.a. als Tagungszentrum benutzt wird, aber bis in den Innenhof frei zugänglich ist. Die Anfahrt über die Feldwege nach Scharfenstein bei Leinefelde hat sich nicht so gelohnt, da die ehemalige Ruine völlig sinnfrei in eine kitschige Schlossburg umgebaut wird. Total hirnrissiges Projekt! Wir guckten uns dann noch sehr spektakuläre Barockkirchen, die außen mehr oder weniger starke Fachwerkelemente aufwiesen an: die eine in Uder, die auch ein recht gewaltiger Bau ist, und die andere in Mackenrode, die symmetrisch aber deutlich kleiner errichtet ist. Schließlich ging es zu einer der schönsten Burgruinen Thüringens: die in Sichtweite Hessens liegende Ruine Hanstein. Die ist noch recht gut erhalten und liegt spektakulär auf einem Felsen. Nach dieser Besichtigungstour fühlte ich mich mal wieder bestätigt, dass Thüringen das sehenswerteste deutsche Bundesland ist!
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Auf hessischer Seite guckten wir, da uns Kassel mit seinen wenigen Sehenswürdigkeiten schon längst bekannt war, nur Fußball. Zuerst spielte die Hessenliga der Männer im benachbarten Baunatal. Statt im Parkstadion wurde auf dem Sportplatz Am Baunsberg gekickt. 7€ Eintritt und kaum Ermäßigungsberechtigungen waren schon reichlich asozial vom KSV!
Der Platz war ein Witz: ein idyllischer Dorfplatz mit siebenreihiger, von Bäumen beschatteter Tribüne – und ein unebener Acker mit staubigen Löchern als Spielfläche. Und so was ist Tabellenzweiter der Hessenliga! Ach du Scheiße...

Baunatal ist mit 5 Punkten hinter Aufsteiger Eschborn auf Rang 2 zu finden, der Gast aus Jügesheim als 10. im gesicherten Mittelfeld. In der Hessenliga ist ein Spieltag vor Saisonende bis auf den vierten Absteiger schon alles entschieden. Doch das Spiel war alles andere als langweilig. Jügesheim war erst die etwas aktivere Truppe, doch Baunatal war technisch versierter und ballsicherer. So kamen sie auch per Konter zum 1:0. Die schwächste Phase des Spiels war nach diesem Treffer. Erst kurz vor der Pause wurde es wieder besser – v.a. durch Jügesheim. Der verdiente Ausgleich mit einem klasse Treffer in den linken Winkel fiel kurz nach dem Seitenwechsel. Jügesheim ging Mitte der zweiten Hälfte auch verdient in Führung. Dann machten die Gastgeber auch wieder mehr, hätten auch einen Elfmeter kriegen müssen, aber den Ausgleich bekamen sie auch mit einem Heber über den Torhüter hin. 2:2 also am Ende in einem ganz guten Spiel.
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Weiter nach Kassel, wo ein Spiel der Hessenliga der Frauen stattfand. Auf einem der vielen Nebenplätze – mit seinen Stehstufen und Graswällen wohl der beste der Nebenplätze: der G-Platz – fanden sich etwas mehr als 40 Zuschauer ein. Hessen Kassel kann zwar nicht mehr direkt absteigen (ob es nun eine Relegation gibt, habe ich nicht so mitbekommen), aber ein Sieg gegen den zwei Plätze vor ihnen stehenden Club aus Frankfurt-Bornheim wäre ja schon nicht schlecht, um sich von dem erbärmlichen 10. Rang (dem drittletzten Platz) vielleicht noch fortzubewegen.

Die aktivere und bessere Mannschaft war jedoch Bornheim: nach eine halben Stunden trafen die Frankfurterinnen auch endlich. Es war ein wirklich schöner Treffer von Sonnur Kırıcıoğlu die neben der einen Verteidigerin aus ihrer Mannschaft die beste Spielerin auf dem Platz war, der hoch neben dem kurzen Pfosten einschlug! Kurz vor der Pause noch ein Treffer, der knapp neben dem Pfosten im Netz landete.

Nach dem Seitenwechsel begann das Spiel recht flott, doch bald nach dem dritten Treffer für Bornheim verflachte das Spiel enorm. Vergleichen mit dem letzten Frauenspiel das ich auf Großfeld gesehen habe – einem Erstligaspiel in Marokko – war diese 4. Liga doch deutlich schwächer als dort in Nordafrika.

Wir übernachteten im ETAP Lohfelden, dass eines der schlechteren ETAP-Hotels ist. Lohfelden ist auch die letzte Kackstadt. So ein hässliches Provinznest: oh je, oh je! Immerhin konnte man was zu Essen auftreiben: aber außer mittelmäßiger Pizza auch nichts weiter...
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Statistik:
Grounds: 737 (heute 2 neue; diese Saison: 143 neue)
Sportveranstaltungen: 1.526 (heute 2, diese Saison: 212)
Tageskilometer: 400 (400 Auto)
Saisonkilometer: 56.730 (27.900 Auto/ 23.120 Flugzeug/ 3.010 Bahn, Bus, Tram/ 2.680 Fahrrad/ 20 Schiff, Fähre)
Anzahl der Fußballspiele seit dem letzten 0-0: 74
Anzahl der Wochen, seit der letzten Woche ohne eine einzige Sportveranstaltung (31.7.-6.8. 2006): 304

W304I: Ein später Treffer in der regulären Spielzeit und ein früher in der Verlängerung bescheren Leumnitz den Pokal

TSV 1886 Gera-Leumnitz 3:2 n.V. SV Roschütz II
Datum: Freitag, 25. Mai 2012 – Anstoß: 18.00
Wettbewerb: Finale des Kreispokals Gera (sogenannter „Köstritzer Vereinspokal“: beide Mannschaften 9. Liga, 4. Amateurliga)
Ergebnis: 3-2 nach 123 Min. (45/47+15/16) – 1. Halbzeit: 1-1, Reguläre Spielzeit: 2-2, 1. Hälfte Verlängerung: 1-0, 2. Hälfte Verlängerung: 0-0
Tore: 1-0 22. Scherzer, 1-1 41. Friedrich, 1-2 52. Friedrich, 2-2 88. Scherzer, 3-2 94. Scherzer
Verwarnungen: Nr. 6, 16 (Leumnitz); Nr. 4, 9, 11, Friedrich (Roschütz)
Platzverweise: keine
Spielort: Postsportplatz Gera/ Alt-Bieblach (Kap. 1.000 Stehplätze)
Zuschauer: ca. 360 (davon 339 zahlende, ca. 50 Leumnitzer und ca. 100 Roschützer)
Unterhaltungswert: 4,5/10 (Ganz schwaches Niveau, aber durchweg spannend und ab der 80. Minute auch besser)
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Photos with English Commentary:

Am Freitag gab es mal keinen Altherrenfußball zu sehen, dafür aber ein Pokalspiel im Männerbetrieb. Der Geraer Stadt- bzw. Kreispokal fand seinen Höhepunkt auf dem Postsportplatz in Bieblach – oder genauer: Alt-Bieblach, wobei „Alt“ ein Witz ist bei einer Plattenbausiedlung die in den 50ern erbaut wurde und sich nur von der Nachbarsiedlung, welche in den 80ern hochgezogen wurde, damit abgrenzen will – der auch gar nicht schlecht besucht war.

Deutlich über 300 Zuschauer, von denen gut die Hälfte neutral wie wir waren – aber natürlich den kürzeren Anfahrtsweg, maximal aus Greiz, hatten – wollten für ziemlich überzogene 3€ das Spiel des 9. gegen den 3. der Kreisliga Gera sehen. Die Reserve des SV Roschütz spielte gegen den TSV Gera-Leumnitz. Roschütz liegt im Norden der Stadt Gera auf Höhe der A4, Leumnitz hingegen befindet sich weit im Osten Geras. Bieblach ist der südöstliche Nachbarstadtteil von Roschütz und auch von Leumnitz nur 3km entfernt.

Auf dem etwas aufwendig zu erreichenden – diese Plattenbausiedlung der DDR sind so was von unübersichtlich: Labyrinthische Einbahnstraßen- und Sackgassensysteme, in denen selbst mit einem Stadtplan nicht immer problemlos zu navigieren ist – und nicht sonderlich sehenswerten Platz fing das Spiel erschreckend lahm an. Was diese beiden technisch wie spielerisch unterbelichteten Mannschaften – im Saalekreis würden die in der 2. Kreisklasse im Mittelfeld stehen, wenn überhaupt – da zeigten, war bis kurz vor Schluss des Spiels wirklich schlimm.
 
Der Außenseiter aus Leumnitz war wenigstens aktiv und ging auch verdient in Führung. Vor der Pause kam Roschütz zum Ausgleich. Nach dem Seitenwechsel ein billiger Konter und dann ewig nichts zu sehen von der Truppe die sich ihrer leichten Favoritenrolle wohl auch zu bewusst war. Mit der schwachen Phase der Roschützer begann das Spiel auch langsam besser zu werden. Etwas rau war es manchmal auch. Leumnitz erzielte ein Abseitstor und bekam einen Elfmeter verweigert. Zwei weitere Situationen in denen ein Leumnitzer im Strafraum fiel gaben zu recht keinen Strafstoß. Mehrere Chancen wurden dilettantischst vergeben, sodass man den Leumnitzern ihren Ausgleich kurz vorm regulären Ende der Partie sehr gönnte.

Die Verlängerung war kurioserweise spielerisch besser als die reguläre Spielzeit: den Siegtreffer erzielte Leumnitz auch ziemlich früh. Nach dem Tor hieß es 28 Minuten zittern ob es hält: dadurch, dass Leumnitz sich nicht zurückdrängen ließ und selbst immer wieder angriff, konnten sie das 3:2 auch tatsächlich halten. Die weniger Schlechte zweier schlechter Mannschaften siegte somit verdient im Geraer Stadtpokal!
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Statistik:
Grounds: 735 (heute 1 neuer; diese Saison: 141 neue)
Sportveranstaltungen: 1.524 (heute 1, diese Saison: 210)
Tageskilometer: 140 (140 Auto)
Saisonkilometer: 56.420 (27.590 Auto/ 23.120 Flugzeug/ 3.010 Bahn, Bus, Tram/ 2.680 Fahrrad/ 20 Schiff, Fähre)
Anzahl der Fußballspiele seit dem letzten 0-0: 72
Anzahl der Wochen, seit der letzten Woche ohne eine einzige Sportveranstaltung (31.7.-6.8. 2006): 304

Montag, 21. Mai 2012

W303V: Verdienter Siegtreffer in der Nachspielzeit

SV Eintracht Eisenberg 2:1 Kraftsdorfer SV 03
Datum: Sonntag, 20. Mai 2012 – Anstoß: 14.30
Wettbewerb: Landsklasse Thüringen Ost (7. Spielklasse, 2. Amateurliga)
Ergebnis: 2-1 nach 94 Min. (46/48) – Halbzeit: 0-1
Tore: 0-1 25. Marcus Liebetrau, 1-1 51. Hendrik Bengs, 2-1 91. Martin Götze
Verwarnungen: keine
Platzverweise: keine
Spielort: Sportplatz Schortental (Kap. 1.000 Stehplätze)
Zuschauer: ca. 300 (Zahlende Zuschauer: 246/ Gästefans: ca. 40)
Unterhaltungswert: 5,0/10 (Mittelmäßiges aber auch spannendes Spiel)
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Photos with English Commentary:

Heute stand die wohl längste Radtour der Saison an: nicht nur durch die Länge mit 126km nach Eisenberg, der Kreisstadt des Saale-Holzland-Kreises, und zurück, sondern auch durch die massiven Höhenunterschiede war das eine richtig anstrengende Tour. Aber sie lohnte sich!

Die Stadt Eisenberg ist an sich schon sehr lohnend, denn in schöner, grüner, gebirgiger Landschaft liegt das 12.000-Einwohner-Städtchen im Nordosten Thüringens, 5km von der Landesgrenze zum sachsen-anhaltischen Burgenlandkreis entfernt. Sehr schön eingepasst in diese bergige Landschaft ist der Tiergarten. Für 2€ (breitgefächerte Ermäßigungen sogar nur 1€) Eintritt kann man sich etliche einheimische Tiere, aber auch die gut zu haltenden australischen und afrikanischen Kleintiere wie Kängurus und Emus bzw. Erdmännchen und Mangusten ansehen. Eine gelungene historistische Burgruine gibt es auch – zwischen den Steinkauz-, Känguru- und Paviangehegen. Eine regelrechte Ruine ist auch das Schloss Tanneck am anderen Ende der Stadt, das aufgrund der Unfähigkeit der Erben der Adelsfamilie immer mehr verfällt. Das zentral gelegene Schloss Christiansburg ist natürlich schön herausgeputzt und hat einen ganz ordentlichen Schlossgarten zu bieten. Der nahegelegene Markt hat ein sehr sehenswertes Rathaus sowie eine ansehnliche Kirche aufzuweisen. Die Häuser, die die Straßen dazwischen säumen, sind aber schon sehr primitiv provinziell. Die Hauptsehenswürdigkeit ist aber auch die Schlosskirche, die als die schönste Barockkirche Thüringens gilt. Das hochbarocke Baudenkmal ist auch ausgesprochen spektakulär und für nur 1€ kann man durch die kleine, recht enge aber sehr hohe Kirche klettern: die zwei Emporen sind geöffnet und bieten einen tollen Blick in den reich verzierten Innenraum. Man könnte ruhig mal Turmbesteigungen (vielleicht für 1€ zusätzlich) anbieten: der Blick vom Turm auf die Stadt dürfte lohnend sein.
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So halbwegs lohnend ist auch ein Besuch beim wichtigsten Fußballverein Eisenbergs: die Eintracht spielt im malerischen Schortental. Für Landesklasse ist der Ausbau des Platzes aber sehr dürftig: das Beste am Sportplatz Schortental sind die Bewaldung und die enge Zuwegung mit Einbahnstraßensystem ohne Überholmöglichkeiten. Das Gasthaus am ausbautenlosen Dorffußballplatz wirkt auch sehr besuchenswert. 3,50€ Eintritt sind allerdings viel zu hoch für diese Klasse zumal man nicht einmal Sitzplätze zu bieten hat. Alles über 2€ sind bei so einem Stehplatzacker völlig daneben! Aber im Stadion des Friedens will man aufgrund der Rivalität zum anderen Club (Einheit) und vor allem der Entwurzelung – der Platz im Schortental ist halt die erste Spielstätte des Vereins – nicht spielen, was natürlich viel verständlicher ist, als der Eintrittspreis.

Es fand sich trotz allem eine gute Anzahl an Fans ein. Zwei Gruppen hatten auch Fahnen und gingen gut mit, eine Kindergruppe trötete und krakeelte immer wieder – mit dem sehr sachlichen Fan neben uns kamen wir auch bald ins Gespräch (er erklärte auch das mit den beiden Spielstätten). Der Verein Eintracht Eisenberg machte so schon einen guten Eindruck. Leider machte die Mannschaft anfangs keinen so guten...

Für beide ging es eigentlich schon noch um viel: Eisenberg hatte fünf Punkte Rückstand auf den Tabellenführer Thüringen Weida und könnte Bad Blankenburg und Stadtroda überholen um auf Platz 2 zu ziehen. Kraftsdorf war zwei Punkte hinter dem rettenden Ufer und mit einem Sieg wäre ein Vorbeiziehen an Teichel und Schleiz möglich gewesen. Ein paar Angriffsbemühungen gab es schon von der Eintracht, doch so richtig gut war das alles nicht. Zu allem Übel ging auch noch der ganz defensive und schwache Gast aus Kraftsdorf – liegt 12km südlich von Eisenberg zwischen Hermsdorf und Gera – mit einem ganz billigen Konter, der auch noch mit einem Handspiel am Torwart vorbeigebracht wurde, in Führung. Nun wachte Eintracht aber auf und drängte die Kraftsdorfer völlig zurück.

Nachdem man bis zum Seitenwechsel erfolglos geblieben war, startete man vielversprechend in die zweite Hälfte. Der Ausgleich ließ nicht lange auf sich warten und war – ausgleichende Gerechtigkeit halt! – ein Abseitstreffer, der aber schön vollendet wurde. In der Folgezeit kam Kraftsdorf nicht ein einziges Mal vors Eisenberger Tor. Nicht mal den Strafraum betraten sie mit dem Ball! Die Mannschaft schien ohnehin mit der Liga oder zumindest diesem und etlichen anderen Spielen überfordert zu sein: technisch ganz schwach, läuferisch na ja, schusstechnisch mäßig und im Passspiel oft miserabel. Der hoch verdiente Siegtreffer fiel aber erst in der Nachspielzeit: ein herrlicher Schuss des Mannschaftskapitäns von Eintracht Eisenberg in den Torwinkel!

Nach diesem ganz ansehnlichen aber nicht gerade herausragenden Spiel das übrigens unter der Leitung eines recht auffälligen Schiedsrichters stand - dieser ließ eigentlich alles laufen: dass der da nicht ein, zwei Gelbe für Eisenberg und v.a. zwei, drei für den stets unsauber verteidigenden Gast zur Hand hatte, legte den Verdacht nahe, er hätte die Karten vergessen -, fuhren wir in die Innenstadt hoch und wunderten uns über das hervorragende türkische Bistro „Ferhat“: die hatten nicht nur Döner, sondern auch Pide („Schiffchen“ aus Teig mit Käse, Fleisch, Oliven etc.) und İskender Kebab (ein besonders gutes, überbackenes Dönertellergericht) – und das auch noch zu günstigen Preisen. In so einer kleinen Stadt tief im Osten muss man das wirklich nicht erwarten!

Die Rückfahrt verlief ziemlich gut: innerhalb von glatt 3 Stunden erreichten wir Merseburg.
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Statistik:
Grounds: 734 (heute 1 neuer; diese Saison: 140 neue)
Sportveranstaltungen: 1.523 (heute 1, diese Saison: 209)
Tageskilometer: 130 (130 Fahrrad)
Saisonkilometer: 56.280 (27.450 Auto/ 23.120 Flugzeug/ 3.010 Bahn, Bus, Tram/ 2.680 Fahrrad/ 20 Schiff, Fähre)
Anzahl der Fußballspiele seit dem letzten 0-0: 71
Anzahl der Wochen, seit der letzten Woche ohne eine einzige Sportveranstaltung (31.7.-6.8. 2006): 303

Sonntag, 20. Mai 2012

W303IV: Starkes 7:2 im Heidegrund und mieses 0:2 im Kieferngraben

SV Heidegrund-Süd Weickelsdorf 7:2
Sportverein Blau-Weiß Grana II
Datum: Samstag, 19. Mai 2012 – Anstoß: 13.00
Wettbewerb: 1. Kreisklasse Burgenlandkreis, Staffel 5 (11. und unterste Spielklasse, 6. Amateurliga)
Ergebnis: 7-2 nach 91 Min. (45/46) – Halbzeit: 2-2
Tore: 1-0 5. Nr. 11, 1-1 15. Nr. 7, 2-1 24. Nr. 9, 2-2 40. Nr. 11, 3-2 51. Nr. 9, 4-2 57. Nr. 7, 5-2 62. Nr. 11, 6-2 72. Nr. 7, 7-2 77. Nr. 8 und Nr. 9
Verwarnungen: Nr. 4 und 9 (Heidegrund)
Platzverweise: keine
Spielort: Sportplatz Roda/ Sportstätte Heidegrund Süd (Kap. 1.000 Stehplätze)
Zuschauer: ca. 20 (davon Gästefans: ca. 5)
Unterhaltungswert: 7,0/10 (Wirklich ansehnliches Spiel mit schön vielen Toren)

SV Fortuna Kayna II 0:2 SV Fortuna Rehmsdorf
Datum: Samstag, 19. Mai 2012 – Anstoß: 15.00
Wettbewerb: 1. Kreisklasse Burgenlandkreis, Staffel 4 (11. und unterste Spielklasse, 6. Amateurliga)
Ergebnis: 0-2 nach 93 Min. (45/48) – Halbzeit: 0-0
Tore: 0-1 50. Nr. 4, 0-2 92. Nr. 6
Verwarnungen: keine?
Platzverweise: Nr. 2 von Kayna (86. Min., Schiedsrichterbeleidigung)
Spielort: Sportplatz Kayna/ Kieferngraben (Kap. 350, davon 80 Sitzplätze)
Zuschauer: ca. 30 (davon Gästefans: ca. 8)
Unterhaltungswert: 2,0/10 (Unter aller Sau was da gekickt wurde! Wenigstens hat die weniger schlechte Mannschaft noch zwei Treffer reingefummelt)
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Photos with English Commentary:

Mit Memleben, Klosterhäseler, Kayna und Roda fehlten uns vor diesem Samstag noch vier der 78 Sportplätze und Stadien des Burgenlandkreises auf denen Männerspielbetrieb stattfindet. Der einzige Platz der nur im Jugendspielbetrieb genutzt wird, wird erst nach Saisonende im Juni besucht, da er eh sozusagen außer Konkurrenz läuft. Welcher Platz das ist, kann nur der sehr kundige Leser wissen – im schlimmsten Fall muss der neugierige Leser dann halt bis Ende nächsten Monats meinen Altherren-Spielbericht von diesem Platz abwarten. Heute hieß es jedenfalls zuerst in den Heidegrund-Süd: diese ehemalige Gemeinde bilden die Dörfer Weickelsdorf, Roda und Kleinhelmsdorf, die nun allesamt in Gemeinde Osterfeld aufgegangen sind und selbst alle zusammen keine 1.000 Einwohner haben.

Die Zuschauerzahl war trotzdem dürftig. Da gönnte man dem bei jedem Treffer euphorisch jubelnden Rentner der die Eintrittskarten ausgab sogar die überzogenen 1,50€. Dass nur 12, 13 Dorfbewohner dieses Spiel sehen wollten – der Rest war für den Gast aus Grana bzw. neutral – war schon erbärmlich wie auch schade. Denn der Vierte, der einen deutlichen Rückstand auf den Tabellenführer Droyßig II hat, und der SV Grana – auf Platz 6 wenige Punkte dahinter postiert – lieferten ein echt sehenswertes Spiel ab. SV Heidegrund Süd Weickelsdorf/ Roda ging schon nach wenigen Minuten mit einer Bogenlampe die der Torwart nicht mehr aus dem Eck fischen konnte in Führung. Die aktivere Heimelf wurde dann bald darauf gekonnt ausgekontert: eins gegen eins Laufduell bis zur Strafraumkante und dann aufs lange Eck. Das 2:1 – der gute, aktive und mitunter am Schiri (und das dann aber auch zu Recht) rummeckernde Neuner setzte sich gegen zwei Verteidiger und den Torwart durch – ließ nicht lange auf sich warten. Entgegen des Spielverlaufs erzielte Grana II noch den Ausgleich. Der war ebenfalls ein Konter und reichlich unverdient bei der klaren Überlegenheit der Heimmannschaft.

Diese Überlegenheit nutzte Heidegrund Süd dann aber in der zweiten Halbzeit eindrucksvoll. Kurz nach Wideranpfiff das 3:2, dann wurde die Abwehr ein ums andere Mal ausgehebelt. Bis auf 7:2 zog der Gastgeber davon, wobei das letzte Tor eine besondere Erwähnung verdient, denn der Neuner brachte den Ball am Torwart vorbei, wobei sich dieser bei seinem Einsatz leider am Knie oder Bein verletzte und dann ausgetauscht werden musste, doch als der Neuner einschießen wollte, trat auch der Achter – er kam frech von hinten angeschlichen – vor den Ball. Wem man den Treffer nun zuschreiben soll, weiß ich nicht. Ich hab ihn beiden Spielern angerechnet...
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Nachdem es auf diesem ganz netten Sportplatz, der umgeben von teilweise recht eindrucksvollen Bäumen auf einer kleinen Anhöhe am Ortsrand liegt, ein richtig gutes Spiel zu sehen gab, war auf dem noch deutlich schöneren Platz von Kayna leider fast nichts Sehenswertes zu vermelden.

In Kayna passten aber schon das Drumherum, ja sogar die Ausschilderung zum Sportplatz zum beschissenen Kick. Die Beschilderung ist eine Frechheit: anstatt den kurzen Weg durch den Sandgraben auszuschildern, schicken einen die Bescheuerten außen rum über den Weg in Richtung Kiesgrube und oben durch den Feldweg rein. Dort hängt auch noch „Durchfahrt verboten“ – als ob uns das interessiert hätte... Auch der Sandgraben ist nach einer Weile unbefestigt – man kommt zu diesem Platz also am Besten nicht mit einem tiefer gelegten Auto angefahren – doch eben der direktere Weg.

Hatte man also den Platz endlich gefunden, wurde man gleich blöd angeglotzt von den Dörflern die da am Spielfeldrand herumlümmelten. Und wer den Mund aufkriegte, tat sich außer dem Kaynaer-Betreuer in der bunten Hose auch nicht gerade als Leuchte heraus. Bei Kayna waren schon ziemlich unfreundliche Leute zugegen, was bei den hinteren Ecken des Burgenlandkreises absolut ungewöhnlich ist – siehe Lossa, Molau, Billroda usw.

Aber der oben beschriebene Umweg lohnt sich natürlich auch um zu diesem tollen Platz zu gelangen: der liegt in einem Talkessel oberhalb des Ortes Kayna, der rundherum bewaldet ist. Der Platz heißt auch Sportplatz Kieferngraben, doch es gibt auch Birken und andere Laubbäume und nicht nur Nadelgewächse zu sehen. Sehr originell ist die dreireihige Tribüne, die in den höchsten der bewaldeten Hänge eingebaut ist. Dort hängen auch die einzigen Werbetafel der Sponsoren sowie die Anzeigetafel. Das Sportlerheim ist auch sehr schön gestaltet mit den Wandmalereien. Auf der Seite zum Sportlerheim hin sind auch noch ein paar Sitzbänke angebracht. Ansonsten können Zuschauer kaum Platz nehmen, da das Spielfeld sehr eng ist. Wenn man eine rote Karte provozieren will, tackelt man am besten einen Spieler volle Kanne in den drei Meter tiefen Graben der direkt hinter der einen Hintertorseite in den Wald geht...

Der Platz war aber mit Abstand das Beste von Allem: unsympathische Zuschauer, falsche Beschilderung, keine Verpflegung und dann auch noch ein beschissenes Spiel. Der 7. spielte gegen den 5. und zwei Tabellenplätze aber 11 Punkte trennten die beiden. Das sah aus, als täte der Letzte mit 0 Punkten gegen den Vorletzten mit 3 Punkten spielen. Ein grauenhaftes Gekicke, das erst zum Ende des ersten Spielabschnitts Torszenen zu bieten hatte. Allesamt kläglich vergeben auf beiden Seiten. In der zweiten Hälfte hatte dann nur noch die andere Fortuna, also Rehmsdorf, Torchancen. Nach einer Stunde landete dann auch endlich mal eine im Kasten: freistehend hoch ins lange Eck – der erste gute Schuss im ganzen Spiel! Erst in der Nachspielzeit und in Überzahl – ein Kaynaer hatte gezeigt, dass bei ihm ein paar Latten am Zaun fehlen und belegte den Schiri bis er ihm Rot zeigte – gelang der weniger schlechten Mannschaft durch ein Stochertor das 0:2.

Wir fuhren noch in den Ortskern von Kayna, in dem eine schöne Kirche, ein Gutshaus und eine architektonisch interessante Schule stehen und machten noch Abstecher über uns unbekannte Orte wie Wildenborn, Lobas, Steinbrüchen (Steinbruch Häuser) und den Teucherner Burghügel, der trotzdessen er schon längst abgetragen ist, immer noch in der Karte verzeichnet ist.
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Statistik:
Grounds: 733 (heute 2 neue; diese Saison: 139 neue)
Sportveranstaltungen: 1.522 (heute 2, diese Saison: 208)
Tageskilometer: 150 Auto (150 Auto)
Saisonkilometer: 56.150 (27.450 Auto/ 23.120 Flugzeug/ 3.010 Bahn, Bus, Tram/ 2.550 Fahrrad/ 20 Schiff, Fähre)
Anzahl der Fußballspiele seit dem letzten 0-0: 70
Anzahl der Wochen, seit der letzten Woche ohne eine einzige Sportveranstaltung (31.7.-6.8. 2006): 303

Freitag, 18. Mai 2012

W303III: Marios Hattrick holt’s noch raus!

TSV Leuna 1919 AH 3:2 SV Beuna 1916 AH
Datum: Freitag, 18. Mai 2012 – Anstoß: 18.00
Wettbewerb: Freundschaftsspiel Alte Herren
Ergebnis: 3-2 nach 70 Min. (40/30) – Halbzeit: 1-1
Tore: 1-0 12. Mario Melchior, 1-1 37. Nr. 12, 1-2 46. Nr. 12, 2-2 50. Mario Melchior, 3-2 53. Mario Melchior
Verwarnungen: keine
Platzverweise: keine
Spielort: Stadion des Friedens (Kap. 5.000 Stehplätze)
Zuschauer: ca. 20 (Gästefans: keine)
Unterhaltungswert: 5,0/10 (Sehr fehlerbehaftetes und laufarmes Spiel, aber viele Torszenen)
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Photos with English Commentary:

Diesmal spielten die Alten Herren wieder im Stadion des Friedens. Heute war der SV Beuna zugast. Bis zum 1-0 waren sie die gleichwertige Mannschaft. Als Mario Melchior sein erstes Tor erzielte indem er den Gästetorwart umkurvte und halbhoch einschoss, begann die starke Phase der Beunaer. So gut wie keine Angriffe von Leuna, doch im Minutentakt Chancen für den SV Beuna. Der Gast kam andauernd durch die Abwehr der Heimmannschaft, doch spätestens am eigenen Unvermögen beim Schuss oder am sicheren Schlussmann Thomas Hähnel scheiterten alle Angriffe bis in die Nachspielzeit hinein. Dann fiel der Ausgleich nach freiem Schuss aufs kurze Eck.

Nach der Pause ging Beuna sogar in Führung – ebenfalls ein Schuss aus Nahdistanz und vom selben Schützen abgefeuert. Doch Leuna riss sich nun zusammen, verhinderte Angriffsbemühungen der Gäste erfolgreich und spielte immer wieder den einzigen Stürmer, Mario Melchior, frei. Der kam noch zwei Mal frei zum Schuss und drehte das Spiel zum 3:2 für den TSV 1919! In der ersten Halbzeit war das zwar die konfuseste Leistung der Leuna-Altherren, die ich je gesehen habe – im zweiten Spielabschnitt fingen sie jedoch nach 10 Minuten zu überzeugen an.
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Statistik:
Grounds: 731 (heute kein neuer; diese Saison: 137 neue)
Sportveranstaltungen: 1.520 (heute 1, diese Saison: 206)
Tageskilometer: 10 (10 Fahrrad)
Saisonkilometer: 56.000 (27.300 Auto/ 23.120 Flugzeug/ 3.010 Bahn, Bus, Tram/ 2.550 Fahrrad/ 20 Schiff, Fähre)
Anzahl der Fußballspiele seit dem letzten 0-0: 68
Anzahl der Wochen, seit der letzten Woche ohne eine einzige Sportveranstaltung (31.7.-6.8. 2006): 303

W303II: Noch erbärmlicher als des Gekicke des Rostocker Namensvetters

Lüneburger Sport-Klub Hansa 0:3 TuS Heeslingen
Datum: Donnerstag, 17. Mai 2012 – Anstoß: 15.00
Wettbewerb: Oberliga Niedersachen (5. Liga, 2. Halbprofiliga)
Ergebnis: 0-3 nach 90 Min. (45/45) – Halbzeit: 0-0
Tore: 0-1 52. Thomas Wolfgang Friauf, 0-2 56. Nils Laabs, 0-3 78. Björn Dreyer (Foulelfmeter)
Verwarnungen: Timur Weilbier, Raphael Staffeldt, Dennis Krasnikov, Cherif Mohamed Aïdara (LSK); Björn Dreyer (TuS)
Platzverweise: keine
Spielort: Stadion Wilschenbruch (Kap. 5.000, davon 500 Sitzplätze)
Zuschauer: ca. 300 (Zahlende Zuschauer: 225/ Gästefans: ca. 15)
Unterhaltungswert: 3,0/10 (Ganz erbärmliches Spielniveau: wenigstens zeigte die weniger schwache Gastmannschaft ein bisschen was)
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Photos with English Commentary:

Da aufgrund der regelmäßigen Tumulte bei Männertagsspielen in Sachsen, Sachsen-Anhalt und einigen anderen Regionen keine Spiele an diesem Donnerstag stattfanden, fuhren wir diesmal zu viert nach Norden. Rechtzeitig vor der fußballerisch wie auch sonst beschissenen Hansestadt Hamburg hielten wir in einer anderen Hansestadt an: Lüneburg.

Im Gegensatz zu Hamburg und vielen anderen niedersächsischen Städten ist Lüneburg richtig sehenswert. Die Altstadt ist sehr geschlossen und ziemlich groß, hat viele Gebäude die auch bis aufs 16. Jahrhundert zurückgehen zu bieten, kann auch eine sehr sehenswerte Hauptkirche mit einigen Besonderheiten im Innenraum (eine massive Orgel, afrikanischer Krippenkitsch mit dem üblichen Unfug alle biblischen Gestalten als Schwarzafrikaner darzustellen, und seltsame nackte Schnitzfiguren im Hochchor) bieten und ist hervorragend saniert. Nicht so überzeugend wie das herrliche Stadtbild war das chinesische Restaurant an der Mühle: das war etwas überteuert. In der Innenstadt gab es aber in Sachen günstig Essengehen ohnehin nur große Imbisse zu bieten, während die richtigen Restaurants natürlich kaum unter den Preisen der benachbarten Mistmetropole lagen.

Etwas am Rande der Stadt befinden sich noch ein kleines Gradierwerk mit Kurpark und auch das Fußballstadion des Lüneburger S.K. Dieser Bau ist wirklich sehr schön von Nadelbäumen umgeben in der Natur gelegen, hat auf zwei Seiten Stehtraversen und auf einer Seite auch eine kleine Sitztribüne mit Holzbänken und Halbüberdachung zu bieten. Am Sprecherturm hängt die Anzeigetafel, etwas unpassend sind die Zäune, die an einigen Stellen aufgestellt wurden. Die Oberliga Niedersachsen ist in Sachen Zuschauerzahlen eine der schwächsten Oberligen Deutschlands und auch in Sachen Fanaggressionen ganz unbedeutend. Auch das Spielniveau war nicht ansatzweise vergleichbar mit den Oberligen Nordost-Nord oder Nordost-Süd.

Beim klassischen Mittelfeldduell Achter gegen Neunter – Lüneburg gegen Heeslingen – passierten so viele Abspielfehler, Pässe ins Nichts und beschissene Torschüsse, dass es einfach zum Wegsehen war. Insbesondere Lüneburg spielte wie ein gewisser Tabellenletzter der Verbandsliga Sachsen-Anhalt, der vor zwei Jahren dort mit einer einstelligen Punktzahl abstieg. In der zweiten Hälfte bekamen die Hansa-Kicker auch noch die Quittung für ihre beschissene Leistung: ein verdientes 0-3 durch ein Stochertor, eine Flanke auf die Latte, die durch die nicht vorhandene Abwehrarbeit ins Tor abgestaubt werden konnte und einen Elfmeter. Auch was Heeslingen da bot, war kaum oberligareif nach den Maßstäben aus dem Osten der Republik und auch aus Hessen. Über eine Mannschaft wie Hansa Lüneburg, die sich die Idiotie raus nimmt, zwei Freundschaftsspiele gegen Bundesligisten in kürzester Zeit noch während der laufenden Saison zu machen, braucht man eigentlich nicht zu reden. Ob sie sich damit nicht wieder finanziell ruinieren, ist da eher eine bange Frage: gegen den in der Stadt relativ beliebten Hamburger SV gerade einmal 2.500 Zuschauer und gegen Wolfsburg absolut lächerliche 400 spricht ja eine eindeutige Sprache – die Lüneburger sind echte Fußballbanausen. Die Stimmung war ebenso schwach wie die Zuschauerzahl – aber dass es nicht so zugehen sollte wie am Männertag in Gnandstein letztes Jahr war mir schon klar. Dort waren übrigens bei einem Kreisligaspiel mehr Zuschauer im Stadion als hier in der Oberliga...
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Auf dem Rückweg schauten wir uns noch die beiden bekannten Städte Uelzen und Gifhorn an. Uelzen ist ja ein typisch niedersächsisches Kaff. Währe Niedersachsen ein sehenswertes Bundesland würde es ja Sachsen oder Sachsen-Anhalt heißen: auch meine Geburtsstadt Osnabrück ist ja recht mäßig und Lüneburg ist die absolute Ausnahme im positiven Sinne in diesem flächenmäßig großen Bundesland – doch Uelzen ist ja das letzte Drecknest! Wie das da aussieht – Auweia! Einzige Sehenswürdigkeit ist der Bahnhof. Normalerweise durch die Herabwirtschaftung der DB der Schandfleck eines jeden Ortes unter 500.000 Einwohner – und manchmal auch noch größerer Orte – ist es in Uelzen ganz anders. Zum ersten Mal habe ich eine Stadt besucht, in der der Bahnhof das Beste ist! Der kleine Verkehrshaltepunkt ist allerdings nur so interessant, da Friedensreich Hundertwasser, der mit seinem verspielten aber auch nicht unpraktischen Baustil gegen den blanken Funktionalismus, dass alles einfach nur praktisch sein muss und dabei nicht mal in Ansätzen schön aussehen muss, anging, dieses Bauwerk umgestaltete.

In Gifhorn ist auch eher kurios statt schön angesagt. Weitaus schöner und natürlich sehenswerter als Uelzen, doch nur halb so lohnend wie Lüneburg ist diese mittelgroße Stadt an einem See gelegen, der von Windmühlen umstellt ist. Diese Windmühlen sind Nachbauten und Originale von internationalen Windmühlen aus z.B. Niederlande (ja klar, ne?!), aber auch Portugal oder Südkorea. Ins kuriose Bild passen auch die russische Holzkirche und das Kloster, was eine Ausbildungsstätte für russische Kunsthandwerker werden soll. Dass man für die ganze Anlage 12,50€ Eintritt zahlen soll, ist natürlich dreist. Von daher würde ich aufgrund des guten Blicks von außen von vorneherein von einem Besuch abraten. Ansonsten kann man sich in Gifhorn nämlich auch das ganz nette Renaissance-Wasserschloss ansehen oder mal ins ausgestorbene aber dörflich-hübsche Stadtzentrum gehen. Alles andere als ausgestorben war übrigens der Schlosspark: da lungerten Horden – sicher eine vierstellige Zahl – junger Männertagssäufer herum. Die Polizei setzte aber Alkoholbeschränkungen (kein harter Alk) durch und Randale gab es diesmal keine. Laut Presse wurden wohl nur ganz wenige Leute in Gewahrsam genommen und ein paar hackedicht ins Krankenhaus eingeliefert. So einen Auftrieb habe ich aber selbst am Männertag noch nicht gesehen...
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Statistik:
Grounds: 731 (heute 1 neuer; diese Saison: 137 neue)
Sportveranstaltungen: 1.519 (heute 1, diese Saison: 205)
Tageskilometer: 630 (630 Auto)
Saisonkilometer: 55.990 (27.300 Auto/ 23.120 Flugzeug/ 3.010 Bahn, Bus, Tram/ 2.540 Fahrrad/ 20 Schiff, Fähre)
Anzahl der Fußballspiele seit dem letzten 0-0: 67
Anzahl der Wochen, seit der letzten Woche ohne eine einzige Sportveranstaltung (31.7.-6.8. 2006): 303

Mittwoch, 16. Mai 2012

W303I: Deutlicher Sieg auf dem engsten Platz der Stadt Halle

TSG Wörmlitz-Böllberg B 1:5
SG Eintracht Bad Dürrenberg/ TSV Leuna B
Datum: Mittwoch, 16. Mai 2012 – Anstoß: 18.10
Wettbewerb: B-Junioren Kreisliga, Saalekreis/ Halle (5. und unterste Liga der 14-16jährigen)
Ergebnis: 1-5 nach 79 Min. (40/39) – Halbzeit: 0-3
Tore: 0-1 16. Eigentor Nr. 12, 0-2 22. Franz Pscheid, 0-3 32. Franz Pscheid, 0-4 53. Bledar Shoshi, 1-4 58. Nr. 10, 1-5 76. Etienne Stöbe
Verwarnungen: Nino Kühn (Eintracht/TSV)
Platzverweise: keine
Spielort: Sportplatz Wörmlitz, Kaiserslauterer Straße (Kap. 900 Stehplätze)
Zuschauer: ca. 20 (davon ca. 7 Gästefans)
Unterhaltungswert: 6,5/10 (Gutes, sehenswertes Spiel)
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Photos with English Commentary:

Nachdem es Montag- und Dienstagabend Fußball im Fernsehen zu sehen gab – zwei Relegationsspiele von denen eins skandalöser als das andere war: Regensburg gewinnt nicht ein Spiel aber steigt durch die beschissene Auswärtstorregel trotzdem auf; und richtig eindrucksvolle Bilder aus Düsseldorf, doch absolut asozial und irregulär wie die Fortuna durch offensichtlichen Betrug des DFB aufsteigt, anstatt dass das Spiel auf neutralem Platz neuangesetzt wird –, gab es Mittwochabend ganz entspannt Jugendfußball live in Halle auf dem Sportplatz im Stadtteil Wörmlitz. Es war mal wieder ein Mittwochsspiel nach dem Arabisch-Textlektüre-Seminar am Nachmittag (und diesmal auch nach einer anderen Sache, nämlich der Aussage bei der Weißenfelser Polizei am Vormittag – ganz super, dass man sich bei der Staatsanwaltschaft nach über einem Jahr und viel Druck in der Presse mal darum kümmert im Fall der Körperverletzung gegen Ronny Golloiuch Ermittlungen gegen den Täter auf Seiten des Naumburger SV einzuleiten: hätte der Naumburger den Schiri umgetreten, wäre nach einem Tag gleich alles in die Wege geleitet worden) für die B-Junioren aus Bad Dürrenberg und Leuna.

Vorweg: im letzten Bericht hatte ich falsche Informationen bezüglich der Aufstiegsregel weitergegeben. Was bei fussball.de vom Staffelleiter eingestellt wurde, war mal wieder Müll: es steigen laut Trainer Brose nämlich zwei Mannschaften auf und zwar aus jedem der beiden Kreisverbände (Saalekreis und Halle) einer. Bad Dürrenberg/ Leuna hat also 10 Punkte Vorsprung auf Sietzsch, denn bei der die Tabelle anführenden kreisübergreifenden Spielgemeinschaft wirkt sich die Heimstätte (im Falle von 67 Halle/ Bennstedt ist das Halle) aus. So stehen die beiden Aufsteiger in die Staffel 4 der Landesliga schon fast fest.

Beim 12. aus dem Süden von Halle, sollte es für Bad Dürrenberg/ Leuna heute eigentlich nicht mehr als eine Pflichtaufgabe sein: von Beginn an waren die Gäste auch die aktivere Mannschaft. Es dauerte nur eine Weile, ehe die Abwehr ausgehebelt werden konnte. Die Flanke in den Fünfmeterraum gab glaube ich Blerand Shoshi, das 0:1 nach über einer Viertelstunde erzielte allerdings ein Wörmlitzer, der in ebendiese Flanke hineinsprang. Das 0:2 wurde kurz darauf ebenfalls aus weniger als fünf Metern Distanz erzielt: Bad Dürrenberg/ Leuna hatte sich schön im Strafraum durchgesetzt, Franz Pscheid vollendete locker. Franz war auch der Torschütze des dritten Treffers der Partie: den ersten Anlauf wehrte ein Verteidiger auf der Linie ab, der zweite Schuss saß.

In Hälfte zwei hatte Wörmlitz-Böllberg etwas mehr vom Spiel. Bad Dürrenberg/ Leuna ließ die Heimelf aber trotzdem kaum zum Zuge kommen, erzielte sogar das 0:4 durch Bledars (oder Blerands?) Grätsche. Ein Freistoß unter die Latte – der allerdings schon etwas haltbar wirkte – sorgte für den Ehrentreffer für Wörmlitz-Böllberg. Das 1:5 von Etienne per Kopf aus kurzer Entfernung war der Schlusspunkt auf eine gute und sehenswerte, aber nicht herausragende Partie. Die Mannschaft von Bad Dürrenberg/ Leuna hat sich heute wieder sehr gut präsentiert: gegen Sietzsch/ Reußen am kommenden Sonntag wird es aber sicher deutlich schwerer werden!
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Statistik:
Grounds: 730 (heute kein neuer; diese Saison: 136 neue)
Sportveranstaltungen: 1.518 (heute 1, diese Saison: 204)
Tageskilometer: 40 (30 Fahhrad, 10 Bahn)
Saisonkilometer: 55.360 (26.670 Auto/ 23.120 Flugzeug/ 3.010 Bahn, Bus, Tram/ 2.540 Fahrrad/ 20 Schiff, Fähre)
Anzahl der Fußballspiele seit dem letzten 0-0: 66
Anzahl der Wochen, seit der letzten Woche ohne eine einzige Sportveranstaltung (31.7.-6.8. 2006): 303