Mittwoch, 30. September 2015

W479I: Fast noch ein 4:0 aus der Hand gegeben aber als siegreicher Underdog vom Platz gegangen

TuS Oberwinter 1920 .................................... 4
SG Eintracht Mendig/ Bell ............................ 3
- Datum: Dienstag, 29. September 2015 – Beginn: 20.00
- Wettbewerb: 3. Runde Landespokal Rheinland, sogenannter „Bitburger-Rheinlandpokal“ (Bezirksliga Rheinland Mitte; 7. Liga, 2. Amateurliga gegen Rheinlandliga; 6. Liga, 1. Amateurliga)
- Ergebnis: 4-3 nach 97 Min. (47/50) – Halbzeit: 4-2
- Tore: 1-0 5. Jonas Jaber, 2-0 17. Tim Palm, 3-0 20. Jonas Jaber, 4-0 24. Jonas Jaber, 4-1 37. Milan Alexander Rawert, 4-2 45. Dennis Simon?, 4-3 84. Felix Velbinger?
- Verwarnungen: Mert Can Tekin, Mario Brötz, Fabian Gilles?, Dane Irmgartz?, Julian Merken (Oberwinter); Keven Schuh, Dennis Simon (Mendig)
- Platzverweise: Keven Schuh von Mendig (70. Gelb-Rot wg. wdh. Foulspiels)
- Spielort: Walter-Assenmacher-Stadion (Remagen/ Oberwinter-Bandorf; Kap. 1.020, davon 20 Sitzplätze)
- Zuschauer: ca. 150 (davon ca. 20 Gästefans)
- Unterhaltungswert: 7,5/10 (Gutes und trotz zwischenzeitlichem 4:0 noch sehr spannendes Spiel) TuS Oberwinter v SG Mendig/ Bell Photos with English Commentary:
Rhineland Amateur Football Cup: TuS Oberwinter defeat SG Eintracht Mendig/ Bell

Dienstagabend ging es mit dem Rad den Rhein nach Süden entlang, im Remagener Ortsteil Oberwinter einmal nach rechts in die Berge, dann in ein Tal runter und noch mal kurz hoch und im Ortsteil Bandorf steht dann das kleine Stadion des TuS Oberwinter, schön von Bäumen umgeben, mit seiner kleinen Tribünenüberdachung und den beiden Stufen, am Rande der Siedlung. 5€ Eintritt ist schon sehr überzogen, aber Rentner und Studenten bekamen Ermäßigung (3€). Der Bezirksligist TuS Oberwinter hatte den Verbandsligisten SG Mendig (eine Spielgemeinschaft aus SV Eintracht Mendig 1888 und SV Bell 1920) zu Gast.

Der nominelle Außenseiter zog aber schnell ganz andere Saiten auf: nach nur fünf Minuten und schöner Kombination das 1:0, dann ein weiterer gut herausgespielter Treffer zum 2:0, ein Weitschuss zum 3:0 und der Hattrick für den Oberwinterer Stürmer Jaber wurde bereits nach 24 Minuten perfekt: 4-0! Erst danach kam der Gast langsam aus dem Knick und ins Spiel: 4-1 aus Nahdistanz nach einer Flanke und der Verteidiger kriegt den Ball nicht mehr vor der Linie. Kurz vorm Pausenpfiff das 4:2. Jetzt hielt ich eine Verlängerung nicht mehr für ausgeschlossen, da außer einem Lattentreffer nicht mehr so viel von Oberwinter kam. Doch Mendig dezimierte sich selbst und kam erst in Minute 84 zum Anschlusstreffer. Trotz langer (und angemessener) Nachspielzeit gelang dem Verbandsligisten nicht mehr der Ausgleich. Respekt an den Bezirksligisten, hier zum dritten Mal in diesem Pokalwettbewerb einen Höherklassigen ausgeschaltet zu haben! Respekt auch an den Schiri, der hier ohne Assistenten (eigentlich ein Unding, hier nur Vereinsassistenten zu haben auf diese Ebene!) ein schnelles und nicht immer sauber geführtes Spiel sehr gut im Griff hatte! TuS Oberwinter v SG Mendig/ Bell Statistik:
- Grounds: 1.464 (1 neuer; diese Saison: 49 neue)
- Sportveranstaltungen: 2.494 (1; diese Saison: 60)
- Tageskilometer: 50 (50km Fahrrad)
- Saisonkilometer: 19.160 (10.550 Auto, davon 4.200 Mietwagen/ 6.620 Flugzeug/ 1.290 Bus, Bahn, Straßenbahn/ 710 Fahrrad/ 0 Schiff, Fähre)
- Anzahl der Fußballspiele seit dem letzten 0-0: 55 [letzte Serie: 93, Rekordserie: 178]
- Anzahl der Wochen, seit der letzten Woche ohne eine einzige Sportveranstaltung (31.7.-6.8. 2006): 479.

Montag, 28. September 2015

W478IV: Eins zu Eins im Eifelstadion

TuS Mechernich 1897 .................................... 1
SC Germania Erftstadt-Lechenich II ........... 1
- Datum: Sonntag, 27. September 2015 – Beginn: 15.00
- Wettbewerb: Kreisliga A, Euskirchen (8. Liga, 3. Amateurliga)
- Ergebnis: 1-1 nach 94 Min. (45/49) – Halbzeit: 0-1
- Tore: 0-1 42. Pascal Schiffer, 1-1 92. Pascal Kautz (Handelfmeter)
- Verwarnungen: Pascal Kautz, Sven Lepartz, Daniel Jansen, Florian Gross (Mechernich); 2x Pascal Schiffer, Fabian Knorr, Philipp Neils (Erftstadt-L.)
- Platzverweise: Pascal Schiffer (61. Gelb-Rot wg. angeblichen Foulspiels und darauffolgendem Meckern)
- Spielort: Eifelstadion (Kap. 1.520, davon 20 Sitzplätze)
- Zuschauer: ca. 80 (davon ca. 10 Gästefans)
- Unterhaltungswert: 5,5/10 (Sehr durchwachsenes aber spannendes Spiel) TuS Mechernich v Germania Erftstadt-Lechenich II Photos with English Commentary:
a) Amateur Football: Mechernich v Erftstadt-Lechenich II
b) Rureifel Region: Mechernich Town Centre

Sonntag hatte ich nicht so viel Zeit, aber eine Fahrt mit der Bahn via Euskirchen nach Mechernich war problemlos möglich. Mechernich ist ein hässliches Kaff ohne Sehenswürdigkeiten, das allerdings landschaftlich schön liegt und in den eingemeindeten Dörfern (43 an der Zahl) die ein oder andere sehenswerte Wasserburg oder ein paar römische Reste zu bieten hat.

Mich interessierte heute nur das Stadion, das passend zur Landschaft als „Eifelstadion“ bezeichnet wird. Etwas am Ortsrand gelegen steht es dort auf einem planierten Berghang, umgeben von Bäumen. Der Aschenplatz ist von einer Reling umgeben, es gibt ein einfaches Vereinsheim und ein weiteres Gebäude auf dem Gelände. Vor letzterem befindet sich eine kleine Stehtribüne mit acht Reihen und ein paar sinnlos verteilten Bänken. Die ansehnliche Anlage soll seit Jahren zugunsten noch mehr hässlicher Einfamilienhäuser vernichtet werden, wobei natürlich ein schweineteurer Kunstrasen am absoluten Ortsrand als Ersatzbau (sicherlich 0815-Kacke ohne jeden Zuschauerkomfort) geplant ist. Was für Gehirnamputierte das sein müssen, die in die Nähe einer Sportlage ziehen und sich dann über Lärm beklagen, kann man sich schwer ausmalen. Man kann nur darauf hinweisen, dass der Platz zuerst da war: siehe Postkarte von ca. 1940.

Ich kam zum Ende des Vorspiels: Mechernich II spielte gegen Bad Münstereifel/ Iversheim 1:1, wobei mir schon am Eingang stehend Geschrei „Aaahhhhhh, bist du bescheuert Alter?! Ey Schiri, meine Fresse, ey!“ entgegenschlug... Die Partie war ausgesprochen hitzig geführt und der sehr alte Schiedsrichter bekam viel zu tun. Es hieß am Ende 1:1.
Auch das Hauptspiel zwischen Mechernich I und Erftstadt-Lechenich II war teilweise hitzig und endete 1:1, aber besonders gut war es nicht. In einer teilweise langweiligen Partie – der Spielkreis Euskirchen ist leider sehr spielschwach im Vergleich zu Köln z.B. – ging der Gast überraschend mit einem Freistoßtor in den Winkel in Führung. Wieso Mechernich auf Tabellenplatz 1 stand vor dem Kick war unbegreiflich: wohl ersatzgeschwächt und der Gast mit Spielern der I. Mannschaft verstärkt?! Jedenfalls kam Mechernich nicht über ein 1:1 hinaus – nachvollziehbarer Handelfmeter in der angemessen bemessenen Nachspielzeit – obwohl sie ab der 61. in Überzahl agierten. Der Platzverweis war allerdings lächerlich. Aber beide Teams machte es dem jungen, ohne Assistenten pfeifenden Schiri auch schwer... TuS Mechernich v Germania Erftstadt-Lechenich II Statistik:
- Grounds: 1.463 (1 neuer; diese Saison: 48 neue)
- Sportveranstaltungen: 2.493 (1; diese Saison: 59)
- Tageskilometer: 100 (90km Bahn, 10km Fahrrad)
- Saisonkilometer: 19.110 (10.550 Auto, davon 4.200 Mietwagen/ 6.620 Flugzeug/ 1.290 Bus, Bahn, Straßenbahn/ 660 Fahrrad/ 0 Schiff, Fähre)
- Anzahl der Fußballspiele seit dem letzten 0-0: 54 [letzte Serie: 93, Rekordserie: 178]
- Anzahl der Wochen, seit der letzten Woche ohne eine einzige Sportveranstaltung (31.7.-6.8. 2006): 478.

W478III: Erste Saisonniederlage für Leunas I. Männer – aber erster Sieg für Leunas D-Jugend

TSV Leuna 1919 ............................................. 0
Naumburger SV 05 ......................................... 3
- Datum: Samstag, 26. August 2015 – Beginn: 15.00
- Wettbewerb: Landesklasse Sachsen-Anhalt, Staffel 6 (8. Liga, 3. Amateurliga)
- Ergebnis: 0-3 nach 90 Min. (45/45) – Halbzeit: 0-2
- Tore: 0-1 8. Sebastian Staude, 0-2 44. Patrick Heldt, 0-3 87. Stefan Schulze
- Verwarnungen: 4x Leuna, 2x Naumburg
- Platzverweise: keine
- Spielort: Stadion des Friedens (Kap. 5.000 Stehplätze)
- Zuschauer: ca. 160 (davon 123 zahlende und ca. 15 Gästefans)
- Unterhaltungswert: 6,0/10 (Hartes und in der ersten Halbzeit auch gutes Spiel)

TSV Leuna 1919 II ......................................... 1
SV Merseburg-Meuschau .............................. 3
- Datum: Samstag, 26. August 2015 – Beginn: 12.30
- Wettbewerb: Kreisliga Saalekreis, Staffel 1 (10. Liga, 5. Amateurliga)
- Ergebnis: 1-3 nach 90 Min. (45/45) – Halbzeit: 0-0
- Tore: 0-1 50. Raphael Eppert, 1-1 57. Michael Stützer, 1-2 60. Raphael Eppert, 1-3 71. Karsten Götze
- Verwarnungen: TW Patrick Lenzen, Albert Shoshi? (Leuna)
- Platzverweise: keine
- Spielort: Stadion des Friedens (Kap. 5.000 Stehplätze)
- Zuschauer: ca. 50 (davon ca. 15 Gästefans)
- Unterhaltungswert: 5,0/10 (Mittelmäßiges Spiel mit besserer zweiten Hälfte)

JSG BW Brachstedt/ VSG Oppin D II ......... 2
TSV Leuna 1919 D ......................................... 4
- Datum: Samstag, 26. August 2015 – Beginn: 10.00
- Wettbewerb: D-Jugend Kreisklasse Saalekreis, Staffel 1 (3. und unterste Liga der U13)
- Ergebnis: 2-4 nach 62 Min. (30/32) – Halbzeit: 2-2
- Tore: 1-0 5. (13), 1-1 11. (Nr. 6), 1-2 22. (Nr. 7), 2-2 25. (14), 2-3 34. (Nr. 10), 2-4 62. (Nr. 6)
- Verwarnungen: keine
- Platzverweise: keine
- Spielort: Sportplatz Brachstedt (Kap. 1.000 Stehplätze)
- Zuschauer: ca. 25 (davon ca. 8 Gästefans)
- Unterhaltungswert: 7,5/10 (Richtig gutes und spannendes Jugendspiel) JSG Brachstedt/ Oppin D II 2:4 TSV Leuna 1919 D Photos with English Commentary:
a) Under-13 League: Brachstedt/ Oppin Res. v TSV Leuna 1919
b) Men & Reserves: TSV Leuna 1919 v Naumburger SV and 2nd XI v Meuschau

Diesmal ging es zu dritt nach Leuna – und zwar zum ersten Mal von Rostock aus. Der Hinweg war mit dem Auto sehr schnell absolviert, sodass wir schon um halb zehn in Brachstedt auf dem uninteressanten, aber sehr ordentlichen Sportplatz standen. Besonders hervorheben muss man das sehr gepflegte Vereinsheim und dass sich Eltern der Gastgeber die Mühe machten, einen Verkauf von belegten Brötchen, Kaffee u.a. zu organisieren.

Blau-Weiß Brachstedt hat unter anderem zwei D-Junioren-Mannschaften in einer Spielgemeinschaft mit VSG Oppin. Die Zweite D hat immerhin schon sechs Punkte geholt, während Leunas neu im Spielbetrieb angemeldete U13 noch keinen Punkt holte. Der Start sah auch gut für die Gastgeber aus, die einen Ball ins lange Eck schossen, doch Leuna kam zurück: ein toller Schuss aus mehr als 10m in den Winkel, dann überlegtes Passspiel und beherzter Abschluss zur Führung. Erst kurz vor der Pause ein weiterer Schuss von rechts ins lange Eck und der Ausgleich in einem wirklich guten Spiel.

Die zweite Hälfte wurde dann erfreulich klar von Leuna bestimmt und aus Nahdistanz nach einigen Zweikämpfen erzielten sie auch das 2:3, doch dann vergaben die Gäste Chance um Chance. Brachstedt/ Oppin kam zwar kaum vors Leunaer Tor, aber bei der Chancenverwertung und Offensiveinstellung der Leunaer waren Konter zu befürchten. Zum Ende hin fing auch noch der bis dahin gute Schiedsrichter an, Leuna bei Ecken/ Abstößen zu benachteiligen und völlig unnötig und ohne sachlichen Anlass - in der eindeutigen Absicht seiner Heimmannschaft noch Chancen auf den Ausgleich zu geben - nachzuspielen. Nach mindestens zwei Minuten Nachspielzeit traf jedoch Leunas Kapitän aus einige Distanz unter die Latte zum 2:4. Der erste Sieg also für Leunas D-Jugend! Ein starke Leistung, die hoffentlich noch etliche Male wiederholt werden kann! Glückwunsch! JSG Brachstedt/ Oppin D II 2:4 TSV Leuna 1919 D Dann ging es über Merseburg nach Leuna, wo wir zuerst ins Sportlerheim – eines der besten in der Region: ich hoffe, der Nachfolger kann dasselbe Niveau halten, dass das Betreiberpaar Habekuss noch bis Dezember 2015 bietet – einkehrten. Die erste Halbzeit des Spiels der Leunaer Reserve gegen den Tabellenführer Merseburg-Meuschau ging durch das Essen auf der Terrasse ein bisschen an uns vorbei. Klar war nur, dass Meuschau die aktivere und bessere Mannschaft war, aber für einen Tabellenführer nicht so eindrucksvoll spielte.

Nach der Pause gingen sie aber schnell in Führung. Doch dann wechselte sich der 50jährige Trainer Mathias Kobsch ein, setzte Offensivakzente und sein erheblich jüngerer Mitspieler Michael Stützer glich den Meuschauer Treffer mit einem starken Weitschuss aus. Kurz darauf ging Meuschau jedoch wieder in Führung und auch beim darauf folgenden Treffer (volley zum 1:3) war es wieder die Abwehr, die zu langsam war. Das war kein missglücktes Auf-Abseits-Spielen – der Schiri hatte ohnehin recht vernünftige Maßstäbe angelegt, auch wenn nicht alle Entscheidungen nachvollziehbar waren – Meuschau war einfach jünger und athletischer. Da man einige Spieler an die Erste Mannschaft abgeben musste und daher mit einigen Altherrenspielern (Ingo Witzel, Carsten Franke u.a.) und Trainer Kobsch spielte, muss man diese 1:3-Niederlage noch als glimpflich bezeichnen. TSV Leuna 1919 II v SV Merseburg-Meuschau Dann stand das wichtigste Spiel des Tages an: TSV Leuna an Tabellenplatz 1 gegen die im Mittelfeld stehende Mannschaft des Naumburger SV, die wie üblich in der Fairplaytabelle ganz hinten steht mit bereits drei glatt roten Karten in der noch jungen Saison. Der geisteskranke Treter, der Leunas damaligen Torwart Goloiuch bei einem Spiel zwischen NSV II und Leuna I kaputt trat, ist nicht mehr dabei und ohnehin hat sich beim NSV vieles verändert, nachdem man aus der Verbandsliga abgestürzt ist. Aggressiv wie in NRW wird aber nach wie vor gespielt und so lag bereits nach einer Minute ein Leunaer nach einem verdeckten Ellbogenschlag am Boden. Leuna hielt allerdings gut dagegen und tacklete, grätschte und rempelte wie man es gegen diese Kloppertruppe vom Halleschen Anger leider machen muss um nicht unterzugehen.

Was man der von einem ausgesprochen unsympathischen und großmäuligen Trainergespann geleiteten Naumburger Mannschaft aber lassen muss, ist ihre Schnelligkeit und Torgefährlichkeit. Die Elf kann mehr als nur holzen! Bereits nach 8 Minuten gingen sie in Führung und kurz vor dem Seitenwechsel erzielten sie die Vorentscheidung. Nach der Pause verschoss Leuna sogar noch einen Elfmeter, ehe ein Abstaubertor mit dem Oberschenkel zum 0:3 Endstand führte. Diese erste Saisonniederlage für die um 5 Stammspieler geschwächte Elf ist nicht völlig überraschend, aber dennoch sehr ärgerlich. Natürlich hat das Ergebnis größeren Ärger erspart: das unfähige Schiedsrichtergespann, das fast nur für Reklamieren lächerliche gelbe Karten gab um den Spielern zu zeigen, dass sie sich ruhig gegenseitig kaputttreten können, solange sie den Schiri aus Anhalt-Bitterfeld und seine Assistenten (ein Rentner und eine Frau) in Ruhe lassen, hätte niemals den NSV im Griff gehabt, wenn er bei Rückstand hohlgedreht hätte. Aber lieber ein Chaosspiel gewinnen, als ein hartes und teils unsauberes aber sich stets im Rahmen des normalen Einsatzes bewegendes Spiel zu verlieren...

Ich brachte dann meine Eltern nach Halle, wo sie erst in einen Zug einstiegen, der nicht losfuhr und dann in einen anderen wechselten, der sie mit nur zwei Mal umsteigen nach Warnemünde brachte. Ich traf mich in Halle noch mit meiner syrischen Freundin Rama und ihrem Bald-Ehemann Amer, wobei Letzterer schon wieder auf dem Absprung nach Zypern ist, da er dort schon Ende des Jahres anfangen kann mit einer angemessenen Arbeit was in Halle oder woanders in Deutschland nicht der Fall wäre, und fuhr dann nach Bonn. Da ich bereits Samstagnacht fuhr, war ein sehr gutes Durchkommen auf den Autobahnen möglich. TSV Leuna 1919 v Naumburger SV 05 Statistik:
- Grounds: 1.462 (0 neue; diese Saison: 47 neue)
- Sportveranstaltungen: 2.492 (3; diese Saison: 58)
- Tageskilometer: 900 (900km Auto)
- Saisonkilometer: 19.010 (10.550 Auto, davon 4.200 Mietwagen/ 6.620 Flugzeug/ 1.200 Bus, Bahn, Straßenbahn/ 650 Fahrrad/ 0 Schiff, Fähre)
- Anzahl der Fußballspiele seit dem letzten 0-0: 53 [letzte Serie: 93, Rekordserie: 178]
- Anzahl der Wochen, seit der letzten Woche ohne eine einzige Sportveranstaltung (31.7.-6.8. 2006): 478.

Donnerstag, 24. September 2015

W478II: Erlebnis Ostblock im Ostseestadion

F.C. Hansa Rostock ....................................... 1
1. FC Magdeburg ........................................... 1
- Datum: Mittwoch, 23. September 2015 – Beginn: 20.30
- Wettbewerb: 3. Liga (3. Profifußballliga)
- Ergebnis: 1-1 nach 92 Min. (44/48) – Halbzeit: 0-0
- Tore: 1-0 48. Andre Hainault (Eigentor, angeschossen von Hansas Julius Perstaller), 1-1 69. Burak Altıparmak
- Verwarnungen: Tobias Jänicke, Michael Gardawski, Dennis Erdmann (Hansa); Burak Altıparmak, Nicolas Hebig (FCM)
- Platzverweise: keine
- Spielort: Ostseestadion (Kap. 29.000, davon 23.000 Sitzplätze)
- Zuschauer: 16.300 (davon ca. 2.000 Gästefans)
- Unterhaltungswert: 6,5/10 (Viel Action durch das anwesende Bruchvolk, Getrete der Magdeburger Bauernfußballer, Hansa nicht fähig als in allen Belangen bessere Mannschaft zu gewinnen) Hansa Rostock v 1.FC Magdeburg Photos with English Commentary:
3rd Division: FC Hansa Rostock v 1.FC Magdeburg

Noch vor der Abreise nach Libanon und Jordanien (Bericht direkt unter diesem Spielbericht!) hatten wir uns Karten für das 3.Liga-Spiel gegen Magdeburg gesichert. Im Vorfeld natürlich etwas Derbyhype, da man ja alle Spiele zwischen ostdeutschen Teams als Ostderby bezeichnen muss. Dumm wie ostdeutsche Fans nunmal meist sind, ziehen sie sich an Rivalitäten innerhalb des Ostens auf, anstatt geschlossen dem Westen mal aufs Maul zu hauen... Insofern ist Derby, wenn man Randale als unabdingbaren Bestandteil eines Derbys sieht, schon ein treffender Begriff für so ein Problemspiel wie zwischen Hansa und dem FCM.

Wir stellten jedoch eine Stunde vor Anpfiff bei Erreichen des Stadionvorplatzes fest, dass die Polizei für ein solches Problemspiel nicht so sehr präsent war. So konnten 30-40 Magdeburger Hools vor die Nordtribüne spazieren, für Fotos posieren und dann mit Feuerwerk rumschmeißen und eine Schlägerei vom Zaun brechen. Erst als es auf dem Vorplatz schon hoch her ging, kam Polizei an und griff ein. Im Stadion ging es dann sofort zu Beginn richtig rund: zum Intro interessante, kalt-blau brennende Fackeln neben einer Schalparade auf Gästeseite – ein nettes Banner, dass man auf Pyroverbote scheißt, zusammen mit Rauch in Vereinsfarben und eindrucksvoll geschlossener Schalparade samt Überzieher für alle Fans in Vereinsfarben auf der Südseite (Suptras Rostock u.a.)

Warum der Schiri aus Bremen, Jablonski, da überhaupt anpfiff, wusste er wohl selber nicht, denn er merkte nach anderthalb Minuten, dass die feucht-kalte Herbstluft den Pyronebel im Stadion hält. Nach knapp 5 Minuten Unterbrechung spielte er weiter, doch die Magdedorfer Asis hantierten nun mit Bengalos und offenem Feuer und begannen, Leuchtspuren in Rostocker Fangruppen zu schießen. Eine ging auch gezielt auf die unbeteiligte Osttribüne, anstatt gegen die Suptras auf der Süd. Die ließen sich dann auch nicht zweimal bitten und beschossen ihrerseits das Bördepack im Gäste-Stehblock. Die Randale-Gaudi ging minutenlang so – die Polizei hielt sich zurück und riskierte kein Geknüppel gegen die Magdedorfer; bei dem engen Stehplatzblock hätte man natürlich hervorragend den Gästefans eine Abreibung verpassen können: alle Ausgänge blockieren und dann mit Gummigeschossen minutenlang reinfeuern... Aber die Polizei ließ Vernunft walten und die Situation beruhigte sich in den fast 15 Minuten in denen Spieler, Betreuer und Unparteiische in den Kabinen waren.

Danach gab es auch tatsächlich noch ein Fußballspiel, wobei das lange nicht die horrenden 18€ Eintritt wert war. Hansa mit einigen Torchancen, aber nicht ansatzweise jene Sturmqualität, die für eine gute Platzierung in Liga 3 nötig ist. Der FCM kaum präsent und wenn, dann durch dreckige Fouls, die vom inkompetenten Schiedsrichtergespann mitunter nicht geahndet wurden. Hansa bekam dafür zwei lächerliche gelbe Karten, was die Magdedorfer Treter natürlich als Freibrief verstanden. Rostock hielt allerdings auch körperlich ungewohnt gut dagegen und suchte auch den Kontakt zum Schiedsrichter über Rudelbildung. Der ansich als Stürmer völlig deplatzierte Perstaller schoss dann kurz nach der Pause einen Magdedorfer an, der den Ball nur noch ins eigene Tor lenken konnte. Die hochverdiente Führung baute Hansa fast noch aus, doch das Arschloch mit der Fahne winkte Abseits. Mit dem zweiten Schuss aufs Tor gelang den Gästen der Ausgleich: ein schöner Freistoß, aber völlig absehbar und daher nicht unhaltbar für Schuhen, durch den türkischen Stürmer mit dem kuriosen Nachnamen „Sechsfinger“ (Altıparmak). Der völlig unverdiente Punktgewinn für den scheiß FCM trübte den Abend doch etwas – dass die Pyroaktionen und Tumulte den Abend getrübt hätten, würde ich nicht behaupten. Aber es ist schon ein Unterschied, ob man wie die Suptras kontrolliert Rauchbomben und Bengalos abbrennt oder diese wie das asoziale Bördebauernpack durch die Gegend auf andere Tribünen schießt. Hansa Rostock v 1.FC Magdeburg Statistik:
- Grounds: 1.462 (0 neue; diese Saison: 47 neue)
- Sportveranstaltungen: 2.489 (1; diese Saison: 55)
- Tageskilometer: 30 (30km Fahrrad)
- Saisonkilometer: 18.110 (9.650 Auto, davon 4.200 Mietwagen/ 6.620 Flugzeug/ 1.200 Bus, Bahn, Straßenbahn/ 650 Fahrrad/ 0 Schiff, Fähre)
- Anzahl der Fußballspiele seit dem letzten 0-0: 50 [letzte Serie: 93, Rekordserie: 178]
- Anzahl der Wochen, seit der letzten Woche ohne eine einzige Sportveranstaltung (31.7.-6.8. 2006): 478.

Mittwoch, 23. September 2015

W477VII/478I: Jordanische Wüstenschlösser am Sonntag und Rostocker Altherrenfußball am Montag (Jordanien, Tag 12/13)

قصر المشتى 
Photos with English Commentary:
a) Zerqa: Desert Palaces of al-Halabat, Hammam as-Sirah, Azraq, and AL-AMRA
b) Amman: Desert Palaces of al-Kharrana, and al-Mushatta
c) Kerak: Qatrana Roman Fort
d) Germany, Veterans Football: Hansa Rostock v LSG Elmenhorst

Am letzten Tag in Jordanien standen die Wüstenschlösser auf dem Programm. Im Osten Jordaniens haben bereits die Nabatäer Burgen gebaut, die dann oft zu römischen Forts ausgebaut wurden. Viele dieser Bauten haben die Umayyaden übernommen und zu ihren Zwecken verändert. Über 20 derartiger Bauten gibt es, viele sind nur mit Geländewagen erreichbar, doch die drei berühmtesten und vier weitere sehenswerte Gebäude sind auf befestigten Wegen erreichbar. Im Moment sind selbst die Weltkulturerbeschlösser kostenlos zugänglich.

Zuerst fuhren wir von Irbid durch bis Qasr al-Hallabat. Dort haben die Umayyaden ein römisches Kastell schön umgestaltet und um eine Moschee erweitert. Die Anlage wurde restauriert. Im benachbarten Hammam as-Srah haben die Umayyaden ein schlossartiges Bad (Hammam) hingeklatscht, das ebenfalls restauriert wurde.

Dann fährt man durch monotone Wüste, in der plötzlich ein großes Flüchtlingscamp für Syrer (Al-Azraq Refugee Camp) auftaucht. Im Ort al-Azraq (Blaustadt, die andere Form von az-Zerqa, was die Bezirkshauptstadt ist) gibt es dann das nächste Wüstenschloss. Ein Römer-Kastell wurde von den Umayyaden aus- und umgebaut. In tollem schwarzen Basalt mit vielen eckigen Türmen und einfachen aber schön gemauerten Räumen. Im Innenhof befindet sich auch noch eine gut erhaltene Moschee. Der Ort al-Azraq wurde übrigens zwischenzeitlich verlassen nachdem die Abbassiden die Festung übernommen hatten aber von den Mongolen geplättet wurden, die sich aber nicht im Nahen Osten etablierten. Erst im 19. Jahrhundert gründeten Drusen den Ort neu, da sie aus dem ca. 100km nördlich gelegenen Hauran bzw. dem 200km nördlich gelegenen Damaskus nach Unruhen von den Franzosen bzw. Osmanen vertrieben wurden. Kurz darauf kamen auch hunderte Tschetschenen, deren Familien von den Russen im Zuge der Kaukasus-Eroberungskriege im ausgehenden 19. Jahrhundert (Zarenreich) massakriert wurden. Diese Flüchtlinge bauten den Ortsteil al-Azraq ash-Shishani (Tschetschenisch-Blaustadt, heute politisch korrekt im Beamtenjargon der Jordanier „al-Azraq al-Janubi (Süd-Blaustadt)“) der an den älteren Teil al-Azraq ad-Duruzi (Drusisch-Blaustadt, jetzt offiziell: „al-Azraq ash-Shamali (Nord-Blaustadt)“ grenzt. Übrigens leben weit über 100.000 Kaukasier in Jordanien, deren Familien zumeist zwischen 1860 und 1915 kamen. In Europa wird gerne über den Völkermord an den Armeniern durch die Türken - bzw. Osmanen, da Kurden auch sehr stark beteiligt waren - geredet (etwa 25.000 Armenier leben in Jordanien), aber die von den Russen verübten Völkermorde u.a. an den Tscherkessen (ca. 100.000 leben in Amman, az-Zerqa und einigen anderen Städten und Dörfern Jordaniens) und Tschetschenen (ca. 40.000 in Jordanien wohnhaft, die auch nicht nach Deutschland auswandern wollen, da sie russische Zeitungen, in denen behauptet wird, Deutschland suche händeringend Arbeitskräfte und biete diesen, auch gerade wenn sie aus Tschetschenien seien, kostenlos Wohnraum und ein Auto, nicht lesen) ausgeblendet. Im Südteil der Stadt kann man sich übrigens auch Tschetschenisch unterhalten, da so gut wie alle Tschetschenen zweisprachig Arabisch-Tschetschenisch sind. Die kleinere Gemeinde in Syrien (ca. 5-10.000) ist durch den arabischen Faschismus der Baath größtenteils nur arabischsprachig, so wie die syrischen Tscherkessen oft auch kein Tscherkessisch mehr beherrschen, die jordanischen Tscherkessen aber aufgrund der ziemlich guten Entfaltungsmöglichkeiten für ethnische und religiöse Minderheiten im Königreich Jordanien sehr wohl. Eher in Zerqa und Amman findet man auch Tschetschenen die Englisch sprechen. Aber jedenfalls viel Spaß wer sich an Tschetschenisch versuchen will: es warten eine ausufernde kaukasische Grammatik und mehr als 40 Konsonanten (darunter viele Zischlaute, nur Tscherkessisch soll mit fast 70 Konsonanten noch mehr haben) und etwa 20 Vokale, Um- und Zwielaute, die man auseinanderhalten muss...
Anhören kann man sich das natürlich auf Youtube, z.B. mit üblicher kaukasischer Mucke: für Tschetschenischen Pop hier klicken und für den unheimlich vom Akkordeoneinsatz und der noch fremder klingenden Sprache (nur zum Ende wird mal kurz Russisch gesungen) lebenden tscherkessischen Folk hier klicken.

Das herausragendste Wüstenschloss findet man dann auf dem Weg nach Amman. Das Qasr al-Amra ist zwar sehr klein, ein Bau mit Tonnengewölbe und Kuppeln, aber diese sind Innen fantastisch ausgestaltet. Die Malereien haben die Umayyaden wohl von den Byzantinern übernommen, wobei diese absolut unislamisch sind. Aber die Umayyaden waren da wohl sehr locker: Jagdszenen, Weinernte, nackte Tänzerinnen... Toll was da alles abgebildet ist! Auch das nahegelegene Qasr al-Kharraneh sollte man auf jeden Fall besuchen, denn dieses wohl später oder auch schon zuvor als Karawanserei genutzte Schloss ist besonders groß und auf zwei Ebenen begehbar. In einigen Räumen gibt es schöne Steinmetzarbeiten an den Säulen und Balken.

Wir fuhren dann noch bis al-Qatrana durch, wo ein römisches Fort, das dann auch als Karawanserei diente, gut erhalten mit riesigen Zisternen oder Wasserbecken davor, steht. Bevor es dunkel wurde, schafften wir es auch das Qasr al-Mushatta zu besuchen, das zwischen Industriegebiet Jiza al-Jadida al-Qastal und der Cargozufahrt für den Flughafen liegt. Sehr idyllisch, wenn da die Aggregate und Flugzeuge brummen, aber ein toller Bau mit großer Umfassungsmauer mit Turmstümpfen, tollen Steinmetzarbeiten und Lehmziegelmauerwerk!

In Madaba gingen wir noch gut und sehr preisgünstig (Reisgericht mit Huhn und Limo für zwei Leute: nicht mal 5,50€) essen, kauften ein paar Flaschen saudischen Saft für Zuhause ein (das Zeug ist bei den Getränken das Beste was man in Jordanien kriegt: bei noch 6kg bis zur Freigepäckgrenze kann man ruhig mal 4 Flaschen mitnehmen) und fuhren dann zum Flughafen. قصر العمرة Der Flieger der Aegean Airlines flog pünktlich um 4.30h nach Athen. Dort nutzten wir um schneller zum Klo durchzukommen geschickt die Diplomatenspur, wo uns die freundlichen Beamten tatsächlich nach kurzer Passkontrolle lässig durchließen. Auch der Flug von Athen nach Berlin, auf dem es ganz gutes Frühstück gab, landete pünktlich um 10 Uhr: bis auf die Buchung war Aegean Airlines wirklich klasse! Solange in Griechenland nicht gestreikt wird, ist der Service dort prima!

Scheiße sah wieder der deutsche öffentliche Nahverkehr aus. Der Shuttle-Bus überteuert und überfüllt, die Regionalexpressbahn nach Wismar, die wir in Schwerin verließen, ebenfalls. Mit dem Regionalexpress nach Rostock ging es besser (nach zweieinhalb Stunden Stehen also endlich ein Sitzplatz), der war aber dafür 15 Minuten verspätet. Dann noch S-Bahn nach Warnemünde und der Bus aufs Dorf. Fünfeinhalb Stunden! Wären die Parkgebühren am Flughafen nicht so horrend bzw. das Parken in Berlin gefahrlos für mehr als zwei Wochen auf einem öffentlichen kostenfreien Platz möglich, dann wären wir mit dem Auto hin- und zurückgefahren und hätten keine 60€ pro Strecke für Bahn und Bus ausgegeben und wären trotzdem viel schneller gewesen...

Immerhin hatten wir es bis 16 Uhr nach Diedrichshagen geschafft, sodass wir nach dieser langen Rückfahrt von dieser sehr lohnenden Reise am Abend doch noch bei den Alten Herren von Hansa Rostock vorbei schauten. Al-Qatrana fort Landsportgemeinschaft Elmenhorst AH .... 0
F.C. Hansa Rostock AH ................................ 5
- Datum: Montag, 21. September 2015 – Beginn: 19.00
- Wettbewerb: Halbfinale der Kreismeisterschaft Warnow der Alte Herren Ü42
- Ergebnis: 0-5 nach 70 Min. (35/35) – Halbzeit: 0-1
- Tore: 0-1 18. Wagner, 0-2 42. Röhrich, 0-3 45. Wagner (Foulneunmeter), 0-4 59. Beinlich, 0-5 69. Beinlich
- Verwarnungen: keine
- Platzverweise: keine
- Spielort: Sportplatz am Backhus (Elmenhorst-Lichtenhagen/ Dorf; Kap. 512, davon 12 Sitzplätze)
- Zuschauer: ca. 100 (davon ca. 20 Hansafans)
- Unterhaltungswert: 9,0/10 (Bestes Altherrenspiel das ich je gesehen habe!) Veterans: LSG Elmenhorst 0:5 FC Hansa Rostock Dem Mannschaftsbetreuer und sonst auch Aktivem Bullerjahn musste mein Vater natürlich gleich auf die Nase binden, dass wir seit Samstagmorgen nicht mehr geschlafen hatten und der Flieger um 4 Uhr ging und wir erst 16 Uhr in Rostock waren und nun trotzdem 19 Uhr für die Alten Herren aufs nahegelegen Dorf gefahren sind. Da standen wir nun also auf dem etwas langweiligen Kunstrasenplatz am Backhus (Bäckerei) in Lichtenhagen/ Dorf...

Bullerjahn freute sich natürlich über Hansa-Fans, die die Alten Herren zum Halbfinale der Kreismeisterschaft (als Staffelsieger der Gruppe A trafen sie auf den Zweitplatzierten der Gruppe B, die LSG Elmenhorst) begleiteten. Die Elmenhorster waren nämlich in der klaren Überzahl, sodass man auf gut 100 Zuschauer kam. Eine tolle Zahl für ein Altherrenspiel – nur bei TSV Leuna AH gegen HFC Oldies waren einmal mit rund 300 Zuschauern noch mehr da! Doch ein besseres Spiel im Altherrenfußball als dieses heute in Lichtenhagen/ Landkreis Rostock, habe ich noch nie gesehen!!!

Elmenhorst hielt ja gut mit und gegen, doch Hansa spielte – dabei nur zwei Ex-Bundesligaprofis: Stefan Beinlich und Heiko März – einen fantastischen Fußball mit tollen Kurzpässen und knallharten Schüssen. Bei Pause stand es trotzdem nur 1:0, doch in der zweiten Hälfte war auch mal irgendwann etwas die Luft draußen bei Elmenhorst, die nach dem schnellen 2:0 durch Röhrich einen Neunmeter verursachten (Wagner mit seinem zweiten Tor) und am Ende noch durch zwei Treffer von Beinlich eine 5:0 Niederlage kassierten. Ein tolles Spiel! Noch toller wäre natürlich, wenn die 3.Liga-Profis am Mittwoch auch so einen Sieg landen würden. 1:0 würde ja schon reichen... Veterans: LSG Elmenhorst 0:5 FC Hansa Rostock Statistik:
- Grounds: 1.462 (1 neuer; diese Saison: 47 neue)
- Sportveranstaltungen: 2.488 (1; diese Saison: 54)
- Tageskilometer: 3.910 (3.100km Flugzeug, 500km Mietwagen, 300km Bahn und Bus, 10km eigenes Auto)
- Saisonkilometer: 18.080 (9.650 Auto, davon 4.200 Mietwagen/ 6.620 Flugzeug/ 1.200 Bus, Bahn, Straßenbahn/ 620 Fahrrad/ 0 Schiff, Fähre)
- Anzahl der Fußballspiele seit dem letzten 0-0: 49 [letzte Serie: 93, Rekordserie: 178]
- Anzahl der Wochen, seit der letzten Woche ohne eine einzige Sportveranstaltung (31.7.-6.8. 2006): 478.

W477VI: Im Jordanischen Hauran (Jordanien, Tag 11)

Nady as-Serhan ar-Riyadhy U20 ................. 5
Nady az-Zaatary ar-Riyadhy U20 ............... 1
نادي السرحان الرياضي تحت ٢٠ سن مع نادي الزعتري الرياضي تحت ٢٠ سن في اطار البطولة تحت ٢٠ سن للاندية الدرجة الاولى والثاني والثالثة بملعب السرحان
- Datum: Samstag, 19. September 2015 – Beginn: 16.00
- Wettbewerb: Botola Taht Sinn 20 Lil-Andiya Al-Oula Wath-Thaniya Wath-Thalitha, al-Majmoua al-Khamisa (2. jordanische U20-Liga, Staffel V)
- Ergebnis: 5-1 nach 92 Min. (46/46) – Halbzeit: 1-1
- Tore: 1-0 10. (10), 1-1 34. Nr. 10, 2-1 56. (9), 3-1 84. (7), 4-1 85. (12), 5-1 89. (12)
- Verwarnungen: Nr. 4 (Zaatary)
- Platzverweise: keine
- Spielort: Malaab Nady as-Serhan (Sama as-Serhan; Kap. 1.050, davon 50 Sitzplätze)
- Zuschauer: ca. 60 (davon ca. 30 Gästefans)
- Unterhaltungswert: 6,5/10 (Ganz unterhaltsames Spiel mit übertrieben deutlichem Ausgang) نادي السرحان تحت٢٠ مع نادي الزعتري تحت ٢٠ بملعب السرحان في بلدية سما السرحان Photos with English Commentary:
a) Under-20 League 2: Serhan defeat Zaatari by five goals to one
b) Irbid: Abila Roman Ruins
c) Mafraq: Umm al-Jimal and Umm as-Surab Byzantine Ghost Towns

Von Irbid aus machten wir einen Tagesausflug in Grenznähe zu Syrien: erst nah ran an Yarmouk und Golan bei Abila, einer frei zugänglichen römisch-byzantinischen Ruinenstadt mit Kirchenruinen, einfachen Mosaiken, Grundmauern und Tempelresten – dann am riesigen Flüchtlingslager Zaatari vorbei zu den byzantinischen Geisterstädten Umm al-Jimal und Umm as-Sarab, die allerdings nach wie vor als Orte existieren, da neue, moderne Orte als Umm Jimal al-Jadida bzw. Umm Sarab al-Jadida (also übersetzt Neu-Kamelhausen und Neu-Luftspiegelungshausen; natürlich sehr tolle Ortsnamen: Kamele und Fata Morgana...) gegründet wurden und auf jeweils knapp 2.000 Einwohner kommen. Die historische Stadt Umm al-Jimal ist ein riesiges Trümmerfeld aus Hauran-typischem schwarzem Vulkangestein. Der Ort wurde im 8. Jahrhundert bei einem unglaublich heftigen Erdbeben zerstört. Es stehen trotzdem noch einige sehr starke Gebäudestrukturen wie eine Burg und eine Kirche, die meisten Wohnhäuser sind aber kaum noch als solche erkennbar. Der kostenlos zu besuchende Ort ist eine der eindrucksvollsten Sehenswürdigkeiten Jordaniens. Umm Sarab sieht dann sehr ähnlich aus, ist aber erheblich kleiner. Wir guckten mal kurz in den Kernbereich und fuhren dann nach Serhan, genauer den Ortsteil Sama as-Serhan (Ober-Wolfsdorf), weiter. Auch dort gibt es byzantinische Ruinen, aber die sind sehr stark verfallen und am eindrucksvollsten vom unterhalb des Hügels gelegenen Stadion zu sehen. سما السرحان Das Stadion in Sama as-Serhan ist zwar mit übertrieben hohen Zäunen gesichert und nur auf einer Seite ausgebaut, aber doch sehr ansehnlich. Die Tribüne hat 10 Reihen, in der Mitte ist sie überdacht und hat einen Sitzplatzbereich mit Stühlen auf zwei Logen. Drumherum hat man einen guten Blick in den recht ordentlichen Ort. Wenn man bedenkt, in was für einem guten Zustand ein solches Kaff im ländlichen Raum ist und wie wenige Orte in Jordanien es gibt, in denen z.B. Beduinen und Domar-Zigeuner in Zelten kampieren und das mit Libanon oder auch dem Vorkriegs-Syrien vergleicht, da sieht man doch, wie viel weiter entwickelt Jordanien trotz einiger Probleme (teilweise überforderte Wasserwirtschaft, Korruption vieler Beamter) bereits seit Jahrzehnten im Vergleich zu Libanon und Syrien ist. Wenn man dann die Ausrichtung des Königshauses sieht und sich mal die Konzepte der Nationalparks (sauteurer Kultur- und Ökotourismus unter Einbindung der finanziell profitierenden lokalen Bevölkerung) und die Ausstattung der Polizei (Chevrolet Trailblazer u.a. Modelle, Baretta-Colts, Notruf 911) anschaut, dann weiß man, warum Jordanien so viel besser entwickelt ist: man hat die USA als Partner, akzeptiert auch zähneknirschend deren Vormacht und den Frieden mit Israel und lässt v.a. die Finger von Partnerschaften mit diesem verdammten Russen-Pack, mit dem u.a. Syrien angebandelt hat.

Warum die Landstreitkräfte mit einem Hummer vor der Tribüne parkten war mir nicht klar, überraschend war aber auch, dass von den mindestens 60 Zuschauern, mindestens die Hälfte aus az-Zaatari (Thymiandorf) kam. Und das für ein A-Jugendspiel! Wie mir der freundliche Trainer auch sagte, ist der Verein die Auswahl des 2.000-Einwohner-Dorfes Zaatari – nicht des fast 200.000 Bewohner zählenden Flüchtlingslagers, das am Rande des Ortes aufgebaut wurde. Das Dorf und der Verein unterstützen allerdings das Flüchtlingslager nach Kräften, wobei im Gegensatz zu Europa sich die jordanische Regierung auch regelrecht den Arsch aufreißt, damit die syrischen Flüchtlinge in der Wüste trotz Zeltunterkünfte ein akzeptables Leben haben: Wasser ist großzügiger rationiert als für jordanische Privathaushalte und es gibt eine hohe Zahl von Sportstätten und anderer Beschäftigungseinrichtungen im Lager. Der Verein Nady az-Zaatari unterstützt auch Flüchtlingsorganisationen im Lager und veranstaltet Sportevents für Kinder und Erwachsene dort. Einige Syrer spielen auch für die Wettkampfteams vom Club aus dem Dorf Zaatari.

Die A-Jugend spielte heute allerdings nicht doll. Der Gastgeber Nady as-Serhan machte Druck von Anfang an, hatte das Spiel gut in Griff und ging früh in Führung. Überraschend kam Zaatari dennoch zum Ausgleich und konnte von da an das Spiel kurz an sich reißen. In der zweiten Hälfte hatten sie einige Chancen auf die Führung, doch Serhan konterte erfolgreich. Nach dem 3:1 gab sich Zaatari auf und kassierte noch zwei weitere Treffer zur zu hohen 5:1 Niederlage. نادي السرحان تحت٢٠ مع نادي الزعتري تحت ٢٠ بملعب السرحان في بلدية سما السرحان Statistik:
- Grounds: 1.461 (1 neuer; diese Saison: 46 neue)
- Sportveranstaltungen: 2.487 (1; diese Saison: 53)
- Tageskilometer: 200 (200km Mietwagen)
- Saisonkilometer: 14.170 (9.140 Auto, davon 3.700 Mietwagen/ 3.520 Flugzeug/ 900 Bus, Bahn, Straßenbahn/ 620 Fahrrad/ 0 Schiff, Fähre)
- Anzahl der Fußballspiele seit dem letzten 0-0: 48 [letzte Serie: 93, Rekordserie: 178]
- Anzahl der Wochen, seit der letzten Woche ohne eine einzige Sportveranstaltung (31.7.-6.8. 2006): 477.

W477V: Über den „Kings Highway“ ins Nördliche Tiefland und wieder nach Irbid (Jordanien, Tag 10)

 عجلون Photos with English Commentary:
a) Karak: ar-Rabba Roman Ruins, Mujib Valley
b) Jerash & Ajaloun: Ajaloun Castle Ruin
c) Irbid: Umm Qays Roman Ruins

Von Kerak aus fuhren wir den Kings Highway, eine Landstraße die von Ramtha nach Aqaba führt, nach Norden entlang. Schon wenige Kilometer nördlich von Kerak wird es interessant, denn in ar-Rabba stehen ein paar römische Ruinen (Tempel, Säulen mit Kapitellen etc.) am Straßenrand. Noch ein paar Kilometer weiter und es geht mit tollem Blick steil hinab ins Mujib-Tal, wo man eine Staumauer passiert und dann wieder hoch auf ein Hochplateau fährt. Bald hat man Dhiban und Madaba passiert, dann geht es am Rand der Hauptstadt entlang nach Norden und vorbei an den Ruinen von Jerash, die wir einige Tage zuvor ausgiebig besichtigt hatten, bis Ajaloun durch schöne, gebirgige Landschaft mit Nadelbäumen. Am Rand der Kleinstadt Ajaloun befindet sich eine für 1 Dinar zu besichtigende Burgruine, die nicht nur einen tollen Blick in die Landschaft gewährt, sondern auch schöne Gewölbe zu bieten hat. Heute war die Burganlage übrigens ziemlich überlaufen, denn Freitag ist der freie Tag der Woche und die meisten haben Zeit für Familienausflüge.

Dann schafften wir es mit etwas verfahren die Straße im Grenzgebiet zu Israel zu finden, die nach Umm Qays führt. Hier gibt es einige militärische Straßenkontrollen, die größtenteils von palästinensischstämmigen Analphabeten bestückt zu sein schienen: ein besonders Blöder fragte uns, ob wir aus Syrien seien, nachdem er im eindeutig deutschen Pass – dessen Lateinbuchstaben er aber scheinbar nicht lesen konnte, da er wohl nach 4 Jahren die Schule abgebrochen hat – das syrische Visum von 2010 gefunden hatte...
Hier im Nördlichen Tiefland grünt es überall, da Jordanwasser abgezweigt wird. Die Bauern sind hier viel beschäftigt und der Anteil der Palästinenser an der Bevölkerung beträgt hier locker 90%. Die „echten“ Jordanier machen in ihrem Land ohnehin nur ca. 50% aus, wobei palästinensische Quellen gerne vom Verhältnis 60% Palis und 35% Jordanier sprechen, aber na ja... Die restlichen bis zu 5-10% der Bevölkerung sind übrigens Kaukasier (Tscherkessen, Tschetschenen, Armenier etc.), Domar (Zigeuner), Mandäer und ein paar wenige kleine Volksgruppen.

In Umm Qays war gerade die Uni Amman mit der Arabisch-Lerner-Klasse unterwegs in den römischen Ruinen. Die Anlage kostet relativ hohen Eintritt (fast 4€), obwohl sie nicht so überragend ist. Klar hat man einen guten Blick auf den Golan, den See Tiberias und nach Israel, aber außer dem Theater sind die Bauten ziemlich verfallen. Nur die Basilika ist noch etwas sehenswerter. Der offizielle stoppelbärtige Guide ist zurückhaltend höflich und spricht sehr gut Englisch, wir sind allerdings wie immer alleine rumgelaufen. Sein Konkurrent am Parkplatz ist ein fettes schwarzes palästinensisches Bauern-Schwein mit fast afrikanischem Äußeren – wahrscheinlich Sklaven-Nachfahre – und ungewöhnlich aufdringlich. Wenn man aber sein schlechtes englisches Gequatsche mit deutlichen arabischen Bemerkungen, dass er nicht nerven soll, unterbricht, kehrt auch schnell Ruhe ein.

Ich hab ihn aber nicht auf dem Niveau angeschnauzt, wie es wohl der (zu uns aber sehr freundliche) Proll in Sheikh Hussein gemacht hätte: in diesem Straßendorf steuerten wir die Sporthalle an, in der u.a. die Erstligavolleyballvereine Shabab Dayr ‘Ala und al-Kermel spielen. Dort war nichts los, was auch den Proll sehr wunderte, die mit seinem Sohn dort aufkreuzte. Er rief einen Kumpel an, ob nun das Volleyballspiel um 5 Uhr stattfinden würde. Mittlerweile kam ein weiterer Dayr ‘Ala-Fan an und meinte „wo sind die denn alle? die ham doch um fünfe gesagt?“ Der erste Fan dann: „Abdallah das Arschloch geht nicht an sein scheiß Handy, und die Mannschaften sind nicht da.“ Der zweite: „Leck mich am Arsch! Da stand doch Freitag um 17 Uhr?!“ Erster: „Warte mal, die Votze geht ran... Hallo? Ey Alter, was is nu mit Volleyball, hier warten noch andere Fans und die scheiß Teams sind nicht da?! ... Was heißt hier auf morgen verlegt? Scheiße! Die Votze deiner Schwester... Naja, jetzt wissen wir ja Bescheid...“

Wir fuhren dann gleich nach Irbid weiter, kauften ein, gingen essen, checkten im selben Hotel (Omayah) wieder ein und planten den Spielbesuch für den Samstag. اثار في ام قيس Statistik:
- Tageskilometer: 340 (340km Mietwagen)
- Saisonkilometer: 13.970 (8.940 Auto, davon 3.500 Mietwagen/ 3.520 Flugzeug/ 900 Bus, Bahn, Straßenbahn/ 620 Fahrrad/ 0 Schiff, Fähre)

W477IV: Burg- und Tempelruinen und ein Erstligist aus einer Burgstadt, der nach einer Tempelruine heißt (Jordanien, Tag 9)

Dhat Ras Kerak ............................................. 1
Al-Baqaa Amman .......................................... 1
ذات راس مع البقعة في اطار الدوري المناصير بملعب الامير فيصل
- Datum: Donnerstag, 17. September 2015 – Beginn: 17.00
- Wettbewerb: Al-Manaseer Jordan Professional League (1. jordanische Fußballliga, Profiliga)
- Ergebnis: 1-1 nach 97 Min. (47/50) – Halbzeit: 0-1
- Tore: 0-1 39. Anas Hidjeh, 1-1 51. Ahmad an-Nayamat
- Verwarnungen: Sharif an-Nawaysha, Hatem Aqel (Dhat Ras); Ali Saleh, Uthman al-Khateeb (Al-Baqaa)
- Platzverweise: keine
- Spielort: Prince Faysal Stadium (Kerak; Kap. 5.000, davon 100 Sitzplätze)
- Zuschauer: ca. 700 (davon ca. 50 Gästefans)
- Unterhaltungswert: 6,5/10 (Starker Beginn, in der zweiten Halbzeit einiger Leerlauf, aber spannend) ذات راس الكرك مع البقعة عمان Photos with English Commentary:
a) Jordan Football League: Dhat Ras Kerak v al-Baqaa Amman (Prince Faysal Stadium, Al-Karak)
b) Ma’an: SHOBEK CASTLE RUIN, Dawsaq Castle Ruin
c) Karak & Tafila: Kerak Castle & Old Town, Dhat Ras Temple Ruins, View on Tafila Town

Donnerstag standen v.a. Burgen auf dem Programm. Endlich weg von Wadi Musa, erster Zwischenstopp in Shobek (Shawbak). Dort befindet sich 2,5km außerhalb des neuen Ortes eine gewaltige Burgruine auf einem Bergkegel mit einem Geisterdorf, das sich teilweise auf den benachbarten Hängen erhalten hat. Die Burg Shobek ist kostenlos zugänglich, wird aber nur ca. 9-17h geöffnet. Dass Wachpersonal auf der Burg ist, hat wohl v.a. damit zu tun, dass man in zwei unterirdische Gänge klettern kann, was bei den verfallenen Stufen und dann bis zu 120m tief in Stollengängen und einem Brunnenschacht, auch nicht ganz ungefährlich ist. Besonders aufgrund der Gänge ein sehr lohnender Burgbesuch!

5km weiter ist die Burgruine Dawsaq groß angekündigt. Direkt hinterm Schild geht es 200m auf einer Piste den Berg hoch, dann steht man vor zwei Turmstümpfen und einigen Mauerresten einer Burg oder wahrscheinlich eher frühneuzeitlichen osmanischen Befestigungsanlage. Auch hier liegen noch aufgegebene Wohnhäuser (Khirbet Dawsaq, Khirbet bedeutet in diesem Falle „Wüstung“) in der Nähe.

Nachdem wir uns durch den Bezirk Tafila ohne Sightseeingstopps bewegt hatten, hielten wir im Bezirk Kerak im hoch gelegenen Dorf Dhat Ras, wo es eine römisch-nabatäische Tempelruine zu sehen gibt. Nach diesem Tempel bzw. dem Dorf heißt der Fußballverein in der benachbarten Bezirkshauptstadt al-Karak (Kerak). Zuerst guckten wir uns dort die sehenswerte Altstadt an: etwas Stadtmauer, drei Stadttürme und eine tolle Burg, die von den Kreuzrittern gebaut und von Saladin und seinen Nachfolgern ausgebaut wurde. 1,25€ Eintritt, dafür konnte man aber wieder lange in Türmen, auf Wehrmauern und in Gewölben herumklettern und einen tollen Ausblick über die spektakulär auf mehreren Bergkuppen erbaute 35.000-Einwohner-Stadt gewinnen. الكرك Während die Altstadt mit Burg am Westende liegt, befindet sich das Stadion am Ostende. Vor einer Universität biegt man ein und parkt auf der Freifläche, dann kauft man Karten für nur 2,50€ (2 JOD) am Schalter neben dem Eingangstor. Die Polizeikontrolle war viel freundlicher als in Amman und auch noch freundlicher als in Ramtha – so muss es sein! Kurios war nur, dass alle einen Handzettel zum neuen Verbot von Freudenschüssen in die Hand gedrückt bekamen...
Auf diesem steht:
"Verwaltung der Polizeikräfte
Deine Freude bedeutet meinen Tod
Gemeinsam das Phänomen Freudenschüsse stoppen
Freudenschüsse mit Handfeuerwaffen sind eines jener Phänomene unserer Gesellschaft, die sie schädigen. Dieses Phänomen führt zu Problemen zwischen Familien und zu einer nicht geringen Anzahl an unschuldigen Opfern – auch unter jenen, die Feierlichkeiten beiwohnen, die Freude der Feiernden teilen und sich ihnen im Zuge ihrer sozialen Verpflichtung [Anm.: z.B. bei Hochzeiten in der Nachbarschaft hat man als Nachbar das Brautpaar zu beglückwünschen] nähern. Statistiken zeigen, dass dieses Phänomen weite Verbreitung findet und viel Blut Unschuldiger kostet.
Der Erhabene sprach:
Und tötet keinen Menschen, den Gott für gerecht erklärt hat – es sei denn mit Recht [d.h. Richterspruch]. Wer im Unrecht getötet wird, so geben Wir [Gott] seinem nächsten Verwandten eine Vollmacht [ihn zu rächen: Blutrache oder Verpflichtung zur Zahlung von Blutgeld/ =Entschädigung]. Nur soll er nicht maßlos im Töten [des Mörders] sein. Er wird Beistand finden. Siehe: Sure al-Isrâ`/ die nächtliche Reise, Vers 33. * Der Allmächtige hat die Wahrheit gesprochen. *
- Ist Dir nicht klar, dass die Kugeln, die Du in die Luft schießt, wieder mit gleicher Geschwindigkeit zerstörerisch auf den Boden zurückkommen?
- Hast Du nicht gelernt, dass jemandem eine Waffe, die bei einem freudigen Anlass wie einer Hochzeit abgefeuert wird, aus der Hand fallen kann und Anwesende töten kann?
- Weißt Du nicht, dass Kinder, Frauen, Alte und andere Menschen durch Schüsse Angst und Panik bekommen können?
Es gibt keinen Zweifel, dass jemand, dem das oben angeführte bewusst ist und trotzdem Freudenschüsse abgibt, Seele und Sicherheit der Menschen verachtet.
[Mohammed] Der Gesandte Gottes – Gottes Segen sei mit ihm – sagte einmal: Es ist keinem Muslim erlaubt, einen anderen Muslim in Panik zu versetzen. Überlieferer: Abu Daoud.
Zudem hat der Prophet Mohammed – Gottes Segen sei mit ihm – das offene Tragen von Waffen untersagt, da es die Muslime auf den falschen Weg führen kann. Außerdem untersagte er den Muslimen das Posieren mit Waffen aus Furcht, ihnen könnte durch den Teufel die Hand ausrutschen. Und wie steht es um den, der die Waffe tatsächlich einsetzt und Muslimen Schaden zufügt?! Dazu sagte Mohammed – Gott segne ihn – folgendes: Wenn jemand von Euch in unsere Moschee oder unseren Markt geht und er hat Pfeil und Bogen dabei; ergreift die Pfeilspitze oder sagt: ,Lasst uns ihn bei seinen Händen ergreifen, dass er keinen der Muslime Schaden zufügen kann.‘. Die Überlieferung des Spruches ist bestätigt.
Schreckliche Unglücksfälle, die das Herz zerreißen und Tränen in die Augen treiben, sind jene, in denen ein Bruder einen Bruder versehentlich beim Abfeuern von Freudenschüssen anlässlich des Uniabschlusses tötet. Dann verwandelt sich die Freude im nu zu Trauer.
Seine Majestät, König Abdallah II bin al-Hussein bekräftigte das Verbot von Freudenschüssen und betonte, dass
- Gesetzesbrecher zur Rechenschaft gezogen werden
- Gesetzesbrecher keine Strafvergünstigungen über Mittelsmänner [Wasitât (Mittelsmänner) ist die typischste Form der Korruption in Jordanien] erwarten können
- Das Abfeuern von Freudenschüssen eine rote Linie ist.
=> Wir zeigen Entschlossenheit um das Phänomen Freudenschüsse einzudämmen!
=> Zögere nicht, Leute die mit dem Leben anderer spielen, anzuzeigen!
Wählt den Notruf 911
Die Verwaltung der Polizeikräfte (Tel. 06/5100360)." ذات راس الكرك مع البقعة عمان An der Sporthalle vorbei, geht es eine enge Treppe nach oben auf die Tribüne, die nur zum Teil durch eine primitive Wellblech-Stahlträger-Pfuschkonstruktion überdacht ist. In der Mitte befindet sich ein VIP-Sektor mit Stühlen. Ansonsten sind bis zu 16 unüberdachte Stehreihen auch hinter dem einen Tor bis zum Beginn der Gegenseite vorhanden. Keinen Ausbau haben die Gegenseite und die eine Hintertorseite: dort blickt man in eine von Feldern durchzogene Berglandschaft mit gelegentlichem Viehtrieb.

Die Fans von Dhat Ras sind nicht unbedingt zahlreich, heute waren kaum mehr als 600 da und eine größere Truppe Gästefans aus der Hauptstadt machte nicht viel weniger Stimmung durch Sprechchöre, aber recht einfallsreich: Dhat Ras hat Flutlichtprobleme, da die Bezirksregierung eine Erneuerung der Flutlichtanlage 2012 abgelehnt hatte, also schleppten sie aus Protest hunderte von Kerzen ins Stadion um die Bruchbude mal etwas auszuleuchten...

Einige Fans interessierten sich für uns, konnten aber nur mit mir kommunizieren, da hier anscheinend kaum jemand eine Sprache außer Arabisch kann. Dafür waren die Leute aber umso freundlicher, denn mit Ausländern scheinen sie hier kaum zu tun zu haben: und im Gegensatz zu Europäern, die nicht regelmäßig mit Ausländern zu tun haben, sind Araber Ausländern gegenüber meist sehr aufgeschlossen und freundlich.

Das Spiel fing mit sehr offensiven Aktionen der Gastgeber an. Al-Baqaa Amman (einem von palästinensischen Flüchtlingen gegründeten Club aus dem Lager al-Baqaa am nordwestlichen Stadtrand der Hauptstadt) hatte kaum etwas zu melden. Doch nach 30 Minuten Dauerdruck knickte Dhat Ras etwas ein und nach 40 gelang al-Baqaa die Führung. Nach der Pause war erst wieder al-Baqaa am Drücker, doch Dhat Ras kämpfte sich zurück und glich mit einem Nachschuss unter die Latte zum 1:1 aus. In der 90. köpften sie noch ein weiteres Tor, doch aus fragwürdigen Gründen erkannte das Schiedsrichtergespann den Treffer ab. Es gab noch einige Pöbeleien, doch das Spiel ging ohne größeren Stress mit 1:1 ab.

Wir stiegen dann im billigsten Hotel der Stadt („Towers“ für knapp 30€ ist das mittelgroße Zimmer mit Kühlschrank, Ventilator, aber ohne Internet und mit klapprigen Möbeln zu teuer) ab. Nebenan befindet sich ein überteuertes Restaurant (Kir Heres), in dem wir gutes, aber v.a. für die kleinen Portionen zu teures Essen (zwei kleine Grillteller mit Salat und Cola für zusammen 25€: vergleichbares hatten wir am Vortag für weniger als 15€) bekamen. Länger rumsuchen konnten wir aber eh nicht: fast alles war bereits um 20 Uhr geschlossen, da Karak fast nur vom Tagestourismus, der an die Öffnungszeiten der Burg (je nach Jahreszeit 7/9 bis 16/18 Uhr) gebunden ist, lebt. ذات راس الكرك مع البقعة عمان Statistik:
- Grounds: 1.460 (1 neuer; diese Saison: 45 neue)
- Sportveranstaltungen: 2.486 (1; diese Saison: 52)
- Tageskilometer: 170 (170km Mietwagen)
- Saisonkilometer: 13.630 (8.600 Auto, davon 3.160 Mietwagen/ 3.520 Flugzeug/ 900 Bus, Bahn, Straßenbahn/ 620 Fahrrad/ 0 Schiff, Fähre)
- Anzahl der Fußballspiele seit dem letzten 0-0: 47 [letzte Serie: 93, Rekordserie: 178]
- Anzahl der Wochen, seit der letzten Woche ohne eine einzige Sportveranstaltung (31.7.-6.8. 2006): 477.

W477III: Zum Roten Meer und zurück nach Petra (Jordanien, Tag 8)

منظر على بتراء Photos with English Commentary:
a) Ma’an Region: LITTLE PETRA, Ras an-Naqab View, Khan Unayzah
b) Aqaba Region: al-Humayma Ruins, Aqaba Town

Diesmal machten wir einen größeren Tagesausflug von Wadi Musa (Petra) aus. Erst fuhren wir die derzeit gesperrte Straße nach Nordwesten um Petra herum nach El-Beyda und der sogenannten „Little Petra“-Ruinenstadt. Dort kann man kostenlos durch einen Siq (Schlucht) laufen und nabatäische Ruinen besichtigen. Der Ort war ein Vorort von Petra und am besten besichtigt man ihn schon vor dem Besuch in der eigentlichen Ruinenstadt Petra.

Als wir an einer Polizeikontrolle in der Nähe angehalten wurden, dachten wir, es sei mal wieder eine allgemeine Verkehrskontrolle, aber da wollten zwei Uniformierte ein paar Kilometer nach Hause mitgenommen werden. Als wir die abgesetzt hatten, waren wir auch schon fast in al-Humayma, das an der breiten aber teils im schlechten Zustand befindlichen Autobahn „Desert Highway“ liegt. Fährt man noch 8km hinter kommt man nach al-Humayma al-Qadima, dem alten Dorf, in dem sich nabatäische, römische, umayyadische und osmanische Ruinen (meist nur Grundmauern) befinden. Ab hier werden die Berge wieder spektakulärer.

Will man nach Aqaba rein, muss man eine Passkontrolle des Zolls passieren, zumindest bei Deutschen sind die aber ganz freundlich. In der Freihandelszone Aqaba im Vierländereck (9km Landweg bis Saudi-Arabien, 5km Landweg bis Israel und in Sichtweite auch Ägypten das per Fähre direkt und auf dem Landweg via Israel (15km) erreicht werden kann) sieht es sehr aufgeräumt und gepflegt aus. Saubere, palmengesäumte, breite Straßen verbinden u.a. die historische Ruinenstadt mit dem osmanischen Fort.

Wir hielten uns nicht besonders lange in Aqaba auf, sondern machten uns auf den Desert Highway, wo wir in Quwayra an einer Tankstelle mit Raststätte sehr gut essen gingen: mit 6,50€ p.P. war das für Jordanien nicht so billig, aber das persisches Reisgericht mit viel Hammelfleisch und auch Gemüse und Nüssen (Bokhari Lahme) war von bester Qualität und die Getränke (Pepsi 0,25l für unter 0,40€) gewohnt billig. Aber das eigentlich kuriose war ja, dass diese Fernfahrer-Raststätte „Alanya Restaurant“ internationale Küche (jordanisch, syrisch, beim Namen Alanya auch natürlich türkisch, sowie auch persisch, indisch, saudisch etc.) anbot...

Wir machten einen Abstecher vom Desert Highway auf die Landstraße Qabet Hanout – Ras an-Naqab, die sehr stark von Schwerverkehr befahren ins Gebirge hoch und wieder zum Highway runter führt. Am südlichen Ortsende von Ras an-Naqab hat man eine schöne Sicht in Richtung Wadi Rum mit seinen einmaligen Felsformationen. Die Fotos waren aufgrund des Sommer-Dunstes aber nicht so gut – wer in Frühjahr oder Winter unterwegs ist, wird sicherlich schönere bekommen.

Wir schauten uns noch schließlich den Khan Unayzah an, in dem man etwas zwischen den schön regelmäßigen und symmetrischen Mauern herumklettern kann. Der Khan (befestigte Karawanserei, die stets einen Schloss- der Burgcharakter hat, aber eigentlich nur ein mittelalterliches bzw. auch neuzeitliches Motel ist) stammt aus osmanischer Zeit und ist ein wirklich schönes Beispiel für diese Art der Architektur.

Wir fuhren wieder über Shobek, des wir am nächsten Tag besichtigten, nach Wadi Musa zurück. عقبة Statistik:
- Tageskilometer: 380 (380km Mietwagen)
- Saisonkilometer: 13.460 (8.430 Auto, davon 2.990 Mietwagen/ 3.520 Flugzeug/ 900 Bus, Bahn, Straßenbahn/ 620 Fahrrad/ 0 Schiff, Fähre)