Montag, 24. Juni 2013

W360VI: Eine Eiche auf der Tribüne – im Stadion der Jugend in Kitzscher

Fußballsportverein Kitzscher ------------------------------- 5
Roßweiner Sportverein --------------------------------------- 0
- Datum: Sonntag, 23. Juni 2013 – Anstoß: 15.00
- Wettbewerb: Kreisoberliga Muldental/ Leipziger Land (8. Spielklasse, 3. Amateurliga)
- Ergebnis: 5-0 nach 90 Min. (45/45) – Halbzeit: 2-0
- Tore: 1-0 33. Patrick Petzold, 2-0 36. Franz Rößner, 3-0 39. Franz Rößner, 4-0 70. Andreas Arbeit, 5-0 79. Frank Rößner
- Verwarnungen: Philipp Wobst (Roßwein)
- Platzverweise: keine
- Spielort: Johannes Oberscheven Sportpark, Stadion der Jugend (Kap. 4.000, davon 200 Sitzplätze)
- Zuschauer: ca. 110 (davon 90 zahlende, Gästefans: ca. 12)
- Unterhaltungswert: 7,0/10 (Gutes Spiel, das vom Gastgeber klar beherrscht wurde)

Fußballsportverein Kitzscher FR -------------------------- 3
SG SV Blau-Weiß Bennewitz/ SV Trebsen FR ---------- 3
- Datum: Sonntag, 23. Juni 2013 – Anstoß: 13.00
- Wettbewerb: Frauen-Kreisliga Muldental/ Leipziger Land (6. und unterste Spielklasse im Frauenfußball)
- Ergebnis: 3-3 nach 82 Min. (40/42) – Halbzeit: 0-1
- Tore: 0-1 40. 2, 0-2 45. 4, 1-2 62. 15, 1-3 65. 4 + Eigentor, 2-3 68. 11, 3-3 78. 9
- Vergebener Neunmeter: Torhüterin von Bennewitz wehrt Handelfmeter von Nr. 9 in 76. Min. ab
- Verwarnungen: keine
- Platzverweise: keine
- Spielort: Johannes Oberscheven Sportpark, Stadion der Jugend (Kap. 4.000, davon 200 Sitzplätze)
- Zuschauer: ca. 30 (keine Gästefans darunter)
- Unterhaltungswert: 5,0/10 (Nach einer wie zu erwarten grauenhaften ersten Hälfte, wurde das Spiel erfreulich gut) DSC08128 Stadion der Jugend (Johannes Oberscheven Sportpark) Kitzscher Photos with English Commentary:
Amateur Football in Kitzscher, Saxony: FSV Kitzscher defeat Roßwein, Women’s Team v Bennewitz/ Trebsen (+ Pictures of Kitzscher and Surrounding Villages)

Heute stand eine Radtour von fast 125km Länge an. Es ging zum Nachfolger der BSG Aktivist Espenhain, FSV Kitzscher. Kitzscher ist eine Ansammlung von Häusern 15km südlich von Leipzig, die aus irgendwelchen Gründen Stadtrecht besitzt, in der es eine Sportanlage mit vier Fußballplätzen gibt. Die ist das eigentliche Highlight des Ortes! Zwei graue, ausbautenlose Ascheplätze (davon einer frei zugänglich) und zwei Plätze mit sehr gutem Rasen und Tribünen. Das kleinere Stadion (Sport-Park oder Sportplatz am Park, d.h. dem ehemaligen Schlosspark) hat mehrere Stehstufen auf einer Längsseite, einen kleinen Sprecherturm und ein aufwendiges Eingangstor mit Ortswappen zu bieten.

Das andere Stadion ist noch weitaus schöner, wird als Stadion der Jugend bezeichnet und fasst auch doppelt so viele Zuschauer. Das Kassenhaus, an dem man den mit 3€ viel zu hohen Eintritt entrichten kann – oder man steigt hinten rum durchs Gebüsch: an der Kasse vorn gibt es eh nur hässliche Wertmarken für 3€ (bzw. 2€ Jugendliche U18) – ist recht aufwendig. Das Sportlerheim macht einen guten Eindruck, wobei die Tellergerichte preisgünstig sind, das Angebot am Grillstand aber für die Qualität etwas zu hoch im Preis liegt. Die Gegentribüne ist halb zugewuchert. Die Kurven sind die beiden höchsten Punkte der Anlage, wobei die Westkurve eine schicke Anzeigtafel aufweist. Und die Haupttribüne ist natürlich das Beste der Anlage: sechs Reihen Stehplätze, in der Mitte drei Reihen Holzbänke, ein kleiner Sprecherturm links von den Holzbänken und rechts davon, einfach mitten auf die Tribüne gepflanzt, eine gute deutsche Eiche... DSC08138 FSV Kitzscher v Bennewitz/ Trebsen (Women's League) Mit gutem Fußball muss man natürlich hier nicht unbedingt rechnen, v.a. bei einem Vorspiel der Frauenmannschaft, aber die zweite Halbzeit des Spiels des 4. und 6. von 10 der unterste Spielklasse, war doch sehr gefällig. Über die ersten 40 Minuten, die mit einem schönen Direktschuss ins Tor der trotz Überzahl unterlegenen Heimelf endeten, reden wir mal besser nicht: außer einzelne Lichtblicke von Bennewitz lief da nur Scheiße ab auf dem Platz.
Die zweite Hälfte sah einen nun deutlich besseren Gast, der mit 6 gegen 7 Kitzscher stark unter Druck setzte und mit dem 0:2 und einer direkt verwandelten Ecke zum 1:3 zweimal das Spiel entschieden glaubten. Völlig unverdient kam Kitzscher durch zwei glückliche Weitschüsse zum Ausgleich. Bennewitz war die klar bessere Mannschaft, wobei man auf beiden Seiten nur einzelne Spielerinnen hervorheben konnte, die durch gute Schüsse auffielen. Laufarbeit leistete hier keine, außer der Torhüterin der Gäste, die dann mit der Nr. 4 ins Feld wechselte. Die war die merklich beste Spielerin auf dem Platz.

Bei den Männern sah es schon deutlich besser aus auf dem Großfeld, wobei das sehr lahme Publikum - das aber teilweise doch ziemlich freundlich auf die Groundhopper aus Merseburg reagierte (nur warum die immer zuerst an Scouting denken, wenn da jemand das Spiel dokumentiert: das lohnt sich doch wohl kaum in einer schlechtesten Ligen in Sachsen!) – ein recht einseitiges Spiel zu sehen bekam. Der 7. spielte gegen den 12., auch hier war der Ausgang völlig bedeutungslos.
Wie auch immer, Kitzscher bestimmte das Geschehen und fiel mir als die stärkste Mannschaft, die ich in diesem extrem spielschwachen Landkreis bisher gesehen habe, auf. Das Tor trafen sie allerdings auch erst in der 33. doch in den nächsten sechs Minuten dafür gleich drei Mal. In der zweiten Hälfte setzten sie noch zwei drauf, u.a. ein schöner Kopfball nach einem Standard. 5:0 war schon verdient, wobei Roßwein sich besonders in der zweiten Hälfte ziemlich abmühte für ein Tor, was die gute Abwehr und der sichere Torwart (und natürlich auch die Abschlussschwäche) zu verhindern wussten. DSC08198 FSV Kitzscher v Roßweiner SV Nach dem Spiel schauten wir den ausgesprochen unattraktiven Ort an, besichtigten die Schlossruine im benachbarten Thierbach, die seit den Enteignungen in der SBZ und dann der DDR-Zeit verfällt, und schauten uns die Kirchen in Trages und Oelzschau an. Mit einer Pause beim McScheich in Markkleeberg kamen wir 21.30 zu Hause an. DSC08213 Football ground and run down workers housing estate in Thierbach Statistik:
- Grounds: 953 (heute 1 neuer; diese Saison: 185 neue)
- Sportveranstaltungen: 1.832 (heute 2, diese Saison: 255)
- Tageskilometer: 120 (120km Fahrrad)
- Saisonkilometer: 55.670 (45.200 Auto/ 6.500 Flugzeug/ 3.770 Fahrrad/ 210 Bahn, Bus, Tram/ 90 Schiff, Fähre)
- Anzahl der Fußballspiele seit dem letzten 0-0: 112 [letzte Serie: 6, Rekord: 141]
- Anzahl der Wochen, seit der letzten Woche ohne eine einzige Sportveranstaltung (31.7.-6.8. 2006): 360

W360V: Zweimal 4:0 – einmal in Poplitz, einmal in der Saigerhütte

SG Grün-Weiß Beesenlaublingen -------------------------- 4
SG TuS Bebitz 1927 II/ SV 1908 Baalberge II ----------- 0
- Datum: Samstag, 23. Juni 2013 – Anstoß: 13.00
- Wettbewerb: 1. Kreisklasse Salzland, Staffel 1 (11. und unterste Spielklasse, 6. Amateurliga)
- Ergebnis: 4-0 nach 88 Min. (45/43) – Halbzeit: 1-0
- Tore: 1-0 31. 6 (Handelfmeter nach Pfostentreffer im Nachschuss verwandelt), 2-0 65. 10, 3-0 68. 11, 4-0 78. 13
- Verwarnungen: Nr. 6, 7 (Bb./Baalb.)
- Platzverweise: Nr. 8 von Bb./Baalb. (85. wg. angeblich groben Foulspiels)
- Spielort: Sportzentrum Poplitz (Kap. 1.030, davon 30 Sitzplätze)
- Zuschauer: ca. 25 (davon Gästefans: ca. 3)
- Unterhaltungswert: 6,5/10 (Ganz ordentliches Spiel, insbesondere in Hälfte zwei)

Volkssport-Gemeinschaft Helmsdorf ---------------------- 4
BSC Blau-Weiß Ahlsdorf 1912 ------------------------------ 0
- Datum: Samstag, 23. Juni 2013 – Anstoß: 15.00
- Wettbewerb: Kreisliga Mansfeld-Südharz, Nordost (10. Spielklasse, 5. Amateurliga)
- Ergebnis: 4-0 nach 93 Min. (48/45) – Halbzeit: 1-0
- Tore: 1-0 44. 5 (Foulelfmeter), 2-0 63. 4, 3-0 80. 8, 4-0 86. 8
- Verwarnungen: Nr. 6 (Helmsdorf); Nr. 3 (Ahlsdorf)
- Platzverweise: keine
- Spielort: Saigerhütte Hettstedt (Kap. 3.000 Stehplätze)
- Zuschauer: ca. 55 (davon Gästefans: ca. 15)
- Unterhaltungswert: 3,0/10 (Dürftiges Gekicke, das in der zweiten Halbzeit etwas besser wurde) DSC07941 Sportzentrum Poplitz. Photos with English Commentary:
Amateur Football: Grün-Weiß Beesenlaublingen v Bebitz/ Baalberge (Including Pictures of Beesenlaublingen Church and Poplitz Palace)
Amateur Football: VSG Helmsdorf v Blau-Weiß Ahlsdorf (Played at Hettstedt’s Saigerhütte Stadium)
Hettstedt and Surroundings: Deserted Village Rote Welle, Gerbstedt Palaces etc.

4:0 Endstand, 1:0 Halbzeitstand, erstes Tor durch Strafstoß, zweite Halbzeit besser als erste – das sind die vielen Gemeinsamkeiten der beiden Spiele heute. Die Unterschiede sind: ein Spiel fand im Salzlandkreis, das andere in Mansfeld-Südharz statt; das eine wurde auf einem ausbautenlosen aber idyllischen Sportplatz, das andere in einem kleinen, alten Stadion ausgetragen; und vor allem war das erste Spiel ganz gut und das andere leider nicht...

Auf dem Weg zum ersten Spiel, einem Kreisklasseduell der Tabellennachbarn im Mittelfeld, ging so ziemlich alles schief, was schief gehen konnte: der alte Groundhopper bummelte mal wieder, beim Lidl dauerte es lange an der Kasse, dann eine Sperrung der Bundesstraße nach Halle, Unpassierbarkeit der Abkürzung über Kollenbey nach Gröbers...
Doch irgendwie kamen wir doch noch 20 Minuten vor Anstoß in Beesenlaublingen an, guckten an der Kirche vorbei (wo sich früher der Sportplatz dahinter befand) und fuhren dann ins Nachbardorf Poplitz, wo es außer einem Schloss mit Gestüt nur noch den Fußballplatz gibt. Dieser ist absolut idyllisch: ein ganz ordentliches Vereinsheim mit großer Terrasse, ein etwas unebener aber sehr gepflegter Rasen umgeben von Bäumen, eine fette Linde direkt neben dem einen Tor am Spielfeldrand...

Die Sportanlage klingt doch nach echtem Dorffußball! Für echten Dorffußball ging es aber in Poplitz doch etwas gesittet zu: wenige Fouls, nicht so häufiges Meckern, auch der Kassenwart war ungewöhnlich freundlich sodass man schnell über Dorf und den Verein ins Gespräch kam. Ein bisschen Stimmung in die Bude brachte dann der zehn Mann starke Fanclub der Beesenlaublinger, die sich auf der Terrasse hinter vier recht originellen Bannern aufstellten und vor allem die Tore zelebrierten und dazwischen die ein oder anderen Kommentare abgaben.

Tore konnten die Fans aber erst nach über einer halben Stunde bejubeln, wobei der Handelfmeter erst an den Pfosten gesetzt, doch dann von seinem Schützen im Nachschuss versenkt wurde. Nach der Pause spielte Beesenlaublingen aber ziemlich gekonnt die doch stark unter Druck stehende Gästeabwehr der Spielgemeinschaft der Reserven von Bebitz und Baalberge aus. Der besser platzierte Gast sah kaum einen Stich und verlor auch entsprechend 4:0. Die letzten Minuten spielten sie sogar in Unterzahl, wobei der ansonsten gute Schiedsrichter da ein normales Gelbfoul völlig übertrieben mit glatt Rot ahndete. DSC07998 Sportplatz Saigerhütte Hettstedt Das nächste verkehrstechnische Problem: in 20 Minuten die 20km von Poplitz zur Saigerhütte in Hettstedt schaffen, bei einem (wie erwartet für fünf Minuten geschlossenen) Bahnübergang und zwei Baustellen, die die Strecke auf 25km ausdehnen würden. Gelöst wurde das ganz einfach: so schnell wie möglich bis Sandersleben, dann mit 60 auf die Baustelle zu, diese mit 20 entgegen der Verbotsschilder (gleichzeitig mit drei anderen Autos durchqueren) und auch hinterm Bahnübergang (wie fünf weitere Fahrzeuge auch) die Sperrung der Straße nach Wiederstedt ignorieren und statt außen rum, mitten durch die nur halbseitig passierbare Straße nach Wiederstedt und Hettstedt. Alles kein Problem – von Baustellenampeln haben die wohl noch nichts gehört in MSH... – und so kamen wir drei Minuten vor Anpfiff an der Saigerhütte an.

Eine Saigerhütte ist ein Hüttenwerk, das ein Verfahren zur Trennung von Metallen aus Mischkristallen - die Dinger bestehen aus zwei verschiedenen Elementen, wobei man die beiden Metalle (z.B. Kupfer und Silber) natürlich lieber für sich und rein vorliegen hat, weswegen dieses Verfahren angewendet wird - durchführt. Die ganze Anlage ist natürlich ruinös und oben drüber thront eine verfallene Fabrikantenvilla, die herrlich von der zur Industrieanlage gehörenden Sportanlage zu sehen ist. Das Stadion ist von den Platzabmessungen her etwas überdimensioniert. Für Zuschauer ist natürlich auch mehr als genug Platz auf den zwei vierreihigen, groben, steinigen Stehtribünen und den struppigen Graswällen. Auffällig ist, das jegliche Vereinsnamen fehlen: über dem Eingang war mal ein Schild, doch da stehen nur noch zwei Pfähle und auf dem Graswall stand mal eine Anzeigetafel, doch die ist nur noch eine Ruine aus Holzbrettern und rostigem Metall...

Einen richtigen Heimverein hat die Anlage auch nicht: FSV Hettstedt weicht v.a. mit Jugendmannschaften hierher aus, Edelweiß Arnstedt (5km entfernt) hat auch schon manches Mal hier gespielt, wobei man hier am häufigsten die Spieler aus dem fast 15km entfernt liegenden Helmsdorf antrifft. Die VSG ist Tabellenzweiter ohne Aufstiegschancen (in die Kreisoberliga geht Wimmelburg hoch) und trat auch heute hier in Hettstedt gegen den Tabellenneunten aus Ahlsdorf an, da ihr Platz seit zwei Jahren unbenutzbar ist

Für uns war das bei allem Bedauern über die Platzsituation von Helmsdorf aber sehr gut: wenn schon ein mieser Kick ohne Stimmung, dann wenigstens in einem schönen Stadion, in dem man schön und bequem zugucken kann. Zu den ersten 44 Minuten kann ich nur sagen: gut, dass wir uns so platziert hatten, dass wir für den Mist keinen Eintritt zahlen mussten... Dann gab es wenigstens eine Foulelfmeter für Helmsdorf der verwandelt wurde.
Die zweite Hälfte war etwas besser, was aber ausschließlich an Helmsdorf lag. Ahlsdorf bekam ja gar nichts auf die Reihe. So ging auch dieses Spiel mit 4:0 an die Heimmannschaft, wenn es auch ungleich schlechter war, als jenes in Poplitz zuvor.

Wir schauten am Schloss Oberwiederstedt vorbei, fuhren dann über abenteuerliche Feldwege und streckenweise Off-Road an Feldrändern entlang nach Felixzeche, Sandersleben und Rote Welle, wo wir über eine Stunde durchs Gestrüpp laufen musste um die Reste der Wüstung zu finden. In Gerbstedt waren die beiden Schlösser und der enge, ganz ansehnliche Ortskern schneller zu finden. DSC08095 Statistik:
- Grounds: 952 (heute 2 neue; diese Saison: 184 neue)
- Sportveranstaltungen: 1.830 (heute 2, diese Saison: 253)
- Tageskilometer: 200 (200km Auto)
- Saisonkilometer: 55.550 (45.200 Auto/ 6.500 Flugzeug/ 3.650 Fahrrad/ 210 Bahn, Bus, Tram/ 90 Schiff, Fähre)
- Anzahl der Fußballspiele seit dem letzten 0-0: 110 [letzte Serie: 6, Rekord: 141]
- Anzahl der Wochen, seit der letzten Woche ohne eine einzige Sportveranstaltung (31.7.-6.8. 2006): 360

W360IV: Zwei Tore in der Nachspielzeit

SV Rot-Weiß Polleben 1923 --------------------------------- 3
SV Merkur 1913 Volkstedt ---------------------------------- 3
- Datum: Freitag, 21. Juni 2013 – Anstoß: 19.00
- Wettbewerb: Kreisliga Mansfeld-Südharz, Nordost (10. Spielklasse, 5. Amateurliga)
- Ergebnis: 3-3 nach 97 Min. (45/52) – Halbzeit: 0-0
- Tore: 1-0 47. 14, 1-1 60. 4, 1-2 63. 9, 2-2 78. 8, 2-3 94. 9, 3-3 96. ?
- Verwarnungen: 7 (Polleben); 2x5, 9 (Volkstedt)
- Platzverweise: 5 (Volkstedt, 55. Min. wg. wiederholtem Foulspiel)
- Spielort: Sportplatz Polleben (Kap. 1.200 Stehplätze)
- Zuschauer: ca. 90 (davon Gästefans: ca. 15)
- Unterhaltungswert: 7,0/10 (Spiel wurde mit zunehmender Dauer besser, der absolute Höhepunkt war aber die Nachspielzeit) DSC07897 Rot-Weiß Polleben v Merkur Volkstedt Photos with English Commentary:
Amateur Football: Rot-Weiß Polleben v Merkur Volkstedt (Including Pictures of Churches in Polleben, Volkmaritz, Burgisdorf, Schwittersdorf, Naundorf, and Bösenburg)

Bis nachmittags bei bestem Wetter am Schreibtisch sitzen und Übersetzungen anfertigen, das Altherrenspiel von Leuna verlegt, unsicheres Sommerwetter mit aufziehenden Gewittern...
Klingt nicht gerade nach einem gelungenen Freitag!

Doch schon zur Mittagszeit wurde es besser, da einigen Nachbarn die Mittagshitze zu Kopf stieg: Herr X geht mir eh auf den Sack, da er nicht einparken kann und sich gerne wegen Lächerlichkeiten beim Vermieter von der immer schlechter werdenden Wohnungsbaugesellschaft beschwert. Doch nun schoss X den Vogel ab, als er sich lautstark über die völlig normal vor dem Haus bolzenden Nachbarskinder beschwerte. Und so was schimpft sich Familienvater – aber bei der Figur des Kindes kann man sich denken, dass der u.a. von Sport keine Ahnung hat. Nachdem er die Kinder (um die 12 Jahre) vom Fenster aus anbrüllte, dass sie sich „verpissen“ sollen, weil sie sein Auto mit dem Ball getroffen hatten (natürlich keinerlei Schaden entstanden!), wurde das Treppenhaus schön zusammen geschrien. Es standen sich Herr und Frau X mit zwei betroffenen Kindern, Frau Y und deren 15jährige Tochter gegenüber. Nachdem auch Frau X ausfällig wurde (von wegen „am Arsch lecken“), brachte die Tochter von Frau Y den Satz des Tages gegenüber Frau X: „Halt die Fresse, du Votze!“

Nach diesem feinen nachbarschaftlichen Slapstick ging es wieder an die Arbeit, zu einem Termin und dann kurz entschlossen nach Polleben, da es dort noch irgendeine Nachholpartie zu sehen gab. In Deutschland (zumindest im Osten, wo Mansfeld ja dazuzählt, während Südharz schon wirklich Mitteldeutschland ist) kann man ja mittlerweile nur noch sehr kurzfristig Spielansetzungen heraussuchen, da 50% der Spiele nicht stattfinden bzw. an einem anderen Tag. Wird Zeit, dass die Sommerpause kommt, auch wenn es in dem ach so gut organisierten Deutschland ab nächste Saison wohl kaum besser werden wird...
Nach einer kurzen Besichtigung der Orte Volkmaritz, Bösenburg (die Kirche dort thront auf dem Burgberg und ist nur schwer per Auto erreichbar) und Burgisdorf, schauten wir noch die zwei Kirchen von Polleben und das dazwischen stehende Thälmann-Denkmal an und stellten uns an den Sportplatz, wo tatsächlich um 19 Uhr angepfiffen wurde.

Der Sportplatz ist eine unebene, wellige Rasenfläche mit einem ordentlichen Graswall auf einer Längsseite, Pappeln hinter dem zur L159 hin liegenden Tor und einem niedrigen Sportlerheim mit Kegelbahn an der Längsseite hinter der der Bach fließt. Also eine ganz passable Kulisse um ein Kreisligaspiel zweier Mannschaften aus dem mittleren Bereich der Tabelle (vorderes gegen hinteres Mittelfeld) auszutragen.

Dass sich Leute von außerhalb (die Gästefans aus dem Nachbardorf kennt man ja) für so ein Spiel interessieren, stößt natürlich auf Verwunderung, wobei es auffällig war, dass junge Leute freundlich grüßten und die alten blöd glotzten und auch noch dumme Fragen stellten. Also von wegen, die Jugend von heute benehme sich immer so unfreundlich! Unfreundlich war nur der bescheuerte Bauer, der immer noch überall Stasi-Spitzel sieht und der Vereinspräsident, der vor dem Kreisverband Angst hat und einem Juristen wie meinem Vater was vom Hausrecht erzählen wollte. Schon lustig, wenn einer von was reden will, von dem er keine Ahnung hat. Mit Müh und Not buchstabieren können, wird der Bauer ja „Hausrecht“, aber was das ist und wie man es wann und wie anwendet – da kenn ich mich ja besser in der Landwirtschaft aus, als der in Jura... Aber wie freundlich plötzlich auch die unterbelichtetsten Rot-Weißen waren, als mein Vater klar machen konnte, dass wir keine Spitzel vom scheiß Kreisverband sind...

Da mich so widerlich misstrauische Leute, bei deren Verhalten man direkt vermuten muss, dass sie was zu verbergen haben, wie dieser Alte und der Präsi ankotzen, hätte mich ja eine Niederlage von Polleben erstmal pauschal gefreut. Aber nach einer schwachen ersten Halbzeit, in der die beiden besten Chancen auch noch auf Seiten der Gäste waren – 1. ein Polleber rettete noch auf der Linie wobei er auf den Ball fiel und ihn dabei mit der Hand berührte, was der unsichere Schiedsrichter aber nicht sah und 2. der Polleben-Torwart geht nachdem er zwei Spieler beim Luftduell umstieß zu Boden und der ungeschickte Merkur-Stürmer semmelt den Ball neben das leere Tor – tat Polleben viel mehr fürs Spiel.

Die Rot-Weißen drängten massiv aufs Tor und gingen auch nach der Pause gleich in Führung. In der Druckphase musste ein Gästespieler mit gelb-rot vom Platz, wobei daraufhin Polleben Schwächen zeigte. Fünf Minuten nach dem Feldverweis bekamen sie den Ball nicht aus dem Strafraum und Merkur traf in Unterzahl. Damit nicht genug: bald darauf ein Freistoß aus 25m von der linken Seite, ein hoher Ball ins lange Eck und der Torwart greift daneben. 1:2 in Unterzahl! Erst 15 Minuten später können die Rot-Weißen ausgleichen. Dann der absolute Knaller: der Schiri lässt viel zu lange nachspielen und Volkstedt kommt nach einem Abwehrfehler zu einem billigen und unverdienten Führungstreffer. Doch noch in der Nachspielzeit gleicht Polleben nach einem nicht geahndeten falschen Einwurf im dritten Nachschuss aus. Ein spektakuläres Ende inklusive Pöbeleien von Seiten der Gäste gegen den Schiri!
Das war doch mal wieder ein echt lohnendes Spiel mit gerechtem Resultat!

Wir besichtigten noch die Polleber Windmühle und die Kirchen in Schwittersdorf und Naundorf, die als typische, wuchtige Backsteinkirchen von um 1900 für diese winzigen Käffer sehr überdimensioniert sind. DSC07851 Sportplatz Polleben Statistik:
- Grounds: 950 (heute 1 neuer; diese Saison: 182 neue)
- Sportveranstaltungen: 1.828 (heute 1, diese Saison: 251)
- Tageskilometer: 110 (110km Auto)
- Saisonkilometer: 55.350 (45.000 Auto/ 6.500 Flugzeug/ 3.650 Fahrrad/ 210 Bahn, Bus, Tram/ 90 Schiff, Fähre)
- Anzahl der Fußballspiele seit dem letzten 0-0: 108 [letzte Serie: 6, Rekord: 141]
- Anzahl der Wochen, seit der letzten Woche ohne eine einzige Sportveranstaltung (31.7.-6.8. 2006): 360

Dienstag, 18. Juni 2013

W360II: „Toller” Saisonabschluss für die B-Jugend-Spielgemeinschaft

Naumburger SV 1905 B -------------------------------------- 6
SG Eintracht Bad Dürrenberg/ TSV Leuna 1919 B ---- 0
- Datum: Dienstag, 18. Juni 2013 – Anstoß: 18.30
- Wettbewerb: B-Junioren Landesliga Sachsen-Anhalt, Staffel 4 (4. Liga der U17)
- Ergebnis: 6-0 nach 80 Min. (40/40) – Halbzeit: 3-0
- Tore: 1-0 5. Till Klippel, 2-0 24. Nico Hermsdorf, 3-0 30. Sebastian Staude, 4-0 41. Till Klippel, 5-0 45. Dennis Manshausen, 6-0 63. Sebastian Staude
- Verwarnungen: Haris Hajdardpasic (Bad Dürrenberg)
- Platzverweise: keine
- Spielort: Sportplatz Krumme Hufe (Kap. 1.200 Stehplätze)
- Zuschauer: ca. 25 (davon Gästefans: ca. 10)
- Unterhaltungswert: 7,0/10 (Ein prima Spiel, aber leider sehr einseitig: Naumburg spielte hervorragend, sodass der Gast keine Chance hatte) DSC07740 Naumburger SV U17 v Eintracht Bad Dürrenberg/ TSV Leuna U17 Photos with English Commentary:
Under-17 League: Naumburg 05 defeat Bad Dürrenberg/ Leuna (including Pictures of Markröhlitz and Naumburg-Moritzwiesen)

Zum letzten Saisonspiel der B-Jugend-Spielgemeinschaft fuhr ich mal wieder mit dem Rad. Das Auswärtsspiel beim Tabellenführer Naumburger SV sollte schon längst gespielt sein, doch wurde zigmal verlegt. Da den NSVlern die Anlage am Anger abgesoffen ist, wurde auf der Krummen Hufe gespielt. Dort waren die Frösche lauter als die Zuschauer...

Doch nicht nur der Lärmpegel der Frösche war eindrucksvoll, auch die Spielweise der Gastgeber. Naumburg spielte diszipliniert und agierte absolut sicher untereinander. Dauernd spielten sie nach vorne und ließen Bad Dürrenberg/ Leuna so gut wie gar nicht zu Offensivaktionen kommen. Die Gäste hatten nur in der 30. und der 78. Minute Torchancen. Doch die entschärfte der sichere NSV-Keeper. Hingegen ganze sechs Mal musste der Gästeschlussmann hinter sich greifen. Also an keinem der Treffer trug er irgendeine Schuld, aber dass die Abwehr mehrfach so lässig ausgespielt wurde, war schon verwunderlich. Mit allen anderen Spitzenmannschaften konnte der Viertplatzierte viel besser mithalten.

Ein absolutes Highlight war der Treffer zum 4:0, als ein Freistoß aus 20m quer gelegt wird und ein Naumburger den Ball mit links in den rechten Torwinkel zimmert. Eines der besten Tore dieser Saison! Für Naumburg geht es noch mal nächste Woche um alles, da sie und Braunsbedra punktgleich um den Aufstiegsplatz kämpfen.

Für Bad Dürrenberg/ Leuna ist aber das ganze Thema B-Jugend-Spielgemeinschaft mit diesem Spiel abgehakt. Mit Bad Dürrenberg war eine Spielgemeinschaft auf Augenhöhe für Leuna ohnehin nicht möglich, sodass es in der A-Jugend bzw. der B-Jugend nächste Saison (wenn überhaupt) nur eine eigene Mannschaft von Eintracht Bad Dürrenberg geben wird. Aber das ist auch unklar. Leuna kann wohl keine einzige Großfeldjugend melden. Bedenkt man aber, wie gut diese Mannschaft zusammenspielte, attraktiven Fußball zeigte und sich nicht von den Querelen, die ausschließlich durch Erwachsene entstanden sind, um sich herum beeindrucken ließ, war dieses 6:0 kein passender Abschluss für diese so erfolgreiche Spielgemeinschaft. Schließlich holten sie souverän zwei Kreispokalsiege und wurden Kreismeister auf dem Feld und in der Halle! Also hoffen wir mal, dass diese Spieler aus den Veränderungen das Beste machen, um im Männerbereich anzukommen! DSC07767 Naumburger SV U17 v Eintracht Bad Dürrenberg/ TSV Leuna U17 Statistik:
- Grounds: 949 (heute 0 neue; diese Saison: 181 neue)
- Sportveranstaltungen: 1.827 (heute 1, diese Saison: 250)
- Tageskilometer: 90 (50km Fahrrad, 40km Auto)
- Saisonkilometer: 55.150 (44.850 Auto/ 6.500 Flugzeug/ 3.600 Fahrrad/ 210 Bahn, Bus, Tram/ 90 Schiff, Fähre)
- Anzahl der Fußballspiele seit dem letzten 0-0: 107 [letzte Serie: 6, Rekord: 141]
- Anzahl der Wochen, seit der letzten Woche ohne eine einzige Sportveranstaltung (31.7.-6.8. 2006): 360

W360I: Den achten Platz souverän verteidigt...

Campusturnier der Hochschule Merseburg
Datum: Montag, 17. Juni 2012 – Beginn: 17.00
Wettbewerb: Fußballturnier für Studenten- und Freizeitmannschaften der Hochschule Merseburg; 5 gegen 5 auf Handballfeld mit Handballtoren (1x10 Minuten)
Sieger: Soccer for Life
Torschnitt: 1,89 Treffer pro Partie (34 in 18 Spielen, ohne Neunmeterschießen)
Torreichste Spiel: Chemie Leuna 4-0 China, Soccer for Life 4-0 China
Torärmste Spiele: Schlangen 0:0 Dynamo, Schlangen 0:0 Costa Rica
Deutlichstes Resultat: siehe Torreichste Spiele
Sportanlage: Sportplatz Hochschule Merseburg, Kunstrasen (Kap. 350 Stehplätze)
Zuschauer: ca. 15 (davon 3 Fans vom Verwaltungsteam und 5 von Chemie Leuna)
Unterhaltungswert: 5,0/10 (Spielerisch ganz ordentliches Turnier) DSC07678 Campusturnier Hochschule Merseburg Gruppenspiele:
Gruppe A
1. Costa Rica .......................................... 4:0 7
2. Dynamo Tresen .................................. 2:1 5
3. Die geilen Schlangen ........................... 1:4 5
4. Verwaltung Hochschule Merseburg ... 0:6 0
Verwaltung 0:1 Schlangen
Costa Rica 1:0 Dynamo Tresen
Verwaltung 0:3 Costa Rica
Schlangen 0:0 Dynamo Tresen
Verwaltung 0:2 Dynamo Tresen
Schlangen 0:0 Costa Rica

Gruppe B
1. Soccer for Life ............................... 8:0 9
2. Meine Mudder ............................... 5:3 6
3. BSG Chemie Leuna ........................ 4:3 3
4. Team China .................................. 0:11 0
Meine Mudder 0:3 Soccer
Chemie Leuna 4:0 China
Meine Mudder 2:0 Chemie Leuna
Soccer 4:0 China
Meine Mudder 3:0 China
Soccer 1:0 Chemie Leuna

Platzierungsspiele:
Halbfinale 1: Costa Rica 0-0 Meine Mudder (Siebenmeterschießen: 2-0)
Halbfinale 2: Soccer for Life 0-0 Die geilen Schlangen (Siebenmeterschießen: 2-0)
Spiel um Platz 7: Verwaltung 1-2 Team China
Spiel um Platz 5: Dynamo Tresen 1-2 Chemie Leuna
Spiel um Platz 3: Meine Mudder 2-0 Die geilen Schlangen
Finale: Costa Rica 1-1 Soccer for Life (Siebenmeterschießen: 1-2)

Die Verwaltungsmannschaft also diesmal so schlecht wie nie: ohne einen Punkt, 8. Platz; 1 Tor erzielt, 8 kassiert. DSC07692 Campusturnier Hochschule Merseburg Photos and English version:
Merseburg University’s Football Tournament (2013)

Bei so einem Turnierverlauf braucht man keine großen Zeilen von mir zu erwarten. Positiv hervorzuheben ist, dass das Turnier dieses Jahr unabhängig vom Campusfest organisiert wurde und im Verwaltungsteam das sportliche Miteinander (kein Anmeckern bei Fehlern usw.) nach wie vor stimmt, was bei den Spielen unter den Studenten nicht immer der Fall ist. Das spielerische Miteinander stimmte bei der Verwaltung allerdings nicht, denn wie Tischew schon meinte: wenn man nie zusammen trainiert hat, kann nur so ein chaotisches Spiel ohne aufeinander abgestimmtes Zusammenwirken bei rauskommen, das nur ein paar schöne Einzelleistungen hervorbringt. Auch die waren heute so wenig wie in keinem anderen Turnier zuvor: mit einem einzigen Treffer konnten wir keinen Punkt holen und belegten den letzten, d.h. achten Platz.

Doch auch Favoriten zeigten Schwächen: Costa Rica hatte mit dem Braunsbedraer Torwart einen Landesligaspieler und ganz hervorragenden Schlussmann, doch im Finale kassierte er dann doch die entscheidenden Treffer. Chemie Leuna trat als Gastmannschaft an und konnte trotz mehrerer Landesklassespieler (Spieler aus diesen höheren Amateurbereichen gab es aber außer bei unserem Team und den Chinesen bei den anderen Mannschaften auch, doch nicht so viele) nur den fünften Platz holen.

Unser erstes Spiel ließ gar nicht so viel Schlechtes befürchten: gegen eine der stärkeren Mannschaften, die sich als „die geilen Schlangen“ bezeichneten, hatten wir zwar nur zwei, drei Torschüsse, ließen aber hinten durch unseren hervorragenden Torwart nur einen Gegentreffer zu. Der beste Spieler der Schlangen spielte heute eh scheiße, sodass ich da nicht negativ auffiel, doch meinen Lieblingsgegenspieler vom Montagstraining, der immer so schön rumjammert, wenn ich den Mal am Bein erwische, konnte ich diesmal leider nicht erwischen – ich hätte dem doch mal vor seinem Treffer und dem Erreichen des Strafraums die Locken glätten sollen...

Das zweite Spiel war dann wirklich Mist: immer wieder nutzte Costa Rica unsere Fehler aus. Die Mannschaft lebte absolut nur von ihrem hervorragenden Torwart, aber unsere mit 0:3 höchste Niederlage kassierten wir trotzdem gegen die. Wer da die Tore erzielt hat weiß ich gar nicht, die zwei völlig unterbelichteten Feldspieler, mit denen ich leicht aneinandergeraten bin, ganz sicher nicht: die hatten ja so eine schlechte Körperbeherrschung... der eine klammerte dauernd, fiel oft hin und beschwerte sich auch noch, als ich ihm vors Bein latschte, als er versuchte mir selbiges zu stellen – der andere lief mir beim Zweikampf mit seiner Gusche in meine auf Schulterhöhe gehaltene Hand...

Beim dritten Spiel ließen sich wieder nur Fehler im Zusammenspiel, die zu den zwei Gegentoren führten, die eben auch durch die tolle Leistung unseres Torwarts nicht verhindert werden konnte, ausmachen. Vorne kamen wir gegen Dynamo Tresen kaum durch, sodass die Sache schnell geklärt war. Spiel um Platz 7 also.

Was im Spiel um Platz 7 ablief, war dann völlig indiskutabel. Die Verwaltung hat die größeren Spielanteile, deutlich mehr Chancen, kassiert sofort aber das 0:1 und wird dann vom völlig inkompetenten Schiedsrichter verarscht. In allen Spielen, die ich heute von dem Typen mit seinen Schlangen gesehen habe, hat der absolute scheiße gespielt. Große Fresse wie üblich am Montagabend, aber nicht eine vernünftige Aktion. Der hat ja für seine Verhältnisse als Lizenzamateur noch viel beschissener gespielt als ich in meinem schlechtesten Turnier heute! Und dann pfeift das Arschloch einen völlig unberechtigten Elfmeter (unser Torwart macht ein langes Bein, hält den Ball damit auf und der Chinese ist 30cm weg von alldem und hätte nie mit dem Strafstoßpfiff gerechnet), der zum 0:2 führt!
Unsere dauernden Angriffe wurden dann noch mit einem Treffer belohnt, doch dass mein Treffer unter das Tordach der einzige für die gesamte Mannschaft sein sollte, war natürlich lächerlich, wenn ich sehe, wie viel Mühe sich auch andere Spieler von uns in der Offensive gegeben haben. In der Schlussminute schoss einer von uns noch einem Chinesen auf der Strafraumgrenze an die Hand, was der fette Bauer natürlich nicht sehen wollte. Wegen so Leuten wie dem bin ich nach der Siegerehrung gleich gegangen.

Vorher gab es natürlich noch andere Platzierungsspiele: das Spiel um Platz 5 war ein schönes Match, das Chemie Leuna nach zwei starken Treffern – u.a. einem von Nino Hammerschmidt – als Sieger vom Platz gehen sah. Das Spiel um Platz 3 verloren die Schlangen, was mich schon für den einen Akteur der uns verpfiffen hat freut, gegen Meine Mudder. Und das große Finale schließlich gewann überraschenderweise Soccer for Life, die mit einem starken Schuss das Siebenmeterschießen gegen den souveränen Braunsbedraer Torwart, der für „Costa Rica“ in den Gruppenspielen und im Halbfinale den Kasten sauber hielt, erzwangen. In diesem Schießen sah dann der Keeper gar nicht so gut aus: ein ganz schlecht geschossener 7m wird gehalten, zwei muss er passieren lassen, obwohl einer davon gar nicht so überragend geschossen war.

Na ja, mit dem Ergebnis vom Turnier kann man nicht zufrieden sein – Spaß gemacht hat es trotzdem. Mal schauen, ob die Verwaltung nicht mal wieder zu einem Freundschaftsspiel gegen eine Firma zusammenkommt. DSC07661 Campusturnier Hochschule Merseburg Statistik: 
 - Grounds: 940 (heute 0 neue; diese Saison: 172 neue)
- Sportveranstaltungen: 1.820 (zählt nicht in die Statistik, diese Saison: 243)
- Tageskilometer: 10 Fahrrad (zählt nicht in die Statistik)
- Saisonkilometer: 54.390 (44.320 Auto/ 6.500 Flugzeug/ 3.370 Fahrrad/ 210 Bahn, Bus, Tram/ 90 Schiff, Fähre)
- Anzahl der Fußballspiele seit dem letzten 0-0: 103 [letzte Serie: 6, Rekord: 141]
- Anzahl der Wochen, seit der letzten Woche ohne eine einzige Sportveranstaltung (31.7.-6.8. 2006): 360

Sonntag, 16. Juni 2013

W359IV: Leunas Tennismannschaften weiter am gewinnen

TSV Leuna 1919 ----------------------------------------------- 7
Schönebecker Sport Club ------------------------------------ 2
- Datum: Sonntag, 16. Juni 2013 – Beginn: 9.00
- Wettbewerb: Tennis Herren Landesliga Sachsen-Anhalt, Staffel Süd (5. Spielklasse, 3. Amateurliga)
- Ergebnis: 7-2 Matches, 15-4 Sätze, 101-68 Spiele nach 6 Einzel, 3 Doppel und ca. 370 Min.
- Einzelergebnisse: Behling 6-2, 6-2 Friedrich; Freimann 6-2, 6-3 Deplitz; Töpfer 6-2, 0-6, 2-6 Riemann; Thier 6-1, 6-2 Müller; Liebscher 6-3, 7-6 Behm; Gille 6-1, 6-4 Hübner
- Doppelergebnisse: Behling/ Liebscher 7-6, 7-5 Friedrich/ Riemann; Freimann/ Thier 2-6, 4-6 Deplitz/ Behm; Töpfer/ Gille 6-3, 6-2 Müller/ Hübner
- Spielort: Tennisanlage Leuna, Court 5, 6 und 7 (Kap. je 200 Stehplätze)
- Zuschauer: ca. 8 (keine Gästefans)
- Unterhaltungswert: 6,5/10 (Mehrheitlich gute Spiele, was auf dieser Ebene nicht zu erwarten war)

TSV Leuna 1919 FR ------------------------------------------- 4
Tennis Club Schkopau FR ------------------------------------ 2
- Datum: Sonntag, 16. Juni 2013 – Beginn: 9.00
- Wettbewerb: Tennis Damen Landesliga, Gruppe Süd (5. Spielklasse im Frauentennis)
- Ergebnis: 4-2 Matches, 9-5 Sätze, 68:53 Spiele nach 4 Einzel, 2 Doppel und ca. 430 Min.
- Einzelergebnisse: Loch 6-2, 6-2 Pollokat; Hilbig 3-6, 7-5, 2-6 Hilbing; Koch 2-6, 3-6 Ptitsyna; Poczatek 6-1, 6-3 Welt
- Doppelergebnisse: Loch/ Poczatek 6-2, 6-2 Welt/ Pollokat; Hilbig/ Koch 6-3, 3-6, 6-3 Hilbing/ Hübner
- Spielort: Tennisanlage Leuna, Court 1 und 2 (Kap. je 100 Stehplätze)
- Zuschauer: ca. 6 (davon Gästefans: ca. 3)
- Unterhaltungswert: 3,0/10 (Die meisten Spiele fanden auf so niedrigem Niveau statt, dass man sich wundern musste, dass es noch eine Liga unter dieser gibt) DSC07399 Tennisanlagen Leuna, courts 7 and 8 Photos with English Commentary:
Amateur Tennis at TSV Leuna’s: Men v SC Schönebeck, Women v TC Schkopau

Unser TSV Leuna hat ja auch eine Tennisabteilung. Und wie die meisten Abteilungen des Vereins lohnt auch hier ein Besuch – oder auch mehr als einer, denn schon allein die Sportanlagen sind hervorzuheben. Weniger die Courts 1 bis 4, die vor dem verbauten Clubhaus, von zwei größeren Bäumen beschattet und nur ebenirdische Stehplätze bzw. Terassenplätze, die auch nur auf den mit Flutlicht ausgestatteten Court 1 beste Sicht gewährleisten, anbietend, liegen. Vielmehr sind es die Courts 5 bis 8, die nicht nur den noch besseren Belag haben, sondern idyllisch unter dem Kirchturm, beschattet von Robinien und Silberweiden, liegen. Die Zuschauerkapazitäten sind hier auch viel besser: unter den Bäumen befinden sich nämlich zwei vierreihige Steintribünen, die eine gute Sicht aufs Spielgeschehen ermöglichen. Kein Wunder also, dass die Männermannschaft auf diesen viel schöneren Plätzen an der Kirche spielte...

Denn diese Erste Mannschaft ist nach zwei souveränen 9:0-Siegen (6 Einzel und 3 Doppel werden gespielt, jeweils 1 Mannschaftspunkt für die Siegerseite) Tabellenführer. Der heutige Gegner aus Schönebeck hatte erst ein Spiel und einen Sieg auf dem Konto, gilt aber als Mitfavorit hinter Leuna und v.a. Bernburg.
Wenn man bei der Abteilung Tennis bedenkt, dass man nicht mehr Beitrag bezahlt als beim Fußball und außerdem eine komplette Ausrüstung bei Online-Händlern schon für 100€ bestellen kann, verwundert es auch nicht, dass hier keine abgehobenen elitären Heinis, wie einzelne Leute bei der Hockeyabteilung (von denen aber genau 0 in der I. Mannschaft spielen) gibt. Hier wird noch schön laut und derb gemeckert. Aber eigentlich nur über sich selber (zum Beispiel „Scheiße, du kannst ja gar nichts, Alter“ oder auch „ach, fick dich“) und nicht über den Gegner oder gar den nicht vorhandenen Schiri. Das würde ich ja gerne mal beim Elitesport Hockey sehen, wie die ohne Schiri zurecht kommen und sich so fair die Punkte zuerkennen können, wie hier beim Tennis!

Ohne Schiedsrichter zu spielen ist andererseits aber natürlich der Gipfel der Unprofessionalität. Natürlich sind die Spieler alle Amateure, aber bei diesem ersten Besuch hatte ich den Eindruck, bei einem Training gelandet zu sein: keine Offiziellen, die Ansetzungen liegen irgendwo im Clubhaus rum, keine Kleiderordnung – manche spielten in labbrigen T-Shirts und Shorts, kaum einer hatte einen Vereinsaufdruck – und so gut wie keine Zuschauer. Vor allem Punkt 3 ist ja egal, aber schade ist Punkt 4: zumindest die Männer hätten mehr Zuschauer verdient gehabt!

Die ersten drei Einzel liefen parallel und Leuna gab nicht einen Satz ab: 6-0 Sätze, 3-0 Wertungspunkte in wirklich guten und schnellen Spielen. Natürlich gab es mehr technische Fehler als in der Bundesliga, wo ich mal geguckt habe, aber das muss auch so sein – sonst würden die ja ein Schweinegeld bekommen müssen beim TSV...
Die nächsten drei Einzel waren dann bis auf eines nicht so gut, doch dieses eine weitere gute Einzel auf Court 6 sorgte dann für die Entscheidung zum 5:1, sodass wir nach dem Essen bei Jochen entspannt in die Doppel einsteigen konnten, die für den Spielausgang irrelevant waren. Leuna untermauerte hier nur die Überlegenheit. Das beste Spiel des Tages war das Doppel auf Court 6, dem schönsten Platz der gesamten Anlage, das in einem engen Kampf an Leuna ging. 7:2 somit der Sieg für die Mannschaft!

Parallel liefen die Damen, die für sechs Spiele mehr Zeit brauchten als die Herren für neun. Beide Mannschaft, Leuna wie auch Schkopau, sind weit hinten in der Tabelle zu finden und Tabellennachbarn. Ersteres merkte man auch, wobei ich befürchte, dass man unterhalb der Bundesliga ohnehin kaum gutes Frauentennis zu sehen bekommen wird. Daran, dass die Damen auf die weniger schönen Plätze 1 und 2 geschickt wurden, lag es ja wohl kaum, dass hier bis auf ein ordentliches Einzel und ein ganz gutes Doppel (beide Spiele freundlicherweise auf Court 1), ein – Entschuldigung, aber anders kann man es nicht sagen – fürchterliches Niveau geboten wurde. Von 10 Aufschlägen 7 ins Netz und 1 ins Aus und beim Aufschlag überhaupt erstmal drei Mal den Ball hochwerfen, bemerken dass er zu kurz geworfen war und wieder fangen... Schlagkraft suchte man natürlich selbst bei den beiden besseren Spielen (bis auf Frau Poczatek in Ansätzen) vergeblich, sodass die langen Ballwechsel mit 15 Berührungen auf jeder Seite v.a. dadurch kamen, dass der Gegner selbst im Stand den Ball noch erreichen konnte. Hin und her flitzen auf der roten Asche war auch nur in den zwei eben gelobten Spielen ansatzweise zu sehen.
Aber da ich an die Sportlerinnen beim TSV nur sehr, sehr geringe Erwartungen stelle, möchte ich hier in erster Linie hervorheben, dass Leuna mit 4:2 als Mannschaftssieger vom Platz ging, sodass der Spieltag eine rundum gelungene Veranstaltung war! DSC07466 TSV Leuna v Schönebecker SC Statistik:
- Grounds: 949 (heute 5 neue; diese Saison: 181 neue)
- Sportveranstaltungen: 1.826 (heute 2, diese Saison: 249)
- Tageskilometer: 10 (10km Fahrrad)
- Saisonkilometer: 55.060 (44.810 Auto/ 6.500 Flugzeug/ 3.550 Fahrrad/ 210 Bahn, Bus, Tram/ 90 Schiff, Fähre)
- Anzahl der Fußballspiele seit dem letzten 0-0: 106 [letzte Serie: 6, Rekord: 141]
- Anzahl der Wochen, seit der letzten Woche ohne eine einzige Sportveranstaltung (31.7.-6.8. 2006): 359

W359III: Gehörlosenfußball in der August-Bebel-Kampfbahn und Krostitz gewinnt die „Krostitzer”-Liga

Ostdeutsche Kleinfeldfußballmeisterschaft der Gehörlosen
- Datum: Samstag, 15. Juni 2013 – Beginn: 10.15
- Wettbewerb: Ostdeutsche Kleinfeldfußball-meisterschaft der Gehörlosen, 6 gegen 6, 2x10 Min.
- Sieger: Berliner SC Comet
- Spielort: August-Bebel-Kampfbahn, Großfeld 2 (Kap. 1.500, davon 30 Sitzplätze)
- Zuschauer: ca. 15 (darunter ca. 7 Dresdener)
- Unterhaltungswert: 5,0/10 (Das war natürlich fußballerisch nicht toll, aber die Sportler gaben sich alle Mühe und waren mit Spaß und Kampfgeist bei der Sache)

Fußballsportverein Krostitz 1990 -------------------------- 4
TSV 1862 Schildau -------------------------------------------- 0
- Datum: Samstag, 15. Juni 2013 – Anstoß: 15.00
- Wettbewerb: Kreisoberliga Nordsachsen, sogenannte „Ur-Krostitzer Nordsachsenliga“ (8. Spielklasse, 3. Amateurliga)
- Ergebnis: 4-0 nach 92 Min. (45/47) – Halbzeit: 3-0
- Tore: 1-0 13. Geißler, 2-0 20. Quaasdorf, 3-0 37. Schneider, 4-0 85. Schmidt
- Verwarnungen: Fabritius (Schildau)
- Platzverweise: keine
- Spielort: Kurt-Fuchs-Stadion (Kap. 1.300, davon 300 Sitzplätze)
- Zuschauer: ca. 300 (davon 148 zahlende, Gästefans: ca. 10)
- Unterhaltungswert: 5,0/10 (Ganz schwache zweite nach guter erster Hälfte) DSC07297 August-Bebel-Kampfbahn Leipzig-Wahren Photos with English Commentary:
Football Tournament of the Deaf Sports Federation at Leipzig-Wahren: Eastern German Championships, 6-a-side
Northern Saxony Amateur Football League: Krostitz defeat Schildau and Gain Promotion
The home of the visiting side: Schildau, Northern Saxony

Für den 15. Juni war es nicht einfach eine Veranstaltung zu finden und als dann eine gefunden war, nämlich ein Spiel in einem der wenigen vernünftigen Stadien in Nordsachsen, war nur schwer ein Vorspiel zu finden. Das Vorspiel guckte sich dann auch nur mein Vater an, da es entgegen der Ansetzung auf dem schon längst gekreuzten Platz I der August-Bebel-Kampfbahn in Leipzig-Wahren stattfand. TSV Wahrens B-Jugend (Platz 9 von 12 in der Stadtklasse) spielte 5:2 gegen den Nachwuchs von Roter Stern (letzter Platz mit nur einem Sieg, den sie mit einem 4:3 gegen Wiederitzsch holten).
Auf Platz II, und dahin stieß mein Vater erst nach der B-Jugend noch hinzu, fand ein Turnier für Gehörlose statt, bei dem es um die Ostdeutsche Kleinfeldfußballmeisterschaft ging.

Platz II ist interessanter als Platz I, da er einen massiven Graswall hat. Von dem ließ sich das auf zwei Kleinfeldern ablaufende 6er-Turnier prima überblicken. Es traten zwei Mannschaften aus Dresden (GSV 1920 und GSV 1920 Nachwuchs, letztere außer Kokurrenz), eine aus Berlin (Comet), eine aus Halle/ Saale (GsBV), eine aus Rostock (GSV 1956) und natürlich eine aus Leipzig (GSV) an. Die Berliner schienen die Stärksten zu sein, während Rostock die schwächste Leistung brachte, doch irgendwie noch vor Dresden landete. Aber mit guten und schwachen Leistungen ist man beim Behindertensport besser zurückhaltend: die Sportler geben wirklich alles und haben viel Spaß an der Sache – dass es für Zuschauer nicht immer so schön anzusehen ist, wie einfachste Aktionen völlig daneben gehen, was so selbst in der 3. Stadtklasse kaum vorkommt, sollte im Vorfeld klar sein. Besonders den nichtbeeinträchtigten Zuschauern (und außer mir und meinem Vater waren das heute auf den Zuschauerplätzen vielleicht noch ein, zwei andere die Hören konnten und keine geistigen Defizite hatten) muss man ins Gedächtnis rufen, dass z.B. die unkoordinierten Bewegungen und häufigen Stürze durch den bei Hörgeschädigten gestörten Gleichgewichtssinn kommen. Wer das mal mit dem gestörten Gleichgewichtssinn testen will, bindet sich beim Fußball am besten die Arme auf den Rücken und versucht dann mal, einen Rempler auszubalancieren...

Beim Turnier muss man noch positiv anmerken, dass in jedem Spiel Treffer erzielt wurden und besonders durch die Dresdener Teams und Comet Berlin auch wirklich schöne wie eine Direktabnahme nach 15-Meter-Pass die ins lange Eck geschlenzt wurde oder ein 15m Schuss in den langen Torwinkel. Da wir noch nach Krostitz weiter wollten, gingen wir nach der Hälfte des Wettbewerbs. Gewonnen hatte dann der Berliner SC Comet vor Leipzig, Halle, Rostock und Dresden. DSC07352 Kurt-Fuchs-Stadion Krostitz. Weiter also nach Krostitz, einem erbärmlichen Provinzkaff mit 3.000 Einwohnern, an dessen südlichem Ortseingang ein auffälliges Neonnazi-Eigenheim steht und das wild gewucherte Bebauung aus dem 20./21. Jahrhundert und ein einziges historisches Gebäude, eine kleine Kirche mit markanter Doppelturmhaube, hat. Gustav Adolf, der angeblich von der Krostitzer Plörre so begeistert war, muss den Ort gleich vor Begeisterung geplündert und gebrandschatzt haben, so wie die Bebauung hier aussieht...

Nach der Kirche ist das architektonisch ansprechendste das Stadion: der Nebenplatz ist zwar ausbautenlos, aber offensichtlich auch nicht für den Spielbetrieb genutzt und frei zugänglich, und das Hauptstadion verfügt hinter den Toren und auf der einen Längsseite nur über Baumbestand statt Ausbauten, jedoch hat es eine ganz ansehnliche Tribüne: zwei, drei Reihen Stehränge, fünf Reihen Holzbänke, dahinter noch eine Terrasse mit Stehplätzen und einem wuchtigen Sportlerheim, das originellerweise „Fuchsbau“ in Anspielung auf die Benennung des Stadions nach Kurt Fuchs, einer regionalen Sportgröße, heißt. Leider gibt es dort nichts Richtiges zu essen, sondern nur für je 1,50€ Bockwurst und Bratwurst im Brötchen – aber wenigstens gute Qualität.

Für grenzwertige 3€ war man mit von der Partie: FSV Krostitz stand kurz vor dem Aufstieg, während Schildau im vorderen Mittelfeld nichts mehr zu gewinnen hatte. Mehderitzsch sollte zeitgleich in Doberschütz-Mockrehna gewinnen, doch Krostitz wurde vor immerhin knapp 300 Zuschauern den Erwartungen gerecht: ein schöner Freistoß aus über 20m direkt ins lange Eck nach 13 Minuten, ein Mal die Gästeabwehr mit einem Schuss von der Strafraumkante genarrt, einmal mit Doppelpass ausgehebelt. Das gute Spiel war entschieden und verkam nach der Pause zu einem völlig langweiligen Gekicke. Für die Fans hätte Krostitz Schildau ruhig noch vorführen können, aber sie beließen es bei einem weiteren Treffer in der Schlussphase. Schildau war nicht völlig chancenlos, aber leider zu ungenau in den Schüssen, sonst hätten sie auf jeden Fall zwei Treffer erzielt und Krostitz noch zu mehr Action genötigt.

Action gab es hier so wie so leider zu wenig: ein bisschen Jubel, ein bisschen Applaus – aber keine Tor-Pogo, keine Pöbeleien gegen die immer wieder meckernden Gäste, keine Pyro zur Feier des Tages und auch kein Platzsturm. Bei einem Aufruf wie jenem auf der Krostitzer Vereinswebsite „EIN AUFRUF AN ALLE FANS, MITGLIEDER UND GÖNNER DES VEREINS …. NEHMT EUCH DIESEN SAMSTAG FREI UND KOMMT IN SCHAREN INS KURT-FUCHS-STADION. SELBST DIE ZEITUNG UND DER BÜRGERMEISTER WOLLEN SICH DIESES HIGHLIGHT NICHT ENTGEHEN LASSEN.“ hätte man mehr erwarten können.

Nach den üblichen Sektduschen guckten wir uns nicht noch die widerliche Werbeshow von Krostitzer an, die als Sponsor der Liga – dieser kranke Kreisverband Nordsachsen hat alle Namensrechte verscherbelt, mal schauen wann Vereinsnamen so verschandelt werden! – vor ihrem Banner das Siegerfoto machen mussten. Noch ein Abstecher in den Ortsteil Kletzen mit der recht kuriosen Kirche, dann nach Hause. Die 102km zogen sich doch ziemlich durch die miesen Windverhältnisse! DSC07374 FSV Krostitz v TSV Schildau Statistik:
- Grounds: 944 (heute 2 neue; diese Saison: 176 neue)
- Sportveranstaltungen: 1.824 (heute 2, diese Saison: 247)
- Tageskilometer: 100 (100km Fahrrad)
- Saisonkilometer: 55.050 (44.810 Auto/ 6.500 Flugzeug/ 3.540 Fahrrad/ 210 Bahn, Bus, Tram/ 90 Schiff, Fähre)
- Anzahl der Fußballspiele seit dem letzten 0-0: 106 [letzte Serie: 6, Rekord: 141]
- Anzahl der Wochen, seit der letzten Woche ohne eine einzige Sportveranstaltung (31.7.-6.8. 2006): 359

W359II: Saisonabschluss in Tschechien

Atletický Fotbalový Klub LoKo Chomutov ------------- 3
Fotbalový Klub Chmel Blšany ------------------------------ 2
- Datum: Freitag, 14. Juni 2013 – Anstoß: 18.00
- Wettbewerb: Krajský přebor, Ústecký kraj (5. tschechische Fußballliga, 1. Amateurliga)
- Ergebnis: 3-2 nach 90 Min. (45/45) – Halbzeit: 2-0
- Tore: 1-0 3. Kadlec, 2-0 42. Vondráček, 3-0 48. Kubánek (Foulelfmeter), 3-1 73. Vlastní, 3-2 80. Macek
- Verwarnungen: 1x Chomutov, 1x Blšany
- Platzverweise: keine
- Spielort: Stadion AFK LoKo (Kap. 2.200, davon 200 Sitzplätze)
- Zuschauer: ca. 150 (davon Gästefans: ca. 15)
- Unterhaltungswert: 6,5/10 (Sehr gute erste Hälfte, zweite Halbzeit dann mit großem Durchhänger und erst ab dem zweiten Treffer von Blšany wieder sehenswert) DSC07239  AFK LoKo Chomutov Photos with English Commentary:
Amateur Football Top Tier in Czech Republic: AFK LoKo Chomutov v FK Chmel Blšany
Sightseeing: Czech Republic; Červeny Hradek, Jirkov, Šumburk, and Erzgebirge Mountain Region: Lengefeld, Rauenstein
Sightseeing: Chomutov Old Town and Klasterec Old Town

Zum letzten Spieltag der tschechischen Amateurebene wollten wir doch noch mal ein Spiel vom FK Chmel Blšany sehen. So verzichteten wir auf die Alten Herren von Leuna, da genau zeitgleich in 200km Entfernung das Spiel zwischen LoKo Chomutov, der Fusionsmannschaft aus Severočeská konstruktiva (SČKO) Chomutov [d.h. Nordböhmische BSG Aufbau] und TJ Lokomotiva Chomutov [also TV Lok Komotau], und dem FK Chmel Blšany [FC Hopfen Flöhau] stattfand.

Wir fuhren über Lengefeld, wo wir das historische Kalkwerk und das Burgschloss Rauenstein jeweils von außen besichtigten, und Deutscheinsiedel sowie eine uns noch unbekannte tschechische Nebenstraße nach Most. Erstmal im Motorest entspannt essen. Die Preise scheinen etwas gestiegen zu sein, doch liegen immer noch klar unter deutschen Verhältnissen. Heute war auch mal ein kompetenter und freundlicher Kellner da, was in Tschechien ganz selten ist.
Ein Abstecher zum Barockschloss Červeny Hradek in dessen Innenhof gerade ein kostenloses Rockkonzert stattfand und eine kurze Innenstadtbesichtigung von Jirkov später, und schon suchten wir in der Plattenbausiedlung in der Březenecka nach dem Eingang zum Stadion vom AFK LoKo... DSC07229  AFK LoKo Chomutov v FK Chmel Blsany Der erste Weg führte ins Gebüsch hinterm Tor, der zweite an den Tennisanlagen vorbei auf die ausbautenlose Gegenseite neben die Spielerbänke. Keine Kasse in Sicht, aber auch kein Durchkommen auf die Tribüne da die Ostkurve völlig zugewuchert ist. Also mal hinterm Tor im Innenraum entlang, an der Eckfahne vorbei auf die sechsreihige Steintribüne. So in ein Stadion zu gehen, kann man sich in Deutschland oberhalb der Kreisliga nicht erlauben...
Die Tribüne ist oben mit ein bis zwei unregelmäßigen Reihen von blau-weißen Schalensitzen bestückt. Noch ein Stück höher stehen einige Bänke. Auch am auf die Tribüne gebauten Sportlerheim mit der netten Terrasse gab es keine Kasse, sodass wir erst komplett am hohen Graswall hinterm Südtor, auf dem übrigens die kleine Anzeigetafel steht, entlang mussten. Dann hatten wir also den Haupteingang gefunden...

Zugegebenermaßen bin ich nicht scharf aufs Eintritt zahlen und aufgrund der in Deutschland oft perversen Eintrittspreise, ins relative Verhältnis gesetzt selbst oft in den unteren Amateurligen, bin ich schnell bei der Hand den Gastgeber um den Eintritt zu prellen. Aber in der 1. tschechischen Amateurliga ist man immer schon für 40 Kronen (ca. 1,60€ dabei). Bei LoKo wollten die Jungs an der Kasse sogar nur 20Kč (0,80€)! Die Eintrittspreise bei Sport- und Kulturveranstaltungen sind zum Glück nur in Prag auf mittel- und westeuropäischen Stand gebracht worden und ansonsten nicht an die steigenden Lebenshaltungskosten angepasst!

Lokomotiva Konstruktiva ist 4. und Blšany 6., da ihnen 6 Punkte abgezogen wurden (warum auch immer - so was erklärt der korrupte Verband ja nicht), sonst wären sie auf Rang 3. Sieht man sich Ergebnisse von Blšany an – z.B. Hinspielsieg gegen Dĕčin 10:1, Rückspielniederlage dort 0:8 - fragt man sich, wie oft dort Spiele verschoben werden. Aber egal, es entwickelte sich eine richtig gute erste Hälfte. Das Spiel war schnell und offensiv geführt, beide Teams zeigten guten Einsatz und starke technische Fertigkeiten.

Allerdings verschlief der Gast leider den Beginn, sodass Chomutov schon nach drei Minuten mit einem Kopfball in Führung gehen konnte. Ab der 15. Minute wurde das Spiel nach Dauerdruck von Chomutov sehr ausgeglichen, doch FK Chmel war im Angriff zu harmlos. Kurz vor der Pause vergeigte es dann die Abwehr – der Ball wurde am Torwart vorbeigespitzelt zum 2:0.

Nach dem Seitenwechsel gleich der nächste Aussetzer vom FKCB: Foul im Strafraum und Chomutov verwandelt, obwohl der Torwart noch die Finger an den Ball bekommt. Danach machte LoKo gar nichts mehr fürs Spiel und lies Blšany nach einer Weile kommen. Erst 15 Minuten vor dem Ende konnten sie ein Tor erzielen. Ein Strohfeuer dachten wir, doch nach dem 3:2 in der 80. kam Hoffnung für den Gästeanhang auf. Das Arschloch mit der Pfeife tat dann aber sein Bestes, damit es beim 3:2 bleibt: falsche Abseitsentscheidungen gab es in der ersten Hälfte so wie so, im Zweifel wurde der Heimelf ein Foul durchgehen gelassen – dem Gast aber nicht, und nun pfiff der Spast trotz minutenlangen Zeitschindens von LoKo pünktlich ab. DSC07197  AFK LoKo Chomutov v FK Chmel Blsany Nachdem wir feststellen konnten, das auch in Tschechien Unterschichtenkinder Kevin heißen – dem Rom wurde freundlicherweise nicht „ey Zigeuner“ hinterher gerufen, aber dauernd sollte er irgendwas machen, was mit „ey, Keviné“ (é = Vokativsuffix) eingeleitet wurde – mussten wir noch eine Burgruine besichtigen. Eine Tschechienfahrt ohne Besichtung von mindestens einer Burgruine pro Tag gibt es eigentlich nie bei uns... Jedenfalls fiel die Wahl auf die 20km entfernte Šumburk bei Klášterec nad Ohří.

Man muss aus Richtung Chomutov 2km hinterm Ortsende von K.n.O. rechts hinter der Brücke in Richtung Jesen und dann gleich rechts über die Brücke in den löchrigen Feldweg. Der führt dann mitten durch einen barocken Gutshof, dessen Ruinen wir zuerst anschauten. Noch 200m kann man fahren, dann kommt ein Abzweig rauf auf den Berg, der für ein Auto zu schmal ist. Der Aufstieg zur Burg ist steil durch den dichten Wald, aber nur 600m lang. Auf dem Weg begegnete uns nur ein Waschbär, oben auf der Burg Šumburk boten uns kampierende tschechische Burgenfans Bier an. Die Šumburk ist bei den Burgfreunden als landschaftlich sehr spektakuläre (ringsherum bewaldete Bergkegel) und baulich ansprechende (zerklüftete schwarze Vulkansteinmauern gotischer Bauart) Burganlage besonders beliebt. Die Szene der tschechischen Burgenfreunde finde ich im übrigen sehr interessant, da sie sich nicht nur viel professioneller im Internet präsentieren, als ihre deutschen oder österreichischen usw. Gesinnungsgenossen (siehe hrady.cz), sondern auch viel aktiver sind. Wenn ich einmal an einem Tag nach Tschechien fahren würde, an dem es keine Sportveranstaltung gibt, kann ich mir auch gut vorstellen mit Fahrrad oder wandernd (die meisten der Burgfreunde wandern) von Burg zu Burg zu ziehen und in der letzten, die ich mit Einbruch der Dunkelheit erreiche zu kampieren. Warum pennen deutsche Burgenfreunde eigentlich nie bei Lagerfeuer im Schlafsack im Hof einer deutschen Burgruine?

Wir pennten aber auch heute natürlich im heeme im Bett, was etwas später erreicht wurde als geplant: in Vejprty war die Brücke über die Grenze gesperrt, was die dummen Schweine natürlich nicht in vorher liegenden Orten ankündigen können und auf dem Weg von Oberwiesenthal nach Chemnitz waren nur Baustellen und Umleitungen.
Kurz nach Mitternacht hielten wir dann noch auf dem Standstreifen der Bundesstraße um Schloss und Kirche Burgwerben in angestrahltem Zustand zu fotografieren... DSC07277 Sumburk. Statistik:
- Grounds: 942 (heute 1 neuer; diese Saison: 174 neue)
- Sportveranstaltungen: 1.822 (heute 1, diese Saison: 245)
- Tageskilometer: 490 (490km Auto)
- Saisonkilometer: 54.950 (44.810 Auto/ 6.500 Flugzeug/ 3.440 Fahrrad/ 210 Bahn, Bus, Tram/ 90 Schiff, Fähre)
- Anzahl der Fußballspiele seit dem letzten 0-0: 105 [letzte Serie: 6, Rekord: 141]
- Anzahl der Wochen, seit der letzten Woche ohne eine einzige Sportveranstaltung (31.7.-6.8. 2006): 359