Mittwoch, 30. Januar 2013

W340I: Vier zu drei gegen zehn Neunundneunziger

TSV Leuna 1919 ------------------------------------------------- 4
SV Merseburg 99 II --------------------------------------------- 3
- Datum: Mittwoch, 30. Januar 2013 – Anstoß: 18.30
- Wettbewerb: Testspiel Landesklasse Sachsen-Anhalt Staffel 6 (8. Liga, 3. Amateurliga) gegen Kreisoberliga Saalekreis (9. Liga, 4. Amateurliga)
- Ergebnis: 4-3 nach 90 Min. (45/45) – Halbzeit: 2-1
- Tore: 1-0 4. Toni Feist, 2-0 40. Nino Hammerschmidt, 2-1 44. Nr. 8, 2-2 57. Nr. 9, 3-2 62. Nino Hammerschmidt (Handelfmeter), 4-2 74. Toni Feist, 4-3 78. Nr. 4
- Verwarnungen: keine
- Platzverweise: keine
- Spielort: Kunstrasenplatz Stadion des Friedens (Kap. 2.000, davon 210 Sitzplätze)
- Zuschauer: ca. 30 (darunter ca. 3 Gästefans)
- Unterhaltungswert: 5,0/10 (Durchschnittliches Testspiel in dem Leuna nur phasenweise gut spielte und immer wieder Probleme mit dem klassentieferen Gegner hatte)
DSC03245 : Pouring Rain 
Photos with English Commentary:

Das letzte Mittwochstestspiel des TSV fand bei ganz angenehmem Spätwinterwetter, gestört durch einen kurzen und heftigen Regenguss, statt. Zugast war die II. Mannschaft vom SV 99.

Leuna erwischte den klar besseren Start – und diesmal war es auch wirklich Toni Feist mit der Rückennummer 9, der hier traf – und ging nach nur vier Minuten 1:0 in Führung. Danach kam zwar ab und an Merseburg, aber noch war Leuna spielbestimmend. Nach einem Lattenknaller der 99er war es Nino Hammerschmidt der ein paar Minuten später zum 2:0 einnetzte.

Danach lief eine Weile nichts mehr zusammen beim TSV. Erst ein grober Abwehrfehler – der Gästestürmer erläuft einen Rückpass vom Verteidiger zum Torwart und schiebt zum 2:1 ein. Dann nach der Pause auch noch der Ausgleich.

Dass Nino daran erinnerte, dass 99 schon die ganze Zeit nur zu zehnt spielte, und es ja dann wohl nicht sein könne, hier zwei Tore zu kassieren, schien zu helfen. Per Elfmeter und per Schuss aus Nahdistanz entschied Leuna innerhalb von 12 Minuten – beim 3:2 waren gerade fünf Minuten nach dem Ausgleich verstrichen – das Spiel für sich. Das gut heraus gespielte dritte Tor für die Merseburger war nicht mehr so wichtig.

Fazit: Trotz der langen Unterhaltungen habe ich immer noch genug vom Spiel mitgekriegt, um diesen Bericht zu schreiben. Dass Holger und ich fast ununterbrochen gequatscht haben, sprach allerdings nicht unbedingt für die Qualität des Spiels. Denn bei einem mitreißenden Spiel ist Fußballfans wie uns keine ununterbrochene Unterhaltung möglich... Aber was bei den schwierigen Platzverhältnissen (nass, rutschig) da ablief, war halt diesmal nicht so mitreißend. Vor zwei Wochen bei noch schwereren Bedingungen gegen Lützen, spielte Leuna erheblich überzeugender. Stärker als Lützen wirkte 99 nämlich nicht; ihnen wurden einfach nur zu viele Räume und Chancen gelassen, die Lützen im Schnee nicht bekam.

Aber egal ob 4:3 wie gegen 99 oder 6:0 wie gegen Lützen – Hauptsache ein fairer Sieg und weitere Siege in der bald beginnenden Liga!
 DSC03238 : Nino converts a penalty kick; 3-2! 
Statistik:
- Grounds: 850 (heute kein neuer; diese Saison: 82 neue)
- Sportveranstaltungen: 1.699 (heute 1, diese Saison: 122)
- Tageskilometer: 20 (20km Fahrrad)
- Saisonkilometer: 28.330 (26.610 Auto/ 1.590 Fahrrad/ 80 Schiff, Fähre/ 50 Bahn, Bus, Tram/ 0 Flugzeug)
- Anzahl der Fußballspiele seit dem letzten 0-0: 14 [Letzte Serie: 6, Rekord: 141]
- Anzahl der Wochen, seit der letzten Woche ohne eine einzige Sportveranstaltung (31.7.-6.8. 2006): 340

Montag, 28. Januar 2013

W339II: Stahl gegen Chemie in Ostrava

HC Vítkovice Steel (Ostrava) --------------------------------- 4
HC „Verva“ Litvínov ------------------------------------------- 3
- Datum: Sonntag, 27. Januar 2012 – Anbully: 15.30
- Wettbewerb: sogenannte „Tipsport“ Extraliga ledního hokeje (1. tschechische Profi-Eishockeyliga)
- Ergebnis: 4-3 nach 62.55 Min. (3x20 + Verlängerung) – Drittelergebnisse: 1-2, 1-0, 1-1, Verlängerung: 1-0
- Tore: 1-0 5.43 Robert Huna, 1-1 6.12 Richard Rapáč, 1-2 9.26 František Lukeš, 2-2 21.08 Rudolf Huna, 2-3 Jakub Černý, 3-3 50.02 Ondřej Roman, 4-3 62.55 Vladimír Svačina
- Strafminuten: Bankstrafe 2, Rudolf Huna 2, Tomáš Voráček 2, Roman Szturc 2, Michal Barinka 2, Martin Lučka 2 (Vítkovice = 12 Minuten); Jan Brejčák 14 (2, 2+10), Juraj Majdan 4, Petr Kousalík 2, David Ludvík 2, Pavel Kubát 2, Martin Ručinský 2, Pavel Smolka 2, Viktor Hübl 2 (Litvínov = 30 Minuten)
- Spielort: sogenannte „ČEZ Aréna“ Ostrava (Kap. 10.600 Sitzplätze)
- Zuschauer: 4.253 gemeldet (real ca. 5.000, davon ca. 30 Gästefans)
- Unterhaltungswert: 7,0/10 (Gutes und spannendes Spiel)
DSC03101 Photos with English Commentary:
a) Ice Hockey in Czech Republic: HC Vítkovice Steel v HC Litvinov
c) Sightseeing in Czech Republic: Ostrava (2012)

Nach dem Frühstück in Częstochowa fuhren wir über öde Landstraßen durch die öde Landschaft Schlesiens mit seinen hässlichen Käffern und Industriestädten nach Racibórz. Dort gibt es ein paar interessante Gebäude, aber im Allgemeinen ist die Stadt auch so grau und hässlich wie die restlichen Orte im polnischen Ruhrgebiet. Auch Twoków ist ein mieses Kaff, das aber immerhin eine spektakuläre Schlossruine zu bieten hat. In Sachen Sightseeing war diese Tour aber sehr dürftig, da im kalten, verschneiten Schlesien, dessen Sehenswürdigkeiten wir ohnehin schon zum Großteil kennen, diesmal der Sport im Vordergrund stand. DSC03109 In Ostrava aßen wir günstig zu Mittag und gingen dann in die „ČEZ aréna“ zum Eishockey. Wir bekamen freundlicherweise Karten im besten Sektor verkauft, wobei hirnrissigerweise alle Karten die gleichen, durchschnittlich teuren 130 Kronen (6€) kosten. Die riesige, sehr eindrucksvolle und ausgesprochen zuschauerfreundliche Halle war kaum halbvoll. Da wir „schon“ 45 Minuten vor Anbully erschienen waren, waren erst knapp 100 Fans in der mit durchweg aus blau gestrichenen Holzplattenstühlen, die schwarz gepolstert sind, bestückten Halle. Auch in den architektonisch ansprechend eingepassten VIP-Logen war noch wenig Betrieb. Die Halle wird zwar blöderweise genau wie die hässliche Hütte in Pardubice durch die tschechische Energie-Mafia benannt, ist aber ein wirklich guter moderner Hallenbau. Nach Litvínov und Zlín mit die beste Halle in Tschechiens Profieishockeyliga.

Leider war heute die Stimmung mal wieder dürftig. 20 motivierte Gästefans und 200 Heimfans reichen halt nicht aus, um so eine riesige Halle zu rocken, wenn 4.000-5.000 weitere Zuschauer allenfalls die vier Tore der Gastgeber bejubeln. DSC03158 Die Mannschaft von Vítkovice Steel – Vítkovice ist ein Ortsteil von Ostrava – erwischte den besseren Start und ging schnell in Führung, doch ebenso schnell hatte Litvínov das Spiel noch im Verlauf des Eröffnungsdrittels auf 2:1 gedreht. Der Ausgleich fiel im zweiten Drittel in Überzahl nach einer fragwürdigen Hinausstellung. Die erneute Führung von Litvínov eröffnete im Schlussdrittel eine Phase, in der der Gast das Spiel hätte entscheiden müssen. Doch viele Chancen bleiben ungenutzt und individuelle Fehler führten zum 3:3.

In der Verlängerung konnte der Vizemeister aus Ostrava dann sogar noch den entscheidenden Treffer setzen und bekam zwei Punkte. Eigentlich hätte ja Litvínov schon mit den zwei Punkten nicht zufrieden sein brauchen, doch der eine Punkt, der ihnen durch das Erreichen der Verlängerung zukam, ist ja wirklich viel zu wenig. Allerdings ist es nicht ganz so selten, dass beim Eishockey – so wie bei diesem Sonntagsspiel – die eigentlich aktivere und bessere Mannschaft unfähig ist, das Spiel in der regulären Spielzeit zu gewinnen oder überhaupt für sich zu entscheiden.

Durch Schneefälle und ein von der polnischen Polizei erbetener Stopp wegen zu hoher Geschwindigkeit – das war in den letzten 2.000 km in Polen erst die zweite Kontrolle, die ich sehe (sonst würde ich dort nicht dauernd so schnell fahren wie so Einheimische) und zum ersten Mal musste ich auch mal was zahlen: wenigstens war ich nur die üblichen 20 km/h zu schnell, was der freundliche Beamte recht locker sah und schnell mit einer quittierten Zahlung von 100Zl. (25€) abfertigte, während der Spast aus Opole, der mich zwei Ortschaften vorher bei Tempo 70 mit 85 überholt hat und schon einige Minuten früher in Krapkowice rausgewunken worden sein muss, eingehend kontrolliert wurde und weitaus mehr zahlen musste – wurde die Rückfahrt länger. Erst kurz nach 1 Uhr waren wir zurück in Merseburg. DSC03159 Statistik:
- Grounds: 850 (heute 1 neue; diese Saison: 82 neue)
- Sportveranstaltungen: 1.698 (heute 1, diese Saison: 121)
- Tageskilometer: 830 (830km Auto)
- Saisonkilometer: 28.310 (26.610 Auto/ 1.570 Fahrrad/ 80 Schiff, Fähre/ 50 Bahn, Bus, Tram/ 0 Flugzeug)
- Anzahl der Fußballspiele seit dem letzten 0-0: 13 [Letzte Serie: 6, Rekord: 141]
- Anzahl der Wochen, seit der letzten Woche ohne eine einzige Sportveranstaltung (31.7.-6.8. 2006): 339

W339I: Zum ersten Mal Volleyball im Ausland – die Pokalhalbfinals in Częstochowa

„Zaksa“ Kędzierzyn-Koźle ------------------------------------ 3
Klub Sportowy Jastrzębski „Węgiel” ----------------------- 1
- Datum: Samstag, 26. Januar 2012 – Beginn: 14.30
- Wettbewerb: Puchar Polski 2013, półfinał (Halbfinale des polnischen Volleyballpokals; beide Teams aus „PlusLiga“, 1. Profi-Volleyball-Liga Polens)
- Ergebnis: 3-1 nach 114 Min.
- Satzergebnisse: 25:21, 25:19, 20:25, 25:20
- Spielort: Wielofunkcyjna hala sportowa w Częstochowie (Kap. 5.813 Sitzplätze)
- Zuschauer: ca. 2.800 (darunter ca. 150 aus K.-Koźle und ca. 150 aus Węgiel)
- Unterhaltungswert: 7,5/10 (Starkes Spiel zweier guter Mannschaften, wobei K.-Koźle doch stets den Tick besser war)

„Delecta“ Łuczniczka Bydgoszcz ---------------------------- 2
„Asseco“ Resovia Rzeszów ------------------------------------ 3
- Datum: Samstag, 26. Januar 2012 – Beginn: 18.00
- Wettbewerb: Puchar Polski 2013, półfinał (Halbfinale des polnischen Volleyballpokals; beide Teams aus „PlusLiga“, 1. Profi-Volleyball-Liga Polens)
- Ergebnis: 2-3 nach 156 Min.
- Satzergebnisse: 19:25, 25:23, 21:25, 25:23, 14:16
- Spielort: Wielofunkcyjna hala sportowa w Częstochowie (Kap. 5.813 Sitzplätze)
- Zuschauer: ca. 2.800; darunter ca. 50 aus Bydgoszcz und ca. 250 aus Rzeszów)
- Unterhaltungswert: 7,0/10 (Sehr spannendes Spiel mit einigen Durchhängern: der Favorit aus Rzeszów tat sich ab 2. Satz sehr schwer)
DSC02798 Photos with English Commentary:

Videos on Myvideo.De:
a) Support and Match Scenes: Kędzierzyn-Koźle v Jastrzębie Zdrój
b) Support and Match Scenes: Łuczniczka Bydgoszcz v Resovia Rzeszów

Beim letzten Volleyballspiel in Spergau hatten wir schon rumerzählt, dass wir uns Karten für die Final-Four des polnischen Volleyballpokals gesichert hatten. Bei der Kartenbestellung gab es durch den Secure Code – das System ist der letzte Dreck! – doch einige Probleme, allerdings gelang es uns zwei Tickets zu je 6€ (die niedrigste Kategorie kostete umgerechnet 4€, die teuerste 9€) innerhalb von einer knappen Stunde zu bestellen. Die Preise waren natürlich nicht so doll billig wie das für die Leute bei Spergau klang. Die dachten wohl, in Polen könne man noch mehr als bei Spergau (6€ bis 9€) verlangen... Allerdings sollte man den Anstieg des polnischen Durchschnittseinkommens und die Stärke der Liga mit ihren international renommierten Teams nicht vernachlässigen. Da kann es halt nicht wie in Tschechien nur 3€ Eintritt kosten – selbst wenn man in so einem komischen Kaff wie Częstochowa spielt...

Częstochowa liegt am Nordwestrand einer der schönsten Ecken Polens, dem Krakau-Tschenstochauer Jura, den wir vor anderthalb Jahren recht ausführlich besuchten. Berühmt ist Tschenstochau als Wallfahrtsort und das Kloster ist auch sehr eindrucksvoll (siehe oben verlinktes Fotoalbum) – doch ansonsten ist die Stadt extrem hässlich. So hässlich wie sie ist, so funktional ist sie allerdings auch. An der östlichen Ausfallstraße befinden sich riesige Einkaufszentren mit hervorragend sortierten Supermärkten, kleinen Läden, Restaurants, Imbissen und sogar Hotels. In einem Sporthotel namens „Scout“ checkten wir für 32€ ein. Das Doppelzimmer war sehr gut. Der Einkauf ließ sich auch sehen: bei den Mengen an Lebensmitteln zahlt man in Deutschland weit mehr als 15,50€. Nur der türkische Imbiss, den wir nach dem Volleyball besuchten, war nicht so doll: Es ist auch mal wieder typisch, denn wohl nirgendwo sonst findet man so viele ausländische Lokale, die von Einheimischen betrieben werden, wie in Polen; Chinarestaurants, Mexikaner, Kebabimbisse – und immer werden sie von Polen geleitet...

Auch beim Volleyball war die Ausländerquote ungewohnt niedrig. In der wenigen Monate alten Multifunktionssporthalle Tschenstochau, also: Wielofunkcyjna hala sportowa w Częstochowie, die 5.813 Zuschauer fasst, waren nur vereinzelt Südamerikaner auf der Platte und ansonsten Polen, die teilweise auch in der Nationalmannschaft unseres Nachbarlandes antreten.
Leider war die Mannschaft von „Wkręt-met“ Akademickiego Związku Sportowego Częstochowa im Viertelfinale ausgeschieden. Die Stimmung wäre sicher besser gewesen, denn die ganzen Częstochowa-Fans gingen nicht so mit bei den Spielen wie die jeweiligen Fanclubs der vier Halbfinalisten.

Das erste Spiel in der außen aschgrauen und innen kitschig bunten, sehr praktischen aber trotz interessanter Deckenkonstruktionen (bunte, symmetrische Schallbrecher) eher langweiligen Halle, bestritten „Zaksa“ Kędzierzyn-Koźle (mit vollem Namen Zakłady Azotowe Kędzierzyn spółka akcyjna) und Klub Sportowy Jastrzębski „Węgiel“ (aus Jastrzębie Zdrój). Beide Teams sind aus dem südlichen Schlesien und gute Erstligisten. DSC02881 In einem wirklich starken Spiel hatte Kędzierzyn-Koźle irgendwie stets die Nase vorn. Bei allem Kampf der Mannschaft aus Jastrzębie Zdrój waren sie dann doch der Sieger am Ende langer Ballwechsel oder hatten bei den Annahmen und Aufgaben das größere Glück und Geschick. Nur im dritten Satz schaffte es Jastrzębie Zdrój die Niederlage noch etwas aufzuschieben. Im vierten Satz war dann aber eher die Luft draußen, was wiederum Kędzierzyn-Koźle gut zu nutzen wusste.
Leider quatschte der Sprecher ähnlich viel wie in Deutschland, sonst wären die Anfeuerungen noch besser rübergekommen. Beide Teams, Jastrzębie Zdrój auch noch von Fans aus Rzeszów unterstützt, feuerten mehr mit Sprechchören als mit Trommeln an, was um Klassen besser als in Spergau, Leipzig oder den allermeisten anderen Bundesligastandorten klingt. Die Stimmung war also doch besser als bei uns, obwohl die Frauenquote (und fast keine der Frauen feuerte an) für polnische Verhältnisse extrem hoch lag. Beim Volleyball waren es 50-60% - beim Fußball in Polen sind es oft keine 10% weibliche Zuschauer.

Fantechnisch hatte sich im zweiten Spiel des Samstages dann der kleine Anhang aus dem relativ weit entfernten Bromberg gegen die Übermacht an Rzeszów-Fans durchzusetzen, was ihnen in den besten Phasen ihres Teams aus gelang. Doch Rzeszów war nicht nur auf den Rängen zahlenmäßig und akustisch überlegen. Bei allen Schwierigkeiten: am Ende siegte Resovia mit 3:2 nach Sätzen.
„Delecta“ Łuczniczka Bydgoszcz war im ersten Satz sehr unterlegen gegen „Asseco“ Resovia Rzeszów, was uns schon ein zackiges 0:3 erwarten ließ. Dass dachten sich die von Resovia wohl auch und prompt verloren sie einen umkämpften zweiten Satz – auch aufgrund von Fehlentscheidungen der streckenweise etwas überforderten Unparteiischen – mit 25:23. Nach einem zweiten erfolgreichen Satz erkämpfte sich Bydgoszcz mit einem wahren Comeback den Tiebreak.
Dass man für das Ausspielen eines fünften Satzes eine ganze halbe Stunde braucht, habe ich übrigens auch noch nicht erlebt. Mit 16:14 siegte Rzeszów, die es sich ab Satz 2 mit ihrer Fehlerquote selber schwer gemacht hatten, verdient im Tiebreak. Es war aber schon dreist wie beide Teams dieses Spiel ab dem ersten Satz verzögerten: Besonders Bydgoszcz spielte sich dauernd über die Schiris auf – in der Bundesliga hätten die längst mal einen Strafpunkt bekommen – aber der polnische Volleyballverband unterstützt so affiges Verhalten mit dauerndem Lamentieren und Meckern auch noch in dem er Videoaufnahmen zulässt, die vom jeweiligen Kapitän des Teams gefordert werden können.

Hoffentlich kommt die Bundesliga nicht auf so hirnrissige Ideen wie Videobeweis... In Sachen Spielqualität stehen sie der polnischen Liga ja nicht weit nach, wobei eine Mannschaft wie Rseszów sicherlich auch die Berliner Müllabfuhr besiegen kann. Nur bei den Anfeuerungen könnte man sich ruhig mehr an Polen orientieren. Allerdings wird das kein deutscher Volleyballfan machen, da die Volleyballfans fast durchweg (Handballfans übrigens genauso schlimm!) zu blöd sind, mal über ihren beschränkten sportlichen Tellerrand zu schauen. Das war die erste Sportveranstaltung in Polen und Tschechien auf hohem Level, bei der ich keine deutschen Fans bemerkt oder deutsche Autos gesehen habe. Kein Wunder bei der dürftigen Fanszene im Volleyball: Wenn nicht mal der Rekordmeister Fangruppen hat, die samstags mal die knapp 500km nach Spergau fahren, dann hat auch keiner so was wie Groundhopper. Und das bei dem eher überdurchschnittlichen Einkommen der Volleyballfans, was Groundhopping ja bequemer und einfacher macht! Aber Volleyballfans kommen wohl nicht mal bei einer Urlaubsreise auf die Idee, ihren Lieblingssport im Ausland zu gucken... DSC02846 Statistik:
- Grounds: 849 (heute 1 neue; diese Saison: 81 neue)
- Sportveranstaltungen: 1.697 (heute 2, diese Saison: 120)
- Tageskilometer: 610 (610km Auto)
- Saisonkilometer: 27.480 (25.780 Auto/ 1.570 Fahrrad/ 80 Schiff, Fähre/ 50 Bahn, Bus, Tram/ 0 Flugzeug)
- Anzahl der Fußballspiele seit dem letzten 0-0: 13 [Letzte Serie: 6, Rekord: 141]
- Anzahl der Wochen, seit der letzten Woche ohne eine einzige Sportveranstaltung (31.7.-6.8. 2006): 339

Sonntag, 20. Januar 2013

W338III: Einzelleistungen bewahren Leuna vor Blamage & Wenn der Letzte gegen den Vorletzten in der untersten Basketballliga spielt...

TSV Leuna 1919 ---------------------------------------------- 9
Allgemeiner Turnverein Leipzig 1845 -------------------- 7
+ Datum: Sonntag, 20. Januar 2013 – Beginn: 13.00
+ Wettbewerb: 2. Bundesliga Ost, Hallenhockey
+ Ergebnis: 9:7 nach 60 Min. (30/30) – Halbzeit: 3:2
+ Tore: 1-0 2. Christoph Ruttkies (7m), 2-0 9. Sebastian Ahlberg, 3-0 19. Sebastian Ahlberg, 3-1 29. David Paul, 3-2 30. Philipp Löffler (7m), 3-3 33. Philipp Glahn, 4-3 37. Christian Zeiger, 5-3 39. Nils Poczatek, 5-4 44. Philipp Glahn, 5-5 45. Kevin Korneck, 5-6 52. Stephan Günther, 6-6 52. Christian Zeiger, 7-6 55. Christian Zeiger (+1), 7-7 57. Philipp Löffler (7m), 8-7 58. Christoph Ruttkies (7m), 9-7 60. Nils Poczatek (Empty Net)
+ Grüne Karten: Michael Eisele (Leuna); Stephan Günther, Konstantin Nowak, Kevin Korneck (Leipzig)
+ Gelbe Karten (2 Minuten): David Paul (Leipzig)
+ Rote Karten (Platzverweis): keine
+ Spielort: Sporthalle Leuna (Kap. 200 Sitzplätze)
+ Zuschauer: ca. 180 (davon Gästefans: ca. 5)
+ Unterhaltungswert: 5,0/10 (Zum Glück ein Sieg des TSV! Überzeugend oder gut spielten sie aber nicht...)

Universitätssportverein Halle III ------------------------- 79
Hochschulsportgemeinschaft Merseburg --------------- 74
+ Datum: Sonntag, 20. Januar 2013 – Tip-off: 16.00
+ Wettbewerb: Bezirksliga Sachsen-Anhalt Süd (8. Basketballliga, 3. Amateurliga)
+ Ergebnis: 79-74 nach 45 Min. (4x10 Min. + 5 Min. Verlängerung) – Viertelstände: 20-20, 13-16, 21-14, 15-19 = 69-69, Verlängerung: 10-5
+ Punkte: Tobias Heinig 28, Hendrik Specht 14, Konstantin Winkler 13, Karl Wunderlich 10, Julian Benjamin Ballhausen 8, Vincent Lohmann 4, Friedrich Vopel 2 (Uni); Mathias Gutschmidt 25, Robert Markgraf 20, Aleksandar Turuntas 18, Christian Winckler 7, Christian Drobe 4 (Hochschule)
+ Freiwurfquote: Uni 18 von 33(=55%); Hochschule 12 von 26 (46%)
+ Fouls: Tobias Heinig 5, Konstantin Winkler 5, Julian Benjamin Ballhausen 4, Vincent Lohmann 2, Hendrik Specht 2, Friedrich Vopel 1 (Uni = 19 Fouls); Christian Drobe 5, Mathias Gutschmidt 5, Aleksandar Turuntas 5, Marcel Petersen 4, Christian Winckler 4, Robert Markgraf 1 (Hochschule = 24 Fouls)
+ Spielort: Neue Sporthalle des Thomas Müntzer Gymnasiums Halle/ Saale (Kap. 100, davon 30 Sitzplätze)
+ Zuschauer: 7 (0 Heimfans, 4 Gästefans, 3 Neutrale)
+ Unterhaltungswert: 3,0/10 (Schwache, unreife Heimmannschaft; schwache, unsympathisch auftretende Gastmannschaft; junge, überforderte Schiedsrichter – das war ja wirklich unterstes Niveau!)
DSC02662 Photos with English Commentary:
a) Indoor Hockey 2nd Division: TSV Leuna Defeat ATV Leipzig
b) Amateur Basketball In A New Sports Hall In Halle/ Saale: USV Halle III Defeat HSG Merseburg After Over-Time

Im Vergleich zum vorangegangenen Samstag war das sportliche Niveau des Sonntags bei weitem nicht so hoch. Das Spiel der 2. Hallenhockeybundesliga war dabei aber das deutlich bessere. Dabei war der Sieg ein Muss für Leuna, die diesmal wieder nur im Mittelfeld rangieren, und gegen den Tabellenletzten aus Leipzig anzutreten hatten.

Schnell zeigte sich, warum der Gast auf dem letzten Platz steht: Außer das Maul gegenüber Schiedsrichtern und Gegenspielern aufzureißen, hatten die 18-, 19-Jährigen, die die geistige Reife von 15-Jährigen zeigten, nicht viel zu bieten. So eine dauermeckernde Mannschaft habe ich auch noch nicht erlebt. Das müssen alles verwöhnte Einzelkinder reicher Eltern sein... Klar, dass das zu bestem Sprücheklopfen im Leunaer Fanblock führte...

Leuna legte erst einmal gut vor, doch nach dem 3:0 ließen sie so viele Chancen aus, dass es nicht mehr zum Aushalten war. Zwei billige Gegentreffer und schon war das Spiel wieder offen. Nach der Pause kam Leuna nur sehr dürftig in Gang. Auch eine 5:3-Führung wurde plötzlich umgebogen, da vorne wieder kein Treffer zustande kam und hinten grobe Abspielfehler passierten. Erst in den letzten Minuten konnte Leuna nach einem 7:7 noch zwei Treffer zum Sieg vorlegen.

Leider konnte man diesmal nicht von einer guten Mannschaftsleistung sprechen, denn nur einzelne Spieler stachen aus der Masse von fehlerhaft spielenden Leunaern hervor. Poczatek, Ruttkies und Ahlberg trafen doppelt und traten auch sonst recht sicher auf dem Feld auf. Doch wieder einmal – bzw. jetzt wieder erstmals nach Verletzungspause – stach Zeiger am stärksten hervor. Ohne seine drei herausragenden Treffer in nur ca. 10 Minuten Einsatzzeit hätte man sich maximal ein Unentschieden erspielt und so noch viel mehr blamiert als bei diesem Spielverlauf ohnehin.

Nach dem Spiel stellen sich außer der Frage „Wieso war das heute so schwer gegen so eine Schrottmannschaft?!“ mehrere andere Fragen:
1. Warum werden immer noch 3,50€ verlangt, obwohl sich schon mehrere Leute darüber beschwert haben? Beim vorletzten Volleyballspiel im Dezember 2012 hab ich auch mit Christian Zeiger gesprochen, der meinte, dass der Eintritt viel zu hoch und die Ermäßigungen nicht weitreichend genug seien, was er aber schon mehrfach dem Abteilungsleiter gesagt hat. Bei 3,50€ für 2. Liga meinte seine Freundin, dass ihre Eltern deshalb gar nicht mehr kommen würden. Ich habe zumindest die Anzahl der Spielbesuche aus diesem Grund zurückgefahren auf ein bis maximal zwei Spiele pro Hallensaison, da offensichtlich alle anderen Vereine aus Sachsen-Anhalt und Sachsen (sogar Erstligisten!) weniger Eintritt verlangen!!!
2. Wieso werden jetzt Sonntagsspiele immer zwei Stunden später als in den letzten Spielzeiten angepfiffen? Laut den häufiger kommenden Hockeyfans hatte das bisher negative Auswirkungen auf die Zuschauerzahlen! Heute waren so viele da, wie bisher noch nicht in den vier Heimspielen dieser Saison. DSC02717 Wir wechselten aus Zeitgründen und wegen der schlecht geräumten Weg vom Fahrrad aufs Auto und kamen wenige Minuten vorm Tip-off eines Spiels der untersten Basketballliga, bei dem der Letzte (0 Punkte) gegen den Vorletzten (2 Siege, 6 Niederlagen) antrat, in der nicht uninteressanten Neuen Sporthalle des Thomas Müntzer Gymnasiums im Stadtteil Giebichenstein an. Neben dem spektakulären Schulgebäude befindet sich die wuchtige Halle, die außen sehr schön mit Graffiti (alles sportliche Motive: Fußballer, Volleyballspiel, Ringer etc.) verziert ist und auch innen ziemlich auf Kunst setzt. An den Wänden sind überall Schriftzüge von Sportbegriffen wie „Elfmeter“ oder „Time out“ angebracht. Ansonsten ist die Halle etwas kahl und leer. Vor allem wenn 10 Basketballer und 2 Schiris auf dem Feld und nur je 1 Trainer mit 1-2 Wechslern sowie 7 Zuschauer neben dem Feld sind...

Von den sieben Zuschauern waren übrigens alle aus Merseburg. Ausdrücklich für die HSG oder wie wir neutral. Unsere Sympathien für den Gast nahmen doch im Verlauf des Spiels sehr ab. Allerdings war USV III, eine Mannschaft aus etwa 15-17 Jahre jungen Kerlen, die von einem kaum älteren Typen gecoacht wurde, kaum sympathischer. Die ebenfalls noch minderjährigen Schiedsrichter übersahen ja viele Fouls (v.a. Fußspiele) bzw. sahen Fouls falsch (Stürmerfoul statt Verteidigerfoul etc.) – aber wenn sich die Erwachsenen der HSG und der erwachsene USV-Trainer derartig über die Fehlentscheidungen aufregen, wie an dem Abend, muss man sich schon fragen: Sacht ma, habt ihr den Arsch offen, Jungs?!

Wo sollen die beiden Schiedsrichter (ca. 12 und 16 Jahre alt) bitte sonst Erfahrungen für den Männerbereich sammeln außer bei einem so bedeutungslosen Spiel in der untersten Liga, bei dem die schlechtesten Mannschaften des ganzen Bundeslandes Sachsen-Anhalt gegeneinander stümpern?! Gerade USV zeigte ja nette Drei-Punkte-Würfe und auch HSG konnte den ein oder anderen schönen Korbleger nach starken Durchbrüchen zeigen – aber das war ja wirklich unterstes Basketballniveau! Und da regen die sich ernsthaft darüber auf, dass die Schiedsrichter nicht auf Regionalliganiveau sind, oder was?!

Wenn ich sehe, dass so einer wie der kleine grüne Clown beim USV Trainer ist, krieg ich das Kotzen! Der ist unreifer als seine jugendlichen Spieler mit seinem ständigen Gemaule! Bei Merseburg benahm sich der Spielertrainer auch phasenweise richtig bescheuert. Der Kollege, den mein Vater vom Fachbereich SMK an der Hochschule kennt, und der 14er führten sich teilweise auch lächerlich auf. Wenn die halt dauernd durch Ungeschicktheit foulen, gibt es halt auch mal die fünften Fouls!

Typischerweise machten diese beiden schwachen Mannschaften den unerfahrenen Referees ihre Entscheidungen schwer. Unsicher wie sie waren, wäre bei so einem arschlosen Spiel mehr Fairness angebracht gewesen. Die Mannschaft, die die schöneren Treffer erzielte und sich nicht ganz so blöd aufführte, gewann dann in der Verlängerung mit 79:74. Erst mit 5 gegen 4, dann mit 5 gegen 3 Spielern. Aber anders, als hier zu verlieren, hatte es Merseburg auch nicht verdient. Dem USV gönne ich diesen ersten Saisonsieg.
Und den Schiedsrichtern würde ich übrigens gönnen, wenn sie die nächsten Spiele mehr Erfahrungen sammeln würden, dass ihre Fehlentscheidungsquote nicht mehr bei knapp 50% liegt und sie auch zwischen Mannschaften mit ein bisschen mehr Niveau als diesen beiden Truppen, richten müssen!
Ich lasse mich ja auch schon mal über schwache Schiris aus und bin normalerweise sehr wohlwollend und zurückhaltend positiv in den Bewertungen von Amateurmannschaften – aber so Teams wie die beiden Mannschaften heute, gehen mir wirklich auf den Sack! Besser mit dem Maul als mit dem Ball – immer wieder nervtötend für den Fan und den neutralen Besucher! DSC02720 Statistik:
Grounds: 848 (heute 1 neue; diese Saison: 80 neue)
Sportveranstaltungen: 1.695 (heute 2, diese Saison: 118)
Tageskilometer: 60 (40km Auto, 20km Fahrrad)
Saisonkilometer: 26.870 (25.170 Auto/ 1.570 Fahrrad/ 80 Schiff, Fähre/ 50 Bahn, Bus, Tram/ 0 Flugzeug)
Anzahl der Fußballspiele seit dem letzten 0-0: 13 [Letzte Serie: 6, Rekord: 141]
Anzahl der Wochen, seit der letzten Woche ohne eine einzige Sportveranstaltung (31.7.-6.8. 2006): 338

W338II: Interessante Handballspiele in Leipzig und ein sensationelles Volleyballspiel in Spergau

SV Lok Leipzig-Mitte II ---------------------------------- 24
BSG Chemie Leipzig --------------------------------------- 25
+ Datum: Samstag, 19. Januar 2013 – Anwurf: 11.45
+ Wettbewerb: 2. Kreisliga Leipzig (10. Handballliga, 7. Amateurliga)
+ Ergebnis: 24-25 nach 60 Min. (2x30) – Halbzeit: 12-10
+ Torfolge: ?-?, 3-1, 3-4(!), 11-4(!!!), 11-6, 12-6, 12-10(!)/ 12-13(!!), 13-13, 13-14, 14-14, 14-16, 15-16, 15-17, 17-17, 17-20, 18-20, 18-21, 22-21(!), 22-22, 23-22, 23-24, 24-24, 24-25
+ Gelbe Karten: Nr. 6, 15, ? (Lok Mitte); Nr. 10, 12, 13 (Chemie)
+ Zwei-Minuten-Strafen: 2x Nr. 15, 1x Nr. 2, 8, 18 (Lok Mitte = 10 Minuten); Nr. 8, 13, 14 (Chemie = 6 Minuten)
+ Spielort: Sporthalle Astrid Lindgren Grundschule (Kap. 100, davon 50 Sitzplätze)
+ Zuschauer: ca. 40 (davon ca. 25 Gästefans)
+ Unterhaltungswert: 7,5/10 (Packendes und gutes Match mit kuriosem Spielverlauf)

TSG Schkeuditz/ SG Motor Gohlis Nord B ------------ 45
Neuer Handball Verein Concordia Delitzsch 2010 B - 35
+ Datum: Samstag, 19. Januar 2013 – Anwurf: 16.00
+ Wettbewerb: Kreisliga Leipzig, männliche Jugend B (5. und unterste Handballliga der 14-16jährigen)
+ Ergebnis: 45-35 nach 50 Min. (2x25) – Halbzeit: 23-13
+ Torfolge: 1-0, 1-1, 11-1(!!), 11-2, 13-2, 13-3, 14-3, 14-4, 16-4, 16-5, 17-5, 17-6, 18-6, 18-7, 20-7, 20-8, 22-8(+14!), 22-9, 23-9, 23-14(!), 26-14, 26-15, 27-15, 27-16, 29-16, 29-18, 32-18(+14!), 32-22, 33-22, 33-23, 35-23, 35-25, 36-24, 36-26, 38-26, 38-27, 39-27, 39-28, 40-28, 42-29, 42-33, 43-33, 43-34, 45-34, 45-35
+ Gelbe Karten: Nr. 73 (Schkeuditz/ MoGoNo); Nr. 3, 7, 21 (Delitzsch)
+ Zwei-Minuten-Strafen: 2x Nr. 73, 10, 1x Nr. 15 (Schkeuditz/ MoGoNo = 10 Minuten); Nr. 18, 21 (Delitzsch = 4 Minuten)
+ Spielort: Turn- und Spielhalle Schkeuditz (Kap. 200, davon 160 Sitzplätze)
+ Zuschauer: ca. 45 (davon ca. 10 Gästefans)
+ Unterhaltungswert: 7,0/10 (Schnelles bis hektisches, chaotisches und extrem torreiches – 80 Treffer in nur 50 Minuten – Spiel)

Chemie Volley Mitteldeutschland (Leuna) ------------- 3
Verein für Bewegungsspiele Friedrichshafen ----------- 0
+ Datum: Samstag, 19. Januar 2013 – Beginn: 19.30
+ Wettbewerb: 1. Volleyballbundesliga (Halbprofiliga)
+ Ergebnis: 3-0 nach 90 Min.
+ Satzergebnisse: 25:23, 30:28, 25:23 (= 80:74)
+ Spielort: Jahrhunderthalle Spergau (Kap. 1.300 Sitzplätze)
+ Zuschauer: 1.047 gemeldet (tatsächliche Zahl: stimmt in etwa mit der gemeldeten überein, davon Gästefans: 2, 3)
+ Unterhaltungswert: 8,0/10 (Ein klasse Spiel: Friedrichshafen nicht unbedingt in Bestform, dafür aber CVM weit über seiner Normalform!)
DSC02495 Photos with English Commentary:
b) German Volleyball Top Flight: CVM Spergau v Friedrichshafen

Erst kurz nach Anpfiff betraten wir die etwas heruntergekommene, obwohl mittlerweile sanierte, Sporthalle der noch heruntergekommeneren Astrid-Lindgren-Grundschule in der Löbauer Straße in der nördlichen Innenstadt von Leipzig. Der kastenförmige Bau kann nur Turnbänke als Sitzgelegenheiten anbieten. Wie bei allen Chemie Leipzig-Spielen waren die auch gut belegt, wobei ich bei anderen Spielen von denen schon weit mehr Zuschauer gesehen habe. Genial waren die beiden Pflanzen, die durch Fensterritzen in die Halle hineinwucherten. Kein Wunder, dass es Zugluft gab...

Die Gästefans gingen auch ganz gut mit in einem Spiel ihrer Mannschaft, dass schnell zu ihren Ungunsten zu laufen schien, dann scheinbar gedreht wurde, dann doch wieder nicht und schließlich tatsächlich mit einem Sieg für die BSG endete. Einen ersten Rückstand in der Anfangsphase konnte Chemie jedenfalls drehen, nachdem wir die Halle betraten. Ab der 12. oder 13. Minute lief aber nichts mehr zusammen und aus einem 4:3-Vorsprung wurde ein 4:11 Rückstand. Der hervorragend parierende Chemie-Torwart wurde langsam ungehalten und stänkerte gegen die Offensive, die erst nach über 20 Spielminuten wieder in Schwung und bis auf 10:12 heran kam.

Nach dem Seitenwechsel wurde das Spiel teilweise etwas ruppig, aber blieb noch im Rahmen. Chemie drehte binnen Minuten auf und lag bis Mitte der zweiten Hälfte mit zwei Treffern in Front. Dann kam wieder ein Durchhänger und Lok Mitte ging in Führung. Allerdings waren es in einer packenden Schlussphase dann die Tempogegenstöße und Würfe aus Reihe zwei, die das Spiel noch zugunsten der Chemiker kippen ließen. 25:24 etwa 15 Sekunden vor Abpfiff! Der nächste Pfiff des guten Schiedsrichtergespanns schien der Abpfiff zu seien. Ein kleiner Platzsturm der emotionalsten Gästefans später, die genauso wenig wie die Spieler die Uhr auf dem Kampfrichtertisch sehen konnten, wurde allerdings noch einmal angepfiffen für einen letzten Freiwurf der Heimmannschaft. Der saß dann aber nicht. Also blieb es beim verdienten Sieg der BSG, der sicherlich kultigsten Handballmannschaft in Leipzig! DSC02533 Nach einem ganz guten Essen im Sportlerheim Bienitz, gingen wir in die Schkeuditzer Sporthalle. Die beschissenen Anwurfzeiten habe ich nicht nachvollziehen können – aber dann halt statt den Männern der TSG, die ebenso wie Chemie einen beachtlichen Fananhang haben, zur B-Jugend, die auch gar nicht mal so wenige Eltern und Freunde zog und mit MoGoNo zusammen eine Spielgemeinschaft in der untersten Spielklasse bildet.

Dafür, dass das die unterste Spielklasse der U17 war, ging das Spiel aber gut ab! Der Gast aus Delitzsch, bei dem man sich ohnehin fragte, warum die so weit unten spielen – aber das zeigt, wie wenig von Anfang an dahinter steckte bei diesem hochgepushten Bankrottclub – schien anfangs völlig unterlegen. Nach dem 5:1 nahm der Gästecoach eine Auszeit, die komplett für den Arsch war: 11:1 stand es nach knapp 7 Minuten! Bis zu 14 Tore Vorsprung spielten die Schkeuditzer und Gohliser mit teilweise genialen Spielzügen und klasse Toren heraus. Am Ende waren es in einem für diese Jugendklasse fairen Spiel – die Schiedsrichter hatten somit auch keine Probleme und trafen nur eine Fehlentscheidung (unberechtigte Zwei-Minuten-Strafe gegen Schkeuditz) – 10 Tore Unterschied für die Heimelf. Das Wahnsinnsergebnis lautete 45:35!

Manche wundert es wohl, dass ich das Spiel nicht höher bewertet habe als mit 7,0/10. Nun: Tore sind das wichtigste, aber nicht alles. Bei 80 Toren in 50 Spielminuten bleibt keine Zeit für andere schöne Szenen, wie Torwartparaden oder mehrfach abgeblockte Angriffe, die erst nach fünf spektakulären Blocks zum Torwurf führen. Aber bei einem noch besseren Spiel wäre die mäßige Sicht auch ärgerlicher gewesen. Die Turn- und Spielhalle Schkeuditz ist ja nicht schlecht – von außen nett anzusehen, innen eine interessante Empore und eine dreireihige, blau bestuhlte und etwas krumme Untertribüne – aber ziemlich unpraktisch wegen der Balken vor der Tribüne und dem engmaschigen Netz vorm Oberrang. DSC02543 Schließlich gab es noch Volleyball in Spergau zu sehen: Der Rekordmeister aus Friedrichshafen war im Leunaer Ortsteil zu Gast und lief im ersten Satz ständig einem Rückstand hinterher, der folgerichtig in einem 25:23 endete. Das war ja schon eine Überraschung, doch was dann folgte, war eine noch viel größere: 30:28 für die Chemie-Piraten in einem extrem engen zweiten Satz, der bei 25:26 und 26:27 schon verloren schien. Wirklich verloren schien der dritte Satz nach 3:9 Rückstand und anderen Ausrutschern, doch auch dieser wurde noch sensationell von den Sachsen-Anhaltern mit 25:23 entschieden.

So konnte die Mittelfeldmannschaft mit ihren inkonstanten Leistungen also 1.000 Leute in der Spergauer Jahrhunderthalle in Jubel versetzen! Ein echter Überraschungserfolg, der auch absolut verdient war. Denn auch wenn Friedrichshafen nicht schlecht spielte: Toppform war das nicht bei denen, während CVM sich wirklich den Arsch aufriss, wie es sein muss als Underdog, und trotzdem konzentriert und abgeklärt agierte. Auch wenn ich weiß, dass es nichts nützen wird, da ihr euch beim nächsten schwachen Gegner wieder an dessen schwaches Niveau anpassen werdet: Macht weiter so! So wie heute gegen Friedrichshafen macht Volleyball wirklich Spaß, auch wenn mal die andere Seite mehr Sätze gewinnen sollte!
DSC02624 Statistik:
Grounds: 847 (heute 2 neue; diese Saison: 79 neue)
Sportveranstaltungen: 1.693 (heute 3, diese Saison: 116)
Tageskilometer: 150 (150km Auto)
Saisonkilometer: 26.810 (25.130 Auto/ 1.550 Fahrrad/ 80 Schiff, Fähre/ 50 Bahn, Bus, Tram/ 0 Flugzeug)
Anzahl der Fußballspiele seit dem letzten 0-0: 13 [Letzte Serie: 6, Rekord: 141]
Anzahl der Wochen, seit der letzten Woche ohne eine einzige Sportveranstaltung (31.7.-6.8. 2006): 338

Mittwoch, 16. Januar 2013

W338I: Starker Testspielsieg auf zugeschneitem Platz

TSV Leuna 1919 -------------------------------------------- 6
TSV Eintracht Lützen ------------------------------------- 0
Datum: Mittwoch, 16. Januar 2013 – Anstoß: 18.30
Wettbewerb: Testspiel Landesklasse Sachsen-Anhalt Staffel 6 (8. Liga, 3. Amateurliga) gegen Kreisoberliga Burgenland (9. Liga, 4. Amateurliga)
Ergebnis: 6-0 nach 92 Min. (46/46) – Halbzeit: 2-0
Tore: 1-0 39. Marius Mayer, 2-0 40. Kevin Degner, 3-0 70. Marius Mayer, 4-0 83. Nino Hammerschmidt, 5-0 89. Phillipp Vegsö, 6-0 90. Rene Lorber
Verwarnungen: keine
Platzverweise: keine
Spielort: Kunstrasenplatz Stadion des Friedens (Kap. 2.000, davon 210 Sitzplätze)
Zuschauer: um die 15 (keine Gästefans darunter)
Unterhaltungswert: 7,0/10 (Leuna ließ Lützen nie ins Spiel kommen – insgesamt starkes Niveau bei schweren Wetter- bzw. Bodenverhältnissen)
DSC02461 Photos with English Commentary:

Dass dieses Spiel stattfand musste man schon als ein Wunder bezeichnen: Null Grad, dauernd leichter Schneefall, 3cm von dieser weißen Scheiße überall auf dem Boden, dunkel und nasskalt – und trotzdem wurde an diesem Mittwochabend angepfiffen. Ich hatte mich schon darauf eingestellt, dass vor dem Aufenthalt in Algerien im Februar, in Deutschland nur noch Hallensport besucht werden könnte. Aber so verlässlich wie in den letzten Spielzeiten auch, fand zu später Stunde und bei beschissenem Wetter auf dem Leunaer Kunstrasenplatz ein Testspiel statt. Und auch so verlässlich wie in den Spielzeiten zuvor, kam der TSV Leuna besser mit den Platzverhältnissen zurecht oder hatte von vorne herein die stärkere Mannschaftsleistung vorzuweisen als der Gast.

Der eine Liga tiefer angesiedelte TSV aus Lützen konnte dem TSV aus Leuna jedenfalls nicht viel entgegensetzen. Drei Chancen in der ersten Halbzeit und doppelt so viele in der zweiten – doch alle wurden von Patrick Lenzen entschärft oder gingen übers Tor.

Leuna brauchte allerdings lange um ein reguläres Tor zu erzielen. Nach 15 Minuten hatte Nino Hammerschmidt einen Treffer nach einem klaren Handspiel erzielt. Nach knapp 40 war es dann Marius Mayer - den ich bei der schlechten Beleuchtung und der Rückennummer für Toni Feist gehalten hatte - mit seinem ersten Treffer des Abends. Nur eine Minute später schoss Kevin Degner ein.

Auch nach dem Seitenwechsel dauerte es wieder eine Weile, ehe es mehr Tore zu sehen gab. Noch einmal Marius Mayer, dann auch endlich mal Nino Hammerschmidt, der zuvor schon mal den Pfosten getroffen hatte. In den letzten beiden Spielminuten konnten Phillip Vegsö und Rene Lorber das Ergebnis noch auf einen sehr deutlichen Endstand schrauben. DSC02456 Statistik:
Grounds: 845 (heute 1 neuer; diese Saison: 77 neue)
Sportveranstaltungen: 1.690 (heute 1, diese Saison: 113)
Tageskilometer: 20 (20km Fahrrad)
Saisonkilometer: 26.660 (24.980 Auto/ 1.550 Fahrrad/ 80 Schiff, Fähre/ 50 Bahn, Bus, Tram/ 0 Flugzeug)
Anzahl der Fußballspiele seit dem letzten 0-0: 13 [Letzte Serie: 6, Rekord: 141]
Anzahl der Wochen, seit der letzten Woche ohne eine einzige Sportveranstaltung (31.7.-6.8. 2006): 338

Sonntag, 13. Januar 2013

W337II: 59 Tore, 14 Spieler, 12 Zuschauer...

Handballverein Glesien 1929 ---------------------------- 31
Ballspielclub Victoria Naunhof ------------------------- 28
Datum: Sonntag, 13. Januar 2013 – Anwurf: 15.30
Wettbewerb: Bezirksklasse Leipzig (8. Handballliga, 5. Amateurliga)
Ergebnis: 33-31 nach 60 Min. (2x30) – Halbzeit: 18-13
Tore: k.A. (Glesien); k.A. (Naunhof)
Gelbe Karten: 1x Glesien; 1x Naunhof
Zwei-Minuten-Strafen: Glesien = 2 Minuten; Naunhof = 8 Minuten
Spielort: Sport- und Festhalle Radefeld (Kap. 200 Sitzplätze)
Zuschauer: 12 (7 Heimfans, 3 Neutrale, 2 Gästefans)
Unterhaltungswert: 6,5/10 (Ganz ordentliches Niveau und spannender Spielverlauf)
DSC02381 Photos with English Commentary:

Auch am Sonntag gab es ein Handballspiel zu sehen. Diesmal allerdings in der näheren Umgebung und mit dem Fahrrad besucht. Durch den massiven Gegenwind hätte ich allerdings fast den Beginn verpasst.

Glesien ist Ortsteil von Schkeuditz, direkt nördlich vom Flughafen Leipzig-Halle. Gespielt wurde im 5km entfernten Radefeld, einem anderen Schkeuditzer Ortsteil östlich des Flughafens, dessen Fußballplätze ich bereits kenne. War schon ein lustiges Spiel damals in Radefeld...

Heute also Handball – ein Mittelfeldduell der Bezirksklasse Leipzig. Der Gast aus Naunhof, einem Dorf südöstlich von Leipzig, lag eigentlich unablässig zurück, doch kämpfte sich immer wieder auf ein Tor Rückstand heran oder glich sogar kurzzeitig aus. Als Glesien einen Durchhänger in Hälfte zwei hatte, führte Naunhof sogar mal mit einem Treffer (21:22). In den letzten 15 Minuten waren die Glesiener allerdings mit ihrem Schlussspurt zum 31:28 erfolgreich.

Der Spielbesuch hat sich gelohnt, doch es war schade, dass das faire und ganz gute Spiel nur von 12 Zuschauern – außer uns drei nur zwei Gästefans und sieben Heimfans, die ab und an dazwischenriefen, wenn sie gerade nicht so sehr mit Bier saufen beschäftigt waren – gesehen wurde. Platz war ja immerhin für 200 in der schön gestalteten, 1998 erbauten Halle. Allerdings dürfte die Sicht nicht gut sein, wenn die Tribüne voll ist, da sie zu niedrig ansteigt. Wäre die Tribüne nicht so ein 0815-Pfriemelbau, wäre die Sporthalle in Radefeld schon allein durch die geometrischen Muster an den hohen, oben mit Balken zusammengehenden Wänden höher zu bewerten als mit „Durchschnitt“. DSC02426 Statistik:
Grounds: 845 (heute 1 neuer; diese Saison: 77 neue)
Sportveranstaltungen: 1.689 (heute 1, diese Saison: 112)
Tageskilometer: 70 (70km Fahrrad)
Saisonkilometer: 26.640 (24.980 Auto/ 1.530 Fahrrad/ 80 Schiff, Fähre/ 50 Bahn, Bus, Tram/ 0 Flugzeug)
Anzahl der Fußballspiele seit dem letzten 0-0: 12 [Letzte Serie: 6, Rekord: 141]
Anzahl der Wochen, seit der letzten Woche ohne eine einzige Sportveranstaltung (31.7.-6.8. 2006): 337

W337I: Handball in der hässlichsten Stadt Hessens; die bekannteste Rundsporthalle Deutschlands, Sieg mit einem Tor und das Skandalgespann Schwarz/Weiß

Großenritter Sportverein Eintracht Baunatal ------- 27
Handballclub Elbflorenz 2006 Dresden --------------- 26
Datum: Samstag, 12. Januar 2013 – Anwurf: 19.30
Wettbewerb: 3. Liga Ost (3. Handballliga, 1. Halbprofiliga)
Ergebnis: 27-26 nach 60 Min. (2x30) – Halbzeit: 15-14
Tore: Paul Gbur 6, Dennis Weinrich 6, Marvin Gabriel 5, Christoph Koch 3, Felix Gessner 3, Renke Behrends 2, Dominik Schwietzke 1, Christian Schade 1 (Baunatal); Dennis Knudsen 5, Alexander Matschos 5, Philipp Grießbach 4, Jörg Reimann 3, Florian Pfeiffer 3, Matthias Rudow 2, Mathias Hubald 2, Sebastian Geyer 1, Vladan Kovnovic 1 (Dresden)
Gelbe Karten: Constantin Paar, Paul Gbur, Christoph Koch (Baunatal); Mario Scholz, Alexaner Matschos, Dennis Knudsen (Dresden)
Zwei-Minuten-Strafen: Paul Gbur 2, Marvin Gabriel, Fabian Striuf, Christoph Koch, Renke Behrends, Torwart Christian Gumula (Baunatal = 14 Minuten); Florian Pfeiffer, Jörg Reimann, Philipp Grießbach, Alexander Matschos (Dresden = 8 Minuten)
Spielort: Rundsporthalle Baunatal (Kap. 1.328 Sitzplätze)
Zuschauer: ca. 500 (davon ca. 5 Gästefans)
Unterhaltungswert: 5,5/10 (Spannendes Spiel mit schönen Toren, aber spieltechnisch und stimmungsmäßig dürftig)
DSC02323 Photos with English Commentary:


Eine der interessantesten Sporthallen Deutschlands stand heute auf unserer Planung, sodass wir zu dritt gen Westen aufbrachen. Da diese Rundsporthalle das beste Gebäude in einer unglaublich hässlichen Stadt ist und dort erst spät abends gespielt wurde, machten wir zuvor noch lange Besichtigungen. Im Grenzgebiet von Thüringen, Hessen, Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen, also dem Bereich den man wirklich als „Mitteldeutschland“ bezeichnen muss, fingen wir an: Das in Hessen gelegene Burgschloss Berlepsch ist ein eindrucksvoll gebauter und schön gelegener Burgbau aus dem 14. Jh., der aber historistisch stark überformt wurde. Das schadete der Attraktivität des Baus aber nicht. Auch, dass die dort ansässige Adelsfamilie die Anlage lange nicht zugänglich machen wollte, ist heute kein Problem mehr: nach gescheiterten Versuchen von Luxushotel bis Guru-Schwachsinns-Meditations-Zentrum (den Unfug gibt es dafür im Nachbardorf, was in den konservativen hessischen Landgegenden lustig wirkt) ist endlich ein Museum eingerichtet worden und das Außengelände öffentlich zugänglich.

Dann waren wir in Warburg, Nordrhein-Westfalen. Sehenswerte Städte sind in dem ganzen Bundesland Mangelware; in Warburg merkte man sofort, dass das historisch irgendwie mal Hessen war. Schöne Fachwerkgesäumte Straßen, Wehrtürme, Reste der Stadtbefestigung und ganz interessante Kirchen. Bis auf das syrisch-orthodoxe Kloster – ein ehemaliges katholisches aus dem späten 19. Jh. – waren allerdings alle Gotteshäuser geschlossen. Das syrisch-orthodoxe Kloster war natürlich am interessantesten, da man gleich eine Führung von einem der ehrenamtlichen Helfer, einem in Delmenhorst aufgewachsenen aramäischen Türken aus dem Tur Abdin, bekam.

Nach dieser eher ungewöhnlichen Sehenswürdigkeit in dieser ungewöhnlich attraktiven NRW-Stadt – wahrscheinlich sogar die attraktivste Stadt in NRW überhaupt! – ging es mit Burgen in Hessen weiter. Zuerst die sehr schöne Ruine der Kugelsburg bei Volkmarsen. Dort kann man sogar unentgeltlich auf den runden, hohen Turm, der einen schönen Weitblick offenbart.

In Wolfhagen ist die Burg nicht unbedingt das sehenswerteste, auch wenn das letzte verbliebene Gebäude dieser Anlage interessant symmetrisch gestaltet ist. Ein bisschen Fachwerk und eine sehr interessante Kirche (v.a. sollte man innen mal auf die bemalten Schlusssteine achten) gibt es im Zentrum zu sehen.

Zwei weitere Burgen besuchten wir dann noch mit dem letzten Licht des Tages: Zuerst die wuchtige Ruine der Weidelsburg bei Ippinghausen – auch dort kann man schön auf den einen Turm, wobei beide Burggebäude auffällig eckig bzw. fast quadratisch sind und dadurch ausgesprochen massiv erscheinen – und dann die völlig verfallene Ruine der Schauenburg in Breitenbach-Hoof, die bereits zwischen 600 und 800 angelegt wurde und einen schönen Blick in die Landschaft (wenn auch andererseits nur wenige Mauerreste) zu bieten hat. DSC02291 In Baunatal kamen wir zwar erst in der Dunkelheit an, aber es bestand kein Zweifel daran, dass es sich um die hässlichste Stadt Hessens handeln muss. Mann, sieht das dort scheiße aus! Ich dachte, wir seien falsch abgebogen und in NRW gelandet... Es soll doch tatsächlich noch gehirnamputierte Wessis geben – sogar besonders in NRW und Hessen – die meinen, im Osten würde es „scheiße“ aussehen „wegen den ganzen hässlichen Plattenbauten“. Wie sieht es denn da in Baunatal aus?! In der Stadtmitte, die auch noch drei alte Häuser hatte, fanden wir mit ein paar Problemen eine relativ günstige Tankstelle, die 30 Minuten nach unserem Besuch gleich mal die Preise um 8 Cent erhöhte, und einen guten Italiener zu eher günstigen Preisen (6-9€ die Hauptspeisen). Wahnsinnig teuer war der Iraker gegenüber. Ein Türke bot 100m weiter viel günstigeres Essen an. Tote Hose war aber überall. Und unsympathisch war alles, was da rumlief, auch noch.

In der Handballhalle waren die Leute auch nicht sonderlich sympathisch: Ziemlich viel dörfliches Anglotzen von Fremden ohne dabei das Maul aufzukriegen (bei 5 Gästefans und 3 Neutralen unter 500 Zuschauern auch noch etwas verständlich) und keinerlei Stimmung außer Meckern über die Schiris. Dabei hat der Hallensprecher sich wirklich Mühe gegeben, Stimmung zu erzeugen. Wobei er da wirklich besser bei den Durchsagen der Treffer und Strafen hätte bleiben können – er muss doch wissen, dass das Publikum lächerlich ist und man auch die Torschützen der Gastmannschaft namentlich benennen sollte.

Jedenfalls trat dieser Sportverein aus dem Baunataler Ortsteil Großenritte heute gegen den Kunstverein HCE 2006 aus Elbflorenz, also Dresden, an. Eigentlich kein so interessantes Spiel der 3. Liga, doch der Austragungsort war der Hauptgrund für unser Kommen: Rundsporthallen wurden zwar nach deren Erfindung durch einen Österreicher in den 70er Jahren – wobei der sich sicher von französischen Stilen wie „betón brut“ hat beeinflussen lassen, denn solche Hallen gibt es auch in reinster Form (also auch innen runde Tribünen) in Frankreich und Nordafrika – in ganz Süd- und Westdeutschland gebaut. Angeblich waren es über 70. Doch die bekannteste ist wohl diese in Baunatal. Wahrscheinlich auch mit die größte. Jedenfalls laufen unter der hohen Hallendecke 24 Metallstreben symmetrisch ineinander und die UFO-förmige Fassade wird im inneren Umgang der Halle aufgenommen. Allerdings brechen der Raum im Oberrang und die gegenüberliegende zweirängige Haupttribüne die runde Form. Auch die Hintertortribünen, die im Gegensatz zur Obertribüne der Hauptseite keine harten Betonstufen mit Holzbänken hat, sind nicht in die Rundungen eingepasst sondern gerade.

Mit 10€, ermäßigt 8€ Eintritt liegt Baunatal überraschenderweise eher im Ligadurchschnitt – meist sind die hessischen Vereine schweinisch teuer und dreister – jedoch weit über den Gästen aus Dresden (8€ und 4€ Eintritt). Für das Spiel des 8. gegen den 13. von 16 (drei steigen ab, HCE hat nur einen Punkt mehr als der 14.), lohnte sich das natürlich nur bedingt.

In dem ausgeglichenen, eher langsamen und technisch niveauarmen Spiel gab es etliche schöne Tore zu sehen, die darüber hinwegtäuschten, dass beide Teams keinen Tempohandball spielen können. Bei schnellen Spielzügen gab es ständig Ballverluste. Dresden führte nie, kämpfte sich jedoch immer wieder (auch nach fünf Toren Rückstand) noch zurück. Oftmals war die Trefferzahl auch genau ausgeglichen, doch am Ende triumphierte Baunatal mit einem Tor über Dresden, da sie vor und nach dem entscheidenden Treffer die Zeit geschickt verzögerten. Allerdings brauchte sich Dresden in diesem Fall gar nicht über die Unparteiischen beschweren, was sie erfreulicherweise auch nicht taten: Baunatal spielte als Team besser zusammen und auch den schnelleren Handball, Dresden war einfach schwächer trotz einer so knappen Niederlage, und v.a. hatten die Schiris in den ersten 58 Minuten im Zweifel stets für Dresden entschieden.

Ob der Hallensprecher aus Unwissenheit oder absichtlich die Schiedsrichter nicht ansagte, weiß ich nicht. Bei dem Sprecher aber wahrscheinlich Unwissenheit: der sagte nicht mal die Zuschauerzahl oder die Torschützen der Gäste an. Doch ich bekam erst hinterher mit, dass das berüchtigte Gespann Stephan Schwarz/ Frank-Joachim Weiß aus Hannover-Anderten das Spiel leitete. Bei so einseitigen Entscheidungen wie zwei Minuten für ein Schubsen am Kreis für die Heimmannschaft und nicht einmal eine Gelbe Karte für ein klares Zwei-Minuten-Foul (umgerissen beim Tempogegenstoß) für die Gäste oder so klaren Fehlentscheidungen, wie straffrei ins Gesicht packen am Kreis oder Fußspiel vor einem Treffer, war es aber klar, wer da am Werke war. Schiedsrichtermangel hin oder her: Da gibt es wirklich eine ganze Menge besserer Gespanne, als die beiden Skandaltypen aus Niedersachsen. Allerdings haben wohl Sachsen-Anhalt und Niedersachsen ohnehin die schlechtesten Handballschiris. Was die beiden dort abliefern ist allerdings schon richtig übel. Seit sechs, sieben Jahren hagelt es nur negative Kritiken – da muss man sich schon mal überlegen, ob man nicht doch lieber Kreisliga statt 3. Liga pfeift. Aber da die beiden ja nicht einmal Frauenhandball-Oberligaspiele leiten können, ohne dass es Stress gibt, sollten sie vielleicht doch lieber zum Volleyball oder Badminton gehen...

Jedenfalls kann sich der geneigte Leser mal angucken, was man so alles im Internet zu den „farblosen Leistungen“ von Schwarz und Weiß findet:
4. Skandal vom Dezember 2011 oder: was passiert, wenn ein beknacktes Schiedsrichtergespann einen beknackten Provinzjournalisten zu beknackten Artikeln provoziert: a) Provinzjournallie und b) Theater mit dem Verband DSC02129 Statistik:
Grounds: 844 (heute 1 neuer; diese Saison: 76 neue)
Sportveranstaltungen: 1.688 (heute 1, diese Saison: 111)
Tageskilometer: 570 (570km Auto)
Saisonkilometer: 26.570 (24.980 Auto/ 1.460 Fahrrad/ 80 Schiff, Fähre/ 50 Bahn, Bus, Tram/ 0 Flugzeug)
Anzahl der Fußballspiele seit dem letzten 0-0: 12 [Letzte Serie: 6, Rekord: 141]
Anzahl der Wochen, seit der letzten Woche ohne eine einzige Sportveranstaltung (31.7.-6.8. 2006): 337