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Dienstag, 22. März 2011

Übersicht Istanbul/ VAE/ Oman (2011):

Inhalt:
Vorwort:
Zur Reise Istanbul – VAE – Oman
Tag 1:
Von der sächsischen in die türkische Metropole - Leipzig nach Istanbul
Tag 2:
Die klassische Altstadt Sightseeingtour
Tag 3:
Ein Derby zwischen Beşiktaş und Fenerbahçe - Galatasaray gegen Karabükspor
Tag 4:
Auf einer Fahrt nach Asien zeigte sich das wahre Gesicht des türkischen Fußballs
Tag 5:
Mit Feribot und Banliyö Tren ins tiefste asiatische Istanbul
Tag 6:
Von einer heimlichen Hauptstadt in die nächste – Istanbul nach Dubai
Tag 7:
Von wahnwitzigen Wolkenkratzern und internationalem Umfeld
Tag 8:
Oasen, Festungen, die Hauptstadt des Staatenbundes und ein Tor aus über 50 Metern
Tag 9:
Von den Emiraten ins Sultanat; Dubai nach Maskat
Tag 10:
An jeder Ecke eine Festung; im Bergland zwischen Maskat und Nizwa
Tag 11:
Berge, Burgen und bekloppte Öffnungszeiten; Bahla und Umgebung
Tag 12:
Rundfahrt durch die Berge bei Nakhl und Rustaq, sowie die Küstenebene zwischen Suwayq und Barka
Tag 13:
Geöffnete Festungen, tiefe Wadis und der erste Spielbesuch im Oman
Tag 14/15:
Noch ein paar Festungen und ein letztes Fußballspiel und dann eine lange Rückreise
Zusatz 1:
Tipps und Zusammenfassung Istanbul!
Zusatz 2:
Tipps und Zusammenfassung VAE!
Zusatz 3:
Tipps und Zusammenfassung Oman!

Die Fotoalben:
1)
ISTANBUL – ALL SIGHTS FROM HAGIA SOPHIA AND BLUE MOSQUE TO ANADOLU CASTLES AND ÜSKÜDAR
- Architektonische und andere Sehenswürdigkeiten der Bosporusmetropole

2)
Beşiktaş „Cola Turka“ 76:79 (ET) Fenerbahçe – Istanbul Women’s Basketball Derby
- Frauenbasketballderby zwischen zwei der drei renommierten Istanbuler Clubs
4) BEYKOZSPOR 1908 vs. YİMPAŞ YOZGATSPOR (3. LİG)
- Typisch türkischer Fußball der unteren Klassen: ein Kontrastprogramm zum Kommerz in der Süper Lig

5)
Kartalspor 2 vs. Galatasaray 2 (Reserve League)
- Auch die Reserve von Galatasaray enttäuscht die Fans, die tief in den asiatischen Teil der Stadt vorgedrungen sind

6)
Fortresses in the United Arab Emirates
- Festungsbauten in den Vereinigten Arabischen Emiraten: von al-Ain bis Umm al-Quwayn

7)
Sacred Buildings in the United Arab Emirates
- Bilder diverser Moscheen, von der größten auch aus dem Innenhof, und auch einer indischen Kirche finden sich hier

8)
Skyscrapers and the Desert: United Arab Emirates
- Dünen, Lehmhäuser und daneben Wolkenkratzer: das sind die VAE wie man sie sich vorstellt; Fotos aus Dubai und Abu Dhabi

9)
U-20 Friendly Match: Egypt vs. Saudi-Arabia, in Dubai
- Das Spiel zwischen den U-20 Teams von Ägypten und Saudi-Arabien haben wir nur durch Zufall besucht, aber war nicht uninteressant

10)
Al-AIN 3:2 Al-WASL (ETISALAT CUP SEMI-FINAL)
- Ein spannendes Pokalhalbfinale zwischen zwei der renommiertesten Clubs der VAE; u.a. gab es ein Tor aus 50 Metern zu sehen

11)
FORTRESSES IN OMAN
- Die Hauptsehenswürdigkeiten des Oman sind seine Berge und die darauf gebauten Festungsanlagen von Bahla über Nizwa bis Sur finden sich hier etliche Bilder erhaltener, rekonstruierter oder auch verfallener Festungen, Burgen und Wehrdörfer des nördlichen Oman

12)
Sacred Buildings in Oman
- Da die Kirchen und Hindutempel so unscheinbar sind im Oman, beschränkt sich dieses Album auf Aufnahmen von Moscheen; Innenaufnahmen kann ich mangels Beschränkungen aber nicht bieten

13)
LANDSCAPE OF OMAN
- Eindrucksvolle Berge, tiefe Flusstäler (Wadis) und Palmen bestandene Oasen; das ist die Landschaft des nördlichen Oman, der dieses Album gewidmet ist

14)
AMATEUR FOOTBALL GROUNDS IN OMAN
- Es gibt enorm viele Sportanlagen im Oman: anders als in vielen anderen arabischen Staaten wie z.B. in Syrien oder Jordanien, wo sich auch mal 5 oder mehr Mannschaften bzw. Vereine einen einzigen Platz teilen müssen, hat wie u.a. in Deutschland auch, jeder omanische Verein eine eigene Sportanlage mit teils sogar mehreren Plätzen – dieses Album ist den landschaftlich interessanten Amateurfußballplätzen gewidmet

15)
AFC Cup: Al-Ouruba Sur vs. Al-Ahed Beirut
- Der einzige Spielbesuch im Oman; ein überraschender Sieg für die omanische Mannschaft aus Sur, die in Maskat/ Seeb ihr internationales Spiel austragen musste

16)
CHAMPIONS LEAGUE: EMIRATES CLUB RAS AL-KHAIMA vs. AL-RAYYAN CLUB
- Ein weiterer Außenseitersieg bei einem internationalen Spiel in der Golfregion; außerdem coole Supporteinlagen

*** * * * * * * * * * * * * * * * * * * ***

Videos:
1)
Beşiktaş „Cola Turka“ 76:79 (ET) Fenerbahçe (Match Scene and Support)
- Spielszene und Anfeuerungen der Fans beim Frauenbasketballderby

2)
Galatasaray 0:0 Kardemir Karabükspor (Match Scene and Support)
- Spielszene und Anfeuerungen beim Spiel von Galatasaray

3)
TURKISH NATIONAL ANTHEM BEFORE BEYKOZSPOR - YOZGATSPOR
- Die türkische Nationalhymne gehört zu einer offiziellen Veranstaltung wie einem Fußballspiel dazu; hier gespielt bei einem Viertligaspiel in Beykoz

4)
Al-Wasl Support Right After Kick-Off
- Typische Anfeuerungen in der Golfregion; al-Wasl Dubai Fans

5)
Yeste’s Fantastic Goal (by Esporte Interativo, Abu Dhabi Sports 2)
- Ein absolut genialer Treffer, den ich hier mangels eigenem Video verlinke

6) Match Scene and Support:
Al-Ouruba Sur vs. Al-Ahed Beirut
- Auch hier typischer Support der Golfregion, aufgenommen während des Spiels, wobei man im Oman etwas anders anfeuert als in den Emiraten

7)
Al-Imarat RAK 2:0 ar-Rayyan (Regional Music Band before Kick-Off)
- Ein emiratischer Spielmannszug vor dem Anpfiff der Partie

W242IV: Zusammenfassung und Tipps Istanbul:

Fazit Istanbul: Niemand der in Istanbul war, wird dieser faszinierenden, riesigen, chaotischen und lauten Stadt absprechen, eine europäische Metropole zu sein. Dass die Hälfte Istanbuls in Asien liegt spielt keine Rolle. In Berlin, Paris oder Prag gibt es nichts, was es in Istanbul nicht auch gibt. Im Vergleich mit anderen Hauptstädten ist Istanbul aufgrund seiner Baudenkmale, Landschaft, Freizeitangebote und der außerhalb des Touristen-Abzock-Sektors sehr angenehmen Leute ganz knapp vor Damaskus, aber ein Stück hinter Prag einzuordnen. Stockholm kommt nicht ganz und Berlin deutlicher nicht heran. Kopenhagen z.B. bei Weitem nicht.

Sehenswürdigkeiten Istanbul:
1. Rumeli Hisarı (Byzantiner Festung) [10/10]
Wird immer etwas übersehen, da sie nicht im Altstadtkern liegt, doch die Festung ist weitläufig, spektakulär und fast völlig ungesichert.

2. Sultan Ahmet Camii (Blaue Moschee) [10/10]
Sehr eindruksvoller islamischer Sakralbau.

3. Aya Sofya (Hagia Sofia) [10/10]
Innen einige Wasserschäden, aber Mosaike unvergleichlich. Außerdem kann man auf die Empore steigen.

4. Topkapı Sarayı (Topkapi Palast) [9,0/10]
Stets nur in Teilen zugänglich, doch trotzdem ein sehr sehenswertes Baudenkmal.

5. Taksim Platz mit umgebender Bebauung [7,5/10]
Auffällig an der umgebenden Bebauung ist v.a. die Kirche.

6. Süleymaniye Moschee [7,0/10]
Weiteres schönes Beispiel für türkisch-islamische Sakralbaukunst.

7. Dolmabahçe Sarayı und Umgebung [6,5/10]
Schloss mit Meerblick am Inönü-Stadion.

8. Turm und Gassen von Galata [6,0/10]
Turmaufstieg lohnt nur bei gutem Wetter, doch auch die steilen Altstadtgassen sind interessant.

9. Asiatische Seite (Üsküdar, Beykoz, Kartal) [3,5/10]
Arm an Sehenswürdigkeiten: vereinzelte Palastbauten und Moscheen, kleine Festung.


Tipps:
1. Wie kommt man da hin?
Jeder vernünftige deutsche Flughafen fliegt täglich zu vernünftigen Preisen (man sollte dabei unter 200€ für Hin und Rückflug pro Person bleiben) nach Istanbul. Andere Verkehrsmittel bitte einmal vergessen: wenn man Istanbul nicht als Abstecher von einer Südost-Europa-Tour durch Rumänien, Bulgarien etc. plant, dann kann man eigenes Auto vergessen, da Kraftstoff in der Türkei extrem teuer ist. Die langwierige Anreise per Zug ist genauso teuer wie mit dem Flugzeug.

2. Wie kommt man dort billig herum?
Istanbul hat alles, was eine westliche Metropole auch hat. Die Hotels sind preislich leider Metropolen-Durchschnitt: man bekommt ein Doppelzimmer selten unter 50€, wobei die günstigeren Absteigen in Altstadtlage sind.
Die Fortbewegung muss zu Fuß und mit öffentlichen Verkehrsmitteln erfolgen. Auch vom Flughafen Atatürk kommt man günstig in die Altstadt Sultanahmet, wo sich die günstigsten Hotels befinden. Sehr informativ ist dazu der Artikel „Istanbul“ bei Wikitravel. Dieser ist einer der ganz, ganz wenigen guten Artikel der deutschsprachigen Wikitravel: ansonsten sind da ja unheimlich viele Idioten, die von den Reisegegenden über die sie schreiben keine Ahnung zu haben scheinen, am Werk...
Der Flughafen Sabiha Gökcen, der nur von den sogenannten „Billig“-Fliegern angesteuert wird, ist zu vermeiden, da der Transfer in die Stadt meist teurer ist, als die Ersparnis beim Flugticket. Ebenso sind Taxis und Mietwagen zu meiden: lohnt sich preislich nicht! Man fährt U-Bahn, S-Bahn, Straßenbahn oder Sammeltaxi.

3. Wie sieht es mit Sicherheitsrisiken aus?
Wie in jeder vernünftigen Metropole: der ein oder andere Taschendieb, Räuber oder andere Verbrecher tritt mal in Erscheinung; aber man ist als Tourist nicht stärker gefährdet und in die schwierigsten Viertel mit hoher Gewaltkriminalität kommt man als Reisender normalerweise eh nicht. Also wer schon mal in München war und keine Angstsituation erlebt hat, wird auch in Istanbul keine Angst haben. Die öffentlichen Verkehrsmittel sind auch nicht unsicherer als in Deutschland, wobei manche Busunternehmen (die mit den billigsten Preisen zumeist) mit schlecht gewarteten Fahrzeugen auffallen.
Darauf hinzuweisen, dass der kurdische Terrorismus weiterhin eine für die Türkei darstellt, ist allerdings nicht zu vergessen. Aber meist sind Ziele der Anschläge der kurdischen Verbrecher Polizeiwachen und ähnliche Einrichtungen, die man als Tourist so wie so meist nicht aus der Nähe sieht.

4. Bestimmte Karten, Reiseführer, Bildbände zu empfehlen?
Der Sprachführer „Türkisch Wort für Wort“ ist der Kauderwelsch Band 12 (Autor: Marcus Stein) und vermittelt einen sehr guten Überblick über die Sprache. Man kann aber nicht einfach sich hinsetzen und mit dem Ding ein paar Wochen auswendig lernen und dann lässig auf der Straße mit den Leuten quatschen. Für mehr als ein Essen zu bestellen oder kleine, einfachste Unterhaltungen über Wohlbefinden und Reiseroute zu führen reicht ein bisschen intensives Selbststudium bei der komplexen Sprache nicht.
Der Istanbulstadtplan im Marco-Polo-Reiseführer reicht eigentlich für alle Ziele, aber wenn’s nen Stadion am Stadtrand sein soll, muss ein größerer Stadtplan oder Google Maps her. Der Marco-Polo-Reiseführer ist hilfreich, was die Sehenswürdigkeiten angeht, aber „Istanbul. Tor zum Orient“ (von Turhan Can) ist für historische und architektonische Ausführungen viel, viel besser.

5. Sprache und Kultur?
Im letzten Abschnitt klang es schon an: Türkisch ist sehr kompliziert – Substantive mögen einprägsam sein, da oft aus europäischen Sprachen hergeleitet, aber Verben und Grammatik sind der Hammer – aber auch hilfreich in Istanbul und dem Rest des Landes. Die wichtigsten Sachen muss man drauf haben, doch die meisten Leute im Westen Istanbuls können Englisch oder sogar Deutsch. Verirrt man sich mal in den asiatischen Teil, kann man schon mal ohne Türkischkenntnisse die Arschkarte haben.
Besondere kulturelle Besonderheiten gibt es in der Metropole eigentlich nicht zu beachten. Dass man vorm Betreten einer Moschee erst guckt ob ein Gebet ist (dann hat man da halt nichts zu suchen, ist in ner Kirche ja genauso) und wenn keines ist die Schuhe auszieht, ist ja wohl klar. Auch werden Leute nicht einfach ungefragt fotografiert, und so weiter. Aber v.a. der Westteil Istanbuls ist nicht anders als eine deutsche Großstadt.
Etwas aufpassen muss man was den Touristenabzocksektor angeht: nicht in Restaurants gehen, in die ein Typ einen reinlockt, nicht auf Straßenhändler mit Zeugs unterm Arm eingehen – manchen halten einen sogar ein „Geschenk“ hin, dass man dann doch bezahlen soll – und auch beim Taxi fahren aufs Taxameter achten. Wenn der Fahrer mehr verlangt, als das Taxameter anzeigt, darf das nur mit der Brückenquerung (die Maut zahlt selbstverständlich der Kunde: der Fahrer hat sie schließlich an der Mautstelle selber ausgelegt) oder einem Autobahnumweg (mangels Ausfahrten müssen die Fahrer manchmal mehr verlangen wegen Benzin das sie auf dem unvermeidbaren Umweg verfahren) begründet werden.

6. Lohnt sich Groundhopping?
Was für eine Frage! Natürlich! Und auch nicht nur der Besuch der berüchtigten Derbys (Galatasaray – Beşiktaş – Fenerbahçe) für die man eh meist keine Karten kriegt lohnt sich, sondern auch alle möglichen anderen Spiele der Süper Lig. Man beachte aber mal das Preisniveau: bei größeren Clubs zahlt man 15€ bis 200€ - pervers, oder?! Im Übrigen sind zwischen Süper Lig und Bundesliga ohnehin kaum noch Unterschiede auszumachen: Kommerz ohne Ende, nur etwas mehr Stimmung.
Karten für Süper Lig Spiele bekommt man übrigens leider oft nur über Biletix im Internet: die Firma ist absolut scheiße und die Website ebenfalls. Man muss die Karten einen Tag vorm Spiel oder manchmal auch am Spieltag in einem Ticketbüro der Firma abholen (İstinye Park Einkaufszentrum geht glaub ich immer) – und nicht an der Stadionkasse, wie das bei Bundesligavereinen gehandhabt wird. Zuschicken geht auch nicht und nicht mal Print-At-Home-Tickets kennen die Spaste. Na ja, in mancher Hinsicht haben die halt doch noch was nachzuholen in der türkischen Fußballliga...

Montag, 21. März 2011

W242III: Noch ein paar Festungen und ein letztes Fußballspiel und dann eine lange Rückreise

Al-Imarat Ras Al-Khaymah (الامارات) - Nady Ar-Rayyan (الريان)
Datum: Mittwoch, 16. März 2011 – Anstoß: 19.15
Wettbewerb: AFC Championsleague (2. Liga VAE, Halbprofiliga vs. 1. Liga Katar, Profiliga)
Ergebnis: 2:0 nach 98 Min. (48/50) – Halbzeit: 2:0
Tore: 1-0 5. Nabil Daoudi, 2-0 23. Hadaf Sayf Ahmad Muhammed bin ash-Shaykh az-Za’aby
Verwarnungen: Hadaf Sayf Ahmad Muhammed bin ash-Shaykh az-Za’aby, Adnan Hussain Ahmad Mohd Ahmadian al-Baloushy, Muhammad Ahmad Youssuf Abu Safarad al-Baloushi, Omar Abdul-Azziz ’Aly al-Ibahimouh ash-Sheyhhy (Al-Imarat); Itamar Batista da Silva, Hamid Ismail Khalifa, Daniel Goumou (Ar-Rayyan)
Platzverweise: keine
Spielort: ملعب نادي الامارات (Emirates Club Stadium RAK: Kap. 6.000 Sitzplätze)
Zuschauer: 5.150 (davon ca. 10 Gästefans)
Unterhaltungswert: 8,0/10 (Sehr viele Torszenen, gute Zweikämpfe, guter Support)

Photos and English version:
a)
Fortresses in the United Arab Emirates
b)
Sacred Buildings in the United Arab Emirates
c)
Skyscrapers and the Desert: United Arab Emirates
d)
CHAMPIONS LEAGUE: EMIRATES CLUB RAS AL-KHAIMA vs. AL-RAYYAN CLUB
Videos:
Al-Imarat RAK 2:0 ar-Rayyan (Regional Music Band before Kick-Off)
IMG_8893 بديا
Nach dem Auschecken im wirklich sehr empfehlenswerten al-Shiraa Hotel in Maskat holten wir uns noch ein paar Crossaints und fuhren fast problemlos auf die Grenze bei Khatmat al-Milahah zu. Nur in Sohar war mal wieder 20 Minuten Stau wegen den Spasten die den Hauptkreisverkehr mit dem Globus als Zeltplatz nutzen: wo die verlogenen europäischen Journalisten allerdings hernehmen, dass der Sultan von denen in Sohar unter Druck gesetzt würde, will ich ja mal wissen. So hartnäckig sich die Deppen dort halten, umso mehr Banner für den Sultan bringen sie an. Hinzu kommen natürlich noch viele Banner gegen Korruption, Menschenrechtsverletzungen und Diskriminierungen bei der Arbeitssuche. Aber wenn ich mal wieder so was sehe wie „Arbeit für die Jugend von Sohar [oder sonst einer Stadt]“ frage ich mich, wie viele von denen, die das fordern überhaupt arbeitsfähig sind: die die am lautesten schreien sind nämlich die, die nie etwas gelernt haben und jetzt meinen, sie bekämen auf die Tour ohne jede Qualifikation einen Arbeitsplatz. Von gut ausgebildeten Akademikern oder Fachkräften, die wegen ausländischen Arbeitern nicht rangelassen würden, kann hier kaum die Rede sein. Selbst wenn in den Medien mal etwas anderes gemeldet wird: man denke nur an den Typen, der in Tunesien mit der Selbstverbrennung die Proteste ins Rollen brachte; er wurde als angeblicher Student in den Medien gefeiert, bis mal raus kam, dass er nur einen niedrigen Schulabschluss und keine Oberstufenbildung hat.

Wie auch immer: nachdem wir an dem Pöbel vorbeigefahren waren, kamen wir in Khatmat al-Milahah an. Die Grenzstation ist eine einzige Baustelle, aber innerhalb von 25 Minuten hatten wir die 4€ (also 2 RO) kostende Ausreisegebühr bezahlt und alle nötigen Stempel (mittlerweile haben unsere Pässe durch diese Reise je 10 Stempel mehr und in Istanbul kommen noch zwei hinzu) besorgt. Kurz hinter der Grenze ist dann auch schon Kalba, wo es eine kleine Festung, die weitestgehend frei zugänglich ist, zu sehen gibt. Das Mauerwerk ist ungewöhnlich hell getüncht.

Die Festung in Fujairah ist eindrucksvoller, jedoch wegen Renovierung geschlossen. Hier in Fujairah sieht es aus wie im Oman: Berge, Steine, Sukkulenten und niedrige Bäume, große Festungen und kleine Lehmhäuser. Letztere befinden sich auch rings um die Festung des siebten und damit letzten der sieben Emirate die wir besuchten: das waren Dubai, Sharjah, Ajman, Ras al-Khaima, Umm al-Quwayn, Abu Dhabi und eben Fujairah. Weiter nördlich die Küstenstraße entlang befindet sich eine winzige, aber kurios geformte Moschee. Zudem ist die Moschee von Bidiya wohl die älteste der VAE. Kurios geformt ist sie wegen der vier Kuppeln des Daches, die alle so eine Art flachgedrückte Sahnehaube (der Lehm ist ja auch noch weiß gehalten) haben. Oberhalb der Moschee liegen die zwei zugänglichen Türme einer Festung. Der Palmenhain zum Meer hin macht keinen so guten Eindruck.
Wir guckten noch in Dibba an der Hauptmoschee und in Khatt am Festungshotel vorbei und fuhren dann nach Ras al-Khayma.

Libanesen können zwar meist nicht vernünftig Fußball spielen (s. Bericht vom Vortag), aber dafür umso besser kochen: in einem streng muslimisch geführten libanesischen Restaurant am Kreisverkehr mit dem Boot kehrten wir ein und bekamen sehr große und gute Portionen Fetteh mit Fleisch und Gemüse für nur je 3€. Streng muslimisch geführt bezieht sich vor allem auf die Ausgestaltung mit Kalligraphien, Koransprüchen und anderen religiösen Schriftzügen wie „wir opfern uns alle für dich auf, oh Gesandter Gottes, Mohammed“ sowie dem lautstark aufgedrehten religiösen Radiosender.
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Fußball ohne libanesische Beteiligung – war ja auch Champions League und nicht „nur“ AFC-Cup wie gestern – fand im nahe gelegenen Stadion des Nady al-Imarat Ras al-Khaima statt. Der Rasen ist von Wüstensand und drei Tribünen umgeben: die Haupttribüne überdacht und sehr modern, die Gegentribüne unüberdacht mit älteren Sitzen und die Hintertortribüne noch mit älteren Bänken versehen. Alles natürlich schön in den Vereinsfarben grün und weiß gehalten. Eintrittskarten wurden diesmal verschenkt, Flaggen zum Schwenken verliehen. Schon eine seltsame Organisation beim Fußball in der Golfregion: viel gratis, wenn’s was kostet dann immer genau festgelegte Preise, also alles sehr strikt aber zuschauerfreundlich gemacht.

Die Spieler von al-Imarat laufen auch unter dem Namen Emirates Club RAK auf, was so viel heißt wie SV Emirate Zeltspitze. Die Emirati sind derzeit nur zweite Liga, da sie letzte Saison trotz Pokalsieg absteigen und nur so in die Vorqualifikation der Championsleague, die sie erfolgreich gestalteten, gelangten. In der Gruppenphase hatten sie wenig überraschend bei einem favorisierten iranischen Club verloren und am zweiten Spieltag den ebenfalls klar favorisierten Vizemeister der katarischen Liga vor sich: Nady ar-Rayyan, aus dem gleichnamigen Ort bei Doha, der mit „Fahne“ [Flagge, Banner] zu übersetzen ist.
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Im Stadion fanden sich erfreulich viele Fans ein: das Einzugsgebiet des Clubs aus RAK ist ja nicht so riesig und der Gästemob betrug gerade einmal 10 Mann – die auch genau 10 Flaggen mit dabei hatten – aber die etwa 4.000 Fans waren schon nicht schlecht. Besonders die Jungs, die zu Dishdashas fette Basecaps mit albernen Hiphop-Aufschriften trugen oder die beiden älteren mit Cowboyhut in Staatsfarben zum Gewand fielen auf. Noch auffälliger natürlich die Band, die mit Trommeln, einer Art Dudelsack und einer großen Flöte – so eine ähnliche Flöte kennt man aus Filmen im indischen Raum zum Schlangenbeschwören – einzog. Für Stimmung sorgte außerdem einer, der sein Mikrofon an mehrere große Lautsprecher mit Megaphonen anschloss und die Anfeuerungen vorgab. So ein Capo in der Golfregion klingt schon etwas anders, als einer von einer europäischen Ultragruppierung: klingt mehr wie ein Koranrezitator, als ein grölender Fan aus der Nordkurve...

Was bei den Fans negativ auffiel, war dass bei der Schweigeminute für die Erdbebenopfer von Japan erst drei Aufforderungen hermussten, ehe mal die Hälfte der Zuschauer stand. Das regte auch einige der Offiziellen in Dishdasha ziemlich auf. Bei so einer Situation merkt man eben doch, wie ignorant und ungebildet viele der Emirati sind. Mit solchen internationalen Gesten wie Schweigeminuten können die Nachfahren einfacher Beduinen nichts anfangen – da sind andere arabische Kulturen wie die städtischer geprägte nordafrikanische, ägyptische oder syrische klar weiter, gebildeter und disziplinierter.
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Auf dem Platz waren natürlich auch nicht alle so diszipliniert, aber das brachte echt Fahrt in die Partie. Außerdem war es erstaunlich und lobenswert, was die Emirati gegen die nur nominell überlegene internationale Truppe aus dem Katar auf die Beine stellte: schon nach einer halben Minuten die erste Torchance und nach fünf Minuten der Führungstreffer mit einem Hammer von der Strafraumgrenze. Jubelgeschrei und Papierregen in grün und weiß folgten. Im weiteren Verlauf des Spiels waren die Gastgeber klar überlegen. Auch Rayyan hatte Chancen, enttäuschte aber was das Niveau anging. Mitte der ersten Hälfte erzielte der Gastgeber sogar einen zweiten Treffer.

Beim 2:0 sollte es bleiben, da in der zweiten Hälfte alle Chancen der Emiratis vergeigt gingen und Rayyan zwar den Druck erhöhte, aber am guten Torwart oder der eigenen Unfähigkeit scheiterte. Der Sieg rief einen Flitzer in Dishdasha mit Flagge in der einen und Bengalo in der anderen Hand auf den Plan. Mannschaft und Fans feierten sich noch gegenseitig, während Rayyan vom Platz schlich.

Gegen 23 Uhr waren wir am Flughafen von Dubai, nach 50 Minuten hatten wir dann auch mal das richtige Terminal und den richtigen Mietwagenrückgabeparkplatz gefunden. Eine erstaunlich freundliche Pass- und zwei normale Sicherheitskontrollen später saßen wir auch schon im 3.30-Flug nach Istanbul. Turkish Airways so gut wie immer: moderne Maschine, nettes Personal, Unterhaltung an Bildschirmen und erstaunlich gutes Essen. In Istanbul gelandet lief uns erst Nasaf Qarshi (vom Auswärtsspiel in Sanaa, Jemen auf dem Weg nach Usbekistan zurück) über den Weg und dann sogar as-Saqr Taizz aus dem Jemen, die bei Shurtan Guzar (Usbekistan) gespielt hatten und nun über Istanbul nach Hause zurückflogen. Bis wir alle durch die Passkontrolle waren, verging übrigens eine Stunde. 1 Stunde, nur weil das Arschloch am Schalter zu blöd war, noch ein paar Kollegen zu holen, wenn er schon mit 100 Stempeln in 100 Pässe überfordert ist.

Nach über sieben Stunden Umsteigezeit (aber wozu gibt’s Steckdosen im Wartebereich am Flughafen: da konnte ich u.a. diese Zeilen schon mal schreiben) und noch mehr als einer Stunde Verspätung, weil irgendein Vollpfosten den Flugplan verlegt hatte, flogen wir nach Frankfurt und dann nach etwas Hetzerei aber prima Service (man wurde mit Extrabussen zum Anschlussflieger gefahren) nach Leipzig weiter.
Auf die Bahn umgestiegen hatten wir dann eine alte, verkalkte, unfreundliche Schaffnerin, die auch noch falsche Ansagen zu Anschlusszügen machte. Scheiß Bahn eben.
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Statistik:
Grounds: 540 (heute ein neuer Ground; diese Saison: 90 neue)
Sportveranstaltungen: 1.242 (heute eine, diese Saison: 129)
Tageskilometer: 5.840 (5.250 Flug, 590 Auto)
Saisonkilometer: 34.350 (15.880 Auto/ 10.200 Flugzeug/ 4.730 Bahn, Bus, Tram/ 2.830 Fahrrad/ 810 Schiff, Fähre)
Anzahl der Fußballspiele seit dem letzten 0-0: 6
Anzahl der Wochen, seit der letzten Woche ohne eine einzige Sportveranstaltung (31.7.-6.8. 2006): 242

W241II: Von einer heimlichen Hauptstadt in die nächste – Istanbul nach Dubai

Photos and English Version:
ISTANBUL – ALL SIGHTS FROM HAGIA SOPHIA AND BLUE MOSQUE TO ANADOLU CASTLES AND ÜSKÜDAR

Am letzten Tag von unserem Istanbul-Trip liefen wir noch über die Galatabrücke in die südlich des Taksim-Platzes gelegenen Ecken. Die Besichtigung des Galataturms ließen wir sein, da er 1. unangemessen hohen Eintritt verlangt und 2. der Blick von dort auf die Stadt nur bei gutem Wetter etwas bringt. Und von gutem Wetter waren wir heute weit entfernt: 3 Grad über Null und Schneeschauer – und das Anfang März in Istanbul...
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Danach besichtigten wir noch Randgebiete der Altstadt, wie die recht eindrucksvolle Süleymanie-Moschee und eine Straße mit mehreren Holzvillen. Zwischen diesen Sehenswürdigkeiten gab es aber auch auffälligen Verfall und Leerstand. In jedem Fall aber hat sich die Reise nach Istanbul äußerst gelohnt. Istanbul ist definitiv eine der schönsten Städte die ich kenne – und ich kenne gar nicht wenige!

Mit der Metro ging es zum Flughafen und von dort mit Turkish Airlines nach Dubai. Eine modernere, ordentlichere und bessere Maschine, sowie besseres und reichhaltigeres Essen an Bord habe ich noch nie erlebt – mit klarem Abstand der interessanteste Flug mit der bisher besten Fluggesellschaft, mit der ich geflogen bin! Wenn man schon so einen hässlichen Nachtflug hat, dann wenigsten während dem Essen der Hähnchenbrust mit Gemüse, Kichererbsenpüree, scharfen Tomatensalat und Pudding, die Musikbibliothek mit türkischer „Arabesque“ im Entertainmentsystem des Vordersitzes durchgehen.
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Statistik:
Grounds: 536 (heute kein neuer Ground; diese Saison: 86 neue)
Sportveranstaltungen: 1.238 (heute keine, diese Saison: 125)
Tageskilometer: 3.010 (3.000 Flugzeug, 10 Metro)
Saisonkilometer: 25.390 (12.070 Auto/ 4.730 Bahn, Bus, Tram/ 4.950 Flugzeug/ 2.830 Fahrrad/ 810 Schiff, Fähre)
Anzahl der Fußballspiele seit dem letzten 0-0: 2
Anzahl der Wochen, seit der letzten Woche ohne eine einzige Sportveranstaltung (31.7.-6.8. 2006): 241

W241I: Mit Feribot und Banliyö Tren ins tiefste asiatische Istanbul

Kartalspor 2 (İstanbul) 3:0 Galatasaray S.K. 2 (İstanbul) Datum: Montag, 7. März 2011 - Anstoß 13.30 Liga: A2 Lig (1. türkische Liga für Reservemannschaften und U-23 Abteilungen der Profivereine) Ergebnis: 3:0 nach 93 Min. (46/47) – Halbzeit: 1:0 Tore: 1-0 44. Aydın Kuzu, 2-0 56. Aydın Kuzu (Handelfmeter), 3-0 60. Ahmet Aktaş Verwarnungen: Yağız Göktuğ Taşbulak (Kartal); Sinan Osmanoğlu, Cem Sultan (G’Saray) Platzverweise: keine Spielort: Kartal İlçe (Kap. 7.195 Sitzplätze) Zuschauer: ca. 100 (davon ca. 10 Gästefans) Unterhaltungswert: 4,0/10 (GS-Reserve enttäuschend und schwach, Kartal mit mittelmäßiger Leistung verdienter Sieger) Sightseeing: 3,0/10 (Der uninteressanteste Teil Istanbuls: Südosten) Photos and English Version: a) ISTANBUL – ALL SIGHTS FROM HAGIA SOPHIA AND BLUE MOSQUE TO ANADOLU CASTLES AND ÜSKÜDAR b) Kartalspor 2 vs. Galatasaray 2 (Reserve League) IMG_7391 Zu Fuß ging es nach Sirkeci, wo sich der Hafen für die „Feribot“ genannten Fähren befindet. Dort ist es ziemlich unübersichtlich und alle fremd aussehenden Leuten werden von dutzenden Schmeißfliegen wegen Bosporusrundfahrten belagert. Man muss sich an den entsprechend bezeichneten Schalter anstellen, um die Fähre von Sirkeci nach Harem zu bekommen: die Fährjetons sind andere als die Metrojetons und sogar von Linie zu Linie unterschiedlich, was natürlich völlig bescheuert ist. Heute hatten wir mit den öffentlichen Verkehrsmitteln sowie so etwas Ärger, da man, so wie man den europäischen Teil verlässt, mehr Zeit einplanen muss, da alles maroder und unzuverlässiger ist. Im asiatischen Teil waren dann auch mal meine Türkischkenntnisse gefragt. Gerade in so Stadtvierteln wie Kartal oder auch schon Harem kann keine Sau irgendwelche Fremdsprachen. Der Banliyö Tren (also Vorortzug) holpert über völlig marode Gleise – seit England nicht mehr einen so schlecht gewarteten Gleiskörper gesehen: aber da wird Deutschland in den nächsten Jahren auch hinkommen – und bringt einen erst nach 45 Minuten Verspätung und 40 Minuten Fahrt von Haydarpaşa, wo sich das ganze Militär von Istanbul zu ballen scheint, nach Kartal. In Kartal liegt die Bahnstation mit Meerblick oberhalb des Tschetschenien-Parks. Am Rande des Parks steht eine Kemalismus-Säule: siebeneckig, da die 6 Pfeile des Kemalismus (Nationalismus, Populismus, Republikanismus, Laizismus, Etatismus und Revolutionismus) auf jede Ecke kommen müssen, ein paar Atatürk-Sprüche drauf und dann noch eine Liste von „türkischen Staaten“, die einen Bogen übers Hunnenreich von Attila bis zur Republik von 1923 spannen. Ansonsten gibt es in Kartal noch eine kleine Kirche, von der man das Kreuz und die Glocke deutlich über die Häuser hinweg sieht und Plattenbauten: mal bunt mal grau. Zwischen solchen befindet sich auch das Stadion von Kartalspor, einem mit roten und weißen Schalensitzen bestückten Rechteck. Man ist nah am Spielfeld, hat aber extrem hohe Maschendrahtzäune vorm Nischel – außer auf der verbauten doppelrangigen Haupttribüne, auf deren Unterrang wir saßen. Über der Anzeigetafel ist ein Zitat mit Porträt von Atatürk angebracht: „Ben sporcunun zeki, çevik ve aynı zamanda ahlaklısını severim“ – „Ich schätze es, wenn ein Sportler intelligent, aktiv und gleichzeitig moralisch ist“. IMG_7407 Kartalspor spielt 2. Liga, hat auch ganz gute Jugendmannschaften und sogar eine Frauenmannschaft in der 1. Liga (gibt aber zugegebenermaßen auch nur drei Frauenfußballligen) spielt und eine Männer-Reservemannschaft. Diese Reserve spielte heute. So eine Liga wie die „A2“ bräuchte Deutschland auch: die Reserven haben eigene Spielklassen und spielen nicht wie in Deutschland kreuz und quer mit. Die A2 ist in drei Staffeln eingeteilt und die höchste Spielklasse für solche Amateur- und U-23-Spieler. Auffällig ist übrigens die bescheuerte Anstoßzeit: Montag 13.30 – das toppt den HFC mit mittwochs 15.00 gegen Hertha II noch um Längen. Es schauten auch nur 100 Leute zu, die größtenteils das zu erwartende anatolische Publikum waren, aber das Spiel leider nicht mit Anfeuerungen untermalten. Kartalspor war vor dem Spieltag 6. und Galatsaray 1. von 20 Mannschaften. Sie lagen 11 Punkte auseinander, doch Kartal, was übrigens „Adler“ heißt, spielte in ihrem Kartal İlçe, also „Adlerhorst“ genannten Stadion erheblich besser als die Reservetruppe von Galatasaray. Wie die mit der schwachen Technik und der Unfähigkeit im Zweikampf überhaupt einen einstelligen Platz – und dann auch noch den Spitzenplatz – belegen können, ist mir ein Rätsel. Kartalspor war klar besser und zeigte der Reserve aus dem europäischen Teil, die wohl mittlerweile genauso abgewirtschaftet hat, wie leider auch die Profimannschaft in der Süper Lig, wie man trotz technischer Mängel Tore erzielt. Kurz vor der Pause saß ein Flachschuss zwischen Pfosten und Torwarthand mit leichtem Aufsetzer. Nach der Pause griff Kartal mit Freistößen an und schoss einmal die im Strafraum stehende Galatasaray-Mauer an: Handelfmeter. Der wurde sicher zum 2:0 verwandelt. Die beste Aktion des Spiels war der Sturmlauf zum 3:0, als sich einer alleine durchsetzte und aus spitzem Winkel den Ball am herausfliegenden Torhüter vorbei spitzelte. Ein paar ordentliche Fouls gab es auch noch, aber keine so nennenswerte Aktionen, die den Bericht hier noch weiter füllen könnten. Nach einem Imbiss – der Döner (bzw. Yarım Ekmek Döner) in der Türkei ist übrigens nicht mit dem in Deutschland zu vergleichen: ein paar Gramm Fleisch, ein paar Pommes, etwas Grünzeug und noch Ketchup und Mayo drauf und das Ganze in ein Baguette – fuhren wir mit dem mal wieder nicht pünktlichen Vorortzug nach Haydarpaşa. Wen wundert es, dass wir die einzigen Nicht-Türken im überfüllten Abteil waren? Mich wundert eher, dass die fliegenden Händler im Zug nicht aufdringlich wurden, sondern allen Fahrgästen nur ganz normal ihren Ramsch im Zug anpriesen... Zurück mit der Fähre und noch ein prima Essen im Buhara – das rundete den unterhaltsamen, aber von den Sehenswürdigkeiten her schwachen Tag ab. Den Bereich südlich von der Anadolu Hisarı kann ich wirklich nicht empfehlen – höchstens noch nach Üsküdar, zum Fotografieren der spektakulären westlichen Seite vom dortigen Hügel aus. IMG_7435 Statistik: Grounds: 536 (heute ein neuer Ground; diese Saison: 86 neue) Sportveranstaltungen: 1.238 (heute eine, diese Saison: 125) Tageskilometer: 50 (40 Zug, 10 Fähre) Saisonkilometer: 22.380 (12.070 Auto/ 4.720 Bahn, Bus, Tram/ 2.830 Fahrrad/ 1.950 Flugzeug/ 810 Schiff, Fähre) Anzahl der Fußballspiele seit dem letzten 0-0: 2 Anzahl der Wochen, seit der letzten Woche ohne eine einzige Sportveranstaltung (31.7.-6.8. 2006): 241

W240VI: Auf einer Fahrt nach Asien zeigte sich das wahre Gesicht des türkischen Fußballs

Beykozspor 1908 3:1 Yimpaş Yozgatspor
Datum: Sonntag, 6. März 2011 - Anstoß 13.30
Liga: „Spor Toto“ 3. Lig („Sportwetten 3. Liga“ – 4. Liga, 2. Halbprofiliga der Türkei)
Ergebnis: 3:1 nach 93 Min. (46/47) – Halbzeit: 0:1
Tore: 0:1 3. Doğan Şengül, 1:1 53. Soner Keleş, 2:1 69. Şeref Kuru, 3:1 78. Sercan Ermiş
Verwarnungen: İbrahim Ayyıldırım, Cemal Işık, Ahmet Tanrıkulu (alle Yozgat)
Platzverweise: İbrahim Ayyıldırım (Yozgat, 23. Gelb-Rot nach Foul und Meckern)
Spielort: Beykoz Stadyumu (Kap. 3.500 Sitzplätze)
Zuschauer: ca. 450 (davon ca. 30 Gästefans)
Unterhaltungswert: 6,5/10 (Tolles Stadion, gute Atmosphäre, übelster Acker als Spielfeld aber trotz vielen Fehlern wirklich ansehnliche Partie)

Sightseeing: 9,0/10 Punkten!

Photos and English version:
a)
ISTANBUL – ALL SIGHTS FROM HAGIA SOPHIA AND BLUE MOSQUE TO ANADOLU CASTLES AND ÜSKÜDAR
b)
BEYKOZSPOR 1908 vs. YİMPAŞ YOZGATSPOR (3. LİG)

Video:
c)
TURKISH NATIONAL ANTHEM BEFORE BEYKOZSPOR - YOZGATSPOR
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Der Sonntag ist eigentlich der Sporttag in der Türkei, aber mangels Karten für das Abendspiel der Süper Lig zwischen Beşiktaş und Trabzonspor beließen wir es bei einem Spiel. Zuvor besuchten wir aber die zwei Festungen unterhalb der großen Bosporusbrücke. Mit der Metro nach Kabataş war ja Standard, aber heute probierten wir mal das Busnetz aus. Das ist zwar sehr gut ausgebaut, aber mangels aushängender Fahrpläne etwas unübersichtlich, weswegen man immer fragen muss, wo das Ding eigentlich hinfährt. Aber gleich der erste Busfahrer, den wir fragten, war der richtige: in weniger als einer halben Stunde kamen wir zur Rumeli Hisarı, der klar größeren der beiden Festungen.

Für nur 3 Lira (1,50€) Eintritt und Taschenkontrolle wie beim Fußball – statt den üblichen Gepäck-Scannern – konnte man in der Festung auf den enormen Mauern mit den 15 Türmen, von denen drei extrem massiv gebaut sind, herumklettern. Selbst die schmalsten Treppenabgänge waren nicht gesichert, immer wieder waren 10 oder 15 Meter hohe Mauerdurchlässe völlig ohne Sicherung – falls die Türkei mal doch in die EU gelassen wird, was anstelle von Griechenland wünschenswert wäre, wird diese Festung aber sicherlich mit EU-Mitteln gesichert werden. Da gehen dann Abenteuerfaktor und Authentizität etwas verloren. Aber die Rumeli Festung kann man wirklich in einem Atemzug mit Hagia Sophia, Blauer Moschee und den Zisternen nennen. Eine der absoluten Top-Sehenswürdigkeiten, die ich jedem empfehlen kann!

Die genau gegenüber liegende Anadolu Hisarı ist nur von außen und im offenen Innenhof zu besichtigen. Auch dieser kleinere Festungsbau hat mehrere gut sichtbare Türme, aber bei weitem nicht so den spektakulären Baustil wie der große Bruder gegenüber. Zwischen beiden Festungen kommt man am schnellsten mit dem Taxi (ca. 10€ Fahrtgebühr und 2€ Brückenmaut pro Strecke) hin und her. Nach Beykoz fuhren wir dann mit dem Bus bis zur Endstelle Ortaçeşme.
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Im bosporusnahen Teil von Beykoz gibt es zwei auffälligere Moscheen und links von der einen, einen ziemlich kahlen Park. Dieser wird flankiert von einfachen Privathäusern und Imbissbuden, sowie den Stadien von Ortaçeşme und Beykozspor. Beykozspor ist einer der vielen kleinen überregional spielenden Istanbuler Clubs. Wäre Erzurum nicht zwangsrelegiert worden (der Club aus dem fernen Osten des Landes führt derzeit in der entsprechenden Staffel der Amateurliga), wäre Beykoz Tabellenletzter in der vierthöchsten Spielklasse der Türkei, der 3. Lig (gesprochen: Üçünçü Lig, ç = tsch), die mit der deutschen Oberliga vergleichbar, da halbprofessionell und geographisch großflächig, ist. Auch der Gast, den ich seit ich mich für türkischen Fußball interessiere beobachte, da das erste Spiel das ich im türkischen Fernsehen gesehen habe, ein Spiel zwischen Yozgat und Kayseri war, kann mit dem hinteren Mittelfeldplatz nicht zufrieden sein und befindet sich auch noch in Abstiegsgefahr. Schließlich spielten sie 2000 bis 2002 in der Süper Lig. Benannt sind sie übrigens nach dem Yozgater Handelskonzern Yimpaş.

Das kleine Stadion von Ortaçeşme ist eine ziemliche Bruchbude, doch das größere von Beykoz ist nicht so viel besser, wenn auch richtig sehenswert. Die Karten gibt es an einem Kiosk vor den gelb-schwarzen Betonmauern des Stadions – mit 5 Lira (2,50€) recht hoch – auf zwei Seiten befinden sich dann Tribünen, wobei die kleinere heute nicht freigegeben war und im Schatten von Bäumen einige Hundert Schalensitze anbietet. Die Hauptseite hat dann sogar einen kleinen überdachten Oberrang und ebenfalls schwarz-gelbe Sitze. Diese sind auf einer Betonplattentribüne mit ganz schönen Ritzen und Löchern montiert. Wir als Ausländer wurden gleich von Ordnern und einem Offiziellen freundlich gegrüßt und auf die überdachten Plätze gebeten. Unterhalb der türkischen Profiligen sind doch noch keine kühlen verwestlichten Umgangsformen zu spüren, sondern eher die Atmosphäre wie wir sie aus arabischen Ländern kennen. Auch die Musik war kein weicher Pop türkischer und internationaler Art wie in Süper Lig Stadien, sondern klassische türkische Volksmusik und arabische Folklore – aufgedreht bis zu Anschlag, dass die Tribüne bald wackelte.

Die Fans waren zwar nicht besonders zahlreich erschienen – Respekt vor allem an die knapp 30 Gästefans, die über 600 Kilometer hin und zurück fuhren und sich während des Spiels ab und an zu Wort meldeten – aber besonders die jungen Leute gingen gut ab mit den üblichen türkischen Melodien. Die restlichen Zuschauer reagierten emotional auf den Spielverlauf. Im Übrigen konnte man ganz gut soziale Studien betreiben, was die Zuschauer anging: ältere Männer mit dichtem Bart, Lederjacke und Zigarette – nicht ganz so alte Männer mit Schnauzbart und oller Mütze – Frauen in langem Mantel und Kopftuch – Jugendliche mit Sportjacken und stets derben Sprüchen auf den Lippen... Hier versammelten sich wirklich fast ausschließlich einfachere, weniger gebildete und konservative anatolischstämmig Istanbuler. Wer am Vortag noch bei Galatasaray war, erkennt die Schichtenzugehörigkeit sofort – das hat mit Klischee und Vorurteil nichts zu tun.
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Der Rasen glich eher einem Strandfußballfeld (ach nein, auf Deutsch heißt das ja „Beach Soccer“ und die Türken sagen ja auch „Plaj Futbolu“ - gesprochen: Plaasch, vom französischen Wort für Strand) als einem Rasenplatz. Solche Sandkuhlen auf dem deutschen Rasen und kein deutscher Schiri würde das Spiel anpfeifen – aber der Türke leitete den Kick auch so lässig, da war selbst wüstes Zerren und Sperren des Gegners noch „sauber und fair“. Der Beginn war gut: mit einem Angriff erzielte Yozgat schon nach drei Minuten per Volley aus spitzem Winkel unter die Latte das 0:1 – herrlich gemacht! Nur war leider das, was Yozgat danach zeigte schwach. Noch zwei weitere Chancen und sonst nur hinten drin. Allerdings war Beykoz zu blöd das Tor zu treffen: selbst aus zwei Metern wurde noch ein Ball verstolpert und auch der fällige Elfmeter nach einem der vielen Aussetzer der Gästeabwehr wurde verschossen. Allerdings muss man gerade hier dem Yozgater Torwart Lob aussprechen – der hielt wirklich sicher und gut. Einer der Versager in der Yozgat Abwehr bekam dann gelb-rot, doch auch in Überzahl erzielte der Gastgeber aus Beykoz nicht einen Treffer und erspielte sich auch kaum Chancen.

Kurz nach der Pause begann Beykoz besser zu spielen: ebenfalls aus spitzem Winkel trafen sie zum 1:1. Auch beim zweiten Treffer, einer Bogenlampe direkt neben den Innenpfosten war der Yozgat-Torwart machtlos. Zum Ende hin setzte der Gastgeber sogar noch einen drauf, was auch nicht unverdient war, bei dem läuferisch so schwachen und lahmen Gegner aus Zentralanatolien. Das 3:1 führte zu Zaun- und Spielertunnelklettereien der einheimischen Fans, mit denen wir dann das Stadion nach einer Applausrunde für Beykozspor verließen. Das Spiel war überhaupt nicht schlecht – besser und unterhaltsamer als die meisten Regional- und Oberligaspiele in Deutschland.

Übrigens: wen das Video mit der Nationalhymne wundern sollte; die türkische Hymne hat einen viel, viel größeren Stellenwert als in Deutschland. Vor jeder öffentlichen Veranstaltung, die eine solche Abspieltechnik hat, vor Beginn und nach Ende einer jeden Schulwoche usw. wird diese Hymne, die mit der militärischen Aufforderung "Aufstehn! Unabhängigkeitsmarsch!" angekündigt wird, gespielt. Die Präsens von roten Flaggen mit weißem Halbmond und Stern, Atatürk-Darstellungen und -Zitaten (im Beykoz-Stadion z.B. hing „Ne mutlu Türküm diyene“ aus – „Wie glücklich ist der, der sagen kann: ,Ich bin Türke'“) oder dem Unabhängigkeitsmarsch mag für Deutsche befremdlich bis albern sein, aber für die meisten Türken ist das ein Ausdruck von Vaterlandsliebe. Wie übersteigert diese Vaterlandsliebe vielfach ist, will ich jetzt nicht ausführen, nur: nach deutschen Maßstäben wären wohl die meisten der sich als „patriotisch“ bezeichnenden Türken „rechtsradikal“ – aber was sind schon deutsche Maßstäbe...

Nach einem Imbiss fuhren wir per Bus und Metro mit kurzen Spaziergängen zwischen den Stationen zurück zum Hotel. In der Nähe probierten wir am Abend dann mal das Restaurant „Buhara“ aus. Das wird nicht umsonst in Istanbul-Reiseführern empfohlen: für zwei Personen mit Vor-, Haupt- und Nachspeise sowie je zwei Getränken kann man (5-10% Trinkgeld gehören sich auch) mit 20-30€ rechnen – ein durchschnittlicher Preis bei wirklich hoher Qualität.
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Statistik:
Grounds: 535 (heute ein neuer Ground; diese Saison: 85 neue)
Sportveranstaltungen: 1.237 (heute eine, diese Saison: 124)
Tageskilometer: 60 Öffentliche Verkehrsmittel (Metro, Taxi, Bus)
Saisonkilometer: 22.330 (12.070 Auto/ 4.680 Bahn, Bus, Tram/ 2.830 Fahrrad/ 1.950 Flugzeug/ 800 Schiff, Fähre)
Anzahl der Fußballspiele seit dem letzten 0-0: 1
Anzahl der Wochen, seit der letzten Woche ohne eine einzige Sportveranstaltung (31.7.-6.8. 2006): 240

W240V: Ein Derby zwischen Beşiktaş und Fenerbahçe – und viel Rennerei für Galatasaray

Beşiktaş „Cola Turka“ (Kadınlar/ FR) 76:79 n.V. Fenerbahçe (Kadınlar/ FR)Datum: Samstag, 5. März 2011 – Tip-off 13.00
Liga: Türkiye Kadınlar Basketbol Ligi (1. türkische Frauen-Basketball-Liga)
Ergebnis: 76:79 nach 45 Min. – Viertelergebnisse: 17:15, 18:13, 20:20, 13:20; Verlängerung 8:11 Punkte: Santos 18, Salkauske 14, Marques 14, Kartaltepe 10, Sales 10, Şencebe 8, Horasan 2 (Beşiktaş); Yilmaz 15, Coughtry 14, Zogota 13, Matovic 13, Vardarli 8, Tunçluer 5, Horakova 4, Nevlin 4, İvegin 3 (Fener)
Fouls: Marques 5, Sales 4, Taşçi 3, Salkauske 2, Horsan 2, Atac 1, Kartaltepe 1, Santos 1 (Beşiktaş 19); Matovic 5, Nevlin 4, Yilmaz 4, Zogota 4,Vardarli 3, Coughtry 3, Tunçluer 2, Horakova 1 (Fener 26)
5. Foul: Marques (Beşiktaş) und Matovic (Fener)
Freiwürfe Beşiktaş: 18 von 33 (=55%), Fener: 19 von 26 (=73%);
Gesamtquote: 37 von 59 (=62,7%)
Spielort: BJK Akatlar Spor Ve Kültür Kompleksi/ sogenannte „ColaTurka Arena“ (Kap. 3.200 Sitzplätze)
Zuschauer: ca. 500 (davon ca. 10 Gästefans)
Unterhaltungswert: 6,5/10 (Lahmer Beginn, aber dann immer besser und spannender werdend; dazu gute Stimmung)

Galatasaray S.K. (İstanbul) 0:0 Kardemir KarabüksporDatum: Samstag, 5. März 2011 - Anstoß 19.00
Liga: „Spor Toto“ Süper Lig („Sportwetten Super-Liga“ - 1. Profifußballliga der Türkei)
Ergebnis: 0:0 nach 95 Min. (45/50) – Halbzeit: 0:0
Tore: ach leck mich...
Verwarnungen: Gökhan Zan, Milan Baros (G’Saray); Hakan Özmert, Şenol Akın (Karabük)
Platzverweise: keine
Spielort: Ali Sami Yen Spor Kompleksi/ sogenannte Türk Telekom „Arena“ (Kap. 52.650 Sitzplätze)
Zuschauer: ca. 17.000 (davon ca. 200 Gästefans)
Unterhaltungswert: 3,5/10 (Karabük nur hinten drin, Galatasaray aktiv und gar nicht schlecht, aber unfähig ein Tor zu machen; Stimmung O.K.)

Sightseeing: 7,0/10 Punkten!

Photos and English Version:
a)
ISTANBUL – ALL SIGHTS FROM HAGIA SOPHIA AND BLUE MOSQUE TO ANADOLU CASTLES AND ÜSKÜDAR
b)
Beşiktaş „Cola Turka“ 76:79 (ET) Fenerbahçe – Istanbul Women’s Basketball Derby
c)
Galatasaray 0:0 Kardemir Karabükspor – Süper Lig, Turkish Professional Football Top Flight

Videos:
d)
Beşiktaş „Cola Turka“ 76:79 (ET) Fenerbahçe (Match Scene and Support)
e) Crappy Match, Cool Fans - but this is no support, that's just singing against the club's management!
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Unser Samstag in Istanbul war ziemlich für den dortigen Sport reserviert. Dabei sahen wir sogar ein Derby zwischen Beşiktaş und Fenerbahçe.

Erst einmal aber machten wir uns nach dem Frühstück mit der Metro von Sultanahmet aus gen Kabataş auf und besichtigten folgende Punkte nördlich des Goldenen Horns (Haliç): Dolmabahçe Sarayı (ein eindrucksvoller, neobarock anmutender Prachtbau mit Meerblick), einen Park mit Atatürk Reiterstandbild oberhalb des Inönü Stadions, einen weiteren Park mit einem Atatürk Denkmal sowie einer Art Hall of Fame der Türken (Büsten von Metehan über Atilla und Timur bis Atatük) und schließlich den Taksim Platz mit einem weiteren nationalistischen Denkmal und einer daneben liegenden armenisch-orthodoxen Kirche, die Ende des 19. Jahrhunderts erbaut und innen doch sehr eindrucksvoll ausgestaltet ist.

Dann ging es weiter mit der Metro bis 4. Levent, wo es östlich der eindrucksvollen Glasfassaden von Bankgebäuden und so Zeug ein Derby zwischen den berühmt-berüchtigten Erzrivalen von Beşiktaş und Fenerbahçe stieg. OK, OK... Es war nur Frauenbasketball – aber immerhin ein Duell der beiden renommierten Istanbuler Clubs, die zu Deutsch „Wiegenstein“ und „Laternengarten“ heißen. Und wer meint, türkischer Frauenbasketball sei langweilig, hat so wie so keine Ahnung und ist genauso unterbelichtet wie derjenige, der bei so einem Duell verschleierte Spielerinnen erwartet. Erstens sind fast 50% Ausländerinnen auf der Platte und 2. würde es mich nicht wundern, wenn den Spielerinnen das Tragen von Kopftüchern sogar verboten wäre – so tolerant wie z.B. Syrien ist die Türkei halt nicht: muslimische Sportlerinnen werden da so diskriminiert wie das weiter westlich auch oft der Fall ist. Was Syrien dahingehend angeht: ich erinnere mich noch an ein aktuelles Volleyballfoto aus der Frauenliga, das eine Doppelberührung am Netz zeigt: die eine Spielerin mit kurzem Trikot und kurzer Hose, die andere mit langer Trainingshose und langen Ärmel sowie eng anliegendem Kopftuch. So ein Foto kann man in der Türkei bestimmt nicht aufnehmen...
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Im Sportkomplex von Akatlar fand jedenfalls das Spiel des 6. gegen den 2. von 12 statt. Führen tut übrigens Galatasaray, wobei Fener punktgleich ist und BJK mit 7 Punkten dahinter liegt. Der Akatlar Sportkomplex hat als Zentrum die „Cola Turka Arena“ – dieses Produkt der Ülker-Firma verunstaltet nach westlicher Manier auch den Vereinseinamen der Basketballabteilung von Beşiktaş. Seltsam, dass der linksgerichtete Proleten- und Studenten-Club damit keine Probleme zu haben scheint. Fenerbahçe hingegen trägt keinen Namenszusatz – der Club von der asiatischen Seite ist übrigens (was sich vor allem beim Männerfußball und -basketball zeigt) ein Sammelbecken für Kemalisten, Nationalisten und Neo-Faschisten. Die „Arena“ hat eine ziemlich auffällige, glatte und mehrfarbige Steinfront und innen ordentliche schwarze und weiße Sitze. Man sitzt sehr nah am Spielfeld und hat überall einen guten Blick – nur 5€ für einen Tribünenplatz (auch beim Männerbasketball) ist völlig O.K. Oberhalb der einen Hintertortribüne sind Presselogen, gegenüber ist ein Gerüst mit BJK-Adlern aufgebaut. Die Deckenkonstruktion ist würfelförmig.

In die Halle passen 3.200 Leute, zu diesem Frauenspiel erschienen nur etwa 500, was in Halle/ Saale bei den Lions in der 1. Bundesliga auch der Fall war, als ich mir mal dort ein Frauenspiel ansah. Die Lions würden sicherlich gegen beide Teams hier gewinnen, doch von einem schwachen Spiel konnte nicht die Rede sein. Nur war die Wurfquote erschreckend schwach bis ins dritte Drittel hinein. Erst dann wurden auch mal Dreier erzielt und mehr Freiwürfe versenkt. Die schwächsten Spielerinnen, die auch frei unterm Korb noch gegen den Ring warfen, waren übrigens bei beiden Teams Ausländerinnen – die besten Scorer allerdings auch…
Das vierte Viertel war das Beste und sah den Gast einen sieben Punkte Rückstand, der eine Minute vor Schluss noch vier Punkte betrug, aufholen. Der Ausgleich zum 68:68 ist auch einer türkischen Spielerin von BJK geschuldet gewesen, die bei 38.50 zwei Freiwürfe verwarf, obwohl sie zwei bzw. drei Minuten zuvor noch mit zwei guten Distanzwürfen traf.
Die Verlängerung wurde dann von Beşiktaş so hastig ausgespielt, dass Fener mit bis zu sechs Punkten davonzog und durch ihre abgeklärtere Spielweise mit drei Punkten gewann. Die Spielerinnen liefen übrigens gesittet jubelnd zügig in die Kabinen und tanzten nicht arrogant „Auswärtssieg“ brüllend durch die Halle, wie ich das in Deutschland dauernd bei Handballspielen (teils sogar mit frechen Gesten gegen die Heimfans) erlebe.

So richtig Derby-Stimmung kam nicht auf, da bis auf ein paar Angehörige hinter der Spielerbank keine Asiaten da waren. Aber die Adler von Beşiktaş hatten einige stimmgewaltige Basketballfanatiker auf der Tribüne. Hinterm Korb standen dauernd junge Leute auf ihren Sitzen und feuerten mit den bekannten, klangvollen Melodien des türkischen Sports an. Ein Knaller war natürlich der dicke Opernsänger der in einer Auszeit ein Vereinslied wie eine Arie sang und sein glatzköpfiger Kumpel, der andere Fans richtig anheizte. Besonders gut auch: das verblödete Kampfgericht blickte nicht durch und wollte der Heimmannschaft einen Punkt zu wenig gut schreiben – gerade in der Phase wo die nicht immer sicheren Schiedsrichter drei Fehlentscheidungen zuungunsten der Besiktas Damen getroffen hatten – was die Fans mit Sprechchören der korrekten Trefferzahl richtigzustellen wussten. Das Kampfgericht fiel aber nicht darauf herein, als sie anfingen den Punktestand von Fener um einen Treffer niedriger als korrekt hereinzurufen...
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Wir blieben nicht noch zum Männerspiel, sondern machten einen Odyssee zum Fußball bei Galatasaray. Die scheiß Arena ist eine einzige Baustelle, zu der man, wenn man nicht per Metro (Seyrantepe Depo) kommt und von dort aus läuft, über abenteuerliche Trampelpfade neben der Autobahn kommt. Wir hatten erwartet, dass es wie bei jedem richtigen Profiverein, der über Internet seinen Kartenvorverkauf abwickelt, die Karten an einer speziellen Kasse abzuholen gibt – doch die Ordner, die auch aufgrund einiger Türken, die diesen Fehler gemacht hatten, echt überfordert waren, schickten uns zurück zur Biletix-Geschäftsstelle (Biletix ist die Drecksfirma, die diese sauteuren Tickets vertickt). Die fanden wir dann im Einkaufszentrum „Istinye Park“ unter mithilfe von zwei freundlichen, älteren Bauarbeitern. Mit dem Taxi, dass uns am Standstreifen der Autobahnausfahrt vor der Besucherauffahrt zum Stadion herauslassen musste, fuhren wir dann eine knappe halbe Stunde vor Anpfiff wieder zum Stadion. Trotz dieser hirnrissigen Organisation dieser scheiß Biletix-Firma – man muss tatsächlich an bestimmten (auch nur an bestimmten!) Büros, die man auch noch vorher kennen soll, vor dem Spiel die Karten abholen – waren wir noch deutlich vorm Anstoß im neuen Ali Sami Yen Stadion.

Dass nur die drei großen Istanbuler Clubs die Meisterschaften gewinnen würden, stimmt natürlich nicht. Gerade in den letzten drei Jahren hat sich einiges getan und vergangene Saison ist Bursaspor Meister geworden. Auch in dieser Saison sind die Istanbuler Clubs alles andere als Dominant. Einzig der Nationalistenclub von der asiatischen Seite der Stadt, Fenerbahçe, mischt vorne mit. Galatasaray, der Verein des Bürgertums und wohl beliebteste Verein überhaupt und auch von mir sehr geschätzte Club aus der gleichnamigen Siedlung im Stadtteil Beyoğlu, ist nur 9. von 18. Das Hinspiel in Karabük, einem Ort im Nord-Anatolien, zwischen Ankara und Istanbul einige Kilometer vom Schwarzen Meer weg gelegen, der soviel wie „Brombeerbusch“ (wörtl. „Schwarzbusch“) heißt, ging auch 2:1 an den derzeit auf Platz 10 liegenden Stahlwerksverein. Mit einer Betriebssportgemeinschaft hat der Club freilich nichts mehr gemein: die Profiligen in der Türkei sind wie in Deutschland auch vom Kommerz mit seinem riesigem Geld- und Marketingaufwand, Show, Zockerei und Sponsorennamen überschüttet. Ob man nun Bundesliga oder Süper Lig, Bayern München oder Beşiktaş guckt: überall dasselbe widerwärtige Kommerzgehabe. In der Türkei sogar eher noch schlimmer, da die Sponsoren sogar die Liganamen versauen und es seit Jahrzehnten ein Problem mit penetranter Werbemaschinerie in allen Lebenssituationen gibt. Ein Highlight war der „Geschenkekrieg“ der Tageszeitungen in den 1980ern, als alle Zeitungen mit Werbegeschenken a la „Kauft diese Zeitung und Ihr erhaltet ein Bügeleisen gratis dazu! – Nein, kauft unsere! Wir geben euch eine Waschmaschine dazu!“ Kunden ködern wollten.
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Was die Süper Lig in meiner Gunst aber trotzdem vor der Bundesliga stehen lässt, ist die Atmosphäre in den Stadien. Für die absolut asozialen Eintrittspreise von 15€ bis 150€ bei großen Clubs (wir haben pro Karte 24€ bezahlt!) bekommt man in solchen gesichtslosen Kommerztempeln wie der nach der Telekom benannten „Arena“ an der Autobahn echt gute Stimmung geboten.

Die „Arena“ ist ja nun, trotz ihrer gewaltigen Ausmaße und der irgendwie doch spektakulären Lage ein 0815-Bau, der völlig gesichtslos und regelmäßig, aber ohne jedes Detail in drei Rängen (der mittlere ist aber nur ein kleiner Logenrang) erbaut wurde. Die grauen Betontreppen sind abartig hässlich. Die Dachkonstruktion uninteressant. Jeder der roten Sitze ist langweiliger aus als der andere.

Aber die Atmosphäre ist alles andere als langweilig: auch wenn heute verhältnismäßig wenige Fans kamen und die Zahl der Gästefans, die aber ziemlich geschlossen mit den üblichen Schlachtengesängen hinter ihrer Truppe standen, eher gering war – Galatasaray rockte schon. Wechselgesänge im ganzen Stadion, viel Hüpfen, Schalparaden, aber leider vor allem (trotz allem aber gut klingende) Gesänge gegen das Präsidium, das man weghaben will. In der Halbzeit klagte uns das ein freundlicher Fan von Galatasaray, der nach der typischen Manier in der Türkei und arabischen Ländern das Gespräch nicht so plump eröffnet, wie in Deutschland üblich, sondern erst mal nach Befinden, Herkunft und ob man nur wegen dem Spiel in Istanbul sei, fragt. Er meinte: „Galatasaray spielte ja schon eine gute erste Halbzeit, aber sie haben nicht getroffen und Spiele davor zu oft verloren – und nur der Sieg zählt für die drei großen Clubs, bei Misserfolg gibt es Stress“.

Getroffen haben sie dann leider in der gesamten Spielzeit nicht – und der Stahlwerkerverein erst recht nicht. Die hatten zwei Torchancen nach Kontern in den ganzen 95 Minuten – Karabük stellte sich nur hinten rein. Leider hat Galatasaray einfach nicht mehr die Qualität, um eine schwache Mannschaft, die außer Verteidigen gar nichts zu können scheint, deutlich in die Schranken zu weißen. An der „stählernen“ Kardemir-Abwehr bissen sich die Galatasaray-„Löwen“ die Zähne aus. Der Ballbesitz für G’Saray lag bei etwa 90% - und 90 ist auch für uns eine interessante Zahl, denn zwischen diesem gar nicht mal schlechten oder langweiligen aber auch erst recht nicht guten Spiel von Galatasaray und Karabükspor sowie dem wirklich schwachen Kick von Bennstedt gegen Dessau im Mai 2010 hatten wir 90 Spiele lang kein 0:0 gesehen. Gerade dieses Statistikspielchen macht den Besuch von Fußballspielen dann noch spannender als sowieso: „Treffen sie nun oder treffen sie nicht?“ Meistens treffen sie schon – wie unsere Statistik beweist: gehen wir bis März 2008 zurück, dann haben wir in drei Jahren 240 Spiele und davon nur 5 torlose (Torschnitt übrigens 4,0 pro Spiel) gesehen, wobei die längste Serie ohne 0:0 bei 101 Spielen hintereinander lag. Mal schauen, wie lange die neue Serie nun hält...
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Statistik:Grounds: 534 (heute zwei neue Grounds; diese Saison: 84 neue)
Sportveranstaltungen: 1.236 (heute zwei, diese Saison: 123)
Tageskilometer: 40 Öffentliche Verkehrsmittel (Metro, Taxi, Standseilbahn)
Saisonkilometer: 22.270 (12.070 Auto/ 4.620 Bahn, Bus, Tram/ 2.830 Fahrrad/ 1.950 Flugzeug/ 800 Schiff, Fähre)
Anzahl der Fußballspiele seit dem letzten 0-0: 0 (Bis heute zweitlängste Serie: 90 Spiele ohne 0:0, längste überhaupt: 101)
Anzahl der Wochen, seit der letzten Woche ohne eine einzige Sportveranstaltung (31.7.-6.8. 2006): 240

W240IV: Die klassische Altstadt Sightseeingtour

= = = Sightseeing: 10/10 Punkten! = = = Photos and English version: ISTANBUL – ALL SIGHTS FROM HAGIA SOPHIA AND BLUE MOSQUE TO ANADOLU CASTLES AND ÜSKÜDAR Im Gegensatz zu anderen islamischen bzw. islamisch geprägten Ländern, findet die Mehrheit der Sportveranstaltungen in der Türkei nicht am Freitag, sondern Samstag und Sonntag statt. Auch in Istanbul findet man dann nur ganz wenige Sportveranstaltungen. Die lagen auch zeitlich und geographisch so ungünstig, dass wir stattdessen den Samstag zu einem richtigen Sporttag machten. Am Freitag war dann halt das klassische Sightseeingprogramm in der Istanbuler Altstadt abzuhaken. Vorweg: wer diese Altstadt nicht gesehen hat, hat echt was verpasst! Für Istanbul mit seinem herausragenden Altstadtviertel Sultanahmet sollte man zusammen mit anderen wichtigen Besichtigungen und Sportveranstaltungen auf jeden Fall drei Tage einplanen! IMG_6421 Die Besichtigungstour begannen wir an der Küçük Aya Sofya, also der „Kleinen Hagia Sophia“, einem – wie der Name schon sagt – eher kleinen Beispiel für den türkischen Moscheebaustil. Ein bisschen die Promenade am Marmarameer entlang, durch ein paar mit Holzhäusern gesäumte Gassen und dann ging es zur Blauen Moschee. Diese ist außerhalb der Gebetszeiten für alle zugänglich – eine Spende wird wie in jeder richtigen Kirche still und ohne Drängen anstelle einer Eintrittsgebühr erbeten. Von außen ist sie Dank der enormen Höhe der schlanken Minarette und der Wuchtigkeit der massiven, mehrgliedrigen Kuppel, weithin sichtbar und von innen durch die Ausmalung der Decken und Wände mit den üblichen islamischen Ornamenten sowie im Hofbereich durch weitere Ornamentdetails sehr sehenswert, wenn auch nicht so herausragend wie die Umayyaden-Moschee in Damaskus. Gegenüber liegt die berühmte Aya Sofya (Hagia Sophia, Heilige Weisheit), die entgegen der Behauptungen einiger Leute keine Moschee ist - bzw. keine mehr. Und eine Kirche ist sie erstrecht nicht mehr, sondern ein Museum. Allerdings ist das Gebäude an sich das Museum – Exponate gibt es nur im Vorhof in Form von Säulenkapitellen und anderen Gebäudetrümmern. Der Eintritt ist für alle (keine Studentenermäßigung, nicht mal für türkische Studenten) bei maßlosen 20 Lira (9,50€) festgelegt. Der Besuch lohnt aber zweifelsohne. Man kann auch auf die Empore steigen und von oben die Mischung aus christlichen Jesus-Mosaiken und islamischen Korankalligrafien an den Wänden bewundern. Wie eine Katze vor der Minbar herumlungert und Tauben vor wassergeschädigten Wänden herumflattern, wundert einen auch. Die an die Hagia Sophia angrenzenden Schreine und Grabmale sind kostenfrei zu besichtigen. Hier sind die Leute an der Einlasskontrolle besonders lustig und freundlich drauf gewesen. Einlasskontrollen mit Metalldetektoren gibt es an allen öffentlichen Einrichtungen wie Museen, Universitäten und Ämtern – das ist v.a. dem Kurden-Terror geschuldet. Die Grabmale sind eines so spektakulär wie das andere: mit Samtdecken verhüllten Särgen, die unter hohen, bunt verzierten Kuppeln stehen. IMG_6661 Vor dem Eingang des Topkapı Sarayı pennte ein Straßenköter, daneben patrouillierten Soldaten mit Maschinengewehren. Der Schlossbereich ist wirklich riesig in seiner Fläche, doch die Gebäude sind – bis auf einen Turm – nicht höher als die Wehrmauern. Für weitere 9,50€ Eintritt bekommt man dann die wirklich filigrane Baukunst der Osmanen zu sehen, die von hier aus vier Jahrhunderte lang ein Weltreich steuerten. Viele der Gebäude haben Ähnlichkeiten zu chinesischen Pavillons, freilich nur mit islamischen Ornamenten. Der Harem kostet 7,50€ extra, weswegen wir diesen Teil des Palastes aussparten. Ohnehin sieht man nur einen Teil der ganzen Palastanlage, selbst wenn man 35 Lira zahlt. Biegt man nach dem Besuch des Topkapı Palastes rechts vom Haupteingang aus ab, erreicht man gleich eine tolle Straße mit Holzhäusern. Gegen diese Holzfassadenvillen ist Rauma in Finnland (s. Bericht vom 17.09.2010) gar nichts! Ein paar Schritte weiter befindet sich die Yerebatan Zisterne, ein für ca. 4,75€ zu besuchender unterirdischer Säulenwald. Zwar schwer zu fotografieren, da sehr funsliges Licht, aber vor allem im Sommer eine coole Ecke zum Abkühlen. Bei bedecktem Himmel mit kaum 10 Grad Temperatur war das natürlich nicht so toll... Nach einem ordentlichen Essen zu durchschnittlichen Preisen – schlimm nur, dass man für die gute Qualität auch deutsche Preise zahlen muss – liefen wir noch in den westlichen Teil der Altstadt und guckten uns das Aquädukt, einige Moscheen, einen islamischen Friedhof und den großen überdachten Basar an. Wir wunderten uns darüber, nur drei Mal normal angesprochen worden zu sein. Da hatten wir viel eher alle paar Meter die berühmten, stets hektischen und aufgedrehten Geschäftemacher des Mittelmeerraumes „Hello, Sir! I’ve got wonderful carpets – come in and look! Nice price!“ erwartet. Was uns nicht wunderte und auch nie gewundert hat, war die Dichte des Straßenverkehrs. Zudem ist die Dichte von Katzen und Hunden pro Quadratkilometer hoch: dabei sieht man nur ab und zu mal einen gepflegten Hund an der Leine eines besser situierten Großstädters, meist sind die Viecher räudige, nutzlose Straßenköter – im Gegensatz zu den Katzen, die beliebte Fotomotive sind, machen selbst Touris einen Bogen um die. Wo wir schon bei hohen Dichten sind: die Dichte von Sehenswürdigkeiten in der Altstadt von Istanbul ist enorm hoch – und nicht nur die Anzahl, sondern auch die Qualität! Den Besuch dieser schönen und spektakulären Stadt kann ich trotz der recht hohen Preise wirklich noch mal nachdrücklich empfehlen! IMG_6781 Statistik: Grounds: 532 (heute kein neuer Ground; diese Saison: 82 neue) Sportveranstaltungen: 1.234 (heute keine, diese Saison: 121) Tageskilometer: 10 (10 Metro) Saisonkilometer: 22.230 (12.070 Auto/ 4.580 Bahn, Bus, Tram/ 2.830 Fahrrad/ 1.950 Flugzeug/ 800 Schiff, Fähre) Anzahl der Fußballspiele seit dem letzten 0-0: 90 Anzahl der Wochen, seit der letzten Woche ohne eine einzige Sportveranstaltung (31.7.-6.8. 2006): 240

W240III: Von der sächsischen in die türkische Metropole - Leipzig nach Istanbul

Photos and English version:
ISTANBUL – ALL SIGHTS FROM HAGIA SOPHIA AND BLUE MOSQUE TO ANADOLU CASTLES AND ÜSKÜDAR

Am ersten Donnerstag im März reisten wir ab nach Istanbul (in der türkischen Schreibweise „İstanbul“), wobei wir diesmal eine für uns eher ungewöhnliche Taktik verfolgten: um kurz nach halb fünf Uhr morgens mit der Bahn von Merseburg nach Halle, dann mit dem 5.11-Zug nach Leipzig-Halle-Flughafen und dort dann auf den Abflug um 8.20 warten. Der Bahnsteig ist übrigens erstaunlich nah an der Abfertigungshalle. Die hässliche, österreichische Propellermaschine brachte uns dann erst einmal nach Wien, wo es dann nach weiteren dreieinhalb Stunden Aufenthalt mit einer ebenfalls mickrigen Maschine – aber wenigstens Düsenantrieb und kein Propeller – endlich nach Istanbul ging.

Der Flughafen dort ist hervorragenden an den öffentlichen Nahverkehr angebunden, so fuhren wir mit der Metro, die mit „Jeton“ oder „Token“ genannten Chips zu benutzen ist, mit nur einmal umsteigen bis vor den Platz mit den beiden berühmten Baudenkmälern Sultan-Ahmed-Moschee und Hagia Sophia. Diese Chips kosten pro Strecke nur 1,75TL (also 0,85€) und werden vorm Betreten des Bahnsteigs dann unter Aufsicht von Sicherheitspersonal in Drehkreuzanlagen eingeworfen.
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Wir hatten das nahe der Blauen Moschee (Sultan Ahmed Camii) gelegene „Emma Saray“ gebucht. Das ist eines der Hotels, dass die Preise an der Theke aushandelt – im Internet sind die Preise ab 25€ (so Preise kriegt man nur in türkischen Nachbarländern wie Syrien und Irak!) für die Nacht im Doppelzimmer angegeben, wofür eigentlich 90€ (viel zu hoch und völlig asozial!) bei Erreichen des Hotels ohne Buchung vorgesehen sind, aber wir machten irgendwas bei 55€ aus. Für eine solche Metropole von Welt ist das recht günstig – billiger sind meist nur Jugendherbergen im Schlafsaal – aber es ist schon erschreckend, wenn man solche Preise für ein mäßiges Hotel bezahlt und in der keineswegs so weit hinter Istanbul stehenden Metropole Damaskus für ein deutlich besseres Hotel kaum die Hälfte hinlegt. Die Zimmer sind recht klein, Betten OK, Wasser wird nicht gleich warm und stinkt nach Chlor aber immerhin ist das Bad sauber, Wasserschäden an der Decke sind je nach Zimmer mehr oder weniger gut sichtbar, Frühstücksbüffet klein aber qualitativ gut – viel mehr kann man in Istanbul mit seiner überteuerten Hotellerie leider nicht erwarten für den Preis. Wer von Rabatten bei Hotelketten und deren Ablegern wie Best Western (mein Onkel konnte mir da Positives aus Istanbul berichten) oder Ibis usw. profitiert, sollte diese unbedingt nutzen – da gibt es die gewohnte Qualität für deutsche Preise (z.B. Ibis DZ regulär ca. 90€). Ansonsten würde ich beim nächsten Mal in Istanbul gleich eine Jugendherberge (also Hostel) nutzen – die bringen wenig Qualität für wenig Geld und nicht viel Qualität für viel Geld (wie Ibis etc.) oder gar wenig Qualität für mittelmäßig viel Geld wie dieses Emma Saray. Also die Bewertungen im Internet mögen zwar teilweise nur erfunden sein, da es einen Konkurrenzkampf zwischen privaten Hotels, der auch mit Internetpöbeleien ausgetragen wird, gibt – aber empfehlen würde ich das Hotel trotzdem keinem. Entweder halt Hostel für noch weniger Geld oder ein gutes und dafür eben auch teureres Hotel einer internationalen Kette.

In der Nähe haben wir noch was gegessen und sind in den beleuchteten Altstadtbereich mit der Hagia Sofia und der Blauen Moschee – zwischen beiden ist übrigens abends immer ein beleuchtetes Wasserspiel im Springbrunnen installiert – gelatscht. Im Park daneben sind übrigens bis abends die Nippesverkäufer, Touristenfänger und anderes Geschmeiß aktiv. Wird von Türken als „Korsan“ bezeichnet – heißt so viel wie „Pirat“...
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Statistik:
Grounds: 532 (heute kein neuer Ground; diese Saison: 82 neue)
Sportveranstaltungen: 1.234 (heute keine, diese Saison: 121)
Tageskilometer: 2.000 (1.950 Flug, 30 Eisenbahn, 20 Metro)
Saisonkilometer: 22.220 (12.070 Auto/ 4.570 Bahn, Bus, Tram/ 2.830 Fahrrad/ 1.950 Flugzeug/ 800 Schiff, Fähre)
Anzahl der Fußballspiele seit dem letzten 0-0: 90
Anzahl der Wochen, seit der letzten Woche ohne eine einzige Sportveranstaltung (31.7.-6.8. 2006): 240

W240II: Vorwort zur Reise Istanbul – VAE – Oman

Inhalt: Vorwort: Zur Reise Istanbul – VAE – Oman Tag 1: Von der sächsischen in die türkische Metropole - Leipzig nach Istanbul Tag 2: Die klassische Altstadt Sightseeingtour Tag 3: Ein Derby zwischen Beşiktaş und Fenerbahçe - Galatasaray gegen Karabükspor Tag 4: Auf einer Fahrt nach Asien zeigte sich das wahre Gesicht des türkischen Fußballs Tag 5: Mit Feribot und Banliyö Tren ins tiefste asiatische Istanbul Tag 6: Von einer heimlichen Hauptstadt in die nächste – Istanbul nach Dubai Tag 7: Von wahnwitzigen Wolkenkratzern und internationalem Umfeld Tag 8: Oasen, Festungen, die Hauptstadt des Staatenbundes und ein Tor aus über 50 Metern Tag 9: Von den Emiraten ins Sultanat; Dubai nach Maskat Tag 10: An jeder Ecke eine Festung; im Bergland zwischen Maskat und Nizwa Tag 11: Berge, Burgen und bekloppte Öffnungszeiten; Bahla und Umgebung Tag 12: Rundfahrt durch die Berge bei Nakhl und Rustaq, sowie die Küstenebene zwischen Suwayq und Barka Tag 13: Geöffnete Festungen, tiefe Wadis und der erste Spielbesuch im Oman Tag 14/15: Noch ein paar Festungen und ein letztes Fußballspiel und dann eine lange Rückreise Zusatz 1: Tipps und Zusammenfassung Istanbul! Zusatz 2: Tipps und Zusammenfassung VAE! Zusatz 3: Tipps und Zusammenfassung Oman! IMG_7366 Nach je einem Länderbesuch im Maghreb und im Mashrik sollte es nun auch in die dritte Region der arabischen Welt, dem Khaleedj (also Golf), gehen. Aufgrund der guten Kombinierbarkeit und der hohen Attraktivität des Omans, die durch die enorme, mit sehr vielen Festungen verzierte Gebirgslandschaft hervorgerufen wird, so wie der Bizarrheit der Vereinigten Arabischen Emirate, waren diese zwei Länder unser Ziel. Da es sich finanziell, zeitlich und aufgrund der Flugverbindung lohnte, auf dem Weg in die Emirate einen mehrtägigen Stopp in Istanbul einzulegen, kam auch noch eine Städtereise Istanbul hinzu. Istanbul (oder wie im Türkischen wegen der beiden i-Laute geschrieben werden muss: İstanbul) sei nicht die Türkei, heißt es immer wieder. Oder die Stadt sei nicht typisch für dieses Land. Aber was ist denn typisch für die Türkei? Es gibt definitiv ein großes West-Ost-Gefälle – jetzt kommt mir aber Keiner mit „wie in Deutschland“: das ist in der Türkei viel heftiger! – doch da ist İstanbul trotzdem noch als größte Stadt und die wahre Hauptstadt richtig türkisch. Denn ein Völkergemisch (Türken, Kurden, Armenier, Europäer), eine Bandbreite von Leuten aller Schichten und Ausrichtungen (vom zugewanderten ungebildeten Bauern bis zur ur-istanbuler Uniprofessor) und eine enorme kulturelle Vielfalt (es gibt in deutschen Großstädten wie Berlin und Frankfurt nichts, was es in İstanbul nicht auch gäbe an kulturellen, künstlerischen, sportlichen etc. Angeboten) machen eine solche Stadt aus. IMG_7935 Die VAE sind ein weiteres der Länder, das mit Widersprüchen glänzt. Modernste Architektur, sehr viele Ausländer und ihre kulturellen Einflüsse, aber weiterhin Züge einer konservativen islamischen Stammesgesellschaft mit Monarchie und entsprechend rüden Gesetzten, die z.B. Küssen in der Öffentlichkeit mit Geldstrafen und teilweise Alkoholdelikte mit Auspeitschen bestrafen. Auch wenn es verwunderlich klingt; VAE und USA haben mindestens drei Sachen gemeinsam: 1. die drei Buchstaben zählenden Abkürzungen, 2. die Wolkenkratzerarchitektur der Großstädte und 3. die Erfolgsgeschichte. Denn während die USA als Produkt der Kolonisierung der Ureinwohner aus etlichen Kolonien hervorgingen, entstanden die VAE aus einigen Emiraten, deren Siedlungen zumeist Fischerdörfer und Wüstenoasen waren, die mit dem Erdöl reich wurden. Mit dem Erdöl ging ein Bauboom im US-amerikanischen Stil einher, der bei den „Westlern“ zu zwei Reaktionen führte: 1. Der Neid von den Stellen, die fürchten, dass ihnen der Rang von „ehemals mickrigen Fischerdörfern voller ungebildeter Beduinen, die jetzt durch das Öl reich und mächtig geworden aber im Kern noch dumm und islamisch geblieben sind“ abgelaufen wird. Und wie groß war und ist nicht auch der Neid gegenüber technischen und anderen Errungenschaften der USA? 2. Die übliche Kleine-Leute-Reaktion „Boah geil, da liegt ja das Geld auf der Straße, da muss ich unbedingt Gastarbeiter werden!“ die man auch in den USA des 19. und 20. Jahrhunderts erlebte. Wie schief so etwas gehen kann, kann man zum Beispiel in einem Buch von irgendeinem komischen Vogel nachlesen, der monatelang inhaftiert war, da er in den VAE an falsche Bekannte (Drogen, Alkohol und fragwürdige Jobvermittlung) geriet und vor allem auch schlecht informiert und blauäugig an den neuen Lebensabschnitt heran ging. Erinnert mich an die Story vom Einwanderer in die USA, der übermüdet aus dem Schiff steigt, die medizinische Untersuchung passiert und vor dem Gebäude einen 50-Dollar-Schein auf dem Boden liegen sieht und sich denkt „ach, hier liegt das Geld eh auf der Straße: heute bin ich zu müde mich zu bücken, Geld hebe ich erst morgen auf“ und weiter taumelt... Wenn man sich nicht vor Augen führt, was für eine – für „westliche“ Verhältnisse – altmodische Gesellschaft die Emirate sind, eckt man dort hoffnungslos an; so wie eine Frau in Burka in Deutschland auch aneckt. Wer aber auch nur etwas Ahnung vom Islam in den Golfstaaten – der sich von dem im Maghreb oder in Syrien üblichen in einigen Dingen unterscheidet – hat, der wird weder anecken, noch im Knast landen, sondern einen interessanten Urlaub verbringen. Wer dort arbeitet, wird so wie so weitestgehend in seine Parallelwelt der ausländischen Arbeitskräfte eintauchen: Integrationsdiskussionen gibt es in den Emiraten nicht. IMG_8154 Im Oman sieht es etwas anders aus, als in den Emiraten, da die Wirtschaft im Schatten der VAE boomt und die Bauprojekte mehr durch Vernunft und Zurückhaltung, denn durch den Showfaktor geprägt sind. Extrem und bewundernswert ist es, wie Sultan Qabous und seine Leute das Land seit 1970 vom völlig zurückgebliebenen, von der Welt abgeschotteten Reich, dessen Bevölkerung übel unterdrückt und z.B. von Bildung fern gehalten wurde (so gab es nur drei Jungenschulen im Land), zu einem Land mit fast 100% Alphabetisierungsrate, soliden staatlichen Strukturen – Oman ist zwar reichlich totalitär, aber es ist eines der wenigen Länder der arabischen Welt, in denen Bildungswesen und die Medizinversorgung europäisches Niveau behaupten können – und starker Wirtschaft machten. Oman gilt den UN als das Land, das die größten Entwicklungsschritte in den letzten 40 Jahren gemacht hat. Das will ich mal in Afghanistan sehen, deren Situation so ähnlich wie jene im Oman vor 1970 war, aber die die Hilfe von dutzenden Staaten – Oman hatte nur etwas britische Unterstützung in der Zeit des Machtwechsels und danach – in den Sand setzen... Aber lieber zurück zum Oman: vor allem die Landschaft, die krassen Bergregionen mit ihren palmbestandenen Oasen, tief eingekerbten Tälern und hoch über ebendiesen thronenden Festungen, dürften selbst Banausen zu begeistern wissen. Das Land wirkt auch noch sehr traditionell islamisch geprägt, was sich nicht nur in der Kleidung der Menschen niederschlägt. Neben Istanbul ist Oman das lohnendste Ziel! IMG_9024