Montag, 25. März 2013

W347II: Ein Außenseitersieg – aber ein wenig überraschender

VfB Thomas Müntzer Mühlhausen -------------------- 33
Landsportverein Ziegelheim ---------------------------- 20
- Datum: Sonntag, 24. März 2013 – Anwurf: 16.00
- Wettbewerb: 5. Runde des Thüringer Verbandspokals, d.h. Viertelfinale (Thüringenliga = 5. Ebene, 2. Amateurliga gegen „Mittel“deutsche Oberliga = 4. Ebene, 1. Amateurliga)
- Ergebnis: 33-20 nach 60 Min. (2x30) – Halbzeit: 17-12
- Tore: k.A. (VfB TM); k.A. (LSV Z)
- Gelbe Karten: Nr. 5, 9, Trainer (VfB TM); Nr. 2, 18, 79 (LSV Z)
- Zeitstrafen: Nr. 5, 9, 15, 23 (VfB TM = 8 Minuten); 3x Nr. 18, Nr. 17, 79 (LSV Z = 10 Minuten)
- Platzverweise: Nr. 18 LSV (53. wg. Schiedsrichterbeleidigung)
- Spielort: Sporthalle Damaschke-Straße (Kap. 250, davon 50 Sitzplätze)
- Zuschauer: ca. 200 (darunter Gästefans: keine?)
- Unterhaltungswert: 5,0/10 (Durchschnittliches Spiel, dass ein klar überlegener Außenseiter souverän für sich entschied) DSC00395 Photos with English Commentary:
a) Amateur Handball, Cup of Thuringia: Thomas Müntzer Mühlhausen defeat LSV Ziegelheim

Video:

Die Spielausfallflut ging beim Fußball ungebremst weiter – wenn die Temperaturen leicht unter Null liegen reicht das hierzulande – also ging es weiter mit Hallensport. Am Sonntag standen aber auch einige Besichtigungen an, die teilweise erschreckend schwer erreichbar waren. Es ist ja wohl nicht zu glauben, dass man es in den thüringischen Landkreis Unstrut-Hainich und Kyffhäuser nicht fertig bringt, Schneeverwehungen von bis zu einem knappen Meter zu beseitigen. Selbst an diesen Stellen entstehen die nicht in 20 Minuten, sondern sammeln sich erst in vier, fünf Stunden an – vergleichbare Orte im Saalekreis waren gut beräumt. Nicht zu verstehen ist aber auch, dass da Autofahrer mit einheimischen Nummern den Verkehr behinderten, da sie solche Verhältnisse kennen sollten. Aber die Einheimischen kannten ja nicht mal Regeln wie „bergan hat Vorfahrt bei Begegnung im einspurigen Bereich“...

Irgendwie schafften wir es aber ein vernünftiges Besichtigungsprogramm auf die Beine zu stellen: zuerst die Klöster von Dingelstädt (unspektakulär da 19. Jh. aber nett gelegen) und Zella (eines der bekanntesten Klöster Deutschlands und eines der wenigen, bei denen die Kirche nicht das Highlight ist, denn diese ist schlichter als viele Nebengebäude mit feinem Fachwerk). Dann war die Altstadt von Mühlhausen, der man auch preisgünstig und gut bei einem China-Thai-Imbiss essen konnte, ein Highlight. Mit der massiven, mit etlichen Türmen bewehrten Stadtmauer, den Fachwerkbauten und Kirchen, die fast durchweg schlanke, hohe Türme in weiß aufweisen, ist Mühlhausen eine der schönsten Städte Thüringens und Deutschlands. In Sachen Kirchengeschichte ist der Ort übrigens bedeutend: Thomas Müntzer hatte zwar außer seine letzten Stunden, die er bis zu seiner Hinrichtung vor dem Stadttor Mühlhausens verbrachte, nicht viel Zeit in diesem Ort zugebracht – als Thomas-Müntzer-Stadt wird sie trotzdem bezeichnet. Besonders die gotische Saalkirche, die auch dafür gleich 3€ Eintritt will, hält die Erinnerung an den radikalen Theologen und Reformer aufrecht.
Nach dem Handballpokalspiel besichtigten wir eine Kirchenruine in Grabe und dann das barocke Schloss von Schlotheim. Neben diesem steht ein Gedenkstein für Müntzer in DDR-Diktion, auf dem seine revolutionären Seiten herausgestrichen werden: absolut albern, dass ein Atheisten-Staat einen radikalen Theologen feiert – aber in der DDR musste man halt jeden Schwachsinn der irgendwie mit irgendwelcher Revolution gegen feudale Obrigkeiten zu tun hatte, bis zur Verblödung ausschlachten...
Abschließend besichtigten wir noch die Schlossruine von Ebeleben, von der nur noch eine große Außenmauer und regelmäßige Grundmauern stehen. DSC00420 Nicht einmal beim Handball blieb man dann in Mühlhausen von diesem Reformationschaoten verschont. Die Sporthalle heißt aufgrund ihres Standortes in der Damaschke-Straße nach Adolf Damaschke, einem Führer der Bodenreformbewegung und einem schrägen Pädagogen mit diversen linksextremistischen Tendenzen – der Sportverein dann tatsächlich „VfB Thomas Müntzer 09“. Nach „SV Scharnhorst Großgörschen“ und „Don Bosco Bamberg“ ist das erst der dritte deutsch Verein der mir unterkommt und den Namen einer historischen Persönlichkeit trägt. Wobei von den drei genannten, Müntzer die mit Abstand zweifelhafteste ist. Viele DDR-Bürger und deren Nachkommen scheinen nicht zu wissen, dass sie von Müntzer in die Kategorie der nichtswürdigen und zu tötenden Gottlosen einsortiert worden wären: die Theologie Müntzers ist in ihren politischen Forderungen für seine Zeit nicht ungewöhnlich aber für den heutigen Deutschen nur aus den Medien im Zusammenhang mit islamistischem Terrorismus bekannt. Dass ein derart radikaler religiöser Reformer von einem atheistischen Staat verherrlicht wurde, da er nebenbei auch einer von vielen aus unterschiedlichen Kulturkreisen war, der späteren revolutionären sozialistischen und kommunistischen Tendenzen und Ideen vorgriff und somit entfernt als „Revolutionär“ bezeichnet werden kann, ist wie gesagt wirklich albern. Sich nach einer Persönlichkeit zu benennen, die nur in der Stadt hingerichtet – nicht einmal länger dort gewirkt hat – ebenfalls. Ich hätte ja noch Müntzers Lieblingsspruch aus Matthäus (Kapitel 10, Vers 34) auf die Trikots gedruckt: „Ich bin nicht gekommen, Frieden zu bringen, sondern das Schwert“ – aber stattdessen wurde lieber für die „beste Bratwurst“ geworben...

Für die Halle sollte keiner gleich ein Schwert mitbringen, aber eine Schlagbohrmaschine sowie ein paar Holzlatten, Metallrohre und die erforderlichen Genehmigungen wären schon nicht schlecht, denn mit den paar Turnbänken und als Stehplätze angedachten Fußbänkchen, die nach Lust und Laune auf der breiteren Längsseite in dem kastenförmigen Backsteinbau aus den 1970ern verteilt werden, ist die Halle für die Zuschauer etwas zu eng geraten. Und Zuschauer kommen reichlich, denn fast alle 250 Plätze waren belegt, was bei sehr anständigen Eintrittspreisen von 3€ (Studenten, Rentner, Schüler: 2€) auch so seien sollte. Eine sehr gute Sache war auch die Trommelgruppe, die sich aus richtigen Hobbymusikern zusammensetzt und bei Ballbesitz der Mühlhäuser flotte Rhythmen vorlegte. Ich würde denen allerdings, so gut ihre Darbietung auch war, vorschlagen, mal richtige Liedmelodien komplett durchzuspielen, solange das Spiel nicht wirklich unterbrochen ist und nicht sofort bei Ballbesitz für den Gegner das Musizieren einzustellen. Wenn eine Musikgruppe wie z.B. bei den maltesischen Fangruppen üblich, mit eine paar Blasinstrumenten zu den Trommeln aufkreuzt, ist das natürlich noch besser. Aber wie auch immer: um klassen besser als bei den meisten Vereinen im Handball, was die da bei Mühlhausen zeigen!

Mühlhausen ist übrigens weit abgeschlagen hinter Gotha auf Rang 2 der Thüringenliga und hat leider keine Chance mehr, den vermutlich leider absteigenden LSV Ziegelheim in der sogenannten „Mittel“deutschen Oberliga (wobei Mühlhausen ja wenigstens wirklich eine mitteldeutsche Stadt ist) zu ersetzen. Nominell war der Außenseiter natürlich Mühlhausen, ich hatte allerdings schon gleich fest mit einem Sieg der Reformermannschaft gerechnet. Was der Landsportverein spielte, war selbst für Thüringenliga nur unteres Mittelmaß. Mit einem 13-Tore-Unterschied hätte ich auch nicht gerechnet, aber die unmotivierten, zum Ende hin einfach nur gefrusteten und über die ganzen 60 Minuten zu guten Spielzügen unfähigen Ziegelheimer wurden hier regelrecht vorgeführt. In den ersten 15 Minuten war das Spiel ja noch eng, aber dann zog Mühlhausen immer weiter davon. Nur wenige Fehler unterliefen den Gastgebern, weitestgehend konsequent wurden die Angriffe vorgetragen, in allen technischen und spielerischen Belangen wusste der VfB TM besser zu gefallen als der LSV.

Nach einer sehr guten Schiedsrichterleistung am Samstag, gab es übrigens auch am heutigen Sonntag keine Kritik am Gespann der Unparteiischen. Die beiden machten ihre Sache gut und souverän, teilweise vielleicht etwas kleinlich, aber bei einer zunehmend aggressiv auftretenden Mannschaft wie Ziegelheim war das wahrscheinlich auch nötig.

Alles in allem war es erschreckend zu sehen, wie ein Fünftligist der 44 Stunden zuvor bereits ein Spiel absolviert hatte, einen Viertligisten, der 24 Stunden zuvor ein Spiel gemacht hatte, vorführte. Es scheint absehbar, dass Ziegelheim sich bereits auf kurze Sicht als nicht MOL-tauglich erweisen wird, was schade ist: der Spielbesuch bei diesem Verein im Altenburger Land war wirklich nett! DSC00281 Statistik:
- Grounds: 890 (heute 1 neue; diese Saison: 122 neue)
- Sportveranstaltungen: 1.748 (heute 1, diese Saison: 171)
- Tageskilometer: 330 (330 Fahrrad)
- Saisonkilometer: 43.940 (34.760 Auto/ 6.500 Flugzeug/ 2.340 Fahrrad/ 170 Bahn, Bus, Tram/ 90 Schiff, Fähre)
- Anzahl der Fußballspiele seit dem letzten 0-0: 39 [Letzte Serie: 6, Rekord: 141]
- Anzahl der Wochen, seit der letzten Woche ohne eine einzige Sportveranstaltung (31.7.-6.8. 2006): 347

W347I: Letztes Saisonspiel der Leunaer Handballer und zweifelhafte Abstiegsrunde der Volleyballer

TSV Leuna 1919 ------------------------------------------- 26
Merseburger SV Buna Schkopau II ------------------- 26
- Datum: Samstag, 23. März 2013 – Anstoß: 16.30
- Wettbewerb: Bezirksklasse Sachsen-Anhalt Süd (8. Handballliga, 5. Amateurliga)
- Ergebnis: 26-26 nach 60 Min. (2x30) – Halbzeit: 13-14
- Tore: Rudi 6, Schmidtn 6, Dry 4, Holchi 3, Fünfer 2, Doc 2, Sven 2, Di Di Dieter 1 (Leuna); k.A. (Buna)
- Gelbe Karten: Dry, Fünfer, Holchi (Leuna); Nr. 8 (Buna)
- Zeitstrafen: 2x Fünfer, Holchi (Leuna = 6 Minuten); 3x Nr. 8, Nr. 4, Nr. 15 (Buna = 10 Minuten)
- Platzverweise: Nr. 8 von Buna in 60. Min. wg. wiederholtem Reklamierens und Beleidigens
- Spielort: Sporthalle Leuna (Kap. 200 Sitzplätze)
- Zuschauer: ca. 40 (darunter ca. 10 Gästefans)
- Unterhaltungswert: 5,0/10 (Eines der schwächeren Spiele des TSV, aber sehr spannend)

Chemie Volley Mitteldeutschland (Leuna OT Spergau) - 1
Netzhoppers Königs Wusterhausen – Bestensee ---------- 3
- Datum: Samstag, 23. März 2013 – Beginn: 19.30
- Wettbewerb: Abstiegsrunde der Volleyball Bundesliga der Männer (Halbprofivolleyballliga)
- Spielzeit: 109 Minuten
- Ergebnis: 1-3 nach Sätzen
- Satzergebnisse: 25-22, 22-25, 19-25, 15-25
- Spielort: Jahrhunderthalle Spergau (Kap. 1.300 Sitzplätze)
- Zuschauer: 1.007 zahlende, insgesamt max. 1.100, davon ca. 40 Gästefans
- Unterhaltungswert: 5,0/10 (Durchschnittliches Volleyballspiel, dass KW leider dominierte, nachdem bei CVM nach und nach die Luft rausging) DSC00171 Photos with English Commentary:
a) Amateur Handball, Saxony-Anhalt: TSV Leuna v MSV Buna Schkopau Reserve
b) Volleyball Top Flight, Relegation Round: Chemie Volley v Netzhoppers KW

Kaum zurück aus Malta, begrüßte uns Deutschland mit Schnee, Minusgraden und der alljährlichen Spielausfallseuche im Fußball. Wundersamerweise spielte Sportring Mücheln im Kreispokal gegen unseren TSV Leuna, aber die Ansetzung war zeitlich bescheuert, sodass nur Hallensport blieb. Im Übrigen war laut beim Spiel anwesenden Leunaern auch die sonstige Organisation bescheuert: es wurde auf dem gewalzten Nebenplatz gekickt – hätte man die Schneedecke nicht bearbeitet, wäre es weniger schwierig gewesen, zu spielen. Aber trotz monatelangen Winters ist man in Deutschland doch in allen Belangen unfähig, mit den üblichen Problemen dieser Jahreszeit (v.a. Schnee und Eis) umzugehen: wie viele Spiele unnötig ausfallen ist schier unglaublich – und wie viele Spiele, die bei dieser Witterung vernünftigerweise ausgetragen werden, schlecht organisiert sind, auch! Von anderen Lebensbereichen wie Schienenverkehr will ich mal gar nicht anfangen...

Uns war heute ohnehin wichtiger den letzten Saisonspieltag der Leunaer Handballer zu sehen. Das Hinspiel in Merseburg bei Buna Schkopau hatten wir ja gesehen: 19-22 siegte Leuna. Beim heutigen Spiel ging es um eine möglichst gute Platzierung im Mittelfeld.

Nach Sieg sah es leider nie aus für den TSV. Nicht einmal geführt haben die Leunaer – in keiner Phase des Spiels! Na gut, es ging ja wie angemerkt auch um nichts mehr, denn beide Mannschaften waren im Niemandsland der Tabelle und es ging nur noch ums eventuelle Austausche der Plätze. Ich kann schon vorwegnehmen, dass das Ergebnis von 26:26 nur die jeweiligen Tabellenplätze 5 bzw. 7 festigte.

Allerdings sah es bei dem teilweise etwas unmotiviert wirkenden Spiel der Leunaer auch lange nicht nach Punkteteilung aus, denn Buna zog durch die Abwehrreihen und lies dem TSV-Torwart Arndt Herfurth keine Chance. Vorne trafen die Offensivspieler dauernd Pfosten und Latte. Bis zur Pause hatten sich die Leunaer aber auf einen Ein-Tor-Rückstand zurückgekämpft.

Nach der Pause blieb Buna konstant: ganz gute Offensive, in der Defensive die üblichen Lücken und im Übrigen unfair im Auftreten mit ständigem Reklamieren und Beschimpfen der Gegenspieler (nach klaren Fouls „Schauspielerei“ vorwerfen etc.). Leuna hingegen kam erst gar nicht aus dem Knick und steigerte sich nach etwa 10 Minuten plötzlich. Obwohl Sven stark angeschlagen war traf er zwei Mal, neben den herausragenden Torschützen Rudi und Schmidtn mit je sechs Treffern, waren die Tore auf die gesamte Mannschaft verteilt. Diese geschlossene Mannschaftsleistung brachte dann zwei Minuten vor dem Ende den verdienten Ausgleich, den man die letzten zwei Minuten durch konsequentes Verteidigen auch halten konnte.

Das war zwar ein eher schwaches Spiel des TSV, aber sie machten in der zweiten Halbzeit noch das Beste aus einer ungünstigen Spielsituation. Und spannend war die Partie sowieso!

Was übrigens in der Bezirksklasse selten ist, ist dass ich die Schiedsrichterleistung loben kann. Doch das Gespann von Halle-Süd, unter anderem mit dem Schiedsrichterobmann des Spielkreises oder -bezirkes, lieferte eine absolut souveräne Leistung. Während Leuna anerkennen konnte, dass man es hier mit wirklich kompetenten Leuten zu tun hat – der Oberschiedsrichter weiß schon, was er seinen Leuten in den Lehrgängen erzählt, auch wenn diese es selten auf dem Spielfeld umsetzen können – und nur zwei, drei Entscheidungen in ganz normalem Ton anzweifelte, benahmen sich einige Bunesen wirklich wie die Wilden nach denen ihr Spitzname „Bunesen“ schon klingt. Dass ein so unfairer und arroganter Spieler wie der 8er die Truppe als Spielertrainer betreut, wirkte sich auf deren Auftreten aus. Der Einzige, der es aber wirklich mit den Beschimpfungen gegen Gegenspieler und dem Reklamieren übertrieb, war ebenjener Spieler mit der 8, der sich erst in der Schlussminute seinen verdienten Platzverweis abholte (er hatte wieder rumgebrüllt und die Schiedsrichter zugetextet, da sie eine völlig richtige Entscheidung getroffen hatten: es gab Freiwurf für Buna und er wollte wohl Siebenmeter, oder so) und dann noch den Schiri anrempelt und irgendwas Dummes sagt. Aber das hohe Niveau des Gespannes war auch an ihrem strengen aber freundlichen Auftreten gegenüber den Spielern festzumachen: keine Arroganz und kein Rumgeschrei – nicht mal bei dem Anrempeln des 8ers.

Bei Anwesenheit von MZ-Mitarbeitern hätte es übrigens wegen des beknackten 8ers wieder einen seitenfüllenden Artikel zur schrecklichen Situation der armen Schiedsrichter gegeben, auch wenn dieses Thema eigentlich auf den ach so furchtbar verrohten Fußball gebucht ist... DSC00161 Weiter ging es durch die Kälte in den Leunaer Ortsteil Spergau. Wir waren so früh in der Jahrhunderthalle, dass viel Zeit zum Quatschen mit den Offiziellen und VIPs blieb, eher das sportlich zweifelhafte Relegationsspiel im Best of Three Modus zwischen CVM und den Netzhoppers angepfiffen wurde. Königs Wusterhausen ist nur wegen Punktabzügen in dieser Abstiegsrunde gelandet, die mit Lizenzverstößen zu tun hatten. Was auch immer die Brandenburger angestellt haben – sportlich haben sie es nicht verdient auf einer Stufe mit CVM und Dresden zu stehen.

Dresden ist natürlich das Stichwort, denn den sportlichen Abstieg hat CVM damit besiegelt, dass sie zweimal gegen diesen lächerlichen Kunstverein aus der sächsischen Landeshauptstadt verloren. So sehr ich Dresden als Stadt auch schätze – sportlich ist das dort oftmals grauenhaft mit anzusehen. Ein absolutes Lowlight: das Spiel gegen Haching wird kurz vor dem Anpfiff abgesagt, da ein Wasserschaden in der Sporthalle, einer sogenannten „Arena“, die natürlich in den letzten Jahren umgebaut wurde, aufgetreten war. Und wer gegen so einen Gegner gleich zwei Mal hintereinander verliert, hat sportlich einfach abgewirtschaftet. Entschieden wird der Abstieg aber wie immer nur am grünen Tisch, sodass das heutige Spiel eher bedeutungslos war.

Entsprechend sah das Spiel auch aus: der Clown versuchte zwar das anfangs sehr motivierte Publikum zu den üblichen Mätzchen zu animieren, doch im vierten Satz, der die reinste Vorführung der Schwächen des Gastgebers war, waren nur noch die ca. 40 Brandenburger zu hören. Als KW die Partie ab Satz drei drehte, wurde es zunehmend langweilig. Hier war schon phasenweise ein Klassenunterschied erkennbar.

Festzuhalten gilt nach dieser Saison, in der der CVM seine wirklich starken Leistungen der ersten drei Viertel der Saison noch im letzten Viertel vergeigte, dass das System, das Hauptschuld an diesem Versagen trägt, geändert wird, da es gegen die sportliche Fairness steht. Den Fehler im eigenen System hat der CVM korrigiert – man hat jetzt einen Trainer, der mit der Mannschaft kommuniziert – doch nun gilt es Druck auf die DVL, deren Bosse aus absolut nicht nachvollziehbaren Gründen ein veraltetes Punktesystem beibehalten und ein völlig hirnverbrannntes Play-off-/ Play-down-System mit Pre-Play-offs eingeführt haben, zu machen:
Keine Pre-Playoff-Scheiße, die dem Tabellenletzten noch ein Eingreifen in das Titelrennen ermöglicht – und ein angemessenes Punktesystem, wie es sogar schon in kleinen Volleyballnationen wie Algerien oder Malta eingeführt ist (siehe meine Berichte aus diesen Ländern!), mit 3 Punkten für einen 3:0- oder 3:1-Sieg, 2 Punkten für einen 3:2 Sieg und 1 Punkt für eine 2:3 Niederlage! DSC00219 Statistik:
- Grounds: 889 (heute 0 neue; diese Saison: 121 neue)
- Sportveranstaltungen: 1.747 (heute 2, diese Saison: 170)
- Tageskilometer: 20 (20 Fahrrad)
- Saisonkilometer: 43.610 (34.430 Auto/ 6.500 Flugzeug/ 2.340 Fahrrad/ 170 Bahn, Bus, Tram/ 90 Schiff, Fähre)
- Anzahl der Fußballspiele seit dem letzten 0-0: 39 [Letzte Serie: 6, Rekord: 141]
- Anzahl der Wochen, seit der letzten Woche ohne eine einzige Sportveranstaltung (31.7.-6.8. 2006): 347

Donnerstag, 21. März 2013

W346IX: Zusammenfassung (Malta 2013 = 15/15)

Fotoalben:
Landschaften Maltas: Link
Festungen, Wehrtürme, Schlösser: Link 
Gozo; Architektur und Landschaft: Link 
Kirchen und andere Sakralbauten auf Malta: Link
Andere Inseln des Maltesischen Archipels (außer Malta und Gozo): Link
Megalithische Tempel und Antike Bauten: Link
Weitere Bilder von Malta; Kunstvolle Balkone, Windmühlen ohne Flügel etc.: LINK
WAHLSIEGFEIERN; die Labour Party zelebriert Politik: LINK
Fußball:
Handball:
Basketball:
Cricket:
Volleyball:
Rugby:
Wasserball:

Groundhoppingstatistik:
Zwar selten gutes Niveau, aber vielseitig und abwechslungsreich: 1 Länderpunkt (Malta) und 1 Zusatzländerpunkt (Gozo), 21 Sportveranstaltungen (davon 10x Fußball), 15 Grounds (davon 9 Fußballstadien: 8x Malta, 1x Gozo), 7 Sportarten (Basketball, Cricket, Fußball, Handball, Rugby, Volleyball, Wasserball). Die besten Spiele: Rugby Kavallieri v Overseas und Fußball Valletta v Birkirkara. 

Sehenswürdigkeiten:
Zumeist sind die Sehenswürdigkeiten eher kleine Dinge – ein paar Besiedelungsspuren von 7.000 Jahren Alter, die aber auch entsprechend verwittert sind, oder ein paar Kirchen und Kapellen aus Barock und Mittelalter – aber es gibt auch ein paar besondere Knaller, die ich hier hervorhebe:
Mdina: Geniale Festungsstadt in toller Berglage mit eindrucksvollen Sakralbauten und engen Gassen.
Valletta: Spektakuläre Bergspornlage auf einer befestigten Landzunge: mit den verzierten Häusern eine der schönsten Hauptstädte überhaupt, wobei das natürlich eher ein Dorf ist!
Die megalithischen Tempel von Hagar Qim, Mnajdra, Tarxien, Ggantija auf Gozo und weniger spektakulär: Ta’ Hagrat, Skorba: zwar für Laien nur behauene Steine, für Kenner aber eine Frühform feinster Baukunst.
Landschaftsformen auf Malta und Gozo wie Felsgrotten (Blue Grotto) und Felsentore (Azure Window u.a.).

Ferienwohnung:
Insbesondere für Aufenthalte von mehr als einer Woche lohnen sich die mit der Länge des Aufenthaltes billiger werdenden Ferienwohnungen (Apartments) wie im „Porto Azzurro“ in Xemxija. Die FeWo dort für 15€ pro Tag war topp. Der Minimarkt im Hotel allerdings weniger und das Restaurant kann man voll vergessen!

Apropos Restaurant: maltesische Küche ist leider nicht an jeder Ecke zu kriegen, wenn dann nur zu Preisen wie in Deutschland (einfache Hauptgerichte auch schon mal 5-6€, doch meistens 10-12€ oder schlimmer) und auch nur zu konservativen Zeiten Mittagessen 12-14h, Abendessen 18.30-21.30 (jeweils +– 30 Minuten, Abendessen manchmal auch noch deutlich länger), aber die maltesische Küche ist so ziemlich das kurioseste aber auch leckerste überhaupt. Das Beste aus arabischer (nordafrikanischer), italienischer, französischer und was weiß ich noch für eine Küche mit eigenen maltesischen Ideen gemischt! Für verzärtelte westliche Tierfreunde ist das aber nichts – Vegetarier scheint es auf den Inseln eh nicht zu geben – denn hier werden v.a. Kaninchen verarbeitet (z.B. in Knoblauch gerieben und auf Rotweinsoße gelegt), oft Pferdefleisch angeboten und auch gestopfte Wachteln serviert. Dazu als Getränk eine abartige Bitterorangen-Karamell-Kräuterlimonade namens Kinnie!

Nach Malta anzureisen ist übrigens nicht so schwer: man muss abwägen, ob sich Billigfluganbieter wirklich lohnen (auch Nachbarländer bedenken: irgendeine Drecksairline fliegt von Eindhoven aus), ansonsten halt zähneknirschend auf die scheiß Lufthansa zurückgreifen. Bei der zahlt man wenigstens nicht für Gepäck und Handgepäck, wenn es nicht gerade sehr groß ist – nur der Service ist halt so scheiß wie bei den Billigfliegern...
Im Land kann man dann sehr günstig mit Bussen unterwegs sein, die aber abends nicht mehr unbedingt verkehren.
So billig Busse und Ferienwohnungen sind, so teuer ist übrigens oft die sonstige Lebenshaltung. Man muss schon geschickt die Preise vergleichen, welche Lebensmittel man in welchem Supermarkt günstig bekommt. Vor allem Getränke sind schweineteuer. Derzeit ist Lidl aber dabei, das Preisniveau auf der Insel etwas zu drosseln.

Eine sehr gute Form sich auf Malta zu bewegen ist übrigens Radfahren. Völlig unverständlicherweise aber, gibt es nur wenige Radfahrer auf Malta. Eigentlich müsste das eine super Destination für Radfahrer sein und es sollte massenhaftes Verkehrsaufkommen von Fahrrädern, Motorrädern und Mopeds geben, doch – warum auch immer – es wird fast nur Auto und Bus gefahren. Na gut, ist ja auch anstrengend da ohne Motorisierung rumzufahren... Die Verleiher sind etwas unprofessionell, daher ist es ab zwei Wochen wahrscheinlich besser ein eigenes, gut gewartetes Mountainbike mitzubringen. MTB ist das einzig brauchbare, da sehr viele Steigungen und Nebenstraßen eng und schlecht. Ach ja: und immer schön links halten! Das Hupen der Autofahrer ist nur die Warnung zum Überholen, Auto- und Busfahrer sind nur auf Gozo nervend, da die dort völlig unsicher fahren. Radfahren ist wirklich überall (außer in Tunneln) erlaubt, da kaum Radwege (meist Radstreifen, die immer wieder auftauchen nur um dann wieder zu Ende zu sein, oftmals auch nur bei bergan führenden Strecken auf der linken Seite (d.h. bergauf Seite), und selbst nachts oder während der Rushhours kann man problemlos auf den breiten vierspurigen Hauptverkehrsstraßen Fahrradfahren! Das größte Problem für Radfahrer: Hunde. Lösung: wenn kein Besitzer in Sicht (die schreiten vernünftigerweise sofort ein, wenn der Köter mit dem Fahrrad spielen will), einfach das Dreckvieh umtreten oder mit Gegenständen wie Steinen oder Stöcken schlagen...

Reiseführer hatte ich jetzt keinen, aber eine Karte natürlich. Erschreckenderweise, sind die Karten für Malta nur ziemlich mittelmäßig, obwohl kaum ein Land einfacher kartographisch zu erschließen ist. Naja, die 1:40.000 Malta & Gozo International Travel Map ist schon ganz OK.
Wer außer Englisch auch Maltesisch kommunizieren will: Kauderwelsch hat einen alltagstauglichen Band von Kim Ohk, allerdings kommen die Ausspracheunterschiede in den verschiedenen Regionen Maltas etwas kurz. „Bongornu kif int?“ von Arne Ambros ist da natürlich bessser, aber man lernt nichts alltagstaugliches, sondern nur passives, literarischen Wissen – total wissenschaftlicher Gelehrtenschrieb halt, den ich keinem empfehlen würde, der nicht aus dem Bereich Linguistik/ Arabistik etc. kommt! Für „Maltese in Easy Stages“ von Albert Cassola gilt Ähnliches: ist auch nur eine Grammatik – und maltesische Grammatiken sind auch nur dann wirklich interessant, wenn sie genau mit arabischen Grammatiken vergleichend arbeiten, was Cassola nicht tut.

Fazit:
In Sachen Sehenswürdigkeiten wusste Malta gut zu gefallen, wenn es auch nicht herausragte. Neben Luxemburg aber der beste Zwergstaat, definitiv! Noch vor San Marino und ganz weit vor Liechtenstein.
Ein Knaller war es natürlich zu den Wahlen anwesend zu sein, denn das war bessere Folklore als jedes normale Volksfest oder Filmfestival oder so.
Groundhopping ist auf Malta problemlos möglich: fast jeden Tag gibt es Sport; Samstag und Sonntag von morgens bis abends, unter der Woche natürlich nur abends. Eintrittspreise sind teilweise recht hoch (2,50€ für A-Jugend, 6-7€ für die halbprofessionelle 1. Liga). Stimmung gibt es nur selten: drei, vier starke Wasserballfangruppen und vier, fünf stimmungsvolle Fußballfangruppen. Diese sind aber auch nicht bei jedem Spiel gut drauf, aber wenn, dann geht’s ab mit Blaskappellen und Pyrotechnik! Insbesondere die Idee mit einer Blaskapelle bekannte Rhythmen vorzugeben und dann auf diese Rhythmen Vereinslieder zu dichten, ist genial!
Insgesamt gesehen ist aber das Niveau in allen Sportarten überwiegend niedrig. Jetzt nicht so schlimm wie z.B. in Indien, aber schon ganz schön dürftig – auch für nur 400.000 Einwohner...

W346VIII: Rückreise (Malta 2013: 14/15)

Photos with English Commentary:

Wir standen noch mal ziemlich früh auf und fuhren mit den Rädern noch eine letzte kleine Tour, nämlich zur versteckten Mistra Bay gegenüber von St. Paul’s Island. Bei besserem Wetter hätte man zur unbewohnten Felsinsel, auf der eine Kirchenruine und eine Statue des Heiligen Paulus stehen, rüber schwimmen können. Mit Blick zur Festung Chatham und nach St. Paul’s Bay ist man auch noch mal mit den letzten Eindrücken von der kleinen aber wirklich interessanten Mittelmeerinsel versorgt. DSC08913 Kaum kamen wir zur Ferienwohnung zurück, schon kam Henry von Ecobikes um die Karren abzuholen. Der Hotelier bestellte derweil ein Taxi, das uns dann kurz nach 11 Uhr zum Flughafen brachte. Wie üblich war die Lufthansa zu spät, doch mit nur 30 Minuten Verspätung richtig gut diesmal. Das Essen war dafür scheiße wie immer: trockenes Pizzabrötchen. Unglaublich, was diese Drecks-Airline einem da immer wieder anbietet. Andererseits ist es auch sinnfrei, wenn man sich wie die beknackten Rentner vor uns, übers Essen beschwert. Nutzt doch eh nichts, bei der Lufthansa. Die werden in allen Belangen eher schlechter als besser – auch wenn man sich darüber mit Recht beschwert. Aber typisch arrogante Hamburger Mittelschichtler 65+ on tour...

Es dauerte so lange, bis wir in der Hügelstraße waren, dass Thomas uns wegen seiner Lehrerkonferenz um 18 Uhr absagen musste. Also ab nach Merseburg mit Essensstopp an einem Autohof mit Pissgelbem M – dort gab es wenigstens gut gemachte, aufgewärmte Brötchen mit richtig viel Fleisch...

Zuhause hatte mich gleich der Alltag wieder: im Briefkasten ein Schreiben vom Finanzamt, dass mich um die Übersendung von Unterlagen bittet, die mein Arbeitgeber (und nicht ich, denn so war es ausgemacht worden) hätte vor zwei Monaten einreichen sollen, Werbemüll mit Damenbinden als Geschenkbeigabe von der Frankfurter Allgemeinen (hackt’s?!) und im Email-Postfach Berge von Mails, wobei ich feststellen musste, dass alle Leute die eine rasche Antwort gebraucht hätten (der Kollege vom englischen Fußballmagazin Some People on the Pitch und eine Kommilitonin, die von mir einen arabischen Text braucht), mich bereits ein oder zwei Tage nach meiner Abreise nach Malta, seit der ich ja nicht ins Internet gegangen war, kontaktiert hatten... DSC08948 Statistik:
- Grounds: 889 (heute 0 neue; diese Saison: 121 neue)
- Sportveranstaltungen: 1.745 (heute 0, diese Saison: 168)
- Tageskilometer: 2.080 (1.650 Flug, 380 Auto, 40 Öffentliche Verkehrsmittel, 10 Fahrrad)
- Saisonkilometer: 43.590 (34.430 Auto/ 6.500 Flugzeug/ 2.320 Fahrrad/ 170 Bahn, Bus, Tram/ 90 Schiff, Fähre)
- Anzahl der Fußballspiele seit dem letzten 0-0: 39 [Letzte Serie: 6, Rekord: 141]
- Anzahl der Wochen, seit der letzten Woche ohne eine einzige Sportveranstaltung (31.7.-6.8. 2006): 346

W346VII: Das beste Spiel zum Abschluss der Tour: Gutes Niveau, Pyro und Blaskapelle im Nationalstadion (Fahrrad-Groundhopping, Malta 2013: 13/15)

Mellieħa Sports Club U17 --------------------------------- 3
Naxxar Lions Football Club U17 ------------------------- 2
- Datum: Sonntag, 17. März 2013 – Anstoß: 9.00
- Wettbewerb: „APS Bank“ Under-17 League, Section B (2. maltesische U15-Liga)
- Ergebnis: 3-2 nach 85 Min. (42/43) – Halbzeit: 2-0
- Tore: 1-0 2. Nr. 7, 2-0 7. Nr. 9, 2-1 38. Nr. 8, 3-1 50. Nr. 4, 3-2 73. Nr. 11
- Verwarnungen: Nr. 9 (Mellieħa), Nr. 4 (Naxxar)
- Platzverweise: Nr. 4 von Mellieħa (52. Min., Tätlichkeit)
- Spielort: Il-Grawnd tar-Rabat, Rabat Ajax Ground (Mtarfa; Kap. 700 Stehplätze)
- Zuschauer: ca. 20 (darunter je ca. 7 Fans von Mellieħa bzw. Naxxar)
- Unterhaltungswert: 6,5/10 (Gutes und spannendes Spiel)

Santa Luċija Football Club U15 -------------------------- 2
Għaxaq Football Club U15 -------------------------------- 1
- Datum: Sonntag, 17. März 2013 – Anstoß: 13.00
- Wettbewerb: „APS Bank“ Under-15 League, Section C 3 (3. maltesische U15-Liga, Staffel 3)
- Ergebnis: 2-1 nach 70 Min. (35/35) – Halbzeit: 1-0
- Tore: 1-0 35. Nr. 9, 1-1 41. Nr. 9, 2-1 44. Nr. 3
- Verwarnungen: Nr. 2 (Għaxaq)
- Platzverweise: keine
- Spielort: Charles Pace Ground – Il-Grawnd ta’ Santa Luċija, Saint Lucia Ground (Kap. 500 Stehplätze)
- Zuschauer: ca. 35 (darunter ca. 20 Saint Lucia und 10 Għaxaq Fans)
- Unterhaltungswert: 1,0/10 (Unglaublich schlechtes Niveau: das war ja schlimmer als Frauenkreisklasse im Saalekreis –aber wenigstens sind ein paar Tore gefallen)

Valletta Football Club -------------------------------------- 0
Birkirkara Football Club ---------------------------------- 2
- Datum: Sonntag, 17. März 2013 – Anstoß: 16.00
- Wettbewerb: „Bank of Valletta“ Premier League (1. maltesische Fußballliga, Halbprofiliga)
- Ergebnis: 0-2 nach 98 Min. (45/43) – Halbzeit: 0-1
- Tore: 0-1 13. Jhonnattann Benites de Conceiçao, 0-2 72. Rowen Muscat
- Verwarnungen: Luke Anthony Demech (Valletta), Jean-Pierre Mifsud Triganza, Jhonnattann Benites de Conceiçao (B’Kara)
- Platzverweise: keine
- Spielort: Il-Grawnd Nazzjonali Ta' Qali, Ta’ Qali National Stadium (Kap. 17.797 Sitzplätze)
- Zuschauer: ca. 2.000 (darunter ca. 900 Valletta und 1.000 Birkirkara Fans)
- Unterhaltungswert: 7,5/10 (Richtig gutes Spiel und dank der Birkirkara Fans auch gute Stimmung) DSC08897 Photos with English Commentary:
Malta Football:
1) Under-15 League at Rabat Ajax Ground: Mellieha v Naxxar
2) Under-15 League at Saint Lucia Ground: Santa Lucija v Ghaxaq
3) Premier League at National Stadium: Valletta v Birkirkara

Den letzten kompletten Tag auf der Mittelmeerinsel Malta verbrachten wir hauptsächlich in Fußballstadien. Nach zwei Jugendspielen in kleineren Stadien, von denen eines das schlechteste Spiel der Reise war, gab es als krönenden Abschluss ein Premier-League-Spiel im Nationalstadion, das als bestes der Reise in Erinnerung bleiben wird – und als einziges, bei dem es gute Stimmung zu verzeichnen gab... DSC08765 Ungewöhnlich früh für diese Reise – der Tagesrhythmus in Malta ist durch die Sportveranstaltungen am späten Abend halt etwas nach hinten verschoben worden – ging es gen Mtarfa, was wohl so viel wie Anhöhe oder Seite des Berges (Bergflanke) heißt und auf einer solchen neben Rabat und Mdina liegt. In Mtarfa befindet sich das kleine Stadion von Rabat Ajax: Nadelbäume auf der einen Längsseite, auf den anderen Seiten Häuser und zwischen den hohen Betonbauten auf der zweiten Längsseite und dem Spielfeld aus Kunstrasen befindet sich auch eine vierreihige Sitztribüne mit Betonstufen und einem viel zu hohen Eisenzaun. Irgendwo eingequetscht an der Seite ist auch noch ein Sportlerheim.

Die Anlage ist also nicht schlecht und auch das Spiel, vor wieder einmal viel zu wenigen Zuschauern, die nur mit anerkennenden oder genervten Zwischenrufen in Erscheinung traten, war nicht schlecht. Nach nur zwei Minuten ging im Mittelfeldduell der U17-Liga zwischen Mellieħa Sports Club (SC Salzdorf) und Naxxar Lions (Löwen Christianisierungsdorf; in Naxxar wurden angeblich vom Apostel Paulos die ersten Malteser zum Christentum bekehrt), das eigentlich gestern im Mellieha Ground ausgetragen werden sollte, Mellieħa nach einem überzeugenden Sturmlauf in Führung. Nur fünf Minuten später legten sie mit einem klasse Weitschuss nach. Zwischenzeitlich traf zwar noch Naxxar, doch nach der Pause zog Mellieħa wieder auf zwei Tore davon. Gleich nach dem 3:1 jedoch gab es ein paar gute Emotionen, da ein Salzdörfler einen Zwerglöwen mit einem Ellbogenschlag aufs Kunstgras schickte. Das Schiedsrichtergespann unterband die Tumulte aber schnell und schickte den verantwortlichen Spieler von Mellieħa runter. Doch auch über 30 Minuten Unterzahl und ein zweites Gegentor kosteten Mellieħa den insgesamt verdienten Sieg nicht. DSC08795 Über die Schnellstraße ging es nach Santa Luċija, einer Plattenbausiedlung südlich der Hauptstadt in der Nähe von Marsa. Dieser im Englischen Saint Lucia genannte Ort schien mir die einzige Plattenbauplanstadt der Insel zu sein. Nach einem kleinen Imbiss mit Pastizzi (Teigtaschen) gingen wir, wieder bei freiem Eintritt, ins völlig verbaute Charles Pace Stadion. Die eine massive Betontribüne, die ans Sportlerheim angebaut ist und in den Vereinsfarben blau und gelb gehalten ist, bietet nur eine schlechte Sicht, da Maschendrahtzäune von übertriebener Höhe angebracht wurden. Um den Platz herum sieht man nur primitive Platte und breite Straßen. Pseudo-Großstadt-Einöde also...

Was der 6., Santa Luċija, und Għaxaq F.C. der 4. der dritten C-Junioren-Liga da boten, war dermaßen grauenhaft, dass eine sieben Worte umfassende Beschreibung eigentlich ausreichend wäre: „Das war schlimmer als Frauenkreisklasse im Saalekreis“. Wer sich unter dieser Liga nichts vorstellen kann, dem sei folgende Beschreibung gegeben: unbedarfte Quereinsteigerinnen kicken in nervend langsamem Tempo (zum Glück nur Kleinfeld, die C-Jugend lief übers Großfeld) völlig kopflos ohne jede Idee von Zusammen- bzw. Passspiel und ohne irgendwelche Kraft in Schüssen oder Zweikämpfen vor sich hin. Das ganze dann mit maltesischen Jugendlichen und schon hat man ein Bild vom Niveau dieses Spiels. Lichtblicke und Fehler führten zu drei Toren, wobei es insgesamt ungerecht war, dass diese extrem schlechte Partie einen Sieger fand: 1-1 wäre viel angemessener gewesen.

Definitiv also das schlechteste Spiel der ganzen Reise, wobei nach diesem grauenhaften Gebolze gleich das beste Spiel der Reise folgte. DSC08813 In Ta’ Qali im Nationalstadion angekommen, hieß es 7€ zu bezahlen um in die zu groß geratene Kiste für 17.797 Zuschauer zu kommen: alle Seiten sind ausgebaut und mit roten und weißen (Landesfarben) Sitzen bestückt. Besonders der „Millenium Stand“ mit seiner Glasfassade macht etwas daher, doch auch der Main Stand, der zweite überdachte Bereich, weiß zu gefallen. Die Kurven blieben heute leer. Die Anzeigetafel blieb aus.

Wir kamen kurz vor Ende des Vorspiels zwischen Sliema Wanderers und Tarxien Rainbows in dem es keine Tore gab. Noch knapper vorm Spitzenspiel der Premier League erschien übrigens ein junger Mann auf der Treppe zu Block F, der mir gleich nach Landsmann aussah. Jedenfalls war mir klar: viel zu hell für einen Malteser – und keine zwei Minuten später waren wir bestens im Gespräch, da der Jurastudent aus Stralsund zu Hansa Rostock hält und auf Malta ein Praktikum in einer Kanzlei macht.

Wir guckten dann gemeinsam das wirklich gute Spiel, dessen Ausgang zu einem Wechsel an der Tabellenspitze führte: Valletta FC bekam Birkirkara FC nicht in den Griff und konnte trotz mehr Ballbesitz und etwas mehr Chancen keinen einzigen Treffer erzielen, während Birkirkara mit einer halbwegs guten Chancenverwertung und ganz sicherer Abwehrkette glänzen konnte. 2:0 hieß es nach einem etwas abseitsverdächtigen Abstauber und einem konsequent über die Linie gedrückten Flankenball.

Entsprechend auch das Verhältnis auf der Tribüne! Dürftig war die Darbietung der Valletta F.C. Fans: nur ein paar Trommeln und nach dem 2:0 gar keine Sprechchöre mehr. Gesänge zu keiner Phase und Fahnen und Banner weniger als im B’Kara Block. In der Halbzeit gab es dann noch irgendwelche Tumulte mit Polizeikräften, wobei mir weder klar war, warum, noch wer angefangen hatte. Wenn ich mir aber die fetten Spacken, die da so bei Valletta F.C. rumlaufen, angucke, wird es der hauptstädtische Abschaum, der allerdings eher nicht in der Hauptstadt, sondern mehr in Paola und so wohnt, gewesen sein. Andererseits sind diese maltesischen Polizisten fast durchweg Dorfsheriffs der lächerlichsten Sorte. Diese Hilfspolizisten kann man genauso wenig ernst nehmen, wie die Flachzangen der deutschen Ordnungsämter.

Wie auch immer: im B’Kara Fanblock hingegen, ging ordentlich was ab stimmungsmäßig. Endlich hatte auch mal ein Team eine traditionelle Blaskapelle dabei: Trompeten und Hörner, unterstützt mit Trommeln und Becken, gaben immer wieder die Melodien vor und Fans texteten ihre Gesänge dazu. Viele italienische, englische und südamerikanische Rhythmen wurden gespielt. Etwa 15 Titel an der Zahl, davon nur wenige mehrfach. Alles sehr nett anzuhören! Nett anzusehen war, dass einige der Birkirkara Anhänger – die Zahl der aktiven B’Kara Fans war übrigens auch höher als jene der Beltin – Rauchbomben vor der Tribüne abfackelten, was unter Billigung der Polizei ablief. So muss das aussehen!
Ein besseres Video als ich oben von meiner Kamera eingestellt habe, gibt es von einem anderen Birkirkara-Spiel hier: http://www.youtube.com/watch?v=iKT_aESxXw4

Wir verabschiedeten uns vom Stralsunder, gingen noch in Buġibba in der Fußgängerzone essen und kamen relativ früh in die FeWo zurück. DSC08881 Statistik:
- Grounds: 889 (heute 3 neue; diese Saison: 121 neue)
- Sportveranstaltungen: 1.745 (heute 3, diese Saison: 168)
- Tageskilometer: 50 (50 Fahrrad)
- Saisonkilometer: 41.310 (34.050 Auto/ 4.850 Flugzeug/ 2.310 Fahrrad/ 130 Bahn, Bus, Tram/ 90 Schiff, Fähre)
- Anzahl der Fußballspiele seit dem letzten 0-0: 39 [Letzte Serie: 6, Rekord: 141]
- Anzahl der Wochen, seit der letzten Woche ohne eine einzige Sportveranstaltung (31.7.-6.8. 2006): 346

W346VI: Wie man auf Malta immer wieder dieselben Leute trifft und wie man an einem Tag den kompletten Spieltag der Handballliga gucken kann (Fahrrad-Groundhopping, Malta 2013: 12/15)

Msida Saint Joseph Football Club U15 ----------------- 2
Sirens Football Club 1968 (Buġibba) U15 -------------- 1
- Datum: Samstag, 16. März 2013 – Anstoß: 13.00
- Wettbewerb: „APS-Bank“ U15 League, Section C 3 (3. maltesische U15-Liga, Staffel 3)
- Ergebnis: 2-1 nach 71 Min. (35/36) – Halbzeit: 1-0
- Tore: 1-0 34. Nr. 6, 1-1 39. Nr. 11, 2-1 69. Nr. 10
- Verwarnungen: keine
- Platzverweise: keine
- Spielort: Il-Grawnd tal-Mellieħa, Mellieha Ground (Kap. 250, davon 100 Sitzplätze)
- Zuschauer: ca. 20 (darunter ca. 10 Msida und 5 Sirens Fans)
- Unterhaltungswert: 3,5/10 (Das übliche kopflose C-Jugend-Gekicke mit halbwegs Bewegung und einigen guten Aktionen)

Luxol Handball Club “Si Mangia“ (Mosta) ---------- 24
Phoenix Sports Club “SMS Mondial“ (Ħaż-Żebbuġ) 21
- Datum: Samstag, 16. März 2013 – Anwurf: 15.30
- Wettbewerb: „ICT Solutions“ Men First Division League (1. maltesische Handballliga)
- Ergebnis: 24-21 nach 60 Min. (30/30) – Halbzeit: 10-9
- Tore: k.A.
- Gelbe Karten: mind. 11 (Luxol); mind. 18, 19 (Phoenix)
- Zwei Minuten: 18 (Luxol = 2 Minuten); 2x 3, 2x 18, 17 (Phoenix = 10 Minuten)
- Platzverweise: keine
- Spielort: University Sports Hall (Msida, Kap. 1.000 Sitzplätze)
- Zuschauer: ca. 35 (darunter ca. 15 Phoenix und 5 Luxol Fans)
- Unterhaltungswert: 3,0/10 (Unteres Amateurniveau mit ganz dürftiger Trefferquote und kaum funktionierenden Spielzügen)

Kavallieri “RS2“ (Fgura) -------------------------------- 25
De La Salle College Handball Club “BHS“ (Żabbar) 31
- Datum: Samstag, 16. März 2013 – Anwurf: 17.00
- Wettbewerb: „ICT Solutions“ Men First Division League (1. maltesische Handballliga)
- Ergebnis: 25-31 nach 60 Min. (30/30) – Halbzeit: 13-17
- Tore: k.A.
- Gelbe Karten: 2, 5, Trainer (Kavallieri); 12, 13, 89, Trainer (La Salle)
- Zwei Minuten: 20, 23, RK 6, RK Trainer (Kavallieri = 8 Minuten); 12, 13, 36, 89 (La Salle = 8 Minuten)
- Platzverweise: Nr. 6 und Trainer von Kavallieri (beide 55. Min., jeweils wg. Schiedsrichterbeleidigung)
- Spielort: University Sports Hall (Msida, Kap. 1.000 Sitzplätze)
- Zuschauer: ca. 100 (darunter ca. 40 Kavallieri und 25 La Salle Fans)
- Unterhaltungswert: 6,5/10 (Ganz gutes Spiel mit tollen Toren, schönen Spielzügen und einigen Emotionen, aber auch enorm hoher Fehlerquote)
DSC08685 Photos with English Commentary:
c) Malta Sightseeing:
2) Forts and Palaces: Selmun Palace

Malta ist sehr klein – diese allseits bekannte Feststellung, die sich nicht nur auf die Hauptinsel sondern natürlich auch auf das ganze Archipel bzw. den kompletten Staat bezieht (Malta ist 236qkm klein und zusammen mit den anderen Insel kommt es auf eine Fläche von 316qkm, was nicht einmal ganz der Größe der Insel Usedoms (373qkm) entspricht, bei der Einwohnerzahl von 420.000, also etwas weniger als Bremen und kaum mehr als Braunschweig) bekamen wir heute so stark präsentiert wie die ganzen letzten 10 Tage nicht. Es fing damit an, dass wir zum wiederholten Male die eine besonders freundliche junge Hotelangestellte an einer der Bushaltestellen in Xemxija im Vorbeifahren mit dem Rad begrüßen konnten und wurde dann nach dem heute sehr knappen Besichtigungsprogramm getoppt. Denn als wir den Selmun Palace, ein Schloss aus dem 17. Jahrhundert, das eigentlich nur ein besonders großer und schöner Wehrturm ist, das neben dem Palast gelegene frühchristliche Grab (also kleine Bestattungskammern, die mit Beigaben-Nischen in den Kalkstein gehauen wurden) und die Kirche mit dem winzigen, überfrachteten Friedhof in der Stadtmitte, die sich mit Blick auf Gozo und Comino an der Hangkante befindet, besucht hatten, suchten wir den Mellieħa Ground auf. Und wer stand dort mal wieder an der Linie? Genau: Schieds- und Linienrichter Manuel aus Gozo!

Mein Vater traf Manuel beim Sandwichholen im Sportlerheim (heißt hier „Bar“) und ich wunderte mich erst, wer mir da in Schirikleidung von gegenüber zuwinkt... Der Postbote setzte natürlich noch einen drauf: als er auf seinem Moped vorbeikam um während des Briefe Austragens eine Pause mit Fußballgucken einzulegen, sprach er mich an, wo ich her sei. Nach kurzem Gespräch erzählte ich ihm auch, wo wir den Linienrichter kennengelernt hatten und mit einem Blick nach unten meinte er nur: „Ach, das ist ja Manuel aus Gozo!“ Also jeder kennt hier jeden...

Blick nach unten bedeutet im Mellieħa Ground (dem Sportplatz Salzdorf) übrigens beste Sicht: es gibt zwar zwei Tribünen, eine dreireihige Stehtribüne mit angrenzender Reihe Schalensitze und gegenüber noch ein paar Bänke und Sitze vorm Sportlerheim, doch wenn man nicht gerade auf die Dachterrasse des Sportlerheims oder dem darauf gebauten Mini-Trainingsplatz gelassen wird, hat man auf diesem herrlich in die steile Felslandschaft gebauten Platz oberhalb der Haupttribüne von der Straße aus die beste Sicht. Wäre heute Eintritt verlangt worden, hätten man den Kassenwart schön darum prellen können...

Ich hatte mir zwar eine Paarung der U17-Liga herausgesucht, doch die wurde erst am Tag darauf ausgetragen, sodass wir uns die um 13h angepfiffene U15-Partie zwischen Msida St. Joseph (Msida heißt Fischerdorf, denn „sid“ kommt von „sayyâd“ und ist im Maltesischen nur „Fischer“ (also eigentlich „Fischjäger“), nicht wie in vernünftigen arabischen Dialekten „(Wildtier)-Jäger“) und Sirens F.C. Buġibba (den Sirenen aus der Wasserspeicherstadt an der St. Pauls Bucht) anschauten.

Das Spiel plätscherte so vor sich hin – es waren halt der 2. und der 5. der dritten und somit untersten Ebene auf dem Platz – und vor der Pause gab es irgendwann mal für die weniger unbedarfte Mannschaft von Msida einen indirekten Freistoß aus 12m nach einer kontrollierten Rückgabe zum Torwart. Der schwarze 7er tippte lässig an und der 6er zimmerte ihn an den Verteidigern und dem Tormann vorbei ins Tor.
Nach der Pause wurde das Spiel nach und nach besser, wobei den ersten richtigen Knaller der Sirens F.C. setzte: ein Weitschuss mit Aufsetzer ins Eck zum 1:1. Doch kurz vor Schluss kam Msida zum Siegtor, da in der eigenen Hälfte ein Handspiel laufengelassen wurde und zwei Stationen weiter und einen Abpraller später der Ball aus Nahdistanz ins Netz gedroschen wurde. DSC08650 Wir verabschiedeten uns von Manuel, der uns sonst noch gerne beim U17-Spiel als Zuschauer gehabt hätte, da er dort die Pfeife nutzen durfte, und fuhren sehr zügig zur Universität. Denn Handball wollten wir doch auch mal noch sehen auf Malta! In der Sporthalle der Uni, einem etwas primitiven, aber praktischen und schön geräumigen Bau mit 1.000 grünen Schalensitzen, spielte der Dritte der 1. Liga gegen den Vierten. Luxol H.C. Mosta (HV LFB-Färbemittel Mittelstadt) gegen Phoenix S.C. Ħaż-Żebbuġ (Phönix Olivendorf). Handball ist kein großer Sport auf Malta, aber 12 Mannschaften gibt es immerhin, die sich auf zwei Ligen verteilen. Da die erste Liga nur 5 Teams hat, relativierte sich die Rangliste mit dem Spiel Dritter gegen Vierter schnell. Ich will gar nicht wissen, wie schlecht die Wurfquote bei den Aloysian’s sein muss, die mit nur drei Punkten auf dem Abstiegsplatz stehen... Mit erstklassigem Handball hatte das Gegurke der beiden Teams aus Mosta und Zebbug jedenfalls erwartungsgemäß absolut gar nicht zu tun...

In einem sehr fehlerhaften Spiel mit nicht ganz so fehlerhafter Leistung der beiden Schiedsrichterinnen gewann die weniger schwache und ungenau spielende Mannschaft aus Mosta, nachdem sie nach anfänglichem Rückstand ab der 20. Minute dauernd führte, mit drei Toren Unterschied. Für Kreisliga im Raum südliches Sachsen-Anhalt oder 3. Stadtliga Leipzig war das Spiel schon OK... Aber kein Kommentar, dass noch 8 Mannschaften unter diesen beiden Teams angesiedelt sind...

Die beiden darüber angesiedelten Teams, der Tabellenführer Kavallieri (Ordensritter) Fgura (Heiligenfigur) und der Zweitplatzierte De La Salle College (das Gymnasium heißt nach St. John Baptist de La Salle, einem französischen Priester des 17. Jh.s der eine religiöse Bildungsbewegung begründete) aus Ħaż-Żabbar (Pflanzenstutzerdorf, auch benannt nach von Hompesch, dem einzigen deutschen Großmeister, d.h. Chef, der maltesischen Ordensritter) kämpfen um die Meisterschaft, was schon besser aussah. Vor allem die von einer recht lauten kleinen Fangruppe unterstützte Mannschaft von La Salle zeigte schöne Spielzüge und einige starke Torwürfe bei guter Wurfquote. Die von noch mehr Fans unterstützten Kavallieri scheiterten an der schwachen Wurfquote und den immer wieder auftretenden Mängeln im Spielaufbau. Die Niederlage war in der Schlussphase absehbar, sodass es noch einige Pöbeleien gegen das schwache Schiedsrichtergespann, an dem die Niederlage aber keinesfalls lag, gab. Bei diesem recht unterhaltsamen Spiel war dann das Niveau übrigens irgendwo im Bereich der Bezirksklasse Sachsen-Anhalt Süd oder Stadtklasse Leipzig anzusiedeln.
Also nächsten Samstag beim Handball in Leuna, muss ich dem Abteilungsleiter mal vorschlagen, ein Trainingslager auf Malta zu organisieren: Spiele gegen Erstligisten, die auf Augenhöhe spielen – das wäre doch mal was für den TSV! DSC08713 DSC08747 Statistik:
- Grounds: 886 (heute 2 neue; diese Saison: 118 neue)
- Sportveranstaltungen: 1.742 (heute 3, diese Saison: 165)
- Tageskilometer: 40 (40 Fahrrad)
- Saisonkilometer: 41.260 (34.050 Auto/ 4.850 Flugzeug/ 2.260 Fahrrad/ 130 Bahn, Bus, Tram/ 90 Schiff, Fähre)
- Anzahl der Fußballspiele seit dem letzten 0-0: 36 [Letzte Serie: 6, Rekord: 141]
- Anzahl der Wochen, seit der letzten Woche ohne eine einzige Sportveranstaltung (31.7.-6.8. 2006): 346