Montag, 29. August 2011

W265V: 130 Radkilometer und Tor nach 10 Sekunden

Frauenfußballturnier des SV Benndorf
Datum: Sonntag, 28. August 2011 – Beginn: 10.30
Wettbewerb: Kleinfeldturnier für Freizeitfrauenfußballmannschaften (7 gegen 7 Spieler, 2x10 Minuten, Hin- und Rückspiel)
Sieger: wird nachgetragen
Bemerkungen: -
Spielort: Sportplatz Benndorf (Kap. 500 Stehplätze)
Zuschauer: ca. 40 (+ 20 Aktive)
Unterhaltungswert: 3,0/10 (Unterstes sportliches Niveau, aber was soll man bei so einem Turnier auch erwarten? Einstellung und Spaß stimmten bei den Teams jedenfalls!)

FSV Grün-Gelb Osterfeld 2:1 FC Markwerben
Datum: Sonntag, 28. August 2011 – Anstoß: 14.10
Wettbewerb: Kreisoberliga Burgenland (9. Spielklasse, 4. Amateurliga)
Ergebnis: 2:1 nach 91 Min. (45/46) – Halbzeit: 1:1
Tore: 1-0 1. Sebastian Pfitzner, 1-1 45. Christian Weber, 2-1 85. Dominique Fries
Verwarnungen: Christoph Hentschel, Michael Weikert (Osterfeld); Maik Ebisch (FCM)
Platzverweise: keine
Spielort: Sportplatz am Schützenplatz (Kap. 1.050, davon 50 Sitzplätze)
Zuschauer: ca. 120 (davon zahlende: 76, Gästefans: ca. 10)
Unterhaltungswert: 6,5/10 (Furioser Start, danach gutes Mittelmaß)
Photos and English version:
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Wir hatten eher zugfällig am vorletzten Freitag von der Ansetzung eines Frauenfreizeitfußballturniers in Benndorf (Lanitz-Hasseltal) erfahren, sodass wir nicht (wie zuerst geplant) gegen 11 Uhr losfuhren, sondern uns schon um 7 Uhr auf die Räder schwangen. So ein Umweg durch so schöne Landschaften und über so herrliche Strecken wie von Naumburg-Roßbach und -Weinberge nach Möllern und Burghäßler gen Punschrau nahmen wir gerne in Kauf, zumal wir einen weiteren der „Zusatz-Grounds“ in meiner Liste der Sportanlagen des Burgenlandkreises abhaken konnten: Benndorf. Im Bereich Lanitz-Hasseltal und Naumburg gibt es ja recht rege Freizeitfußballszenen (besonders die Mannschaften aus Hassenhausen müssen hier hervorgehoben werden) zu der auch der SV Benndorf gehört. Auf einem kleinen, von Hecken, Maisfeldern und Bäumen umgebenen, sehr gepflegten Platz mit vier kleinen Flutlichtmasten (!) und in der Nähe der Kirche gelegenen Kleinfeldplatz spielt der SV Benndorf regelmäßig Turniere.

Heute waren vier Frauenmannschaften, die nicht am geregelten Spielbetrieb teilnehmen, zusammengekommen, um einen Pokal zu kämpfen. Dabei traten gegen die Heimmannschaft die Füchse aus Hassenhausen und die beiden thüringischen Vertreter vom SV Thalbürgel und dem VfB Steudnitz (deren Platz herrlich unterhalb der Dornburger Schlösser liegt) an. Wir kamen – da wir uns in der Zeit doch etwas verschätzt hatten und den Gegenwind nicht erwartet hatten – kurz nach Beginn des Eröffnungsspiels zwischen Benndorf und Thalbürgel an. Benndorf war schon in Führung gegangen und geriet aber zunehmend unter Druck. Die Thüringerinnen waren seit unserem Aufkreuzen besser und erzielten noch ein Tor zum 1:1 Endstand. Beim zweiten Spiel also jenem zwischen Hassenhausen und Steudnitz, gingen die Thüringerinnen zuerst in Führung und die Damen aus dem Süden Sachsen-Anhalts brauchten bis zur Schlussminute um ihren einzigen guten Torschuss abzufeuern (die anderen Versuche waren kläglich bis grauenhaft, aber das 1:1 war gut gemacht). Schließlich guckten wir noch Steudnitz gegen Thalbürgel, wobei auch das „Thüringenderby“ 1:1 endete. Thalbürgel war erst in der 13. in Führung gegangen und in der 19. – also eine Minute vor dem Abpfiff – glich Steudnitz aus.

Noch schnell eine der guten Roster in der zweiten Halbzeit des thüringischen Duells gegessen und dann weiter nach Osterfeld. Nicht dass das Turnier so grauenhaft gewesen wäre, aber mehr als mal kurz reingucken hatten wir in Anbetracht der Paarungen in der Kreisoberliga der Männer nicht geplant. So machten wir uns durch schöne Gegenden wie Bad Kösen und seine südlichen Nachbardörfer gen Osterfeld auf. Bergauf mit oft unter 10km/h, bergab mit bis zu 60 km/h. Dass man in manchen Dörfern sogar mit dem Fahrrad geblitzt wird, ist aber auch ein Ding...
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Auch Osterfeld ist eine ganz nette Ansiedlung, da sie sich in sehr bergiger Lage befindet. Eine als Grundschule genutzte Burganlage mit Wehrturm, eine historistisch überformte (oder Neogotik oder so) Kirche und ein ganz netter zentraler Platz unten im Tal sind die Sehenswürdigkeiten Osterfelds. Die Sportanlage ist auch ein bisschen sehenswert. Recht dicht von Bäumen und Gestrüpp umstanden, ein Graswall hinter dem einen Tor, offene Felder brechen steil an der einen Längsseite hinter den Pappeln ab, ein langes Sozialgebäude mit Kabinen – davor ein paar Bänke auf einem ganz niedrigen Graswall – erstreckt sich auf der zweiten Längsseite.

Für sehr anständige Eintrittspreise – Studenten zahlten z.B. nur 1€ – betraten wir die Anlage mehrere Minuten nach geplantem Spielbeginn. Danke an die unparteiischen Sportfreunde Kirchhoff, Lienau und Scholze, dass sie genauso verspätet waren! So verpassten wir den genialen Osterfelder Spielzug nicht, mit dem sie das 1:0 erzielten: vom Anstoß weg den Ball nach vorne, ein langer Pass in den Strafraum und ein Kopfball am Fünfer – hoch ins kurze Eck! Es waren nicht einmal ganz 10 Sekunden gespielt!
Bis zur 25. Minute war es wirklich ein sehr offensives Spiel, das von Osterfeld bestimmt wurde, doch danach kam Markwerben mehr ins Spiel, was es nur unwesentlich langsamer machte. In der letzten Minute vor der Pause fiel dann der Ausgleich mit einem Schuss halbhoch ins Eck.

Beide Mannschaften waren ja mit Unentschieden gestartet: Markwerben mit einem 2:2 gegen Freyburg und Osterfeld sogar mit einem 3:3 bei Motor Zeitz. So schien es in der zweiten Halbzeit auch lange Zeit weiterzugehen, da die Zahl der Chancen nun geringer und das Spiel zwar nicht langweilig aber doch nicht mehr spektakulär war. Am Spektakulärsten war noch ein aberkanntes Tor, als der 7er von Osterfeld den Ball mit der Hand aus Nahdistanz einstieß und sich dabei auch noch verletzte. Aber beim 1:1 blieb es dann doch nicht: Ein Schuss aus nicht mal einem halben Meter Entfernung nach einem Gewühl nach einer Standardsituation entschied das Spiel zugunsten der Hausherren. Schiri und Assistent lagen übrigens auch hier wieder richtig: das war kein Abseits, wie einige Markwerbener meinten!
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Statistik:
Grounds: 620 (heute 2 neue; diese Saison: 26 neue)
Sportveranstaltungen: 1.346 (heute 2, diese Saison: 32)
Tageskilometer: 130 (130 Rad)
Saisonkilometer: 3.890 (3.050 Auto/ 840 Fahrrad/ 0 Flugzeug/ 0 Bahn, Bus, Tram/ 0 Schiff, Fähre)
Anzahl der Fußballspiele seit dem letzten 0-0: 64
Anzahl der Wochen, seit der letzten Woche ohne eine einzige Sportveranstaltung (31.7.-6.8. 2006): 265

W265IV: Unterschiedlich gute aber jeweils sehr einseitige Spiele in Staffel 5

FC Eintracht 91 Theißen II 1:8 Droyßiger SG II
Datum: Samstag, 27. August 2011 – Anstoß: 13.00
Wettbewerb: 1. Kreisklasse Burgenlandkreis, Staffel 5 (11. und unterste Spielklasse, 6. Amateurliga)
Ergebnis: 1:8 nach 90 Min. (45/45) – Halbzeit: 1:4
Tore: 0-1 4’, 0-2 8’, 1-2 16’, 1-3 21’, 1-4 42’, 1-5 62’, 1-6 82’, 1-7 84’, 1-8 85’
Verschossener Elfmeter: 25’ Theißen trifft Pfosten
Verwarnungen: keine, Platzverweise: keine
Spielort: Stadion der Bergarbeiter (Kap. 1.500, davon 20 Sitzplätze)
Zuschauer: ca. 15 (davon Gästefans: ca. 3)
Unterhaltungswert: 7,0/10 (Wirklich gutes, flottes und offensives Spiel mit vielen Aktionen v.a. von Droyßig)

SG Meineweh 4:0 FC Luckenau II
Datum: Samstag, 27. August 2011 – Anstoß: 15.00
Wettbewerb: 1. Kreisklasse Burgenlandkreis, Staffel 5 (11. und unterste Spielklasse, 6. Amateurliga)
Ergebnis: 4:0 nach 91 Min. (46/45) – Halbzeit: 1:0
Tore: 1-0 40’, 2-0 55’, 3-0 64’, 4-0 77’
Verwarnungen: 1x SGM, 1x FCL
Platzverweise: keine
Spielort: Sportplatz Meineweh (Kap. 800, davon 20 Sitzplätze)
Zuschauer: ca. 25 (davon Gästefans: ca. 5)
Unterhaltungswert: 3,0/10 (Lahmer Kick mit klar besserem Gastgeber)
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Photos and English version:

Theißen wie auch Meineweh sind kleine Dörfer unweit von Zeitz. Beide Orte haben jeweils eine ganze ansehnliche Kirche und noch zwei, drei andere Gebäude die etwas daher machen und sind ansonsten recht öde Orte. Allerdings macht Theißen im Allgemeinen mehr daher als Meineweh, was nur in Sachen Sportanlage nicht gilt.

Das Theißener Stadion der Bergarbeiter hat zwar einen guten Namen, aber ist eine recht kahle, weitläufige Anlage mit einem Sprecherturm und ein paar Holzbänken auf einem rundum laufenden Graswall. Hingegen der Sportplatz von Meineweh, der etwas versteckt und völlig umgeben von hohen, alten Bäumen ist, sieht deutlich interessanter aus. Zwar keine Ausbauten und nicht mal ein Graswall, aber ein paar angemoderte Bänke, blau-weiße Torgestänge (im Gegensatz zu dem braun-goldenen Rostfarben der Theißener Tore), Holzrelings und eben landschaftliche Idylle um den Platz herum.

Idyllisch war auch die Atmosphäre bei beiden Spielen, wobei es natürlich bei den geringen Zahlen an Stimmung fehlte. In Meineweh sahen viele der alten Herrschaften schlimmer aus, als sie waren. Aber da waren echt etliche Fans, die so abgerissen wie der Meineweher Gutshof herumstanden.

Theißen II war gleich mit einer 9:0 Niederlage bei Kretzschau II auf den letzten Platz geschossen worden und der Gegner von Droyßig II hatte noch kein Spiel. Beim zweiten Duell sah es so aus, dass Meineweh 1:4 bei Blau-Weiß Grana gewann, während Luckenau II eine derbe 1:8 Niederlage gegen Heidegrund Süd (dieses Spiel sahen wir, siehe Bericht vom 20.8.) kassierte.
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Keineswegs unerwartet, waren es die Droyßiger die nach zwei Bogenlampen über den schwachen Theißen-Torwart mit 0:2 in Führung gingen. Kaum hatten wir unseren Platz im Dauerregen gewechselt – wir rückten vom Sprecherturmvordach unters Kassenhausvordach, da das direkt am Tor liegt, auf das Droyßig angriff – erzielte Theißen aber plötzlich einen Treffer. Ein weiterer haltbarer aber hoher Schuss sorgte dann für die 1:3 Führung, wobei kurz darauf die Chance auf das 1:4 nach einem kleinlichen Elfmeterpfiff liegen gelassen wurde: der Ball ging an den Pfosten und prallte im 45°-Winkel in den Strafraum zurück. In der zweiten Hälfte gab es wieder nur zwei, drei Angriffe der Hausherren, die diesmal auch gar keinen Erfolg hatten, während Droyßig sehr regelmäßig mit ihrer offensiven und ansehnlichen Spielweise vorm Tor der Theißener aufkreuzten. Die vier weiteren, im Gegensatz zu den vier Treffern der ersten Hälfte, größtenteils aus Nahdistanz erzielten Treffer, waren noch viel zu wenig. Dieses Spiel hätte eigentlich ein zweistelliges Resultat sehen müssen – bei den Chancen der Droyßiger – aber Theißen gönnen wir natürlich, dass sie bei aller Höhe der Niederlage wenigstens ein zweistelliges Resultat vermeiden konnten.

Während dieses Spiel zwischen Theißen II und Droyßig II richtig gut und unterhaltsam war, war Meineweh gegen Luckenau II ein erwartet einseitig aber unerwartet lahmes Spiel. In der Burgenlandkreisklasse – egal welche Staffel nun – habe ich fast immer bessere Spiele gesehen (außer einmal in Kretzschau, aber das war halt 1 Spiel von 15). Doch diesmal tat sich sehr wenig auf dem wirklich knappen und sehr gut bespielbaren Platz. Die kurios zusammen gewürfelten Mannschaften – da schienen mitunter Vater und Sohn zu spielen, so stark waren die Altersunterschiede – zeigten kaum gute Aktionen. Nach den ersten 25 Minuten hatte Luckenau eigentlich gar keine richtige Torchance mehr – also 65 Minuten lang bis zum Abpfiff – und Meineweh verwertete ein Drittel ihrer (bei den Spielanteilen) zu wenigen Chancen. Das reichte allerdings noch für ein 4:0, wobei keiner der Treffer am behäbigen aber sicheren Luckenauer Torwart – bei Vereinen mit mehr Mitgliedern (die aber auch meistens in größeren Orten spielen als im 500-Einwohner-Nest Luckenau) würde der Mann mit der 1 in der Altherrenmannschaft spielen, aber jünger als der Sportfreund an der Pfeife war er allerdings... – festzumachen war. Die besten Aktionen des Luckenauer Torwarts waren allerdings nach Abstoßsituationen: wenn der Ball am Tor vorbei oder über den Kasten drüber segelte, dann ließ er sich immer mit ein paar freundlichen Bemerkungen den Ball von einem Meineweher Jungen oder meinem Vater zurückschießen. Der Torhüter war schon lustig drauf, auch wenn seine Mannschaft mal wieder deutlich den Kürzeren zog...
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Was ich abschließend noch erwähnen muss, ist dass ich mit Erschrecken feststellen musste, dass die erste Mannschaft vom TSV Leuna tatsächlich nur 0:0 gespielt hat. Das ist schon das zweite Mal in den letzten 9 Jahren! Also wirklich... Eine derart offensiv und sehenswert spielende Mannschaft findet man nicht so schnell noch einmal! Nach 8,5 Jahren und über 240 Spielen das erste Mal wieder torlos – und dabei die Mehrzahl der Spiele gewonnen! Im September gucke ich wieder bei mindestens einem Spiel vorbei!
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Statistik:
Grounds: 618 (heute 2 neue; diese Saison: 24 neue)
Sportveranstaltungen: 1.344 (heute 2, diese Saison: 30)
Tageskilometer: 180 (180 Auto)
Saisonkilometer: 3.760 (3.050 Auto/ 710 Fahrrad/ 0 Flugzeug/ 0 Bahn, Bus, Tram/ 0 Schiff, Fähre)
Anzahl der Fußballspiele seit dem letzten 0-0: 63
Anzahl der Wochen, seit der letzten Woche ohne eine einzige Sportveranstaltung (31.7.-6.8. 2006): 265

W265III: Abendausflug nach Schönebeck – Das zweite 4:0 des SSC hintereinander

Schönebecker SC 4:0 TSG Calbe
Datum: Freitag, 26. August 2011 – Anstoß: 18.00
Wettbewerb: Landesliga Sachsen-Anhalt Nord (7. Spielklasse, 2. Amateurliga)
Ergebnis: 4:0 nach 91 Min. (46/45) – Halbzeit: 2:0
Tore: 1-0 32. Thomas Duscha, 2-0 42. Thomas Duscha, 3-0 47. Thomas Wolff, 4-0 62. Danny Rothe
Verwarnungen: Thomas Wolff, Stefan Schulz (SSC); Sebastian Schröder (TSG)
Platzverweise: keine
Spielort: SSC Stadion Magdeburger Straße (Kap. 5.000, davon 300 Sitzplätze)
Zuschauer: ca. 300 (davon zahlende: 233, Gästefans: ca. 50)
Unterhaltungswert: 6,5/10 (Nach lahmem Beginn entwickelte sich ein gutes, aber zunehmend zugunsten des SSC einseitiges Spiel)
Photos and English version:

Da ich ja noch in Staßfurt war, besuchten meine Freundin und ich das nächstgelegene Freitagsspiel des Schönebecker SC. Dort sollte eigentlich am Stadion der Alte Groundhopper auf uns treffen, aber der rief rechtzeitig vorher an, sodass wir ihn in Sandersleben mit dem Auto abholen konnten. Der Zug von Halle war ausgefallen, so musste er eine andere Route nehmen und auch da war es ein Wunder, dass er irgendwie in die Nähe des Spielortes kam. Auf dem Rückweg dann mit der verhurten Drecksbahn auch nur Probleme. Natürlich keine Probleme mit unserem Auto bei unserem Rückweg bzw. dem Weg zum Treffen mit der besten Freundin meiner Freundin.

Der SCC war jedenfalls mit einem souveränen 4:0 Sieg in Potzehne gestartet und somit gleich an der Tabellenspitze gelandet. Calbe verlor ihr erstes Spiel mit 1:2 gegen Schönebecker SV. Gegen den Stadtrivalen schienen sie halbwegs mithalten zu können, aber gegen den SSC hatte sie keine Chance. Kaum ein Angriff aufs Tor und nach einem recht lahmen Beginn dann immer wieder gute Aktionen der Schönebecker, die auch bis zur Pause für zwei Tore sorgten. Nach der Pause war in einem guten Spiel dasselbe Bild zu sehen: wieder zwei Tore der klar überlegenen Gastgeber – 4:0 der Endstand.

Das Spiel fand vor mindestens 300 Zuschauern im weitläufigen Leichtathletik- und Fußballstadion in der Magdeburger Straße statt. Auf beiden Längsseiten verfügt die Anlage über Ausbauten, wobei auf der Kleingartenseite unspektakuläre, schmale Betonstufen sind und auf der Seite hinter der sich die Nebenplätze befinden, ebensolche Betonstufen, nur in der Mitte von einem Durchgang mit auffälliger Sprecherkabine und kleiner Anzeigetafel unterbrochen, und rechts und links des Durchganges mit Holzbänken bestückt.
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Statistik:
Grounds: 616 (heute 1 neue; diese Saison: 22 neue)
Sportveranstaltungen: 1.342 (heute 1, diese Saison: 28)
Tageskilometer: 130 (130 Auto)
Saisonkilometer: 3.580 (2.870 Auto/ 710 Fahrrad/ 0 Flugzeug/ 0 Bahn, Bus, Tram/ 0 Schiff, Fähre)
Anzahl der Fußballspiele seit dem letzten 0-0: 63
Anzahl der Wochen, seit der letzten Woche ohne eine einzige Sportveranstaltung (31.7.-6.8. 2006): 265

W265I-II: Über die Dörfer nach Staßfurt, exotische Pflanzen in Magdeburg und Diskussion über „Knastfußball“

Photos and English version:

Der letzte Besuch in Staßfurt war schon eine Weile her, aber jetzt ergab es sich doch mal wieder, mit meiner Freundin ihren Heimatort zu besuchen. Wir nahmen den langsamen Weg, um noch ein bisschen was anzugucken. Langsam, das heißt von Halle aus über Salzmünde, links die Saale entlang, Trebitz, Zickeritz und Alsleben. Dann von dort ein Abstecher nach Großwirschleben und Plötzkau und schließlich über Güsten nach Staßfurt.

In Trebitz gibt es einen sehr schönen Kleinfeldfußballplatz mit Netzen an den Buden und ganz netter da recht bergiger Umgebung, in Großwirschleben einen verrotteten Großfeldplatz mit kniehohem Gras, der nur über einen ausgewaschenen Feldweg erreichbar ist was für meinen Dacia aber kein Problem ist, und in Plötzkau neben dem sehenswerten Burgschloss im romanischen Baustil auch zwei Sportanlagen – auf der einen hatte ich mal Kreisliga geguckt und auf der anderen wird trainiert. Letztere liegt sehr schön unterhalb des Burgbergs. Ein tolles Panorama, aber leider kein Spielbetrieb!
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Wo wir gerade eben beim Thema Fußballplätze waren: letzthin wurde ich mal gefragt, wonach ich die Grounds aussuche, die ich außerhalb meiner Region (also die üblichen Spielbesuche in BLK, Leipzig, Leuna etc.) mache. Natürlich ging es mir zuerst darum hervorzuheben, dass wenn ich nicht in BLK usw. gucke, dann Fußball fast nur im Ausland schaue – wobei die Grounds nach Niveau der Mannschaften und Fans und architektonischen Besonderheiten (oder auch einfach danach, ob es in der Stadt etwas zu sehen gibt/ Reiseroute) aussuche – und wenn irgendwo anders in Deutschland als in meiner Region, dann eben Spiele von Hansa Rostock, Derbys oder v.a. auch – egal welche Liga – in irgendeiner Form ungewöhnliche Spielstätten. Sei es architektonischer, historischer oder landschaftlicher Art. Und mit dieser Erwähnung „ungewöhnlicher Spielstätten“ waren wir dann bei einem Thema, von dem ich mal ausnahmsweise nicht sofort etwas erfahren hatte, als es aufkam.

Die drei Grounds, die mir dann genannt wurden, wollte ich genauso wenig wie der Groundhopping-Kollege besuchen. Nicht dass ich Angst vor den Mannschaften oder der Atmosphäre in ihrer Heimstätte hätte, aber das Projekt an sich finde ich so bescheuert, dass ich nie diese Restriktionen hinnehmen würde, um mir so einen Schwachsinn anzuschauen, wie in Darmstadt, Neustrelitz oder Hamburg (wahrscheinlich sind das nicht mal die einzigen Orte, wo es dieses Projekt gibt, auch wenn Darmstadt mit hartnäckiger Selbstüberschätzung und lächerlicher Unwissenheit seine „Einzigartigkeit“ in diesem Bezug hervorhebt) betrieben wird. Es geht um Gefängnisfußballmannschaften. Nicht dass ich Strafgefangenen das Recht zum Sporttreiben absprechen würde oder die Kontakte nach Außen unterbinden wollen würde – aber so etwas Krankes, wie Mannschaften von JVA-Insassen und -Mitarbeitern in den regulären Spielbetrieb aufzunehmen und natürlich auch nur Heimspiele dieser Teams austragen zu lassen, gibt es wohl auch nur in Deutschland. Dass die Gegner in der Liga ALLE Verständnis für aufbringen, zwei Mal pro Saison in den Knast zu fahren und nach den ausführlichen Personenkontrollen dort vor max. 14 Zuschauern (wenn mehr als 11 Spieler, z.B. 14 und 1 Trainer da sind, dann nur 10 usw.), die sich vorher anmelden müssen und ebenso streng kontrolliert werden und dort nicht einmal ihr Handy benutzen oder Erinnerungsfotos von diesem Schwachsinnskick machen dürfen, zu bolzen bezweifle ich. Aber dem Druck aus der kommunalen Politik und dem Kreisverband muss man sich wohl beugen, wenn man im Spielbetrieb nicht massiv benachteiligt werden will. Wenn Freundschaftsspiele bei diesen Gefängnisteams ausgetragen werden, finde ich das OK – die entsprechenden Restriktionen (Zuschauerzahl, Bilderstellungsverbot usw.) sind auch bei diesen Spielen verständlich: ist halt ein Sicherheitsbereich wie eine Kaserne auch und wenn z.B. Fotos vom Spiel in falsche Hände kommen, könnten die Schwachstellen in der JVA-Sicherheitstechnik (das Fotoverbot zeigt ja nur zu deutlich, dass es einige Schwachstellen gibt, vor deren Aufdeckung die JVA Angst hat) von Verbrechern ausgenutzt werden.

Die Einschätzung, dass dieses „soziale Projekt“ in irgendeiner Weise positiv für die Gefangenen ist, bezweifle ich stark. Resozialisation erfolgt nicht dadurch, dass man einmal die Woche 90 Minuten gegeneinander Fußball spielt – zumal das nicht einmal unter „normalen“ Umständen geschieht – und dabei mal ein paar Worte mit Leuten von draußen wechseln kann. Das geht während der Besuchszeiten viel bequemer und effektiver. Und wenn man wieder rauskommt als Insasse und sich wirklich wieder einfügen WILL in die Gesellschaft, dann schafft man das auch: dann geht man halt nach 5 Jahren Knast zu einem Fußballverein wo man keinen kennt und macht da mit – was man die letzten 5 Jahre so gemacht hat, braucht man ja nicht zu erzählen, da gibt es auch keine Diskriminierung wegen der dunklen Vergangenheit.
Ganz von der mangelnden Sinnhaftigkeit des Projektes für die Strafgefangenen abgesehen, ist es auch eine Zumutung für die Mannschaften, bei den Spielen aufzukreuzen. Idiotischerweise werden zumindest die Mannschaften in der Darmstädter D-Klasse zum Antreten gezwungen, da der SV Kiefer Darmstadt wirklich gleichberechtigt im Spielbetrieb dabei ist. Die Schwachköpfe in Hamburg setzen natürlich noch einen drauf – da darf man nur als Mitglied des Mannschaftsstabs mit rein: Zuschauer ohne offizielle Funktion verboten. Auch gegen Eintracht Fuhlsbüttel muss angetreten werden. Warum man keine Wettbewerbe eigens für JVA-Leute machen kann, verstehe ich nicht: 11+3 Spieler in einem Gefangenenbus unter bewaffnetem Begleitschutz zum Austragungsort zubringen und wieder in den Knast, in dem die Spieler einsitzen, zurückzufahren sollte nicht so schwer sein.
Aber das ist halt mal wieder das Land der Dichter und Denker, die Krötentunnel und Umweltzonen, der Spinner und Vollidioten...
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Zurück zum eigentlichen Thema: am nächsten Tag hatten wir Magdeburg auf dem Programm und dabei in erster Linie die Grusonschen Gewächshäuser. Das ist eine Ansammlung exotischer Pflanzen in großen Gewächshäusern in einem mittelgroßen Landschaftspark. Der Park ist weder sehenswert noch eintrittspflichtig, aber die Gewächshäuser mit ihren Kakteen, Sukkulenten, Farnen, Palmen, Orchideen usw. kosten recht stolze 3,50€ (Studenten, Schüler und so 2,00€). Der Eintritt lohnt sich allerdings schon: viele interessante Pflanzen, alle beschriftet – allerdings keine ausführlichen Informationen dazu – und eine Stunde bringt man da schon zu. Nur hat ein richtiger botanischer Garten auch Freianlagen, weswegen der deutlich billigere und nicht einmal kleinere botanische Garten der Uni Halle höher zu bewerten und eher zu empfehlen ist. Aber gegen Halle zieht Magdeburg außer im Handball und Wasserball so wie so immer den Kürzeren...

In der Innenstadt guckten wir noch an den einzigen architektonischen Sehenswürdigkeiten: Dom, Hundertwasserhaus und Hasselbachplatz, vorbei und aßen beim Bingöl am Hasselbachplatz Mittagbrot.
Am Abend waren wir noch bei der Verwandtschaft in Hecklingen zu Gast.
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Statistik:
Grounds: 615 (heute 0 neue; diese Saison: 22 neue)
Sportveranstaltungen: 1.342 (heute 0, diese Saison: 25)
Tageskilometer: 190 (24.8. 100 Auto, 25.8. 90 Auto)
Saisonkilometer: 3.360 (2.650 Auto/ 710 Fahrrad/ 0 Flugzeug/ 0 Bahn, Bus, Tram/ 0 Schiff, Fähre)
Anzahl der Fußballspiele seit dem letzten 0-0: 60
Anzahl der Wochen, seit der letzten Woche ohne eine einzige Sportveranstaltung (31.7.-6.8. 2006): 264

Montag, 22. August 2011

W264IV: Peinlich, peinlicher, MBC Halle – oder: Wie man 45 Minuten gute Leistung mit Unfähigkeit und Unsportlichkeiten zerstört

MSF Tornado Kierspe [7:5] 1. MBC 70/90 Halle
Datum: Sonntag, 21. August 2011 – Anstoß: 15.30
Wettbewerb: 1. Motoball-Bundesliga, Staffel Nord
Ergebnis: Spielabbruch beim Stand von 7:5 nach 79 Min. (reguläre Spielzeit: 80 Min.) nach 3. Platzverweis für Halle und Tätlichkeiten gegen die Schiedsrichter
Viertelergebnisse: 1:2, 2:1, 3:1, [1:1]
Tore: 1-0 5. Friedrich (16m), 1-1 9. Hellwig, 1-2 11. Wochatz, 1-3 31. Hellwig (16m, Überzahl), 2-3 38. Hofmann, 3-3 39. Hofmann, 3-4 45. Hellwig, 4-4 47. Hofmann (11m), 5-4 58. Hofmann (Überzahl), 6-4 60. Meier, 6-5 76. Reich (3 geg. 3), 7-5 78. M. Kumpf
Vergebene 11m: 75. Tornado-Torwart wehrt Strafstoß ab
Grüne Karten (2 Minuten): Meier, Friedrich (Kierspe), Hellwig, Wochatz (Halle)
Gelbe Karten (5 Minuten): Kumpf, Meier, 2x Hofmann (Kierspe), 2x Reich, 2x Wochatz (Halle)
Platzverweise: Betreuer (31. Meckern/ Verweis auf Tribüne), Trainer (31. Meckern/ Verweis auf Tribüne), Hofmann (75. wiederholtes grobes Foulspiel) [Kierspe], Hellwig (68. Beleidigung), Reich (79. Foul + Schiedsrichterbeleidigung), Wochatz (79. Foul + Schiedsrichterbeleidigung) [Halle]
Spielort: Motoballstadion Kierspe (Kap. 1.000 Stehplätze)
Zuschauer: ca. 130 (Gästefans: 6, Zaungäste: ca. 10)
Unterhaltungswert: 6,5/10 (Ganz schwer zu bewerten: langweilig war es nie, Action war auch genug – aber die schwächere Mannschaft gewann und die spielerisch bessere Mannschaft führte sich vor allem in der 2. Hälfte total bescheuert auf)
Photos and English version:
b) MOTORCYCLE-FOOTBALL: TORNADO KIERSPE V MBC HALLE
(MATCH SUSPENDED IN 79’ AFTER 3 PLAYERS OF MBC SENT OFF AND FIGHTS BROKE OUT ON THE PITCH)
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Zum ersten Mal besuchten wir die halleschen Motoballer bei einem Auswärtsspiel. Beim etwa gleichstarken Club „Tornado“ aus Kierspe, dem schwächeren der beiden Vereine aus dem Sauerland (MBC ist leistungsstärker), fand an diesem Sonntag ein eher unbedeutendes Spiel statt – beide hatten die Play-offs knapp verpasst – in dem die Spieler aber (bis auf den Gästetorwart) so auftraten, als sei es ein Halbfinalspiel.

Bevor wir in Kierspe aufkreuzten, besichtigten wir noch die Altstadt von Soest und die Burg Altena. Soest ist eine der ganz, ganz wenigen sehenswerten Orte in Nordrhein-Westfalen. Ich kann zwar immer noch nur wiederholen, wie hässlich und scheiße ich NRW finde, aber ein paar positive Ausnahmen – zumindest was die touristischen Sehenswürdigkeiten betrifft – gibt es selbst da: die Soester Altstadt ist fast bausündenfrei und hat etliche schöne Fachwerkhäuser und zwei spektakuläre hintereinander platzierte Kirchen zu bieten. Altena hingegen ist so ein typisches NRW-Dreckskaff, aber hat dafür eine sehr spektakuläre und hervorragend erhaltene bzw. rekonstruierte Burg zu bieten. Nur wenn man die Landschaft – gerade im Lennetal, z.B. um den Höhenzug mit dem schönen Namen Wixberg herum – so sieht, ärgert es einen noch mehr, wie die Eingeborenen hier alles mit ihren minderwertigen und hässlichen Ein- und Mehrfamilienhäusern zersiedeln: die bewaldeten Höhenzüge mit teils schroffen Felsen und vielen Bach- und Flussbetten wären schon mit einer um 50% reduzierten Bebauungsdichte (das würde etwa der Dichte des Burgenlandkreises entsprechen) viel schöner anzusehen.
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Kierspe ist dann natürlich so ein typisches Nest in NRW mit hässlichster Architektur und viel Gewerbe sowie Industrie in der Umgebung. Dass die nicht schön aussieht, ist ja kein Problem: Industrie muss Leistung bringen, nicht gut aussehen. Aber die Arbeiter(wohn)städte könnte man doch auf das Niveau von Leuna bringen – da gibt es nicht eine Stadt in NRW die das wäre. Jedenfalls ist das Motoballstadion das Beste an diesem trostlosen Ort. Gut ausgeschildert liegt es an einem Gewerbegebiet. Die bewaldeten Berge sind zum Greifen nah. Richtige Ausbauten hat der mit einer erhöhten Betonumfriedung umrandete Hartplatz nicht. Man stellt sich halt auf den Betonboden. Vom Balkon des Vereinsheims oder dem Sprecherturm hat man den besten Überblick. Apropos Vereinsheim: Catering ist zwar etwas teurer aber etwas besser als in Halle und der Eintritt mit 4,50€ (3,50€ Studenten, Schüler, Rentner) ebenfalls leicht höher.

Wir kamen erst 30 Sekunden vor Anpfiff an die Kasse gelaufen und kaum hatten wir uns Plätze ausgeguckt, dann klingelte es schon im Kasten: ein starker Freistoß der Gastgeber und es stand 1:0. Innerhalb von zwei Minuten gingen die Gäste allerdings in Führung und hielten den Vorsprung bis in die erste Pause, da sie die aktivere und bessere Mannschaft waren. Die junge Mannschaft von Tornado (einige sind noch keine 20 Jahre alt) foulte etwas zu viel – wohl v.a. aus Ungeschicktheit (aber auch einfach nur Undiszipliniertheit: einmal gab es Gelb, weil einer einfach mal einen Hallenser, der den Ball sperrte, vom Motorrad stieß – obwohl er bereits Freistoß für seine Kiersper Mannschaft erhalten hatte) und konnte Halle kaum unter Druck setzen.

Im zweiten Spielabschnitt sah das schon anders aus: Halle erzielte zwar mit einem herrlichen Freistoßtor – volle Bude in den Winkel gezimmert! – das 1:3 und Betreuer wie Trainer von Tornado maulten ungerechtfertigterweise die Schiedsrichter an (der Verweis auf die Tribüne folgte auch gleich), doch zwei schnelle Tore kurz vor dem Seitenwechsel (von denen zumindest das letzte haltbar war) machten den Vorsprung zunichte.

Nachdem der Traktor noch mal den Platz bewässert hatte, gelang Halle bis zur 45. noch die ein oder andere gute Aktion – so erzielten sie einen weiteren Treffer zum 3:4 – doch dann nahmen die Undiszipliniertheiten und Unsportlichkeiten zu. Ein Elfmeter für Kierspe wurde sicher verwandelt. Ein weiterer Treffer zur erneuten Führung fiel nur, weil sich a) mal wieder ein Feldspieler nicht zusammenreißen konnte und foulte sowie reklamierte und deshalb gelb sah (d.h. 5 Minuten Runterstellung) und b) der Torwart einfach völlig unfähig ist. Leider stand den Hallensern nur der zweite Ersatztorwart zur Verfügung, der mit seinem hohen Alter nicht eine torwartübliche Bewegung ausführen zu können scheint. Das 6:4 war ein richtig grober Torwartfehler. Bis zur dritten Pause versagten dann die Stürmer der Hallenser ein ums andere mal – und wenn sie mal eine gute Szene zeigten, dann parierte der hervorragende Kiersper Torwart auf sehr guter Art und Weise.

Im letzten Viertel gab es dann nicht nur mehrere bescheuerte Aktionen der Gastgeber, die ungestüm und teilweise augenscheinlich mit Verletzungsabsicht in den Gegner fuhren (die Schiedsrichter bestraften das auch fair und konsequent), sondern einen völlig Niveaulimbo der Hallenser. Außer einem billig erzielten fünften Treffer war das nur noch Scheiße: nach dem gröbsten Foul der Kiersper (der eine Idiot ruppte da den Hallenser derartig um, dass die Maschine leicht abhob und mehrere Meter durch den Strafraum ledderte) bekamen sie den verhängten Elfmeter nicht ins Tor, weil der viel zu mittig geschossen war. So einen Strafstoß hält höchsten der zweite Ersatzmann des MBC nicht, aber so ein guter Torhüter wie der von Tornado ohne groß zu zucken. Kurz darauf stand es nach einem weiteren Ball, den der Torwart hätte haben müssen (ja, MÜSSEN!) 7:5.
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Aber wenn es nur das spielerische Niveau der Hallenser gewesen wäre! Sie waren ja das ganze Spiel über aktiver und hatten mehr Ballbesitz und mehr Chancen. Mit ihrem richtigen Torwart hätte es nicht 7:5 sondern 3:5 oder 4:5 gestanden. So eine Notelf mit dünnster Besetzung ist halt Pech – wenn es nur ein Personalproblem gäbe, würde ich mich auch nicht so aufregen. Aber das disziplinlose und unsportliche Verhalten war einfach nur das Letzte. Die Beschimpfungen gegen die teilweise übertrieben hart spielenden Gegenspieler sind ja OK, aber nicht die ständigen Meckereien gegenüber den diesmal souveränen und guten Schiedsrichtern. Dann bringen es diese Vollidioten vom MBC auch noch eine knappe Minute vor dem Ende fertig, nach einem gelbwürdigen Foul so lange rumzupöbeln, die Schiris anzumachen und einen Gegenspieler anzugehen, bis völlig berechtigterweise drei Leute auf einmal runter gestellt sind. Das heißt definitiv Spielabbruch, da 4 gegen 2 bzw. 2 gegen 2 Feldspieler das Minimum ist. Und anstatt einfach noch pöbelnd heeme zu fahren, zettelten die Tumult auf dem Platz an. Gewisse (keineswegs unbeschriebene Blätter) vom MBC drehten dann voll am Rad: einer schubbte den einen Unparteiischen zu Boden und dann boxte im Chaos ein zweiter den zweiten Schiri um. Allerdings habe ich die zweite Szene nur aus den Augenwinkeln gesehen, sodass ich in den Diskussionen (Faustschlag, Kopfstoß oder mit der Maschine gerammt – die Wahrnehmungen gingen bei Leuten von Tornado denen ich zugehört hatte auseinander) nichts sagen konnte. Der Tumult beruhigte sich schnell, aber der zweite Schiri kam nicht mehr ohne Hilfe auf die Beine. Sogar der Notarzt bekam dadurch noch seinen sonntäglichen Einsatz.

Gerade um diese souveränen Schiedsrichter ist es schade, dass sie heute so behandelt wurden - nicht nur von Halle, auch Kierspe benahm sich oft reichlich bescheuert. Die beiden Schiris pfiffen so gut wie keine nicht-nachvollziehbare Entscheidung und griffen hart aber gerecht durch. Die Unsauberkeiten und dummen Bemerkungen der Heimmannschaft ließen sie ebenso wenig durchgehen wie die im letzten Viertel einfach nur komplett beschrubbten Aktionen der Gäste. Die einzige klar ersichtliche Fehlentscheidung – allerdings eine unbedeutende Einwurfentscheidung – kam von einem der beiden Linienrichter; und dann auch noch von der Linienrichterin aus Halle...

Nach diesem derart peinlichen Auftritt der hallenser Motoballer kann ich nur sagen, dass wir drei die nächsten zwei, drei Spielzeiten kein weiteres Spiel des MBC gucken. Eine Saison davon bin ich eh im Auslandssemester weg und die anderen ein, zwei gucken wir halt je drei, vier Spiele bei ganz anderen Vereinen. Vielleicht gucken wir erstmal nach und nach bei jedem der 12 oder 13 anderen Motoballstadien und -vereine vorbei. Wenn sich da eine Mannschaft so abartig aufführt wie Halle heute, dann ist das für einen neutralen Zuschauer noch ganz lustig. Wenn das eine Mannschaft, mit der man sich identifizieren kann, so macht, ist das einfach nur peinlich und zum Kotzen. Wenn die Schiedsrichter die Hallenser massiv benachteiligt hätten, kann man solche Attacken guten Gewissens herunterspielen oder rechtfertigen – aber verschoben wurden die Hallenser nun wirklich nicht. Auch wenn sie es wohl nicht einsehen werden. Vielleicht sind sie ja in zwei, drei Jahren reif genug, sich auf dem Motoballplatz im Rahmen des Normalen zu gebärden: Fouls, Pöbeleien oder mal ein handfester Streit unter Spielern sind ja alles Dinge die dazugehören und die OK sind – aber so was wie heute, erst einen Spielabbruch provozieren und dann Schiedsrichter (die einfach nur im Recht waren) attackieren, ist einfach unter aller Sau.
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Statistik:
Grounds: 615 (heute 1 neuer; diese Saison: 22 neue)
Sportveranstaltungen: 1.342 (heute 1, diese Saison: 25)
Tageskilometer: 870 (870 Auto)
Saisonkilometer: 3.260 (2.550 Auto/ 710 Fahrrad/ 0 Flugzeug/ 0 Bahn, Bus, Tram/ 0 Schiff, Fähre)
Anzahl der Fußballspiele seit dem letzten 0-0: 60
Anzahl der Wochen, seit der letzten Woche ohne eine einzige Sportveranstaltung (31.7.-6.8. 2006): 264

W264III: Deutlicher Auswärtssieg zum Auftakt für den TSV – außerdem: derbe Heimklatsche für Luckenau II

FC Luckenau II 1:8 SV Heidegrund Süd
Datum: Samstag, 20. August 2011 – Anstoß: 12.30
Wettbewerb: 1. Kreisklasse Burgenlandkreis, Staffel 5 (11. und unterste Spielklasse, 6. Amateurliga)
Ergebnis: 1:8 nach 89 Min. (44/45) – Halbzeit: 1:3
Tore: 0-1 10. (8), 0-2 13. (8), 1-2 25. (3), 1-3 26. (11), 1-4 55. (6), 1-5 57. (6), 1-6 65. (6), 1-7 77. (11), 1-8 81. (10)
Verwarnungen: Nr. 7 Heidegrund
Platzverweise: keine
Spielort: Sportplatz Luckenau (Kap. 800, davon 20 Sitzplätze)
Zuschauer: ca. 25 (davon ca. 3 Gästefans)
Unterhaltungswert: 7,0/10 (Sehr einseitiges, aber auch sehr unterhaltsames Spiel)

VfB Nessa 1928 1:4 TSV Leuna 1919
Datum: Samstag, 20. August 2011 – Anstoß: 15.00
Wettbewerb: Landesklasse Sachsen-Anhalt, Staffel 6 (8. Spielklasse, 3. Amateurliga)
Ergebnis: 1:4 nach 94 Min. (47/47) – Halbzeit: 0:1
Tore: 0-1 25. Nino Hammerschmidt (Elfmeter), 1-1 52. Holger Erdmenger, 1-2 76. Toni Feist, 1-3 83. Kevin Degner, 1-4 90. Toni Feist
Verwarnungen: Felix Hietzschold, Christoph Neumann (Nessa); Christian Sporbert, Nino Hammerschmidt, Toni Feist (Leuna)
Platzverweise: keine
Spielort: Sportplatz Obernessa (Kap. 700 Stehplätze)
Zuschauer: ca. 120 (davon zahlende: 76, Gästefans: ca. 20)
Unterhaltungswert: 7,0/10 (Gutes, hartes und spannendes Spiel; zum Ende hin wurde es ziemlich deutlich für den TSV)
Photos and English version:

Video:
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Die heutige Radtour führte uns in die hügelige Gegend zwischen Weißenfels und Zeitz. Während wir Nessa schon kannten, war uns Luckenau nur im Durchfahren bekannt geworden. Das Dorf hat keine 600 Einwohner und gehört zu Theißen und somit auch zu Zeitz. Besonders dolle sieht es nicht aus: an der Durchfahrtsstraße grüßen viele einfache oder auch verfallene Gebäude den Besucher. Der Sportplatz ist aber, schön auf einem Hügel gelegen, eine sehr sehenswerte Anlage. Die Kabinen sind in dem Gebäude am Fuße des steilen Hügels, 200m Fußweg sind es dann schon steil den Hang rauf. Wer Allradantrieb hat, kann auch da oben parken. Auf dem Hügel ist gar nicht so wenig Platz: neben dem Fußballplatz sind da auch noch Wiesen und Kleingärten. Der Platz ist auf drei Seiten von Pappeln und Birken umgeben und auf der einen Hintertorseite ziert ein kleiner Graswall den Ausbereich. Ein paar Holzbänke mit Steinsockeln sind auf der Anlage verteilt.

Heute spielte die II. schon um 12.30 und zwar gegen den SV Heidegrund Süd. Heidegrund Süd ist eine Gemeinde in einem Südzipfel des Burgenlandkreises an der Grenze zu Thüringen. Ihre Heimspiele tragen sie auf dem Sportplatz in Roda aus, die beiden anderen Ortsteile der kaum 700 Einwohner zählenden und nach Osterfeld eingemeindeten Ortschaft sind Kleinhelmsdorf und Weickelsdorf.
Letzte Saison schaffte es Heidegrund trotz 11 Niederlagen in 18 Spielen ein positives Torverhältnis zu haben. Mehr als Platz 8 von 10 war aber nicht drin. Die Luckenauer Reserve hatte 09/10 das letzte Mal am Spielbetrieb teilgenommen und damals ganze 7 Punkte aus 17 Spielen geholt. Schön, dass sie wieder zurück sind.

Wie erwartet war der Gast aber die klar bessere Mannschaft: ballsicherer, viel aktiver vorm Tor, torgefährlicher und im Übrigen auch schusstechnisch erfreulich gut drauf. So waren ein Kopfball nach 10 und ein Schuss ins Eck nach 13 Minuten die schnelle Führung für Heidegrund Süd. Luckenaus Reserve kam zwar kurzfristig noch mal zurück, aber nach dem schönen Schuss ins Eck zum 1:2 fiel auch schnell das 1:3.
In der zweiten Halbzeit wurde es deutlich. Die Abwehr kam kaum noch mit den schnelleren Stürmern zurecht und Heidegrund verwertete die Chancen jetzt besser. Mit enorm starken Schüssen – zwei Bälle konnte der Torwart noch berühren, aber nicht mehr vor der Linie halten, ein weiterer Treffer war ein Schuss aus 20m in den Winkel – zog der Gast auf 1:8 davon. Das war dann auch der Endstand.
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Innerhalb von einer guten halben Stunde schafften wir es über den Berg in Teuchern und einen weiteren Anstieg nach Nessa zu kommen. Der VfB Nessa war mit einem hervorragenden 3. Platz in der letzten Saison erfolgreich und Leuna wurde als 11. unter Wert geschlagen – schließlich erzielte keine einzige Mannschaft (auch Aufsteiger Zorbau nicht) so viele Tore wie der TSV! OK, es kassierte auch nur der Tabellenletzte mehr Tore – aber besser 5:4 oder 4:4 spielen als 1:0 und 0:0...

Jedenfalls war der TSV heute vor den über 100 Zuschauern keinesfalls der Favorit, wenn auch bereits nach wenigen Minuten die ersten Chancen für Leuna zu verzeichnen waren. Und das obwohl ein Spieler wegen einer Hochzeitseinladung zu spät erschien und der TSV deshalb mit 10 Mann startete. Nessa war in der Folgezeit geringfügig häufiger vorm Tor, aber Leuna hatte die besseren Chancen. Nach 25 Minuten grätschte ein Nessaer einen gefährlichen Ball im Strafraum ins Seitenaus und erwischte dabei einen Leunaer am Bein. Nino Hammerschmidt verwandelte den Elfmeter: ein harter Schuss halbhoch ins rechte Eck. Das 0:1 war auch der Pausenstand.

In der zweiten Hälfte war das Spiel eher noch besser, wobei noch genauso ausgeglichen. Wer nachließ, waren Schieds- und Linienrichter, die jetzt bei einigen Abseitsentscheidungen auf beiden Seiten daneben lagen und sinnlose gelbe Karten verteilten bzw. nicht gaben, wo es bei Nessa nötig gewesen wäre. Die Gastgeber spielten zwar nicht überhart, aber manche Aktionen waren doch etwas übertrieben und auch verwarnungswürdig. Der Ausgleichstreffer war nicht unverdient, aber bei weitem nicht so sehenswert wie Toni Feists erster Treffer zur erneuten Gästeführung: durch die Abwehr gekämpft, Schuss aufs kurze Eck aus ganz spitzem Winkel am Fünfmeterraum und der Ball prallt vom Innenpfosten ins lange Eck. Kevin Degner legte nach prima Vorlage von Nino Hammerschmidt, der trotz Verletzung – ihm waren mehrfach Gegner mehr oder weniger heftig in die Knochen getreten – weiterspielte, zum 1:3 nach. Schließlich setzte Feist noch einen drauf, nahm den Nessaer Torwart vorm Strafraum nahe der Eckfahne in der Graswallecke den Ball ab und spielte sich bis an den Fünfmeterraum frei um den Ball dann ins Tor zu hämmern. Noch irgendeine überzogene gelbe Karte und eine weitere Fehlentscheidung des nur in der ersten Halbzeit wirklich guten Schiris aus Waldau/ Osterfeld später, und schon war Schluss.

In einem durch Nessa guten und harten und durch Leuna wirklich guten und spannenden Spiel setzte sich der TSV also mit 1:4 Toren durch, was besonders in der Höhe ziemlich überraschend (die Torzahl von 5 ist ja nicht so überraschend, da durchschnitt bei TSV-Spielen: 4,5 Tore fallen da im Schnitt) war. Das bedeutet den geteilten 2. Platz und einen wirklich starken Start in die Saison! Auch die II. Mannschaft erwischte einen guten Start und spielte in Nempitz immerhin 1:1. Da kann man nur sagen: weiter so, TSV Leuna!
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Statistik:
Grounds: 614 (heute 1 neuer; diese Saison: 21 neue)
Sportveranstaltungen: 1.341 (heute 2, diese Saison: 24)
Tageskilometer: 90 (90 Fahrrad)
Saisonkilometer: 2.390 (1.680 Auto/ 710 Fahrrad/ 0 Flugzeug/ 0 Bahn, Bus, Tram/ 0 Schiff, Fähre)
Anzahl der Fußballspiele seit dem letzten 0-0: 60
Anzahl der Wochen, seit der letzten Woche ohne eine einzige Sportveranstaltung (31.7.-6.8. 2006): 264

W264II: Fußball am Abend und Faustball in der Nacht

SG Friesen Naumburg 2:0 SV Mertendorf AH
Datum: Freitag, 19. August 2011 – Anstoß: 18.30
Wettbewerb: Freundschaftsspiel Alte Herren
Ergebnis: 2:0 nach 70 Min. (35/35) – Halbzeit: 2:0
Tore: 1-0 7. (13?), 2-0 35. (16)
Verwarnungen: 1x Friesen (?)
Platzverweise: keine
Spielort: Sportplatz Krumme Hufe (Kap. 1.200 Stehplätze)
Zuschauer: ca. 30 (davon ca. 3 Gästefans)
Unterhaltungswert: 4,0/10 (Extrem einseitiges Spiel, aber Friesen hatte v.a. viel mehr Ballbesitz und nicht allzu viele Torchancen)

Sommerflutlichtturnier der SG Chemie Zeitz
Datum: Freitag, 19. August 2011 – Beginn: 19.30, Ende: 0.45
Wettbewerb: Faustball-Turnier für Mannschaften auf Landesebene und darunter
Sieger Männerturnier: SV Sömmerda
Sieger Mixed: ESV Dresden Rotkäppchen
Spielort: Ernst-Thälmann-Stadion, Nebenplatz 1 (Kap. 1.000 Stehplätze)
Zuschauer: ca. 30 + 40 Aktive
Unterhaltungswert: 5,0/10 (Nur wenn Zeitz und Sömmerda dabei waren, waren die Spiele echt sehenswert – ansonsten zog es sich etwas dahin)
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Photos and English version:

Diesmal war der Freitag mit über 6 Stunden Sport vollgepackt. Nachtturniere gibt es ja nicht alle Tage, also musste die Gelegenheit genutzt werden, mal ein solches zu sehen. Auch wenn das nur ein regionales Faustball-Nacht- bzw. -Flutlichtturnier war.

Zuerst war allerdings wie üblich Altherrenfußball dran. Bevor wir das Spiel von Friesen Naumburg aufsuchten, machten wir aber noch ein paar Umwege. Zuallererst nach Benndorf (Lanitz-Hasseltal), wo es eine Kirche und einen Kleinfeldfußballplatz zu begutachten gibt. Anhand von Aushängen an letzterem bekamen wir dann noch einen Termin in unseren Planer: schon nächstes Wochenende soll dort wieder ein Turnier mit den lokalen Sportgrößen stattfinden.

Weiter nach Zäckwar – die Dorfkirche da ist noch ansehnlicher und hat eine deutlich sichtbare aber schwer lesbare Gründungsplakette am Turmsockel – und nach Spielberg – da steht eine noch bessere Kirche, wobei die etwas komisch geschnitten ist, einen sehr gepflegten Garten (kein Friedhof mit Grabsteinen) hat und wenigstens das Foyer offenstand, sodass man die Innenausstattung überschauen konnten.

Nachdem wir noch eine Weile in Punschrau bolzten – das Gras hätten die aber mal richtig mähen können, statt mit der Sense (ja, der Platz wird dort unregelmäßig wirklich mit der Sense bearbeitet) mal ein Drittel wegzuschnippeln – fuhren wir über Schulpforte – dieser Klosterkomplex mit Internat ist mehr als nur ein sehenswerter Klosterbau: das ist ein ganzes Dorf mit vielen schönen Gebäuden aus Renaissance und Gotik bzw. Neogotik – nach Naumburg.
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Während man aus dem Platz der ehemaligen Almrich Kickers eine Bolzwiese mit Kleinfeldtoren und Kinderspielplatz gemacht hat, stehen an der B88 nur noch die Überreste des Sportplatzes von Friesen: das Feld ist zugewuchert, aber es hängen noch einige Werbebanden - und die Bauruine des Sportlerheims (dieser Bauwahn brachte dem Verein den Bankrott) steht noch so sicher wie die Flutlichtmasten.

Mittlerweile spielen die Friesen auf dem Sportplatz Krumme Hufe, wo auch die Kickers 08 und der Eulauer BC spielen. Das Gelände gehört der Stadt, wobei es in den Wiesen ein Stück von Saale und Bahnstrecke entfernt recht idyllisch liegt. Die Anlage ist ziemlich weitläufig und ausbautenlos. Einzig ein von Bäumen beschatteter Graswall und ein Sportlerheimflachbau stechen etwas hervor.

Was sonst noch hervorsticht, sind noch am ehesten die Blicke der Einheimischen gegenüber Ortsfremden. Naumburg ist eine Stadt mit über 30.000 Einwohnern – wie Merseburg auch – wobei bei uns nicht annähernd so viel geglotzt wird, wie in Naumburg an jeder Ecke. In Benndorf guckte ja schon der Aufpasser vom anstehenden Turnier so blöde um die Ecke weil wir den Platz begutachteten, aber in Naumburg ist ja echt bescheuert wie man selbst bei etwas ganz Natürlichem wie Einparken in einer freigegebenen Straße blöd angegafft wird. Wenn die wenigstens freundlich wären, wie viele in den Dörfern der Umgebung, die einen dann immer höflich grüßen – aber Naumburg ist vom Umfeld her schon echt das Letzte im BLK.

Das Spiel war auch nicht besonders toll. Leider hatte Mertendorf nicht eine richtige Chance im Spiel und feuerte nur zwei, drei schwache Schüsse ab. Die Friesen spielten auch nicht sonderlich gut und verwerteten aber immerhin zwei ihrer wenigen Torchancen zu einem glanzlosen 2:0 Sieg. Bewegung war ja immer im Spiel, technisch war das auch OK, aber bei den Alten Herren bin ich mehr Torraumszenen gewohnt.
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Wir kamen in Zeitz an, als schon die ersten Turnierspiele vorbei waren. Mannschaften aus Sachsen-Anhalt, Sachsen und Thüringen spielten in diesem natürlich nicht so hochkarätig besetzten Flutlichtturnier mit. Schlecht war es wirklich nicht, vor allem die Atmosphäre war gut (hier kommt man mit den Leuten gleich ins Gespräch) und das Catering gut und preisgünstig. Aber so schwach wie das Flutlicht war das Spielniveau in der Hälfte der Partien auch. Aber immerhin lohnten sich dann die Spiele von Zeitz und Sömmerda und teilweise auch ein paar anderen Mannschaften. In den besagten Duellen waren die längsten und spektakulärsten Ballwechsel zu sehen. Sömmerda gewann im Zusatzsatz schließlich auch das Turnierfinale gegen Zeitz im Männerbereich (also dem Turnier für ernsthafte Spieler, Mixed war natürlich nur Freizeitsport und mehr Ball-über-die-Schnur als Faustball) in einem spannenden und guten Spiel.

Da erst kurz vor 1 Uhr nachts Schluss war, kamen wir auch erst 1.30 zu hause an. Am nächsten Morgen ging es natürlich trotzdem auf die Räder...

* Abschließend hier noch alle Ergebnisse des Turniers *
(Gruppenspiele: Zeit, Platzierungsspiele: 2 Gewinnsätze)

** Männer: **

Gruppe A:
1. SG Sömmerda 6-0 (49:35)
2. SV 1861 Groitzsch 4-2 (46:40)
3. SSV Barby 2-4 (39:49)
4. LTV Thüringen U-18 0-6 (32:44)
Sömmerda 16:14 Groitzsch, Barby 16:12 Thüringen/
Barby 13:18 Groitzsch, Sömmerda 14:9 Thüringen/
Groitzsch 14:11 Thüringen, Sömmerda 19:10 Barby

Gruppe B:
1. SG Chemie Zeitz 4-0 (30:22)
2. SV Lok Rangsdorf 2-2 (26:25)
3. SV Kurtschau 0-4 (22:31)
4. TuS Obergrochlitz [nicht angetreten]
Zeitz 16:11 Kurtschau/
Zeitz 14:11 Rangsdorf/
Rangsdorf 15:11 Kurtschau

Halbfinals:
Sömmerda 2:1 (?, ?, ?) Rangsdorf
Zeitz 2:1 (9:11, 11:4, 3:2) Groitzsch

Platz 5:
Kurtschau 2:0 (11:5, 11:9) Barby

Platz 3:
Rangsdorf 2:0 (13:11, 11:4) Groitzsch

Finale:
Sömmerda 2:1 (7:11, 11:3, 3:1) Zeitz

** Mixed **

Vorrunde:
1. BSG Motor Rochlitz 6-0 (47:40)
2. ESV Dresden Rotkäppchen 4-2 (42:34)
3. LTV Thüringen U-14 2-4 (38:48)
4. SG Chemie Zeitz 0-6 (39:42)

Finalqualifikation:
Dresden 2:0 (11:4, 11:5) Thüringen

Platz 3:
Thüringen 2:0 (?, ?) Chemie Zeitz

Finale:
Dresden 2:0 (?, ?) Rochlitz
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Statistik:
Grounds: 613 (heute 2 neue; diese Saison: 20 neue)
Sportveranstaltungen: 1.339 (heute 2, diese Saison: 22)
Tageskilometer: 150 (150 Auto)
Saisonkilometer: 2.300 (1.680 Auto/ 620 Fahrrad/ 0 Flugzeug/ 0 Bahn, Bus, Tram/ 0 Schiff, Fähre)
Anzahl der Fußballspiele seit dem letzten 0-0: 58
Anzahl der Wochen, seit der letzten Woche ohne eine einzige Sportveranstaltung (31.7.-6.8. 2006): 264