Freitag, 30. April 2010

W196I: Und wieder mal die übliche Scheiße in Halle/ Saale.

BSV Halle-Ammendorf 0:1 Hallescher FC
Mittwoch, 28. April 2010 – Anstoß 18.10
Landespokal Sachsen-Anhalt, Viertelfinale (6. Liga/ 1. Amateurliga geg. 4. Liga, 1. Halbprofiliga)
Ergebnis: 0:1 nach 90 Min. (45/45) – Halbzeit 0:1
Tor: 0:1 44. Nico Kanitz
Verwarnungen: Besart Konxheli, Freund (BSV), Angelo Hauck, Ronny Hebestreit (HFC)
Platzverweise: Enrico Kricke (BSV: Gelb-Rot nach Tätlichkeit, 87.), Ronny Hebestreit (Rot nach Tätlichkeit, 87.)
Spielort: Stadion der Waggonbauer (Kap. 3.000, davon 62 Sitzplätze)
Zuschauer: 1.850 (davon ca. 1.600 Gästefans)
Unterhaltungswert: 1,0/10 (Zum Kotzen!)
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Da ich dieses Semester mittwochs nur noch bis um 16 Uhr Uni habe, bot sich dieses Spiel, das ich im Vorfeld auf ein 0:1 für den Halleschen FC tippte, an. Im Stadion der Waggonbauer fand vor knapp 2.000 Zuschauern, von denen mindestens 90% für den Regionalligisten hielten, ein typisches Spiel mit Beteiligung des Halleschen FC statt. Ich weiß nicht, wie man diese Mannschaft so toll finden kann, dass man sich jede Woche das grazile Gemauere, die kampflosen Zweikämpfe und die total torreichen und extrem packenden Partien, die meistens 0:0 oder 1:0 ausgehen, ansehen muss. Etwas anderes als Verbundenheit zur Region bzw. Stadt kann es nicht sein. Es gab nur zwei sehenswerte Situation in diesem beschissenen Pennerkick: ein sehr guter Schuss von Nico Kanitz, der im Winkel landete und unhaltbar für den Ammendorfer Torwart war und eine kleine Keilerei, die vom Ex-HFCer und Nun-schon-lange-Ammendorfer Enrico Kricke ausging, in deren Folge Kricke und Gegenspieler Hebestreit vom Feld mussten. Die Emotionen auf den Rängen blieben auch nach der Szene vernünftigerweise in Grenzen. Außer dass sich der komische Kauz von Stadionsprecher wieder aufgeilen musste, indem er eine völlig überflüssige Durchsage wegen eines Böllers machte, gilt es auch kaum etwas vom Umfeld festzuhalten. Bis auf die Ultras vom HFC machte niemand Stimmung. Kein einziger der Nicht-Ultras zog da mit. Es gab sogar Probleme beim Entrollen der Spruchbänder gegen die asoziale Abzocke der Ammendorfer Hausherren, die völlig überhöhte 8€ verlangten (Ermäßigung nur für Kinder unter 14 Jahren).

Mann, war das Spiel wieder langweilig!
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Statistik:
Ground Nr. 416 (kein neuer Ground; diese Saison: 85 neue)
Sportveranstaltung Nr. 990 (diese Saison: 132)
Tageskilometer: 20 (Fahrrad)
Saisonkilometer: 32.280 (20.600 Auto/ 6.000 Flugzeug/ 2.950 Bus, Bahn, Tram/ 2.730 Fahrrad/ weniger als 10 Schiff)
Anzahl der Fußballspiele seit dem letzten 0-0: 73
Anzahl der Wochen, seit der letzten Woche ohne eine einzige Sportveranstaltung (31.7.-6.8. 2006): 196

W195III: Dominante Erdeborner siegen gegen Sangerhausen

BSV Fichte Erdeborn 35:15 HSV Sangerhausen
Sonntag, 25. April 2010 – Anwurf 17.00
Bezirksliga Sachsen-Anhalt Süd (6. Liga, 3. Amateurliga)
Ergebnis: 35:15 nach 60 Min. – Halbzeit 19:9
Tore: Namen mir nicht bekannt
2 Minuten Strafen: 1x Fichte, 2x HSV
Platzverweise: keine
Spielort: Seefeldhalle, Wansleben am See (Kap. 250, davon 200 Sitzplätze)
Zuschauer: ca. 200 (davon max. 5 Gästefans)
Unterhaltungswert: 8,0/10 (Hervorragendes Spiel von Fichte - HSV überfordert, tat aber sein bestes)
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Photos and English Version: http://www.flickr.com/photos/fchmksfkcb/sets/72157623959258620/detail/

In der Nähe von Teutschenthal im Westen von Halle/ Saale liegt ein langweiliges 1.700-Einwohner-Dorf namens Wansleben am See. Der besagte See – der Salzige See – reicht allerdings gar nicht mehr bis Wansleben, sodass der Namenszusatz ziemlich unpassend ist. Irgendwo zwischen dem Montanwachswerk Romonta und dem Kaff liegt auf einer Brachfläche einsam die moderne Sporthalle.

Für einen modernen Bau ist sie noch recht attraktiv, wobei die Tribüne mit drei Sitz- und einer Stehreihe reichlich mickrig daher kommt, aber am heutigen Tage gut ausgelastet war. Heute war ja auch ein Spitzenspiel der Bezirksliga-Südstaffel. Aus dieser kann nur einer aufsteigen und so kommen nur noch Fichte Erdeborn (die sind nicht nach Bäumen, sondern nach einem der Turnpioniere benannt) und Dieskau-Zwintschöna in Frage. Der direkte Vergleich müsste ausgeglichen sein (33:29/ 19:23) und das Torverhältnis spricht für Erdeborn. Der Drittplatzierte – der Handball Sportverein Sangerhausen – ist bereits weit abgeschlagen.
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Entsprechend sah auch das Spiel aus, was von den teilweise mit Lärminstrumenten und Zwischenrufen so etwas wie Stimmung verbreitenden Zuschauern (mittlerweile muss man das als eine für Handball schon sehr gute Atmosphäre bezeichnen) mit Freude gesehen wurde. Erdeborn lag stets vorne und baute schnell einen enormen Vorsprung aus. Auch Auszeit zu nehmen brachte rein gar nichts, denn Sangerhausen war zwar nicht schlecht, aber Erdeborn ist wohl einfach zu gut für diese Spielklasse. Wie sie mit Tempogegenstößen, präzisen Pässen nach vorne und tollen Torwürfen (mitunter genau in den Winkel) auf der einen Seite und starkem Abwehrverhalten am Kreis und Zwischenstecken vorm Kreis auf der anderen Seite agierten, war wirklich hervorragend. Bei Halbzeit stand es bereits 19:9, am Ende hieß es 35:15.

Der Sieg war in der Höhe gerechtfertigt. Sangerhausen zeigte sich übrigens sehr vernünftig, da sie zwar die letzten fünf Minuten gar nichts mehr ernsthaft machten, aber das ganze Spiel über wirklich sauber spielten (zwei härtere Fouls bedeuteten vier Strafminuten; aber das ist wenig für die Klasse) und sich als faire Verlierer zeigten. Erdeborn versuchte auch keineswegs seine Überlegenheit in Show und Lächerlichmachen zu fassen. Viel Erfolg dann hoffentlich in der Verbandsliga nächste Saison!
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Statistik:
Ground Nr. 416 (ein neuer Ground; diese Saison: 85 neue)
Sportveranstaltung Nr. 989 (diese Saison: 131)
Tageskilometer: 60 (Fahrrad)
Saisonkilometer: 32.260 (20.600 Auto/ 6.000 Flugzeug/ 2.950 Bus, Bahn, Tram/ 2.710 Fahrrad/ weniger als 10 Schiff)
Anzahl der Fußballspiele seit dem letzten 0-0: 72
Anzahl der Wochen, seit der letzten Woche ohne eine einzige Sportveranstaltung (31.7.-6.8. 2006): 195

W195II: SG Zementwerk Karsdorf

SG Zementwerk Karsdorf II 1:3 SG Blau-Weiß Bad Kösen II
Samstag, 24. April 2010 – Anstoß 13.00
1. Kreisklasse Burgenland/ Naumburg (11. Liga, 6. Amateurliga)
Ergebnis: 1:3 nach 90 Min. (45/45) – Halbzeit 1:1 (?)
Tore: (?), (?), 1:2 68. (?), 1:3 80. (?)
Verwarnungen: keine ?
Platzverweise: keine
Spielort: Sportplatz Wetzendorf (Kap. 2.500 Stehplätze)
Zuschauer: ca. 15 (davon ca. 5 Gästefans)
Unterhaltungswert: 5,0/10 (Nur 2. Halbzeit bewertet)

SG Zementwerk Karsdorf 1:0 Gleinaer SV
Samstag, 24. April 2010 – Anstoß 15.00
Kreisliga Burgenland/ Naumburg (10. Liga, 5. Amateurliga)
Ergebnis: 1:0 nach 90 Min. (45/45) – Halbzeit 1:0
Tor: 1:0 45. (Nr. ?)
Verwarnungen: 2x Gelb gegen Gleina
Platzverweise: keine
Spielort: Sportplatz Wetzendorf (Kap. 2.500 Stehplätze)
Zuschauer: ca. 60 (davon ca. 5 Gästefans)
Unterhaltungswert: 1,0/10 (Ach leck mich doch am Arsch!)
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Photos and English Version: http://www.flickr.com/photos/fchmksfkcb/sets/72157623834697597/detail/

Nach einer angenehmen aber auch etwas anstrengenden Radfahrt, die ihren Höhepunkt in einer Abfahrt kurz vor Karsdorf, die man mit knapp 60 km/h hinab rasen konnte, hatte, erreichten wir den besagten 1.900 Einwohner zählenden Zementwerkstandort. Der Platz liegt im Ortsteil Wetzendorf. In Karsdorf wie in Wetzendorf, die durch die Unstrut getrennt aber durch eine Brücke auch vereint sind, stehen je eine wenig spektakuläre Kirche und relativ viele sanierte aber langweilige Plattenbauten. Fast alle Straßen sind mit löchrigen Betonplatten bedeckt. Insgesamt macht dieser Ort wirklich nichts daher. Mittlerweile verschandelt auch eine Steuergelderverschwendungsgrube – nämlich die Brücke für die völlig unnötige ICE-Trasse – das Panorama am Ortsrand von Wetzendorf.

Im Schatten dieses monströsen Brückenbauwerks liegt die Sportanlage: ein ausbautenloser Hartplatz, eine kleine Sporthalle und der große Rasenplatz mit einer kleinen, sechsstufigen Stehtribüne. Dort fand erst ein Spiel der Kreisklasse statt – wir hatten uns nicht darüber informiert, also kamen wir erst zur zweiten Halbzeit die O.K. war und von Seiten der Gäste aus Bad Kösen erfolgreich gestaltet werden konnte: zwei Mal spielten sie die Abwehr der zweiten Mannschaft aus Karsdorf aus und gewannen am Ende 1:3 – und dann ein Spiel der Kreisliga.

Dass dieses Spiel eine Liga höher sein sollte als das Vorspiel, war nicht zu erkennen. Gleina konnte nur mit 10 Mann antreten und Karsdorf versagte trotzdem ein ums andere Mal kläglich vorm Tor – wenn sie denn überhaupt so weit kamen und nicht den Ball vertendelten und somit den SV Gleina zu Chancen, die allerdings ebenfalls kläglich vergeben wurden, kommen ließen. Ein Fehler des Gleinaer Torhüters sorgte für das einzige Tor dieser saumäßigen Partie: Freistoß von links (Torwartsicht), recht spitzer Winkel, Ein- oder Zweimannmauer, um die der Ball herumgedreht wird, und der Torwart lässt den Ball durchrutschen.

In der zweiten Hälfte wurde das Unniveau weiter durchgehalten: Der Torwart von Gleina war wirklich schwach, sodass man den Karsdorfern richtig schlechte Noten in Sachen Abschluss geben musste. Der Ball hätte nur Mal häufiger direkt aufs Tor gebracht werden müssen und dieser Fliegenfänger hätte sich noch vier oder fünf Tore selber reingelegt. Ich hoffe mal, dass er ein trainierter Feldspieler war und das Antreten mit 10 Mann ein einmaliger Ausrutscher. Wenigstens sind sie überhaupt angetreten. Den Abstieg wünsche ich denen jedenfalls nicht! Was Karsdorf auf Platz 4 will, wüsste ich allerdings auch gerne. Die haben gespielt, als seinen sie von einer freitagabendlichen Vereinsfeier noch besoffen gewesen. Also haken wir das ganze Spiel am besten Mal unter „negativer Ausrutscher/ nächstes Spiel wird besser“ ab. Dass man in dieser Kreisliga Naumburg gute Spiele sehen kann, weiß ich durch mehrere Partien, die ich beim TV Saubach verfolgt habe.

Aber bei einem so schlechten Spiel kann man in Sachen Bewertung nur die Mutter zitieren, die von der benachbarten Kleingartenanlagen aus ihrem Kind ein wirklich hervorragendes Vorbild war: Sohn (ca. 10 Jahre alt): „...na ich bleib dann so bis halb sieben!“ Mutter: „Oa nää, da wolln wir aba widder zu Hause sein!“ Sohn: „Ich will aber bis halb sieben bleiben...“ Mutter: „Ach leck mich doch am Arsch...“

Passend ist diese Formulierung auch für unsere Essenssuche nach dem Spiel: Auf dem Sportplatz – nichts! In Karsdorf: Gasthof geschlossen! In Kalzendorf: öffnet erst in 45 Minuten! In Oeglitzsch: sieht unmöglich aus! In Frankleben: Rumis Gasthof hat eine geschlossene Gesellschaft (eine Unart, die außer der deutschen Gastlichkeit fast jeder anderen Kultur wiederspricht!) und das deutsch-asiatische Lokal keinen einzigen freien Platz mehr! In Merseburg dann das nächstgelegenste Lokal angesteuert: beim Dönerladen im Goldgraben gab es dann endlich was. Typisch, dass es – da die deutsche Gastronomie nicht nur in 90% der Fälle überteuert, sondern oft auch noch schlecht, ungesund und vor allem ungastlich und alles in allem auch unfähig ist – mal wieder nur was beim Türken gibt! „Geschlossene Gesellschaft“: über so eine egoistische und asoziale Praxis könnte ich mich hier schon wieder echt aufregen...
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Statistik:
Ground Nr. 415 (ein neuer Ground; diese Saison: 84 neue)
Sportveranstaltungen Nr. 987 und 988 (diese Saison: 130)
Tageskilometer: 80 (Fahrrad)
Saisonkilometer: 32.200 (20.600 Auto/ 6.000 Flugzeug/ 2.950 Bus, Bahn, Tram/ 2.650 Fahrrad/ weniger als 10 Schiff)
Anzahl der Fußballspiele seit dem letzten 0-0: 72
Anzahl der Wochen, seit der letzten Woche ohne eine einzige Sportveranstaltung (31.7.-6.8. 2006): 195

W195I: Und nun zur Abwechslung mal eine Niederlage

SV Braunsbedra AH 6:2 TSV Leuna 1919 AH
Freitag, 23. April 2010 – Anstoß 17.50
Freundschaftsspiel Alte Herren
Ergebnis: 6:2 nach 70 Min. (35/35) – Halbzeit 1:1
Tore: 0:1 17. Harnisch, 1:1 28. Nr. 10, 2:1 41. Nr. 11, 3:1 44. Nr. 12, 4:1 50. Nr. 12, 4:2 59. Witzel, 5:2 60. Nr. 7, 6:2 69. Nr. 11
Verwarnungen: keine, Platzverweise: keine
Spielort: Stadion des Friedens (Kap. 5.000 Stehplätze, davon 1.000 überdacht)
Zuschauer: ca. 10 (davon ca. 5 Gästefans)
Unterhaltungswert: 8,0/10 (Sehr gutes Altherrenspiel zwischen einer sehr guten und einer guten Mannschaft)
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Photos and English Version: http://www.flickr.com/photos/fchmksfkcb/sets/72157623834558573/detail/

Da der Schiedsrichter zehn Minuten früher anpfiff (ist der zu blöd die Uhr abzulesen, oder was?!) verpassten wir fast eine Viertelstunde des Spiels im Braunsbedraer Stadion des Friedens. Wir kamen gerade rein, da erzielte Braunsbedra mit drei Torschüssen in 15 Sekunden fast das 1:0, während im Gegenzug Mario Melchior eine prima Gelegenheit ausließ. Lars Harnisch machte es besser und schoss den Ball herrlich in den Winkel. Doch die Führung hatte nicht lange Bestand, was in Anbetracht des enormen Drucks aufs Leunaer Tor auch gerechtfertigt war.

Nach der Pause fing Leuna gut aber ohne Torerfolg an – und der erste Angriff von Braunsbedra landete dafür gleich im Netz. Die wirklich auffällig agilen, technischen starken und im Angriff durchsetzungsfähigen Gastgeber konnten in der Folgezeit noch mehrfach treffen. Den nicht viel schwächeren Leunaern gelang noch durch Ingo Witzel ein zweiter Treffer. Auch wenn das Ergebnis von 6:2 sehr deutlich war: Leuna war nicht schwach, nur Braunsbedra ausgesprochen gut! Letzte Saison hatte Leuna allerdings knapp gewonnen, also sollte man mal das Rückspiel abwarten.
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Statistik:
Ground Nr. 414 (kein neuer Ground; diese Saison: 83 neue)
Sportveranstaltung Nr. 986 (diese Saison: 128)
Tageskilometer: 40 (Fahrrad)
Saisonkilometer: 32.120 (20.600 Auto/ 6.000 Flugzeug/ 2.950 Bus, Bahn, Tram/ 2.570 Fahrrad/ weniger als 10 Schiff)
Anzahl der Fußballspiele seit dem letzten 0-0: 70
Anzahl der Wochen, seit der letzten Woche ohne eine einzige Sportveranstaltung (31.7.-6.8. 2006): 195

Donnerstag, 29. April 2010

WE194III: Fußball im Künstlerdorf.

SG 1948 Reppichau 3:2 SV Gölzau 1924
Sonntag, 18. April 2010 – Anstoß 14.00
Landesklasse, Staffel 5 (8. Liga, 3. Amateurliga)
Ergebnis: 3:2 nach 93 Min. (46/48) – Halbzeit 1:0
Tore: 1:0 35. Großmann, 1:1 50. List, 2:1 59. Deistler, 2:2 72. R. Hartmann, 3:2 85. Lange
Verwarnungen: Gerhardt, Großmann, Spremberg (Reppichau), St. Vogt, Hille (Gölzau)
Platzverweise: keine
Spielort: Waldstadion (Kap. 1.000, davon 50 Sitzplätze)
Zuschauer: ca. 400 (davon ca. 50 Gäste, offiziell: 262)
Unterhaltungswert: 5,5/10 (Spannendes, aber lange nicht gutklassiges Spiel)
Sightseeing: 8,0 (Sehr ungewöhnliches Dorf)
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Photos and English Version:
Match Reppichau vs Gölzau
Reppichau and Pißdorf
Older pictures Reppichau
Pictures Falkenstein

Mit dem Zug ging es zuerst von Merseburg nach Halle, dann weiter nach Köthen und von dort mit den Rädern über Porst und Elsnigk nach Reppichau. Dort sollte man sich nicht nur dem Fußballplatz widmen, sondern auch die Hausfassaden betrachten: dort sind in den letzten Jahren hervorragende Wandmalereien zum Thema „Sachsenspiegel“ – in diesem Sachsenspiegel gucken sich die Sachsen nicht jeden Morgen an, sondern das Ding ist ein mittelalterliches Gesetzbuch, das im 13. Jhdt. von einem Mann aus dem Dorfe zusammengestellt wurde und heute auf der Burg Falkenstein (s. Bilder) im Original (oder ist das jetzt ne Nachbildung?) lagert – entstanden. Dieses Reppichau ist mal eines der ganz wenigen Dörfer (in Deutschland: Orte unter 2.000 Einwohner), das das Prädikat „sehr sehenswert“ verdient. Selbst das Trafohäuschen ist bemalt.

Dafür, dass Reppichau nur 500 Einwohner hat – der Gegner aus Weißandt-Gölzau hat aber auch nur 1.800 Einwohner – ist es echt stark, dass deren Fußballverein eine Mannschaft in der Landesklasse hat. Die zweite Mannschaft ist immerhin Kreisliga (guter 5. Platz). Außerdem gibt es zwei F-Juniorenteams (beide Kreisliga, die I. souveräner Tabellenführer mit Siegen von bis zu 23:1 Toren, die II. immerhin 7. von 11) und eine Frauenmannschaft (Unionsliga und dort 6. von 10). Catering wie Fanartikel sind gut und ungewöhnlich ausgeprägt. Auch die Zuschauerzahl am heutigen Tage spricht dafür, dass Reppichau nicht nur ein Künstler-, sondern auch ein Sportlerdorf ist. Die 262 zahlenden Zuschauer wurden noch von knapp 150 nicht zahlenden begleitet. Vor allem die Seite vorm Sportlerheim stand voll. Die anderen drei Seiten konnte man per Hand durchzählen: allein dort standen und saßen 200 Leute. Leider war die Stimmung total lahm. Aber man kann ja nicht verlangen, dass die älteren Herrschaften fahnenschwenkend „SGR olé olé olé“ oder so was krakeelen.
Was man schon verlangen könnte, wäre eine ordentliche Schiedsrichterleistung, aber das linienlose, mal kleinliche, mal übertrieben lässige, im Zweifel lieber Abseits Gepfeife war grauenhaft. Wenigstens erzielten die Reppichauer, die sehr druckvoll aber schwach vorm Tor agierten, nach über einer halben Stunde das erlösende 1:0.

Lange sah es nach 0:0 zur Pause aus. Gölzau kam in der zweiten Halbzeit endlich mal auch zu Chancen, die sie nach nur fünf Spielminuten in ein Tor umsetzen konnten. Reppichau antwortete in einem nun nach Feldanteilen ausgeglichenen, aber nach Torchancen und Fehlerquote klar zu Gunsten der Heimmannschaft verlaufenden Spiel mit einem zweiten Treffer. Der Ausgleich wurde allerdings durch einen zweiten Torwartfehler begünstigt. In der Schlussphase jedoch, gelang das schönste Tor des Tages: ein Distanzschuss ins Eck zum 3:2. Das Spiel war fair – die Karten waren größtenteils ungerechtfertigt –, mitunter allerdings lahm und fehlerbehaftet. Aber vor allem Reppichau war immer aktiv nach vorne, sodass der Sieg absolut verdient war – vor allem, wenn man sich das katastrophale Auftreten der Gäste bis zur 45. Minute vor Augen führt. Diese hatten allerdings auch viele verletzte Spieler zu beklagen, deshalb: weiterkämpfen, Gölzau, damit wenigstens der 12. Tabellenplatz (von 16) gehalten werden kann! Reppichau hat sich ja in dieser Saison wirklich gut geschlagen, als 6. – jenseits von Auf- und Abstieg.

Wir fuhren über Pißdorf zurück; einem kleinen Dorf, das zu Oranienbaum gehört und eine Kirche, die halbruinös ist hat. Der Turm ist in halbwegs gutem Zustand, das Kirchenschiff aber ohne Dach und Glasfenster. Der Name soll sich laut www.pissdorf.de von „Bischofsdorf“ ableiten, was jedoch aufgrund von Parallelitäten zum Ortsnamen Pissen, welcher sich von einem slawischen Begriff, der mit Fisch zu tun hat, ableitet, äußerst zweifelhaft ist.
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Statistik:
Ground Nr. 414 (ein neuer Ground; diese Saison: 83 neue)
Sportveranstaltung Nr. 985 (diese Saison: 127)
Tageskilometer: 130 (100 Eisenbahn, 30 Fahrrad)
Saisonkilometer: 32.080 (20.600 Auto/ 6.000 Flugzeug/ 2.950 Bus, Bahn, Tram/ 2.530 Fahrrad/ weniger als 10 Schiff)
Anzahl der Fußballspiele seit dem letzten 0-0: 69
Anzahl der Wochen, seit der letzten Woche ohne eine einzige Sportveranstaltung (31.7.-6.8. 2006): 194

W194II: In der ehemaligen deutschen Rugby-Hochburg

Deutscher Sport-Verein Hannover 1878 28:21 SC Neuenheim (Heidelberg)
Samstag, 17. April 2010 – Kick-off 15.00
1. Rugbybundesliga (Profi-, Halbprofi- und Amateurliga)
Ergebnis: 28:21 nach 83 Min. (41/42) – Halbzeit 22:7
Punkte: 1. 5:0 Benjamin Simm (Versuch), 3. 5:5 Armon Trick (Versuch) / 5:7 Shaun Smith (Erhöhung), 25. 8:7 Marvin Dieckmann (Freistoß), 32. 13:7 Will Gaugh (Versuch) / 15:7 Marvin Dieckmann (Erhöhung), 40. 20:7 Marvin Dieckmann (Versuch) / 22:7 Marvin Dieckmann (Erhöhung), 50. 22:12 Shalva Didebashvili (Versuch) / 24:12 Shaun Smit (Erhöhung), 58. 22:19 Manasah Sita (Versuch) / 22:21 Shaun Smit (Erhöhung), 72. 25:21 Marvin Dieckmann (Freistoß), 77. 28:21 Marvin Dieckmann (Freistoß).
Verwarnungen: keine, Platzverweise: keine
Spielort: Am Schnellen Graben (Kap. 2.000 Stehplätze)
Zuschauer: ca. 300 (davon ca. 10 Gäste)
Unterhaltungswert: 7,5/10 (Flottes und spannendes Rugbyspiel mit überraschendem Ausgang)
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Photos and English Version:
City of Hanover - Older Hanover Pictures - RUGBY MATCH HANOVER VS HEIDELBERG

Beim Umsteigen in Halle nahmen wir noch Kollege Baumann auf, der uns immer wieder zum Rugby begleitet. Auch er kannte Hannover schon vorher und war auch bei diesem Besuch nochmals von der architektonischen Minderwertigkeit der Stadt erschrocken. Hannover lebt wirklich nur von Freizeitangeboten und ausgedehnten Grünanlagen. Architektonisch ist ein winziger Kern mit Fachwerkhäusern und Ähnlichem erhalten sowie das Rathaus herausragend. Von den modernen Bauten kann man fast nur die Nord LB hervorheben. Der Rest rangiert unter der Kategorie „abrisswerte Architekturmissgeburt“. Aber wenigstens ist die Stadt lebhaft: in der Fußgängerzone drängelt sich alles dicht an dicht und schaut in die Läden oder setzt sich in ein Cafe bzw. auf die sonnengefluteten Sitzgelegenheiten davor, Greenpeace-Leute versuchen einen pseudowissenschaftliche Traktate gegen Atomkraft aufzudrängen und alle 100m lümmelt ein Punk und bettelt. Auch die anderen und kleineren Straßen auf dem Weg zum Niedersachsenstadion sind lebhaft.

Um das Niedersachsenstadion, was seit ein paar Jahren als AWD-Arena verunglimpft wird, herum, befinden sich viele Sportanlagen. Die Ausschilderung ist mies oder gar nicht vorhanden, aber nach ein paar Umwegen findet man auch mit der Kenntnis „irgendwo hier ist die Sportanlage“ das Rugbystadion am Schnellen Graben. Im benachbarten Leichtathletikstadion war bedeutend mehr los beim Kinder- und Jugendwettkampf, doch 300 Leute sind gar nicht mal so schlecht beim deutschen Rugby. Eine Spitzenbegegnung fand ja auf der baumumstanden Anlage, die auf einer Längsseite vier Stufen als Tribünenausbau aufweisen kann, auch nicht statt: Hannover Achter und Neuenheim Fünfter von mittlerweile nur noch neun Teams. Da guckte auch der Kassenwart, der einen die 7€ bzw. 5€ abnahm, etwas erschrocken, als er mitbekam, dass ASV Köln, die bisher auch jedes Spiel verloren hatten, in dieser Woche zurückgezogen hatte, da ihnen viele Spieler fehlten. Ansonsten dominieren natürlich die professionellen Söldner des SC Frankfurt 80 die Liga, wenn auch die Halbprofis der RG Heidelberg punktgleich das Meisterschaftsfinale erreichen werden. Heute waren andere Halbprofis aus Heidelberg, der Rugbyhochburg Deutschlands, bei einem eher Amateurteam aus der ehemaligen Rugbyhochburg Hannover zu Gast.

Von der ersten Minute an gleich Action! So hatten wir die Hannoveraner, die einen ziemlichen Absturz und langsamen Aufstieg hinter sich haben, nicht erwartet: gleich in der ersten Minute ein Versuch, dessen Erhöhung leider misslang. Doch nur zwei Minuten später, hatten die Neuenheimer bereits ausgeglichen und verwandelten sogar die Erhöhung. Das schreckte Hannover nicht: sie machten gehörig Druck, erzielten nach 25 Minuten drei wichtige Punkte per Freekick und drückten dann nach 32 Minuten einen weiteren Try über die Linie. Dieckmann fiel ab diesem Zeitpunkt besonders mit erfolgreichen Schüssen auf. Die letzte Minute vor der Pause war spielentscheidend, da Hannover regelrecht mit dem Pausenpfiff äußerst wichtige sieben Punkte erzielte.
In der zweiten Hälfte schnürten die Heidelberger Gäste den Gastgeber ziemlich ein. Besonders die beiden ausländischen Spieler (der erste Georgier, der andere aus Simbabwe) glänzten, doch auch ihre Versuche und Erhöhungskicks konnten einen Hannoveraner Erfolg nicht zu Nichte machen: nach dem 22:21 gelangen den Gastgebern noch zwei erfolgreiche Freischläge, die sie zum 28:21 Endstand und zum Sieg führten. Die letzten fünf Minuten waren natürlich hauptsächlich tolle Verteidigungsarbeit.

Noch eine Runde durch Hannover und dann zurück per Bahn. Da hatte ich so viel Zeit für Hausaufgaben wie schon lange nicht mehr: bei dreieinhalb Stunden Fahrt durch größtenteils unattraktive Gegenden waren die langen Übersetzungsaufgaben auch sehr günstig.
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Statistik:
Ground Nr. 413 (ein neuer Ground; diese Saison: 82 neue)
Sportveranstaltung Nr. 984 (diese Saison: 126)
Tageskilometer: 530 (Eisenbahn)
Saisonkilometer: 31.950 (20.600 Auto/ 6.000 Flugzeug/ 2.850 Bus, Bahn, Tram/ 2.500 Fahrrad/ weniger als 10 Schiff)
Anzahl der Fußballspiele seit dem letzten 0-0: 68
Anzahl der Wochen, seit der letzten Woche ohne eine einzige Sportveranstaltung (31.7.-6.8. 2006): 194

W194I: Das Spiel wollt ich eigentlich nicht sehen, aber egal…

VfB IMO Merseburg AH 1:4 BSV Halle-Ammendorf AH
Freitag, 16. April 2010 - Anstoßzeit 18.00
Freundschaftsspiel Alte Herren
Ergebnis: 1:4 nach 70 Min. (35/35) – Halbzeit 1:1
Tore: 1:0 19. Nr. 9, 1:1 30. Nr. 13 (Elfmeter), 1:2 48. Nr. 18, 1:3 65. Nr. 9, 1:4 67. Nr. 7
Verwarnungen: keine
Platzverweise: keine
Spielort: Stadion Ottoweg (Kap. 3.000, davon 30 Sitzplätze)
Zuschauer: ca. 15 (davon ca. 3 Gäste)
Unterhaltungswert: 6,5/10 (Gutes Altherrenspiel)


Eigentlich wollte ich ja das Spiel zwischen Stahl Merseburg und dem TSV Leuna besuchen, aber im Ottoweg spielte nicht Stahl, sondern die andere Altherrenmannschaft des VFB Industriemontagen: VFB IMO Alte Herren. Der Gegner diesmal Ammendorf. Die Alten Waggonbauer sind so ziemlich das beste Team in der Umgebung: sie gewannen selbst in Leuna 1:3. Leuna spielte letzte Saison z.B. dreimal erfolgreich gegen die Merseburger; 0:1 bei IMO, 5:3 gegen IMO und 7:2 gegen Stahl gewonnen.


Das Spiel fing so an wie erwartet: Ammendorf drückte kräftig nach vorne, doch die Qualität des Abschlusses hätte ich mir besser erhofft. So kamen die Industriemonteure zum unverdienten Führungstreffer. Der Elfmeter für die Gäste passte zwar in die kleinliche Linie des Schiedsrichters, war aber gerechtfertigt. Der hoch verdiente Ausgleich, nach dem Ammendorf mindestens 9 und IMO nur 3 gute Aktionen gezeigt hatte.
Nach der Pause dann fast nur noch die Gäste, die den immer wieder wegen Kleinigkeiten meckernden oder sich völlig zu Unrecht aufregenden Hausherren (das Gehabe kann ich bei der Männermannschaft schon immer nicht leiden) ihre Überlegenheit demonstrierten. Auch in der Höhe absolut verdient: 1-4 für Waggonbau bzw. BSV Ammendorf im wirklich schönen aber fast ganz leeren Stadion am Ottoweg. Die Tribüne also fast so ausgestorben, wie der vom Abriss bedrohte, leer stehende Plattenbau hinter dem einen Tor...

Statistik:
Ground Nr. 412 (kein neuer Ground; diese Saison: 81 neue)
Sportveranstaltung Nr. 983 (diese Saison: 125)
Tageskilometer: 10 (Fahrrad)
Saisonkilometer: 31.420 (20.600 Auto/ 6.000 Flugzeug/ 2.500 Fahrrad/ 2.320 Bus, Bahn, Tram/ weniger als 10 Schiff)
Anzahl der Fußballspiele seit dem letzten 0-0: 68
Anzahl der Wochen, seit der letzten Woche ohne eine einzige Sportveranstaltung (31.7.-6.8. 2006): 194

W193IV: Fanfreundliche Ansetzungen

FSV Dieskau 05 4:1 VSG Oppin
Sonntag, 11. April 2010 - Anstoßzeit 13.00
1. Kreisklasse Staffel 2 (11. Liga, 6. Amateurliga)
Ergebnis: 4:1 nach 92 Min. (45/47) – Halbzeit 0:0
Tore: 1:0 50. Nr. 3, 2:0 60. Nr. 3, 3:0 62. Nr. 3, 3:1 73. Nr. 10, 4:1 82. Nr. 10
Verwarnungen: Nr. 10 Dieskau
Platzverweise: keine
Spielort: Sportplatz Dieskau (Kap. 1.000 Stehplätze)
Zuschauer: ca. 20 (davon ca. 8 Gästefans)
Unterhaltungswert: 4,5/10 (1. Halbzeit schwach, 2. Halbzeit ziemlich gut)

SG Döllnitz II 4:3 SV Dornstedt
Sonntag, 11. April 2010 - Anstoßzeit 15.00
1. Kreisklasse Staffel 2 (11. Liga, 6. Amateurliga)
Ergebnis: 4:3 nach 93 Min. (45/48) – Halbzeit 1:0
Tore: 1:0 27. Nr. 11, 1:1 47. Nr. 8, 2:1 50. Nr. 8, 2:2 83. Nr. 8, 3:2 85. Nr. 9, 4:2 87. Nr. 10, 4:3 92. Nr. 8
Verwarnungen: Nr. 6 Döllnitz, Nr. 8 Dornstedt
Platzverweise: keine
Spielort: Sportplatz Döllnitz (Kap. 3.000 Stehplätze)
Zuschauer: ca. 50 (davon ca. 5 Gästefans)
Unterhaltungswert: 3,5/10 (Auch hier die 2. Halbzeit klar besser als die 1. – bis zur Schlussphase viel Leerlauf zwischen den Treffern)
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Photos and English Version: Football Matches and Castle Pictures

So müssen Ansetzungen aussehen: um 13.00 in dem einen Ort und um 15.00 in dem Nachbarort anpfeifen. Meistens wird ja bescheuerterweise zeitgleich gespielt: nicht so in Dieskau und Döllnitz, wobei die erste Mannschaft der letztgenannten Ortschaft schon am Vortag spielte, sodass nur die Zweitvertretung zu Gange war. Beide Spiele fanden in der 1. Kreisklasse statt: Dieskau dort 4. – aber chancenlos hinter Eisdorf und Nauendorf – Oppin auf Platz 8, Döllnitz II auf dem 10. und Dornstedt auf dem 13. von 14 Plätzen.

Die genannten Orte liegen alle nahe Halle/ Saale. Dieskau (2.000 Einwohner) ist neben Großkugel, Dölbau und Gröbers mit diversen Ortsteilen Teil der künstlich geschaffenen Gemeinde Kabelsketal; Döllnitz (1.400 Ew.) wurde von Schkopau gefressen, Oppin (1.500 Ew.) gehört zu Landsberg und ist für einen Flugplatz (Sport-, Rettungs- und Privatfliegerei) bekannt und Dornstedt mit seinen 700 Einwohnern gehört seit drei Monaten zu Teutschenthal.

Das Spiel in Dieskau, dessen Schloss mit Park und Kirche wirklich eine Sehenswürdigkeit ist, erreichten wir kurz nach Anpfiff, doch bis zur 50. Minute passierte ohnehin kaum was, außer einem Freistoß für Oppin, der knapp drüber ging, aber eigentlich keiner war: denn wenn das Hand war (war eine lächerliche Regelauslegung), war es im Strafraum, dann stand die Mauer keine sechs Meter vom Ball weg und schließlich gab der Schiri auch noch unberechtigt gelb für einen Dieskauer. Die erste Halbzeit war scheiße, doch die zweite ziemlich gut. Der 3er der Gastgeber erzielte einen Hattrick innerhalb von nur 12 Minuten. Oppin schien geschlagen, doch versuchte noch gegenzuhalten. Immerhin gelang ein Treffer. Dieskau setzte aber noch einen drauf und ging dann doch als recht klarer Sieger vom Feld. 4:1.
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Im Nachbarort ist der Graswall deutlich höher, als in Dieskau und die Kabinen und Vereinsräume bestehen auch nicht aus Containern. Das Spiel war anfangs allerdings noch schlechter. Auch der Schiedsrichter nervte mit noch hanebücheneren Entscheidungen: Foul auf der Strafraumgrenze an Dornstedt, der Spieler verletzt sich leicht durch Einwirkung des Verteidigers und bekommt dann dafür gelb und einen Freistoß gegen seine Mannschaft. Oder: Klares Beinewegsemmeln von einem Dornstedter, was man auch als Tauber gehört haben müsste, eindeutige gelbe Karte, der Döllnitzer bleibt verletzt liegen – und der Depp lässt das Spiel weiter laufen. Vor der Pause traf immerhin einer der Döllnitzer, die nach und nach das Spiel an sich rissen. 1:0 zur Pause. Nach der Pause war dann viel mehr los: ein schöner Freistoß zum Ausgleich doch gleich darauf die erneute Führung. Dornstedt gleicht mühsam aus, doch Döllnitz II schafft einen Doppelschlag. Die Entscheidung war das trotz allem noch nicht so richtig, denn die Angriffsbemühungen waren in der Nachspielzeit noch erfolgreich. Doch sie führten nur zum Anschlusstreffer zum 4:3.

Fazit: in der Klasse habe ich schon bessere Spiele gesehen; besonders die Staffeln „2“ der 1. und 2. Kreisklasse zeigen sich mit erstaunlich hohem Tempo, ausdauernden und guten Spielern und vielen Toren, sodass Ergebnisse zwischen 18:1 und 7:5 immer wieder vorkommen, während 0:0 und 0:1 reichlich selten sind. Auf jeden Fall zwei der schönsten Amateurligen für Groundhopping.
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Statistik:
Ground Nr. 412 (ein neuer Ground; diese Saison: 81 neue)
Sportveranstaltungen Nr. 981 und 982 (diese Saison: 124)
Tageskilometer: 30 (Fahrrad)
Saisonkilometer: 31.410 (20.600 Auto/ 6.000 Flugzeug/ 2.490 Fahrrad/ 2.320 Bus, Bahn, Tram/ weniger als 10 Schiff)
Anzahl der Fußballspiele seit dem letzten 0-0: 67
Anzahl der Wochen, seit der letzten Woche ohne eine einzige Sportveranstaltung (31.7.-6.8. 2006): 193

W193III: Gerechtes Unentschieden auf dem kleinsten Platz der Liga

SG Reußen 1:1 TSV Leuna 1919
Samstag, 10. April 2010 - Anstoßzeit 15.00
Landesklasse Staffel 6 (8. Liga, 3. Amateurliga)
Ergebnis: 1:1 nach 95 Min. (47/48) – Halbzeit 1:1
Tore: 1:0 4. (?), 1:1 38. Nino Hammerschmidt
Verwarnungen: Nr. 2 SGR, Christian Bernhardt (TSV)
Platzverweise: keine
Spielort: Sportplatz Reußen (Kap. 700, davon 50 Sitzplätze)
Zuschauer: ca. 80 (davon 20 Gästefans)
Unterhaltungswert: 7,0/10 (Gut und Spannend)
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In Reußen, einem 1.000-Einwohnerdorf, was sich mittlerweile als Ortsteil von Landsberg bezeichnen kann, findet man den Fußballplatz recht schnell, was an der überschaubaren Größe des Ortes liegt. Also ich habe ohnehin schon sehenswertere Orte der Größe gesehen, um nicht zu sagen: außer Großkugel, fällt mir kaum ein Ort von derartiger Einöde und architektonischer Minderwertigkeit ein, wie Reußen. Der Platz ist ja noch der beste Ort im Dorf. Sehr eng, klein, von Grundstücken begrenzt, die Eisenbahntrasse in Sicht- und Hörweite, ausbautenlos, aber immerhin ein paar Bänke und zwei Überdachungen. Nicht mal Eintrittskarten haben, aber 2,50€ verlangen. Preislich allerdings völlig akzeptabel.

Das Spiel zwischen den punktgleichen Mannschaften (Reußen allerdings zwei Spiele weniger als 7. – Leuna 6.) ging gut los – für Reußen. Der Sturm der Gastgeber spielt mit einem schnellen Angriff, der durch einen mir leider nicht namentlich bekannten Spieler vollendet wird, die Abwehr der Leunaer aus. Nach und nach findet Leuna allerdings ins Spiel. Nach fast 40 Minuten trifft Nino Hammerschmidt – schön aus der Drehung heraus, aber nicht ganz schmerzfrei – mit einem Ball ins Eck. Da hatte ich ja schon das Ergebnis meines Tipps...

In der zweiten Halbzeit gab es einen spektakulären Wechsel: Feldspieler Niki Lorber hielt sich erfolgreich im Kasten, bis Stammtorwart Ronny Golloiuch einspringen konnte, der zu Spielbeginn verhindert war. Also Ronny rein, Niki schnell umziehen und aufs Feld mit dem normalen Trikot und dann noch Matthias Pflock raus. Reußen wurde immer weiter zurück gedrängt. Jetzt gab es einige Chancen mehr für Leuna, wobei Reußen in der Schlussphase noch einmal Druck ausübte. Leuna hielt aber dagegen und erzielte seinerseits beinahe noch den Siegtreffer, doch das alles in allem gerechte Unentschieden hielt bis zum Abpfiff. Darüber, dass keine der Mannschaft drei Punkte holte, brauch sich eigentlich auch keine der Mannschaften beschweren. Über den Schiri konnte sich auch niemand beschweren: sehr souverän und korrekt! Im Übrigen war das ein für den Zuschauer sehr unterhaltsames Spiel, wo die Schlussphase noch einen herausragenden Höhepunkt bildete.DSC06086

Statistik:
Ground Nr. 411 (ein neuer Ground; diese Saison: 80 neue)
Sportveranstaltung Nr. 980 (diese Saison: 122)
Tageskilometer: 60 (Fahrrad)
Saisonkilometer: 31.380 (20.600 Auto/ 6.000 Flugzeug/ 2.460 Fahrrad/ 2.320 Bus, Bahn, Tram/ weniger als 10 Schiff)
Anzahl der Fußballspiele seit dem letzten 0-0: 65
Anzahl der Wochen, seit der letzten Woche ohne eine einzige Sportveranstaltung (31.7.-6.8. 2006): 193

Samstag, 10. April 2010

W193II: Ein 5:2-Sieg über Zorbau, wie die I. Mannschaft auch

TSV Leuna 1919 AH 5:2 SV Blau-Weiß Zorbau AH
Freitag, 9. April 2010 - Anstoßzeit 18.00
Alte Herren (Ü-35)
Ergebnis: 5:2 nach 70 Min. (35/35) – Halbzeit 2:1
Tore: 0:1 24. Nr. 18, 1:1 26. Mario Melchior, 2:1 29. Heiko Hunold, 3:1 37. Mario Melchior, 4:1 47. Mario Melchior, 5:1 52. (?), 5:2 57. Nr. 13 (Elfmeter)
Verwarnungen: keine
Platzverweise: keine
Spielort: Stadion des Friedens (Kap. 5.000 Stehplätze)
Zuschauer: ca. 10 (keine Gästefans)
Unterhaltungswert: 6,5/10 (Gutes Spiel)
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Photos and English version: http://www.flickr.com/photos/fchmksfkcb/sets/72157623695302437/detail/

Am 6.3.2010 siegte die erste Mannschaft des TSV Leuna in der Landesklasse gegen die I. vom SV Blau-Weiß Zorbau mit 5:2. Jetzt standen sich die Altherrenvertretungen beider Vereine gegenüber.

Im leeren Stadion des Friedens war anfangs der Gast, den ich gar nicht einschätzen konnte, überlegen, doch brauchte bis zur 24. Minute, ehe sie das 0:1 erzielten. Das war ein Weckruf für den TSV, der mit zwei Treffern in vier Minuten (erst Melchior Junior, dann Hunold) das Spiel drehte.

Nach der Pause dann ein starkes Solo von Mario Melchior, bald gefolgt von seinem dritten Treffer. Mit diesem Hattrick hat er sich mal wieder als einer der besten und zuverlässigsten Spieler bewiesen. Wer dann noch einen draufsetzte, weiß ich leider nicht. Jedenfalls stand es nach 52 der 70 Minuten 5:1. Damit es nicht ganz so deutlich aussieht, schenkte unser Schiedsrichter den Gästen einen Elfmeter, den sie sicher verwandelten. Alle anderen, haltbaren Bälle hielt Torwart Hähnel.

Am Ende spielten die Alten Herren also so wie die I. Männer: 5:2. Auch in dieser Saison kann mal also darauf bauen, zu den Alten Herren zu gehen, um dort viele Tore und gute Spielzüge zu sehen.
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Statistik:
Ground Nr. 410 (kein neuer Ground; diese Saison: 79 neue)
Sportveranstaltung Nr. 979 (diese Saison: 121)
Tageskilometer: 10 (Fahrrad)
Saisonkilometer: 31.320 (20.600 Auto/ 6.000 Flugzeug/ 2.400 Fahrrad/ 2.320 Bus, Bahn, Tram/ weniger als 10 Schiff)
Anzahl der Fußballspiele seit dem letzten 0-0: 64
Anzahl der Wochen, seit der letzten Woche ohne eine einzige Sportveranstaltung (31.7.-6.8. 2006): 193

Donnerstag, 8. April 2010

W193I: Beim ältesten Sportverein Deutschlands

TSV Friedland 1814 1:4 FC Vorwärts Drögeheide
Montag, 5. April 2010 - Anstoßzeit 14.00
Verbandsliga Mecklenburg-Vorpommern (6. Liga, 1. Amateurliga)
Ergebnis: 1:4 nach 90 Min. (45/45) – Halbzeit 0:4
Tore: 0:1 3. Nr. 14, 0:2 30. Nr. 7, 0:3 34. Nr. 7, 0:4 37. Nr. 10, 1:4 57. Nr. 3
Verwarnungen: Nr. 6 (Friedland) & Nr. 11, Nr. 18 (Drögeheide)
Platzverweise: keine
Spielort: Sportstätte am Hagedorn, Platz III (Kap. 1.000 Stehplätze)
Zuschauer: ca. 200 (davon ca. 5 Gästefans)
Unterhaltungswert: 6,0/10 (Ordentliches Spiel)
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Photos and English version:
Friedland Town Pictures
Friedland Football Pictures

Es war ein typischer Tag in Sachen Groundhopping in Mecklenburg-Vorpommern. Nach diesem Tag bin ich mal wieder froh, trotz der guten Freunde in Diedrichshagen bei Rostock, nicht in diesem Bundesland zu leben. Groundhopping in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen ist meist um ein Vielfaches besser zu organisieren und um ein Vielfaches ergiebiger. An diesem Ostermontag jedenfalls hieß es einen Umweg über Friedland in Mecklenburg einzulegen. Die Stadt mit nur etwas mehr als 6.000 Einwohner ist gar nicht mal so hässlich. Zwar ausgestorben, aber eine lange Stadtmauer mit zwei schönen Toren, eine ganz ansehnliche und große Kirche am mit Plattenbauten flankierten Marktplatz, eine Kirchenruine und auch ein paar schöne Gassen mit Fachwerkgebäuden. Dazu aber leider das übliche Dreckswetter im Küstenhinterland: starker Wind, dicke Wolken und Regen.

Der übliche organisatorische Dreck war dann an den Sportstätten am Hagedorn zu merken: da musste man schon erleichtert sein, dass das Spiel nicht kurzfristig verlegt wurde, aber im ohnehin schon wenig interessanten Stadion – in Mecklenburg-Vorpommern gibt es nur sehr wenige schöne Stadien – wurde nicht gespielt, sondern auf dem zweiten Nebenplatz, einem unebenen Dorfanger mit Wellen und Unebenheiten, jedoch ohne Ausbauten. Das war ein Spiel der höchsten Amateurliga, aus der der Gastgeber zwar absteigen wird nach dieser Saison und der Gast nach der baldigen Fusion mit Greif Torgelow (Drögeheide ist ein Ortsteil der Stadt Torgelow) als dessen II. Mannschaft so weiter spielen wird, aber das darf eigentlich nicht sein. So etwas Bescheuertes, dass sich respektable 200 Zuschauer (mehr als bei vielen Vereinen in Sachsen-Anhalt) um einen ausbautenlosen Platz ohne Sitzgelegenheiten herum aufstellen müssen, um für 3€ (ist ja noch halbwegs angemessen, da sonst der Eintritt 4-6€ beträgt) ein Spiel der höchsten Amateurliga zu sehen, habe ich auch echt nur in diesem unmöglichen Bundesland Mecklenburg-Vorpommern erlebt. Absolut erbärmlich auch der Fakt, dass es nur eine unterdurchschnittliche Anzahl an Mannschaften gibt, aber massenhaft Plätze, die dann nach Lust und Laune bespielt werden, ohne dass die Spielortverlegungen von diesen unfähigen Schnarchnasen von Vereinsoffiziellen und Staffelleitern gemeldet werden würden. Was ist da eigentlich schwer daran, bei fussball.de so etwas ordentlich einzuarbeiten?!
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Der Grund des Besuchs war aber auch weniger das Stadion, sondern eher der Punkt, dass die Stadt am günstigsten von allen Spielorten auf dem Weg nach Merseburg zurück lag und vor allem, dass der TSV Friedland 1814 der älteste Sportverein in ganz Deutschland ist. Allerdings nur die Turnabteilung. Wann die Fußballabteilung gegründet wurde, weiß ich nicht, da die Website der Friedländer sehr schwach ist und kaum Informationen bietet. Fakt ist aber, dass die erzkonservativen Turnerriegen lange Zeit gegen die Fußballer agitiert haben. Die Turner waren ja auch die ersten, die im Dritten Reich jüdische Sportler ausgeschlossen haben. Zum Glück hat danach ein Umdenken bei den Turnvereinen stattgefunden, sodass sie nicht mehr so ein Hort des Konservativismus sind, wie in England z.B. manche Golf- und Kricketvereine, die mitunter Frauen nicht als Mitglieder oder Besucher akzeptieren.

Die Friedländer, die einige polnische Spieler dabei hatten, was mich ein bisschen am Amateurcharakter zweifeln ließ, da ich mit Stendal so meine Erfahrungen gemacht habe, spielten in der ersten Halbzeit so scheiße, wie ihr Ausweichplatz aussah, auch wenn man ihnen zugutehalten muss, dass sie immer wieder versuchten, ein Tor zu erzielen. Die Unfähigkeit beim Abschluss war allerdings schlimm, sodass die Tore nur von Drögeheide erzielt wurden. Vor allem von der 30. bis 37. war Drögeheide extrem druckvoll und erzielte drei Tore in kurzer Zeit, die das erste Tor zur frühen Führung nicht so alleine stehen ließen.
In der zweiten Halbzeit war Drögeheide weiterhin die bessere Mannschaft, doch hatten sie offensichtlich Probleme, die Bälle mit dem Wind platziert nach vorne zu bringen. Ihnen gelang kein Tor mehr, während die Friedländer noch wenigstens den Ehrentreffer erzielten. 1:4 der verdiente Endstand.
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Die Fahrt endete dann drei Stunden später in Merseburg. Alles in allem waren das fünf schöne Tage, die allerdings alle möglichen Schwierigkeiten des Amateurfußballs und – durch die Gespräche mit den Leuten auf dem Reiterhof erfahren – auch der Gastronomie u. a. in diesem Bundesland offenbarten. Also wenn man nicht gerade einen ruhigen Alterssitz sucht, kann man vom Wohnen und Arbeiten in Mecklenburg-Vorpommern in Hinblick auf Bezahlung, Perspektiven und Arbeitswillen und Fähigkeiten der Mitarbeiter etc. wohl nur abraten. Aber immerhin ist es – wieder oder noch – ein ganz lohnendes Urlaubsziel!

Statistik:
Ground Nr. 410 (ein neuer Ground; diese Saison: 79 neue)
Sportveranstaltung Nr. 978 (diese Saison: 120)
Tageskilometer: 570 Auto
Saisonkilometer: 31.310 (20.600 Auto/ 6.000 Flugzeug/ 2.390 Fahrrad/ 2.320 Bus, Bahn, Tram/ weniger als 10 Schiff)
Anzahl der Fußballspiele seit dem letzten 0-0: 64
Anzahl der Wochen, seit der letzten Woche ohne eine einzige Sportveranstaltung (31.7.-6.8. 2006): 193

W192IV: Hansa Rostock macht langsam wieder Spaß – der Kreisverband nicht

F.C. Hansa Rostock 2:0 TSV Alemannia Aachen
Sonntag, 4. April 2010 - Anstoßzeit 13.30
2. Fußballbundesliga (2. Profiliga)
Ergebnis: 2:0 nach 93 Min. (47/46) – Halbzeit 1:0
Tore: 1:0 7. Gardar Jóhannsson, 2:0 59. Gardar Jóhannsson
Verwarnungen: Allan Jepsen (Aachen)
Platzverweise: keine
Spielort: Ostseestadion (sogenannte DKB-„Arena“; Kap. 29.000, davon 23.000 Sitzplätze)
Zuschauer: 14.500 (davon ca. 200 Gästefans)
Unterhaltungswert: 7,0/10 (Seit langem das beste Spiel von Hansa Rostock, was ich gesehen habe: weiter so!)
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Photos and English version: Hansa Rostock vs Alemannia Aachen

Also von der Blödheit von mecklenburgischen Amateurvereinen und -verbänden in Sachen Internet habe ich langsam genug. Nicht nur, dass im 30km von Rostock entfernten Nobelbadeort Kühlungsborn kein C-Jugendspiel wie angekündigt und auch im Ort angeschrieben stattfand, nein: auch in Rostock gab es außer dem Bundesligaspiel nicht eine Paarung! An einem Ostersonntag, einem Feiertag, wo wirklich genug Leute Zeit hätten vormittags Sport zu treiben und zu schauen und danach zu Hansa zu gehen! Als ob es einen interessieren würde, dass sich ein 10-Uhr-Spiel mit irgendeinem Gottesdienst, wo im Nordosten Deutschlands ohnehin kaum mehr als 10 Leute hingehen bei hunderten freien Plätzen, überschneidet. 18 Sportplätze in Rostock lagen da spielbereit aber ungenutzt herum: was ein Armutszeugnis für eine solche Stadt!

Wenigstens war dieses eine Spiel, dass es heute gab, wirklich unterhaltsam und gut! Die Ordner am Einlass kontrollieren mittlerweile auch nur noch oberflächlich und freundlich (zumindest auf der Süd): endlich haben die’s gelernt; sehr angenehm! Auf der Südtribüne ist Dank der Suptras auch die meiste Stimmung. Nord hat sich jetzt auf einem schwachen Niveau (die Nordost-Ecke deutlich besser, da halbwegs aktiv) eingependelt und West und Ost rühren sich außer bei Toren mit Jubel und bei schlechten Aktionen mit Meckern gar nicht. Natürlich ist die Südseite auch nach Südwest, wo die Suptras ausdauernd abfeiern, nach der Mittelseite, wo Leute wie ich immer mal mitgehen, aber nicht dauernd am supporten sind, und dem Gästeblock eingeteilt. In letzterem war heute auch halbwegs etwas los, nur deutlich weniger als ich gedacht hätte. Was heute extrem häufig war, waren Spruchbänder bei den Suptras und dem Fanblock Nordost, die diverse Probleme wie die Kontingente für Auswärtsblockkarten ansprachen: für Alemannia mögen 500 Karten auswärts reichen, doch für Hansa oft bei weitem nicht. Das 500-Karten-Problem schien das erste Mal so beim FC St. Pauli vor zwei Wochen aufgetreten zu sein. Das Kontingent wurde konsequent zurückgegeben. Retov bei diesem Spiel übrigens mit dem Foul des Jahres: leider hat er kein weiteres an Naki vollführen können...
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Hansa Rostock war von Beginn an die bessere Mannschaft, obwohl sie noch schlechter als Aachen (15. gegen 11.) dastanden. Schon nach sieben Minuten feuerte der isländische Neuzugang Jóhannsson einen Schuss aus einiger Entfernung unter das Tordacht. Die Öcher erschienen kaum vorm gegnerischen Tor – und wenn, dann meist sehr harmlos. Rostock kam immer wieder zu guten Chancen und ließ Aachen meist schon im Mittelfeld durch konsequentes Zweikampfverhalten keine Chance.
In der zweiten Halbzeit kam Aachen zwar etwas besser ins Spiel, kassierte aber das 2:0, was erneut Jóhannsson für sich verbuchen konnte. Das einzige Tor von Aachen war Abseits und wurde demzufolge aberkannt. Jóhannsson hatte übrigens auch noch eine sogenannte 100%ige Chance, mit der er einen Hattrick hätte perfekt machen können. So blieb es am Ende beim 2:0, was von Rostocker Seite ausgiebig gefeiert wurde. Es war auch seit langem das beste Spiel des FCH, was ich gesehen habe. Ich habe zwar weiterhin wegen der lahmen Atmosphäre (wer macht hierzulande schon mal nüchtern Stimmung?), dem Sicherheitswahn (meist äußerst unfreundliche Ordner und Polizisten) und der Kommerzialisierung (völlig überhöhte Preise, penetrante Werbung im Stadion, hässliche Stadien ohne Besonderheiten aber mit dummen Namen) eine große Abneigung gegen dem deutschen Profifußball (und auch dem Profisport mancher anderer Staaten), aber ab und an lohnt sich doch mal ein Besuch.
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Statistik:
Ground Nr. 409 (kein neuer Ground; diese Saison: 78 neue)
Sportveranstaltung Nr. 977 (diese Saison: 119)
Tageskilometer: 90 Auto
Saisonkilometer: 30.740 (20.030 Auto/ 6.000 Flugzeug/ 2.390 Fahrrad/ 2.320 Bus, Bahn, Tram/ weniger als 10 Schiff)
Anzahl der Fußballspiele seit dem letzten 0-0: 63
Anzahl der Wochen, seit der letzten Woche ohne eine einzige Sportveranstaltung (31.7.-6.8. 2006): 192

Mittwoch, 7. April 2010

W192III: Fußball auf der Marine-Insel und ein Hund im Strafraum

FC Pommern Stralsund C 0:2 1.FC Neubrandenburg 1904 C
Samstag, 3. April 2010 - Anstoßzeit 9.30
C-Junioren Verbandsliga Mecklenburg-Vorpommern (2. Liga der 12-14jährigen)
Ergebnis: 0:2 nach 73 Min. (36/37) – Halbzeit 0:2
Tore: 0:1 52. Nr. 8, 0:2 62. Nr. 14
Verwarnungen: 2x Gelb für Pommern
Platzverweise: keine
Spielort: Sportplatz Dänholm (Kap. 1.000 Stehplätze)
Zuschauer: 20 (davon ca. 5 Gästefans)
Unterhaltungswert: 4,0/10 (Große Steigerung in zweiter Spielhälfte)

MKS Flota Świnoujście 0:1 Górnik Łęczna
Samstag, 3. April 2010 - Anstoßzeit 15.30
I. Liga (2. Polnische Profiliga)
Ergebnis: 0:1 nach 96 Min. (47/49) – Halbzeit 0:1
Tore: 0:1 13. Prejuce Nakoulma
Verwarnungen: Damian Staniszewski, Damian Krajanowski (Flota) und Adrian Bartowiak, Krzysztof Kazimierczak, Grzegorz Bronowicki, Veljko Nikitović, Janusz Surdykowski, Paweł Tomczyk (Górnik)
Platzverweise: keine
Spielort: Stadion Miejski (Stadtstadion Swinemünde, Kap. 3.070 Sitzplätze)
Zuschauer: ca. 1.500 (keine Gästefans)
Unterhaltungswert: 5,0/10 (Ganz unterhaltsam, wenigstens ein Tor, insgesamt aber nur Durchschnitt)
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Photos and English version:
a)
WONDERFUL STRALSUND CITY
b)
Match on Dänholm Island
c) SWINOUJSCIE MATCH
d)
Stolpe near Anklam

Von Rostock nach Stralsund sind es keine 100km, so war es kein Problem die Zielsetzung 8 Uhr Besichtigungsbeginn einzuhalten. Wir begannen die Besichtigung der äußerst sehenswerten Altstadt zum Glück am Stadion von Pommern Stralsund, wo der Anschlag die Fehler auf der Internetseite und bei fussball.de korrigierte. Von wegen die II. Mannschaft spielt im Stadion! Irgendwo in einer anderen Ecke der Stadt spielen die! Am interessantesten erschien uns die C-Jugend-Begegnung auf Dänholm. Das sind aber auch Vollpfosten bei diesem scheiß Kreisverband und dem bescheuerten Club...

Die Besichtigung der Stadt mussten wir auch teilen, nämlich zu erst die Außenbesichtigungen wie das alte Rathaus, die vielen gotischen oder auch später erbauten Häuser und die Reste der Stadtbefestigung. Noch schnell etwas in der Backfactory geholt (hervorragende Brötchen zu niedrigen Preisen), die übrigens die Einzigen waren, die offen hatten: schon super, wenn 90% im Bundesland Atheisten sind, aber die Osterfeiertage der Laden dicht gemacht wird. Karfreitag ist natürlich am Schlimmsten: in den dümmsten Bundesländern gibt’s Sportverbot – Vergleichbar ist nur, dass den Mitgliedern der Sportorganisation Elizur das Arbeiten und auch Sporttreiben am Sabbat verboten ist, was selbst in der jüdischen Gemeinde eine Randposition ist.

Ohne Ausschilderung fanden wir auf den Rügendamm, der direkt neben der neuen – und natürlich ausschließlich ausgeschilderten aber wenigstens mautfreien – Rügenbrücke liegt und der beste Weg nach Dänholm ist. Dieses kleine Inselchen ist ein früherer Marinestützpunkt. Mitten zwischen Hubschrauberlandeplatz, Kiefern, Kasernen der Bundespolizei und trockenem Gras befindet sich ein ganz ordentlicher Fußballplatz, der von mehreren Jugendmannschaften von Pommern Stralsund benutzt wird. Mich würde ja mal die Einwohnerzahl von Dänholm interessieren: auf diesem hässlichen Fleckchen Erde im Sund zwischen Festland und Rügen scheint es keine zivilen Bewohner zu geben.
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Auf dem Sportplatz Dänholm standen sich die C-Junioren von Pommern Stralsund und 1.FC Neubrandenburg gegenüber. 12. und somit Letzter gegen 8. Zu Beginn war Neubrandenburg besser, ab und an kamen die Gastgeber aber auch vors Gehäuse der Gäste, jedoch waren beide Mannschaften ersten erfolglos und zweitens wenig ansprechend agierend.
Das sollte sich zum Glück ändern in Hälfte zwei, wo Neubrandenburg endlich auch mal zwei Chancen verwertet. 0:4 wäre aber deutlich angemessener gewesen, als das 0:2 was am Ende eines nur in der zweiten Hälfte guten Spiels zu Buche stand.

Noch einmal zurück in die Stadt, wo wir noch die beiden wichtigsten Kirchen von Innen besichtigten: eine höher als die andere, für Backsteingotik beeindruckend hell und innen farbenfroh – auf den Turm der höheren kletterten wir auch zum Blick auf die Stadt. Wunderbar!
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Dann weiter nach Polen. Allerdings nur nach Swinemünde, was jetzt natürlich Świnoujście heißt. 40.000 Einwohner, 3.070 Stadionsitzplätze und 20 Mann für die zweite polnische Fußballliga. Heute war Górnik Łęczna, der 13. von 16 beim 8. zu Gast. Für 5,00€ (ermäßigt 2,50€) bekam man einen Platz. Die freundlichen Leute an der Kasse und am Wurststand sprachen gleich von sich aus mit uns Deutsch. Irgendwie sind die wohl selbst im Stadion auf den fürchterlichen Tourismus eingestellt. Die Stadt ist übrigens auch fürchterlich: zwar (zumindest teilweise) guter, feiner, ruhiger Strand – aber größtenteils hässliche Architektur und von primitivsten v. a. deutschen Touris überlaufen. Auch die Fans sind viel zu Deutsch: selbst die Kapuzenshirtträger pöbelten kaum, viel zu wenig Aggression, viel zu wenige Leute die mal angefeuert haben, gestanden haben nur ein paar wenige: fast alles Sitzplatzlangweiler, niemand hat irgendwas geworfen oder die Bullen belappt und Pyrotechnik gab es auch keine. Das Interessanteste am Umfeld war der Hund, der nach einer halben Stunde das Spielfeld stürmte, aber nach der Querung des Strafraums rechtzeitig wieder auf die Tribüne gelotst wurde.

Bis zu dieser Szene war schon das einzige Tor der Partie gefallen: Danke an Krzysztof Żukowski, diese Blindschleiche von Flota-Torwart, ohne dessen Aussetzer das Spiel wohl 0:0 ausgegangen wäre: ein Schuss aus knapp 20m von Nakoulma und Żukowski lässt den Ball durch die Beine rutschen. Sein vorheriger Club war übrigens der heutige Gastverein Górnik Łęczna...
Es wurden ein paar ganz gute Chancen, mehr Chancen dabei von Flota, im weiteren Verlaufe der Partie vergeben, doch ein weiteres Tor fiel nicht mehr. Nur die Spieler fielen ab und an mal, jedoch niemals aus Schauspielerei: es wurde ordentlich hart rangegangen.
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Auf dem Rückweg fuhren wir einem Schild nach und bogen in Stolpe (bei Anklam) ein. Der Ort liegt am Ende einer Stichstraße, hat 350 Einwohner, einen Anleger mit Personenfähre an der Peene, eine ganz interessante Kirche neueren Datums, einen gewöhnlichen Gutshof, eine mickrige Kirchenruine und einen guten aber recht teuren Gasthof.

Zurück ging es – ein prima Mietwagen von Peugeot diesmal – ab Jarmen bis Rostock mit einem Geschwindigkeitsdurchschnitt von 180 km/h auf einer fast völlig freien Autobahn; auf 102km habe ich in 34 Minuten vielleicht 80 Autos überholt, wobei mich nicht ein einziges überholt hatte: wo waren da die eigentlich die Audi-Spaste und die kurzschwänzigen BMW-Fahrer mit ihren dicken Karossen, die immer mit 250 auf der linken Spur fahren wollten? Da waren nur mittelmäßig schnelle Automissgeburten von Opel und gehhilfenähnliche Kleinwagen!
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Statistik:
Ground Nr. 409 (zwei neue Grounds; diese Saison: 78 neue)
Sportveranstaltungen Nr. 975 und 976 (diese Saison: 118)
Tageskilometer: 490 Auto
Saisonkilometer: 30.650 (19.940 Auto/ 6.000 Flugzeug/ 2.390 Fahrrad/ 2.320 Bus, Bahn, Tram/ weniger als 10 Schiff)
Anzahl der Fußballspiele seit dem letzten 0-0: 62
Anzahl der Wochen, seit der letzten Woche ohne eine einzige Sportveranstaltung (31.7.-6.8. 2006): 192

W192II: Rostock

W192I: Sicherheitswahn statt Aprilscherze; Landespokal am 1. April

SV Waren 09 2:1 1.FC Neubrandenburg 1904
Donnerstag, 1. April 2010 - Anstoßzeit 14.00
Landespokal Mecklenburg-Vorpommern, Achtelfinale (beide Mannschaften Verbandsliga Mecklenburg-Vorpommern; 6. Liga = 1. Amateurliga)
Ergebnis: 2:1 nach 93 Min. (45/48) – Halbzeit 1:1
Tore: 0:1 8. Neumann, 1:1 35. Lübke, 2:1 76. Schlüter
Verwarnungen: Jan Aepinus, Buchholz, Groß (Waren), Witzig (1.FCN)
Platzverweise: keine
Spielort: Müritzstadion (Kap. 4.000, davon 800 Sitzplätze)
Zuschauer: 750 (davon knapp 150 Gästefans)
Unterhaltungswert: 6,5/10 (Spannendes Pokalspiel, ordentliche Spielqualität, ganz gute Atmosphäre)
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Photos and English version:
a)
Waren Town
b)
Match in Waren
c) Older Neubrandenburg pics

Wenn man auf halbem Weg zwischen Berlin und Rostock die Autobahnabfahrt Waren/ Müritz erreicht hat, sind es noch 25km über enge Landstraßen nach Osten in die mecklenburger Seenlandschaft bis zur Kleinstadt Waren an der Müritz. Der Ort ist zwar recht klein, der erste Eindruck mit vielen sanierten aber langweiligen Plattenbauten recht unbeeindruckend, die Einwohnerzahl beträgt 21.000 – aber wenn man die Altstadt erreicht hat, in der sich schon an diesem Gründonnerstag erstaunlich viele deutsche Touristen (aber keinerlei Ausländer) aufhielten, kann man sich nicht beklagen. Sehr flächendeckend saniert, bunte Fassaden, etliche Fachwerkhäuser, schöne Gassen und zwei ganz interessante Backsteinkirchen. Doch die Besichtigung des Ortes stand nicht im Mittelpunkt.

Die erste Zufahrt zum Stadion war gesperrt und der Bulle war einer der Sorte, der wahrscheinlich sein Dienstmotorrad nur mit Stützrädern unfallfrei lenken kann: da schickt der uns mit einer schlechten Wegbeschreibung einen 5km langen Umweg zum Stadion, anstatt uns 10m in die temporäre Einbahnstraße einfahren zu lassen um dort die Parkbucht zu nutzen. Aber nein, man muss es den Besuchern ja besonders schwer machen und sie außen herum zu dem Parkplatz schicken. Als dann am Einlass zum Müritzstadion lauter so schwarz gekleidete Wichtigtuer herumstanden, fragte ich mich, ob die beim SV Waren irgendwie geisteskrank sind, bei einem Amateurspiel ein derartiges Aufgebot zu bringen. Der vergreiste Ordner, der mich völlig falsch und ineffektiv untersuchte, konnte auf meine Frage an ihn, ob das hier ne Beschäftigungstherapie für euch Warener sei, leicht kopfschüttelnd nichts antworten. Also so etwas Bescheuertes wie dieses Polizeiaufgebot hatte ich nur von der Naumburger Bullerei in einem Benefizspiel zwischen RSK Freyburg und Carl Zeiss Jena erlebt. Das war sogar noch kranker.

Das Zuschaueraufkommen an diesem Tage rechtfertigte zwar keineswegs das Polizeiaufgebot von ca. 50 Mann, aber 750 Zuschauer (davon waren mindestens 120 Neubrandenburger) waren echt nicht schlecht für den Landespokal. Beide Mannschaften sind übrigens Vertreter der höchsten Amateurspielklasse; der Verbandsliga Mecklenburg-Vorpommern (Neubrandenburg Zweiter in der Tabelle, Waren Sechster). Stimmung kam aber kaum auf: mitunter sehr laute oder lustige Zwischenrufe, etwas Getröte und kaum Sprechchöre und letztere auch nur vom Stimmungsblock der Gäste. Aggressionen konnte man keine ausmachen – es sei denn, man fühlt sich schon bedroht, wenn mal ein paar Leute gegen die Bande treten oder mal „Raus die Sau“ gebrüllt wird.
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Die Spieler lieferten auch keinen Grund für die Bullen einzugreifen. Neubrandenburg bestimmte anfangs das Spiel, traf u. a. einmal die Latte und ging dann auch recht verdient mit 0:1 in Führung. Nach und nach wurde Waren jedoch besser und schaffte dann nach über einer halben Stunde das Ausgleichstor. Bis zur Pause wurden noch ein paar Chancen vergeben, dann gab es nach dem Seitenwechsel wieder das gleiche Bild: Neubrandenburg drückte, was vor allem in der 50. Minute eine kuriose Szene einbrachte; Lattentreffer, Nachschuss vom Torwart abgeblockt, nächster Nachschuss von einem weit vor der Linie stehenden Feldspieler, dann noch ein weiterer Nachschuss von einem anderen Feldspieler direkt vor der Linie und dann noch mit Seitfallzieher geklärt. Waren allerdings auch ab der 60. wieder besser werdend. Ein grober Abwehrfehler eine Viertelstunde vor dem Ende führte zum 2:1 Siegtreffer der Warener.

Wir verließen langsam das ganz ansehnliche Müritzstadion – eine Längsseite ist ausgebaut, wobei ein Großteil mit zwei voneinander getrennten Tribünendächern überdacht ist und Sitzplätze auf Holzbänken anbietet und die andere Längsseite nur Stehplätze, die aber wohl auch mal Holzbänke hatten, zu bieten hat; hinter den Toren sind teils bewachsene Graswälle, wobei der eine die Sportanlage von einer hässlichen Reihenhausspießersiedlung abgrenzt – aßen noch prima Knacker vom Vereinsgrill und beobachteten dann belustigt, wie es noch ein bisschen Stress zwischen denjenigen Neubrandenburgern, denen die Aufmerksamkeit der Polizisten galt: die eindeutig dem rechten Spektrum zuzuordnenden Schwarzjacken, die man allerdings kaum von der Dorfpolizei in ihren schwarzen Uniformen und mit ihrem unseriösen Aussehen unterscheiden konnte, und den Polizisten gab. Aber wieso man für ein paar Pöbler, die gerade einmal einen Böller warfen, gleich Dutzende Sicherheitskräfte brauchte, ist mir auch heute noch rätselhaft. Da muss jemand beim Warener Präsidium oder Stadtrat echt den Arsch offen haben.

Wir kamen jedenfalls unbeschadet nach Rostock-Diedrichshagen, wo Frau Blohm uns schon auf dem Reiterhof erwartete.
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Statistik:
Ground Nr. 407 (ein neuer Ground; diese Saison: 76 neue)
Sportveranstaltung Nr. 974 (diese Saison: 116)
Tageskilometer: 470 Auto
Saisonkilometer: 30.070 (19.360 Auto/ 6.000 Flugzeug/ 2.390 Fahrrad/ 2.320 Bus, Bahn, Tram/ weniger als 10 Schiff)
Anzahl der Fußballspiele seit dem letzten 0-0: 60
Anzahl der Wochen, seit der letzten Woche ohne eine einzige Sportveranstaltung (31.7.-6.8. 2006): 192