Mittwoch, 31. Dezember 2008

Freitag, 26.12.08: Von antiken römische Orten bei Tunis, mediterranem Flair im äußersten Norden und arabischer Hilfsbereitschaft

http://s181.photobucket.com/albums/x68/fchmksfkcb/081226a%20Zaghouane%20-%20Roemische%20Quelle%20in%20den%20Bergen/

http://s181.photobucket.com/albums/x68/fchmksfkcb/081226b%20Thuburbo%20Majus%20-%20Roemische%20Stadt/

http://s181.photobucket.com/albums/x68/fchmksfkcb/081226c%20Hadrians%20Aquaedukt%20bei%20Tunis/

http://s181.photobucket.com/albums/x68/fchmksfkcb/081226d%20Ghar%20El-Melh%20-%20Fischerort%20im%20Norden/

Das schon mehrfach in den ersten Tagen der Reise gegessene „kleine Frühstück“ im Hotel Tej gab es auch an diesem Morgen, der uns zuerst gen Süden führte. Mal wieder etwas chaotisch der Verkehr in Tunis, doch wir kämpften uns bis Oudna durch, wo ich nach dem Blick aufs Schild „mamnu*a as-sourah“ dem Wächter gerne noch ein „inta madshnoun, ibn ush-sharmuta?“ mitgegeben hätte. Fotografierverbot, aber 4 Dinar fürs Amphitheater verlangen...
Wir wendeten und fuhren einfach weiter nach Zaghouane. Dort befindet sich die Hauptsehenswürdigkeit frei zugänglich in einem öffentlichen Park. Kein Wächter und kein Guide wird aufdringlich. Ein kleiner Junge räumte für uns sogar die Absperrung, auf der kaum leserlich auf Arabisch „betreten verboten“ stand, weg, sodass wir direkt in die Quelle gucken konnten, die von einem beachtlichen römischen Tempel umgeben ist.
Weiter ging es dann nach einem Tankstopp - der Fiat Punto verbraucht wirklich sehr wenig und beim Tankstopp ist immer wieder interessant, wie die Bezahlung ohne Quittung beim Tankwart, der einen den Wagen betankt, abläuft - nach Thuburbo Majus. Diese Römerstadt ist noch von einem ganz anderen Kaliber als der Wassertempel in Zaghouane und ihre 4 Dinar + 1 Dinar Fotogebühr wirklich wert. Drei Stadttore, ein halbwegs erhaltenes Kapitol, Thermen, Aquäduktüberreste, ein schlecht erhaltenes Amphitheater, Bäder, etliche Tempel und Grundmauern von Profanbauten. Zwischen den Gebäuden finden sich etliche Mosaiken, die abgesperrt wurden, damit niemand darauf herumläuft.
Die Stadt liegt im Übrigen zwischen bewirtschafteten Hügeln und recht hohen Bergen. Besonders der Blick vom Amphitheater oder dem einen Tempel daneben auf den Hauptbereich mit dem Kapitol und dem Eingangsbereich ist sehr eindrucksvoll.
Weiter ging es gen Norden auf Tunis zu. Die Landstraße im Governorat Ben Arous säumt auf drei Kilometern das bis zu 10m hohe Aquädukt. Immer wieder toll, wie viele römische Ruinen in Tunesien stehen. Das mediterrane Klima verlangsamt den Verfall doch erheblich.
Wir fuhren immer weiter nördlich, bis wir in Ghar El-Melh, der Salzgrotte, ankamen. Dieser Fischerort steht für Mittelmeerfeeling schlechthin. Hohe, grüne Berge mit ein paar kahlen Stellen, blaues Wasser, bunte Boote darin, blauer Himmel und mit Palmen und Zypressen gesäumte, enge Straßen. Drei arabische Forts - perfekt restauriert, mit einem ungesicherten 10m tiefen Brunnenschacht und Burggräben, die als improvisierte Fußballplätze für die Dorfjugend genutzt werden - gibt es in Ghar El-Melh, aber in der Nebensaison ist das Dorf doch sehr lahm.
Wir fuhren via El Alia, wo ich den genialsten Hauseingang Tunesiens entdeckte: das Haus noch im Bau und ein einfacher Flachdach Betonbau, doch ein mit bunten arabischen Kacheln verzierter Hauseingang, eine gelb-rot karierte Tür, darüber ein großes Schild, das auf den Espérance Fanclub El Alia hinweist, zur linken ein großen Vereinswappen von Espérance de Tunis, zur rechten etliche weitere Embleme, ua. von den Kollegen von AS Roma und der Ultragruppe „Ultras L’emkachkhine“ und natürlich das gesamte Erdgeschoss in gelb und rot gestrichen - so muss das Haus eines echten Fans aussehen! -, in die nördlichste Stadt Tunesiens: Bizerte. Dort reichte es nur noch zu einem guten Hähnchenessen bis Sonnenuntergang. Wir brauchten dann geschlagenen zwei Stunden um ein Hotel zu finden. Nachdem wir bis Menzel Bourguiba gefahren waren, fragten wir in dieser nach Habib Bourguiba benannten Kleinstadt in einem der wenigen Supermärkte die Kassierer, die uns sagen konnten, dass es nur in Bizerte selbst Hotels gibt und wir für billige Hotels den Platz mit dem Uhrturm aufsuchen sollten. Den fanden wir nicht auf Anhieb, also fragten wir im Restaurant, in dem wir zuvor gegessen hatten, nach. Der Küchenchef fackelte nicht lange, setzte sich zu uns ins Auto und dirigierte meinen Vater, welchen Weg er nehmen musste. Sicher am Hotel El-Fatah angekommen, wartete er, bis der Hotelbesitzer auftauchte und verabschiedete sich von uns. Er lief sogar den Weg zum Restaurant zurück, anstatt sich von uns noch zurückfahren zu lassen und Trinkgeld wollte er auch nicht, sodass man hier von einen typischen Fall der arabischen Gastfreundschaft bzw. Hilfsbereitschaft sprechen muss: da mag es noch so viele Guides und Händler geben, die nur auf das auch nicht immer so reichliche Geld der Touristen aus sein mögen und einen Mist andrehen zu völlig überhöhten Preisen, doch die meisten Leute sind sehr darauf aus einen helfend zur Seite stehen zu können und sind ehrlich freundlich.

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