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Donnerstag, 21. März 2013

W345V: Noch mehr verschiedene Sportarten, eine Sporthalle in einer Festung und die einzige Moschee Maltas (Fahrrad-Groundhopping, Malta 2013: 5/15)

Kavallieri Rugby Football Club (Marsa) Ladies ---- 46
Sliema Stompers Ladies ------------------------------------ 5
- Datum: Samstag, 9. März 2013 – Kick-off: 12.00
- Wettbewerb: „Malta International Airport“ Ladies 10s Cup (10er-Rugby, Frauenpokal)
- Ergebnis: 46-5 nach 44 Min. (20/24) – Halbzeit: 22-0
- Punkte: 5-0 (Versuch), 10-0 (Versuch), 15-0 (Versuch), 20-0 (Versuch), 22-0 (Erhöhung); 27-0 (Versuch), 32-0 (Versuch), 32-5 (Versuch), 37-5 (Versuch), 39-5 (Erhöhung), 46-5 (Versuch)
- Zeitstrafen: keine
- Platzverweise: keine
- Spielort: Malta Rugby Grounds, Pitch 1 (Marsa Sports Complex, Kap. 300, davon 100 Sitzplätze)
- Zuschauer: ca. 25 (darunter ca. 8 Kavallieri und 4 Stompers Fans)
- Unterhaltungswert: 7,0/10 (Erfreulich hohes Niveau, wobei Kavallieri klar dominierte)

Kavallieri Rugby Football Club (Marsa) ------------- 24
Overseas Rugby Union Football Club (Marsa) ------ 31
- Datum: Samstag, 9. März 2013 – Kick-off: 13.00
- Wettbewerb: „Mediterranean Bank“ Cup (Maltesischer Rugby-Union, d.h. 15er-Rugby Pokal)
- Ergebnis: 24-31 nach 80 Min. (2x40) – Halbzeit: 17-7
- Punkte: 0-5 (Versuch), 0-7 (Erhöhung), 5-7 (Versuch), 7-7 (Erhöhung), 7-12 (Versuch), 7-17 (Versuch), 12-17 (Versuch), 14-17 (Erhöhung), 19-17 (Versuch), 24-17 (Versuch), 29-17 (Versuch), 31-17 (Erhöhung), 31-22 (Versuch), 31-24 (Erhöhung)
- Zeitstrafen: keine
- Platzverweise: keine
- Spielort: Malta Rugby Grounds, Pitch 1 (Marsa Sports Complex, Kap. 300, davon 100 Sitzplätze)
- Zuschauer: ca. 50 (darunter je ca. 15 Kavallieri bzw. Overseas Fans)
- Unterhaltungswert: 8,0/10 (Sehr gutes Rugbyspiel mit unerwarteter Wende in Hälfte zwei)

Fleur de Lys “Office Group” W -------------------------- 3
“Toyota” Playvolley School Birkirkara W ------------- 0
- Datum: Samstag, 9. März 2013 – Beginn: 15.00
- Wettbewerb: Super League Women (1. maltesische Frauenvolleyballliga)
- Spielzeit: ca. 65 Minuten
- Ergebnis: 3-0 nach Sätzen
- Satzergebnisse: 25-21, 25-20, 25-23
- Spielort: Cottonera Sports Hall (Cospicua/ Bormla, Kap. 1.500 Sitzplätze)
- Zuschauer: ca. 30 zumeist neutrale
- Unterhaltungswert: 3,5/10 (Wenige gute Ballwechsel, viel chaotisches Ballgekloppe)

Mġarr Volleyball Club -------------------------------------- 1
Valletta “San Antonio” Volleyball Club ---------------- 3
- Datum: Samstag, 9. März 2013 – Beginn: 17.00
- Wettbewerb: Super League Men (1. maltesische Männervolleyballliga)
- Spielzeit: ca. 95 Minuten
- Ergebnis: 1-3 nach Sätzen
- Satzergebnisse: 18-25, 19-25, 27-25, 11-25
- Spielort: Cottonera Sports Hall (Cospicua/ Bormla, Kap. 1.500 Sitzplätze)
- Zuschauer: ca. 20 (darunter je ca. 5 Fans von Mgarr bzw. Valletta)
- Unterhaltungswert: 3,5/10 (Sehr fehlerbehaftet, ein paar gute Ballwechsel)
DSC07036 Photos with English Commentary:
c) Malta Sightseeing: The Only Mosque in Malta

Da es keinen Fußballwettkampfbetrieb gab, gab es Samstag und Sonntag eine Auswahl anderer Sportarten auf Malta zu sehen. Recht zügig kamen wir zum Marsa Sports Complex, wo sich die einzigen beiden Rugbyplätze Maltas befinden. Im Hinterland des Hafens (Marsa = Hafen), umgeben von diversen anderen Sportstätten wie dem Cricketplatz (dazu morgen mehr), dem Golfplatz, dem Leichtathletikstadion, einem Baseballplatz und der Pferderennbahn mit Poloplatz, liegen im größten Sportgelände der ganzen Insel, ein Stückchen südlich der Hauptstadt.

Als wir kurz vor 11 an den Plätzen ankamen, war von den Jugendmannschaften Malta und Cwmbran (ein walisisches Team, gesprochen in etwa Kombrán, Bedeutung: Krähental), nichts zu sehen. Ein auf Malta lebender Engländer, mit dem wir uns auch etwas über das deutsche Rugby unterhielten, meinte, dass das Spiel abgesagt wurde, aber ab 12 Uhr hier Pokalspiele ausgetragen werden. So war es dann auch und die beiden Cupmatches waren es wirklich wert, den Sonnenbrand auf der Nordtribüne (einer vierreihigen, grob zusammen gezimmerten Holz- und Metalltribüne) bei Spielen zur Mittagszeit zu riskieren!

Kavallieri Rugby Football Club („RC Ritter“) war gleich bei beiden Spielen beteiligt. Zuerst trat deren Frauenmannschaft in der 10er Spielform (Tens, 10 Spieler pro Mannschaft und ca. 2x20 Minuten Spielzeit) gegen die Sliema Stopers (Friedensstadt Stampfer) an, dann die Männermannschaft in der Spielform Union (15 Spieler pro Team, ca. 2x40 Minuten) gegen die aus Übersee, Overseas Rugby Union Football Club.

Die Frauenmannschaft der Kavallieri war stark überlegen und konnte mit tollen Sprints die körperlich stärkeren aber deutlich zu langsamen Spielerinnen von Sliema überwinden. Die 22:0 Führung bei Pause war schon die Entscheidung, wobei die zweite Halbzeit trotz einzelnen Freiräumen für Sliema, die auch zu den einzigen Punkten für die Stompers Ladies führten, eher noch besser war als die erste Halbzeit. In einem insgesamt erfreulich guten Spiel hieß es am Ende 46:5 für Kavallieri.

Bei den Männern war es bei weitem nicht so deutlich: Dort sah es in einem wirklich laufintensiven, technisch guten und stark umkämpften Spiel zwar zur Pause auch gut aus für die Ritter, doch die Übersee-Mannschaft kämpfte sich nach einem 7:17 zurück und zog auf 24:17 davon. Als dann noch der erste grobe Abwehrfehler kurz vor dem Ende der Partie passierte, setzte es das alles entscheidende 31:17. Am Ende verkürzte Kavallieri zwar noch mit einem Versuch plus Erhöhung, doch der Sieben-Punkte-Sieg war damit perfekt. DSC07077 Wir ließen einige Sehenswürdigkeiten liegen (diese besuchten wir aber bis auf das Hypogäum noch alle im Laufe der Reise) und hielten nur an der libyschen Moschee an, da diese das einzige islamische Gotteshaus Maltas ist und jedem offen steht. Einträchtig flattern die libysche und die maltesische Fahne – Halbmond auf der einen, Kreuz auf der anderen – nebeneinander. Beide Staaten verbindet auch mehr als sie trennt: zwischen Malta und Libyen gibt es weniger kulturelle Unterschiede als zwischen Malta und Deutschland. Aufgrund der freundschaftlichen Beziehungen wird sogar im streng katholischen Malta diskutiert, ob man nicht (schon allein, da es in Libyen mehr Kirchen mit entsprechenden Kapazitäten gibt als auf Malta Moscheen) noch mehr Moscheen auf der Insel, in deren Verfassung schon in Artikel 2 die römisch-katholische Kirche als Staatsreligion und damit als maßgebend für viele Rechtsbereiche festgelegt wird, zulassen solle, da diese einzige Moschee nur 200 der 5.000 (d.h. 4%) Muslime Platz bietet, während die weit über 300 Kirchen Platz für fast 100.000 Gläubige und damit 25% der maltesischen Christen bieten. Die libysche Moschee, die vom geisteskranken General Muamar Gadhafi, der bis zu seiner Liquidierung durch die Bürgerkriegshelden von 2011 auch als Träger eines Ordens der „Gesellschaft für das Gute für Malta“ eine Art Ehrenbürger Maltas war, gestiftet wurde, ist natürlich recht modern mit ganz viel grün und weiß. Die mittelalterlichen Moscheen wurden alle von den Stauffern und späteren christlichen Dynastien (frühes 12. Jh.) zerstört. Dasselbe Schicksal ereilte die maltesischen Synagogen. Es ist schon negativ auffällig, wie Malta gewaltsam homogenisiert wurde unter katholischen Herrschern, nachdem es ein multikonfessioneller Vielvölkerstaat unter den arabischen Herrschern war.

Sehenswert sind natürlich auch die wuchtigen Festungsanlagen im Bereich von Bormla. Zwischen all den mit prächtigen Toren versehenen, gewaltigen Mauern, die mehrfach ineinander verschachtelt, gegeneinander versetzt liegend angelegt wurden, befinden sich auch drei Sportanlagen: Tennisplätze, der St. Patrick’s Ground Fußballplatz und auch die „Baumwoll-Halle“ Cottonera. Dort gab es heute Volleyball zu sehen. DSC07159 Wie zu befürchten war, lohnte der Spielbesuch mehr wegen der architektonisch interessanten Halle: Die Dachkonstruktion hat wirklich was von Baumwolle – allerdings nur von der Form her, denn die Stahlträgerkonstruktion ist doch etwas robuster als so ein Wattebausch... Die blauen und roten Sitze sind auf zwei Längstribünen angebracht, hinter denen sich Arkadengänge mit Säulen befinden. Hinter den Toren ist kein Ausbau. Insgesamt eine sehr gelungene Halle!

Wir kamen zum zweiten Satz eines dürftigen Frauenspiels zwischen Fleur de Lys Office Group – Bürogruppe Lilienblüte also: Fleur de Lys ist eine Siedlung in Birkirkara, der mit einer enormen Einwohnerzahl von 22.500 größten Gemeinde des ganzen Landes – und Toyota PlayvolleySchool, der von Toyota gesponserte Volleyballschule aus der gleichen Metropole, deren Namensübersetzung schwer ist, aber in Richtung: „Brunnendorf“ geht. Man merkte dass hier mit dem 3. und dem 4. von 5 Teams zwei eher schwache Truppen gegeneinander spielten. Das letzte Frauenvolleyballspiel, das ich gesehen habe, war ein deutlich besseres in Algerien. FDL gewann ziemlich sicher, mit einem kleinen Durchhänger im dritten Satz, mit drei zu null. Die Fehlerquote in allen Dingen war vor allem bei der PlayvolleySchool, die teilweise auch sehr unbewegliche da stark übergewichtige Spielerinnen hatte, sehr hoch.

Beim Männerspiel war die Fehlerquote eher noch höher: dass da die zweitbeste Mannschaft der Insel auf der Platte stand, war kaum zu merken, aber hinter dem Meister Fleur de Lys ist der von einem teuren Resorthotel gesponserte Club aus der Hauptstadt noch der beste. Der Mġarr Volleyball Club ist eher im hinteren Bereich zu finden. Mġarr heißt übrigens „(Hafen)kai“, wobei mir nicht ganz klar ist, warum eine Stadt die mehrere Kilometer vom Meer entfernt liegt, so heißt...

Durch Fehlentscheidungen der schwachen Schiedsrichter und Unkonzentriertheiten der Hauptstädter nach zwei einfach gewonnen Sätzen blieb uns ein vierter Satz nicht erspart. Den gewann Valletta aber absolut standesgemäß mit 25:11, sodass Mgarr ein Punkt vergönnt blieb. Ja, auch Malta hat schon die Zählweise: 3 Punkte für 3:0 und 3:1 Siege, 2 Punkte für 3:2 und 1 Punkt für 2:3 Niederlage. Wann Deutschland die mal endlich einführt, würde ich ja gerne mal wissen!

In Mosta trieben wir dann noch neben der großen Kirche ein gutes, aber nicht ganz billiges (15€ pro Person für Vorspeise, Hauptgericht und Getränke) Restaurant mit leider überwiegend italienischer Küche aber auch ein paar einheimischen Sachen auf. Gegen 22 Uhr waren wir dann in der FeWo... DSC07173 Statistik:
- Grounds: 878 (heute 2 neue; diese Saison: 110 neue)
- Sportveranstaltungen: 1.731 (heute 4, diese Saison: 154)
- Tageskilometer: 60 (60 Fahrrad)
- Saisonkilometer: 40.830 (34.050 Auto/ 4.850 Flugzeug/ 1.820 Fahrrad/ 130 Bahn, Bus, Tram/ 80 Schiff, Fähre)
- Anzahl der Fußballspiele seit dem letzten 0-0: 30 [Letzte Serie: 6, Rekord: 141]
- Anzahl der Wochen, seit der letzten Woche ohne eine einzige Sportveranstaltung (31.7.-6.8. 2006): 345

Montag, 28. Januar 2013

W339I: Zum ersten Mal Volleyball im Ausland – die Pokalhalbfinals in Częstochowa

„Zaksa“ Kędzierzyn-Koźle ------------------------------------ 3
Klub Sportowy Jastrzębski „Węgiel” ----------------------- 1
- Datum: Samstag, 26. Januar 2012 – Beginn: 14.30
- Wettbewerb: Puchar Polski 2013, półfinał (Halbfinale des polnischen Volleyballpokals; beide Teams aus „PlusLiga“, 1. Profi-Volleyball-Liga Polens)
- Ergebnis: 3-1 nach 114 Min.
- Satzergebnisse: 25:21, 25:19, 20:25, 25:20
- Spielort: Wielofunkcyjna hala sportowa w Częstochowie (Kap. 5.813 Sitzplätze)
- Zuschauer: ca. 2.800 (darunter ca. 150 aus K.-Koźle und ca. 150 aus Węgiel)
- Unterhaltungswert: 7,5/10 (Starkes Spiel zweier guter Mannschaften, wobei K.-Koźle doch stets den Tick besser war)

„Delecta“ Łuczniczka Bydgoszcz ---------------------------- 2
„Asseco“ Resovia Rzeszów ------------------------------------ 3
- Datum: Samstag, 26. Januar 2012 – Beginn: 18.00
- Wettbewerb: Puchar Polski 2013, półfinał (Halbfinale des polnischen Volleyballpokals; beide Teams aus „PlusLiga“, 1. Profi-Volleyball-Liga Polens)
- Ergebnis: 2-3 nach 156 Min.
- Satzergebnisse: 19:25, 25:23, 21:25, 25:23, 14:16
- Spielort: Wielofunkcyjna hala sportowa w Częstochowie (Kap. 5.813 Sitzplätze)
- Zuschauer: ca. 2.800; darunter ca. 50 aus Bydgoszcz und ca. 250 aus Rzeszów)
- Unterhaltungswert: 7,0/10 (Sehr spannendes Spiel mit einigen Durchhängern: der Favorit aus Rzeszów tat sich ab 2. Satz sehr schwer)
DSC02798 Photos with English Commentary:

Videos on Myvideo.De:
a) Support and Match Scenes: Kędzierzyn-Koźle v Jastrzębie Zdrój
b) Support and Match Scenes: Łuczniczka Bydgoszcz v Resovia Rzeszów

Beim letzten Volleyballspiel in Spergau hatten wir schon rumerzählt, dass wir uns Karten für die Final-Four des polnischen Volleyballpokals gesichert hatten. Bei der Kartenbestellung gab es durch den Secure Code – das System ist der letzte Dreck! – doch einige Probleme, allerdings gelang es uns zwei Tickets zu je 6€ (die niedrigste Kategorie kostete umgerechnet 4€, die teuerste 9€) innerhalb von einer knappen Stunde zu bestellen. Die Preise waren natürlich nicht so doll billig wie das für die Leute bei Spergau klang. Die dachten wohl, in Polen könne man noch mehr als bei Spergau (6€ bis 9€) verlangen... Allerdings sollte man den Anstieg des polnischen Durchschnittseinkommens und die Stärke der Liga mit ihren international renommierten Teams nicht vernachlässigen. Da kann es halt nicht wie in Tschechien nur 3€ Eintritt kosten – selbst wenn man in so einem komischen Kaff wie Częstochowa spielt...

Częstochowa liegt am Nordwestrand einer der schönsten Ecken Polens, dem Krakau-Tschenstochauer Jura, den wir vor anderthalb Jahren recht ausführlich besuchten. Berühmt ist Tschenstochau als Wallfahrtsort und das Kloster ist auch sehr eindrucksvoll (siehe oben verlinktes Fotoalbum) – doch ansonsten ist die Stadt extrem hässlich. So hässlich wie sie ist, so funktional ist sie allerdings auch. An der östlichen Ausfallstraße befinden sich riesige Einkaufszentren mit hervorragend sortierten Supermärkten, kleinen Läden, Restaurants, Imbissen und sogar Hotels. In einem Sporthotel namens „Scout“ checkten wir für 32€ ein. Das Doppelzimmer war sehr gut. Der Einkauf ließ sich auch sehen: bei den Mengen an Lebensmitteln zahlt man in Deutschland weit mehr als 15,50€. Nur der türkische Imbiss, den wir nach dem Volleyball besuchten, war nicht so doll: Es ist auch mal wieder typisch, denn wohl nirgendwo sonst findet man so viele ausländische Lokale, die von Einheimischen betrieben werden, wie in Polen; Chinarestaurants, Mexikaner, Kebabimbisse – und immer werden sie von Polen geleitet...

Auch beim Volleyball war die Ausländerquote ungewohnt niedrig. In der wenigen Monate alten Multifunktionssporthalle Tschenstochau, also: Wielofunkcyjna hala sportowa w Częstochowie, die 5.813 Zuschauer fasst, waren nur vereinzelt Südamerikaner auf der Platte und ansonsten Polen, die teilweise auch in der Nationalmannschaft unseres Nachbarlandes antreten.
Leider war die Mannschaft von „Wkręt-met“ Akademickiego Związku Sportowego Częstochowa im Viertelfinale ausgeschieden. Die Stimmung wäre sicher besser gewesen, denn die ganzen Częstochowa-Fans gingen nicht so mit bei den Spielen wie die jeweiligen Fanclubs der vier Halbfinalisten.

Das erste Spiel in der außen aschgrauen und innen kitschig bunten, sehr praktischen aber trotz interessanter Deckenkonstruktionen (bunte, symmetrische Schallbrecher) eher langweiligen Halle, bestritten „Zaksa“ Kędzierzyn-Koźle (mit vollem Namen Zakłady Azotowe Kędzierzyn spółka akcyjna) und Klub Sportowy Jastrzębski „Węgiel“ (aus Jastrzębie Zdrój). Beide Teams sind aus dem südlichen Schlesien und gute Erstligisten. DSC02881 In einem wirklich starken Spiel hatte Kędzierzyn-Koźle irgendwie stets die Nase vorn. Bei allem Kampf der Mannschaft aus Jastrzębie Zdrój waren sie dann doch der Sieger am Ende langer Ballwechsel oder hatten bei den Annahmen und Aufgaben das größere Glück und Geschick. Nur im dritten Satz schaffte es Jastrzębie Zdrój die Niederlage noch etwas aufzuschieben. Im vierten Satz war dann aber eher die Luft draußen, was wiederum Kędzierzyn-Koźle gut zu nutzen wusste.
Leider quatschte der Sprecher ähnlich viel wie in Deutschland, sonst wären die Anfeuerungen noch besser rübergekommen. Beide Teams, Jastrzębie Zdrój auch noch von Fans aus Rzeszów unterstützt, feuerten mehr mit Sprechchören als mit Trommeln an, was um Klassen besser als in Spergau, Leipzig oder den allermeisten anderen Bundesligastandorten klingt. Die Stimmung war also doch besser als bei uns, obwohl die Frauenquote (und fast keine der Frauen feuerte an) für polnische Verhältnisse extrem hoch lag. Beim Volleyball waren es 50-60% - beim Fußball in Polen sind es oft keine 10% weibliche Zuschauer.

Fantechnisch hatte sich im zweiten Spiel des Samstages dann der kleine Anhang aus dem relativ weit entfernten Bromberg gegen die Übermacht an Rzeszów-Fans durchzusetzen, was ihnen in den besten Phasen ihres Teams aus gelang. Doch Rzeszów war nicht nur auf den Rängen zahlenmäßig und akustisch überlegen. Bei allen Schwierigkeiten: am Ende siegte Resovia mit 3:2 nach Sätzen.
„Delecta“ Łuczniczka Bydgoszcz war im ersten Satz sehr unterlegen gegen „Asseco“ Resovia Rzeszów, was uns schon ein zackiges 0:3 erwarten ließ. Dass dachten sich die von Resovia wohl auch und prompt verloren sie einen umkämpften zweiten Satz – auch aufgrund von Fehlentscheidungen der streckenweise etwas überforderten Unparteiischen – mit 25:23. Nach einem zweiten erfolgreichen Satz erkämpfte sich Bydgoszcz mit einem wahren Comeback den Tiebreak.
Dass man für das Ausspielen eines fünften Satzes eine ganze halbe Stunde braucht, habe ich übrigens auch noch nicht erlebt. Mit 16:14 siegte Rzeszów, die es sich ab Satz 2 mit ihrer Fehlerquote selber schwer gemacht hatten, verdient im Tiebreak. Es war aber schon dreist wie beide Teams dieses Spiel ab dem ersten Satz verzögerten: Besonders Bydgoszcz spielte sich dauernd über die Schiris auf – in der Bundesliga hätten die längst mal einen Strafpunkt bekommen – aber der polnische Volleyballverband unterstützt so affiges Verhalten mit dauerndem Lamentieren und Meckern auch noch in dem er Videoaufnahmen zulässt, die vom jeweiligen Kapitän des Teams gefordert werden können.

Hoffentlich kommt die Bundesliga nicht auf so hirnrissige Ideen wie Videobeweis... In Sachen Spielqualität stehen sie der polnischen Liga ja nicht weit nach, wobei eine Mannschaft wie Rseszów sicherlich auch die Berliner Müllabfuhr besiegen kann. Nur bei den Anfeuerungen könnte man sich ruhig mehr an Polen orientieren. Allerdings wird das kein deutscher Volleyballfan machen, da die Volleyballfans fast durchweg (Handballfans übrigens genauso schlimm!) zu blöd sind, mal über ihren beschränkten sportlichen Tellerrand zu schauen. Das war die erste Sportveranstaltung in Polen und Tschechien auf hohem Level, bei der ich keine deutschen Fans bemerkt oder deutsche Autos gesehen habe. Kein Wunder bei der dürftigen Fanszene im Volleyball: Wenn nicht mal der Rekordmeister Fangruppen hat, die samstags mal die knapp 500km nach Spergau fahren, dann hat auch keiner so was wie Groundhopper. Und das bei dem eher überdurchschnittlichen Einkommen der Volleyballfans, was Groundhopping ja bequemer und einfacher macht! Aber Volleyballfans kommen wohl nicht mal bei einer Urlaubsreise auf die Idee, ihren Lieblingssport im Ausland zu gucken... DSC02846 Statistik:
- Grounds: 849 (heute 1 neue; diese Saison: 81 neue)
- Sportveranstaltungen: 1.697 (heute 2, diese Saison: 120)
- Tageskilometer: 610 (610km Auto)
- Saisonkilometer: 27.480 (25.780 Auto/ 1.570 Fahrrad/ 80 Schiff, Fähre/ 50 Bahn, Bus, Tram/ 0 Flugzeug)
- Anzahl der Fußballspiele seit dem letzten 0-0: 13 [Letzte Serie: 6, Rekord: 141]
- Anzahl der Wochen, seit der letzten Woche ohne eine einzige Sportveranstaltung (31.7.-6.8. 2006): 339

Freitag, 5. September 2008

WE110 II: Auf in eine neue Saison - der VCBDS lädt ein.

VC Bad Dürrenberg/ Spergau 4:0 VCA Niederösterreich

Freitag, 5. September 2008 - 1. Angabe 18.00
Saisonvorbereitungsspiel (1. deutsche gegen 1. österreichische Volleyball-Liga)
Ergebnis: 4:0 (25:19, 25:20, 27:25, 25:19) nach 110 Min.
Besondere Vorkommnisse: Es wurde auf einen 4. Satz verlängert.
Halle: Jahrhunderthalle Spergau (Kap. 400, reduziert, nur Sitzplätze)
Zuschauer: 80 (0 Gästefans)
Spielqualität: 5,5/10 (Durchschnitt)

So langsam bahnt sich eine neue Volleyballsaison an - und so langsam müssten wir wieder unsere kostenlosen VIP-Tickets zugeschickt bekommen. Aber die werden wahrscheinlich nicht früher zugeschickt werden, als mein Studentenausweis der Uni Halle. Wie dem auch sei: wir kamen ja wieder gratis rein dank einer Einladung. Nicht, dass wir dem VC seine Einnahmen nicht gönnen würden, aber wir hätten dann eher die ESV Old Stars bei den Alten Herren von Delitz am Berge geguckt, anstatt den ersten Tag dieses Vorbereitungsturniers.
Zuerst einmal aber wurde die Mannschaft vorgestellt. Erst ein Fotoshooting auf der vorgeschobenen Tribünen - welcher Vollhorst ist eigentlich auf die Idee gekommen, wegen der lächerlichen Regelung der lichten Höhe, die Tribünen so auseinander zu ziehen, dass aus einer 2.000 Zuschauer fassenden Halle, eine für 1.200 wurde? - und dann noch eine Einzelvorstellung mit kurzer Pressekonferenz und ordentlichem kalten Büffet im VIP-Raum. Mit den Zuschauerkapazitäten war es ja im Übrigen unproblematisch am heutigen Tage - da war es sogar locker möglich, mehr als die Hälfte der Plätze abzusperren - doch wie es bei Bundesligaspielen gegen den VC Leipzig gehen soll, ist mir schleierhaft.
Wie auch immer, ein ordentliches Volleyballspiel nahm seinen Lauf. Die Gäste des VC Amstetten Niederösterreich (eigentlich tragen die noch einen Sponsorennamen - wie fast alle österreichischen Sportvereine bis hinunter in die Kreisebene; absolut pervers was da in unserem Nachbarstaat abläuft - aber der tut hier nichts zur Sache) waren nicht deutlich unterlegen, doch stets einen Tick weniger routiniert und technisch oder taktisch bewandert als die ,,Provinzmannschaft’’ vom VC Bad Dürrenberg Spergau. Diese gewannen in drei Sätzen mit 25:19, 25:20 und 27:25. Da noch genug Zeit war bis 20.00 Uhr - dann sollte erst das zweite Spiel stattfinden - einigte man sich zwecks zusätzlichem Training auf einem vierten Satz. So kam es zu dem eigentlich nicht möglichen Ergebnis von 4:0.

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VC Leipzig 3:0 SKV Ustí nad Labem

Freitag, 5. September 2008 - 1. Angabe 20.15
Saisonvorbereitungsspiel (1. deutsche gegen 1. tschechische Volleyball-Liga)
Ergebnis: 3:0 (25:21, 25:21, 25:21) nach 90 Min.
Besondere Vorkommnisse: Alle drei Sätze endeten mit dem gleichen Resultat.
Halle: Jahrhunderthalle Spergau (Kap. 400, reduziert, nur Sitzplätze)
Zuschauer: 60 (0 Gästefans)
Spielqualität: 6,0/10 (Leicht überm Durchschnitt)

Auch im zweiten Spiel, welches meines Erachtens - vor allem in der Endphase des dritten Satzes - mehr Schnelligkeit und Dynamik vorweisen konnte als das Spiel des VC Bad Dürrenberg/ Spergau, war die deutsche Mannschaft erfolgreicher und auch leicht überlegen. Allerdings machten die Tschechen aus Aussig an der Elbe, also Ustí nad Labem - eine der wenigen Städte der Tschechischen Republik die ich nicht sonderlich zu schätzen weiß - einen weitaus besseren Eindruck als die Österreicher aus Amstetten. Warum man den Ort Amstetten kennen müsste, bemerke ich jetzt besser nicht an dieser Stelle.

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Ground Nr. 243 (Kein neuer Ground; diese Saison: 13 neue)
Sportveranstaltung Nr. 653 (diese Saison: 20)
Tageskilometer: 25 (Fahrrad)
Saisonkilometer: 6.525; 4.810 Auto/ 1.210 öffentliche Verkehrsmittel/ 480 Fahrrad.
Anzahl der Wochen, seit der letzten Woche ohne eine einzige Sportveranstaltung (31.7.-6.8. 2006): 110.

Mehr Fotos unter:
http://s181.photobucket.com/albums/x68/fchmksfkcb/080905a%20VC%20Bad%20Dbg%20Spergau%20Mannschaftsvorstellung/
http://s181.photobucket.com/albums/x68/fchmksfkcb/080905b%20VC%20BDS%204-0%20VC%20Amstetten%20Niederoesterreich/
http://s181.photobucket.com/albums/x68/fchmksfkcb/080905c%20VC%20Leipzig%203-0%20SKV%20Usti%20nad%20Labem/