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Sonntag, 20. Januar 2013

W338II: Interessante Handballspiele in Leipzig und ein sensationelles Volleyballspiel in Spergau

SV Lok Leipzig-Mitte II ---------------------------------- 24
BSG Chemie Leipzig --------------------------------------- 25
+ Datum: Samstag, 19. Januar 2013 – Anwurf: 11.45
+ Wettbewerb: 2. Kreisliga Leipzig (10. Handballliga, 7. Amateurliga)
+ Ergebnis: 24-25 nach 60 Min. (2x30) – Halbzeit: 12-10
+ Torfolge: ?-?, 3-1, 3-4(!), 11-4(!!!), 11-6, 12-6, 12-10(!)/ 12-13(!!), 13-13, 13-14, 14-14, 14-16, 15-16, 15-17, 17-17, 17-20, 18-20, 18-21, 22-21(!), 22-22, 23-22, 23-24, 24-24, 24-25
+ Gelbe Karten: Nr. 6, 15, ? (Lok Mitte); Nr. 10, 12, 13 (Chemie)
+ Zwei-Minuten-Strafen: 2x Nr. 15, 1x Nr. 2, 8, 18 (Lok Mitte = 10 Minuten); Nr. 8, 13, 14 (Chemie = 6 Minuten)
+ Spielort: Sporthalle Astrid Lindgren Grundschule (Kap. 100, davon 50 Sitzplätze)
+ Zuschauer: ca. 40 (davon ca. 25 Gästefans)
+ Unterhaltungswert: 7,5/10 (Packendes und gutes Match mit kuriosem Spielverlauf)

TSG Schkeuditz/ SG Motor Gohlis Nord B ------------ 45
Neuer Handball Verein Concordia Delitzsch 2010 B - 35
+ Datum: Samstag, 19. Januar 2013 – Anwurf: 16.00
+ Wettbewerb: Kreisliga Leipzig, männliche Jugend B (5. und unterste Handballliga der 14-16jährigen)
+ Ergebnis: 45-35 nach 50 Min. (2x25) – Halbzeit: 23-13
+ Torfolge: 1-0, 1-1, 11-1(!!), 11-2, 13-2, 13-3, 14-3, 14-4, 16-4, 16-5, 17-5, 17-6, 18-6, 18-7, 20-7, 20-8, 22-8(+14!), 22-9, 23-9, 23-14(!), 26-14, 26-15, 27-15, 27-16, 29-16, 29-18, 32-18(+14!), 32-22, 33-22, 33-23, 35-23, 35-25, 36-24, 36-26, 38-26, 38-27, 39-27, 39-28, 40-28, 42-29, 42-33, 43-33, 43-34, 45-34, 45-35
+ Gelbe Karten: Nr. 73 (Schkeuditz/ MoGoNo); Nr. 3, 7, 21 (Delitzsch)
+ Zwei-Minuten-Strafen: 2x Nr. 73, 10, 1x Nr. 15 (Schkeuditz/ MoGoNo = 10 Minuten); Nr. 18, 21 (Delitzsch = 4 Minuten)
+ Spielort: Turn- und Spielhalle Schkeuditz (Kap. 200, davon 160 Sitzplätze)
+ Zuschauer: ca. 45 (davon ca. 10 Gästefans)
+ Unterhaltungswert: 7,0/10 (Schnelles bis hektisches, chaotisches und extrem torreiches – 80 Treffer in nur 50 Minuten – Spiel)

Chemie Volley Mitteldeutschland (Leuna) ------------- 3
Verein für Bewegungsspiele Friedrichshafen ----------- 0
+ Datum: Samstag, 19. Januar 2013 – Beginn: 19.30
+ Wettbewerb: 1. Volleyballbundesliga (Halbprofiliga)
+ Ergebnis: 3-0 nach 90 Min.
+ Satzergebnisse: 25:23, 30:28, 25:23 (= 80:74)
+ Spielort: Jahrhunderthalle Spergau (Kap. 1.300 Sitzplätze)
+ Zuschauer: 1.047 gemeldet (tatsächliche Zahl: stimmt in etwa mit der gemeldeten überein, davon Gästefans: 2, 3)
+ Unterhaltungswert: 8,0/10 (Ein klasse Spiel: Friedrichshafen nicht unbedingt in Bestform, dafür aber CVM weit über seiner Normalform!)
DSC02495 Photos with English Commentary:
b) German Volleyball Top Flight: CVM Spergau v Friedrichshafen

Erst kurz nach Anpfiff betraten wir die etwas heruntergekommene, obwohl mittlerweile sanierte, Sporthalle der noch heruntergekommeneren Astrid-Lindgren-Grundschule in der Löbauer Straße in der nördlichen Innenstadt von Leipzig. Der kastenförmige Bau kann nur Turnbänke als Sitzgelegenheiten anbieten. Wie bei allen Chemie Leipzig-Spielen waren die auch gut belegt, wobei ich bei anderen Spielen von denen schon weit mehr Zuschauer gesehen habe. Genial waren die beiden Pflanzen, die durch Fensterritzen in die Halle hineinwucherten. Kein Wunder, dass es Zugluft gab...

Die Gästefans gingen auch ganz gut mit in einem Spiel ihrer Mannschaft, dass schnell zu ihren Ungunsten zu laufen schien, dann scheinbar gedreht wurde, dann doch wieder nicht und schließlich tatsächlich mit einem Sieg für die BSG endete. Einen ersten Rückstand in der Anfangsphase konnte Chemie jedenfalls drehen, nachdem wir die Halle betraten. Ab der 12. oder 13. Minute lief aber nichts mehr zusammen und aus einem 4:3-Vorsprung wurde ein 4:11 Rückstand. Der hervorragend parierende Chemie-Torwart wurde langsam ungehalten und stänkerte gegen die Offensive, die erst nach über 20 Spielminuten wieder in Schwung und bis auf 10:12 heran kam.

Nach dem Seitenwechsel wurde das Spiel teilweise etwas ruppig, aber blieb noch im Rahmen. Chemie drehte binnen Minuten auf und lag bis Mitte der zweiten Hälfte mit zwei Treffern in Front. Dann kam wieder ein Durchhänger und Lok Mitte ging in Führung. Allerdings waren es in einer packenden Schlussphase dann die Tempogegenstöße und Würfe aus Reihe zwei, die das Spiel noch zugunsten der Chemiker kippen ließen. 25:24 etwa 15 Sekunden vor Abpfiff! Der nächste Pfiff des guten Schiedsrichtergespanns schien der Abpfiff zu seien. Ein kleiner Platzsturm der emotionalsten Gästefans später, die genauso wenig wie die Spieler die Uhr auf dem Kampfrichtertisch sehen konnten, wurde allerdings noch einmal angepfiffen für einen letzten Freiwurf der Heimmannschaft. Der saß dann aber nicht. Also blieb es beim verdienten Sieg der BSG, der sicherlich kultigsten Handballmannschaft in Leipzig! DSC02533 Nach einem ganz guten Essen im Sportlerheim Bienitz, gingen wir in die Schkeuditzer Sporthalle. Die beschissenen Anwurfzeiten habe ich nicht nachvollziehen können – aber dann halt statt den Männern der TSG, die ebenso wie Chemie einen beachtlichen Fananhang haben, zur B-Jugend, die auch gar nicht mal so wenige Eltern und Freunde zog und mit MoGoNo zusammen eine Spielgemeinschaft in der untersten Spielklasse bildet.

Dafür, dass das die unterste Spielklasse der U17 war, ging das Spiel aber gut ab! Der Gast aus Delitzsch, bei dem man sich ohnehin fragte, warum die so weit unten spielen – aber das zeigt, wie wenig von Anfang an dahinter steckte bei diesem hochgepushten Bankrottclub – schien anfangs völlig unterlegen. Nach dem 5:1 nahm der Gästecoach eine Auszeit, die komplett für den Arsch war: 11:1 stand es nach knapp 7 Minuten! Bis zu 14 Tore Vorsprung spielten die Schkeuditzer und Gohliser mit teilweise genialen Spielzügen und klasse Toren heraus. Am Ende waren es in einem für diese Jugendklasse fairen Spiel – die Schiedsrichter hatten somit auch keine Probleme und trafen nur eine Fehlentscheidung (unberechtigte Zwei-Minuten-Strafe gegen Schkeuditz) – 10 Tore Unterschied für die Heimelf. Das Wahnsinnsergebnis lautete 45:35!

Manche wundert es wohl, dass ich das Spiel nicht höher bewertet habe als mit 7,0/10. Nun: Tore sind das wichtigste, aber nicht alles. Bei 80 Toren in 50 Spielminuten bleibt keine Zeit für andere schöne Szenen, wie Torwartparaden oder mehrfach abgeblockte Angriffe, die erst nach fünf spektakulären Blocks zum Torwurf führen. Aber bei einem noch besseren Spiel wäre die mäßige Sicht auch ärgerlicher gewesen. Die Turn- und Spielhalle Schkeuditz ist ja nicht schlecht – von außen nett anzusehen, innen eine interessante Empore und eine dreireihige, blau bestuhlte und etwas krumme Untertribüne – aber ziemlich unpraktisch wegen der Balken vor der Tribüne und dem engmaschigen Netz vorm Oberrang. DSC02543 Schließlich gab es noch Volleyball in Spergau zu sehen: Der Rekordmeister aus Friedrichshafen war im Leunaer Ortsteil zu Gast und lief im ersten Satz ständig einem Rückstand hinterher, der folgerichtig in einem 25:23 endete. Das war ja schon eine Überraschung, doch was dann folgte, war eine noch viel größere: 30:28 für die Chemie-Piraten in einem extrem engen zweiten Satz, der bei 25:26 und 26:27 schon verloren schien. Wirklich verloren schien der dritte Satz nach 3:9 Rückstand und anderen Ausrutschern, doch auch dieser wurde noch sensationell von den Sachsen-Anhaltern mit 25:23 entschieden.

So konnte die Mittelfeldmannschaft mit ihren inkonstanten Leistungen also 1.000 Leute in der Spergauer Jahrhunderthalle in Jubel versetzen! Ein echter Überraschungserfolg, der auch absolut verdient war. Denn auch wenn Friedrichshafen nicht schlecht spielte: Toppform war das nicht bei denen, während CVM sich wirklich den Arsch aufriss, wie es sein muss als Underdog, und trotzdem konzentriert und abgeklärt agierte. Auch wenn ich weiß, dass es nichts nützen wird, da ihr euch beim nächsten schwachen Gegner wieder an dessen schwaches Niveau anpassen werdet: Macht weiter so! So wie heute gegen Friedrichshafen macht Volleyball wirklich Spaß, auch wenn mal die andere Seite mehr Sätze gewinnen sollte!
DSC02624 Statistik:
Grounds: 847 (heute 2 neue; diese Saison: 79 neue)
Sportveranstaltungen: 1.693 (heute 3, diese Saison: 116)
Tageskilometer: 150 (150km Auto)
Saisonkilometer: 26.810 (25.130 Auto/ 1.550 Fahrrad/ 80 Schiff, Fähre/ 50 Bahn, Bus, Tram/ 0 Flugzeug)
Anzahl der Fußballspiele seit dem letzten 0-0: 13 [Letzte Serie: 6, Rekord: 141]
Anzahl der Wochen, seit der letzten Woche ohne eine einzige Sportveranstaltung (31.7.-6.8. 2006): 338

Samstag, 11. August 2012

W315V: Deutlicher Sieg zur Saisoneröffnung für Störmthal

SC Eintracht Schkeuditz -------------------------------- 1
Landsportverein 1903 Störmthal ---------------------- 5
Datum: Samstag, 11. August 2012 – Anstoß: 15.00
Wettbewerb: Stadtoberliga Leipzig (8. Liga, 3. Amateurliga)
Ergebnis: 1-5 nach 91 Min. (46/45) – Halbzeit: 1-2
Tore: 1-0 13. Sebastian Beer, 1-1 15. Haiko Petzold, 1-2 35. Andreas Fricke, 1-3 62. Patrick Siech, 1-4 73. Patrick Siech, 1-5 84. Patrick Siech
Verwarnungen: Patrick Hammer, Simon Schröder (beide Schkeuditz)
Platzverweise: keine
Spielort: Walter-Lutze-Stadion (Kap. 1.500, davon 150 Sitzplätze)
Zuschauer: ca. 90 (davon 55 zahlende Zuschauer und ca. 15 Gästefans)
Unterhaltungswert: 7,5/10 (Wirklich gutes Spiel mit etwas zu deutlichem Ergebnis)
IMG_5815 Photos with English Commentary:

Die Eröffnung der Leipziger Kreisoberliga nutzten wir, um eine Sportanlage des Leipziger Stadtverbandes, auf der wir bisher nur ein Spiel auf dem Nebenplatz gesehen hatten, zu besuchen. Mit dem Rad braucht man von Merseburg nicht viel mehr als 70 Minuten nach Schkeuditz, der hässlichen Kleinstadt nordwestlich von Leipzig.

Das Beste an dieser unheimlich hässlichen Häuseransammlung ist das Stadion, das wahrscheinlich nach einem ehemaligen Spieler benannt ist. Informationen finden sich auf der beschissenen Eintracht-Website keine. Nach dem zweifelhaften Dirigenten und Komponisten aus Wittenberg wird das Stadion wohl kaum benannt sein. Jedenfalls hat es auf beiden Längsseiten Tribünen – eine Stehtribüne aus Beton und eine größere und breitere mit 150 Sitzschalen und Überdachung gegenüber – zu bieten. Ein Hintertorbereich hat einen hohen Graswall. Ein alter Flugzeughangar oder so was steht direkt hinter der überdachten Tribüne. Egal wo man sich in diesem ganz netten Gelände platziert: 2€ normal und 1,50€ ermäßigt ist der angemessene Eintrittspreis.

Das Spiel zwischen diesen beiden als Spitzenmannschaften einzuschätzenden Teams entwickelte sich sofort zu einem unterhaltsamen und sehenswerten Duell. Nach zwei, drei guten Angriffen der Gäste unterlief dem Torwart von Störmthal ein Fehler, sodass er vor dem Tor stehend aus 20m überwunden wurde. Aus der 1:0 Führung machte Schkeuditz aber nichts, sondern kassierte nur ein, zwei Minuten später den Ausgleich. Vor der Pause gerieten sie noch in Rückstand.
Störmthal war schon die bessere Mannschaft, was sie in Hälfte zwei auch manifestierten – Siech gelang in weniger als einer halben Stunde ein Hattrick zum 1:5 – doch das Ergebnis schien doch etwas zu hoch ausgefallen. So schlecht war Schkeuditz nun wirklich nicht. Ein Klassischer Fehlstart für Schkeuditz also, während Störmthal sich gleich mal die Tabellenführer sicherte!
IMG_5843 Statistik:
Grounds: 777 (heute 1 neuer; diese Saison: 9 neue)
Sportveranstaltungen: 1.589 (heute 1, diese Saison: 12)
Tageskilometer: 50 (50 Fahrrad)
Saisonkilometer: 1.590 (1.290 Auto/ 300 Fahrrad/ 0 Flugzeug/ 0 Bahn, Bus, Tram/ 0 Schiff, Fähre)
Anzahl der Fußballspiele seit dem letzten 0-0: 126
Anzahl der Wochen, seit der letzten Woche ohne eine einzige Sportveranstaltung (31.7.-6.8. 2006): 315

Montag, 2. Mai 2011

W248V: Fußballtag in Leipzig; Einseitige A-Jugendpartie, das schwächste Spiel in Leipzig seit ich dort gucke, und zwei unterschiedliche Halbzeiten

SC Eintracht Schkeuditz A 5:0 SG Lausen A
Datum: Sonntag, 1. Mai 2011 – Anstoß: 10.25
Wettbewerb: A-Junioren Stadtliga Leipzig (5. Liga der 16-18jährigen)
Ergebnis: 5:0 nach 90 Min. (45/45) – Halbzeit: 3:0
Tore: 1-0 29. (7), 2-0 39. (7), 3-0 40. (17), 4-0 51. (10), 5-0 70. (3)
Verwarnungen: keine, Platzverweise: keine
Spielort: Walter-Lutze-Stadion, Platz 2 (Kap. 1.500, davon 100 Sitzplätze)
Zuschauer: ca. 15 (davon ca. 5 Gästefans)
Unterhaltungswert: 6,5/10 (Schkeuditz klar überlegen, aber trotz 5 Toren muss man ihnen sehr schlechte Chancenverwertung ankreiden)

TSV Einheit Lindenthal 0:2 SV 1863 Dölzig
Datum: Sonntag, 1. Mai 2011 – Anstoß: 13.00
Wettbewerb: 1. Stadtklasse Leipzig (10. Liga, 5. Amateurliga)
Ergebnis: 0:2 nach 90 Min. (45/45) – Halbzeit: 0:1
Tore: 0-1 39. (5?), 0-2 66. (10; Foulelfmeter)
Verwarnungen: 1x Einheit, 1x Dölzig
Platzverweise: keine
Spielort: Sportplatz Lindenthal (Kap. 1.200, davon 50 Sitzplätze)
Zuschauer: ca. 40 (davon ca. 5 Gästefans)
Unterhaltungswert: 2,0/10 (Das schwächste Spiel, dass ich in 4 Jahren regelmäßigen Zuschauens im Leipziger Fußball gesehen habe, war immerhin kein ganz Schlechtes: Spielniveau war trotzdem keins erkennbar)

TSV 1893 Leipzig-Wahren 1:2 VfK Blau-Weiß Leipzig II
Datum: Sonntag, 1. Mai 2011 – Anstoß: 15.00
Wettbewerb: Stadtliga Leipzig (9. Liga, 4. Amateurliga)
Ergebnis: 1:2 nach 93 Min. (45/48) – Halbzeit: 0:1
Tore: 0-1 30. (11), 1-1 47. Robert (13), 1-2 86. (9)
Verwarnungen: 2x Wahren, 1x BW II
Platzverweise: keine
Spielort: August-Bebel-Kampfbahn (Kap. 530, davon 30 Sitzplätze)
Zuschauer: ca. 100 (davon ca. 5 Gästefans)
Unterhaltungswert: 7,0/10 (1. Hälfte Wahren völlig unterlegen, 2. Hälfte frisch gestartet und gut mitgehalten, doch am Ende unterlegen)
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Photos and English version:

Im Nordwesten von Leipzig hatten wir an diesem sonnigen Sonntag drei Spiele innerhalb von sechseinhalb Stunden geplant. Die Entfernungen zwischen allen Partien waren so kurz, dass wir problemlos stets pünktlich erschienen. Das erste Spiel fand übrigens nicht direkt in Leipzig statt, sondern in der angrenzenden Kleinstadt Schkeuditz. In diesem hässlichen Fleckchen Erde gibt es am Rande des Flughafens und diverser Industrieruinen mit dem Walter-Lutze-Stadion immerhin eine nette Sportanlage. Der Hauptplatz (ein kleines Stadion das ich sicher auch demnächst besuchen werde) ist den Herren vorbehalten, auf dem Nebenplatz spielte heute die A-Jugend.

Dieser Nebenplatz ist auch keineswegs gesichtslos: auf drei Seiten hohe Graswälle, das Flughafen- und Industriepanorama stets um einen herum, auf beiden Graswällen auch uralte Kunststoffsitzbänke. Die A-Jugend der Eintracht Schkeuditz ist mit 18 Punkten aus 18 Spielen – 6 Siege, 12 Niederlagen – 9. von 13. SG Lausen sogar nur Vorletzter mit 5 Punkten und dem schlechtesten Torverhältnis der Liga: 26-136.

Mein Tipp von 7:2 war aber doch etwas übertrieben: zum einen war Lausen so abschlussschwach, dass sie ihre fünf, sechs guten Angriffe aufs Tor verstolperten oder vorbeilenkten – zum anderen fehlte es auch den Schkeuditzern enorm an Präzision. Immerhin erzielten die Hausherren jedoch fünf Tore, von denen nur eines (das 3:0) haltbar war. Besonders die ersten beiden waren auch schön herausgespielt. Das gröbste Versagen eines Gastgebers brachte aber auch die jungen Schkeuditzer Fans in Wallung, die von der Bank aufsprangen und lautstark lachten und meckerten: rennt da doch einer auf den Torwart alleine zu, spielt den kleingewachsenen Kerl aus, stand dabei zwei Meter vorm Tor direkt vorm linken Pfosten und hackt dann halb in den Boden und halb vor den Ball, sodass dieser einen halben Meter neben dem Kasten landet. Da fragte sogar der Trainer oder Betreuer, ob ich diese Szene nicht auf Video hätte – zum Glück des Spielers hatte ich aber nicht einmal die Fotofunktion an...
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Weiter nach Lindenthal, einem sauberen, ordentlichen, sogar recht idyllischen Stadtteil Leipzigs – die Erscheinung der Gebäude fällt aber unter die Kategorie: spießig, langweilig und öde – mit einer auf einem ehemaligen Flugplatz gelegenen Sportanlage. Von dem Flugplatz sieht man aber nichts mehr: Bäume, primitive Ein- und Mehrfamilienhäuser und Brache. Dann halt noch die Anlage mit ihren zwei Kleinfeldplätzen und dem einen Großfeldplatz. Einige Erlen stehen dicht am Spielfeld auf der einen Längsseite, hinter dem einen Tor ein niedriger Graswall und auf der anderen Längsseite ein etwas höherer Graswall mit einer Reihe Holzbänke davor. Die meisten der völlig emotionslosen Zuschauer platzierten sich dort. Den Kassierer, der den obligatorischen und völlig angemessenen 1 Euro erhob, wunderte es schon, dass wir hinter dem Tor Platz nahmen.

Die Mannschaft von Einheit Lindenthal ist als 13. von 16 noch in Abstiegsgefahr und die Gäste vom SV Dölzig sind als 7. im gesicherten Mittelfeld. Übrigens führt die BSG Chemie Leipzig erwartungsgemäß die Tabelle an: 21 Spiele in Folge ungeschlagen – und das ohne Red-Bull-Gelder; das Team ist einfach klasse!

Alles andere als klasse war das Spiel: Lindenthal spielte wie der letzte Absteiger – planlos, stümperhaft, technisch unter aller Sau, mit ungenauem Passspiel, wenig Tempo und ganz schwachem Abschluss – und Dölzig nicht viel besser – viel Stückwerk, wenige gefährliche Angriffe, immerhin ein Pfostentreffer, eine Eckballserie, ein Fallrückzieher zum 0:1 und ein durch Foul gestoppter Angriff, der in einem Elfmeter resultierte, welcher (aber nur mit viel Glück: war beschissen geschossen) zum 0:2 führte.

Zum Schluss fuhren wir noch zur August-Bebel-Kampfbahn im Stadtteil Wahren. Dort wird man zwar reichlich dörflich beglotzt, aber gut drauf sind die Leute da schon. Endlich auch wieder eine dreistellige Zuschauerzahl. Darunter ein besonders emotionaler Fan, der seinen Alkoholpegel – wie auffällig viele andere in seinem gehobenen Alter auch – in die Höhe geschraubt hatte und immer wieder mit Bemerkungen wie „Was is’n das für’n Körpereinsatz? Habt ihr de ganze Nacht gefickt, oder was?“ und v.a. einem ausdauernden „Teeeeee Essss Vauhu“ [TSV Wahren] für Unterhaltung sorgte.

Die Sportanlage ist auch recht sehenswert, da der Hauptplatz sehr eng ist, umgeben von Bäumen und einem markanten Gebäude mit Scheinsäulen vor der Fassade. Auf einem kleinen Graswall wurden 30 Straßenbahnsitze in schwarz und rot angebracht. Hinter der Sportanlage befindet sich auch noch ein nicht im Spielbetrieb genutzter Fußball- und Rugbyplatz (Rugby Club Leipzig spielt 1km entfernt in Lützschehna) mit enormen Graswall und dichtem Baumbestand. Auch hier kostete der Eintritt nur 1€.

Der Gastgeber TSV Wahren ist als 6. weit von der Spitze entfernt, die Blau-Weiß Reserve führt die Tabelle mit 3 Punkten vor LSV Südwest an. In der ersten Halbzeit wurden die Gäste ihrem Spitzenreiterfavoritenanspruch auch teilweise gerecht: ihre extreme Überlegenheit spiegelte sich aber nur in einem einzigen Tor wieder. Wahren spielte wie ein Absteiger und hatte wirklich Glück, hier nicht mit 0:3 oder 0:4 hinten zu liegen.
In der zweiten Hälfte änderte sich das plötzlich. Blau-Weiß hatte kaum abgebaut, aber Wahren legte dann los. Dem Ausgleich aus spitzem Winkel aber Nahdistanz folgten weitere Chancen auf beiden Seiten. Das Tempo war wirklich ordentlich. Kurz vor Schluss stocherte Blau-Weiß in einer hektischen Phase das 1:2 ins Netz. Besonders überzeugend war die zweite Halbzeit nicht – aber die erste betrachtet, muss man den Sieg der Gäste trotzdem noch als verdient bezeichnen.
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In allen drei Spielen waren die Schiedsrichterleistungen gut mit jeweils ein, zwei augenscheinlich falschen Entscheidungen.

Beim TSV Wahren wie auch Einheit Lindenthal gibt es übrigens die üblichen Sportlergaststätten, die in Leipzig durchweg auf hoher Qualität sind und meist recht günstige Preise haben.

Also es lohnt sich eine Tour nach Leipzig unter vielen Gesichtspunkten (gerade Sonntags zwischen April und Oktober) immer wieder!
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Statistik:
Grounds: 559 (heute drei neue Grounds; diese Saison: 109 neue)
Sportveranstaltungen: 1.267 (heute drei, diese Saison: 154)
Tageskilometer: 70 (70 Fahrrad)
Saisonkilometer: 39.820 (20.430 Auto/ 10.200 Flugzeug/ 4.820 Bahn, Bus, Tram/ 3.560 Fahrrad/ 810 Schiff, Fähre)
Anzahl der Fußballspiele seit dem letzten 0-0: 9
Anzahl der Wochen, seit der letzten Woche ohne eine einzige Sportveranstaltung (31.7.-6.8. 2006): 248

Montag, 7. September 2009

WE162III: Mehr gelbe Karten als Tore in Leipzig

Post SV Leipzig A 2:5 SC Eintracht Schkeuditz A
Sonntag, 6. September 2009 - Anstoßzeit 10.30
A-Jugend Stadtliga Leipzig (6. Liga der U-19, unterste Spielklasse)
Ergebnis: 2:5 nach 92 Min. (45/47) - Halbzeit 2:1
Tore: 1-0 28. Eigentor Nr. 5 (SCE), 2-0 29. Nr. 10 (PSV), 2-1 30. Nr. 10 (SCE), 2-2 48. Nr. 7 (SCE), 2-3 57. Nr. 9 (SCE), 2-4 67. Nr. 9 (SCE), 2-5 75. Nr. 8 (SCE).
Verwarnungen: Nr. 6, Nr. 1, Nr. 4 (PSV), Nr. 13, Nr. 8, Nr. 14, Nr. 9 (SCE)
Platzverweise: keine
Spielort: Mariannenpark (Kap. 1.000, davon 100 Sitzplätze)
Zuschauer: 15 (2 Gästefans)
Spielqualität: 6,5/10 (Ordentliches Spiel)

SG 1948 Räpitz 2:1 SV 1848 Lindenau
Sonntag, 6. September 2009 - Anstoßzeit 15.00
1. Stadtklasse Leipzig (10. Liga, 5. Amateurliga)
Ergebnis: 2:1 nach 92 Min. (45/47) - Halbzeit 1:0
Tore: 1:0 34. Elfmeter Nr. 7 (SG 1948), 2:0 50. Elfmeter Nr. 7 (SG 1948), 2:1 80. Nr. 3 (SV 1848).
Verwarnungen: Nr. 10, Nr. 2, Nr. 7 (SG 1948), Nr. 10, Nr. 4, Nr. 9 (SG 1848)
Platzverweise: keine
Spielort: Sportanlage Räpitz (Kap. 1.000)
Zuschauer: 35 (7 Gästefans)
Spielqualität: 2,5/10 (Schwaches Spiel)

For the English version and the photos see: [Fotos von den Spielen u. a.].

Am Sonntag war wieder ein Doppler in Leipzig angesagt, wobei erneut ein A-Jugendspiel den Anfang machte. Diesmal die unterste Spielklasse: Post SV gegen Eintracht Schkeuditz. Der Platz liegt in der Nähe des Bahnhofs, hinter einem ehemaligen Postamt, umrahmt von Bäumen aber auch völlig heruntergekommenen Industriegebäuden. Wir ließen uns auf dem geringen Ausbau – flache, dunkle Kunststoffbänke – nieder, bis es zu stark regnete, sodass wir unter den Bäumen gegenüber Deckung suchten. Doch bis dahin war schon einiges geschehen: nach vielen vergebenen Chancen auf beiden Seiten erzielte ein Gästespieler ein Eigentor zum 1:0. Den Schkeuditzern wurde dann gleich nach dem Anstoß der Ball geklaut und aus 40 Metern aufs Tor gedonnert: 2-0. Der nächste Anstoß wurde überlegter aufgebaut und sofort zum Anschlusstreffer verwertet. Drei Tore in zwei Minuten: stark!

Das 2:1 war der Pausenstand und Schkeuditz drehte erwartungsgemäß auf. Unsicherheiten in der Abwehr – bis hin zu Fehlern, wie vom Torwart, der mit dem Ball in der Hand aus dem Strafraum heraus rannte beim Abschlagversuch – bedingten den 2:5-Sieg für die Gäste.

Sonst noch erwähnenswert war der Schiri, der nicht älter als die Spieler war, aber unheimlich kleinlich und teilweise arrogant pfiff. Die sieben gelben Karten waren eine Frechheit! Gut hingegen war das Essen in der Vereinsgaststätte bei freundlicher Bedienung. Engelsdorf ist allerdings in Punkt eins und zwei und Dölzig zumindest in Punkt eins, wo sie die Spitze bisher sind, besser.

Danach ging es zäh durch Leipzig hindurch in das trostlose, flache Land am Rande der mit mehr oder weniger schönen und interessanten Bauten aller Art durchsetzten, auf jeden Fall interessanten, aber auf keinen Fall schönen Stadt. Besonders trostlos ist der Ort Räpitz. Ein hässlicheres Dorf ist nur Großkugel. Vor 35 Zuschauern, darunter einem bekannten Gesicht aus Markranstädt: der behinderte Mann ging beim SSV stets ein und aus und erschreckte einige Zuschauer mit seiner Artikulationsunfähigkeit, die leider auch schon zu Missverständnissen führte (wenn ein dunkler Spieler am Ball ist und der Mann schreit „uhh, uhh“ – er kann ja nicht anders – führt das schnell zu unangenehmen Assoziationen), zeigten die Räpitzer keinen vernünftigen Fußball. Aber auch die Lindenauer, die genau 100 Jahre früher gegründet wurden, waren nur am holzen und bolzen.

Kopflos die Bälle nach vorne. Laufbereitschaft zeigen, aber jeden Ball verlieren. Dann den Gegner wegstoßen oder umtreten. Was die Räpitzer Bank sich da immer wieder über Fehlverhalten der Gäste aufregte?! Die waren die noch schlimmeren Klopper! Die Anzahl der Karten war hier berechtigt und dem Schiri konnte man keinem Vorwurf machen – nur die Assistenten winkten zu viel Abseits. Zum Glück stellten sich die Gästeabwehrspieler so blöd an, dass zwei berechtigte Elfmeter gegen sie verhängt wurden. Beide wurden sicher verwandelt. So fielen wenigstens Tore. Aus dem Spiel heraus erzielte nur Lindenau ein Tor. Aber auch nur eins. So ging es 2:1 aus. Ein Pfostentreffer in der 89. Minute für Lindenau war für die Gastgeber natürlich noch mal eine Schrecksekunde oder zwei.

Ähnlich wie das zweite Spiel, was dem ersten Spiel in allem nachstand, zog sich der Rückweg mit dem Rad gegen den Wind. Die Tour hat sich trotzdem wieder gelohnt. Das Sportgeschehen im Amateurbereich ist in Leipzig halt sehr lebhaft. Die Vereinsgaststätten sind im Übrigen hervorragend. Einige Sportanlagen auch.

Statistik:
Ground Nr. 350 (zwei neue Grounds; diese Saison: 19 neue)
Sportveranstaltung Nr. 881 (diese Saison: 22)
Tageskilometer: 90 (Fahrrad)
Saisonkilometer: 7.330 (6.680 Auto, 650 Fahrrad, 0 Bahn, 0 Flugzeug)
Anzahl der Fußballspiele seit dem letzten 0-0: 8
Anzahl der Wochen, seit der letzten Woche ohne eine einzige Sportveranstaltung (31.7.-6.8. 2006): 162

For the English version and the photos see: [
Fotos von den Spielen u. a.].

Sonntag, 16. November 2008

WE120IV: Die stärksten Emotionen gab es nach dem Spiel, als eigentlich schon alles vorbei war... Fußball in der Schkeuditzer Einöde

Radefelder SV 1:1 FSV Oschatz
Sonntag, 16.November 2008 - Anstoßzeit 14.00
Bezirksklasse (8. Liga, 4. Amateurliga)
Ergebnis: 1:1 nach 90 Min. (45/45) - Halbzeit 1:1
Tore: 0:1 10. Pößneck, 1:1 33. Lerz
Verwarnungen: 2:1
Platzverweise: 1x für Oschatz (Tätlichkeit oder andere grobe Unsportlichkeit nach Abpfiff)
Sportplatz: Radefeld I (Kap. 1.000)
Zuschauer: 120 (5 Gästefans)
Spielqualität: 7,0/10 (gut)

Vorspiel:
Radefelder SV II 0:1 SV Naundorf
Sonntag, 16.November 2008 - Anstoßzeit 12.00
Kreisliga A (9. Liga, 5. Amateurliga)
Ergebnis: 0:1 nach 90+x Min. (45?/45?) - Halbzeit ?:?
Tor, Verwarnungen, Platzverweise: ???
Sportplatz: Radefeld II (Kap. 1.000)
Zuschauer: 30 (3 Gästefans)
Spielqualität: 5,0/10 (Durchschnitt)
Mit starkem Rückenwind kamen wir ohne Probleme per Rad in nicht einmal eineinhalb Stunden im etwas über 30km entfernten Radefeld, einem Dorf bei Schkeuditz, an. Auch die Schikane Flughafen Leipzig-Halle hielt uns nicht allzu lange auf, obwohl wir um die ganze Anlage herum mussten und der Radweg teilweise noch im Bau und auch streckenweise halbherzig abgesperrt war. Abrupt endete der Radweg dann vor einer Teermaschine, sodass wir noch wenige Kilometer auf Autostraßen fahren mussten, um im ziemlich gesichtslosen Radefeld zu landen. Langweilige Einfamilienhäuser, sozialer Wohnungsbau, eintönige Landschaft und der Flughafen in Sichtweite: die Leipziger Tieflandsbucht von ihrer schlimmsten Seite. Wir hielten nur noch einmal an, um die relativ alte Kirche zu fotografieren. 2€, ermäßigt 1,50€ hieß es an der Stadionkasse entrichten, dann gingen wir erst einmal zum Vorspiel, was ich gar nicht auf der Ansetzung gesehen hatte. Radefeld II spielte schon eine Stunde lang erfolglos aber druckvoll gegen SV Naundorf, was ich partout als SV Naunhof las. Ich dachte schon, dass Naunhof III der Gegner sein müsste... Wie auch immer: 0:1 hieß der Endstand, ein Tor bekamen wir hier leider nicht zusehen, aber es war trotzdem kein 0:0.
Jetzt schnell rüber zum Essensstand, der von Wiener Würstchen über Fischbrötchen und Currywurst, sowie von Cola über Heiße Schokolade und Schnaps, so etliches zu bieten hatte.
Den Anstoß hatte ich wegen der Currywurst verpasst, doch das 0:1 bekam ich schon mit. Ein katastrophaler Abwehrfehler zeigte, warum Radefeld so weit unten in der Tabelle zu finden ist. Allerdings war es dann der Gastgeber, der den größten Druck aufbaute und die Gäste nur zu Kontern kommen ließ. Oschatz war ja auch nur um wenige Plätze besser platziert. Für zwei Abstiegskandidaten war dieses Spiel allerdings echt sehenswert; schnelle Spielzüge, gute Kombinationen und starke Zweikämpfe. Kläglich vergebene Chancen auch. Nach 33 Minuten traf Lerz zum hoch verdienten Ausgleich. Ein Mitspieler hatte den Torwart ausgespielt, den Ball im Fünfer noch ein Mal quer nach hinten spielen müssen und Lerz staubte aus vier Metern ins halbleere Tor ab.
Der Sprecher gab übrigens ordentlich alle Namen durch, was in dieser Spielklasse nicht so selbstverständlich ist. Kuriosester weil besonders altertümlicher Name war der eines Radefelders: Holz auf der Heide, heißt dieser.
In der zweiten Halbzeit ging es munter weiter wie in der ersten, nur nervten jetzt einige Oschatzer Spieler, die sich stets theatralisch fallen ließen, wenn sie nur einmal den Atem des Gegners im Rücken spürten. Leider fiel der ansonsten sehr souveräne Schiedsrichter manchmal darauf herein, wenn ein lang gezogenes ,,aaaahhhhhhhhh’’ von einem Gästespieler tönte. Solche Einlagen wurden dann von den ansonsten sehr ruhigen Zuschauern mit Bemerkungen wie ,,Weichei!’’ oder ,,Steh auf du Arsch!’’ kommentiert.
Der Dialog des Tages stammt allerdings von zwei Naundorfer Spielern, die noch geblieben waren:
A: ,,Ey sag mal, wer hat eigentlich die Farbe der neuen Vereinsshirts ausgesucht?’’
B: ,,Ich, hehe’’
A: ,,Soll das ne persönliche Beleidigung sein gegen mich?’’
B: ,,Nö, nö...’’
A: ,,Ey! Wieso sind die Dinger rosa??? Wieso gerade rosa?!’’
B: ,,Na ja... weil das halt die männlichste aller Farben ist!’’
Wie auch immer. Die Shirts habe ich leider nicht gesehen. Dass der eine Linienrichter immer wieder falsche Abseitsentscheidungen traf, habe ich aber sehr wohl gesehen. Das störte ebenso sehr, wie das Verhalten einiger Oschatzer. So zum Beispiel das Beschweren beim Schiedsrichter. Einmal rief daraufhin ein Zuschauer rein: ,,Die Nummer 11 petzt beim Schiri! Die Petze! Das hat der schon in der Schule immer so gemacht!’’
Nachdem das alles in allem gute Spiel beim Stande von 1:1 (2:1 oder 3:1 für Radefeld wäre in meinen Augen weitaus verdienter gewesen) abgepfiffen wurde, ging es dann zu wie auf dem Schulhof einer Sekundarschule. Ein Oschatzer beschwerte sich mal wieder großmäulig beim Schiedsrichter. Es wurde gepöbelt, danach geschubst und schließlich richtig handgreiflich. Die meisten der Spieler und Betreuer, die nun stritten, versuchten zwar zu schlichten, doch einige der Oschatzer suchten jetzt richtig Streit. Der Schiedsrichter bestrafte einen der Gäste daraufhin mit einer roten Karte. Daraufhin wollte natürlich erst recht keiner Ruhe geben, was einem Radefelder absolut nicht passte, der daraufhin einen Betreuer mit einem Sprungtritt mit angewinkeltem Knie angriff. Dieser floh über die Werbebande, der Radefelder sprang hinterher und vor dem angrenzenden Garten mussten etwa 10 Leute die beiden auseinander halten. Mittlerweile hatten auch einige Zuschauer das Spielfeld gestürmt, jedoch nur, um die Szene zu schlichten. Undiszipliniertheit kann man also nur den Spielern vorwerfen. Aber was wäre Fußball ohne Emotionen? Genauso wie Handball oder Eishockey ohne ebendiese: zwar sportlich anspruchsvoll, aber stimmungs- und gefühlsmäßig nicht interessanter als Tennis oder Wasserspringen...
Nachdem sich alle wieder beruhigt hatten fuhren wir via Kursdorf - wir wollten einmal abchecken, wie man in dieses katastrophal verbaute Kaff kommt, da wir in zwei Wochen dort Fußball gucken wollen - nach Merseburg. Die Rückfahrt war aufgrund der ungünstigen Windverhältnisse länger und unangenehmer als die Hinfahrt.

Statistik:
Ground Nr. 266/267 (zwei neue Grounds; diese Saison: 37 neue)
Sportveranstaltung Nr. 704/705 (diese Saison: 72)
Tageskilometer: 70 (Fahrrad)
Saisonkilometer: 9.005 (5.380 Auto, 1.760 Bahn, 1.865 Fahrrad)
Anzahl der Fußballspiele seit dem letzten 0-0: 9
Anzahl der Wochen, seit der letzten Woche ohne eine einzige Sportveranstaltung (31.7.-6.8. 2006): 120

Mehr Fotos unter:
Dorf:
http://s181.photobucket.com/albums/x68/fchmksfkcb/081116a%20Radefeld%20-%20Ortsteil%20von%20Schkeuditz/
Spiel 1: http://s181.photobucket.com/albums/x68/fchmksfkcb/081116b%20SV%20Radefeld%20II%200-1%20SV%20Naundorf/
Spiel 2: http://s181.photobucket.com/albums/x68/fchmksfkcb/081116c%20SV%20Radefeld%201-1%20FSV%20Oschatz/