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Sonntag, 25. Mai 2014

W408III: Drei Spiele, drei Stadien im Salzlandkreis

SV Einheit Bernburg .......................................................... 1
FSV Drohndorf-Mehringen 1990 ...................................... 0
- Datum: Sonntag, 25. Mai 2014 – Anstoß: 14.00
- Wettbewerb: Salzlandliga (9. Spielklasse, 4. Amateurliga)
- Ergebnis: 1-0 nach 92 Min. (46/46) – Halbzeit: 1-0
- Tor: 19. Max Fränkel
- Verwarnungen: Karl Thiele, Christoph Vatthauer (Bernburg); Tim Kilian (Drohndorf-Mehringen)
- Platzverweise: keine
- Spielort: Sportplatz Einheit (Kap. 2.000, davon 50 Sitzplätze)
- Zuschauer: ca. 100 (davon 94 zahlende und ca. 40 Gästefans)
- Unterhaltungswert: 7,0/10 (Gutes, spannendes und teils recht emotionales Spiel)

Egelner SV Germania B ..................................................... 0
Turn- und Sportverein Bebitz 1927 B ............................... 2
- Datum: Sonntag, 25. Mai 2014 – Anstoß: 11.00
- Wettbewerb: B-Junioren Kreisklasse Salzland (4. und unterste Liga der U17)
- Ergebnis: 0-2 nach 80 Min. (40/40) – Halbzeit: 0-1
- Tore: 0-1 20. Niclas Falbe (Foulelfmeter), 0-2 57. Tom Kunert
- Verwarnungen: 2x Carlo Zeidler, Nick Brock, Nils Rettig (Egeln); Philipp Bürger-Schönemann (Bebitz)
- Platzverweise: Carlo Zeidler (78. wg. wiederholtem Foulspiel)
- Spielort: Waldstadion Egeln (Kap. 1.500, davon 250 Sitzplätze)
- Zuschauer: ca. 35 (davon ca. 8 Gästefans)
- Unterhaltungswert: 1,5/10 (Unglaublich schlechtes Spiel – aber wenigstens gab es Tore)

Sportverein 1909 Staßfurt E ............................................ 15
SC Seeland (Nachterstedt) E .............................................. 1
- Datum: Sonntag, 25. Mai 2014 – Anstoß: 9.30
- Wettbewerb: E-Junioren Kreisklasse Salzland, Staffel 3 (Liga der U11)
- Ergebnis: 15-1 nach 50 Min. (25/25) – Halbzeit: 7-0
- Tore: 1-0 2. (11), 2-0 4. (10), 3-0 8. (11), 4-0 9. (11), 5-0 12. (11), 6-0 15. (11), 7-0 20. (11), 8-0 31. (3), 9-0 33. (14), 10-0 34. (10), 11-0 38. (14), 12-0 39. (9), 13-0 41. (14), 13-1 45. (Nr. 10), 14-1 46. (12), 15-1 48. (14)
- Verwarnungen: keine
- Platzverweise: keine
- Spielort: Stadion der Einheit, Platz 3/ Kunstrasen (Kap. 1.500 Stehplätze)
- Zuschauer: ca. 30 (davon ca. 10 Gästefans)
- Unterhaltungswert: 7,5/10 (Staßfurt spielte hervorragend und nahm die eigentlich gar nicht so schwachen Nachterstädter völlig auseinander)  
Photos with English Commentary:
a) Amateur Football Bernburg: Einheit Bernburg defeat Drohndorf-Mehringen
b) Under-Aged Football Egeln: Germania Egeln U17 lost to TuS Bebitz U17
c) Under-Aged Football Staßfurt: SV 09 Staßfurt U11 defeat SC Seeland U11

Am Sonntag schloss sich mal wieder Anja an, denn es ging in den Salzlandkreis und die Tour begann auch in ihrer Stadt beim SV 09 Staßfurt. Das Stadion der Einheit habe ich schon sieben Mal besucht, das Leichtathletikstadion (Platz 2) bereits zwei Mal, aber der schon seit vielen Jahren mit Flutlicht und Kunstrasen bestückte Platz 3 fehlte noch. Auf den Graswällen hinter den Toren, der ausbautenlosen Seite vorm Wassergraben und v.a. den vier Reihen Betonstufen auf der Hauptseite, fanden sich ein paar Dutzend Angehörige der E-Jugendlichen ein, die hier heute ein Spiel unter der sicheren und korrekten Leitung eines erst 12 oder 13 Jahre jungen Schiedsrichters bestritten.

Die E-Junioren des SV 09 führen die Tabelle an, während der Gegner aus Nachterstedt (der ehemalige SV Concordia heißt nun SC Seeland) in der Mitte der Tabelle steht. Kaum hatte das Spiel begonnen, schon leitete Staßfurt seinen Sieg ein. Nachterstedt hat ja den ein oder anderen guten Spieler und alle zusammen hängen sich voll rein – aber den Klassenunterschied konnte man schon an den beiden Trainergespannen ausmachen. Staßfurt war völlig überlegen; insbesondere wenn der 11er durch die Abwehr ging, gab es kein halten. Einmal kam sogar der Torwart nach vorne und köpfte den Ball gegen die Latte. Bei Halbzeit hieß es 7:0, nach einer halben Stunde war es zweistellig und einzig ein stark abgeschlossener Konter sorgte für den Ehrentreffer der Gäste. Am Ende war das 15:1 den Erwartungen (Staßfurt siegte im Hinspiel 11:2 und gegen schwächere Gegner heißt es auch schon mal 25:0) und den Leistungen entsprechend.  
Wir fuhren weiter nach Egeln, einer Landstadt die für eine schöne Wasserburg und eine sehenswerte Klosterkirche bekannt ist, wo wir den einzigen interessanten und uns noch nicht bekannten Ort in der Stadt aufsuchten: das Waldstadion. Man fährt hinter der Wasserburg vorbei und biegt neben der Sporthalle und dem schicken Fußballtrainingsplatz links in den dichten Wald ab. Dort geht man durch ein Eingangstor am Sportlerheim vorbei und auf die kleine Tribüne mit wuchtiger Steineinfassung und zwei Reihen (teils abmontierter) Holzbänke. Der großzügig angelegte Platz ist komplett von hohen Bäumen umgeben. Daneben befindet sich noch ein Freibad.

In diesem gepflegt erscheinenden Freibad war aber genauso wenig los, wie auf dem Feld zwischen den B-Junioren der Egelner Germania und dem T. u. S. Bebitz. Die Gäste kamen als Drittplatzierter zum Zweiten, beide haben noch die Chance den Tabellenführer aus Hecklingen abzufangen – aber gespielt haben beide wie Letzter und Vorletzter. Das Spielniveau war wirklich grauenhaft: jeder Ball versprang, kaum ein Pass kam an, die Torschüsse waren bis auf drei (Pfostentreffer von Egeln und die beiden Tore von Bebitz) unter aller Sau. In der ersten Hälfte verwandelte Bebitz einen Elfmeter, in der zweiten Hälfte stolperten sie einen Konter über die Linie: das 0-2 war jedenfalls nicht unverdient.  
Eigentlich wollten wir nach Hakeborn, das Spiel war aber schon Samstag, also ging es ab nach Bernburg, in das kleinere der beiden Stadien. Der Sportplatz Einheit liegt wie auch das Krumbholz-Stadion an der Saale – allerdings am Ufer unterhalb des Schlosses. Eine sechsreihige, an den seitlichen Enden abgerundete Tribüne mit einigen Holzbänken sind das Highlight der teils von Bäumen umgebenen Anlage.

Der Tabellenführer und souveräne Aufsteiger aus Drohndorf-Mehringen gab sich bei seinem bereits lange abgeschlagenen Verfolger die Ehre. Einheit Bernburg war von Beginn an aktiver und besser – dass Drohndorf so klar vor ihnen steht, war in keiner Phase der Partie zu merken. Nach etwas mehr als einer Viertelstunde fiel auch schon das goldene Tor für die Bernburger mit einem, sicher mit Flachschuss durch die Beine des Torhüters abgeschlossenen, Konterlauf. Besonders in der zweiten Hälfte war die Partie teils ruppig und Spieler beider Seiten maulten sich massiv voll. Die Einheit-Fans waren gar nicht zu hören, aber die Gäste meldeten sich dauernd mit Zwischenrufen, die oft gegen den keineswegs schwachen Schiri zielten. Dem Schiri konnte man nur eine Sache vorwerfen: es wurde viel zu wenig nachgespielt; bei den Verletzungs- und Kunstpausen hätte er in der ersten Halbzeit 3 und der zweiten Hälfte 5 (und nicht zwei Mal 1 Minute) nachspielen müssen!

Nach diesem unterhaltsamen Spiel ging es noch über die (oftmals leider sehr ungepflegten) Bolzplätze des Salzlandes…  
Statistik:
- Grounds: 1.119 (heute 3 neue; diese Saison: 148 neue)
- Sportveranstaltungen: 2.059 (heute 3; diese Saison: 203)
- Tageskilometer: 200 (200km Auto)
- Saisonkilometer: 58.300 (56.330 Auto/ 1.790 Fahrrad/ 160 Schiff, Fähre/ 20 öffentliche Verkehrsmittel/ 0 Flugzeug)
- Anzahl der Fußballspiele seit dem letzten 0-0: 53 [letzte Serie: 10, Rekordserie: 178]
- Anzahl der Wochen, seit der letzten Woche ohne eine einzige Sportveranstaltung (31.7.-6.8. 2006): 408

Mittwoch, 7. April 2010

W192I: Sicherheitswahn statt Aprilscherze; Landespokal am 1. April

SV Waren 09 2:1 1.FC Neubrandenburg 1904 Donnerstag, 1. April 2010 - Anstoßzeit 14.00 Landespokal Mecklenburg-Vorpommern, Achtelfinale (beide Mannschaften Verbandsliga Mecklenburg-Vorpommern; 6. Liga = 1. Amateurliga) Ergebnis: 2:1 nach 93 Min. (45/48) – Halbzeit 1:1 Tore: 0:1 8. Neumann, 1:1 35. Lübke, 2:1 76. Schlüter Verwarnungen: Jan Aepinus, Buchholz, Groß (Waren), Witzig (1.FCN) Platzverweise: keine Spielort: Müritzstadion (Kap. 4.000, davon 800 Sitzplätze) Zuschauer: 750 (davon knapp 150 Gästefans) Unterhaltungswert: 6,5/10 (Spannendes Pokalspiel, ordentliche Spielqualität, ganz gute Atmosphäre) DSC05284 Photos and English version: a) Waren Town b) Match in Waren c) Older Neubrandenburg pics Wenn man auf halbem Weg zwischen Berlin und Rostock die Autobahnabfahrt Waren/ Müritz erreicht hat, sind es noch 25km über enge Landstraßen nach Osten in die mecklenburger Seenlandschaft bis zur Kleinstadt Waren an der Müritz. Der Ort ist zwar recht klein, der erste Eindruck mit vielen sanierten aber langweiligen Plattenbauten recht unbeeindruckend, die Einwohnerzahl beträgt 21.000 – aber wenn man die Altstadt erreicht hat, in der sich schon an diesem Gründonnerstag erstaunlich viele deutsche Touristen (aber keinerlei Ausländer) aufhielten, kann man sich nicht beklagen. Sehr flächendeckend saniert, bunte Fassaden, etliche Fachwerkhäuser, schöne Gassen und zwei ganz interessante Backsteinkirchen. Doch die Besichtigung des Ortes stand nicht im Mittelpunkt. Die erste Zufahrt zum Stadion war gesperrt und der erste Polizist dort war einer der Sorte, der wahrscheinlich sein Dienstmotorrad nur mit Stützrädern unfallfrei lenken kann: da schickt der uns mit einer schlechten Wegbeschreibung einen 5km langen Umweg zum Stadion, anstatt uns 10m in die temporäre Einbahnstraße einfahren zu lassen um dort die Parkbucht zu nutzen. Aber nein, man muss es den Besuchern ja besonders schwer machen und sie außen herum zu dem Parkplatz schicken. Als dann am Einlass zum Müritzstadion lauter so schwarz gekleidete Wichtigtuer herumstanden, fragte ich mich, ob die beim SV Waren irgendwie geisteskrank sind, bei einem Amateurspiel ein derartiges Aufgebot zu bringen. Der vergreiste Ordner, der mich völlig falsch und ineffektiv untersuchte, konnte auf meine Frage an ihn, ob das hier ne Beschäftigungstherapie für euch Warener sei, leicht kopfschüttelnd nichts antworten. Also so etwas Bescheuertes wie dieses Polizeiaufgebot hatte ich nur von der Naumburger in einem Benefizspiel zwischen RSK Freyburg und Carl Zeiss Jena erlebt. Das war sogar noch kranker. Das Zuschaueraufkommen an diesem Tage rechtfertigte zwar keineswegs das Polizeiaufgebot von ca. 50 Mann, aber 750 Zuschauer (davon waren mindestens 120 Neubrandenburger) waren echt nicht schlecht für den Landespokal. Beide Mannschaften sind übrigens Vertreter der höchsten Amateurspielklasse; der Verbandsliga Mecklenburg-Vorpommern (Neubrandenburg Zweiter in der Tabelle, Waren Sechster). Stimmung kam aber kaum auf: mitunter sehr laute oder lustige Zwischenrufe, etwas Getröte und kaum Sprechchöre und letztere auch nur vom Stimmungsblock der Gäste. Aggressionen konnte man keine ausmachen – es sei denn, man fühlt sich schon bedroht, wenn mal ein paar Leute gegen die Bande treten oder mal „Raus die Sau“ gebrüllt wird. DSC05345 Die Spieler lieferten auch keinen Grund für die Uniformierten einzugreifen. Neubrandenburg bestimmte anfangs das Spiel, traf u. a. einmal die Latte und ging dann auch recht verdient mit 0:1 in Führung. Nach und nach wurde Waren jedoch besser und schaffte dann nach über einer halben Stunde das Ausgleichstor. Bis zur Pause wurden noch ein paar Chancen vergeben, dann gab es nach dem Seitenwechsel wieder das gleiche Bild: Neubrandenburg drückte, was vor allem in der 50. Minute eine kuriose Szene einbrachte; Lattentreffer, Nachschuss vom Torwart abgeblockt, nächster Nachschuss von einem weit vor der Linie stehenden Feldspieler, dann noch ein weiterer Nachschuss von einem anderen Feldspieler direkt vor der Linie und dann noch mit Seitfallzieher geklärt. Waren allerdings auch ab der 60. wieder besser werdend. Ein grober Abwehrfehler eine Viertelstunde vor dem Ende führte zum 2:1 Siegtreffer der Warener. Wir verließen langsam das ganz ansehnliche Müritzstadion – eine Längsseite ist ausgebaut, wobei ein Großteil mit zwei voneinander getrennten Tribünendächern überdacht ist und Sitzplätze auf Holzbänken anbietet und die andere Längsseite nur Stehplätze, die aber wohl auch mal Holzbänke hatten, zu bieten hat; hinter den Toren sind teils bewachsene Graswälle, wobei der eine die Sportanlage von einer hässlichen Reihenhausspießersiedlung abgrenzt – aßen noch prima Knacker vom Vereinsgrill und beobachteten dann belustigt, wie es noch ein bisschen Stress zwischen denjenigen Neubrandenburgern, denen die Aufmerksamkeit der Polizisten galt: die eindeutig dem rechten Spektrum zuzuordnenden Schwarzjacken, die man allerdings kaum von der Dorfpolizei in ihren schwarzen Uniformen und mit ihrem unseriösen Aussehen unterscheiden konnte, und den Polizisten gab. Aber wieso man für ein paar Pöbler, die gerade einmal einen Böller warfen, gleich Dutzende Sicherheitskräfte brauchte, ist mir auch heute noch rätselhaft. Da muss jemand beim Warener Präsidium oder Stadtrat echt den Arsch offen haben. Wir kamen jedenfalls unbeschadet nach Rostock-Diedrichshagen, wo Frau Blohm uns schon auf dem Reiterhof erwartete. DSC05274 Statistik: Ground Nr. 407 (ein neuer Ground; diese Saison: 76 neue) Sportveranstaltung Nr. 974 (diese Saison: 116) Tageskilometer: 470 Auto Saisonkilometer: 30.070 (19.360 Auto/ 6.000 Flugzeug/ 2.390 Fahrrad/ 2.320 Bus, Bahn, Tram/ weniger als 10 Schiff) Anzahl der Fußballspiele seit dem letzten 0-0: 60 Anzahl der Wochen, seit der letzten Woche ohne eine einzige Sportveranstaltung (31.7.-6.8. 2006): 192