Montag, 1. Juni 2009

WE148IV: Langes Radfahren durchs Elstertal und langes Warten auf Tore beim Oberligaspiel

1. FC Gera 03 2:0 1. FC Lokomotive Leipzig
Sonntag, 31. Mai 2009 - Anstoßzeit 13.30
Oberliga Nordost/ Süd (5. Liga, 1. Amateurliga)
Ergebnis: 2:0 nach 93 Min. (46/47) - Halbzeit 0:0
Tore: 1:0 81. Roscher (Eigentor), 2:0 90. Franz
Verwarnungen: Fuhrmann, Strobel, Friedrich, Franz (Gera); Knoof, Kunert (Lok)
Platzverweise: keine
Stadion: Stadion der Freundschaft (Kap. 15.900, davon 5.000 Sitzplätze)
Zuschauer: 986 (ca. 400 Gästefans)
Spielqualität: 4,0/10 (nicht einmal Durchschnitt)
Tagesunterhaltungswert: 8,0/10 (sehr hoch)

Wieder einmal lieferten Hopperticket und Fahrrad gute Dienste beim Groundhopping im Nordosten Thüringens. Diesmal ging es von Merseburg via Weißenfels nach Zeitz. 49km ist diese Strecke lang, mehr als 50km in eine Richtung darf man ja nicht mit dem Hopperticket fahren. Die Radstrecke war dann auch von beachtlicher Länge. Bis Gera waren es 34km.
Zuerst einmal muss man auf asphaltierten Radwegen vom Bahnhof von Zeitz, die Elster entlang fahren, bis man am Ortsrand nur noch einen unbefestigten Weg am Fluss nutzen kann. Der war natürlich ob der Regenfälle am Vortag im Zustand einer kambodschanischen Landstraße. Im Nachbardorf wurde es besser und das blieb der Radweg dann auch bis Gera. Einzig die Breite des Betonstreifens lässt manchmal zu wünschen übrig: unter 2m ist schon derb. Und dann die vielen Kurven... Hoch und runter ging es auch enorm. Die eine Anhöhe wurde erst mit 5-8 km/h erklommen, um dann auf der anderen Seiten mit 60 km/h runter zu brettern. In Gera wurde der Weg dann teilweise einen halben Meter schmal, unbefestigt und steinig. Also was die sich dabei gedacht haben, den als Radweg auszuschildern... Sind doch überall dieselben Idioten, die solche Beschilderungen machen.
In Gera fuhren wir gleich zu unserem Stammrestaurant, das allerdings noch nicht offen hatte, sodass wir uns - in Ermangelung von uns unbekannten Sehenswürdigkeiten in dieser nicht besonders attraktiven Stadt - am Bahnhof die Zeit mit lesen vertrieben, ehe wir uns zum Stadion aufmachten.
Vorm völlig überdimensionierten Stadion fielen die Bretterbuden für die Kartenverkäufer auf. Echt anständig, dass der Kassierer mir trotz vergessenem Studentenausweis die Ermäßigung gewährte. Anständig auch vom Verein, dass es überhaupt eine nennenswerte Ermäßigung gibt (6€ statt 9€).
Der Ordner, der mich kontrollierte, war dann typisch Lehrling: wollte mich, weil ich bei der Kontrolle gleich die Kamera aus der Tasche geholt hatte, mit den Worten „Ach so, Sie sind ja von der Presse“ ohne Kontrolle durchlassen. Nach meinem „Hä?! Was bin ich?!“ wurde ich natürlich doch noch abgetastet. Apropos Kamera: diesmal war ich ja mit einer Fujifilm S2000 Finepix unterwegs, mit der ich weitestgehend zufreiden sein konnte. Diese löst also meine verschlissene Sony DSC H-5 ab.
Im Stadion war erwartungsgemäß nicht viel los. Eine schöne Anlage zwar, für ein modernisiertes Leichtathletikstadion wirklich attraktiv, aber wie gesagt überdimensioniert. Im Gästesektor, einem Stehbereich für 3.000 Leute, verloren sich knapp 400 Lokisten, auf der 1.000 Plätze zählenden Haupttribüne saßen kaum 350 und die restlichen knapp 250 standen im Heimbereich unterhalb der Anzeigetafel.
30 Heimfans und 40 Gästefans machten alleine die Stimmung, sieht man von gewissen Zwischenrufen von der Haupttribüne ab. Die meisten Besucher des Spiels bekamen aber den Mund nie auf und wenn, dann nur zum Privatgespräche führen oder Zigarette reinstecken. Um uns herum waren lauter so Lutscher von der Sorte: Gel in die Haare, Zigarette ins Maul und dann daraus schlimmer stinken als ein überfressenes Yak. Da wären mir doch englische Regelungen lieber... Der Support war aber auf englischem Niveau: genauso lahm wie dort.
Das Spiel war zwar nicht lahm, aber auch nicht gut. Vor allem Lok spielte meist Scheiße: ganz feine Technik im Mittelfeld, aber dann keinen Ball aufs Tor, ja kaum einen mal in den Strafraum, bringen. Gera hatte schon ein paar Chancen, stolperte aber bisweilen dilettantisch über den Rasen.
In der zweiten Halbzeit legte ich mich nach ein paar Minuten fest: „die Deppen spielen 0:0“ - doch ich hatte nicht mit Oberdepp Roscher gerechnet, der in der 81. einen ordentlich geschossenen Geraer Freistoß zum ersten Treffer der Partie ins eigene Tor köpfte. Das 2:0 war dann sogar mal sehr schön heraus gespielt. Doch noch ein versöhnliches Ende.
Nach dem Spiel stellte ich mir aber die Frage: Gera ist Fünfter? Und Lok ist Dritter? Die wären fast aufgestiegen??? Na ja, nächste Saison vielleicht: mit konstanteren positiven Leistungen.
Nächste Saison soll es für uns übrigens auch wieder einmal nach Gera gehen: im Zuge eines Spielbesuchs am Steg, wo Stadtrivale FV Gera Süd eine Liga tiefer vor teilweise sogar mehr Zuschauern spielt. Gera Süd hat auch eine beachtlichere aktive Fanszene.
Wir nahmen jedenfalls nachdem wir im Restaurant "Mexico" hervorragendes mexikanisches Essen genossen, über weite Strecken denselben Weg zurück, wie wir gekommen waren und kamen am Abend in Merseburg an.
Statistik:
Ground Nr. 317 (neuer Ground; diese Saison: 87 neue)
Sportveranstaltung Nr. 815 (diese Saison: 182)
Tageskilometer: 175 (100 Bahn, 75 Rad)
Saisonkilometer: 25.005 (12.810 Auto; 4.680 Öffentliche Verkehrsmittel; 4.555 Fahrrad; 2.960 Flugzeug)
Anzahl der Fußballspiele seit dem letzten 0-0: 22
Anzahl der Wochen, seit der letzten Woche ohne eine einzige Sportveranstaltung (31.7.-6.8. 2006): 148

Fotos unter:
http://s181.photobucket.com/albums/x68/fchmksfkcb/BITTE%20HIER%20WEITER%20-%20FOTOS%20AB%2022-03-2009/090531%20FC%20Gera%202-0%20Lok%20Leipzig%20-%20Bilder%20Elstertal/

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