Montag, 8. Juni 2009

WE149IV: Von Ronneburg nach Meerane; Burgen, Schlösser und Sportanlagen

Meeraner SV 1:0 SSV St. Egidien
Sonntag, 7. Juni 2009 - Anstoßzeit 15.00
Kreisliga A Chemnitzer Land (9. Liga, 5. Amateurliga)
Ergebnis: 1:0 nach 93 Min. (46/47) - Halbzeit 1:0
Tor: 1:0 13. Silvio Ollert
Verwarnungen: je zwei
Platzverweise: keine
Stadion: Richard-Hofmann-Stadion (Kap. 5.000)
Zuschauer: 100 (7 Gästefans)
Spielqualität: 3,0/10 (mäßig)
Mit dem Sachsen-Anhalt-Ticket traten wir eine von Zwischenhalten zerstückelte Bahnfahrt von Merseburg nach Ronneburg in Ostthüringen an. Nach Umsteigen in Weißenfels, Zeitz und Gera, war Ronneburg nach weit über zwei Stunden Fahrt endlich erreicht. Dort kamen dann die Räder zum Einsatz. Wir mussten auch gleich eine harte Steigung zum Ronneburger Rathausplatz bewältigen. Nicht nur der Rathausplatz, auch der Rest der auf dem Berg gelegenen Altstadt der kleinen Ortschaft ist sehr sehenswert und idyllisch. Viele schöne mittelalterliche und Renaissancehäuser, am Rande des Berges auch eine ganz ansehnliche Schlossanlage, die wir allerdings nur im Innenhof, nicht im musealen Teil zu Gesicht bekamen.
Weiter ging es mehrere Kilometer ohne längere Zwischenhalte - einzige vereinzelt eine Dorfkirche kam mir vor die Linse - über schmale Nebenstraßen nach Posterstein. Dieses kleine Dorf ist für seine Burganlage bekannt. Den Anstieg von bis zu ca. 30% haben wir am Ende dann doch laufen müssen, was sich natürlich lohnte. Die Burgkirche war zwar geschlossen, dafür hatte die Burg - ein in der Renaissance überformter hochmittelalterlicher Bau - offen. 2,50€ Eintritt sind O.K. - die Ermäßigung für Studenten sehr stark: ich musste nur 1€ zahlen. Dafür bekommt man dann im Museum Altenburger Spielkarten, mittelalterliche Waffen und Rüstungen, viele mehrere jahrhunderte alte Möbel, Geschirr, Keramik - teils aus der Zeit um 2.000 v. Chr. und ein paar Erklärungstafeln zur Bedeutung des Ortes Posterstein und Umgebung zu sehen. Wenn man vorher fragt, bekommt man auch die Genehmigung zum Fotografieren mündlich erteilt. Vom Turm darf man natürlich ohne Nachfragen die Landschaft - mit kleinen Waldstücken durchzogenen, hügelige Felder - fotografieren.
Der nächste Haltepunkt war dann der stellenweise sehr heruntergekommene Ort Heygendorf - ein Nachbarort heißt passenderweise Kummer, was in dieser Konstellation nur noch von den beiden sachsen-anhaltischen Nachbardörfern Sorge und Elend übertroffen wird. Danach kam Ponitz mit einem unspektakulären aber hervorragend sanierten Renaissanceschloss, und schließlich der Endpunkt unserer Fahrt: Meerane. Die Landesgrenze nach Sachsen hatten wir mittlerweile überschritten. In Meerane erwarteten uns steile Straßen mit etliche schönen Häusern, eine graue Hauptkirche, die über einem farbigen Marktplatz thront und interessanterweise auch ein russisches Restaurant, in das wir dann noch einkehrten.
Danach fuhren wir zuerst zum alten Stadion Roter Hügel, das vor sich hingammelt, und nach einem Blick die Steile Wand hinunter, fuhren wir dann zum noch genutzten Stadion Richard Hofmann, wo wir dann auch ein Spiel des Meeraner SV sahen.
Für echt asozial überhöhte 2€ - schlimmer als in Westberlin! - bekam man dann ein schwaches Spiel zwischen dem 4. und dem 8. der Kreisliga A (Chemnitz) zu sehen, was Meerane mit einem schönen Schuss aus 20m der ins Toreck ging, für sich entschied. Dies war die mit abstand beste Szene auf dem Platz. Ein paar ordentliche Zweikämpfe und Laufduelle beiseite genommen, gab es nichts zu sehen, was sicherlich auch im Besonderen an dem überdimensionierten Feld von ca. 120x65m lag und nicht an der allgemeinen Untalentiertheit der Spieler.
Beste Szenen neben dem Platz war eine Pöbelei zwischen einem Wechselspieler und mehreren Meeraner Zuschauern, was der betroffene Spieler mit einem „Ihr seid doch nicht mehr ganz glatt, ey!“ kommentierte.
Meerane war am Ende der verdiente Sieger, da sie in ihrem wirklich sehenswerten Stadion die weniger schlechte der beiden Mannschaft waren.
Für uns ging es nach dem Spiel noch einmal zur Steilen Wand, die wir dann mit den Fahrrädern mühevoll hochfuhren um die Achterbahn hinabzurasen, und dann zum altmodischen 50er Jahre Bahnhof, wo wir in den Zug einstiegen. Via Gera, Zeitz und Weißenfels ging es nach Merseburg zurück.
Statistik:
Ground Nr. 322 (zwei neue Grounds; diese Saison: 92 neue)
Sportveranstaltung Nr. 820 (diese Saison: 187)
Tageskilometer: 250 (210 Bahn, 40 Rad)
Saisonkilometer: 25.600 (12.810 Auto; 5.070 Öffentliche Verkehrsmittel; 4.760 Fahrrad; 2.960 Flugzeug)
Anzahl der Fußballspiele seit dem letzten 0-0: 27
Anzahl der Wochen, seit der letzten Woche ohne eine einzige Sportveranstaltung (31.7.-6.8. 2006): 149

Fotos unter:
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Spiel in Meerane

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