Sonntag, 17. April 2011

W246II: Diesmal war der Hubschraubereinsatz leider kein hämischer Fangesang - bei jedem zweiten Spiel das ich in Naumburg sehe, braucht man Sanitäter

SV Germania 99 Schönburg/ Possenhain II
1:5 SV Empor Gröben
Datum: Samstag, 16. April 2011 – Anstoß: 13.00
Wettbewerb: 1. Kreisklasse Burgenland, Staffel 3 (11. Liga, 6. Amateurliga und unterste Spielklasse)
Ergebnis: 1:5 nach 90 Min. (44/46) – Halbzeit: 1:5 (!)
Tore: 0-1 2. (8), 1-1 5. (5), 1-2 19. (8, Foulelfmeter), 1-3 23. (6), 1-4 30. (11), 1-5 39. (6)
Verwarnungen: 1x Gröben
Platzverweise: keine
Spielort: Sportplatz Possenhain (Kap. 1.200 Stehplätze)
Zuschauer: ca. 20 (davon ca. 5 Gästefans)
Unterhaltungswert: 7,0/10 (Komische Torverteilung, aber nach der Pause war das Spiel nicht minder gut und lebhaft)


Naumburger SV 05 II 0:3 TSV Leuna 1919
Datum: Samstag, 16. April 2011 – Anstoß: 15.00
Wettbewerb: Landesklasse Sachsen-Anhalt, Staffel 6 (8. Liga, 3. Amateurliga)
Ergebnis: 0:3 nach 90 Min. (24, 21/45) – Halbzeit: 0:2
Tore: 0:1 20. Kevin Degner, 0:2 29. Nino Hammerschmidt (Foulelfmeter), 0:3 59. Nino Hammerschmidt
Verwarnungen: Steven Hagge, Christoph Saalbach, Patrick Hauer (alle Naumburg)
Platzverweise: Tim Romahn (Naumburg, 24. Grobes Foul)
Spielort: Sportanlage NSV 05/ Hallescher Anger (Kap. 2.000, davon 50 Sitzplätze)
Zuschauer: ca. 70 (davon 57 zahlende und ca. 20 Gästefans)
Unterhaltungswert: o.W. (Ohne die gewohnte Punktwertung: wäre unangemessen bei einem Spiel mit so einem Zwischenfall wie dem Hubschraubereinsatz, das nur ein völlig unfähiger Schiri - auch wenn es nach Willen der Spieler war - unverantwortlicherweise wieder anpfeift)
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Photos and English version:
a) Schönburg/ Possenhain (December 2006/ and February 2011)
b) Naumburg (December 2006/ and February 2011)

Das nicht mehr nur unsportliche sondern schon asoziale Verhalten etlicher Naumburger Spieler und Leute aus deren Umfeld und die Unfähig- und Unverantwortlichkeit des Schiedsrichtergespanns bringt mich wirklich an meine ausdrucksmäßigen Grenzen; ich kann ja hier nicht einfach aggressiv drauflos pöbeln, wie ich das im Stadion auf der Tribüne gemacht habe. Andererseits muss auch ein solches Spiel zwar keine Bewertung, aber dann schon einen Bericht bekommen, der keins der Vorkommnisse schönt. Zurückhaltender als im Folgenden beschrieben, ging es nicht.

Ein Nachtrag zu Berichten: Im Nauburger Schmier... äh Tageblatt ist ein an Parteiigkeit und Verlogenheit kaum überbietbarer Artikel erschienen, den ich nicht unkommentiert lassen kann. Wer so etwas schreibt wie "WT/ HBO" auf der "Naumburger Tageblatt-Website", versucht bewusst den Sachverhalt zu verkehren. Wenn ich mir vorstelle, ein Leunaer hätte den Naumburger Torwart so brutal mit bedingtem Vorsatz verletzt, wollte ich die folgenden Hasstiraden des parteiischen Schreiberlings nicht lesen - und ich würde mir selbst niemals trauen (in der Zeitung schon gar nicht und nicht mal in diesem Fan-Blog!) derartig verdrehte Tatsachen zu verbreiten. Vereinsbrille ist das Eine, bewusste Täuschung das Andere.

An diesem Samstag gab es aber zum Glück auch noch ein schönes Spiel ohne hässliche Zwischenfälle und mit einer lobenswerten Schiedsrichterleistung – und zu diesem Spiel komme ich zuerst.
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Östlich der sehenswerten Domstadt Naumburg befinden sich zwei wirklich ansehnliche Dörfer: richtig schön ist Schönburg, da ist auf Sandsteinfelsen in wirklich schöne Landschaft gebaut ist und neben einer Burgruine auch eine ansehnliche Kirche beherbergt. Die Burgruine ist natürlich Namensgeber. Der Nachbarort Possenhain ist weniger spektakulär, aber kann einige auffällige und gut sanierte Gehöfte und eine ungewöhnliche, historistische Kirche vorweisen. Schönburg und Possenhain bilden im Fußball eine Spielgemeinschaft, die mit zwei Mannschaften in der Kreisliga und der Kreisklasse vertreten ist. Gespielt wird in Possenhain, auf einem engen Platz an einem Hügel. Felder, Häuser und Ruinen von Milchviehställen einer LPG grenzen an den mit zwei Graswällen flankierten und teils mit hohen Fangnetzen umzäunten Platz.

Die Schönburger/ Possenhainer Reserve ist 10. mit nur 13 Punkten aus 19 Spielen, der heutige Gegner Empor Gröben mit 39 Punkten auf Platz 4 direkt hinter der Spitzengruppe Trebnitz 44, Goseck 41, Krauschwitz 39 aber mit mehr Spielen als die drei Besten. Das Spiel ging auch entsprechend der Kräfteverhältnisse los: die rund 20 Zuschauer sahen schon nach zwei Minuten den ersten Treffer, als die Schönburger Hintermannschaft ausgespielt wurde. Allerdings gelang es den Gastgebern nur drei Minuten später mit einem Kopfball auszugleichen. Ab der 10. Minute bis zur Pause spielte fast nur Gröben aufs Tor. Drei Mal hebelten sie die zu langsame Abwehr aus – der Erfolg kam oft erst durch den zweiten Ball, der eben nicht von einem Abwehrspieler geklärt wurde, was für den guten Torwart besonders ärgerlich war – und ein Mal versenkten sie sicher einen völlig berechtigten Strafstoß spektakulär unter die Latte.

So stand es zur Pause 1:5. Wer auf zweistellig spekulierte, hatte sich verspekuliert: trotz drei Pfosten-, zwei Lattentreffern und fünf weniger als 1m am Tor vorbeigehenden Schüssen, trafen die Gäste aus Gröben kein weiteres Mal. Auch Schönburg/ Possenhain konnte aus den drei, vier Angriffen nichts machen. Das Spiel war in der zweiten Hälfte nicht schlechter als in der ersten, doch sah keine weiteren Tore mehr.

Neben den Spielern verdient der Schiedsrichter Roland Schalk ein Lob: der leitete das Spiel cool und völlig fehlerfrei - auch wenn er bei unfairen Mannschaften sicher Probleme gehabt hätte; bei der Leistung mit den Sprüchen muss man ihn einfach lobend hervorheben! Nach einem Abseitspfiff schoss ein Gröbener z.B. trotzdem noch den Torwart an, was dieser mit „Ey spinnst du, Mann?! Der Schiri hat doch gepfiffen! Ey, Schiri! Der hat trotzdem noch drauf geschossen!“ kommentierte. Der Schiri meinte: „Ach na ja, vielleicht hat er ja den Pfiff nicht gehört... Weiter geht’s mit Freistoß grün [Schönburg/ Possenhain]!“ Das beruhigte auch die sich aufregenden Spieler.
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Wir hetzten weiter nach Naumburg zum Sandanger, dem an der Saale gelegenen kleinen Stadion des Naumburger SV 05. Verrottete Holzbänke, eine olle Überdachung vorm Kiosk, krumme Stehstufen - sieht ganz nett aus...
Aber die Zuschauer machten hier schon einen ganz anderen Eindruck als in Possenhain: niemand grüßt wie dort, alle glotzen fremde Fans nur dämlich an – ich dachte Possenhain wäre das Dorf bei der Stadt Naumburg und nicht umgekehrt...

TSV Leuna war als (nach Leistungssteigerungen und mehreren wichtigen Siegen in der Rückrunde) 10. beim 14. und damit derzeit einen von drei Absteigern zugast. Die Reserve von Naumburg 05 hat aber nur 1 Punkt Rückstand auf Profen und ging mit 8 Punkten aus den letzten 4 Spielen ebenso gestärkt wie Leuna mit ihren 9 Punkten aus den letzten 4 Partien ins Duell.
Wer hier Abstiegskampf erwartete, lag nicht ganz richtig: mit (sportlichem) Kampf hatte das streckenweise durch einige Naumburger Spieler nichts mehr zu tun, sondern mit asozialem Getrete. Sportliche Härte ist das Eine: ich weiß es sehr zu schätzen, wenn es hoch her geht; gegen Beinstellen, Trikotzerren, Umrennen und Wegtackeln hab ich ebenso wenig etwas wie Pöbeln, Drohen oder ein Keilerei vom Zaun brechen – und die ersten drei genannten Punkte gab es schon bis zur 24. Minute in hoher Zahl durch Naumburger Spieler und zwar ungestraft durch die Schiedsrichter. Das Andere ist aber, wenn ein Spieler wie es der Naumburger Tim Romahn tat, einen Ball erreichen will, der zwei Meter vor ihm von Ronny Goloiuch in seinem Strafraum sicher gehalten wurde und dabei mit solcher Fahrlässigkeit und Brutalität vorgeht, dass er statt den auf Brusthöhe umklammerten Ball zu treten, einen halben Meter daneben voll vor den Kopf von Goloiuch latscht. Ab diesem brutalen Foul, das ich in vergleichbarer Form in fünf Jahren vereinsgebunder Spielpraxis und 14 Jahren Fandasein mit mehr als 1.000 Spielen von der 1. Bundesliga bis zur 3. Kreisklasse, von der 4. schwedischen bis zur 1. syrischen Liga usw., noch nie live gesehen habe, tat sich das von der ersten Minute an schwache Schiedsrichtergespann nun vollends als überfordert, unverantwortlich und unfähig hervor.
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Während Wolle Ronny behandelte und sofort feststellte, dass mindestens Notarzt und Krankenwagen von Nöten sind, brauchte Schiedsrichter Tommy Zeuner aus Meineweh zwei Minuten, ehe er endlich den roten Karton gegen Romahn in der Hand hatte. Der Übeltäter wollte ohnehin schon freiwillig vom Platz, den er nach dieser Szene auch so schnell nicht wieder betreten dürfte. Seine Einsichtigkeit entbindet ihn in keinster Weise von der Schuld für einen Schädelbasisbruch bei Ronny Goloiuch verantwortlich zu sein. Das Sportgericht wird hoffentlich die zur Verfügung stehenden Mittel ausschöpfen und zu der höchstmöglichen Strafe für ein derart grobes Foulspiel greifen. Wer bei Schädelbasisbruch des Torwarts an das Foul an Petr Čech denkt, sollte nicht vergessen, dass Čech vom gegnerischen Knie verletzt wurde, als der Gegner auf klatschnassem Rasen herangerutscht kam. Während die Szene in der Premier League unter „fahrlässige Körperverletzung“ fällt und auch im rein sportgerichtlichen Bereich hätte bleiben können, ist bei dem äußerst gut bespielbaren Rasen und aufgrund der schon vor diesem Foul von Naumburger Seite mehrfach vollzogenen Fouls – auch an Goloiuch – von „gefährlicher Körperverletzung mit bedingtem Vorsatz“ zu sprechen. Das von mir hochgeladene Bild eine Sekunde vor dem Foul dient nicht als entscheidendes Beweisfoto - es gibt viel deutlichere Bilder. Was auf „gefährlicher Körperverletzung mit bedingtem Vorsatz“ steht, kann der verantwortliche Spieler ja googeln - der Strafantrag kommt demnächst.

Grob unsportlich war im Übrigen neben einigen pöbelnden Zuschauern auch insbesondere der Naumburger Kapitän Hans Meier, der das Foul gegen Ronny herunterspielen wollte, den Schiedsrichter wegen des Feldverweises (wie auch Christian Riebel, der eine mindestens gelbwürdige Geste machte) voll meckerte und noch während Ronny in den Rettungshubschrauber verfrachtet wurde nachfragte, ob es denn mit Freistoß weitergehe. Die nicht nur in der Folgezeit bei fast jeder Abseitsentscheidung und vielen Foulentscheidungen verkehrt liegenden Unparteiischen, spielten tatsächlich mit einem Freistoß für Naumburg weiter. Zuvor fragte Schiri Zeuner den Leuna-Trainer Schikore, ob er den Feldverweis zurücknehmen lassen wolle. Gut, dass ich nicht Trainer bin – ich hätte eine sperrungswürdige Antwort gegeben. Schon allein für diese Frage wird sich Tommy Zeuner eine Meldung beim Sportgericht einfangen. Die sonstige Leitung der Partie war ebenso wie die seiner Assistenten Frank Hoffmann und Peter Kiwitt in keiner Minute landesklassetauglich. Auch in einem Kreisklassespiel hätte man natürlich nach dieser Szene abbrechen sollen. Auch wenn Ronny gesagt haben soll, sie sollten weiterspielen und die Leunaer Spieler meinten, sie würden für Ronny spielen – diese Einstellung ist zwar ehrbar, aber unverantwortlich. Einige Naumburger gingen nach wie vor über die normale Härte hinaus in den Gegner und wie hätte denn die Leunaer Mannschaft reagiert, wenn das Spiel nicht mit dem Sieg geendet hätte?!

Die Unparteiischen gaben unverantwortlicherweise nach 40 Minuten Unterbrechung das Spiel für weitere 21 + 45 frei. Ein souveräner Spielleiter hätte den Leunaern ausgetrieben ihre Gesundheit aufs Spiel zu setzen, den Ball genommen, drei Mal gepfiffen und im Spielberichtsbogen ans Sportgericht „Spiel nicht mehr weiterzuführen wegen grob unsportlichem Verhalten der Heimmannschaft“ vermerkt. „Schiedsrichtergespann nicht mehr in der Lage, die Partie zu Ende zu leiten“ hätte auch gepasst, aber hätte nicht einfach 3 Punkte für Leuna gegeben.
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Dass Kevin Degner den Ball bereits vor dem Foul zum 0:1 für Leuna über die Linie gedrückt hat und Nino Hammerschmidt noch vor der Pause per Elfmeter zum 0:2 erhöhte, ging leider etwas unter. Fouls der Gastgeber und wenige Revanchefouls der Gäste bestimmten das schnelle Spiel. Naumburg war ball- wie schusstechnisch völlig unterbelichtet, Leuna aber teilweise in der Abwehr unsicher, was die Damen mit den Gedanken bei Ronny entschuldigen wollten - wenn man sich nicht konzentrieren kann, spielt man aber nicht weiter. Jedenfalls lief es aber im Sturm besser durch Pires, Degner, Hammerschmidt und Andere. Nach der Pause legte Nino Hammerschmidt noch einmal nach. Das 0:3 war ein völlig verdienter Sieg - Beschwerden der Naumburger über Schiri und Gegner auch aus sachlicher Sicht nicht nachvollziehbar. Dass die Naumburger nach Abpfiff auch noch eine kleine Schlägerei anzettelten, war das zu erwartende Ende. Hätte es nur die Schlägerei und nicht die gefährlich Körperverletzung gegen Goloiuch gegeben, hätte ich den Naumburger SV hier nicht so in die Kritik nehmen müssen. Wer Sachlichkeit in diesem Bericht vermisst hat, kann nicht bei dem Spiel gewesen sein. Aber so viel noch: ein Leunaer Spieler, der einem Gegner ein vergleichbares Foul antut wie Naumburgs Romahn, kann sich darauf verlassen, verbal auf dem Platz und schriftlich in diesem Blog zur Sau gemacht zu werden. Ich gehe aber von aus, dass es nie nötig sein wird – denn mit Leunaer Beteiligung gab es in über 200 Spielen nicht ein einziges Mal einen Rettungseinsatz wegen einer durch ein Foulspiel hervorgerufenen Verletzung; bei Sportveranstaltungen in Naumburg jedes zweite Mal wenn wir dabei waren: vor zwei Jahren bei Naumburg-Stößen Handball einen Beckenbruch (grobes Foul eines Naumburgers an einem Magdeburger) und nun dieser Schädelbasisbruch durch ein noch gröberes Foul. Leuna spielt halt trotz Härte immer noch fair.

Abschließend muss noch gesagt werden: Schön, dass die Leunaer Mannschaft besonnen ihr Spiel gemacht hat und auch 3:0 mit einer geschlossenen Mannschaftsleistung gewonnen hat und den Vorsprung auf den Abstiegsbereich auf auch in Nachholspielen kaum aufholbare 10 Punkte geschraubt hat. Alle Glückwünsche sollten auch nicht davon ablenken, dass dieses Spiel nie hätte zu Ende geführt werden dürfen. Auch wenn Humor wie „Jetzt macht Ronny nen Rundflug“ vom Schock ablenken sollte – da widerspruchslos weiter zuspielen und sogar das weiterspielen zu fordern ist absolut unvernünftig.
Am Wichtigsten ist jedoch die schnellstmögliche Genesung von Ronny Goloiuch! Die Mitspieler, der Trainer- und Offiziellenstab sowie die Fans wünschen der Leunaer Nummer 1 baldige Gesundung und alles Gute!
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Statistik:
Grounds: 549 (heute ein neuer Ground; diese Saison: 99 neue)
Sportveranstaltungen: 1.256 (heute zwei, diese Saison: 143)
Tageskilometer: 80 (80 Fahrrad)
Saisonkilometer: 36.720 (17.560 Auto/ 10.200 Flugzeug/ 4.820 Bahn, Bus, Tram/ 3.330 Fahrrad/ 810 Schiff, Fähre)
Anzahl der Fußballspiele seit dem letzten 0-0: 20
Anzahl der Wochen, seit der letzten Woche ohne eine einzige Sportveranstaltung (31.7.-6.8. 2006): 246

Freitag, 15. April 2011

W246I: In Überzahl gewinnen auch die Alten Eisenbahner mal wieder...

ESV/ PNVG Merseburg 3:2 1. FC Lindner Kötzschen
Datum: Freitag, 15. April 2011 – Anstoß: 18.00
Wettbewerb: Freundschaftsspiel Alte Herren gegen Freizeitmannschaft
Ergebnis: 3:2 nach 70 Min. (35/35) – Halbzeit: 3:1
Tore: 1-0 5. Nr. 12, 2-0 11. Nr. 11, 3-0 29. Nr. 12, 3-1 32. Eigentor, 3-2 57. Nr. 5
Verwarnungen: keine, Platzverweise: keine
Spielort: Scheitplatz (Kap. 700 Stehplätze)
Zuschauer: ca. 30 (davon ca. 5 Gästefans)
Unterhaltungswert: 4,5/10 (Ziemliches Gebolze mit einigen kuriosen und sehenswerten Szenen und Höhepunkten)
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Photos and English version:

Auf dem Scheitplatz fand an diesem Freitag ein nominell ungleiches Duell statt: die Spielgemeinschaft der Alten Herren des Eisenbahner Sportvereins Merseburg und der Firmenmannschaft der Personennahverkehrsgesellschaft traf auf das renommierte Freizeitteam 1. FC Lindner. Auf dem Platz war es wirklich ein ziemlich ungleiches Duell, aber durch die Zwei-Mann-Unterzahl des FC Lindner mit Vorteil für den ESV. Nach nur vier Minuten landete ein Flachschuss aus ziemlicher Distanz – absolut haltbar, aber was will man von einem Feldspieler auf der Ersatztorwartposition erwarten – zum 1:0 im Eck. Mit einem weiteren haltbaren Weitschuss baute der ESV die Führung auf 2:0 aus. Der Schuss zum 3:0 war mal richtig gut und kaum zu halten.

Vor der Pause natürlich das beste Tor der Partie: Rückpass aus 25m auf den 5m vorm Tor stehenden ESV Torwart. Der Ball huppt langsam auf dem unebenen Rasen auf den Torwart zu, ich meine noch zu Anja „3:1, wetten dr senst drübber? – und siehe da: der Torwart senst drüber und es steht nur noch 3:1.
Nach der Pause war es dann durch die Verstärkung für den 1. FC Lindner – der Torwart kam und sein Ersatzmann durfte wieder ins Feld – wieder ein Spiel mit den erwartet klaren Chancen für die Gäste. Doch die Kötzschener vergaben kläglich Chance um Chance und konnten nur noch auf 3:2 verkürzen (Schuss aufs kurze Eck, der vom Torwartschienbein ins Netz abprallt). Wie der chaotisch durch seinen Fünfmeterraum segelnde ESV-Torwart den Sieg festhalten konnte, war verwunderlich.

Jedenfalls hat’s mich gefreut, dass die Eisenbahner und Busfahrer mal wieder gewonnen haben. Kommt ja selten genug vor... Auch wenn’s in Überzahl war: wenigstens 3:2 für ESV/ PNVG!
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Statistik:
Grounds: 548 (heute kein neuer Ground; diese Saison: 98 neue)
Sportveranstaltungen: 1.254 (heute eine, diese Saison: 141)
Tageskilometer: 20 (20 Fahrrad)
Saisonkilometer: 36.640 (17.560 Auto/ 10.200 Flugzeug/ 4.820 Bahn, Bus, Tram/ 3.250 Fahrrad/ 810 Schiff, Fähre)
Anzahl der Fußballspiele seit dem letzten 0-0: 18
Anzahl der Wochen, seit der letzten Woche ohne eine einzige Sportveranstaltung (31.7.-6.8. 2006): 246

Montag, 11. April 2011

W245III: 19 Tore in 2 Spielen für 1€ Eintritt – in der Regionalliga zahlt man 100€ um 10 Spiele mit 19 Toren zu sehen...

SV 90 Gimritz II 6:4 FSV Nauendorf 1896 II
Datum: Sonntag, 10. April 2011 – Anstoß: 12.00
Wettbewerb: 3. Kreisklasse Saalekreis, Staffel 2 (13. Liga, 8. Amateurliga = unterste Spielklasse)
Ergebnis: 6:4 nach 91 Min. (46/45) – Halbzeit: 1:1
Tore: 1-0 32. Eigentor FSV, 1-1 45. FSV, 2-1 51. SV 90, 3-1 61. SV 90, 4-1 63. SV 90, 5-1 68. SV 90, 5-2 71. FSV, 5-3 78. FSV, 6-3 83. SV 90, 6-4 84. FSV
Verwarnungen: keine, Platzverweise: keine
Spielort: Sportplatz Gimritz (Kap. 1.500, davon 50 Sitzplätze)
Zuschauer: ca. 35 (davon ca. 6 Gästefans)
Unterhaltungswert: 8,0/10 (Hervorragendes Spiel mit krasser Offensivleistung die jeden der krassen technischen Fehler vergessen lässt)

SV Lettewitz 2:7 SV Eintracht 90 Teutschenthal
Datum: Sonntag, 10. April 2011 – Anstoß: 14.00
Wettbewerb: 2. Kreisklasse Saalekreis, Staffel 2 (12. Liga, 7. Amateurliga)
Ergebnis: 2:7 nach 91 Min. (45/46) – Halbzeit: 0:5
Tore: 0-1 16. SVE, 0-2 18. SVE, 0-3 22. SVE, 0-4 28. SVE, 0-5 34. SVE, 0-6 55. SVE, 1-6 65. SVL, 2-6 73. SVL, 2-7 78. Foulelfmeter SVE
Verwarnungen: 2x Lettewitz
Platzverweise: keine
Spielort: Sportplatz Lettewitz (Kap. 1.000, davon 50 Sitzplätze)
Zuschauer: ca. 45 (davon ca. 8 Gästefans)
Unterhaltungswert: 6,5/10 (Lettewitz erschreckend schwach und überfordert, Teutschenthal erstaunlich rationale und starke Angriffe)
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Photos and English version:

Wir nahmen die Strecke über Ammendorf, Gimritzer Damm und Dölau um zur Fähre nach Brachwitz zu gelangen. In Brachwitz mussten noch ein paar Fotos vom Fußballplatz von Hertha Brachwitz sein. Der ganz nett an der Saale gelegene Sportplatz Brachwitz ist laut Schild für „Ortsfremde“ nur mit „Genehmigung“ zu nutzen, was einen bei dem Fakt, dass es seit Jahrzehnten keinen Spielbetrieb mehr dort gibt, am Verstand der verantwortlichen Brachwitzer zweifeln lässt. Ob das die übliche dörfliche Fremdenfeindlichkeit oder eher schon Gehirnaustrocknung ist, solche Schilder aufzustellen, war mir nicht ganz klar.

Auf den zum Spielbetrieb und privater Nutzungen freigegebenen Plätzen der Orte Gimritz und Lettewitz stehen nicht solche Schilder. Die Orte selbst sind allerdings noch trostloser als Brachwitz. Besonders Gimritz ist stark verfallen und als einziges Bauwerk eine Kirche hoch über dem Ort eine Erwähnung Wert. Die Kirche von Lettewitz ist auch kein besonders herausragender Bau, aber erheblich älter. Das Kriegermahnmal und die umliegenden Gehöfte sehen gar nicht so schlecht aus.

Erstmal waren wir aber auf der Sportanlage von Gimritz zugegen, die die schönste da landschaftlich spektakulärste des ganzen Landkreises ist. Dort spielt der SV 90 Gimritz – ehemals SG Gimritz und BSG Traktor Gimritz – auf dem von Drainagereparaturarbeiten mitgenommen aussehenden Rasen, der zwischen einem Bachlauf, Bäumen, Feldern und hohen Felsen und Hügeln einfach fantastisch liegt. Auf den Porphyrfelsen wurde das Vereinsheim gesetzt, dessen Terrasse auch als Tribüne dienen kann. Etwas unterhalb befinden sich Holzbänke neben der Treppe zum Platz. Hinter den Wechselbänken fließ der Bach, aus dem heute 11x Bälle geholt werden mussten, und weideten Pferde.
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Während die erste Mannschaft von Gimritz um den Aufstieg in die Kreisliga kämpft, ist die Reserve nur auf dem vorletzten Rang der 3. Kreisklasse zu finden – dahinter ist nur Hohenthurm II mit 4 Punkten weniger zu finden – und der heutige Gegner als 4. favorisiert, auch wenn Nauendorf II kaum noch etwas mit dem Aufstieg zu tun haben dürfte.

Es entwickelte sich ein völlig einseitiges Spiel – einseitig allerdings zugunsten der Heimelf. Die Gimritzer drängten unablässig in einem wirklich guten Spiel mit einer selbstverständlich hohen Fehlerquote aufs Nauendorfer Tor. Allerdings dauerte es über eine halbe Stunde ehe die Hausherren endlich in Führung gingen: nach einer Hereingabe von der Grundlinie war es aber ein Nauendorfer der die Führung für Gimritz erzielte. Völlig unverdient erzielte Nauendorf mit ihrem dritten Angriff in den ganzen ersten 45 Minuten den Ausgleich noch vor dem Halbzeitpfiff.

Nach der Pause bequemte sich die Gastmannschaft auch etwas fürs Spiel zu tun. Das Spiel wurde immer besser und Gimritz steigerte sich mehr und mehr. Nun machten die Gastgeber richtig was aus ihren Chancen und spielten die Tore zum 2:1, 3:1, 4:1 und 5:1 innerhalb von nur etwas mehr als 15 Minuten heraus. Nauendorf kam mit zwei schön vollendeten Angriffen gefährlich nah heran, doch auf das 5:3 folgte das 6:3. Noch ein weiteres Tor für Nauendorf kam zu spät. Dieses wirklich sehenswerte und unterhaltsame Spiel auf dieser beeindruckenden Sportanlage endete also mit dem kuriosen Resultat von 6:4 für Gimritz II. Klingt zwar albern, ist aber wirklich so gewesen: eigentlich war das Ergebnis noch viel zu niedrig. Gimritz’ Chancenverwertung war etwa bei 20% und Nauendorfs bei 50%. Das schon oft zitierte „gerechtere Ergebnis“ hätte also entweder 6:2 oder 12:4 lauten sollen... Aber nach diesem schönen Spiel können die Spieler und Anhänger des SV Gimritz auch mit diesem Ergebnis völlig zufrieden sein.
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Wir fuhren zügig nach Lettewitz weiter, wo der Sportplatz wirklich öde liegt. Hinter einem Tor ein paar primitive Häuser mit asphaltierter Zuwegung, hinter dem anderen ein Sportlerheim und eine mit mickrigen Bäumen flankierte Landstraße, die Längsseiten mit niedrigen Maschendrahtzäunen zum Dorf mit seiner weitestgehend unattraktiven Bebauung bzw. kahlen Feldern versehen. Der Platz hat Gefälle und ist uneben, die Pappeln sind leider schon lange abgeholzt, wie das z.B. auch im nahegelegenen Neutz der Fall ist. Aber es können ja nicht alle Plätze so genial angelegt sein, wie in Gimritz...

In der 2. Kreisklasse ist der Aufstieg zugunsten von Zscherben II und SV Sietzsch entschieden, doch der Abstiegskampf ist wirklich spannend. Derzeit müsste Gastgeber Lettewitz in die unterste Spielklasse absteigen, doch Gutenberg ist mit einem Spiel weniger punktgleich auf dem ersten Nicht-Abstiegsplatz, Ostrau II mit einem Spiel mehr nur einen Punkt davor und auch Teicha II und Eintracht Teutschenthal mit 4 Punkten Entfernung sowie Dornstedt mit 5 mehr noch in Reichweite. Ein Spiel zwischen Eintracht Teutschenthal und SV Lettewitz hatte ich letzte Saison einmal gesehen: da war Lettewitz besser platziert und verlor eher überraschend in einem hervorragenden und harten Spiel 3:1.
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Da ich Eintracht Teutschenthal auch in einem Spiel in Dornstedt zu Beginn dieser Saison als viel pöbelnde und enorm häufig foulende Truppe erlebt hatte, hatte ich schon spekuliert: entweder kommt der Schochwitzer Kartenschoner als Schiri und es wird ein an Regelübertretungen reicher Kick – oder ein kleinlicher Heini kommt und schmeißt mit Karten nur so um sich... Diesmal rissen sich aber beide Seiten zusammen: Pöbeln wie Foulen fand in einem sehr vernünftigen Rahmen statt. Je eine verletzungsbedingte Auswechslung pro Team war ausschließlich Pech, Umknicken usw. – Fouls waren da nicht im Spiel.

Lettewitz wurde aber leider spielerisch dem Tabellenplatz gerecht: die völlig überforderten Gastgeber hebelte Eintracht Teutschenthal mit sauberen, einfach herausgespielten und durch starke Schüsse aus recht kurzer Distanz ins Eck gekrönte Angriffe, vier Mal in 12 Minuten aus. Das 0:5 war ein Abstauber nachdem der angeschlagene Torwart beim Abstoß in den Boden trat, den Ball nur 10m weiter zum nächsten Gegenspieler brachte und danach verletzt raus musste.

Nach der Pause erhöhte die Eintracht auf 0:6. Danach kam Lettewitz sogar etwas ins Spiel und erzielte zwei ganz schöne Treffer. Nun pöbelten die Fans der Gäste mehr als die Spieler. Die Foulquote stieg auch etwas. Ein Lettewitzer brachte aber auch das entscheidende Foul zum neunten und letzten Treffer der Partie: ein Elfmeter wurde von Teutschenthal sicher verwandelt. Auch in der Höhe ging der Sieg in Ordnung, wobei es nur sehr wenige Highlights außer den Toren gab. Lettewitz ist mit dieser Leistung leider nicht einmal für die 2. Kreisklasse tauglich. Teutschenthal könnte mit der Spielweise weiter oben stehen – die Angriffe waren wirklich stark und souverän ausgeführt!
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Statistik:
Grounds: 548 (heute zwei neue Grounds; diese Saison: 98 neue)
Sportveranstaltungen: 1.253 (heute zwei, diese Saison: 140)
Tageskilometer: 80 (80 Fahrrad)
Saisonkilometer: 36.620 (17.560 Auto/ 10.200 Flugzeug/ 4.820 Bahn, Bus, Tram/ 3.230 Fahrrad/ 810 Schiff, Fähre)
Anzahl der Fußballspiele seit dem letzten 0-0: 17
Anzahl der Wochen, seit der letzten Woche ohne eine einzige Sportveranstaltung (31.7.-6.8. 2006): 245

Sonntag, 10. April 2011

W245II: Weißenschirmbach mit glücklichem Sieg in Schraplau

Schraplauer SV Glück Auf von 1883
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SpVgg 99 Weißenschirmbach/ Vitzenburg
Datum: Samstag, 9. April 2011 – Anstoß: 15.00
Wettbewerb: 1. Kreisklasse Saalekreis, Staffel 1 (11. Liga, 6. Amateurliga)
Ergebnis: 0:2 nach 95 Min. (47/48) – Halbzeit: 0:1
Tore: 0-1 8. (Nr. 10), 0-2 90. (Nr. 10)
Verwarnungen: Nr. 18, Nr. 8 (Schraplau), Nr. 4, Nr. 2 (Weißenschirmbach)
Platzverweise: keine
Spielort: Sportplatz Schraplau (Kap. 1.000 Stehplätze)
Zuschauer: ca. 40 (davon ca. 10 Gästefans)
Unterhaltungswert: 5,0/10 (25:5 Chancen, aber 0:2 Tore – ein spannendes, spielerisch mittelmäßiges Spiel mit glücklicherer Gastmannschaft)
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Photos and English version:

Schraplau ist trotz seiner gerade einmal 1.200 Einwohner eine Stadt. Das hat halt historische Gründe, als Besucher wird man aber den Ort eher als Dorf oder Kaff empfinden. Über enge Straßen von Stedten aus erreicht man den landschaftlich schön gelegenen, aber in vielen Teilen heruntergekommenen Ort. Der Kirchberg ist nur über eine extrem enge Straße erreichbar. Dort sind eine ganz ansehnliche romanische Kirche mit einigen historischen Grabmälern und die Reste einer teilweise überbauten Burganlage zu finden. Das weiter unterhalb gelegene Rathaus mit dem engen Platz mit dem Brunnen davor ist auch ganz ansehnlich.

Die Sportanlage liegt an einer ebenfalls engen Straße unterhalb des Berges. Auf Höhe der Straße befindet sich ein mehrgeschossiges graues Haus, das u.a. die Kabinen beherbergt. Den Graswall hinunter geht es zum Feld. Gegenüber sind Bäume und ein Bachlauf, dahinter geht es wieder einige Meter die Hügellandschaft hinauf. Die Hintertorseiten grenzen an Grundstücke mit Bäumen an. Das unebene Spielfeld ist von einer engen Aschenbahn umgeben, auch ein knappes Kleinfeld befindet sich hinter dem einen Tor.

Kaum 40 Zuschauer fanden sich auf dem Graswall hockend und neben den Spielerbänken oder dem Sportlerheim stehend ein. Auffällig viele der Fans waren aber maximal mein Alter oder jünger. Von wegen nur die Rentner gehen zum Amateurfußball...
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Das Spiel war ein Duell des 4. gegen den 5. Beide trennt nur ein 1 Punkt voneinander, beide haben kaum eine Chance einen der beiden Aufstiegsplätze zu erreichen. Schraplau hatte die letzten beiden Spiele verloren, Weißenschirmbach die letzten sechs gewonnen. Beide Teams machten da weiter, wo sie aufgehört hatten: Weißenschirmbach ging schnell in Führung und war bis zur 20. Minute auch Spiel bestimmend mit gefährlichen Eckstößen und guten Angriffen - doch langsam kam Schraplau ins Spiel, prüfte den kleingewachsenen aber sicheren Gästetorwart und versiebte mehr und mehr Chancen.

Richtig krass wurde es in Hälfte zwei, als nur noch Schraplau das Tor der Weißenschirmbacher angriff. Chance um Chance wurde vertan, das halb leere Tor verfehlt und auch mit Anrempeln des Torwarts kein Erfolg erzielt. Weißenschirmbach setzte mit dem dritten Gegenstoß der in den 45 Minuten über die Mittellinie hinausging, den entscheidenden Schlag: in der 90. erzielte der ausgepumpt wirkende 10er mit einem starken Konterlauf, geschickt an zwei Verteidigern vorbei, per Flachschuss ins Eck das 0:2.

Ein sehr glücklicher Sieg der Weißenschirmbacher, die ich schon spielerisch erheblich besser erlebt habe. Man muss ihnen lassen, dass sie ihre wenigen Chancen sehr gut genutzt haben – aber eine 4:2 Niederlage wäre natürlich gerechter gewesen. Es war ja nicht so, dass Schraplau völlig dilettantisch gespielt hätte: das war auch einfach Pech, wenn der Ball 10cm über das Lattenkreuz ging oder 20cm neben den Pfosten.

Zu diesem Spiel dürfte es auch etwas auf der guten Website der Weißenschirmbacher geben: www.weissenschirmbach.de - Bei Schraplau ist leider nichts zu erwarten: die Seite verlinke ich hier erst gar nicht, da sie die schlechteste ist, die ich kenne. Also liebe Schraplauer, kümmert euch um die Website oder löscht diese unbrauchbare Seite endlich! Ist ja peinlich, so was...
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Statistik:
Grounds: 546 (heute ein neuer Ground; diese Saison: 96 neue)
Sportveranstaltungen: 1.251 (heute eine, diese Saison: 138)
Tageskilometer: 80 (80 Fahrrad)
Saisonkilometer: 36.540 (17.560 Auto/ 10.200 Flugzeug/ 4.820 Bahn, Bus, Tram/ 3.150 Fahrrad/ 810 Schiff, Fähre)
Anzahl der Fußballspiele seit dem letzten 0-0: 15
Anzahl der Wochen, seit der letzten Woche ohne eine einzige Sportveranstaltung (31.7.-6.8. 2006): 245

Freitag, 8. April 2011

W245I: Leunas Alte Herren wieder siegreich gegen IMO

TSV Leuna 1919 AH 2:0 VfB IMO Merseburg AH
Datum: Freitag, 8. April 2011 – Anstoß: 18.00
Wettbewerb: Freundschaftsspiel Alte Herren (Ü-35)
Ergebnis: 2:0 nach 71 Min. (35/36) – Halbzeit: 2:0
Tore: 1-0 8. Harnisch, 2-0 23. Harnisch
Verwarnungen: keine, Platzverweise: keine
Spielort: Sportstätte der Jugend (Kap. 1.000, davon 15 überdachte Sitzplätze)
Zuschauer: ca. 25 (davon ca. 10 Gästefans)
Unterhaltungswert: 5,0/10 (Ordentliches Spiel mit dem richtigen Sieger)
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Photos and English version:


Anfang April heißt es wieder: auf zu den Alten Herren! Die Saison beginnt so langsam und gleich am zweiten Freitag im April ist ein echtes Spitzenspiel des Altherrenfußballs im Saalekreis auf der Sportstätte der Jugend zu sehen: TSV Leuna gegen IMO Merseburg. Die üblichen Leunaer Zuschauer fanden sich unter den im Wind scheppernden Wellblechüberdachungen oder auf dem Graswall und neben den Wechselbänken ein, dazu noch gut 10 Anhänger der IMO.


Leuna hatte in der Vorwoche 4:3 bei einer anderen Spitzenmannschaft, Stahl Merseburg, auf dem neuen Kunstrasen im Ulmenweg verloren – und wurde auch in diesem Spiel zuerst unter Druck gesetzt. Doch Leuna wusste gefährliche Konter zu fahren und nach nur 8 Spielminuten zog Lars Harnisch von vor der Strafraumgrenze ab: der Ball wurde abgefälscht und landete dadurch unhaltbar für den IMO-Torwart im Eck. Derselbe Leunaer legte eine Viertelstunde später per Kopf nach einer schönen Hereingabe vor der Grundlinie nach.


In der zweiten Halbzeit kam deutlich weniger von den Gästen als in den ersten 35 Minuten. Leuna hatte nun klar mehr Chancen, doch konnte auch aus Nahdistanz keinen Angriff mehr zum Erfolg bringen. Die wenigen Aktionen der Merseburger wurden erfolgreich von der aufmerksamen Abwehr oder dem ebenso aufmerksamen Torwart Hähnel abgewehrt. In den letzten fünf Minuten war sogar der einzige auffällige VfB-Spieler der 15er, der jedem Gegenspieler auf die Hacken latschte. Der Kerl spielte so schlecht, wie der Bericht vom Spiel auf der IMO-Website, dessen Verfasser zwar feststellte, dass IMO nicht doll spielte aber sonst nichts Besseres zu tun hat als die Leunaer Lesitung und unseren Schiri runterzumachen, ist. Jedenfalls blieb es so beim verdienten 2:0 für den TSV Leuna.
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Statistik:
Grounds: 545 (heute kein neuer Ground; diese Saison: 95 neue)
Sportveranstaltungen: 1.250 (heute eine, diese Saison: 137)
Tageskilometer: 20 (20 Fahrrad)
Saisonkilometer: 36.460 (17.560 Auto/ 10.200 Flugzeug/ 4.820 Bahn, Bus, Tram/ 3.070 Fahrrad/ 810 Schiff, Fähre)
Anzahl der Fußballspiele seit dem letzten 0-0: 14
Anzahl der Wochen, seit der letzten Woche ohne eine einzige Sportveranstaltung (31.7.-6.8. 2006): 245

Dienstag, 5. April 2011

W244IV: Greifswald und Grimmen im Vergleich – ein Unentschieden mit klaren Vorteilen für Greifswald

Greifswalder SV 2:2 Grimmener SV
Datum: Sonntag, 3. April 2011 – Anstoß: 14.00
Liga: Verbandsliga Mecklenburg-Vorpommern (6. Liga, 1. Amateurliga)
Ergebnis: 2:2 nach 93 Min. (46/47) – Halbzeit: 1:1
Tore: 1-0 9. Ronny Krüger (Foulelfmeter), 1-1 16. Thomas Boljahn, 2-1 50. Tom Fraus, 2-2 71. Stephan Rambow
Verwarnungen: Osman Shala, Robert Edler, Tommy Greinert (Greifswald); Lars Radig (Grimmen)
Platzverweise: keine
Spielort: Volksstadion Greifswald (Kap. 8.000, davon 1.200 unüberdachte und 144 überdachte Sitzplätze)
Zuschauer: ca. 400 (davon 288 zahlende, Gästefans: ca. 30)
Unterhaltungswert: 7,0/10 (Gutes und spannendes Spiel, dass einen Heimsieg verdient gehabt hätte)
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Photos and English version:

Das Wochenende im Norden wurde mit einer Tour nach Greifswald abgeschlossen: ich hatte den Fehler gemacht, Greifswald mit Stralsund, einer sehr sehenswerte Stadt die wir letztes Jahr besuchten, zu vergleichen. Gegen Stralsund ist das nur geringfügig kleinere Greifswald (57.000 gegen 54.000 Einwohner) ein Dorf; so sind die beiden Domkirchen im Vergleich z.B. unfair – der Greifswalder Dom wirkt wie eine Dorfkirche gegen St. Marien. Auch ansonsten kann die Altstadt des ausgestorbenen Greifswald nicht besonders glänzen. Der Markplatz macht etwas daher und einige der Backsteinkirchen können sich sehen lassen – aber auch die Meeres- und Küstenlandschaft ist gar nichts gegen jene von Stralsund. In Grimmen ist es überraschend, dass es ein so herausragendes Rathaus aus Backstein gibt. Auch drei Stadttore und eine historische Kirche sind noch vorhanden. Zu den Einwohnern – insgesamt sind es 10.000 – verliere ich mal keine Worte, aber so viele rechtsextreme Schmierereien habe ich bisher nur in Serbien gesehen: peinlich, wie sich Grimmen seinen Besuchern präsentiert.

Greifswald und Grimmen besuchten wir auch wegen Fußball: im Volksstadion von Greifswald spielte der Greifswalder SV 04 gegen den Grimmener SV. Für nur 3€, ermäßigt sogar 2€ (Dach überm Kopf ist nicht unbedingt nötig und kostet akzeptable 5€) kann man in Greifswald Verbandsliga gucken. In Mecklenburg-Vorpommern hat man im Gegensatz zu anderen Bundesländern noch nicht den Verstand verloren, was die Eintrittspreise anbelangt.
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Das Stadion ist ziemlich weitläufig. Man kann es durch eine große Allee mit Basketballplätzen, rechts und links davon Fußballplätze – auf einem lief noch Frauen-Verbandsliga zwischen Greifswald und Stralsund (3:0) – betreten. Im weiten Rund sind die Hintertorseiten ausbautenlose Graswälle, wobei auf einer Seite zur Hälfte eine Umzäunung für Gästefans angebracht wurde, neben der sich ein Podest für die olympische Flamme befindet. Die größere Längsseite hat acht Reihen niedrig ansteigende und teils absinkende Holzbänke zu bieten. An der einen Tribünenseite ist ein seltsames Gusseisenpodest für die Zeitnahme oder Startüberwachung bei der Leichtathletik aufgestellt. Hinter der Tribüne mit den Holzbänken ist auf dem Sozialtrakt eine überdachte Tribüne (hierfür sind die Karten halt teurer) mit Plastesitzen angebracht. Die Überdachung ist aus Wellblech. Auf der kleineren Längsseite gibt es sechs Reihen Stehtraversen, in deren Mitte sich der harte Kern der Greifswalder Fans (Gryps Boys) einfindet.

Die Gryps Boys feuerten ein Drittel des Spiels über die eigenen Spieler an und pöbelten die restlichen zwei Drittel zünftig gegen Schieds- und Linienrichter sowie Gästespieler. Auf der Haupttribüne wurde – wenn sich überhaupt gemeldet wurde – nur gepöbelt. Nach Abpfiff liefen auch ein paar Leute meckernd aufs Feld. Immerhin hielten sie sich bei der dämlichen Fairplay-Ansprache zurück: dass die Verbandsbonzen nicht kapieren, dass das FIFA-Geseiere keinen interessiert, der sich auf dem Platz und „in den Tagen danach“ daneben benehmen will – das müssen die Fans schon untereinander klären und das deutsche Stadien eine rechtsfreie Zone wären, ist eine dreiste Lüge verkommenster Medienvertreter.
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Das Spiel war wirklich gut und gleich von Beginn an wurde ordentliches Tempo gefahren. Ein berechtigter Elfer wurde schon nach 9 Minuten verhängt und Greifswald verwandelte sicher. Die Führung währte aber nicht lange, sodass nach weiteren 9 Minuten der Spielstand 1:1 hieß. Bis zur Pause waren einige Greifswalder und wenige Grimmener Chancen zu sehen.
In der zweiten Halbzeit gingen die Gastgeber verdientermaßen mit 2:1 in Führung und verpassten, den Sack zuzumachen. Der beste Gästespieler war der Torwart, der etliche Male parieren musste. Ein Konter mit Kopfballbogenlampe über den Greifswalder Torwart war schließlich der völlig unverdiente Ausgleich für Grimmen. Alles Mögliche zwischen 3:2 und 5:1 wäre verdient gewesen – der Punkt für Grimmen absolut nicht. Der auf Rang 11 liegende Gastgeber war dem Neuling auf Platz 6 klar überlegen, nur halt nicht in Sachen Chancenverwertung. Aber insgesamt gesehen war das Spiel wirklich gut und sehenswert.
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Statistik:
Grounds: 545 (heute ein neuer Ground; diese Saison: 95 neue)
Sportveranstaltungen: 1.249 (heute eine, diese Saison: 136)
Tageskilometer: 460 (460 Auto)
Saisonkilometer: 36.440 (17.560 Auto/ 10.200 Flugzeug/ 4.820 Bahn, Bus, Tram/ 3.050 Fahrrad/ 810 Schiff, Fähre)
Anzahl der Fußballspiele seit dem letzten 0-0: 13
Anzahl der Wochen, seit der letzten Woche ohne eine einzige Sportveranstaltung (31.7.-6.8. 2006): 244

W244III: Die Greifenarmee besiegt Carl Zeiss überlegen aber nicht deutlich genug

F.C. Hansa Rostock 2:1 FC Carl Zeiss Jena
Datum: Samstag, 2. April 2011 – Anstoß: 14.00
Liga: 3. Liga (3. Profiliga)
Ergebnis: 2:1 nach 90 Min. (45/45) – Halbzeit: 0:0
Tore: 1-0 61. Jänicke, 2-0 66. Schied, 2-1 71. Voigt
Verwarnungen: Müller, Lartey (FCH), Voigt, Ziegner (FCCZ)
Platzverweise: keine
Spielort: Ostseestadion / sogenannte DKB-„Arena“ (Kap. 29.000, davon 23.000 Sitzplätze/ heute zugelassen auf 25.000)
Zuschauer: 18.000 (davon ca. 2.000 Gästefans)
Unterhaltungswert: 7,0/10 (Erst in zweiter Halbzeit gutes Spiel, in dem überlegene Rostocker trotz bester Chancen nur knapp gewinnen – die Stimmung auf den Rängen war stark!)
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Photos and English version:

Das war mal wieder ein Spiel mit Umwegen... Ich rate allen Fans eindinglich: bestellt keine Karten online! Die Fehlerquote bei Internetbestellungen ist aufgrund mangelhafter Software – das hat der Ticketmanagementverantwortliche selbst so gesagt – bei 10%! Auch wir hatten nach 5 Tagen noch nicht die Karten im Briefkasten, geschweige denn den Hinweis darauf, dass der Bezahlvorgang abgebrochen wurde und also unsere Bestellung unter den Tisch gefallen ist. Nach anderthalb Tagen hat sich Herr Adam mal um die Beschwerdemail gekümmert, auf seine Telefonnummer verwiesen (die nächste Frechheit war ja, dass auf der Website als Hilfetelefon nur die Fanshopnummer, die nur 10-17 Uhr frei geschaltet und dann 7 Stunden dauerbesetzt ist, angegeben wird) und konnte uns neue, gleichwertige Karten verschaffen, die im Fanshop hinterlegt wurden. Warum nicht gleich so? Wenn man so blöd ist und eine so unfähige Softwarefirma anheuert, dann kann man halt nicht über Internet verkaufen oder bietet „print at home“ an, wie z.B. Dynamo Dresden auch. Ein Armutszeugnis ist auch der Telefonservice vom Fanshop. Sowieso ist es eigentlich erbärmlich, was in Sachen Eintrittskarten bei Hansa da abgeht: so ziemlich die teuersten Karten der Liga – Normalpreis Stehplatz 10€, Sitzplätze bis zu 26€ – aber keine Gültigkeit im öffentlichen Nahverkehr. Wenn die vom ÖPNV halt zu viel Geld wollen, richtet man mit entsprechenden Sponsoren als ein von fähigen Leuten geführter Verein einen Shuttleservice ein! Nach dem Scheiß mit den Karten wusste ich wieder, warum ich Profifußball nur in bestimmten Ländern bevorzugt gucke und in Deutschland meist nur unterhalb der Oberliga zugange bin. Das kotzt einen nur noch an!

Wenigstens spielt Hansa Rostock als Mannschaft ordentlichen Fußball! Heute kamen sie allerdings erst etwas langsam in die Gänge, nahmen dann nach 20 Minuten völlig den Druck gegen eine schwache Jenaer Mannschaft raus und griffen erst in den letzten 10 Minuten der ersten Halbzeit ernsthaft an. So kam auch Jena, die an diesem Tag keine 10 Minuten auf 3. Liga reifen Niveau spielten, zu einigen Chancen.

Nach der Pause, in der übrigens unter anderem unheimlich unterbelichtete Politiker herum faselten, kam dann endlich richtig Druck von Hansa, der nach einer Viertelstunde auch belohnt wurde: ein starker Sololauf in den Strafraum von Jänicke, der im Alleingang vier Abwehrspieler des thüringischen Abstiegskandidaten düpierte und souverän ins lange Eck abgeschlossen wurde. Die Entscheidung schien nur fünf Minuten später gefallen zu sein, als nach drei vergebenen Hansa-Chancen Marcel Schied mal einen Schuss abfeuerte – dieser wurde abgefälscht und segelte über den Torwart ins Netz. Hansa setzte Jena weiter unter Druck, doch diese erzielten mit einem Freistoß einen durch Abwehr- und Torwartfehler begünstigten Glückstreffer. Selten so einen unverdienten Treffer erlebt – aber trotz dreier weiterer Chancen, die nur noch fünf oder sechs Hansa-Chancen gegenüberstanden, schafften es die Rostocker den hoch verdienten und noch viel zu niedrigen Sieg zu halten.
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Bei aller Begeisterung über den Sieg des FC Hansa muss man aber doch anmerken, dass diese Leistung nicht sonderlich zweitligatauglich wirkte. Nun ist der FCH zwar mit souveränen 14 Punkten Vorsprung auf den Drittplatzierten auf dem zweiten Aufstiegsplatz, aber bei der Chancenverwertung, die gegen DEN Gegner zu einem 4:1 oder 5:1 hätte führen müssen – nicht nur können, sondern müssen: ich verlange ja kaum eine im Bestfalle 50%ige Chancenverwertung – kommen einen doch Zweifel, in wie fern das jetzt ein Spiel unter dem Rostocker Durchschnittsniveau war oder nicht. Bei aller Unterhaltsamkeit des Spiels, aber ich hoffe doch, dass diese Leistung bei Hansa nicht unter der Kategorie „Spitzenleistung“ vermerkt wird.

Unter Spitzenleistung kann man aber das Auftreten der Fans vermerken: zwar feuerte auch ein Großteil der nicht gerade wenigen Gästefans ausdauernd die Mannschaft an und ein ordentliches, ansehnliches Handfahnenmeer in blau, gelb und weiß wurde – anfangs mit ein klein wenig Rauch garniert – gezeigt, doch gegen die beiden Heimblöcke hatten sie keine Chance. In der Nord wurde ausdauernd das gängige Liedgut geboten und in der Süd neben dem dort üblichen, ausgefeilteren Liedgut – Nord und Süd sind aber trotz den Rissen in der Fanszene weitestgehend aufeinander abgestimmt – auch eine hervorragende Choreographie. Ein Spruchband „Die Armee der Greifen stürmt das Feld / für den besten Club der Welt“ war zuerst zu lesen und dann wurde eine graphisch sehr ansehnliche, spektakuläre und detaillierte Fahne von etwa 25x15m hochgezogen, auf der eine solche Armee von Greifen mit Hansa-Wappenschild und Speeren abgebildet war. Dahinter brannten dann auch ein paar Bengalfackeln.

Nach dem Spiel haben wir an diesem Samstagabend übrigens noch in der berühmten Fischgaststätte „Zur Kogge“ gegessen – ist zwar verdammt teuer, aber ein Stück Rostocker und norddeutsche Kultur. Allein die Einrichtung ist ein Besuch wert: im farblich kräftigen Haus mit dem Renaissancegiebel fallen die Dekorationsgegenstände wie ausgestopfte Möwen und Seeigel, Holzschiffe, geschnitzte Wappenschilder und internationale Münzen aus Malaysia, Spanien, Tunesien, Peru, Sowjetunion usw. auf. Passend zu den angebotenen Getränken und Speisen – sehr populär sind ja fette Fischgerichte mit starken Alkoholika – befindet sich auf dem Klo ein eigens für kotzende Gäste reserviertes Becken... Wenn man Glück hat, ist in der Kogge Samstagabend auch echt was los: so spielte in der bis auf den letzten Platz belegten Lokalität auch ein dicker, alter Akkordeonspieler mit Seemannsmütze auf; begleitet von den Anfeuerungen einer besonders gut gelaunten Gesellschaft von Hansa Rostock-Fans.
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Statistik:
Grounds: 544 (heute kein neuer Ground; diese Saison: 94 neue)
Sportveranstaltungen: 1.248 (heute eine, diese Saison: 135)
Tageskilometer: 190 (190 Auto)
Saisonkilometer: 35.970 (17.100 Auto/ 10.200 Flugzeug/ 4.820 Bahn, Bus, Tram/ 3.050 Fahrrad/ 810 Schiff, Fähre)
Anzahl der Fußballspiele seit dem letzten 0-0: 12
Anzahl der Wochen, seit der letzten Woche ohne eine einzige Sportveranstaltung (31.7.-6.8. 2006): 244

W244II: Scheiß Stadt, scheiß Wetter, scheiß Spiel

FC Voran Ohe 0:1 TSV Sasel von 1925
Datum: Freitag, 1. April 2011 – Anstoß: 19.30
Liga: Landesliga Hamburg, Staffel Hansa (7. Liga, 2. Amateurliga)
Ergebnis: 0:1 nach 90 Min. (45/45) – Halbzeit: 0:1
Tor: 0-1 40. Luttermann
Verwarnungen: Lux, Heidrich, Qasem, Briese (Ohe), Kiesewetter (Sasel)
Platzverweise: keine
Spielort: Hans-Heinrich-Hackmack-Stadion (Kap. 250 Stehplätze)
Zuschauer: ca. 60 (davon ca. 10 Gästefans)
Unterhaltungswert: 2,0/10 (Schwache Schüsse, mangelhafte Technik, mäßiges Tempo – wenigstens haben die Dummdödel einmal getroffen)
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Photos and English version:

Vormittags machten wir uns zu viert auf nach Rostock. Da wir nachmittags nichts zu tun hatten und meine Freundin auch den kühlen Norden noch nicht so kannte, fuhren wir über Lübeck nach Hamburg. Hamburg ist eine völlig überschätzte, hässliche  Betonwüste. Diese überlaufene Aneinanderreihung von Bausünden wollte ich meiner Freundin nicht antun, lieber mal vom Holstentor aus eine Stunde durch Lübeck. Dort in der Altstadt gibt es kaum Bausünden und umso mehr ansehnliche Architektur: Backstein überwiegt natürlich – hat vor allem was mit der salzigen Meeresluft zu tun – aber gerade das Rathaus und das Holstentor sind besonders filigrane Arbeiten dieses Baustils.

Je näher wir Hamburg kamen, umso dichter wurde auch der Verkehr: Die ganzen Hamburger, Holsteiner und Dänen immer mit ihrer bescheuerten hektischen Fahrerei... Vor dem Moloch bogen wir rechtzeitig in die Einöde des Umlandes ab. Reinbek war unser Ziel. In dieser Ansammlung von Dörfern mussten wir einfach mal im Ortsteil Büchsenschinken vorbeischauen. Der heißt angeblich so weil, man in dieser Einöde schon den „Schinken inner Büchs“ haben muss um dort einen Pferdehof zu gründen (Büchsenschinken besteht zum größten Teil aus einem Reiterhof); wobei der Plattdeutsche Ausspruch „Schinken inner Büchs ham“ so viel wie „Arsch in der Hose“, also Mut haben...
Dann hatten wir uns noch, da halt von Rostock aus ganz gut erreichbar und mit Lübeck kombinierbar (und v.a. aus Mangel an Alternativen, da weder in der Lübecker Ecke noch in Mecklenburg-Vorpommern ein Freitagsspiel stattfand) ein Spiel im Ortsteil Ohe ausgesucht.
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Der dortige Verein hört auf den klangvollen Namen FC Voran Ohe von 1949 und ist in der zweiten Amateurliga von Hamburg, die sich in die Staffeln Hansa und Hammonia einteilt, nur Vorletzter und mit 7 Punkten Rückstand schon so gut wie abgestiegen in die Bezirksliga. Der heutige Gegner TSV Sasel 1925 ist als 7. ohne Aufstiegschancen oder Abstiegsangst. Ohe spielt im Hans-Heinrich-Hackmack-Stadion, was kein Stadion sondern ein primitiver Dorffußballplatz mit stacheldrahtbewährten Zäunen, Hecken und Bäumen drum herum ist. Nur auf einer Seite kann man als Zuschauer hinter einer Reling stehen. Gegenüber ist für die Spieler freigehalten, eine Hintertorseite ist völlig freizuhalten, auf der anderen befindet sich ein Imbiss, wo es ordentliche Brezeln und Bockwürste zu viel zu hohen Preisen (1,00€ bzw. 1,80€) gibt. Aber das ist halt Hamburg. Wenn man lange nicht mehr den Osten in Richtung Westdeutschland verlassen hat, staunt man auch über die Frechheit, mit welcher 5€ Eintritt (Ermäßigungen nur für Schüler bis 18 und Rentner ab 65) für ein solches Spiel erhoben werden.

Würden die in Hamburg und Umgebung wenigstens gut Fußballspielen können, würde man ja drüber weg sehen, aber die Meinung von einem Berliner Groundhopper, der so gut wie nur gute Spiele in Hamburg gesehen haben will, kann ich absolut nicht teilen. So scheiße wie das Wetter mal wieder war, so scheiße war auch das Flutlicht, so scheiße war die Sportanlage insgesamt, so scheiße spielte Ohe, so scheiße spielte auch Sasel und so scheiße war auch das Schiedsrichtergespann. Wem das zu viele Kraftausdrücke sind; sorry – ist aber so. Nach dem nächsten niveaulosen, langsamen, dilettantischen, unattraktiven Gekicke mit peinlichen Torschüssen, Stolpern über die eigenen Beine, Fehlpässen ohne Ende, technischen Offenbarungseiden, kleinlichem Schiri mit Linienrichtern mit Knicken in der Optik (die dauernden falschen Abseitsentscheidungen von der Quotenfrau und ihrem ebenso schlechtem Kollegen - Mann, Mann, Mann!) und nur einem einzigen Tor, kann ich nur sagen: nie wieder dieser scheiß Hamburger Fußball!

Auch die Zuschauer, die in noch geringerer Zahl und mit noch viel schwächerer Lautstärke – die hingen zwar ein paar Fahnen auf, aber das war auch alles – als in vergleichbaren Ligen in Sachsen, Sachsen-Anhalt, Berlin etc. auftraten, waren ein Armutszeugnis für Fußball-Hamburg.
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Statistik:
Grounds: 544 (heute ein neuer Ground; diese Saison: 94 neue)
Sportveranstaltungen: 1.247 (heute eine, diese Saison: 134)
Tageskilometer: 830 (830 Auto)
Saisonkilometer: 35.780 (16.910 Auto/ 10.200 Flugzeug/ 4.820 Bahn, Bus, Tram/ 3.050 Fahrrad/ 810 Schiff, Fähre)
Anzahl der Fußballspiele seit dem letzten 0-0: 11
Anzahl der Wochen, seit der letzten Woche ohne eine einzige Sportveranstaltung (31.7.-6.8. 2006): 244