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Montag, 4. Mai 2015

W457I-IV: Erstes Maiwochenende in Sachsen-Anhalt

SV Wacker Wallhausen .......................................... 0
Spielgemeinschaft SpVgg 1931 Osterhausen I/
Ball- und Spielgemeinschaft Aufbau Eisleben II .. 2
- Datum: Sonntag, 3. Mai 2015 – Beginn: 14.00
- Wettbewerb: Kreisliga Mansfeld-Südharz, West (10. Liga, 5. Amateurliga)
- Ergebnis: 0-2 nach 94 Minuten (45/49); Halbzeitstand: 0-0
- Tore: 0-1 59. Martin Merkel (Eigentor), 0-2 70. Florian Burghardt
- Verwarnungen: Christian Hüttl, Markus Hoffmann, NN (Wallhausen); 2x Oliver Kirsten, Riccardo Schneider, Christian Ehring, Christian Bock (Osterhausen)
- Platzverweise: Oliver Kirstenn von Osterhausen (75. wg. wdh. Fouls)
- Spielort: Sportzentrum Wallhausen (Kap. 1.106, davon 106 Sitzplätze)
- Zuschauer: ca. 70 (davon 50 zahlende und ca. 7 Gästefans)
- Unterhaltungswert: 6,5/10 (Spannendes und umkämpftes Spiel)

TSV Leuna 1919 ...................................................... 1
TSV Eintracht Lützen ............................................ 1
- Datum: Samstag, 2. Mai 2015 – Beginn: 15.00
- Wettbewerb: Landesklasse Sachsen-Anhalt Staffel 6 (8. Liga, 3. Amateurliga)
- Ergebnis: 1-1 nach 92 Minuten (45/47); Halbzeitstand: 0-1
- Tore: 0-1 9. David Hübner, 1-1 65. Ronny Schwerdtfeger
- Verwarnungen: Ronny Schwerdtfeger? (Leuna); Marcel Richter, Christian Neef (Lützen)
- Platzverweise: keine
- Spielort: Stadion des Friedens (Kap. 5.000 Stehplätze)
- Zuschauer: ca. 120 (davon 59 zahlende und ca. 5 Gästefans)
- Unterhaltungswert: 3,5/10 (Schwache Vorstellung des TSV – ein Punkt ist viel zu wenig, aber bei der Einstellung war nicht mehr zu holen)

TSV Leuna 1919 II ................................................. 1
SpVgg Weißenschirmbach/ Vitzenburg 1999 ...... 0
- Datum: Samstag, 2. Mai 2015 – Beginn: 12.50
- Wettbewerb: Kreisliga Saalekreis, Staffel 1 (10. Liga, 5. Amateurliga)
- Ergebnis: 1-0 nach 92 Minuten (45/47); Halbzeitstand: 0-0
- Tore: 1-0 55. Rene Schmidt
- Verwarnungen: Michael Stützer, Carsten Franke (Leuna); Eric Weller, Dominik Elste (Schirmbach)
- Platzverweise: keine
- Spielort: Stadion des Friedens (Kap. 5.000 Stehplätze)
- Zuschauer: ca. 30 (davon ca. 5 Gästefans)
- Unterhaltungswert: 6,5/10 (Nicht unbedingt gutes Spiel, ein viel zu niedriger Sieg – aber Leuna spielte unermüdlich nach vorne und gewann völlig verdient)

SV Germania Gernrode .......................................... 1
SV Blau-Weiß Hausneindorf .................................. 1
- Datum: Freitag, 1. Mai 2015 – Beginn: 14.00
- Wettbewerb: Harzoberliga (9. Liga, 4. Amateurliga)
- Ergebnis: 1-1 nach 92 Minuten (45/47); Halbzeitstand: 0-0
- Tore: 0-1 61. Ramon Jobst, 1-1 75. Tony Steiner
- Verwarnungen: Rick-Paul Bunzel, Dimitri Klimow (Gernrode); 2x Sebastian Henze, Rene Adelberg (Hausneindorf)
- Platzverweise: Sebastian Henze von Hausneindorf (77. wg. wdh. Fouls)
- Spielort: Sportanlage am Hagental (Kap. 700, davon 100 Sitzplätze)
- Zuschauer: ca. 145 (davon 123 zahlende und ca. 45 Gästefans)
- Unterhaltungswert: 5,0/10 (Durchschnitt)

1. FC Weißenfels AH ............................................... 2
TSV Leuna 1919 AH ................................................ 3
- Datum: Donnerstag, 30. April 2015 – Beginn: 18.50
- Wettbewerb: Freundschaftsspiel Alte Herren
- Ergebnis: 2-3 nach 57 Minuten (30/27); Halbzeitstand: 1-0
- Tore: 1-0 7. Nr. 14, 1-1 40. Freddy Kamenica, 1-2 44. Rene Schmidt, 2-2 50. Nr. 6, 2-3 51. Freddy Kamenica
- Verwarnungen: keine
- Platzverweise: keine
- Spielort: Stadtstadion Weißenfels, Nebenplatz (Kap. 1.100 Stehplätze)
- Zuschauer: max. 15 (davon 4 Gästefans)
- Unterhaltungswert: 6,0/10 (Mangelhaftes aber torreiches und spannendes Spiel)  
Photos with English Commentary:
a) Veterans Football: 1.FC Weißenfels v TSV Leuna 1919
b) Amateur Football: Germania Gernrode v BW Hausneindorf
c) Amateur Football: TSV Leuna v Eintracht Lützen, TSV Leuna Reserves v Weißenschirmbach
d) Amateur Football: Wacker Wallhausen v Osterhausen/ Aufbau II
e) Eastern Harz Mountains: Rockformations Teufelsmauer and Gegensteine, Gatersleben Medieval Tower Ruin, Gernrode Church, Selketal Landscape, Anhalt Castle Ruin
f) Südharz/ Goldene Aue: Großleinungen Landscape, Drebsdorf Estate, Kaiser-Otto-Höhenweg Medieval Road, Wallhausen Palace

Das verlängerte erste Maiwochenende nutzte ich um nach Sachsen-Anhalt zu fahren, um mich mit Freunden in Halle und Staßfurt zu treffen und natürlich auch um Fußball, v.a. Spiele des TSV Leuna, zu gucken. Direkt nach der Uni am Donnerstag ging es auf die Piste. Drei Unfälle, sechs Baustellen und zehntausende, zum Teil zum Autofahren zu blöde Leute gab es auf der Strecke, die ich sonst in weniger als fünf Stunden schaffe. Heute waren es sechseinhalb, sodass ich direkt zum Spiel von Leunas Alten Herren in Weißenfels ankam.

Das fing aber nicht gerade pünktlich an. Weißenfels bekam gerade so elf Leute zusammen, da zwei angeschlagen waren, wurde phasenweise in Überzahl gespielt. Weißenfels ging trotzdem mit ihrem technisch guten Kombinationsfußball in Führung. Doch nach der kurzen Halbzeitpause änderten sich die Verhältnisse auf dem Nebenplatz des Stadtstadions: während eine Regenfront aufzog, schloss Freddy Kamenica einen Sturmlauf hervorragend zum 1:1 ab und kurz darauf netzte Rene Schmidt aus 12, 13 Metern zum 1:2 ein. Der Ausgleich per Kopf nutzte Weißenfels dann auch nichts. Leuna, das in der gesamten ersten Halbzeit nicht einen guten Angriff aufs Tor der Gastgeber gebracht hatte, ging durch einen erneuten Treffer von Kamenica 3:2 in Front. Das war zwar nicht gerade das beste Spiel der Alten Herren des TSV das ich je gesehen habe, aber es war ein zufriedenstellender Sieg!  
Zum Maifeiertag ging es in den Harz, wo man natürlich nicht gerade in Einsamkeit unterwegs ist. Straßensperrungen und Baustellen, Sonntagsfahrer, Ausflüglerkolonnen, Wanderer die die falsche Straßenseite benutzen... Sowas hat man natürlich gerne! Das Sightseeingprogramm fiel trotzdem nicht zu kurz aus: die spektakulären Felsformationen aus Vulkangestein namens Teufelsmauer (bei Weddersleben) und Gegensteine (bei Ballenstedt, einem Ort der sonst v.a. durch sein Schloss punktet) wurden ebenso angesteuert, wie die kurios verfallene Warte bei Gatersleben direkt an der Landstraße und die Burgruine Anhalt. Diese spärlichen Mauerreste auf einem dicht bewaldeten Berg bei Mägdesprung sind der Namensgeber des Landes Anhalt. Außer dem Bergfriedstumpf (also der untere Teil von einem Turm) stehen nur noch wenige, niedrige Ziegelmauern.

Gernrode hat auch einiges Architektonisches zu bieten, doch da war ich erst vor zwei Jahren. Also gleich zum Sportplatz. Die Sportanlage Hagental liegt am Fuße eines eindrucksvollen, dicht bewaldeten Berges am Rande des Ortes. Der Wall unterhalb des Berges ist mit einigen Holzbänken bestückt. Hinter dem einen Tor fließt ein Bach entlang, der in den größeren, an der offenen Längsseite des Platzes vorbeifließenden Bach mündet. Hinter dem anderen Tor befinden sich Vereinsheim und Trainingsplatz. Auf der Längsseite mit dem Bach geht man rein. Am Kassenhaus werden wie im Westen für die Kreisoberliga 3€ verlangt. Wenigstens steht das ganz korrekt dran, sonst hätte ich gefragt ob das der Touristenpreis ist. Also 3€ habe ich in Sachsen-Anhalt echt noch nie für diese Liga gezahlt.

Wenigstens haben bis zu 100 Leute bequeme Sitzplätze und man sieht von den meisten Stellen des Platzes auch gut. Nur war das Spiel jetzt nicht so überragend. Der Gast aus Hausneindorf war deutlich weiter hinter dem Gastgeber Gernrode platziert und entsprechend defensiver eingestellt, aber Gernrode zeigte nichts Vernünftiges bis weit in die zweite Hälfte hinein. Nach einer Stunde ging dann sogar Hausneindorf in Führung. Erst nach einem Standard gelang den Gastgebern der Ausgleich. Dabei spielte der Gast nach einer berechtigten gelb-roten Karte fast 15 Minuten in Unterzahl. Ansonsten war das Spiel aber gar nicht so ruppig. In Sachsen-Anhalt geht halt alles disziplinierter ab als in NRW... Aber immerhin konnte der Hausneindorfer Anhang gut pöbeln. Die Mutter neben mir wollte schon ihre Kinder wegschicken, weil sie noch nicht so früh die wichtigen Redewendungen wie „so ein Fuck, Alter“ oder „was pfeifst du für ne Scheiße du Votze“ lernen sollten...  
Samstag ging es zum Heimspieltag des TSV Leuna. Leider gab es kein Jugendspiel, aber die II. und I. Männer reichen ja auch mal. Zuerst trat die Zweite Mannschaft gegen die Spielvereinigung Weißenschirmbach/ Vitzenburg an. Weißenschirmbach in akuter Abstiegsgefahr und entsprechend traten sie auch auf: Leuna II ist zwar auch im hinteren Tabellenbereich, aber schon fast gesichert – und Weißenschirmbach zeigte nach einer einzigen frühen Torchance fast gar nichts mehr. Leuna bestimmte das Spiel, vergab aber bis zur 55. Minute alle ihre Torchancen. Erst ein Freistoß von Rene Schmidt aus etwa 30m ging an allen vorbei ins lange Eck. Der hochverdiente Führungstreffer war Renes zweites Tor im zweiten Spiel innerhalb von drei Tagen. Die letzten 35 Minuten waren ebenfalls von Leuna bestimmt, doch beim Versuch mit einem zweiten Tor alles klar zu machen, handelte sich Leuna zwei gefährliche Konter ein, die ans Torgestänge gingen. Der nach einem Foul angeschlagene Torwart Patrick Lenzen musste dann auch noch gegen Toni Fiebig, der vorher die ganze Zeit im Feld gespielt hatte, ausgetauscht werden. Fiebig zeigte noch eine Parade, ehe der sichere Schiedsrichter die Partie beendete.

Auch die Partie zwischen der Ersten Mannschaft des TSV Leuna und dem fast schon abgestiegenen TSV Lützen war sehr torarm. Nach einem lächerlichen Freistoß an der Mittellinie (der Lützener stützt sich auf und bekommt dafür einen Freistoß geschenkt) landet der Ball nach nur zwei Stationen mit viel Glück für den Gast im Tor. Diese Freistoßentscheidungen sollte aber einer der ganz wenigen Fehler des hallenser Schiris Ußfeller bleiben, der ansonsten immer wieder bei von mir besuchten Spielen verschiedener Mannschaften durch grobe Fehlentscheidungen parteiisch aufs Spielgeschehen eingewirkt hatte. Dass Leuna hier nicht über ein 1:1 – Ronny Schwerdtfeger erzielte in der zweiten Halbzeit gegen die Laufrichtung des Torwarts den verdienten Ausgleich – hinauskam, lag aber keineswegs am Schiri und anderen Einflüssen Dritter; wenn hier etliche Spieler lustlos auftreten, wenig Bewegung ins Spiel bringen, eine harte Gangart scheuen oder einfach offenbar grobe Defizite im Torschuss haben, braucht man sich nicht zu wundern, wenn man nach so einem schwachen Unentschieden wieder auf einem Abstiegsplatz steht. Wenn da nicht immer wieder die tollen Punktgewinne wie letzte Woche beim Tabellenzweiten in Landsberg wären, könnte man die Mannschaft schon längst in Richtung Kreisoberliga verabschieden. Zum einen würde mich ein Erfolg in der kommenden Woche beim Tabellenführer im Affengehege nicht wundern, zum anderen befürchte ich aber, dass es in jedem Falle bis zum letzten Spieltag in Spora zittern heißt...

Auch wenn nur eines der beiden Ergebnisse zufriedenstellend war, war es wieder schön beim TSV Leuna gewesen zu sein!  
Am Sonntag fuhr ich nach einem Spielbesuch im Südharz nach Bonn zurück. Das Kreisligaspiel in Wallhausen/ Helme, zwischen Wacker Wallhausen und der Spielgemeinschaft SpVgg Osterhausen I und Aufbau Eisleben II, lag prima auf dem Weg. Ich fuhr erstmal noch den Höhenzug nördlich von Wallhausen, einen Harz-Ausläufer, ab. In Drebsdorf schaute ich mir das Rittergut mit dem markanten Taubenturm an und fuhr den direkt dahinter auf den Höhenweg führenden Schotterweg hoch. Der ist teilweise sehr steil, sehr ausgewaschen mit tiefen Querrinnen und Schlaglöchern, führt mitunter über Grashänge und ist ohne Allrad und viel Bodenfreiheit eigentlich nicht machbar. Die Landschaft ist aber richtig schön – blühende Obstbäume in sanfter Berglandschaft mit Nadel- und Laubbäumen bewachsen – und das Fahrerlebnis lässt sich auch sehen. Der eigentliche Höhenweg, eine mittelalterliche Wegstrecke von Bennungen nach Sangerhausen, lässt sich wohl auch überall ohne Allrad (nur eben mit vernünftiger Bodenfreiheit) fahren. In Wallhausen selbst schaute ich mir noch das Renaissanceschloss an, das ein paar schöne Wappensteine hat, aber eine recht unschöne Farbgebung.

In Sichtweite des Schlosses befindet sich das sehr schöne Sportzentrum mit topp saniertem Vereinsheim mit Kegelbahn und nicht wirklich sanierter Tribüne am engen Fußballplatz. Die Tribüne ist originell konstruiert: drei Betonplattenreihen, die unterste mit teils sehr morschen Holzbänken mit Kunststoffüberzug, auf der obersten noch vier einzelne Holzbänke und an den Außenbereichen noch je ein Wellblechhäuschen mit einer Sitzbank für nur je drei Personen darunter...

Das Spiel war eng umkämpft und der Gast hatte die größeren Spielanteile. Allerdings kam auch Wallhausen, die schon mehrere Spielzeiten Landesklasse spielten, zu Möglichkeiten. Es ging torlos in die Kabinen, doch nach weniger als einer Stunde Spielzeit grätschte ein Wallhausener Verteidiger eine scharfe Hereingabe von links aus 5m Entfernung ins eigene Tor. Elf Minuten später landete ein Kopfball aus ähnlich kurzer Distanz im selben vom Schützen aus linken Toreck. Danach wurde die Partie noch umkämpfter, Osterhausen schund dreist Zeit und verlor noch einen Mann mit Gelb-Rot – doch Wallhausen kam zu keinem einzigen Treffer, was nicht zuletzt an ihrem sehr guten Gästeschlussmann lag.

Auf dem Rückweg verließ ich die Autobahn 38 um dem Verkehrschaos um Kassel herum zu entgehen bereits in Arenshausen/ Thüringen. Dann ging es über teils völlig leere Landstraßen in nur wenig mehr als vier Stunden via Hessisch-Lichtenau, Frankenberg/ Eder (hab für die nächste Sonntagstour auch einige interessante Orte gefunden) und Bad Laasphe auf die A4 und dann via Much nach Bonn.  
Statistik:
- Grounds: 1.356 (Fr 1 neuer, So 1 neuer; diese Saison: 201 neue)
- Sportveranstaltungen: 2.366 (Do 1, Fr 1, Sa 2, So 1; diese Saison: 254)
- Tageskilometer: 1.360 (Do 580km Auto, Fr 150km Auto, Sa 180km Auto, So 450km Auto)
- Saisonkilometer: 51.970 (37.070 Auto/ 8.200 Flugzeug/ 4.760 öffentliche Verkehrsmittel/ 1.850 Fahrrad/ 20 Schiff, Fähre) - Anzahl der Fußballspiele seit dem letzten 0-0: 61 [letzte Serie: 13, Rekordserie: 178]
- Anzahl der Wochen, seit der letzten Woche ohne eine einzige Sportveranstaltung (31.7.-6.8. 2006): 457

Dienstag, 10. Juni 2014

W410II: Niederlage zum Saisonabschluss, aber dafür Klassenerhalt für Weißenschirmbach

SpVgg Weißenschirmbach/ Vitzenburg 1999 ............. 4
TSV Leuna 1919 II ........................................................ 2
- Datum: Samstag, 7. Juni 2014 – Anstoß: 15.15
- Wettbewerb: Kreisliga Saalekreis, Staffel 1 (10. Liga, 5. Amateurliga)
- Ergebnis: 4-2 nach 81 Min. (46/35) – Halbzeit: 2-1
- Tore: 0-1 14. Tino Fiebig, 1-1 32. Florian Butter, 2-1 45. Sebastian Müller, 3-1 48. Sebastian Müller (Foulelfmeter), 4-1 55. Stefan Henze, 4-2 58. Sebastian Fischer
- Verwarnungen: Dominik Streifer (Weißenschirmbach); Patrick Lenzen (Leuna II)
- Platzverweise: keine
- Spielort: Sportplatz Weißenschirmbach (Kap. 1.000, davon 50 Sitzplätze)
- Zuschauer: ca. 45 (davon 30 zahlende und ca. 4 Gästefans)
- Unterhaltungswert: 5,5/10 (Für die Hitze und bei der Tabellensituation war das v.a. von Weißenschirmbach ein richtig gutes Spiel)  
Photos with English Commentary:
Amateur Football: SpVgg Weißenschirmbach defeat TSV Leuna Reserves (+ Photos of Weißenschirmbach Church, Pretitz War Memorial, and Grockstädt Church)

Das letzte Spiel der II. Mannschaft war in Weißenschirmbach angesetzt. Da die I. wegen des Rückzugs von Beuna kein Spiel mehr hatte, fuhren wir in das kleine Dorf südlich von Querfurt. Das hätten wir aber wahrscheinlich sowieso gemacht, bei der schwachen Saisonbilanz der Ersten Mannschaft. Schwach ist allerdings auch die Bilanz von Weißenschirmbach: je nach ihrem und Steigras Ergebnissen drohte noch der Abstieg, während Leuna II ja ein gutes Abschneiden im vorderen Mittelfeld bieten konnte.

Auf dem Weg zu diesem für den Gastgeber so wichtigen Spiel, nahmen wir mit den Rädern die kurze aber zeitaufwendigere Strecke über Langeneichstädt, Barnstädt und die Schmoner Hänge – die Wege sind eher was für Motocross als fürs Fahrrad… Wir besichtigten noch die sehenswerte kleine Kirche von Grockstädt, um die sich im Dorf sehr aktiv gekümmert wird und fuhren über Spielberg, wo die Pfingstburschen von Haus zu Haus zogen, nach Pretitz. Dort steht ein großes Gefallenendenkmal (1. Weltkrieg) auf einem Bergsporn: der Weg runter nach Weißenschirmbach ist schlimmer als rauf aus dem Ort, denn der Pfad ist nur 20cm schmal und geht die schroffe Hangkante durchs Gestrüpp entlang.  
Leuna II war mit einer seltsam gemischten Truppe – Patrick Lenzen als Feldspieler, Kobscher als einziger Wechselspieler – angereist und lieferte erst einmal ein ganz gutes Spiel ab in der großen Hitze auf dem ziemlich offen liegenden Platz; seit die Pappeln geköpft sind, gibt es leider kaum noch Schatten auf dem Platz und das war bei über 30 Grad nicht sonderlich angenehm…

Leuna ging in Führung, gab das Spiel aber bald nach der Trinkpause aus der Hand. In der Nachspielzeit der ersten Hälfte gelang den Hausherren der wichtige zweite Treffer. Die Führung bauten sie dann gleich nach der Pause aus – ein verwandelter Foulelfmeter und ein sehr guter Heber ins lange Eck und schon war das Spiel entschieden. Leuna gelang nur noch durch Fischer ein zweiter Treffer im Nachschuss. In der Schlussphase musste Kobsch leider noch verletzt vom Platz, was er in der etwas hitzig gewordenen Paarung dann natürlich nicht ohne eine Verabschiedung auf dem Niveau der Schirmbacher tat. Auf diesem Dorf ist man ohnehin nicht so empfindlich bei Beleidigungen: Zuschauer grüßten sich hier auch mit „na, du Stricher“ und „halt die Fresse, Ficker“ – da kann man sich auch mal mit „du Wichser“ auf Wiedersehen sagen…

Der Schiedsrichter leitete trotz großer Hitze auch dieses Spiel sicher, nachdem er schon das Vorspiel gepfiffen hatte. Das 4:2 für die Spielvereinigung Weißenschirmbach/ Vitzenburg war jedenfalls verdient und aufgrund des Sieges von Steigra auch sehr wichtig, denn so spielt das zu Querfurt eingemeindete Dorf auch die kommende Saison weiter Kreisliga.  
Statistik:
- Grounds: 1.124 (heute kein neuer; diese Saison: 153 neue)
- Sportveranstaltungen: 2.069 (heute: 1; diese Saison: 213)
- Tageskilometer: 80 (80km Fahrrad)
- Saisonkilometer: 59.980 (57.910 Auto/ 1.890 Fahrrad/ 160 Schiff, Fähre/ 20 öffentliche Verkehrsmittel/ 0 Flugzeug)
- Anzahl der Fußballspiele seit dem letzten 0-0: 62 [letzte Serie: 10, Rekordserie: 178]
- Anzahl der Wochen, seit der letzten Woche ohne eine einzige Sportveranstaltung (31.7.-6.8. 2006): 410

Sonntag, 10. April 2011

W245II: Weißenschirmbach mit glücklichem Sieg in Schraplau

Schraplauer SV Glück Auf von 1883
0:2
SpVgg 99 Weißenschirmbach/ Vitzenburg
Datum: Samstag, 9. April 2011 – Anstoß: 15.00
Wettbewerb: 1. Kreisklasse Saalekreis, Staffel 1 (11. Liga, 6. Amateurliga)
Ergebnis: 0:2 nach 95 Min. (47/48) – Halbzeit: 0:1
Tore: 0-1 8. (Nr. 10), 0-2 90. (Nr. 10)
Verwarnungen: Nr. 18, Nr. 8 (Schraplau), Nr. 4, Nr. 2 (Weißenschirmbach)
Platzverweise: keine
Spielort: Sportplatz Schraplau (Kap. 1.000 Stehplätze)
Zuschauer: ca. 40 (davon ca. 10 Gästefans)
Unterhaltungswert: 5,0/10 (25:5 Chancen, aber 0:2 Tore – ein spannendes, spielerisch mittelmäßiges Spiel mit glücklicherer Gastmannschaft)
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Photos and English version:

Schraplau ist trotz seiner gerade einmal 1.200 Einwohner eine Stadt. Das hat halt historische Gründe, als Besucher wird man aber den Ort eher als Dorf oder Kaff empfinden. Über enge Straßen von Stedten aus erreicht man den landschaftlich schön gelegenen, aber in vielen Teilen heruntergekommenen Ort. Der Kirchberg ist nur über eine extrem enge Straße erreichbar. Dort sind eine ganz ansehnliche romanische Kirche mit einigen historischen Grabmälern und die Reste einer teilweise überbauten Burganlage zu finden. Das weiter unterhalb gelegene Rathaus mit dem engen Platz mit dem Brunnen davor ist auch ganz ansehnlich.

Die Sportanlage liegt an einer ebenfalls engen Straße unterhalb des Berges. Auf Höhe der Straße befindet sich ein mehrgeschossiges graues Haus, das u.a. die Kabinen beherbergt. Den Graswall hinunter geht es zum Feld. Gegenüber sind Bäume und ein Bachlauf, dahinter geht es wieder einige Meter die Hügellandschaft hinauf. Die Hintertorseiten grenzen an Grundstücke mit Bäumen an. Das unebene Spielfeld ist von einer engen Aschenbahn umgeben, auch ein knappes Kleinfeld befindet sich hinter dem einen Tor.

Kaum 40 Zuschauer fanden sich auf dem Graswall hockend und neben den Spielerbänken oder dem Sportlerheim stehend ein. Auffällig viele der Fans waren aber maximal mein Alter oder jünger. Von wegen nur die Rentner gehen zum Amateurfußball...
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Das Spiel war ein Duell des 4. gegen den 5. Beide trennt nur ein 1 Punkt voneinander, beide haben kaum eine Chance einen der beiden Aufstiegsplätze zu erreichen. Schraplau hatte die letzten beiden Spiele verloren, Weißenschirmbach die letzten sechs gewonnen. Beide Teams machten da weiter, wo sie aufgehört hatten: Weißenschirmbach ging schnell in Führung und war bis zur 20. Minute auch Spiel bestimmend mit gefährlichen Eckstößen und guten Angriffen - doch langsam kam Schraplau ins Spiel, prüfte den kleingewachsenen aber sicheren Gästetorwart und versiebte mehr und mehr Chancen.

Richtig krass wurde es in Hälfte zwei, als nur noch Schraplau das Tor der Weißenschirmbacher angriff. Chance um Chance wurde vertan, das halb leere Tor verfehlt und auch mit Anrempeln des Torwarts kein Erfolg erzielt. Weißenschirmbach setzte mit dem dritten Gegenstoß der in den 45 Minuten über die Mittellinie hinausging, den entscheidenden Schlag: in der 90. erzielte der ausgepumpt wirkende 10er mit einem starken Konterlauf, geschickt an zwei Verteidigern vorbei, per Flachschuss ins Eck das 0:2.

Ein sehr glücklicher Sieg der Weißenschirmbacher, die ich schon spielerisch erheblich besser erlebt habe. Man muss ihnen lassen, dass sie ihre wenigen Chancen sehr gut genutzt haben – aber eine 4:2 Niederlage wäre natürlich gerechter gewesen. Es war ja nicht so, dass Schraplau völlig dilettantisch gespielt hätte: das war auch einfach Pech, wenn der Ball 10cm über das Lattenkreuz ging oder 20cm neben den Pfosten.

Zu diesem Spiel dürfte es auch etwas auf der guten Website der Weißenschirmbacher geben: www.weissenschirmbach.de - Bei Schraplau ist leider nichts zu erwarten: die Seite verlinke ich hier erst gar nicht, da sie die schlechteste ist, die ich kenne. Also liebe Schraplauer, kümmert euch um die Website oder löscht diese unbrauchbare Seite endlich! Ist ja peinlich, so was...
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Statistik:
Grounds: 546 (heute ein neuer Ground; diese Saison: 96 neue)
Sportveranstaltungen: 1.251 (heute eine, diese Saison: 138)
Tageskilometer: 80 (80 Fahrrad)
Saisonkilometer: 36.540 (17.560 Auto/ 10.200 Flugzeug/ 4.820 Bahn, Bus, Tram/ 3.150 Fahrrad/ 810 Schiff, Fähre)
Anzahl der Fußballspiele seit dem letzten 0-0: 15
Anzahl der Wochen, seit der letzten Woche ohne eine einzige Sportveranstaltung (31.7.-6.8. 2006): 245

Montag, 24. Mai 2010

W200I: Erneut überraschender Punktgewinn für TSV II – und: Dreck-am-Stecken-Syndrom bei Buna Schkopau

TSV Leuna 1919 II 2:2 VfL Querfurt
Montag, 24. Mai 2010 – Anstoß 11.00
Kreisoberliga Saalekreis (9. Liga, 4. Amateurliga)
Ergebnis: 2:2 nach 92 Min. (46/46) – Halbzeit 0:2
Tore: 0:1 3. (?), 0:2 35. Martini, 1:2 63. Schmidt (Foulelfmeter), 2:2 87. Pires (Handelfmeter)
Verwarnungen: Pires, Hunold, Grulich (TSV), Otto (VfL)
Platzverweise: keine
Spielort: Stadion des Friedens (Kap. 5.000 Stehplätze)
Zuschauer: ca. 70 (davon ca. 25 Gästefans)
Unterhaltungswert: 6,0/10 (Das Spiel schien entschieden, doch Leuna sorgte mit Kampfgeist für sehr spannende letzte 30 Minuten)

Merseburger SV Buna Schkopau 6:1 SpVgg Weißenschirmbach-Vitzenburg 1999
Montag, 24. Mai 2010 – Anstoß 14.00
1. Kreisklasse Saalekreis, Staffel 1 (11. Liga, 6. Amateurliga)
Ergebnis: 6:1 nach 90 Min. (45/45) – Halbzeit 3:0
Tore: 1:0 8. Nr. 5, 2:0 39. Nr. 11, 3:0 40. Nr. 7, 3:1 64. Nr. 11, 4:1 67. Nr. 9, 5:1 85. Nr. 10, 6:1 87. Nr. 9
Verwarnungen: Nr. 3 (MSV), Nr. 3 (SpVgg)
Platzverweise: keine
Spielort: Stadtstadion, Platz II (Kap. 1.000 Stehplätze)
Zuschauer: ca. 30 (davon ca. 10 Gästefans)
Unterhaltungswert: 4,0/10 (Aufbau... äh: Buna hat guten Fußball gespielt, Weißenschirmbach war chancenlos – große Anerkennung für Auf... ach ja: Buna hab ich aber nicht übrig)
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Photos and English Version:
TSV Leuna II vs Querfurt
MSV Buna vs Weißenschirmbach

Ich weiß nicht, ob die Vollpfosten bei der Wettervorhersage besoffen waren oder ob
es wirklich so schwer ist, das Wetter 12 Stunden im Voraus anzukündigen. Da aber nicht nur die Wettervorhersage derartig schlecht und zudem auch noch am Morgen Regen gefallen war, was die regnerische Vorhersage glaubhaft erscheinen ließ, sondern ich auch noch erkältet war, war es naheliegend, statt in Rötha nur in der direkten Umgebung zu gucken. Und Leunas zweite Mannschaft spielte ja zum Glück ein wichtiges und interessantes Spiel zuhause im Stadion des Friedens.

Heute war der Tabellenführer zu Gast und Leuna somit – wie in Zscherben beim vorletzten Spiel auch – wieder in der Rolle des Underdogs. Querfurt legte auch gleich los und erzielt nach knapp drei Minuten per Kopf das 1:0. Eine halbe Stunde später gelang Querfurt unter gütiger Mithilfe unseres Torwarts das 2:0.

Bis zur 60. hatte Leuna nicht eine richtige Torchance, aber Torwart Melzer massig Zeit, seinen Fehler wieder auszubügeln: die Paraden, die er jetzt zeigte, ließen den groben Aussetzer in der 35. vergessen. Wie gesagt kam so ca. in der 60. die Wende des Spiels, als Querfurt enorm abbaute. Die waren zwar alle mal besser als der Zweitplatzierte Zscherben, aber jetzt gerieten sie ins Straucheln: nach 67. Minuten ein Foul an Hase und Rene Schmidt verwandelt den fälligen Elfmeter ganz sicher zum 1:2 Anschlusstreffer. Leuna war in der Folgezeit aktiver, wenn auch Querfurt immer wieder den ein oder anderen gefährlichen Angriff aufs Gastgebertor brachte. Kurz vor Schluss gab es dann eine ganz brenzlige Situation: einem Querfurter wird im eigenen Strafraum an die Hand geschossen – der Schiri pfeift Elfmeter. Rene Schmidt wurde aber kurz zuvor ausgewechselt. Nun gut: dann musste halt Joao Pires ran, der im Spiel ständig zugestellt war und dadurch kaum in Erscheinung trat, der dann aber auch zeigte, wie ein Elfmeter auszusehen hat. 2:2!

In der 90. Minuten landete der Ball noch einmal im Querfurter Tor, doch der Schiri hatte zuvor ein Foul gesehen. Das war aber möglicherweise eher vom Querfurter, als umgekehrt. Aber egal, denn schon dieser eine Punkt war äußerst respektabel (es verstärkten nur drei Spieler der ersten Mannschaft unsere Zweite) – und 2:2 war der aufgrund des starken Abbaus der Querfurter - aber auch der damit einhergehenden kämpferischen Leistung der Leunaer - verdiente Endstand. Jetzt heißt es für Leuna II mit einem Sieg gegen Löbejün an Teutschenthal vorbeizuziehen, um den Abstiegsplatz – es steigen doch vier Mannschaften ab, weil man die Ligastärke reduzieren will; im letzten Bericht kam nicht rüber, weil ich vor zwei Wochen noch eine veraltete Regelung im Kopf hatte – zu verlassen.

Für Querfurt heißt es, den perversen Spielplan durchzustehen, um nicht doch noch den ersten Platz an Zscherben zu verlieren: 6 Spiele in 12 Tagen durch die Schwachsinnsvorgabe, vor der WM 2010 die Saison zu Ende zu spielen!
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Da es terminlich gut lag, fuhren wir zum Merseburger SV Buna Schkopau, einem Verein, der neben der merseburger und schkopauer Komponente nun auch einen halleschen Teil aufweisen kann. Vor allem durch die hallesche Beteiligung sind sie Tabellenführer – die Gäste aus Weißenschirmbach – die mit ihrem Nachbarort Vitzenburg zusammen spielen –, einem zu Querfurt gehörenden 1.000-Einwohnerdorf, wo ich schon etliche Male mehr oder weniger gute, aber immer interessante Spiele gesehen habe, sind 7. von 14, was für die junge Mannschaft wirklich respektabel ist. Respektabel auch der Punktgewinn in dem erst vor zwei Wochen ausgetragenen Nachholspiel aus der Hinrunde gegen eben jenen MSV Buna: Schirmbach spielte da 1:1.

In diesem Spiel heute hatten sie leider keine Chance: das 1:0 fiel recht früh und ein Doppelschlag kurz vor der Pause entschied das Spiel. Zwar erzielte Weißenschirmbach mit ihrer dritten Chance im Spiel (die 1. in der 30. Minute, die 2. in der 50.) den Ehrentreffer, doch Schkopau schaffte es dann, noch drei weitere Tore durch schönen, guten, druckvollen Offensivfußball zu erzielen, wobei die guten Chancen (allein die Latten- und Pfostentreffer) auch für 10 bis 12 Tore gereicht hätten.

Das Spiel war nicht wirklich interessant, doch interessant sind die Hintergründe zu diesem Spiel bzw. zum Gastgeber. Eigentlich gäbe es die Fußballabteilung von MSV Buna unter normalen Umständen nicht im Spielbetrieb. Der Spielermangel vor der Saison war enorm und im Juni und Juli hörte man überall während der Saisonvorbereitung auf den Fußballplätzen des Kreises von den Insidern: Saline Bad Dürrenberg und Buna Schkopau treten nicht mehr an. Erstere mussten leider wirklich den geregelten Spielbetrieb aufgeben, letztere jedoch erhielten Verstärkung aus der Stadtoberliga Halle. Auf der Website von Buna findet man die Namen von neun ehemaligen Spielern von Aufbau Tasmania, die wegen einer Spielabsprache – die gab es zwar mehrfach in den letzten Spielzeiten in der halleschen Stadtoberliga, aber Aufbau Tasmania stellte sich am blödesten an – erst zwangsrelegiert, dann völlig schwachsinnig vom Landesverband wieder eingegliedert wurden und nach dem entsprechend harten Protest von Stadtverband und gegnerischen Mannschaften aus der Stadtoberliga zurückzogen. Die Selbstreinigung bei Aufbau Tasmania, die jetzt in der Stadtklasse spielen, hat funktioniert. Außerdem gab es ein paar Sperren – und Buna kann sich freuen, die nicht gesperrten Spieler in Hülle und Fülle von Aufbau bekommen zu haben.

Ein besonders fähiger Schwung von Spielern kam nach der Halbserienpause. Seitdem räumt Buna reihenweise die Gegner vom Feld. Man muss ihnen auch wirklich lassen: sie spielen gut und attraktiv – und weil da etwas schief gelaufen ist in der Vergangenheit und vor allem ihr Trainer ein oder mehr Spiele verzockt hat, muss man diese guten Spieler nun wirklich nicht am Fußballspielen hindern. Doch der Beigeschmack der massiven Wettbewerbsverzerrung bleibt dann doch. Wie Red Bull „Leipzig“ mit enormen Finanzmitteln im Halbprofibereich der Oberliga den Wettbewerb erfolgreich verzerrte, so schafft Buna es ohne nennenswerte Geldmittel mit Amateurspielern, die eigentlich nicht in diese 1. Kreisklasse gehören. Für die beiden Roßbacher Zuschauer war es natürlich ärgerlich, da ihre Mannschaft nun zum dritten Mal in Folge knapp am Aufstieg scheitern wird – und dass sie die starke Leistung der Schkopauer/ Merseburger/ Hallenser Spieler ungern und nur zähneknirschend würdigten, kann ich absolut nachvollziehen.

Was bei mir nicht nur Zähneknirschen, sondern eher Zähnefletschen hervorruft, sind Typen wie der MSV Buna-Abteilungsleiter: der spielt sich als Ordner auf und bepöbelt den Schiri – trotz seiner Ordnerbinde (mit der entsprechenden Verantwortung) am Arm – und will mir dann nach 75 Spielminuten weis machen, dass ich eigentlich fürs Fotografieren vorher eine Genehmigung hätte einholen müssen oder eine Pressekarte. Der Schwachsinn kam mir bekannt vor. Woher? Von Aufbau Tasmania, wo man mir dasselbe vorhielt, aber dann nach entsprechendem Konter von mir schnell den Schwanz einzog. Man hatte mich einfach fälschlich für einen Schnüffler vom Platzbesitzer oder auch einen Pressevertreter gehalten. Vor letzteren hatte Aufbau Tasmania Angst, da ihr Betrugsfall – nicht immer so differenziert – durch die Lokalmedien ging. Vor Presse oder ähnlichen Organen scheint man auch bei Buna Angst zu haben. Aber eigentlich weis jeder, den es interessiert, von den Hintergründen bei Buna Schkopau. In der Kreisklasse hat das jeder – von Weißenschirmbach bis Blösien und von Rossbach bis Delitz am Berge – unlängst mitgekriegt, wobei niemand Boykottaktionen oder Attacken in Erwägung zieht, sodass Buna eigentlich gar keinen Grund hat, vor jeder Kamera derartig neurotische Angst zuhaben. Aber derlei Aktionen wie diese Unterredung mit dem Abteilungsleiter, der erfolglos versuchte meinem Vater – einem Juristen – mit erfundenen Paragraphen (würde es den herbeiphantasierten Paragraph geben, dann wäre er ein Widerspruch zum Zivilrecht, was das Fotografieren bei Massenveranstaltung wie jeglicher Art von Sportevents uneingeschränkt [inklusive der nicht-kommerziellen Veröffentlichung] erlaubt) beizukommen, zeugen von dem klassischen und sehr unangenehmen Dreck-am-Stecken-Syndrom. Zu verbergen haben sie sicherlich nichts. Zumindest nichts Ernstzunehmendes. Aber so ganz wohl scheint es Buna nicht zu sein in ihrer Haut. Dieser Umstand macht das von dem Roßbacher Fan vorgezeichnete Szenario noch wahrscheinlicher: „...die neun Aufbau Tasmania Spieler verlassen den Verein MSV Buna Schkopau nach der Saison und gehen zu einem höherklassigen Klub. Mal sehen, wie Buna da noch eine Mannschaft in der Saison 2010/ 2011 melden will.“

Und selbst wenn sie eine melden würden: von 79 in der MSV-Torstatistik verzeichneten Treffern, wurden 52 von Aufbau Tasmania-Spielern erzielt. Ohne nennenswerte Verstärkung – und wo sollte diese herkommen? – dürfte Buna ohne ihre Hallenser in der Kreisliga aufgeschmissen sein. Ich wünsche schon mal viel Spaß bei Niederlagen in Nempitz, Klobikau und Kötzschau! Vielleicht fotografiere ich euch da mal bei einem der Spiele...
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Statistik:
Ground Nr. 428 (kein neuer Ground; diese Saison: 97 neue)
Sportveranstaltungen Nr. 1.007 und 1.008 (diese Saison: 150)
Tageskilometer: 20 (Fahrrad)
Saisonkilometer: 34.230 (21.720 Auto/ 6.000 Flugzeug/ 3.260 Fahrrad/ 3.250 Bus, Bahn, Tram/ weniger als 10 Schiff)
Anzahl der Fußballspiele seit dem letzten 0-0: 2
Anzahl der Wochen, seit der letzten Woche ohne eine einzige Sportveranstaltung (31.7.-6.8. 2006): 200