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Mittwoch, 10. April 2024

W3.0171II: Altona, HEBC und Finkenwerder an einem Samstag

Turn- und Sportverein Finkenwerder von 1893

2 : 5 (2:2)

FC Bingöl 12 (2004)

- Datum: Samstag, 6. April 2024 – Beginn: 12.00
- Wettbewerb: Bezirksliga Hamburg Süd (7. Spielklasse, 3. Amateurliga)
- Ergebnis: 2-5 nach 96 (47/49) Minuten – Halbzeit: 2-2

- Tore: 1-0 7. Rummel, 1-1 22. Celikel, 2-1 32. Schulz (Elfmeter), 2-2 32. Yasar, 2-3 60. Yasar, 2-4 79. Nartey, 2-5 88. Nartey

- Gelbe Karten: mindestens 5 je Team

- Rote Karten: NN von Finkenwerder (60. wg. wdh. Fouls/ Reklamierens), XY von Finkenwerder (80. wg. wdh. Fouls/ Reklamierens)

- Austragungsort: Uhlenhoff-Stadion (Kap. 2.500 Stehplätze)
- Zuschauer: ca. 90 (davon ca. 8 Gäste)
- Spielbewertung: 7,0/10

Altona Fußball-Club von 1893

0 : 2 (0:2)

Eisenbahner Turn- und Sportverein Hamburg

- Datum: Samstag, 6. April 2024 – Beginn: 15.30
- Wettbewerb: Oberliga Hamburg (5. Spielklasse, 1. Amateurliga)
- Ergebnis: 0-2 nach 99 (47/52) Minuten – Halbzeit: 0-2

- Tore: 0-1 12. Kiene, 0-2 26. Düwel

- Gelbe Karten: 3x Altona, 5x ETSV

- Rote Karten: ETSV-Trainer (Gelb-Rot in der 90. Min. wg. wdh. Reklamierens)

- Austragungsort: Adolf-Jäger-Kampfbahn (Kap. 8.000, davon 2.000 Sitzplätze)
- Zuschauer: ca. 2.500 (davon 1.519 zahlende und ca. 30 Gäste)
- Spielbewertung: 5,5/10

Hamburg-Eimsbütteler Ballspiel-Club 1911 II

3 : 1 (1:1)

FC Teutonia Ottensen 1905 II

- Datum: Samstag, 6. April 2024 – Beginn: 18.00
- Wettbewerb: Bezirksliga Hamburg Süd (7. Spielklasse, 3. Amateurliga)
- Ergebnis: 3-1 nach 97 (46/51) Minuten – Halbzeit: 1-1

- Tore: 1-0 22. Gönüllü, 1-1 32. Warneke, 2-1 83. Müller (Elfmeter), 3-1 88. Torani

- Gelbe Karten: 2x HEBC, 3x Ottensen

- Rote Karten: keine

- Austragungsort: Professor-Reinmüller-Platz (Kap. 1.550, davon 50 Sitzplätze)
- Zuschauer: ca. 150 (davon ca. 25 Gäste)
- Spielbewertung: 6,0/10

TuS Finkenwerder 1893 2:5 FC Bingöl 12

Photos with English commentary:

a) Finkenwerder vs. Bingöl

b) Altona 93 vs. ETSV Hamburg

c) HEBC Res. vs. Teut. Ottensen Res.

Das 49-Euro-Ticket wollte noch mal genutzt werden. ÖPNV-technisch natürlich große Scheiße: Braunschweig via Uelzen nach Harburg, dann mit zwei Bussen, die alle verspätet waren, zum Anstoß in Finkenwerder erschienen. Nach dem Mittagessen in Finkenwerder, fuhr der Bus wegen Sperrungen endlos außen herum, Umstieg auf S-Bahn, Umstieg auf U-Bahn, Verspätung, Bus verpasst – gelaufen zu Altona 93 und kurz nach Anstoß erst dagewesen. Auch HEBC II erreichte ich nicht ganz pünktlich. Genau: Der zweite Bus war verspätet... Auf dem Rückweg hatte dann der erste Zug 15 und der zweite 25 Minuten Verspätung. Der Schienenersatzverkehr von Gifhorn holte die Verzögerung aber fast wieder raus, obwohl der Fahrer ständig Probleme beim Gänge einlegen hatte...

Altona 93 0:2 ETSV Hamburg

Spiel 1 also in Finkenwerder. Recht idyllische Sportanlage mit kleiner Stehtribüne, die stark bemoost ist. Die in Hamburg üblichen 4€ für Bezirksliga. Geboten bekam man da aber auch Einiges. Schnelle Führung für den Tabellenletzten und in der ersten Hälfte ein sehr offenes Spiel gegen den FC Bingöl. Die 12 steht nicht für ein Gründungsjahr (seit 2004 gibt es den Verein), sondern für das KFZ-Kennzeichen der Provinz (des Kreises, Türkisch: ilce) Bingöl. Die Kennzeichen sind alphabetisch durchnummeriert und spielen z. B. bei Online-Namen eine eher größere Rolle als in Deutschland diese Kürzel wie MER oder BS.

In der zweiten Hälfte verlor Finkenwerder nach und nach zwei Spieler. Den Sportfreund an der Pfeife habe ich, als ich vor ein paar Wochen schon mal in Hamburg war, bereits gesehen: ein echtes Original! Verteilt immer so 10 bis 20 Karten, selbst in einer fairen Partie...

Am Ende siegte Bingöl, die Tausend Seen, verdient mit 2:5.  

Altona 93 0:2 ETSV Hamburg

Spiel 2 kostete 8€, was aber im Vergleich eher unterm Durchschnitt ist – so traurig solche Preise für nominell Amateurfußball auch sind – und man bekam eine schön gemachte Karte. Der Aufdruck hinten „kein Platz für Nazis“, zeigte die politische Ausrichtung. Altona 93 ist sehr stark von Punks und anderen Linksextremen frequentiert. Linksgrünes Bildungs- bzw. „Bildungs“-Bürgertum mit jungen Familien oder junggebliebenen 68ern ist hier auch zugegen. Wie üblich bei so linken Vereinen, sind weder Ordner noch Hintertorfans in irgendeiner Form unfreundlich zu Groundhoppern. Das muss man wirklich immer wieder hervorheben, wie sich hier linksgerichtete Vereine positiv gegenüber rechtsgerichteten Clubs hervortun. Wer als Groundhopper so blöd ist, seine rechte Gesinnung so zur Schau zu stellen, wie es die linken hier mit ihrer tun, braucht sich auch nicht zu wundern, wenn er nicht so freundlich wie ich als Neutraler behandelt wird...

Altona 93 führt momentan in der Oberliga, nach dieser verdienten 0:2 Niederlage im allenfalls durchschnittlichen Spitzenspiel wird es aber enger.

Die Zuschauerzahl im altehrwürdigen Stadion war sehr gut. Baulich ist das auch sehr interessant. Viele Graffiti, leicht verfallenen Stehränge, ein hoher Graswall, eine überdachte Tribüne mit lehnenlosen Schalensitzen (kostet Aufpreis) – leider sind die Tage der Adolf-Jäger-Kampfbahn gezählt. 2026 sollen hier Wohnungen errichtet werden. Am Diebsteich soll dafür ein recht modern konzipiertes Regionalligastadion errichtet werden. Auch bei der Planung dieses Stadions, bekleckert sich der zuständige Hamburger Politiker Grothe – besser bekannt als „Pimmel-Andy“ – nicht mit Ruhm. Ich sehe auch noch nicht, dass Altona sofort nach dem letzten Spiel in der Adolf-Jäger-Kampfbahn an den fertigen Diebsteich umziehen kann. Verzögerungen, Pfusch, Anwohnerklagen, Kostenexplosionen – so ist das nun mal in Deutschland...

Hamburg-Eimsbütteler BC II 3:1 Teutonia Ottensen II

Auch beim Hamburg-Eimsbütteler BC bekennt man sich zu linken Werten – hier allerdings nur vernünftig zu Anti-Rassismus und nicht so teils linksextremen Kram wie bei Altona 93. Die Sportanlage ist ebenfalls originell, wenn auch ganz modern und viel kleiner: Ein Kunstrasen, der von mehrgeschossigen Wohnblöcken halbringförmig umbaut ist, einige Bäume, ein paar Stehränge, ein paar Sitze – und sowohl die Sitze, als auch alle Verzierungen am Sportlerheim in lila-weiß. Ein sehr gut gelungenes Graffiti ziert die Außenwand des Vereinsheims.

Das Spiel der Reserven von HEBC und Teutonia Ottensen war gar nicht schlecht besucht und kostete nur 3€ Eintritt – so viel zahlt man im benachbarten Niedersachsen gerne mal für 1. Kreisklasse...

Die Partie war auch ganz flott mit Durchhänger nach der Pause. Nach ausgeglichener erster Hälfte (1:1) gelang dem Gastgeber noch ein Sieg durch zwei späte Treffer.

Hamburg-Eimsbütteler BC II 3:1 Teutonia Ottensen II

Statistik:

- Grounds: 3.595 (3 neue; diese Saison: 181 neue)

- Sportveranstaltungen: 5.053 (3; diese Saison: 229)

- Tourkilometer: 410 (400km Bahn und Bus, 10km Rad)

- Saisonkilometer: 96.710 (58.120 Flugzeug/ 31.220 Auto, davon 15.450 Mietwagen/ 5.360 Bus, Bahn, Straßenbahn/ 2.790 Fahrrad/ 180 Schiff, Fähre)

- Anzahl der Fußballspiele seit dem letzten 0-0: 6 [letzte Serie: 19, Rekordserie ohne 0-0: 178]

- Jede Woche mindestens eine Sportveranstaltung seit: Kalenderwoche 2 des Jahres 2021 (04.-10.01.), d.h. seit 171 Wochen in Folge [letzte Serie: 30 Wochen von KW22/2020-51/2020; Rekordserie: 711 Wochen von KW 31/2006 bis KW 11/2020].

Montag, 19. Februar 2024

W3.0164II: Diesmal Handball in Hamburg

TSV Ellerbek (III. Mannschaft)

36 :21 (20:10)

TuS Esingen (II. Mannschaft)

- Datum: Samstag, 17. Februar 2024 – Beginn: 19.00
- Wettbewerb: Landesliga Hamburg (6. Spielklasse im Handball, 3. Amateurliga)
- Ergebnis: 36-21 nach 60 (30/30) Minuten – Halbzeit: 20-10

- Statistiken: siehe Verbandswebsite   

- Austragungsort: Rudolf Harbig Halle Ellerbek (Kap. 450, davon 320 Sitzplätze)
- Zuschauer: ca. 75 (davon ca. 15 Gästefans)
- Spielbewertung: 6,5/10

TSV Ellerbek III 36:21 TuS Esingen II

Photos with English commentary:

Handball in Hamburg: Ellerbek 3 vs. Esingen 2

Mein neues Auto wollte in Heide abgeholt werden. Wie üblich, machte ich in der Woche drauf einen Werkstattcheck in meiner Nähe. Kann ich jedem nur zu raten, der ein Auto gebraucht kauft. Selbst bei einem seriösen Händler. Trotz extreme Geldsummen die beim Autokauf fließen, wird beschissen, gelogen und gepfuscht, was das Zeug hält. Nur eine kleine Minderheit von Autohändlern ist wirklich seriös und anständig – und auch die (bzw. deren Werkstätten, bei denen die diese Checks vorm Verkauf [oft nur angeblich statt tatsächlich] durchführen lassen) verpennen oder übersehen auch mal was Wichtiges.

Seit einigen Jahren wohnt eine ehemalige Kommilitonin aus Georgien in Heide. Freundlicherweise war ich bei ihrer Familie eingeladen. Nach einigen Stunden dort, machte ich mich auf den Rückweg.

Daher schaute ich nur auf dem Weg nach Braunschweig mal kurz in Ellerbek beim Handball rein. Gerade zum Beginn in die altehrwürdige, nach dem Dresdner Leichtathlet Rudolf Harbig benannte, Halle gekommen – schon zog Ellerbek davon. Bei Halbzeit stand es 20:10, am Ende gar 36:21. Esingen II spielte nicht so schlecht, doch der Gastgeber – Ellerbek III – hatte in allen Belangen die Nase vorn.

Besagte Halle ist mit vier Reihen alter Bänke und dahinter sowie daneben einigen Stehplätzen sowie dem leicht in der Mitte nach oben gewölbten Hallendach echt nicht schlecht. Ich frage mich beim Namensgeber aber schon, wann der gecancelt wird. Leichtathletische Spitzenleistung hin oder her, aber der war strammer Nazi! In der verlogenen DDR, waren kritische Nachfragen der sowjetischen „Freunde“ und die Republikflucht von Harbigs Tochter entscheidend, das „Dynamo-Stadion“ in Dresden 1972 so zu benennen, anstelle der zuvor gewählten und später wieder eingeführten Bezeichnung „Rudolf-Harbig-Stadion“. Mehrere andere deutsche Städte (mehr im Osten als im Westen) haben übrigens auch nach Harbig benannte Stadien...

Die I. Mannschaft vom Turn- und Spielverein Ellerbek spielt Oberliga Hamburg/ Schleswig-Holstein. In den 90ern war sie mal 2. Bundesliga. Also schon ganz interessant, so ein Besuch beim TSV Ellerbek!

TSV Ellerbek III 36:21 TuS Esingen II

Statistik:

- Grounds: 3.566 (1 neuer; diese Saison: 153 neue)

- Sportveranstaltungen: 5.020 (1; diese Saison: 199)

- Tourkilometer: 600 (300km Bahn, 300km Auto)

- Saisonkilometer: 85.610 (51.300 Flugzeug/ 30.330 Auto, davon 14.770 Mietwagen/ 2.400 Fahrrad/ 940km Bus, Bahn, Straßenbahn, 180 Schiff, Fähre)

- Anzahl der Fußballspiele seit dem letzten 0-0: 10 [letzte Serie: 17, Rekordserie ohne 0-0: 178]

- Jede Woche mindestens eine Sportveranstaltung seit: Kalenderwoche 2 des Jahres 2021 (04.-10.01.), d.h. seit 163 Wochen in Folge [letzte Serie: 30 Wochen von KW22/2020-51/2020; Rekordserie: 711 Wochen von KW 31/2006 bis KW 11/2020].

Donnerstag, 15. Februar 2024

W3.0163II-III: Hamburger Amateurfußball – vom HSV-Fanverein Falke, dem Stadion Hoheluft, dem Walter-Wächter-Platz der Alsterbrüder und der VII. Mannschaft von St. Pauli mit Bunkerblick...

Hamburger Fußball Club Falke

2 : 1 (0:0)

S. C. Egenbüttel von 1953

- Datum: Samstag, 10. Februar 2024 – Beginn: 12.00
- Wettbewerb: Bezirksliga Hamburg West (7. Spielklasse, 3. Amateurliga)
- Ergebnis: 2-1 nach 94 (45/49) Minuten – Halbzeit: 0-0

- Tore: 1-0 48. Gül, 2-0 68. Meierdiercks, 2-1 81. Gerckens

- Gelbe Karten: Böhm (Egenbüttel)

- Rote Karten: keine

- Austragungsort: Sportanlage Vogt-Kölln-Straße, Platz 2 (Kap. 450 Stehplätze)
- Zuschauer: ca. 120 (davon 102 zahlende und ca. 20 Gästefans)
- Spielbewertung: 5,0/10

SC Victoria Hamburg 1895 II

2 : 8 (2:3)

Hamburger SV III

- Datum: Samstag, 10. Februar 2024 – Beginn: 14.30
- Wettbewerb: Landesliga Hammonia (6. Spielklasse, 2. Amateurliga)
- Ergebnis: 2-8 nach 94 (49/45) Minuten – Halbzeit: 2-3

- Tore: 1-0 17. Dorra, 1-1 30. Fedai, 1-2 35. Fedai, 2-2 37. Koschorreck, 2-3 45. Subay, 2-4 47. Schmalbach, 2-5 54. Jordan, 2-6 59. Herbermann, 2-7 68. Jordan, 2-8 76. Jordan

- Gelbe Karten: 3x Victoria, 1x HSV

- Rote Karten: keine

- Austragungsort: Stadion Hoheluft (Kap. 7.500, davon 1.000 Sitzplätze)
- Zuschauer: ca. 150 (davon ca. 45 Gästefans)
- Spielbewertung: 7,5/10

FC Alsterbrüder 1948 III

2 : 2 (2:0)

TuS Nenndorf

- Datum: Samstag, 10. Februar 2024 – Beginn: 17.00
- Wettbewerb: Testspiel (Kreisliga Hamburg gegen Kreisliga Harburg; jeweils 8. Spielklasse, 4. Amateurliga)
- Ergebnis: 2-2 nach 90 (45/45) Minuten – Halbzeit: 2-0

- Tore: NN

- Gelbe Karten: NN

- Rote Karten: keine

- Austragungsort: Walter-Wächter-Platz (Kap. 600 Stehplätze)
- Zuschauer: ca. 10 (davon wohl keine Gästefans)
- Spielbewertung: 5,0/10

Fußball-Club St. Pauli von 1910 VII

3 : 2 (0:2)

Altonaer Fußball-Club von 1893 III

- Datum: Sonntag, 11. Februar 2024 – Beginn: 15.25
- Wettbewerb: Kreisklasse Hamburg 6 (9. Spielklasse, 5. Amateurliga)
- Ergebnis: 3-2 nach 93 (45/48) Minuten – Halbzeit: 0-2

- Tore: NN

- Gelbe Karten: NN

- Rote Karten: keine

- Austragungsort: Heiligengeistfeld, Siggi-Platz (Kap. 460, davon 60 Sitzplätze)
- Zuschauer: ca. 20 (davon mind. 2 Gästefans)
- Spielbewertung: 7,0/10

HFC Falke 2:1 SC Egenbüttel

Photos with English commentary:

a) HFC Falke vs. Egenbüttel

b) Victoria II vs. HSV III

c) Alsterbrüder III vs. TuS Nenndorf

d) St. Pauli VII vs. Altona III

e) Hamburg: St. Pauli, Stellingen etc.

Dieses Wochenende hatte ich Gelegenheit, ein paar gute Grounds in Hamburg zu machen. War aber nicht ganz freiwillig. Schon gar nicht mit dem Verkehrsmittel...

Die Deppen bei ATU hatten dann im zweiten Anlauf endlich festgestellt, wie schwer der Schaden am Kühler des Hyundai ist (Zylinderkopf). Reparieren lohnte da nicht mehr bei dem Alter und Gesamtzustand. Ich bin daher in Sachen Autokauf im Norden unterwegs gewesen. Seit langem der erste seriös wirkende Mensch, den ich in dieser Branche erlebt habe. Wagen hatte den beschriebenen guten Zustand, Probefahrt war gut und wurde auf Vorschlag vom Händler sogar noch ausgedehnt, eine attraktiv wirkende Garantie gab es gegen überschaubare Gebühr auch. Ich hoffe, dass ich auch abschließend über das Autocenter Heide so gut reden kann, wie dieser erste Eindruck ist!

Der Verkauf des für den Export natürlich noch attraktiven Hyundai – kostet ja in den meisten Ländern keine 5.000€ so einen Schaden zu beheben, wie bei uns, und das bisschen Rost interessiert in vielen Ländern auch keinen – ist nun zu Wochenbeginn mein Hauptprojekt gewesen. Dann Wechsel des versicherten Fahrzeugs beim ADAC und Ab- und Anmeldung beim Amt. Absolut nervig alles...

Victoria Hamburg II 2:8 Hamburger SV III

Nun aber zu den Spielen: Nach drei Stunden Bahnfahrt plus über 30 Minuten Umsteigezeiten, war ich in Hamburg-Stellingen. Ich hatte viel Zeit und latschte da etwas rum. Friedhof, evangelische Kirche, so ein hässlicher hundeverseuchter Park mit kleinen Hügeln, der „Stellinger Schweiz“ genannt wird. Meine Fresse: „Schweiz“? Also wenn ich die Rostocker Schweiz sehe, OK. Oder die Mecklenburger Schweiz. Ganz zu schweigen von der Sächsischen und Fränkischen. Aber Stellinger Schweiz – wie lächerlich!

Der erste Ground der Tour war der hässlichste (wie die meisten Plätze in HH: wenn keine ausbautenlose Asche, dann Kunstrasen mit zwei Stehstufen auf einer Seite), aber die Partie lohnte das Kommen. 4€ Eintritt, schicke Eintrittskarten, da der HFC Falke von HSV-Fans gegründet wurde gab es auch ein bisschen Stimmung, dann nach schwacher und torloser erster Hälfte eine ganz gute zweite Halbzeit mit einem überraschenden Heimsieg (2:1). Da lohnte das Kommen doch noch!

Victoria Hamburg II 2:8 Hamburger SV III

Dann ging es per Bus (zwei fielen aus, der dritte wurde von einem scheinbar besoffenen Fahrer gelenkt – dieser wurde mehrfach von Fahrgästen mit Recht aufgrund der Fahrweise angepöbelt) nach Hoheluft. Das alte Stadion dort hat eine schöne Tribüne mit Holzbalken und Schalensitzen sowie auf drei Seiten unterschiedlich hohe Stehränge. Auf den meisten Plätzen hat man jedoch Sichteinschränkungen. Aus irgendeinem Grund wurde ich nicht kassiert, aber wenn die Kassierer an mir vorbeirennen, ruf ich die nicht zu mir ran...

Die Partie war aber die beste des Wochenendes! Außenseiter Victoria II ging 1:0 in Führung, dann ein HSV-Doppelschlag, sofort darauf der Ausgleich, kurz vor der Pause das 2:3. Nach dem Seitenwechsel der Gastgeber völlig chancenlos und HSV III – Tabellenführer der Landesliga – zimmerte eine Bude nach der nächsten rein. Teils tolle Treffer, immer klasse Spielzüge: 2-8 am Ende! Lustig waren auch die HSV III.-Mannschaft-Supporter, die auch eine kleine Pyroshow abzogen und ein Intro mit Kassenrollen zeigten...

Alsterbrüder III 2:2 TuS Nenndorf

Spiel Nummer 3 war ein Kreisliga-Testspiel auf dem Walter-Wächter-Sportplatz. Der ausbautenlose Kunstrasen ist von hohen Gebäuden umgeben, auf den ersten Blick nichts Besonderes. Informativ ist aber die Tafel zum Namensgeber des Sportfeldes, denn Wächter war ein jüdischer Sportler, der auf dieser Anlage wirkte und in den 30ern erst am Studieren gehindert, dann zum Austritt aus dem von den Nazis übernommenen HSV genötigt und schließlich unter zweifelhaften Umständen ins Zuchthaus gesperrt wurde. Er wurde noch rechtzeitig entlassen, um nach Schweden zu fliehen und so die NS-Zeit zu überleben. Also doch ein historischer Ort, dem man seine Geschichte jedoch nicht ansieht!

Die heutige Partie hatte zwei unterschiedliche Hälften. Erst waren die Alsterbrüder III klar besser und gingen 2:0 in Führung, doch nach dem Seitenwechsel hatten die Gastgeber außer einem Pfostentreffer nichts mehr zu bieten und kassierten gegen die Nenndorfer aus dem angrenzenden Landkreis Harburg noch den Ausgleich.

Schiedsrichter war übrigens Björn Meyer vom SC Sternschanze – erwähnenswert, da er im Rollstuhl sitzt und die Partie dadurch aus einem etwas niedrigeren Blickwinkel und unter erheblichem Armeinsatz leiten muss.

Hamburg

Am Sonntag wie gesagt der Autokauf in Heide.

Dann wieder in den Zug und auf dem Rückweg in Hamburg noch mal ausgestiegen. Von den Landungsbrücken am Bismarck-Denkmal vorbei, Millerntor, im St. Pauli Döner gut gegessen, durch dieses zugeschmierte Drecksviertel zum Millerntorstadion gelaufen und dahinter auf den Siggi-Platz, einen ausbautenlosen Kunstrasen mit einigen Sitzbänken und tollem Blick auf den riesigen Hochbunker, zum Kreisklassekick. Die VII. (ja, siebte Mannschaft!) vom FC St. Pauli spielte gegen die III. von Altona 93.

Was eine Partie von den Zahlen – und was für ein gutes Spiel für diese Klasse auf dem Feld! Altona ging überraschend 0:2 in Führung, doch nach der Pause der Anschluss aus Nahdistanz, der Ausgleich nach zweifelhaftem Elfmeterpfiff und das 3:2 per Kopf für St. Pauli VII.

Auf dem Platz daneben (sieht genauso aus und gleiches Panorama) spielte die III. Frauenmannschaft von St. Pauli. Einzige Auffälligkeit dort im Vergleich zum Siggi-Platz. Es hing noch ein „Boycott Qatar 2022“ rum. Dass denen das über ein Jahr später nicht langsam zu peinlich ist?! Ich meine, die Boycott-Katar-Fraktion ist eh völlig verblödet und misst aus purer Dummheit und Ignoranz mit zweierlei Maß. Aber eigentlich dürfte der rote Rotz aus der linken Ecke, der da bei St. Pauli den Ton angibt, so ein Banner ohnehin nicht aufhängen: oder ist das etwa woke und politisch korrekt, Kritik an einem außereuropäischen WM-Spielort aus so einem kolonialistischen, eurozentristischen Blickwinkel zu tätigen...

Nach Abpfiff in die U-Bahn unterm Platz, am Hauptbahnhof nach Uelzen und dann nach Braunschweig. Erstaunlich: Alle Züge waren pünktlich oder unter 5 Minuten verspätet, alle Anschlüsse klappten, U- und S-Bahnen fuhren auch ordentlich, nur die Busfahrerei war ein zweifelhaftes Vergnügen. Das 49€-Ticket lohnte sich in diesem Sinne schon, aber im Normalfall bin ich gegen Bahnfahren. Es ist einfach zu unzuverlässig, dauernd Asis (in Hamburg ja überall Punker- und Kiffergesindel) und die Bahn bringt mich eben nicht an die Ziele, an die ich will. Dass ich in einer Großstadt mit so gutem Nahverkehr wie Hamburg Sport gucken will, ist viel seltener, als dass ich in irgendeinem Kaff Kreisliga schauen will, wo der nächste Bahnhof 15km weg ist und nur alle 2 Stunden angefahren wird...

St. Pauli VII 3:2 Altona 93 III

Statistik:

- Grounds: 3.565 (Sa 3 neue, So 1 neuer; diese Saison: 152 neue)

- Sportveranstaltungen: 5.018 (Sa 3, So 1; diese Saison: 197)

- Tourkilometer: 630 (Sa 210 km Bus und Bahn, So 410km Bahn und 10km Auto)

- Saisonkilometer: 84.990 (51.300 Flugzeug/ 30.030 Auto, davon 14.770 Mietwagen/ 2.380 Fahrrad/ 640km Bus, Bahn, Straßenbahn, 180 Schiff, Fähre)

- Anzahl der Fußballspiele seit dem letzten 0-0: 10 [letzte Serie: 17, Rekordserie ohne 0-0: 178]

- Jede Woche mindestens eine Sportveranstaltung seit: Kalenderwoche 2 des Jahres 2021 (04.-10.01.), d.h. seit 163 Wochen in Folge [letzte Serie: 30 Wochen von KW22/2020-51/2020; Rekordserie: 711 Wochen von KW 31/2006 bis KW 11/2020].

Montag, 6. November 2023

W3.0149II: Hessen gegen Hamburg in Hameln – ein kurzer Eindruck vom SELECT-Cup

Hessischer Handballverband (männliche Jugend B)

25 : 25 (16:16)

Hamburger Handballverband (männliche Jugend B)

- Datum: Freitag, 3. November 2023 – Beginn: 17.00

- Wettbewerb: sog. SELECT-Cup männliche Jugend B (Pokal der Landesauswahlmannschaften der U17)

- Ergebnis: 25-25 nach 40 Minuten (2x40) – Halbzeit: 16-16

- Statistiken: siehe Verbandsseite 

- Austragungsort: Sporthalle Afferde (Hameln OT Afferde; Kap. 550, davon 450 Sitzplätze)

- Zuschauer: ca. 50 (überwiegend Neutrale)

- Spielbewertung: 7,5/10

Hessen U17 25:25 Hambur g U17

Photos with English commentary (FLICKR):

Under-17 Handball Regional Association Teams Cup

Zum zweiten Mal schon lag eine Sportveranstaltung in Hameln auf dem Rückweg eines Termins. Meine dienstliche Veranstaltung lag heute zeitlich so günstig, dass ich mir noch eine Pause im Ortsteil Afferde leisten konnte. Für Besichtigungen der bekannten Rattenfängerstadt waren aber auch heute wieder weder Zeit noch Licht ausreichend. Ich sah mir von dem Turnier auch nur ein einziges Spiel an. Statt 2x30 wurde wegen der vielen Spiele binnen 3 Tagen nur 2x20 gespielt.

Die Landesauswahlturniere schaue ich mir auch beim Fußball immer gerne an: Kostenlos hochklassiger Jugendsport in oft interessanten Sportanlagen. OK, heute war das in einer 0815-Halle mit sechs Sitzreihen und dahinter einer Stehreihe, aber hochklassig war es ja trotzdem.

Hessen war anfangs besser als Hamburg und führte lange, doch in einer sehr torreichen ersten Hälfte wechselte nach einer Viertelstunde auch mal die Führung und es ging 16:16 in die Pause. Nach dem Seitenwechsel wogte die sehr schnelle und durch wuchtige Würfe geprägte Partie weiter hin und her mit leichten Vorteilen für die Hessen. Am Ende war es der letzte Wurf, ein Siebenmeter in der Schlusssekunde, der Hamburg noch den Ausgleich zum 25:25 bescherte. Die Trefferquote in Hälfte zwei war also merklich geringer, das Spiel aber von der 1. bis zur 40. Minute ununterbrochen gut!

Hessen U17 25:25 Hambur g U17

Statistik:

- Grounds: 3.522 (1; diese Saison: 100 neue)

- Sportveranstaltungen: 4.944 (1; diese Saison: 123)

- Tourkilometer: 150km (150km Auto)

- Saisonkilometer: 14.430 (12.320 Auto, davon 0 Mietwagen/ 0 Flugzeug/ 1.930 Fahrrad/ 0 Bus, Bahn, Straßenbahn / 180 Schiff, Fähre)

- Anzahl der Fußballspiele seit dem letzten 0-0: 152 [letzte Serie: 12, Rekordserie ohne 0-0: 178]

- Jede Woche mindestens eine Sportveranstaltung seit: Kalenderwoche 2 des Jahres 2021 (04.-10.01.), d.h. seit 149 Wochen in Folge [letzte Serie: 30 Wochen von KW22/2020-51/2020; Rekordserie: 711 Wochen von KW 31/2006 bis KW 11/2020].

Donnerstag, 21. September 2023

W3.0143I: Ukrainisch-Portugiesisches Champions-League-Duell in Hamburg

FK Shakhtar Donezk

1 : 3 (1:3)

Futebol Clube do Porto

- Datum: Dienstag, 19. September 2023 – Beginn: 21.00

- Wettbewerb: UEFA Champions League, Gruppe H (Meister der Ukraiynska Premyer Liga; 1. ukrainische Profifußballliga gegen Vizemeister Primeira Liga, sog. Liga Portugal Bwin; 1. portugiesische Profifußballliga)

- Ergebnis: 1-3 nach 97 Minuten (48/49) – Halbzeit: 1-3

- Tore: 0-1 8. Galeno, 1-1 13. Kelsy, 1-2 15. Galeno, 1-3 29. Taremi

- Gelbe Karten: Konoplia, Stepanenko, Sikan (Shakhtar); David Carmo, João Mário (Porto)

- Rote Karten: keine

- Austragungsort: Volksparkstadion (Hamburg; Kap. 57.000, davon 47.000 Sitzplätze – heute 51.000 Sitzplätze)

- Zuschauer: 46.723 (davon ca. 3.000 Porto-Fans, ca. 15.000 Ukrainer, der Rest überwiegend deutsche HSV-Fans)

- Spielbewertung: 7,5/10

Shakhtar Donezk 1:3 FC Porto

Photos with English commentary (FLICKR):

a) Champions League: Shakhtar Donezk vs. FC Porto (in Hamburg/ Germany)

b) Hamburg: Volkspark public garden  

Klingt erst einmal nach einer kuriosen Ansetzung: In der Gruppenphase der Champions League treffen der ukrainische Meister und der portugiesische Vizemeister in Hamburg aufeinander. Im Stadion eines Zweitligisten, der trotz seiner Unfähigkeit aufzusteigen, mehr Zuschauer bei höheren Eintrittspreisen zieht, als viele Erstligisten in vergleichbaren europäischen Ligen... Aber klar: In der Ukraine ist Krieg und Donezk ist auch besonders stark betroffen. Vor dem Krieg waren je etwa 48 % der Bevölkerung Ukrainer (teils Ukrainisch-, teils Russischmuttersprachler) und Russen. Die restlichen 4 % überwiegend russifizierte (d. h. von den russischen Herrschern assimilierte) Tataren, Griechen etc. Die Stadt ist bzw. war ein Zentrum des Kohlebergbaus und der Schwerindustrie. Eine ideale Gemengelage also, um Opfer des russischen Imperialismus zu werden. Der böse Westen provoziert Russland ja immer dazu, sich die Bodenschätze anderer Gebiete mit Gewalt zu holen, vor allem solche Gebiete, in denen ethnische Russen leben... Seit 2014 tut Russland das in Donezk und Umgebung, also der Region Donbass. Damals war in der allgemein russlandfreundlichen Stimmung in Deutschland das noch kein Thema, während in Osteuropa schon Rufe laut wurden, sich Russland gegenüber so zu verhalten, wie es erst seit dem Angriff von 2022 der Fall ist. Beim russischen Bombenterror 2014 wurde auch das Stadion von Shakhtar beschädigt. Seitdem spielen sie in sichereren ukrainischen Städten bzw. in Polen. Fußball in Kriegszeiten ist natürlich problematisch, viele Deutsche z. B. wollen auch nicht kapieren, dass man nicht 24 Stunden und 365 Tage im Jahr im Krieg sein muss, wenn man angegriffen wurde, und gönnen der Ukraine oder z. B. auch Syrien nicht, dass es einen funktionierenden Sportbetrieb gibt. Diesen gab es jedoch in Deutschland auch bis 1944 und dann für ein Jahr nur stärker eingeschränkt, aber selbst Anfang 1945 wurde noch Sport getrieben und veranstaltet. Größtes Problem war stets, dass die Allierten damals bzw. die Russen oder das Assad-Regime heute, zivile Menschenansammlungen zum Verbreiten von Angst und Terror gezielt angegriffen haben. So wurden Spiele entweder nur mittels Mund-zu-Mund-Propaganda am selben Tag angekündigt oder wie heute in der Ukraine ohne Zuschauer ausgetragen und in Stadien, deren wenige dort aufhältigen Sportler und Offizielle schnell in Luftschutzbunker evakuiert werden können. Aber die Ukraine hat sowas ja wenigstens, in Syrien ist das in den vom Regime befreiten Gebieten viel schwieriger und gefährlicher, wenn das Stadion evakuiert werden muss. Hallensportarten sind wegen der Auffälligkeit beleuchteter Sporthallen und deren schwierige Evakuierung noch stärker eingeschränkt, als Freiluftsportarten. Wegen Ressourcenknappheit, sind aber Motorsportarten in einer Konfliktsituation stets am schlechtesten dran.

Da mir der Hamburger Volkspark noch fehlte und ich die Partie auch interessant fand, wartete ich ab, ehe endlich Einzeltickets verkauft wurden. Aus Gier werden ja dauernd Dreierpacks oder ähnliches angeboten. Die angegebenen 46.723 Zuschauer halte ich für zu hoch gegriffen. 43.000 oder 44.000 maximal. Gegen Antwerpen wird die Bude halb leer sein, aber wieder an die 50.000 Zuschauer gemeldet sein. Die werden, aufgrund der Idioten, die nach Auslosung des FC Barcelona als Gruppengegner, gleich mal so ein Abo abgegriffen haben, nur gegen Barca ihren Weg in den Volkspark finden. Das Stadion ist aber eines der besseren modernen mit schöner Dachkonstruktion und angenehmen blauen Sitzfarben. Drei Ränge, wenig ansprechende Außenform, direkt am namensgebenden Volkspark gelegen. Das ist eine der wenigen halbwegs attraktiven Ecken dieser hässlichen und überschätzten Großstadt. Geparkt haben wir gegenüber von einem dieser vielen hässlichen Hamburger Hartplätze. Mit 38€ sind die Champions League Karten noch im Rahmen gewesen; aber HSV ist maßlos teuer für zweitklassigen Profifußball und unbewachtes Parken am Stadion. Na gut, die Fischbrötchen für 5€ waren noch halbwegs akzeptabel...

Das Publikum war der Partie entsprechend zu mindestens einem Drittel ukrainischer Herkunft. Das werden überwiegend Kriegsflüchtlinge, sogenannte Flüchtlinge und Migranten aus der Ukraine, welche sich in Norddeutschland niedergelassen haben, sein. Die Hamburger Fans schienen überwiegend Donezk zu unterstützen. Aber auch sicher 3.000 Portugiesen, darunter auch viele in Deutschland ansässige, unterstützten den FC Porto. Die Frage werden sich einige sicher gestellt haben, deswegen habe ich das mal recherchiert: Anders als man vielleicht zusammenfantasieren könnte, hat Shakhtar keine pro-russische Fan-Base. Der Verein ist seit Jahren entwurzelt aus der überwiegend russifizierten Region des Donbas und weder Fans noch Vereinsführung sind sonderlich begeistert vom Umstand, dass die Russen deren Stadion zerschossen haben. Die russischen Besatzer, Terroristen und Separatisten sind ja lediglich bei einem Teil der ostukrainischen, russischsprachigen Bevölkerung als Befreier von den ukrainischen Nazis angesehen. Ich entschuldige mich bei den politisch nicht interessierten Lesern meines Blogs für die langen politischen Ausführungen, bestehe aber darauf, dass diese hierher gehören, da dieses ganze Spiel ein Politikum ist. Außerdem finde ich, dass man sich auch als unpolitischer Mensch mal die Absurdität der Situation in der Ukraine vor Augen führen kann: Da kämpfen russische Nazis gegen ukrainische Nazis, die alle die gleichen Hackfressen haben, die auch noch so ähnliche Sprachen sprechen, dass sie sich gegenseitig weitestgehend verstehen können, weil unter dem Vorwand der Entnazifizierung und Rettung der vermeintlich malträtierten russischen Minderheit, die russischen Nazis sich die Bodenschätze, Arbeitskräfte und Ländereien, welche sie mal zeitweilig ausgebeutet haben, wieder unter den Nagel reißen wollen. Da fragt man sich doch, ob die Ukraine nicht in den 90ern besser wirklich das gemacht hätte, was ihnen die Russen seit ein paar Jahren im Donbass so haltlos vorwerfen: einen Völkermord. Wäre ja auch nur Gleiches mit Gleichem vergelten, so wie die Russen sich überall aufführen, mit den Genoziden und Deportationen der letzten fast 200 Jahre...

Noch so ein Politikum: Vor Spielbeginn gab es eine Schweigeminute für die Opfer der Katastrophen in Nordafrika am zweiten Septemberwochenende. Das waren einmal das Erdbeben in Marokko, wo es im Hohen Atlas etwa 3.000 Tote gab und außerdem die Flutkatastrophe/ das Starkregenereignis/ der Dammbruch im Osten Libyens, wo 11.000 oder mehr Menschen umgekommen sind. Menschen, die den meisten Deutschen, Portugiesen und Osteuropäern jetzt nicht so nahe stehen, wie Ukrainer – also gab es schon mal einige Störungsrufe bei der Schweigeminute. Beim Länderspiel Deutschland gegen Frankreich in Dortmund war das ebenso deutlich im TV zu hören und tags darauf beim FC Bayern hat sowas auch zu Streitigkeiten geführt. Mir steht ja v. a. Marokko persönlich viel näher – meine Freunde da waren aber nicht betroffen, da sie viel weiter nördlich wohnen, da spürte man nur ein leichtes Wändewackeln. Hauptproblem bei dem Beben in Marokko: Alte, verfallene Bausubstanz und dahingepfuschte neue Bausubstanz, die gegen die an sich auf dem Papier intelligenten Bauvorschriften verstößt. Also Korruption und anderes menschliches Versagen, was zu unnötigen und v.a. unnötig vielen Toten führte.

Noch schlimmer in Libyen: Die verlogene deutsche Presse hat das weitestgehend verschwiegen, da das deutsche Staatsfernsehen und die regierungshörigen Zeitungen z. B. ohnehin die Diktatoren im arabischen Raum nicht so negativ betrachten. Da gibt es zum einen die grüne Wahnvorstellung, wir Menschen würden eine Einfluss aufs Klima haben und es sei unsere Schuld im sogenannten „Globalen Norden“, dass im sogenannten „Globalen Süden“ (hieß früher Entwicklungsländer oder Dritte Welt) eine „nie dagewesene Springflut“ wahnsinnigen Schaden in Libyen angerichtet hat. Wenn man halbwegs gebildet ist und sich vielleicht sogar – wie ich – in der Region auskennt oder einfach mal nur Al Jazeera (English) liest, erkennt man aber schnell, was in ARD, ZEIT und der ganzen anderen Lückenpresse für eine toxische Mischung an Klimahysterie und Gaddafi-Nostalgie herrscht. Die Infos zu den beiden gebrochenen Staudämmen oberhalb von Derna, welche für fast alle Toten verantwortlich sind, muss man sich von besseren, neutraleren Nachrichtenseiten wie eben Al Jazeera English holen: In den 70ern von den Jugos gebaut, seit 1998 Schäden bekannt, sollten in den 2000ern längst vom Gaddafi-Regime repariert werden – doch die Gelder des keinesfalls armen, sondern nur von den korrupten Sozialisten falsch gemanagedten Libyen, wurden abgezweigt, da Derna im Osten schon lange überwiegend Anti-Gaddafi war und daher bei der Staatsführung im Westen des Landes unbeliebt – und nach dem Sturz von Gaddafi hat sich niemand mehr gescheit darum gekümmert. Mit dem bei ARD genannten Bürgerkrieg hat das auch nur in so weit zu tun, dass die Russen-Marionetten von General Haftar im Osten Libyens einfach die letzten Idioten sind, dass trotz erneuter ingenieurtechnischer Studien vor zwei Jahren, nichts an den baufälligen Staudämmen gemacht wurde, die eigentlich auch auf solche Regenmengen ausgelegt sind. Auch hier wieder eine schädliche ausländische, auch gerade russische Einmischung festzustellen, die ungern im Westen so genannt wird. Lieber wird die Klimaagenda gefahren.

Ein Spiel gab es ja auch noch, wie gesagt. Die Partie begann furios mit voller Offensive auf beiden Seiten. Der italienische Schiri verteilte früh Karten, die Partie sollte aber sehr fair sein. Einmal spielte ein Portugiese sogar den Ball ins aus, obwohl er frei vorm Tor war – denn ein Gegenspieler hatte sich verletzt. Porto ging früh 0:1 in Führung, Donetzk glich per Kopf aus, kassierte aber nach grobem Abwehrfehler keine zwei Minuten später das 1:2. Nach einer knappen halben Stunde netzte noch ein iranischer Nationalspieler für den FC Porto zum 1:3 ein. Die bis zum Ende hin gute Partie sah leider keine weiteren Treffer mehr. Zu Beginn der zweiten Hälfte hatte Shakhtar seine beste Phase, aber man merkte, dass der portugiesische Vizemeister dem ukrainischen Rekordmeister qualitativ doch deutlich überlegen war.

Der Spielbesuch hat sich aber auf jeden Fall gelohnt. Ein richtig faires Miteinander wie gesagt – und ein wirklich gutes Spiel.

Ankunft in Braunschweig: kurz vor 2 Uhr...

Shakhtar Donezk 1:3 FC Porto

Statistik:

- Grounds: 3.489 (1; diese Saison: 66 neue)

- Sportveranstaltungen: 4.908 (1; diese Saison: 87)

- Tourkilometer: 360km (360km Auto)

- Saisonkilometer: 8.250 (6.650 Auto, davon 0 Mietwagen/ 0 Flugzeug/ 1.420 Fahrrad/ 0 Bus, Bahn, Straßenbahn / 180 Schiff, Fähre)

- Anzahl der Fußballspiele seit dem letzten 0-0: 120 [letzte Serie: 12, Rekordserie ohne 0-0: 178]

- Jede Woche mindestens eine Sportveranstaltung seit: Kalenderwoche 2 des Jahres 2021 (04.-10.01.), d.h. seit 143 Wochen in Folge [letzte Serie: 30 Wochen von KW22/2020-51/2020; Rekordserie: 711 Wochen von KW 31/2006 bis KW 11/2020].