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Sonntag, 5. Juni 2011

W253IV: Saisonabschluss in Gimritz

SV 90 Gimritz 2:2 VSG Oppin
Datum: Sonntag, 5. Juni 2011 – Anstoß: 14.00
Wettbewerb: 1. Kreisklasse Saalekreis, Staffel 2 (11. Liga, 6. Amateurliga)
Ergebnis: 2:2 nach 90 Min. (45/45) – Halbzeit: 0:1
Tore: 0-1 29. (11), 0-2 53. (17), 1-2 66. (7), 2-2 73. (8)
Verwarnungen: 1x Gimritz, 1x Oppin
Platzverweise: keine
Spielort: Sportplatz Gimritz (Kap. 1.500, davon 50 Sitzplätze)
Zuschauer: ca. 40 (davon ca. 5 Gästefans)
Unterhaltungswert: 4,0/10 (Beide Mannschaften waren gedanklich wie spielerisch schon in der Sommerpause)
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Photos and English version:

Aufstiegsschaulaufen auf dem schönsten Platz der Liga und des Landkreises: Gimritz als 2. mit 53 Punkten hinter Nauendorf (65 Punkte) und klar vor Bennstedt II (42) ist bereits seit ein paar Wochen aufgestiegen. Oppin ist mit 39 Zählern Fünfter. Letzte Saison war der Aufstieg in die Kreisliga Staffel 2 unübersichtlich (Nauendorf nahm sein Aufstiegsrecht wohl nicht war), aber diesmal sollte es dem sportlichen Niveau entsprechend verlaufen – die beiden besten Teams; Nauendorf und Gimritz, steigen auf.

Heute war Gimritz – den ausgesprochen sehenswerten Platz hatte ich ja schon einmal ausführlich beschrieben, Zuschauer waren nur knapp 40 und weitestgehend von der ruhigen Sorte da, deswegen nur zum Spiel – leider nicht so gut drauf. Obwohl Oppin in Unterzahl antreten musste, gingen die Gäste nach einer knappen halben Stunde mit einem schönen Weitschuss in Führung. Der Torwart konnte zwar nichts für den Gegentreffer, aber dass er vorher unter Feldspielern ausgelost wurde, auch diverse andere Positionen getauscht wurden und manche Spieler noch von der Vereins- bzw. Aufstiegsfeier nicht ganz ausgenüchtert waren, wirft einen Schatten auf den sportlichen Wert dieser Partie. Es ging ja auch um nichts mehr.

In der zweiten Hälfte legte Oppin nach, ehe Gimritz sich mal endlich bequemte, richtig zu spielen. Chancen hatten sie auch für einen 5:2-Sieg, aber außer den beiden Treffern zum Ausgleich war dann nichts mehr drin. Beide Mannschaften waren halt schon gedanklich wie spielerisch in der Sommerpause...
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Statistik:
Grounds: 574 (heute kein neuer Ground; diese Saison: 124 neue)
Sportveranstaltungen: 1.291 (heute eine, diese Saison: 178)
Tageskilometer: 70 (40 Fahrrad 30 Bahn)
Saisonkilometer: 41.570 (20.430 Auto/ 10.200 Flugzeug/ 5.600 Bahn, Bus, Tram/ 4.530 Fahrrad/ 810 Schiff, Fähre)
Anzahl der Fußballspiele seit dem letzten 0-0: 31
Anzahl der Wochen, seit der letzten Woche ohne eine einzige Sportveranstaltung (31.7.-6.8. 2006): 253

Montag, 11. April 2011

W245III: 19 Tore in 2 Spielen für 1€ Eintritt – in der Regionalliga zahlt man 100€ um 10 Spiele mit 19 Toren zu sehen...

SV 90 Gimritz II 6:4 FSV Nauendorf 1896 II
Datum: Sonntag, 10. April 2011 – Anstoß: 12.00
Wettbewerb: 3. Kreisklasse Saalekreis, Staffel 2 (13. Liga, 8. Amateurliga = unterste Spielklasse)
Ergebnis: 6:4 nach 91 Min. (46/45) – Halbzeit: 1:1
Tore: 1-0 32. Eigentor FSV, 1-1 45. FSV, 2-1 51. SV 90, 3-1 61. SV 90, 4-1 63. SV 90, 5-1 68. SV 90, 5-2 71. FSV, 5-3 78. FSV, 6-3 83. SV 90, 6-4 84. FSV
Verwarnungen: keine, Platzverweise: keine
Spielort: Sportplatz Gimritz (Kap. 1.500, davon 50 Sitzplätze)
Zuschauer: ca. 35 (davon ca. 6 Gästefans)
Unterhaltungswert: 8,0/10 (Hervorragendes Spiel mit krasser Offensivleistung die jeden der krassen technischen Fehler vergessen lässt)

SV Lettewitz 2:7 SV Eintracht 90 Teutschenthal
Datum: Sonntag, 10. April 2011 – Anstoß: 14.00
Wettbewerb: 2. Kreisklasse Saalekreis, Staffel 2 (12. Liga, 7. Amateurliga)
Ergebnis: 2:7 nach 91 Min. (45/46) – Halbzeit: 0:5
Tore: 0-1 16. SVE, 0-2 18. SVE, 0-3 22. SVE, 0-4 28. SVE, 0-5 34. SVE, 0-6 55. SVE, 1-6 65. SVL, 2-6 73. SVL, 2-7 78. Foulelfmeter SVE
Verwarnungen: 2x Lettewitz
Platzverweise: keine
Spielort: Sportplatz Lettewitz (Kap. 1.000, davon 50 Sitzplätze)
Zuschauer: ca. 45 (davon ca. 8 Gästefans)
Unterhaltungswert: 6,5/10 (Lettewitz erschreckend schwach und überfordert, Teutschenthal erstaunlich rationale und starke Angriffe)
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Photos and English version:

Wir nahmen die Strecke über Ammendorf, Gimritzer Damm und Dölau um zur Fähre nach Brachwitz zu gelangen. In Brachwitz mussten noch ein paar Fotos vom Fußballplatz von Hertha Brachwitz sein. Der ganz nett an der Saale gelegene Sportplatz Brachwitz ist laut Schild für „Ortsfremde“ nur mit „Genehmigung“ zu nutzen, was einen bei dem Fakt, dass es seit Jahrzehnten keinen Spielbetrieb mehr dort gibt, am Verstand der verantwortlichen Brachwitzer zweifeln lässt. Ob das die übliche dörfliche Fremdenfeindlichkeit oder eher schon Gehirnaustrocknung ist, solche Schilder aufzustellen, war mir nicht ganz klar.

Auf den zum Spielbetrieb und privater Nutzungen freigegebenen Plätzen der Orte Gimritz und Lettewitz stehen nicht solche Schilder. Die Orte selbst sind allerdings noch trostloser als Brachwitz. Besonders Gimritz ist stark verfallen und als einziges Bauwerk eine Kirche hoch über dem Ort eine Erwähnung Wert. Die Kirche von Lettewitz ist auch kein besonders herausragender Bau, aber erheblich älter. Das Kriegermahnmal und die umliegenden Gehöfte sehen gar nicht so schlecht aus.

Erstmal waren wir aber auf der Sportanlage von Gimritz zugegen, die die schönste da landschaftlich spektakulärste des ganzen Landkreises ist. Dort spielt der SV 90 Gimritz – ehemals SG Gimritz und BSG Traktor Gimritz – auf dem von Drainagereparaturarbeiten mitgenommen aussehenden Rasen, der zwischen einem Bachlauf, Bäumen, Feldern und hohen Felsen und Hügeln einfach fantastisch liegt. Auf den Porphyrfelsen wurde das Vereinsheim gesetzt, dessen Terrasse auch als Tribüne dienen kann. Etwas unterhalb befinden sich Holzbänke neben der Treppe zum Platz. Hinter den Wechselbänken fließ der Bach, aus dem heute 11x Bälle geholt werden mussten, und weideten Pferde.
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Während die erste Mannschaft von Gimritz um den Aufstieg in die Kreisliga kämpft, ist die Reserve nur auf dem vorletzten Rang der 3. Kreisklasse zu finden – dahinter ist nur Hohenthurm II mit 4 Punkten weniger zu finden – und der heutige Gegner als 4. favorisiert, auch wenn Nauendorf II kaum noch etwas mit dem Aufstieg zu tun haben dürfte.

Es entwickelte sich ein völlig einseitiges Spiel – einseitig allerdings zugunsten der Heimelf. Die Gimritzer drängten unablässig in einem wirklich guten Spiel mit einer selbstverständlich hohen Fehlerquote aufs Nauendorfer Tor. Allerdings dauerte es über eine halbe Stunde ehe die Hausherren endlich in Führung gingen: nach einer Hereingabe von der Grundlinie war es aber ein Nauendorfer der die Führung für Gimritz erzielte. Völlig unverdient erzielte Nauendorf mit ihrem dritten Angriff in den ganzen ersten 45 Minuten den Ausgleich noch vor dem Halbzeitpfiff.

Nach der Pause bequemte sich die Gastmannschaft auch etwas fürs Spiel zu tun. Das Spiel wurde immer besser und Gimritz steigerte sich mehr und mehr. Nun machten die Gastgeber richtig was aus ihren Chancen und spielten die Tore zum 2:1, 3:1, 4:1 und 5:1 innerhalb von nur etwas mehr als 15 Minuten heraus. Nauendorf kam mit zwei schön vollendeten Angriffen gefährlich nah heran, doch auf das 5:3 folgte das 6:3. Noch ein weiteres Tor für Nauendorf kam zu spät. Dieses wirklich sehenswerte und unterhaltsame Spiel auf dieser beeindruckenden Sportanlage endete also mit dem kuriosen Resultat von 6:4 für Gimritz II. Klingt zwar albern, ist aber wirklich so gewesen: eigentlich war das Ergebnis noch viel zu niedrig. Gimritz’ Chancenverwertung war etwa bei 20% und Nauendorfs bei 50%. Das schon oft zitierte „gerechtere Ergebnis“ hätte also entweder 6:2 oder 12:4 lauten sollen... Aber nach diesem schönen Spiel können die Spieler und Anhänger des SV Gimritz auch mit diesem Ergebnis völlig zufrieden sein.
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Wir fuhren zügig nach Lettewitz weiter, wo der Sportplatz wirklich öde liegt. Hinter einem Tor ein paar primitive Häuser mit asphaltierter Zuwegung, hinter dem anderen ein Sportlerheim und eine mit mickrigen Bäumen flankierte Landstraße, die Längsseiten mit niedrigen Maschendrahtzäunen zum Dorf mit seiner weitestgehend unattraktiven Bebauung bzw. kahlen Feldern versehen. Der Platz hat Gefälle und ist uneben, die Pappeln sind leider schon lange abgeholzt, wie das z.B. auch im nahegelegenen Neutz der Fall ist. Aber es können ja nicht alle Plätze so genial angelegt sein, wie in Gimritz...

In der 2. Kreisklasse ist der Aufstieg zugunsten von Zscherben II und SV Sietzsch entschieden, doch der Abstiegskampf ist wirklich spannend. Derzeit müsste Gastgeber Lettewitz in die unterste Spielklasse absteigen, doch Gutenberg ist mit einem Spiel weniger punktgleich auf dem ersten Nicht-Abstiegsplatz, Ostrau II mit einem Spiel mehr nur einen Punkt davor und auch Teicha II und Eintracht Teutschenthal mit 4 Punkten Entfernung sowie Dornstedt mit 5 mehr noch in Reichweite. Ein Spiel zwischen Eintracht Teutschenthal und SV Lettewitz hatte ich letzte Saison einmal gesehen: da war Lettewitz besser platziert und verlor eher überraschend in einem hervorragenden und harten Spiel 3:1.
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Da ich Eintracht Teutschenthal auch in einem Spiel in Dornstedt zu Beginn dieser Saison als viel pöbelnde und enorm häufig foulende Truppe erlebt hatte, hatte ich schon spekuliert: entweder kommt der Schochwitzer Kartenschoner als Schiri und es wird ein an Regelübertretungen reicher Kick – oder ein kleinlicher Heini kommt und schmeißt mit Karten nur so um sich... Diesmal rissen sich aber beide Seiten zusammen: Pöbeln wie Foulen fand in einem sehr vernünftigen Rahmen statt. Je eine verletzungsbedingte Auswechslung pro Team war ausschließlich Pech, Umknicken usw. – Fouls waren da nicht im Spiel.

Lettewitz wurde aber leider spielerisch dem Tabellenplatz gerecht: die völlig überforderten Gastgeber hebelte Eintracht Teutschenthal mit sauberen, einfach herausgespielten und durch starke Schüsse aus recht kurzer Distanz ins Eck gekrönte Angriffe, vier Mal in 12 Minuten aus. Das 0:5 war ein Abstauber nachdem der angeschlagene Torwart beim Abstoß in den Boden trat, den Ball nur 10m weiter zum nächsten Gegenspieler brachte und danach verletzt raus musste.

Nach der Pause erhöhte die Eintracht auf 0:6. Danach kam Lettewitz sogar etwas ins Spiel und erzielte zwei ganz schöne Treffer. Nun pöbelten die Fans der Gäste mehr als die Spieler. Die Foulquote stieg auch etwas. Ein Lettewitzer brachte aber auch das entscheidende Foul zum neunten und letzten Treffer der Partie: ein Elfmeter wurde von Teutschenthal sicher verwandelt. Auch in der Höhe ging der Sieg in Ordnung, wobei es nur sehr wenige Highlights außer den Toren gab. Lettewitz ist mit dieser Leistung leider nicht einmal für die 2. Kreisklasse tauglich. Teutschenthal könnte mit der Spielweise weiter oben stehen – die Angriffe waren wirklich stark und souverän ausgeführt!
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Statistik:
Grounds: 548 (heute zwei neue Grounds; diese Saison: 98 neue)
Sportveranstaltungen: 1.253 (heute zwei, diese Saison: 140)
Tageskilometer: 80 (80 Fahrrad)
Saisonkilometer: 36.620 (17.560 Auto/ 10.200 Flugzeug/ 4.820 Bahn, Bus, Tram/ 3.230 Fahrrad/ 810 Schiff, Fähre)
Anzahl der Fußballspiele seit dem letzten 0-0: 17
Anzahl der Wochen, seit der letzten Woche ohne eine einzige Sportveranstaltung (31.7.-6.8. 2006): 245

Montag, 25. Oktober 2010

W221II: Zweimal Ärger über die beiden Gastmannschaften, aber von einem misslungenen Tag kann keine Rede sein

SV 90 Gimritz [3:0] LSG Lieskau 1920 II
Lieskau II nicht angetreten (kein Grund angegeben)
Wertung von 3:0 für Gimritz (Bestätigung ausstehend)

LSG 67 Ostrau II 2:3 1. SV Sennewitz II
Datum: Sonntag 24. Oktober 2010 – Anstoß 15.00
Liga: 2. Kreisklasse Saalekreis, Staffel 2 (12. Liga, 7. Amateurliga)
Ergebnis: 2:3 nach 94 (46/ 48) Min. – Halbzeit: 2:2
Tore: 0:1 5. Nr. ?, 1:1 25. Nr. 11, 1:2 38. Nr. 2, 2:2 40. Nr. 10, 2:3 86. Nr. 2?
Verwarnungen: 1x LSG, 2x 1.SV
Platzverweise: keine
Sportanlage: Sportplatz Ostrau, Platz I (Kap. 1.000, davon 50 Sitzplätze)
Zuschauer: ca. 45 (davon ca. 5 Gästefans)
Unterhaltungswert: 4,5/10 (Ordentliches Spiel mit Durchhänger in Hälfte zwei und unverdientem Sieger)
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Photos and English version:
Reserves:
LSG Ostrau vs. SV Sennewitz (+ Ostrau Castle)

Nachdem ich mich von meiner Freundin und ihrer Familie in Staßfurt verabschiedet hatte, fuhr ich per Zug über Sandersleben nach Könnern. Gegen den extremen Südwestwind – teilweise kam der von der Seite, aber solche Böen sind auch von der Seite nicht feierlich: wenn, dann bitte in den Rücken... – ging es weiter mit dem Rad nach Gimritz. Der Fußballplatz ist einfach herrlich! Ähnlich schön wie der in Střekov in Tschechien (siehe entsprechenden Bericht in der Berichtsammlung „Groundhopping Tschechische Republik/ Polen“). Dort traf ich mich auch mit meinem aus Merseburg gekommenen Vater. Leider standen sich die Gimritzer auf der hoch über dem Platz auf dem Hang thronenden Terrasse des Sportlerheims die Beine in den Bauch: die Reserve von LSG Lieskau kam einfach nicht. Was ist das eigentlich für ein Verein? Eine gute Landesklassemannschaft, viele akzeptabel spielende Jugendteams und so eine Reserve?! Das käme bei Leuna nie in die Tüte, dass unsere Zweite irgendwo unentschuldigt nicht antritt. Aber Lieskau hat ja nicht einmal angerufen. Kurzfristige Absagen (d.h. weniger als 24 Stunden vorher) sind so wie so scheiße, aber nicht mal bis zum geplanten Anstoßzeitpunkt Bescheid zu geben – noch nach 14 Uhr lungerte auch der Schiri, nicht wissend, ob noch ein Gegner kommt, herum – ist ja richtiggehend asozial!

Wir verschoben den Besuch in Gimritz, den ich nach bloßem Angucken des Platzes wärmstens empfehlen kann, auf einen Zeitpunkt in März, April oder Mai und fuhren nach Ostrau weiter. Zum Glück spielte die LSG erst 15 Uhr. Deren Platz ist zwar nicht halb so schön – eigentlich sind es zwei so gut wie identische Plätze mit recht dichtem Baumbestand drum herum, ein paar Holzbänken hinter der Metallreling, Toren mit eckigem Gebälk, zwei einfachen Wechselbänken und einem Sozialtrakt zwischen beiden Plätzen, sodass eine Unterscheidung mit Haupt- und Nebenplatz schwer fällt: ich habe den weiter westlich gelegenen Platz als Platz I bezeichnet – und wir hatten auch schon die Führung für Sennewitz II, da wir erst zur 7. Spielminute erscheinen konnten, verpasst, aber Hauptsache es gab ein Spiel!

Beide Teams lieferten in Hälfte eins auch ein Abwechslungsreiches und auf beiden Seiten aktives Spiel ab. Ostrau hatte etwas mehr Torgelegenheiten und kam nach einem Querschläger in der Gästeabwehr zum Ausgleich. Ein Freistoß aus gut 40 Metern senkte sich über den Ostrauer Torwart zur erneuten Führung ins Netz, ehe ein Akteur der Ostrauer Reserve zwei Verteidiger ausspielte und aus Nahdistanz den Ball überlegt über den Torhüter hob, die Unterkante der Latte traf und der Ball zum 2:2 ins Netz sprang.

Die zweite Halbzeit war nicht mehr so gut, da die spielerischen Fähigkeiten und Aktivitäten beiderseits nachließen und Ostrau ihre Chancen kläglich vergab. Sennewitz kam kaum zu Tormöglichkeiten, doch der zum Ende hin völlig unsicher werdende Schiri, die fast nur noch auf Zuruf – da waren die Gäste unsportlicherweise ziemlich aktiv drin – entschied, verhängte im Mittelfeld den lächerlichsten Freistoß den ich je gesehen habe, den Sennewitz zum 2:3 ausnutzte. Respekt, den Ball aus der Entfernung an die Latte zu zimmern und natürlich war auch das Nachhaken gut – der Ball landete erst im zweiten Nachschuss im Netz – aber besonders toll fühlen und dann Bemerkungen wie „Da seht ihr mal wie schlecht die [Ostrau] sind“ machen, muss man da wirklich nicht, wenn man durch ein Freistoßgeschenk zum Sieg kommt.

Die Sennewitzer hatten übrigens ein echtes Amateurfußball-Original in ihren Reihen: das Original stand allerdings nicht auf dem Platz sondern am Spielfeldrand und schien kurz vor einem Herzinfarkt zu stehen. Was der Trainer da tobte, fluchte und die eigene Mannschaft zusammenschiss – selbst wenn kein Grund dazu bestand – war unterhaltsam, aber mit der Zeit kaum noch feierlich. Also bei dem Choleriker würde ich nie in der Mannschaft spielen wollen. Das einzig vernünftige, was dieser Schreihals gemacht hat, war es zu unterlassen den Schiri oder Gegenspieler so zu behandeln wie seine eigene Elf.

Etwas verwunderlich war es dann doch, dass das Spiel der 2. Kreisklasse Saalekreis nicht so unterhaltsam und gut wie jenes der gleichen Klasse im Salzland (siehe Bericht vom Vortag) war. Sonst ist das immer umgekehrt! Aber dafür wollte man in Ostrau auch keine 2€ Eintritt wie in Schneidlingen. Aber freier Eintritt muss auch nicht sein. 1€ hätte ich denen ohne böse Bemerkungen gerne gegeben. Vor allem wäre ein bisschen Essenverkauf günstig gewesen. So mussten wir bis zum Bahnhof in Halle auf Essen warten. Auf Catering sollte man sich in den Klassen auf Kreisebene so wie so mehr konzentrieren, als darauf, die Eintrittspreise in immer bescheuertere Höhen zu schrauben: hab was von westdeutschen Kreisligaspielen mit 5€ Eintritt gelesen – und 2€ für Kreisklasse sind ebenfalls frech. Gut organisierte Vereine wie Ilmtal Zottelstedt (Kreisklasse Weimarer Land) haben sogar etwas Geld durch den Verkauf günstig hergestellter Fanartikel einnehmen können.
Nun denn: über Stumsdorf, wo wir die ganz ansehnliche Kirche begutachteten, ehe wir in den Zug nach Halle stiegen, fuhren wir nach Halle und weiter nach Merseburg.
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Statistik:
Ground Nr. 489 (ein neuer Ground; diese Saison: 39 neue)
Sportveranstaltung Nr. 1.165 (diese Saison: 52)
Tageskilometer: 140 (60 Rad, 80 Bahn)
Saisonkilometer: 11.510 (8.170 Auto/ 1.540 Fahrrad/ 1.000 Bahn, Bus, Tram/ 800 Schiff, Fähre/ 0 Flugzeug)
Anzahl der Fußballspiele seit dem letzten 0-0: 73
Anzahl der Wochen, seit der letzten Woche ohne eine einzige Sportveranstaltung (31.7.-6.8. 2006): 221