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Samstag, 5. März 2016

W501IV: Rheinisches Eishockey-Derby

Kölner EC „Die Haie“ ................................... 3
Düsseldorfer Eislauf-Gemeinschaft .............. 1
- Datum: Freitag, 4. März 2016 – Beginn: 19.30
- Wettbewerb: Deutsche Eishockey Liga (DEL, 1. Profieishockeyliga)
- Ergebnis: 3-1 nach 60 Min. (3x20) – Drittel: 0-0, 1-0, 2-1
- Tore: 1-0 30.23 Latta, 2-0 44.27 Sulzer, 3-0 45.32 Lalonde, 3-1 54.20 Ebner
- Strafen: Latta, Ankert, Weiß, Hager, Müller (KEC = 10 Minuten); Davis 2x, Kreutzer, Schüle, Milley, Rönnberg (DEG =12 Minuten)
- Austragungsort: sogenannte LANXESS Arena (Köln-Arena, Kap. 18.528, davon 15.528 Sitzplätze)
- Zuschauer: ca. 18.000 (offiziell mit 18.528 ausverkauft, davon ca. 1.500 Gästefans)
- Unterhaltungswert: 5,5/10 (Beide Teams ziemlich überspielt, Stimmung hielt sich in Grenzen, aber Spiel war nicht schlecht) Kölner Haie 3:1 Düsseldorfer EG (DEL, Lanxess-Arena) Photos with English Commentary:
Ice Hockey (Cologne): Kölner Haie v Düsseldorfer EG

Vorletzte Woche kam mir die Idee, dass ich endlich mal zu den Klöner Knorpelfischen müsste – wenn doch ein DEL-Verein so nah an meinem Wohnort, den ich wahrscheinlich bald verlassen werde, liegt... Die Kölner Haie sind zwar mit der teuerste DEL-Verein, aber für mäßige Oberrangplätze lege ich in Ausnahmefällen auch mal 22€ (davon 1,50€ Print-at-Home, Vollzahlerpreis: 26,50€) an – nämlich dann, wenn es sich um ein Derby gegen die Dusseldorfer Eisläufer vor ausverkauftem Haus handelt!

Natürlich waren mehrere Hundert Plätze frei geblieben, aber locker 18.000 Zuschauer in einer architektonisch recht ansprechenden, monumentalen, aber leider farblich sehr misslungenen Halle, sind auch schon was. Davon waren auch bestimmt 1.500 Gästefans da, die sich zumindest in der Halle besser benahmen als erwartet. Es war nur immer wieder lustig, wenn der recht stimmgewaltige Gästeblock durch die stimmungsschwache Arena „Cologne, Cologne – die Scheiße vom Dom” rief, was der Refain dieses fröhlichen Liedchens ist: https://www.youtube.com/watch?v=cvkNI44irJg...

Nun ja, also die übliche Eishockeystimmung: überwiegend Schnarchnasen und Modefans, die durch flotte und enorm laute Musik eines albernen Hallensprechers aufgeputscht werden soll, plus einige Hundert wirklich harte Eishockeyfans, die teilweise im Vollsuff – wie der Spast hinter mir – ausgelassen mit Standardgesängen anfeuern und keine Gelegenheit auslassen, dem Gegner wissen zu lassen „Ach wärste nur in Düsseldorf jeblieben, du Wichser!”

Das Spiel wiederum litt sehr unter der Überspieltheit der Mannschaften: der Spielplan mit 6 Partien in zwei Wochen ist einfach krank. Da kann es halt passieren, dass im gesamten ersten Drittel fast nichts passiert. Im zweiten Drittel ging Köln etwas überraschend in Führung, doch im Schlussdrittel sicherten sie sich einen verdienten Sieg mit einem Doppelschlag. Düsseldorf konnte nur noch zum 3:1 aufschließen und machte auch kaum große Anstrengungen hier zu kämpfen: viele der Söldner kümmert es eh nur, dass die Play-offs bereits letzte Woche erreicht wurden und würden daher nicht aus Show für die Fans gegen den Lokalrivalen voll aufspielen und noch etwas riskieren. Die Play-offs haben die Kölner zwar nicht erreicht, aber sie sind in den Pre-Play-offs, über die man sich noch für die eigentlich Play-off-Runde qualifizieren kann. Kölner Haie 3:1 Düsseldorfer EG (DEL, Lanxess-Arena) Statistik:
- Grounds: 1.564 (1 neuer; diese Saison: 149 neue)
- Sportveranstaltungen: 2.609 (1; diese Saison: 173)
- Tageskilometer: 70 (60km Bahn, 10km Rad)
- Saisonkilometer: 40.280 (26.510 Auto, davon 4.630 Mietwagen/ 6.620 Flugzeug/ 5.340 Bus, Bahn, Straßenbahn/ 1.610 Fahrrad/ 200 Schiff, Fähre)
- Anzahl der Fußballspiele seit dem letzten 0-0: 93 [letzte Serie: 93, Rekordserie: 178]
- Anzahl der Wochen, seit der letzten Woche ohne eine einzige Sportveranstaltung (31.7.-6.8. 2006): 501.

Sonntag, 31. Januar 2016

W496III: Junghaie besiegen Kaufbeuren

Kölner Eishockey Club „Die Haie“ U19 ...... 2
Eissportverein Kaufbeuren U19 ................... 1
- Datum: Sonntag, 31. Januar 2015 – Beginn: 12.00
- Wettbewerb: Deutsche Nachwuchs Liga (1. Deutsche U19-Eishockeyliga)
- Ergebnis: 2-1 nach 60 Min. (3x20) – Drittelergebnisse: 0-0, 2-0, 0-1
- Tore: 1-0 29. Kolb (Überzahl), 2-0 35. Ratmann, 2-1 51. Heger (Unterzahl)
- Strafminuten: Granz 2, Glemser 2, Köhler 2, Bindels 2 (KEC = 8 Minuten); Pfaffengut 12 [2+10], Lucas 4 [2, 2], Wolter 2, Wohlgemuth 2, Becher 2, Lilich 2 (Kaufbeuren = 24 Minuten)
- Austragungsort: Köln Arena 2 (Kap. 1.000, davon 600 Sitzplätze)
- Zuschauer: ca. 115 (davon 90 zahlende und ca. 5 Gästefans)
- Unterhaltungswert: 7,0/10 (Gutes und spannendes Spiel mit knappem aber verdientem Sieg für Köln) Kölner Haie 2:1 ESV Kaufbeuren (DNL) Photos with English Commentary:
Under-19 Ice-Hockey: Kölner Haie defeat ESV Kaufbeuren

Da ich am Sonntag noch eine Präsentation für ein Uniseminar mit Kommilitonen durchsprechen musste, mir aber einen Spielbesuch nicht nehmen ließ, fuhr ich mit dem Zug nach Köln zur Nachwuchs-Eishockeyliga. Erstmal zu Fuß vom Hauptbahnhof, an allen nach Pisse stinkenden Asi-Ecken am Hbf vorbei und via Hohenzollernbrücke, zur knapp 20 Minuten (beim Ignorieren roter Ampeln ca. 15 Minuten) entfernten Kölnarena 2. Die Halle ist sehr praktisch gebaut und zuschauertechnisch gut, die Eintritt zur DNL beträgt nur 2,50€ - aber so richtig sehenswert ist die Hallenarchitektur jetzt nicht: die roten Sitze (Stadt-/Vereinsfarben) heben sich vom grauen Umfeld (grau steht wohl für die Kölner Betonwüste, wenn rot für den Verein steht) ab – alles ziemliche Einheitsware…

Das Spiel war aber sehr lohnend: zwar stand es bis zur 29. Null zu Null, doch das Match war offensiv und sauber geführt, v.a. Köln (Tabellenzweiter, aber abgeschlagen hinter Mannheim) machte Druck, doch auch die Bayern aus Kaufbeuren (Fünfter) zeigten etliche gute Szenen. Die Junghaie konnte Mitte des zweiten Drittels 2:0 in Führung gehen. Erst in den letzten 10 Minuten gelang es Kaufbeuren dann wirklich gefährlich zu werden, traf zum 2:1 (und das in Unterzahl!), aber verpasste jede weitere Gelegenheit – auch in Überzahlsituationen – um zum Ausgleich zu kommen. Alles in allem war der Sieg für die Kölner Haie, die dazu natürlich auch Karnevalsmusik wie „Ich ben nur ne kölsche Jung“ einspielten, verdient. Kölner Haie 2:1 ESV Kaufbeuren (DNL) Statistik:
- Grounds: 1.542 (1 neuer; diese Saison: 127 neue)
- Sportveranstaltungen: 2.584 (1; diese Saison: 148)
- Tageskilometer: 60 (60km Bahn)
- Saisonkilometer: 37.030 (24.180 Auto, davon 4.630 Mietwagen/ 6.620 Flugzeug/ 4.790 Bus, Bahn, Straßenbahn/ 1.330 Fahrrad/ 200 Schiff, Fähre)
- Anzahl der Fußballspiele seit dem letzten 0-0: 84 [letzte Serie: 93, Rekordserie: 178]
- Anzahl der Wochen, seit der letzten Woche ohne eine einzige Sportveranstaltung (31.7.-6.8. 2006): 496.

Montag, 11. Januar 2016

W493III-IV: Düsseldorfer Eishockey-Wochenende; vier Siege in vier Spielen für die Teams der DEG

Düsseldorfer Eislauf-Gemeinschaft ............. 4
EHC Red Bull München ............................... 1
- Datum: Sonntag, 10. Januar 2016 – Beginn: 16.30
- Wettbewerb: Deutsche Eishockey Liga (1. Deutsche Profi-Eishockeyliga)
- Ergebnis: 4-1 nach 60 Min. (3x20) – Drittelergebnisse: 2-0, 1-1, 1-0
- Tore: 1-0 12.58 Norman Milley (PP1), 2-0 18.21 Alexander Preibisch, 3-0 29.10 Manuel Strodel (PP1), 3-1 37.32 Tobias Wörle, 4-1 59.27 Eduard Lewandowski (Empty Net)
- Strafen: Bernhard Ebner 14 [2+2+10], Daniel Kreutzer 4, Robert Collins 2, Marcel Brandt 2, Stephan Daschner 2, Alexi Dmitriev 2, Manuel Strodel 2 (DEG = 28 Minuten); Daniel Sparre 14 [2+2+10], Michael Wolf 4, Steve Pinizzotto 4, Richard Regehr 2, Florian Kettemer 2, Ulrich Maurer 2, Mads Christensen 2 (München = 30 Minuten)
- Austragungsort: sogenannter ISS Dome (Kap. 13.400, davon 9.400 Sitzplätze)
- Zuschauer: ca. 7.000 (davon 6.894 zahlende und ca. 400 Gästefans)
- Unterhaltungswert: 7,0/10 (Nicht immer gutes Spiel, aber sehr hart und schnell geführt)

Krefelder EV Pinguine U19 .......................... 2
Düsseldorfer Eislauf-Gemeinschaft U19 ...... 3
- Datum: Sonntag, 10. Januar 2016 – Beginn: 10.30
- Wettbewerb: Deutsche Nachwuchs Liga (1. Deutsche U19-Eishockeyliga)
- Ergebnis: 2-3 nach 60 Min. (3x20) – Drittelergebnisse: 1-0, 0-3, 1-0
- Tore: 1-0 13.40 Valentin Pfeifer (PP1), 1-1 34.11 Daniel Reichert, 1-2 36.24 Daniel Reichert (PP1), 1-3 38.22 Julian Lautenschläger (PP2), 2-3 51.59 Peter Balasz-Szabolcs
- Strafen: Tom Schmitz 31 [2, 5+20+SD, 2+2], Elmar Schmitz 2, Niclas Lahme 2, Peter Balasz-Szabolcs 2 (KEV = 37 Minuten); Leon Fern 4 [2+2], Lennart Stanschweski 2, Maximilian Stein 2, Christian Schmidt 2, Erik Keresztury 2, Noah Müller 2, Alexander Korolev 2 (DEG = 16 Minuten)
- Austragungsort: Rheinlandhalle (Kap. 6.714, davon 2.783 Sitzplätze)
- Zuschauer: ca. 90 (davon nur 44 zahlende und ca. 10 Gästefans)
- Unterhaltungswert: 6,5/10 (Über weite Strecken gutes Spiel mit einigen Durchhängern)

Düsseldorfer Eislauf-Gemeinschaft U19 ...... 2
EC Bad Tölzer Löwen U19 ............................ 1
- Datum: Samstag, 9. Januar 2015 – Beginn: 19.30
- Wettbewerb: Deutsche Nachwuchs Liga (1. Deutsche U19-Eishockeyliga)
- Ergebnis: 2-1 nach 60 Min. (3x20) – Drittelergebnisse: 1-0, 0-1, 1-0
- Tore: 1-0 8.04 Moriz Kircher, 1-1 37.50 Gams Timo, 2-1 58-24 Erik Keresztury
- Strafminuten: Julian Lautenschläger 6, Noah Müller 2 (DEG = 8 Minuten); Tom Horschel 12 [10, 2], Horka Sekesi 4, Leo Allgaier 4, Kristic 4, Michael Grabmaier 2, Michael Hoelz 2, Michael Thomas Gauch 2 (Tölz = 30 Minuten)
- Austragungsort: Eisstadion Brehmstraße (Kap. 10.285, davon 3.363 Sitzplätze)
- Zuschauer: ca. 150 (davon 97 zahlende und ca. 2 Gästefans)
- Unterhaltungswert: 6,5/10 (Sehr gutes 1. Drittel, dann teilweise zähes Spiel, aber stets spannend und mit packender Schlussphase)

Düsseldorfer Eislauf-Gemeinschaft/ Schüler 7
Kölner EC – Die Haie/ Schüler ..................... 4
- Datum: Samstag, 9. Januar 2015 – Beginn: 16.15
- Wettbewerb: Schüler Bundesliga A/ Nord (1. Deutsche U17-Eishockeyliga)
- Ergebnis: 7-4 nach 60 Min. (3x20) – Drittelergebnisse: 2-1, 2-1, 3-2
- Tore: 1:0 5.54 Lukas Friedrich, 2-0 10.20 Tom Lorer (PP1), 2-1 2-1 18.28 Nick Aichinger (PP1), 3-1 25.33 Ties van Soest (SH1), 4-1 28.46 Daniel Bartuli (SH1), 4-2 38.29 Adam Kiedewicz (SH1), 4-3 41.47 Lukas Ribarik, 5-3 44.48 Ties van Soest (PP1), 6-3 50.14 Lennart Otten (PP2), 7-3 57.49 Marc Stähle (SH1), 7-4 58.55 Manuel Ahlberg
- Strafminuten: Dennis König 25 [5+20+SD], Marc Stähle 6, Tom Lorer 2, Philipp Seckel 2, Jan Wrede 2, Lennart Otten 2, Ties van Soest 2 (DEG = 41 Minuten); Kevin Pfeiffer 10+SD, Manuel Ahlberg 6, Michael Schaaf 4, Lukas Ribarik 4, Dennis Lobach 4, Tommy Pasanen 4, Nick Aichinger 2, Adam Kiedewicz 2, Trainer 2 (Haie = 38 Minuten)
- Austragungsort: Trainingshalle Brehmstraße (Kap. 300 Stehplätze)
- Zuschauer: ca. 80 (davon ca. 15 Gästefans)
- Unterhaltungswert: 7,0/10 (Gutes und torreiches Spiel) DEG U19 2:1 Bad Tölz U19 at Eisstadion Brehmstraße Photos with English Commentary:
a) Youth Ice Hockey in Dusseldorf: DEG U17 v Kölner Haie & DEG U19 v Bad Tölz
b) Youth Ice Hockey in Krefeld: Krefeld Pinguine v Düsseldorfer EG
c) Professional Ice Hockey in Dusseldorf: Düsseldorfer EG v Red Bull München
d) Niederrhein Sightseeing: Krefeld Town Centre

Ein richtiges Eishockeywochenende stand an – und das nur mit Spielen der Düsseldorfer EG. Zuerst hatte ich irrtümlich das Spiel der U17 Liga (Schülerbundesliga) herausgesucht. Wenn die DEG auf der scheiß Website mal den Belegungsplan der Hallen ins Netz gestellt hätte, hätte ich einen Zug später nehmen können, die PEGIDA-Randale in Köln anschauen und einen weiteren Zug später gen Düsseldorf fahren können. So bekam ich wenigstens ein sehenswertes U17-Eishockeyspiel zwischen Düsseldorf und Köln geboten, das teilweise auch etwas Derbycharakter hatte vom harten Einsteigen her, aber v.a. wegen der vielen und teils spektakulären Tore das Kommen lohnte. Düsseldorf bestimmte weitestgehend das Spiel, Köln kam erst kurz vor der Pausensirene auf 2:1 ran. Das gleiche im zweiten Drittel, nach dem es 4:2 stand. Im Schlussdrittel führte Düsseldorf die Haie phasenweise vor, sodass es mit 7:4 vom Eis ging.

Den oben erwähnten Belegungsplan hatte ich deshalb vorher sehen wollen, da ich befürchtete, dass das Eisstadion Brehmstraße nicht genutzt werden würde: zu Recht hatte ich es befürchtet: es finden nur noch selten Eishockeyspiele dort statt, nämlich nur Partien der DNL (U19) und auch nur die Samstagabendheimspiele. Echt krank: diese riesige, historische Sportanlage – und diese scheiß Dusseldorfer nutzen die fast nur zum öffentlichen Eislaufen! Diese Lutscher von Hobbyschlitterern können ihre Runden mit ihren 2km/h auch in der Trainingshalle austragen, in der fast alle Jugendspiele der DEG stattfinden: die nicht vorhandenen Tribünen und das verschlissene Plexiglas sind eine absolute Zumutung für die Fans und bei meinem zweiten unfreiwilligen Besuch in dieser Kackhalle habe ich auch zum zweiten Mal Gemurre der Eltern über die Halle gehört. Asozial, da auch nur Kleinstschüler spielen zu lassen! Wettkampfspiele gehören auf die Eisfläche des Eisstadions Brehmstraße - Training und öffentliches Laufen in die Trainingshalle! DEG U17 7:4 Kölner Haie U17 at Trainingshalle Brehmstraße Ich musste also noch lange in Düsseldorf bleiben um endlich das Eisstadion Brehmstraße betreten zu dürfen. Die 75 Minuten zwischen den beiden Spielen gingen aber gut in einer relativ preisgünstigen und qualitativ ordentlichen Pizzeria am Brehmplatz rum. Dann für 3€ in die weitläufige Halle. Tolle Kunststoffbänke auf der einen Längsseite, gegenüber riesige Stehränge, hinter dem einen Tor unterhalb der Anzeigetafel ebenfalls, hinter dem anderen gibt es unpassende orange Schalensitze, die es auch am Plexiglas unten gibt. Spektakulär sind die Logen oberhalb der Stehplätze und der Hintertorsektoren – leider waren die gesperrt…

Das Spiel zwischen der DEG und Bad Tölz fing hochklassig an, die Düsseldorfer gingen in Führung – doch dann ebbte die Partie etwas ab und Bad Tölz konnte etwas glücklich ausgleichen. Kurz vor Schluss gelang Düsseldorf im letzten Drittel jedoch der Siegtreffer – wenigstens nicht noch Verlängerung, wenn man durch die scheiß Planung schon erst nach Mitternacht zurück in Bonn ist, obwohl man am nächsten Morgen schon wieder 7.40 Uhr aus dem Haus muss. Under-19: Krefeld Pinguine 2:3 Düsseldorfer EG Die Jugendligen, ins besondere die DNL (bei Dusseldorf ja zumindest Samstagabend), spielt ja v.a. in alten Stadien, in denen früher mal die Profiteams spielten, bevor sie in neue Luxus-Arenen gezogen sind – also ideal für Icehopper! So machte ich mich am Sonntagmorgen schon wieder zur DNL auf, schon wieder spielte die DEG – aber diesmal in Krefeld, wo in der Rheinlandhalle direkt neben dem neuen Königpalast gespielt wurde. Ich war kostensparend von der eigentlichen Hauptseite hereingegangen (wieso kassiert man auch nur am Hintereingang?) und von der Gaststätte aus auf die mit Holzbänken bestückte Hintertorseite gelangt. Die rechte Längsseite mit ihren Holzbänken mit Lehne bietet die freieste Sicht aufs Eis, doch die ist gesperrt. Die ebenfalls sehr engen und altmodischen Holzbänke mit Lehne auf der Gegenseite sind mit Fangnetzen verhangen, sodass man sich am besten auf die vielen Stehränge verzieht. Allerdings sind auch die sehr zugebaut. Die Halle ist absolut Kult und ein Pflichtbesuch – keine Frage – aber intelligent geplant und gebaut ist was anderes…

Das Spiel hatte so seine Durchhänger, die DEG spielte lange nicht so gut wie gestern, Krefeld ging auch in Führung. Dann wurde die Partie zunehmend härter und die teils dummen und groben Fouls der Pinguine führten zu langen Hinausstellungen (ein gehirnamputierter Pinguin schaffte es innerhalb von zwei Minuten für drei Vergehen 31 Strafminuten inklusive Spieldauer zu bekommen) und dadurch wiederum zu mehreren Gegentoren. Es gelang zwar noch der Anschlusstreffer, aber am Ende siegte die DEG 2:3. Under-19: Krefeld Pinguine 2:3 Düsseldorfer EG Eigentlich hatte die Planung aus der Vorwoche dann den Besuch der Profimannschaft in der benachbarten modernen Halle „Königpalast“ (heißt wohl nach den Königspinguinen, obwohl die eher Eselspinguine sind beim KEV…) – aber da ich da schnell 20€ für den Tabellenletzten im Spiel gegen den Tabellenvorletzten losgeworden wäre, der KEV ohnehin mit der teuerste Club der DEL ist (schon in der zugebauten Rheinlandhalle sollen die stolze 25DM für Steh- und 45DM für Sitzplätze, auch solche mit starken Sichtbeeinträchtigungen, verlangt haben), bestellte ich Anfang der Woche Karten für die DEG, die gerade erst von Platz 1 auf Platz 4 gefallen ist und gegen den 3. (München) spielte. 16,50€ (ermäßigt 12€) für einen Stehplatz ist im mittleren Preisbereich – im Übrigen gibt es keinerlei Vorverkaufs- oder Print-at-Home-Gebühren oder derlei Aufpreisfallen.

Der ISS Dome heißt nicht nach der Raumstation und schon gar nicht nach irgendwelchen islamistischen Terroristen, die ohnehin viel zu oft in der Presse stehen während keine deutsche Zeitung außer der „Bild“ und seltener noch der „Zeit“ die viel zahlreicheren und nicht minder schweren Verbrechen von Assad-Leuten und ihren Verbündeten (Hisbollah, Mullahs und nicht zuletzt Russland) ausreichend meldet und beleuchtet – ISS steht hier für „Integrated Service Solutions“ und meint einen dänischen Gebäudedienstleister. Architektonisch ist die Halle v.a. außen mit ihrer UFO-Form sehr gelungen; innen sind die Stehplätze Marke Baugerüst, aber ein netter Gefallen an die Fans der Brehmstraße. Die Sitze sind etwas öde, aber offenbar gut gepolstert. Die runde Form innen wird durch die spektakuläre Logenfront gebrochen. Was an der Halle blöd ist: sie liegt am Arsch der Stadt und die Anbindung an den Bahnverkehr ist nicht so toll.

Die Stimmung war nicht schlecht: ich war vom Bahnhof Rath hinter den 400 Münchener Fans hergelaufen, die grölend und singend zur Halle zogen. Recht strenge Kontrollen – bei den Chaoten, die da teils v.a. aus München rumliefen, war das aber auch kein Wunder… – aber freundlich. Innen trotz halbleerer Halle gute Stimmung auf den Stehplätzen, die sich gegenseitig niedersangen und v.a. bepöbelten. Nach dem Spiel gab es noch Ansätze einer Auseinandersetzung, da ein Münchener einen Düsseldorfer Fan über das Flatterband zwischen zwei Blöcken hinweg schubste, sodass ein Ordner den Münchener recht deutlich zum Gehen aufforderte…

Die Münchener hatten auch Grund für Frust: drückend überlegen in weiten Teilen des 1. Drittels, doch nach dem ersten Gegentor kaum noch etwas gezeigt. 2:0 hinten vor der ersten Pause. Dann 3:0 nach dem Seitenwechsel, irgendwie das 3:1 reingemacht, aber dann nur noch auf Schlägereien eingelassen (und von denen gab es etliche und auch eine, aus der insgesamt 28 Strafminuten resultierten) und beim verzweifelten Powerplay in der Schlussphase noch das 4:1 als Empty Net kassiert. Düsseldorfer EG 4:1 Red Bull München Statistik:
- Grounds: 1.529 (Sa 1 neue, So 2 neue; diese Saison: 114 neue)
- Sportveranstaltungen: 2.571 (Sa 2, So 2; diese Saison: 135)
- Tageskilometer: 370 (Sa 150km Bahn, 10km Rad; So 200km Bahn, 10km Rad)
- Saisonkilometer: 35.060 (23.280 Auto, davon 4.630 Mietwagen/ 6.620 Flugzeug/ 3.820 Bus, Bahn, Straßenbahn/ 1.240 Fahrrad/ 200 Schiff, Fähre)
- Anzahl der Fußballspiele seit dem letzten 0-0: 82 [letzte Serie: 93, Rekordserie: 178]
- Anzahl der Wochen, seit der letzten Woche ohne eine einzige Sportveranstaltung (31.7.-6.8. 2006): 493.

Montag, 12. Januar 2015

W441III: Zwei Mal Zwei Zu Drei Nach Zwei Null Rückstand

TV Gladbeck 1912 „Giants“ ...................................... 2
Deutsche Sporthochschule „SnowTrex“ Köln ......... 3
- Datum: Sonntag, 11. Januar 2015 – Beginn: 16.00
- Wettbewerb: 2. Volleyballbundesliga der Damen (2. Spielklasse im Frauenvolleyball)
- Ergebnis: 2-3 nach 132 Min. – Sätze: 25-17, 25-22, 22-25, 22-25, 12-15 (Punkte = 106:103)
- Spielort: Artur-Schirrmacher-Sporthalle (Kap. 550, davon 500 Sitzplätze)
- Zuschauer: ca. 350 (davon 251 zahlende und ca. 10 Gästefans)
- Unterhaltungswert: 7,0/10 (Ausgesprochen enges Spiel mit vielen guten Ballwechseln)

Düsseldorfer Eislauf-Gemeinschaft U19 ................... 2
Kölner EC Die Haie U19 ............................................ 3
- Datum: Sonntag, 11. Januar 2015 – Anbully: 10.30
- Wettbewerb: Deutsche Nachwuchs Liga (1. Spielklasse im U19-Eishockey)
- Ergebnis: 2-3 nach 60 Min. (3x20) – Drittelstände: 1-0, 1-2, 0-1
- Tore: 1-0 5. Strodel, 2-0 28. Brazda, 2-1 29. Hildebrand, 2-2 34. Kohler, 2-3 42. Dreschmann
- Strafzeiten: Stocker 2+2, Eckl, Lautenschlager, Kaisler, Szumilas, Rosel, Keresztury, Brazda (DEG = 18 Minuten); 2x Fohrler, 2x Granz, Dreschmann, Grosse (KEC = 12 Minuten)
- Spielort: Trainingshalle des Eisstadions an der Brehmstraße (Kap. 300 Stehplätze)
- Zuschauer: ca. 200 (davon ca. 20 Gästefans)
- Unterhaltungswert: 7,0/10 (Gutes und spannendes Spiel in einer unangemessenen Spielstätte)  
Photos with English Commentary:
a) Under-19 Ice Hockey League 1: Düsseldorfer EG lost to Kölner Haie
b) Women’s Volleyball League 2: TV Gladbeck lost to DSHS Köln

In Düsseldorf gibt es schon lange keinen Zoo mehr, da er im Zweiten Weltkrieg zerbombt wurde, aber eine S-Bahn-Haltestelle heißt noch entsprechend. Und wenn man von dieser noch 1km läuft, erreicht man das Eisstadion an der Brehmstraße, das vor 10 Jahren noch Profi-Eishockey sah. Nun sieht es nur noch samstags Eishockey und zwar die Nachwuchs-DEL. Sonntagsspiele, so erklärte mir eine Spielermutti, werden nur in der Trainingshalle nebenan ausgetragen, was sie auch Schwachsinn findet. Die Laufschule solle gefälligst in die Trainingshalle ausweichen, wenn die DNL Sonntag früh spielt.

Die Trainingshalle ist nämlich völlig unzulänglich: man kann nur hinter den Toren und auf Teilen der einen Längsseite am Plexiglas stehen: keine Sitzgelegenheiten (z.B. für Großeltern der Spieler!), keine gute Sicht durch die oft unsauberen Scheiben. Absolut lächerlich, in was für einer Dreckshalle hier zukünftige Profis spielen müssen!

Wie viele von denen es dann tatsächlich in die Kader der Profiteams ihrer Vereine schaffen – DEL 2 wird ein größerer Abnehmer junger deutscher Talente sein – ist natürlich fraglich, da nach wie vor alle Teams der höchsten deutschen Profiliga Söldnertruppen mit mindestens 80% ausländischen Spielern sind.

Was die Jugendlichen hier auf dem Eis zeigten, war sehr gut. Im ersten Drittel war nur seltsam, wie Köln Chance um Chance vergeigte und Düsseldorf mit ganz wenig Aufwand im Angriff das 1:0 erzielte. Im zweiten Drittel kam noch das völlig unverdiente 2:0 hinzu, doch Köln drehte das Spiel noch zu einem gerechten 2:3 Sieg. Die Anzahl der Strafminuten war aufgrund des aggressiven Spiels beider Seiten noch recht niedrig: hier waren schon einige der klassischen Eishockey-Prolls dabei, die - angefeuert von ihren Eltern - sich viel mehr aufs Foulen und Prügeln statt aufs Pässe spielen und Tore erzielen konzentrierten...  
Von Düsseldorf ging es nach Essen weiter von dort nach Gladbeck West. Gladbeck ist eine typische Ruhrgebietsstadt: hässlich, heruntergekommen, teils dreckig, einfach unansehnlich. Ärgerlich war: meist findet man ja im Ruhrgebiet was Preisgünstiges zu essen, doch in der Umgebung des Bahnhofes Gladbeck West, gab es außer einem Griechen-Imbiss der a) wenig einladend aussah und vor allem b) gerade Mittagspause hatte – so eine Drecksklitsche und dann Mittagspause machen?! – gar nichts.

Der TV Gladbeck, dessen Artur-Schirrmacher-Sporthalle (schöne Holzbalken innen, aber durchschnittliche Untertribüne mit sieben Reihen auf nur einer Seite und von außen hässlicher Klinkerbau) nur 100m vom Bahnhof entfernt liegt, nutzte das freundlicherweise nicht aus: Brezel 1€, Brühwurst 1,30€, Currywurst 2,50€ sind ganz angemessen und zuvor kostete der Eintritt zur 2. Frauenvolleyballbundesliga durchschnittliche 4€. An Kasse wie auch Essenstand waren die Leute zudem ungewohnt freundlich – auch gerade für NRW – sodass die auch als „Giants“ bezeichneten Gladbecker schon mal einen guten Eindruck hinterließen.

Auch auf dem Feld hinterließen die Gladbeckerinnen erstmal einen guten Eindruck, doch nach zwei überlegen gestalteten Sätzen kamen die Damen von der Deutschen Sporthochschule aus Köln (ob das wirklich alles Studentinnen der DSHS sind, bezweifle ich aber trotzdem) plötzlich zurück. Zwei knappe Siege – im vierten Satz trotz eines Aufstellungsfehlers, der faktisch drei Punkte Verlust bedeutete: so wie der Trainer da diskutierte, schien er das auch nicht einzusehen und die Leistung der Schiedsrichterinnern war ja auch nicht gerade 100% überzeugend, bei den drei oder vier Fehlentscheidungen zuungunsten der Kölnerinnen – und der Tiebreak war erreicht. Auch der Tiebreak war eng umkämpft und spannend. Am Ende setzte sich Köln mit 15:12 und somit 3:2 Sätzen durch. In der Tabelle sind das auch bei der Frauenliga 2 Punkte für den Tiebreak-Sieger und 1 Punkt für den Verlierer: die vollen 3 Punkte bekommt man nämlich nur bei 3:1 und 3:0 Siegen (die Unterlegenen erhalten dann natürlich gar keinen Punkt).

Die Rückfahrt dauerte durch den Tiebreak natürlich länger als gedacht: erstmal bekam ich erst eine Stunde später als erwartet den Zug nach Essen und dann funktionierte das Umsteige nach Oberhausen zum NRW-Espresse nach Brühl nicht, sodass ich noch mal nach Essen Hbf musste und dann via Köln nach Brühl. Und schon zeigte die Uhr zuhause in Wesseling 22 Uhr – zum Vergleich: wäre ich, was ich ohne mein Semesterticket auch gemacht hätte, mit dem Auto gefahren, wäre ich bereits 20 Uhr zurück gewesen...  
Statistik:
- Grounds: 1.264 (heute 2 neue; diese Saison: 110 neue)
- Sportveranstaltungen: 2.264 (heute 2; diese Saison: 152)
- Tageskilometer: 260 (250km Bahn, 10km Rad)
- Saisonkilometer: 31.140 (23.220 Auto/ 3.600 Flugzeug/ 3.050 öffentliche Verkehrsmittel/ 1.350 Fahrrad/ 20 Schiff, Fähre) - Anzahl der Fußballspiele seit dem letzten 0-0: 3 [letzte Serie: 13, Rekordserie: 178]
- Anzahl der Wochen, seit der letzten Woche ohne eine einzige Sportveranstaltung (31.7.-6.8. 2006): 441

Montag, 20. Dezember 2010

W229II: Die Haie besiegen die Eisbären im DEL-Zoo nach Penaltyschießen

Eisbären Berlin 1:2 n.P. Kölner Haie Sonntag 19. Dezember 2010 – Anbully 14.30 Liga: Deutsche Eishockey Liga (DEL; 1. deutsche Profi-Eishockey-Liga) Ergebnis: 1:2 nach 65+ Min. – Drittel: 0:0, 1:1, 0:0, Verlängerung: 0:0, Penaltyschießen: 1:2 Tore: 0:1 20:49 Ullmann, 1:1 36:46 Ustorf Penaltyschießen: 1:0 Walker, 1:1 Pettinger, Pederson verschossen, 1:2 Gogulla, Felski verschossen Strafminuten: Rankel 2, Mullock 2, Felski 2, Braun 2, Baxmann 2 (Eisbären: 10 Minuten), Clausen 4, Pettinger 2, Ramsey 2, Lee 2, Ankert 2, Lückmann 2, Ullmann 2 (Haie: 18) Halle: O2-World Berlin (Kap. 14.200, davon 13.200 Sitzplätze) Zuschauer: 13.900 (davon ca. 20 Gästefans) Unterhaltungswert: 3,0/10 (Langsam, fehlerbehaftet, nur wenige sehenswerte Aktionen: so sollte Profi-Eishockey nicht aussehen) IMG_1160 Photos and English version: German Professional Ice-Hockey League DEL: Eisbären Berlin vs. Kölner Haie (Cologne) Einmal im Jahr fahren wir nur zum Eishockeygucken nach Berlin. Nun war es mal wieder so weit: die Karten für die Eisbären hatten wir uns natürlich schon im Vorverkauf per Internet gesichert – verglichen mit Fußball und Handball sind 18€, Ermäßigung auch für Studenten (12,30€), für ordentliche Sitzplätze noch richtig anständig – und mit dem Schönen-Wochenend-Ticket planten wir viel Zeit ein. Gab es in Merseburg beim Losfahren des Zuges nur eine kleine Panne – die Durchsage des Lokführers, der auf die Assistenz eines Schaffners verzichten musste, war aber auch mal was ganz Neues: „Die Tür im ersten Waggon hat eine Störung im Schließmechanismus... Könnte mal jemand der Reisenden so freundlich sein und sie zumachen?“ – und lief es beim Umsteigen in Halle noch planmäßig, kam der Umstieg in Magdeburg auf den Zug nach Berlin nicht planmäßig zu standen. Unter die Vollidioten und Pseudowissenschaftlern die gegen Castor demonstrieren mischen sich noch Leute in gar nicht so geringer Zahl, die man nur als asozialen Abschaum bezeichnen kann. Die Schäden, die dieses Pack zwei Tage zuvor bei Brandanschlägen auf die Infrastruktur des Transports angerichtet hat, konnte die Bahn aufgrund der Größe noch nicht beheben. Wo man dann nur die Bahn in Verantwortung ziehen muss, ist dass der Schienenersatzverkehr keinen Anschluss gewährleisten kann, sodass man in Biederitz über 40 Minuten auf den Zug nach Berlin warten muss. Dieser Zug schaffte es dann noch mal über 20 Minuten Verspätung zu sammeln, sodass wir erst kurz nach 12 – also mit 90 Minuten Verspätung – am Ostbahnhof ankamen. Beste Zeit zum Mittagessen also – dass gibt’s beim Asiaten im Ostbahnhof schon für 5€ in sehr guter Qualität – und dann ab in die nahegelegene O2-World, neben der wir auch endlich mal den Metro-Baumarkt wahrnahmen. Was an einem Baumarkt interessant ist? Er ist Groundhopping relevant: auf seinem Dach befindet sich ein Fußballplatz mit Tribüne, der von mehreren Amateur- und Freizeitmannschaften genutzt wird! Ein sportliches Ziel in Berlin, was im Laufe des Jahres 2011 von uns besucht werden wird. So zwei, drei Mal im Jahr sind wir ja dann doch in der Hauptstadt. Aber ich glaube, dass nächste Mal wieder mit dem Auto statt mit Zug... Die O2-World ist eine der wenigen neuen Arenen, deren Architektur ich loben kann. Ich habe sie schon bei meinem ersten Besuch überzeugt mit 8,0/10 bewertet, da fast alles hervorragend und eindrucksvoll (besonders das Foyer und die Tribünenkonstruktion) gelungen ist, aber bei der Außengestaltung nur die Front gut ist (ein Minuspunkt) und im eigentlichen Tribünenbereich zwar hohe Qualität (optisch wie funktional: Farbgebung, Anstieg der Tribüne, Sichtfreiheit, Licht etc.) geboten wird, aber diese recht schmucklos daherkommt (Polstersitze als Standard in Sporthallen gab es schon zu Sowjetzeiten: siehe Sala al-Assad in Aleppo, Syrien z.B. – die mangelnden Besonderheiten führen also zu einem weiteren Abzugspunkt). IMG_1174 Wie stark die Stimmung von den Stehplätzen und den dahinter liegenden Sitzplätzen in der Eisbären-Fankurve abhängig ist, wurde schon wenige Minuten nachdem die berühmte Hymne der Puhdys „Hey, wir woll’n die Eisbären sehn“ verklungen, das Feuerwerk zum Einmarsch der Mannschaften verraucht, der Bieraufnehmerregen in der Kurve herniedergegangen und die Aufregung um den vermeintlichen Eisbären-Treffer nach 30 Sekunden (leider Abseits, was die Pfeifen mit den Pfeifen dann per Videobeweis auch kundtaten) abgeklungen war, klar. Wenn das Spiel so fehlerbehaftet ist, wie heute, dann gehen 90% der Zuschauer in keinster Weise mit – und die paar Hansel aus Köln im Oberrang hinter dem anderen Tor konnten stimmungsmäßig echt nichts ausrichten. Torlos endete das erste Drittel und mit einem Knaller wurde das zweite eröffnet: ein schöner Schuss der Gäste führte zur Führung für die Knorpelfische. Danach schienen die Eisbären den Druck zu erhöhen, doch die Unfähigkeit vorm Kasten machte die Hoffnung auf eine Wende eher zunichte – die Fehler in der Abwehr taten ihr Übriges. Wie die Kölner da kein Kapital daraus schlagen konnten, frage ich mich schon. Stefan Ustorf „Hooligan“ erzielte dann irgendwie doch den Ausgleich. Eine der ganz wenigen guten Aktionen der Eisbären – und die natürlich vom coolsten Akteur der Berliner! Trotz Fehlpassfestival nur 1:1. Um das nach gutem Beginn schwächer werdende dritte Drittel zu übergehen, gehen wir gleich zur Verlängerung über: völlig für den Arsch! Ebenso ist eigentlich das Penaltyschießen für den Arsch – außerhalb der Playoffs braucht man das echt nicht, dass der geschicktere Penaltyschütze noch einen weiteren Punkt (1 Punkt für Erreichen der Verlängerung, 2 Punkte für Sieg in ebendieser oder dem Penalty shoot-out und 3 Punkte für einen Sieg innerhalb von 60 Minuten) erhält. Nach einem schönen Treffer von Walker trafen die Kölner ebenso sehenswert. Pedersons Penalty wurde vom starken Kölner Goalie pariert, der nächste Knorpelfisch versenkte den Puck im Netz und mit Felskis Fehlschuss waren die Haie aus der Stadt, die außer dem Dom fast nichts zu bieten hat, die überraschenden Sieger. Wie ein Team der hintersten Tabellenränge gegen eines der vorderen meist gewinnt, zeigten sie heute recht eindrucksvoll: eine mäßige Leistung gegen schwache Spitzenspieler. Denn bei dem pervers großen Terminplan mit teilweise 4 Spielen die Woche kann man einfach nur 4 von 5 Spielen gut gestalten. Leider war das heute das eine von fünf... Zurück war es dann erwartungsgemäß wieder das Problem, in Magdeburg den Anschluss zu kriegen: wegen der oben erwähnten Anschläge des militanten Grünen-Gesocks’ fuhr der Zug wieder nur bis Biederitz und zwei zu kleine Busse brachten die Reisenden die restlichen 10km bis zum Hauptbahnhof. Da waren dann wieder 40 Minuten Umsteigezeit zu überbrücken. Aber so lernte man mal den Magdeburger Bahnhof besser kennen. Der in Halle lässt ja schon zu wünschen übrig, aber ist sachsen-anhalt-weit noch der beste: jegliche Angebote in Magdeburg sind noch schlechter, in noch geringerem Umfang erhältlich, teurer oder gar nicht vorhanden. Und dass die primitivsten Mitfahrer – die schon vorm Weihnachtsmarktbesuch wie besoffen auftretenden Spacken mit Zipfelmütze und Taschendisko (das waren Mittvierziger: mit Taschendisko!) – in Magdeburg ausstiegen (und zwar nicht zum Umsteigen) wunderte mich dann auch nicht mehr... IMG_1246 Gut, viel gemeckert... Dabei ist ein Besuch bei den Eisbären eigentlich immer ein lohnendes Erlebnis! Nur diesmal war es halt weniger lohnend als sonst, da es nicht nur am außersportlichen Drumherum mangelte, sondern vor allem auch am spielerischen Niveau fehlte und ich die Eisbären auch noch nie so schlecht habe Spielen sehen, wie heute. Statistik: Ground Nr. 507 (kein neuer Ground; diese Saison: 56 neue) Sportveranstaltung Nr. 1.195 (diese Saison: 82) Tageskilometer: 500 (490 Bahn, 10 Bus) Saisonkilometer: 13.370 (8.170 Auto/ 2.290 Bahn, Bus, Tram/ 2.110 Fahrrad/ 800 Schiff, Fähre/ 0 Flugzeug) Anzahl der Fußballspiele seit dem letzten 0-0: 83 Anzahl der Wochen, seit der letzten Woche ohne eine einzige Sportveranstaltung (31.7.-6.8. 2006): 229