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Dienstag, 14. Februar 2017

W550IV: Ein neuer Ground in Bonn – Basketball bei der Post

Post SV Bonn II ........................................................ 77
TuS Zülpich III ......................................................... 71
- Datum: Sonntag, 12. Februar 2017 – Beginn: 12.00
- Wettbewerb: 2. Kreisklasse Bonn, Staffel 2 (10. und unterste Basketballliga, 5. Amateurliga)
- Ergebnis: 77-71 nach 40 Min. (4x10) – Viertel: NN
- Punkte: NN
- Fouls: NN
- Austragungsort: Sporthalle 1 des Robert-Wetzlar-Berufkollegs (Kap. 70, davon 30 Sitzplätze)
- Zuschauer: ca. 12 (davon ca. 1 Gästefan)
- Unterhaltungswert: 6,0/10 (Durchschnittliches, aber am Ende richtig spannendes Spiel) Post SV Bonn II 77:71 TuS Zülpich Photos with English Commentary:
Basketball: Post Bonn II v TuS Zülpich III

Am Samstagabend war Khatereh gekommen, sodass der Sonntag v.a. für Schwimmen und Saunagehen genutzt wurde. Diesmal machten wir das in Bornheim, wo das Freizeitbad für NRW-Verhältnisse – in NRW sind die teuersten Bäder in ganz Deutschland, aber nicht unbedingt die besten – noch günstig war. Hier gibt es auch diesen sonst immer in NRW genommenen Wochenendaufschlag nicht. 16€ p.P. (6 Schwimmbad, 10 Sauna) sind trotzdem zu viel, der Imbiss ist schlecht und das Bad-Personal war auch so doof wie ich das im Rheinland gewohnt bin.

Vorher waren wir aber noch beim Basketball, da mir die Halle des Robert-Wetzlar-Kollegs noch fehlte, da sie während meines Studiums in Bonn als Flüchtlingsunterkunft zweckentfremdet wurde. Der Kastenbau von 1987 ist ganz gemütlich, aber auch zu eng. Wieso man nicht einfach zwei Meter mehr an jeder Seite planen kann, ist mir schleierhaft. So saßen wir schön im Feld, während die meisten der anderen 10 Zuschauer auf den Matten in den Geräteräumen rumlungerten.

Die 2. Mannschaft vom Post SV war gegen Zülpich III erst lange im Hintertreffen, lag teils 11 Punkte und mehr zurück, konnte aber dann in der zweiten Hälfte immer wieder aufholen. Im Schlussviertel gingen die Postsportler sogar mehrfach in Führung und verteidigten diese am Ende sogar mit 6 Punkten und einem 77:71.

Vom Spielverlauf her gönne ich dem Post SV das, aber wenn da wirklich Postangestellte in der Mannschaft sind, muss ich denen doch mal sagen: „ihr arbeitet beschissener als ihr spielt!“ Ich habe weder in Sachsen-Anhalt noch in Mecklenburg-Vorpommern – und Khatereh auch nicht in BaWü – so schlechte Erfahrungen mit der Post gemacht, wie in NRW. Mal wird geliefert, mal zum Absender zurückgeschickt, mal geht was verloren. Mal arbeiten die, mal nicht. Und ich hab mit dem unfähigen Haufen nun dauernd zu tun, da ich bei einem Übersetzungsbüro arbeite und dort täglich etliche Briefe und Einschreiben mit beglaubigten Übersetzungen rausgeschickt werden müssen – und jeden Tag gib es einen Anrufer, der eine nicht angekommene Übersetzung reklamiert und immer landet irgendein ein Brief trotz richtiger Adresse wieder zurück in unserem Firmenbriefkasten... Post SV Bonn II 77:71 TuS Zülpich Statistik:
- Grounds: 1.850 (1; diese Saison: 171 neue)
- Sportveranstaltungen: 2.955 (1; diese Saison: 215)
- Tourkilometer: 20 (20km Auto)
- Saisonkilometer: 38.580 (36.180 Auto, davon 650 Mietwagen/ 1.510 Fahrrad/ 370 Schiff, Fähre / 290 Bus, Bahn, Straßenbahn/ 0 Flugzeug)
- Anzahl der Fußballspiele seit dem letzten 0-0: 67 [letzte Serie: 2, Rekordserie: 178]
- Jede Woche mindestens eine Sportveranstaltung seit: Kalenderwoche 31 des Jahres 2006 (31.7.-6.8.), d.h. seit 550 Wochen.

Montag, 20. Februar 2012

W290IV: Thüringenliga-Handball in Gera-Lusan

Post Sportverein Gera 33:35
SG HSG Suhl/ HV Beerberg Goldlauter
Datum: Sonntag, 19. Februar 2012 – Anwurf: 16.00
Wettbewerb: Thüringenliga (5. Handballliga, 2. Amateurliga)
Ergebnis: 33:35 nach 60 Min. (30/30) – Halbzeit: 15:15
Tore: Haupt 10, Stein 8, Breitenstein 4, Teichmüller 3, Raspel 3, Eisenstein 2, Bauer 1, Zurawski 1, Seidemann 1 (Post); 8x Nr. 3 u. 8, 7x Nr. 79, 5x Nr. 27, 3x Nr. 13, 2x Nr. 10 u. 39 (Suhl/ G.)
Gelbe Karten: Zurawski, Nr. ? (Post); Nr. 10, Trainer (Suhl/ G.)
Zeitstrafen: Nr. ?, Stein, Zurawski, Teichmüller (Post = 8 Minuten); 2x Nr. 3, 2x Nr. 8, Nr. 27, Nr. 13, Nr. 79 (Suhl/ G. = 14 Minuten)
Disqualifikationen: keine
Spielort: Sporthalle Integrierte Gesamt Schule Gera-Lusan (Kap. 200, davon 80 Sitzplätze)
Zuschauer: ca. 80 (Gästefans: ca. 10)
Unterhaltungswert: 6,5/10 (Trotz niedrigem spielerischen Niveau war es aufgrund der vielen Tore und des kämpferischen Einsatzes ein sehenswertes Spiel)
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Photos and English Version:

Für einen recht ungewöhnlichen Handballground ging es am Sonntagmittag zu dritt nach Gera. Da Anja die Stadt, die schon ein paar sehenswerte Teile (Rathaus und Kirche im Zentrum, Orangerie, alte Bausubstanz im Stadtteil Untermhaus und der Schlossberg) hat, noch nicht kannte, gab es erst eine kurze Stadtführung. Dann fanden wir uns irgendwie zur etwas versteckt liegenden Halle der Integrierten Gesamtschule des Stadtteils Lusan. Diese Sporthalle gilt als die heruntergekommenste der ganzen Thüringenliga. Eigentlich ist sie natürlich ganz cool – doch auch ich muss sagen, dass sie einer solchen Liga eigentlich unwürdig ist und nur ein Spiegelbild dafür, wie verödet die Sportszene in der ganzen Stadt Gera ist. Umgeben von guter Plattenbausubstanz ist sie reichlich abgeblättert, völlig mit Graffiti zugesprayt – wobei auch ein sehr gut gemachtes, etwa 20m langes und 2m hohes Wandbild dabei ist, das an einen jung verstorbenen Graffitikünstler erinnert – innen völlig abgenutzt mit altem Parkett, Turnbänken, staubigen Klinkerwänden, erbärmlichen Beleuchtungselementen und unzureichend verdunkelten Fenstern. Wenn die Sonne scheint, kann das das Spiel beeinflussen – mal ganz abgesehen davon, dass es für die Zuschauer (alle Plätze gucken gegen die Sonne) nervig ist.

Wenn man die schwarze Tür an der Seite gefunden hat, kommt man auf die Zuschauerbänke. Für einen Thüringenligisten – gerade für einen zukünftigen Ex-Thüringenligisten – verlangte die Heimmannschaft viel zu hohen Eintritt: 4€. Aber das passt mal wieder: es spielte schließlich der Post Sportverein. Hohe Preise, kein Service, unfreundliche Angestellte – Deutsche Post! Na ja, unfreundlich waren wenigstens weder Fans noch Spieler – wobei die Spieler des Post SV nun mal leider mit dieser Liga völlig überfordert sind: der Tabellenletzte hat erst ein Spiel (nachdem bereits 11 Spiele in Serie verlorengingen hieß es gegen Werratal Breitungen 34:33) gewonnen. Der Klassenerhalt ist so schon kaum noch zu schaffen. Heute empfingen sie ein Team aus dem Mittelfeld: die Spielgemeinschaft Suhl/ Goldlauter ist auf Rang 9 mit 8 Siegen und 9 Niederlagen zu finden.

Einige Fans, vor allem ein paar Jugendspieler, waren trotzdem voller Enthusiasmus: die feuerten die Postsportler gut an, reagierten auf den Spielverlauf und pöbelten auch mal die Gästespieler voll. Die Schiedsrichter bekamen auch mal ein paar böse Sprüche zu hören, wobei die Zuschauer nur ein einziges Mal wirklich im Recht waren – dabei allerdings so im Recht, dass ich auch gleich ins Schimpfen über die Fehlentscheidung einstimmte...

Aber erst einmal zur Anfangsphase der ersten Hälfte: Gera verursachte zwar in der ersten Minute schon einen Siebenmeter, der mit Dusel verwandelt wurde, aber erwischte ansonst den etwas besseren Start und lag immer mit ein, zwei Toren in Front. Der erneute Rückstand kam erst mit dem 8:9 nach knapp 13 Minuten. Die Torquote in den ersten 20 Minuten war enorm: leider in erster Linie deshalb, da beide Torhüter völlig neben sich standen und so gut wie keinen Ball hielten. In einem ausgeglichenen, technisch wie spielerisch schwachen, aber kämpferisch sehr guten Spiel, stand es 15:15 bei Pause. Kurz vor Pausenpfiff war die oben erwähnte, hitzig diskutierte Entscheidung vorgekommen: ein Postler will einen Konter einleiten und prellt einen am eigenen Kreis abgefangenen Ball auf die Mittellinie zu, vor der er noch von hinten von einem Suhler unfair attackiert wird; mit der linken Hand versucht der Gegner dem Geraer den Ball auf Hüfthöhe abzunehmen und schlägt ihn dabei aber mit der rechten bei hohem Tempo ins Gesicht. Beide Stürzen, es gibt viel Geschrei und die Schiedsrichter entscheiden trotz der schwere des Fouls nur auf zwei Minuten. So eine Szene sieht man als Handballfan oder -spieler ja doch mehrfach pro Saison und wenn in vier von fünf Fällen bei so einer Szene auf glatt Rot entschieden wird, muss man sich schon fragen, warum es hier nur eine Zeitstrafe gab.

Allerdings war das die einzige Entscheidung des Schiedsrichtergespanns, die wirklich ziemlich daneben war. Ansonsten waren sie richtig gut, denn sie mussten bei zwei derartig unbedarften Mannschaften, die streckenweise einfach nur unsauber spielten, sehr aufmerksam durchgreifen ohne gleich jeden Scheiß zu ahnden. Immerhin wurde das Spiel in Hälfte zwei etwas sauberer und vor allem besser. Jetzt hielten die Torhüter (es waren die Ersatzleute gekommen) auch mal den ein oder anderen Ball. Der von Suhl hielt allerdings nun deutlich mehr Bälle, sodass die Gäste Mitte der zweiten Halbzeit begannen sich abzusetzen und nun bis zum Schluss mit zwei, drei Treffern in Front lagen. In der Schlussphase kam Gera zwischenzeitlich auch mal noch bis auf einen Treffer heran, aber Suhl hatte schließlich mit 33:35 durch die bessere Torhüterleistung die Nase vorn.

Nach dem Spiel gingen wir noch im nicht gerade preisgünstigen aber dafür auch wirklich guten Restaurant „México“ in der Innenstadt Essen.
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Statistik:
Grounds: 704 (heute 1 neuer; diese Saison: 110 neue)
Sportveranstaltungen: 1.469 (heute 1, diese Saison: 155)
Tageskilometer: 150 (150 Auto)
Saisonkilometer: 30.550 (21.980 Auto/ 6.600 Flugzeug/ 1.960 Fahrrad/ 10 Bahn, Bus, Tram/ 0 Schiff, Fähre)
Anzahl der Fußballspiele seit dem letzten 0-0: 33
Anzahl der Wochen, seit der letzten Woche ohne eine einzige Sportveranstaltung (31.7.-6.8. 2006): 290

Sonntag, 2. Oktober 2011

W270III: Zweimal unterste Spielklasse aber unterstes Niveau war nur einer der Schiris

AC 1990 Taucha AH 11:0 Post SV Leipzig AH
Datum: Sonntag, 2. Oktober 2011 – Anstoß: 13.00
Wettbewerb: 3. Altherren-Stadtklasse Leipzig, Staffel 2 (4. und unterste Liga der Ü-32)
Ergebnis: 11:0 nach 90 Min. (45/45) – Halbzeit: 3:0
Tore: 1-0 9. (8), 2-0 15. (7), 3-0 23. (7), 4-0 52. (5), 5-0 54. (5), 6-0 56. (10), 7-0 67. (9), 8-0 77. (5), 9-0 80. (11), 10-0 83. (6), 11-0 85. (14)
Verwarnungen: 7 (Post)
Platzverweise: keine
Spielort: Sportplatz AC/ Graßdorfer Straße (Kap. 1.000 Stehplätze)
Zuschauer: ca. 75 (darunter ca. 7 Gästefans)
Unterhaltungswert: 7,0/10 (Taucha spielte hervorragend und für eine Ü-32 äußerst flott – Post war halt ganz schön überfordert...)

SV Leipzig-Thekla II 3:2 TSV Leipzig-Wahren II
Datum: Sonntag, 2. Oktober 2011 – Anstoß: 15.00
Wettbewerb: 3. Stadtklasse Leipzig, Staffel 2 (12. und unterste Liga, 7. Amateurliga)
Ergebnis: 3:2 nach 94 Min. (45/49) – Halbzeit: 0:1
Tore: 0-1 36. (11), 1-1 52. (12, „Foul“elfmeter), 2-1 77. (11), 2-2 82. (10, „Foul“elfmeter), 3-2 87. (12)
Verschossene Elfmeter: 29. Theklaer Torwart wehrt Foulelfmeter von Wahrener Nr. 9 ab
Verwarnungen: 30-Torwart, 3 (Thekla); 13 (Wahren)
Platzverweise: keine
Spielort: Sportplatz Thekla (Kap. 300, davon 50 Sitzplätze)
Zuschauer: ca. 70 (darunter ca. 5 Gästefans)
Unterhaltungswert: 6,0/10 (Mittelmäßiges aber spannendes Spiel mit kuriosen Szenen und noch kurioseren Schiedsrichterentscheidungen)
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Photos and English version:

Wer denkt, dass nur Spiele höherer Amateurklassen interessant sind und die 3. Kreisklasse, also die unterste Spielklasse, grauenhaft, der kennt wohl die sächsische Metropole Leipzig und ihren sehenswerten Spielbetrieb nicht. Zumal dort nicht nur die Männer, Frauen und Jugend einen gut organisierten Spielbetrieb haben, sondern auch die Alten Herren. Allein für Alte Herren gibt es vier (normale) Ligen und eine weitere für „Alt-Senioren“.

In Taucha gibt es zwei Vereine. Der kleinere Verein aus der an Leipzig grenzenden Landstadt Taucha heißt AC 1990 und ist mit der Altherrenvertretung souveräner Tabellenführer (5 Spiele, 5 Siege, 21:4 Tore) in der untersten Spielklasse der Ü-32. Hingegen der Gegner aus dem Herzen Leipzigs (der Post SV spielt am Mariannenpark), konnte aus 5 Spielen nur drei Punkte und zwei Tore holen.

Dass selbst in der untersten Leipziger Altherren-Liga Mannschaften spielen, die es mit fast jeder Altherrentruppe aus angrenzenden Landkreisen, die keinen solchen Spielbetrieb haben, aufnehmen können, war mir schon lange klar. Der Spielbetrieb steigert die Konkurrenz und somit auch die Qualität: selbst starke Mannschaften aus dem Saalekreis wie Leuna oder Braunsbedra würden in der zweiten Liga, der Stadtklasse, kaum einen einstelligen Platz belegen. Dieses Spiel heute war zwar sehr einseitig, aber auch sehr sehenswert. Post war halt reichlich überfordert. Von Anfang an spielte eigentlich nur die eine Mannschaft, der AC Taucha, doch wie sie spielten, war schon prima: immer offensiv nach vorne und dabei ball- und kombinationssicher, flott und schnell, aber zudem auch kaum Fehler.

Schon nach neun Minuten war ein erster Torerfolg zu verzeichnen. Das 2:0 war ein klasse Flugkopfball ins rechte Eck nach einer Hereingabe von der linken Grundlinie. 3:0 hieß es noch viel zu niedrig zur Pause. In der zweiten Spielhälfte zog der Gastgeber die Postler vor mittlerweile über 70 Zuschauern richtig ab. 6:0 innerhalb von sechs Minuten. Zweistellig war es nach 83 Spielminuten und am Ende hieß es gar 11:0. Post konnte leider keine der fünf, sechs Chancen, die sie sich erspielten, in einen Ehrentreffer umwandeln. Bisher waren das der höchste Sieg und auch das einzige zweistellige Ergebnis in dieser Staffel.

Lobend erwähnt werden muss übrigens auch der Schiedsrichter: Eberhard Kunze hatte genau die richtige Abseits-Linie drauf, d.h. im Zweifel für den Stürmer, aber nicht so, dass klare Abseitsstellungen von mehr als einem Meter ignoriert worden, und die Zweikämpfe wurden auch nicht bei jeder Berührung die zu einem Sturz führte abgepfiffen, sondern erst wenn unsauber gespielt wurde. Der Unparteiische war zwar der Älteste auf dem Rasen aber sehr souverän und korrekt in seinen Entscheidungen!
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In Thekla sah das anders aus. Aber nicht nur die Schiedsrichterleistung ging in die völlig andere Richtung – schon allein die Sportanlage war etwas ganz anderes. Der AC-Sportplatz ist etwas öde, da er in der hässlichen Landstadt am Rande einer Siedlung liegt und zwar von etlichen Bäumen umgeben, aber ziemlich weitläufig und kahl ist. Einen kleinen Graswall gibt es zwar auch, aber Thekla macht – bei allen hässlichen Fangzäunen ringsherum – doch mehr daher: so mitten zwischen Kleingärten und Wohnhäusern gelegen ist der Platz extrem eng. Die Verletzungsgefahr scheint mir auch relativ hoch, da man nicht nur nach anderthalb Schritten ins Aus sofort einem Zuschauer in den Schoß (bzw. dann auf einen leeren, blauen Schalensitz) fällt, sondern vor allem auf der Gartenseite in die Metallzäune, die nur zwei Meter hinter der Torauslinie stehen, gecheckt oder gegen die Scheunenwand hinter der einen Eckfahne gestoßen werden kann. Die genau gegenüberliegende Eckfahne ist auch ein Punkt für einen harten Zweikampf, der das Zeug zum Foul des Jahres hat: wenn da zwei Gegner nur auf den Ball konzentriert sind und einer den an der Fahne sperren will und der andere noch im vollen Lauf die Schulter einsetzt, fliegt der eine über die nur einen Meter entfernte Buchsbaumhecke auf die schöne, gepflegte Terrasse des Sportlerheims – da sind Kaffeekränzchen und Bierrunde erheblich gestört...

Zum Glück für Schiri Kevin Gräfe legte es keiner der Spieler auf so eine Aktion an – der junge Unparteiische lag auch so bei fast jeder Entscheidung daneben. Am Anfang waren es nur fälschlich erkannte Abseitspositionen und lächerliche Freistöße wegen angeblichen Sperrens oder Trikothaltens – doch nach etwas mehr als 20 Minuten war es dann ein klarer Elfmeter, den er den Gästen verwehrte. Die Reserve von Wahren ließ Thekla mit ihren dilettantischen Schüssen (mindestens fünf Mal donnerten sie in einer halben Stunden den Ball in einen Garten) erst einmal kommen – als Tabellenführer mit 13 Punkten aus 5 Spielen präsentierten sie sich da nicht so (wobei Thekla mit 6 Punkten aus 4 Spielen ja nicht so deutlich unterlegen schien) – doch der dritte gute Angriff hätte zu einem Strafstoß führen müssen! Der Torwart ruppte als letzter Mann einen durchgebrochenen Stürmer, der den Ball an ihm vorbei stolperte, um. Der Wahrener hätte den Ball im Tor untergebracht und Elfmeter und Gelb wäre das Mindeste (eigentlich wäre eine rote Karte erforderlich gewesen, doch in der Klasse kann man es noch bei Gelb belassen) gewesen, aber die Knalltüte ließ einfach weiter laufen. Die größte Knalltüte war allerdings der Thekla-Torwart mit seiner Nummer 30: da senst der doch glatt noch einen Spieler um – fast genau dieselbe Situation und wieder im Strafraum und auch noch keine fünf Minuten später. Hier konnte auch Gräfe nicht wegsehen und gab Strafstoß und Gelb. Der Wahrener mit der Brille schoss allerdings zu schwach, sodass der Theklaer Schlussmann den Ball abwehren konnte. Gerechtermaßen schaffte es aber ebendieser Wahrener nur wenige Minuten später den entscheidenden Pass zum hoch verdienten 0:1 zu geben.

Nach der Pause sah das Spiel etwas anders aus, denn Wahren wurde da mangels Aktivität seiner Rolle als Aufstiegskandidat nicht wirklich gerecht. Grauenhaft war dann allerdings, was sich der Schiri wieder leistete: ein lächerlicher Foulstrafstoß für Thekla. Der 12er, einer der ganz wenigen, der bei den Gastgebern gut spielte, verwandelte sicher. Wer dachte, das sei es gewesen mit Elfmetern, irrte: Nachdem eine knappe Viertelstunde vor Schluss die immer besser werdenden Gastgeber in Führung gingen, wurde ein Stürmer von Wahren erneut im Strafraum zu Fall gebracht: allerdings hatte er sich vorher den Ball zu weit vorgelegt, dieser hatte die Torauslinie bereits im vollen Umfang überschritten und eigentlich hätte es auch hier nicht Elfmeter geben dürfen, aber diese Fehlentscheidung kann man dem Unparteiischen noch am ehesten Nachsehen: aus meiner Perspektive vom Seitenrand konnte ich das besser sehen als er und außerdem erzielte Wahren so den verdienten Ausgleich. Diesmal war ein anderer Schütze dran und der machte es halt besser. Richtig gut zeigte sich aber noch einmal die Nummer 12 von Thekla, der mit einem weiten Flachschuss ins linke Eck das 3:2 erzielte. Den Treffer holten die Gäste dann nicht mehr auf. Verpfiffen wurden sie zwar nicht (der Schiri war nicht nur auf dem Auge für die Gastmannschaft blind), aber Pech hatten die Rot-Schwarzen schon. Von einem Tabellenführer kann man allerdings auch in der untersten Spielklasse etwas mehr erwarten, denn man will ja diese 3. Stadtklasse verlassen – und hätten die Wahrener die Erwartungen erfüllt, hätten sie Thekla auch trotz dreier Gegentore und einem verschossenen Elfer noch besiegt.

Auf dem Rückweg war ich erstaunt, dass so wenige Vollpfosten auf dem Rad unterwegs waren. Auch waren keine Sonntagsfahrer mit dem Auto auszumachen. Was war denn da los? Für Oktober hatten wir so angenehm sonnig-warmes Wetter, dass man fast die Klimaerwärmungslügen der von Politikern gekauften „Wissenschaftler“ glauben wollte und auf den Sportplätzen waren auch überdurchschnittlich viele Zuschauer zugegen – aber der Auto- und Fahrradverkehr war ja wirklich kein Vergleich zum Sommer. Da war die Rückfahrt natürlich ganz lässig und bei kaum vorhandenen Wind auch mit einem Schnitt von 20 km/h zu schaffen. Außerdem war heeme dann auch endlich mal wieder mehr los: in der Arbeitersiedlung wurden dutzende Böller und Raketen gezündet, Party war auch in der Gegend – zu welchem Anlass habe ich nicht mitgekriegt, aber jedenfalls war ganz gut was los...
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Statistik:
Grounds: 642 (heute 2 neue; diese Saison: 48 neue)
Sportveranstaltungen: 1.373 (heute 2, diese Saison: 59)
Tageskilometer: 90 (90 Fahrrad)
Saisonkilometer: 9.840 (8.510 Auto/ 1.330 Fahrrad/ 0 Flugzeug/ 0 Bahn, Bus, Tram/ 0 Schiff, Fähre)
Anzahl der Fußballspiele seit dem letzten 0-0: 92
Anzahl der Wochen, seit der letzten Woche ohne eine einzige Sportveranstaltung (31.7.-6.8. 2006): 270

Montag, 7. September 2009

WE162III: Mehr gelbe Karten als Tore in Leipzig

Post SV Leipzig A 2:5 SC Eintracht Schkeuditz A
Sonntag, 6. September 2009 - Anstoßzeit 10.30
A-Jugend Stadtliga Leipzig (6. Liga der U-19, unterste Spielklasse)
Ergebnis: 2:5 nach 92 Min. (45/47) - Halbzeit 2:1
Tore: 1-0 28. Eigentor Nr. 5 (SCE), 2-0 29. Nr. 10 (PSV), 2-1 30. Nr. 10 (SCE), 2-2 48. Nr. 7 (SCE), 2-3 57. Nr. 9 (SCE), 2-4 67. Nr. 9 (SCE), 2-5 75. Nr. 8 (SCE).
Verwarnungen: Nr. 6, Nr. 1, Nr. 4 (PSV), Nr. 13, Nr. 8, Nr. 14, Nr. 9 (SCE)
Platzverweise: keine
Spielort: Mariannenpark (Kap. 1.000, davon 100 Sitzplätze)
Zuschauer: 15 (2 Gästefans)
Spielqualität: 6,5/10 (Ordentliches Spiel)

SG 1948 Räpitz 2:1 SV 1848 Lindenau
Sonntag, 6. September 2009 - Anstoßzeit 15.00
1. Stadtklasse Leipzig (10. Liga, 5. Amateurliga)
Ergebnis: 2:1 nach 92 Min. (45/47) - Halbzeit 1:0
Tore: 1:0 34. Elfmeter Nr. 7 (SG 1948), 2:0 50. Elfmeter Nr. 7 (SG 1948), 2:1 80. Nr. 3 (SV 1848).
Verwarnungen: Nr. 10, Nr. 2, Nr. 7 (SG 1948), Nr. 10, Nr. 4, Nr. 9 (SG 1848)
Platzverweise: keine
Spielort: Sportanlage Räpitz (Kap. 1.000)
Zuschauer: 35 (7 Gästefans)
Spielqualität: 2,5/10 (Schwaches Spiel)

For the English version and the photos see: [Fotos von den Spielen u. a.].

Am Sonntag war wieder ein Doppler in Leipzig angesagt, wobei erneut ein A-Jugendspiel den Anfang machte. Diesmal die unterste Spielklasse: Post SV gegen Eintracht Schkeuditz. Der Platz liegt in der Nähe des Bahnhofs, hinter einem ehemaligen Postamt, umrahmt von Bäumen aber auch völlig heruntergekommenen Industriegebäuden. Wir ließen uns auf dem geringen Ausbau – flache, dunkle Kunststoffbänke – nieder, bis es zu stark regnete, sodass wir unter den Bäumen gegenüber Deckung suchten. Doch bis dahin war schon einiges geschehen: nach vielen vergebenen Chancen auf beiden Seiten erzielte ein Gästespieler ein Eigentor zum 1:0. Den Schkeuditzern wurde dann gleich nach dem Anstoß der Ball geklaut und aus 40 Metern aufs Tor gedonnert: 2-0. Der nächste Anstoß wurde überlegter aufgebaut und sofort zum Anschlusstreffer verwertet. Drei Tore in zwei Minuten: stark!

Das 2:1 war der Pausenstand und Schkeuditz drehte erwartungsgemäß auf. Unsicherheiten in der Abwehr – bis hin zu Fehlern, wie vom Torwart, der mit dem Ball in der Hand aus dem Strafraum heraus rannte beim Abschlagversuch – bedingten den 2:5-Sieg für die Gäste.

Sonst noch erwähnenswert war der Schiri, der nicht älter als die Spieler war, aber unheimlich kleinlich und teilweise arrogant pfiff. Die sieben gelben Karten waren eine Frechheit! Gut hingegen war das Essen in der Vereinsgaststätte bei freundlicher Bedienung. Engelsdorf ist allerdings in Punkt eins und zwei und Dölzig zumindest in Punkt eins, wo sie die Spitze bisher sind, besser.

Danach ging es zäh durch Leipzig hindurch in das trostlose, flache Land am Rande der mit mehr oder weniger schönen und interessanten Bauten aller Art durchsetzten, auf jeden Fall interessanten, aber auf keinen Fall schönen Stadt. Besonders trostlos ist der Ort Räpitz. Ein hässlicheres Dorf ist nur Großkugel. Vor 35 Zuschauern, darunter einem bekannten Gesicht aus Markranstädt: der behinderte Mann ging beim SSV stets ein und aus und erschreckte einige Zuschauer mit seiner Artikulationsunfähigkeit, die leider auch schon zu Missverständnissen führte (wenn ein dunkler Spieler am Ball ist und der Mann schreit „uhh, uhh“ – er kann ja nicht anders – führt das schnell zu unangenehmen Assoziationen), zeigten die Räpitzer keinen vernünftigen Fußball. Aber auch die Lindenauer, die genau 100 Jahre früher gegründet wurden, waren nur am holzen und bolzen.

Kopflos die Bälle nach vorne. Laufbereitschaft zeigen, aber jeden Ball verlieren. Dann den Gegner wegstoßen oder umtreten. Was die Räpitzer Bank sich da immer wieder über Fehlverhalten der Gäste aufregte?! Die waren die noch schlimmeren Klopper! Die Anzahl der Karten war hier berechtigt und dem Schiri konnte man keinem Vorwurf machen – nur die Assistenten winkten zu viel Abseits. Zum Glück stellten sich die Gästeabwehrspieler so blöd an, dass zwei berechtigte Elfmeter gegen sie verhängt wurden. Beide wurden sicher verwandelt. So fielen wenigstens Tore. Aus dem Spiel heraus erzielte nur Lindenau ein Tor. Aber auch nur eins. So ging es 2:1 aus. Ein Pfostentreffer in der 89. Minute für Lindenau war für die Gastgeber natürlich noch mal eine Schrecksekunde oder zwei.

Ähnlich wie das zweite Spiel, was dem ersten Spiel in allem nachstand, zog sich der Rückweg mit dem Rad gegen den Wind. Die Tour hat sich trotzdem wieder gelohnt. Das Sportgeschehen im Amateurbereich ist in Leipzig halt sehr lebhaft. Die Vereinsgaststätten sind im Übrigen hervorragend. Einige Sportanlagen auch.

Statistik:
Ground Nr. 350 (zwei neue Grounds; diese Saison: 19 neue)
Sportveranstaltung Nr. 881 (diese Saison: 22)
Tageskilometer: 90 (Fahrrad)
Saisonkilometer: 7.330 (6.680 Auto, 650 Fahrrad, 0 Bahn, 0 Flugzeug)
Anzahl der Fußballspiele seit dem letzten 0-0: 8
Anzahl der Wochen, seit der letzten Woche ohne eine einzige Sportveranstaltung (31.7.-6.8. 2006): 162

For the English version and the photos see: [
Fotos von den Spielen u. a.].