Montag, 6. April 2009

03.04.09: Noch einmal nach Rostock; diesmal via Oranienburg und Neuruppin

Auch am ersten Aprilwochenende, dem letzten Wochenende vor Beginn des neuen Semesters, ging es nach Rostock. Für diese Saison sollte es dann aber auch gut sein mit Besuchen an der Ostsee.
Da ich noch was am Orientinstitut zu tun hatte, wurde ich von meinen Eltern in Halle abgeholt. Brötchen im Backwerk geholt und dann ab gen Norden.
Erster Stopp: Oranienburg. Erster Gedanke nach Erreichen des Stadtzentrums: Ey, wo is das scheiß Zentrum?! Wir hatten es schon gefunden: die unmotivierte Ansammlung geschichtsloser Neubauten, die Brachflächen und die gammlige neoklassizistische Kirche waren wirklich das Stadtzentrum, was von einem schmucklosen Schloss begrenzt wird. Ja, schmucklos und Schloss ist kein Widerspruch! Das Schloss in Oranienburg ist zwar geschlossen in der Bausubstanz und bis auf einen Flügel, der komplett fehlt, 100% hergerichtet, aber langweilig, da flach, einfarbig weiß und ohne Turm.

Welcher Idiot die Markierungen auf unserem Straßenatlas vorgenommen hat, will ich ja mal wissen: wie man eine derart hässliche Stadt wie Oranienburg in Sachen Sehenswürdigkeiten auf eine Stufe mit Merseburg, ja gar mit Quedlinburg stellen kann, ist mir unbegreiflich. Die abartige Hässlichkeit dieser Stadt ist natürlich den Alliierten mit ihren Zerstörungen geschuldet, die Oranienburg mit Bomben überzogen. So viele Bomben wie in Oranienburg fielen angeblich nirgendwo in Deutschland. Aber der, der den gelben Kasten als Zeichen für „sehr sehenswerte Stadt“ angebracht hat, muss nie in Oranienburg gewesen sein oder nur wegen dem KZ Sachsenhausen - was natürlich den Blödsinn nicht besser macht - die Markierung vorgenommen haben.
Besagtes KZ besuchten wir dann nicht im Innenbereich, da es doch etwas weitläufiger als erwartet war.
Vor der Gedenkstätte war dann Fahrerwechsel und ich musste mich mit dem Opel Vectra Kombi 1.9 CTDI herumschlagen.

Ich habe es dann aber trotz dieser Missgeburt eines Autos nach Neuruppin geschafft, eine Stadt, die auf unserer Karte als „kleinere Sehenswürdigkeit“ bezeichnet wird. Völlig daneben im Vergleich zu Oranienburg! Neuruppin kann mit einer fast völlig geschlossenen Altstadt - mittelalterliche, barocke, viele klassizistische Gebäude - aufwarten. Der Marktplatz und die wirklich schöne Seehafenpromenade waren auch nach 18 Uhr noch erstaunlich betriebsam. Einige kleine Altstadtgassen sind auch wirklich idyllisch und ruhig.
Ein absolutes Highlight und alleine schon das Kommen mehr Wert als ganz Oranienburg, ist der orientalische Garten, der zwar streckenweise recht kitschig historistisch daher kommt, aber das ist der Zeit geschuldet, in der er errichtet wurde.
Nach Oranienburg wurde es dann zu knapp für Plau am See. Also wieder den Besuch dort verschoben.
Besucht haben wir dann natürlich noch die Blohms auf ihrem Reiterhof in Diedrichshagen bei Rostock, wo wir wieder Quartier bezogen.
Da ich mich vorhin zu dem Mietwagen ausgelassen habe: besagter Opel Vectra ist völlig übergewichtig, gefedert wie ein Kinderwagen, schlingert bei jeder Bremsbewegung bei dreistelligen Geschwindigkeiten (dieser Möchtegern-Rennwagenkombi fährt dann auch noch 230km/h, die ich trotz allem ab und an ausfuhr) und die 6-Gangschaltung ist eine Zumutung: der Knüppel lässt sich erst wachsweich bedienen und dann hakelt der, wenn man ihn in den entsprechenden Gang bekommen will. Das Rad für die Lichteinstellung ist auch Schrott: wo ein normales Auto die Einstellung „Manuelles Licht“ hat, ist das Standlicht. Gut, dass das die Bullen nicht gesehen haben: man merkt nämlich gar nicht so schnell, wenn nur das Standlicht an ist...
Bilder gibt es hier!

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