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Montag, 18. Oktober 2010

W220II: Blšany wieder erfolgreich, die böhmische Art Handball zu spielen und ein Besuch beim Bayern München der Tschechischen Republik

SK „Mondi“ Štĕtí 1:3 FK Chmel Blšany
Datum: Samstag 16. Oktober 2010 – Anstoß 10.15
Übersetzung: SC „Mondi“ Wegstädtl gegen FC Hopfen Flöhau
Liga: „Fincentrum“ Krajský přebor, Ústecký kraj (Bezirksliga Aussig, 5. tschechische Fußballliga, 1. Amateurliga)
Ergebnis: 1:3 nach 96 Min. (48/48) – Halbzeit: 0:1
Tore: 0:1 38. Stracený, 0:2 70. Čičcek, 1:2 73. Peterka (Elfmeter), 1:3 80. Stracený
Verwarnungen: Nr. 4, Nr. 7 (Štĕtí); Novák, Kolonin, Siegel sen. (FK Chmel)
Platzverweise: keine
Sportanlage: Městský Stadion Štětí - hřištĕ 2/ Stadtstadion Wegstädtl - Platz 2 (Kap. 1.200 davon 24 Sitzplätze)
Zuschauer: 150 zahlende, insgesamt ca. 200 (davon 2 Gästefans)
Unterhaltungswert: 7,0/10 (Gutes Spiel beider Mannschaften)
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Photos and English version:
1)
SK Mondi Steti 1-3 FK Chmel Blsany (Krajsky prebor)
2)
Palaces of Libochovice, Budyne n. O., Roudnice n. L. & Melnik

Der Tag begann mit einem Frühstück, wie wir es oft in Tschechien essen: Baguettes an der Tanke. Bei der Benzina in Litvínov funktioniert zwar meistens vieles nicht – so ging bei einem Tschechen neben uns die Tankuhr nicht, der Kaffeeautomat war defekt und mit Karte konnte man auch nicht zahlen – aber dafür ist die Chance hier den freundlichen jungen Mitarbeiter zu treffen sehr hoch. Einer der so engagiert arbeitet, ist in Tschechien im Dienstleistungssektor absolute Mangelware.

Von Litvínov aus ging es über Libochovice, wo sich ein ganz ansehnliches Barockschloss am Markplatz befindet, das einen schönen Arkadeninnenhof und einen größeren Park mit Buchsbaumhecken hat, weiter nach Budynĕ nad Ohří. Dort ist eine komplett restaurierte oder rekonstruierte Wasserburg zu sehen; ein sehr eindrucksvoller Bau mit starken Mauern am Wehrgraben und Innen eben diesem geschlossenen Bau mit einem auffälligen Turm.

Nach Überquerung der Elbe erreichten wir die nicht besonders attraktive Industriestadt Štětí. Wir fuhren zügig zum am Süd-Ende der Stadt gelegenen Stadtstadion. Das eigentliche Stadion wird nicht mehr für Wettkämpfe genutzt, da auf der Tribüne die Sitzbänke angegammelt oder zertrümmert sind. Allerdings habe ich schon Spiele höherer Spielklassen in heruntergekommeneren Sportstätten gesehen... Gespielt wird auf dem Platz direkt daneben, der auf einer Seite drei Betonstufen aufweisen kann. Auf der obersten Stufe stehen an dem einen Ende vier Bänke. Gegenüber ist kein Ausbau außer einem Gerüst für einen Kameramann. Am Auffälligsten ist der Sprecherturm mit seiner komischen achteckigen Form.

Der SK Mondi Štětí ist einer der Vereine, der auf sinnlose und dumme Sponsorennamenzusätze hört. Zu diesem Problem habe ich mich noch weiter unten im Bericht vom Spiel zwischen Sparta und Liberec geäußert. Das Industriegebiet des international vertretenen britisch-österreichischen Papier- und Verpackungsmaterialienkonzerns ist in Štětí auch schwer übersehbar wenn man von Westen aus kommend über die kuriose Eisenbahn- und Auto-Brücke fährt.

Warum wir – obwohl wir wussten, dass nicht auf dem Hauptplatz gespielt wird – gerade nach Štětí fuhren, war die Ansetzung: denn unser tschechischer Lieblingsklub – FK Chmel Blšany – trat dort an. Der Gastgeber und die Hopfenkicker sind dabei punktgleich (15 Zähler, d.h. 6 weniger als Tabellenführer Louny) und als gleich stark einzuschätzen. Nach einer ersten Druckphase der Gastgeber tat sich Blšany allerdings schnell als die technisch bessere, beweglichere und torgefährlichere Mannschaft hervor. Allerdings dauerte es bis kurz vor dem Halbzeitpfiff, ehe nach Stracenýs starkem Flachschuss aus vollem Lauf ins Eck zwei der 200 Zuschauer jubeln konnten. Während die Heimfans hauptsächlich durch pöbeln auffielen, fielen die Gäste durch Abwesenheit auf. Nur mein Vater und ich unterstützten den „FC Hopfen“, was Kapitän Siegl Senior auch zur Kenntnis nahm.

In der zweiten Halbzeit war anfangs wieder der Gastgeber stärker, doch nutzte seine Chancen nicht und produzierte einen üblen Abwehrfehler – Fehlpass vorm eigenen Sechzehner, den sich Čiček erlief – wodurch Blšany mit 0:2 in Führung ging. Der Schiri war eine ziemliche Flitzpiepe und hatte nicht nur mit Einwurf-, Eckball- und Abstoßentscheidungen so seine Probleme, sondern auch mit dem Einschätzen von Fouls. So gab es einen fragwürdigen Elfmeter, den Peterka gegen Blšanys Ersatztorwart Krabec, der den gesperrten Klíma ansonsten prima vertrat, verwandelte. Allerdings dauerte es nicht lange, ehe der Gast aus dem 900-Einwohner-Dorf seinen dritten Treffer markierte: erneut zieht Stracený von der Strafraumgrenze aus ab und trifft Klasse ins Netz. 1:3 war der Endstand.
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Wir fuhren dann nach Roudnice nad Labem zurück, wo wir uns noch das in Renovierung befindliche Lobkowitz-Schloss von außen anguckten, auf dem sehr ansehnlichen Markplatz herumliefen und uns wunderten, warum der kleine Platz zwischen Markt und Wachturm (und auch ebenjener, heute als Aussichtsturm benutzte Wehrbau) in so viel besseren Zustand als die Kirchen sind.

Weiter ging es nach Mĕlnik. Dort darf man sich nicht von der Hässlichkeit des neueren Bereiches der Stadt abschrecken lassen: an der Spitze des Berges oberhalb der Elbe – von Westen aus ein gutes Panorama – befinden sich ein paar sehr schöne Häuser, eine auffällige Kirche und direkt daneben ein bekanntes und auch sehenswertes Schloss. Ansonsten kann man die Altstadt auch statt über die Treppe durch den Weinberg mit ein paar Schritten durch das Prager Tor – der Wehrbau wird derzeit restauriert – betreten. Insgesamt muss ich aber sagen, dass dieser Ort enorm überschätzt wird. Mĕlnik ist keine romantisch-schöne Stadt an der Elbe, sondern ein mieses Kaff bei Prag, das immerhin ein ganz nettes Schloss und ein paar andere alte Häuser, die aber in dieser Form jeder halbwegs zivilisierte tschechische Ort hat, bieten kann.
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TJ Avia Čakovice (ženy A) 37:20 TJ Stará Hut’ (ženy B)
Datum: Samstag 16. Oktober 2010 – Anwurf 14.20
Übersetzung: TV Avia (?) Prag-Čakovice (Frauen I) gegen TV Alte Hütte (Frauen II)
Liga: 2. liga ženy, Národní házená (2. Liga Frauen, Česká házená bzw. „Böhmisches Wurfspiel/ Handballspiel“)
Ergebnis: 37:20 nach 60 Min. (30/30) – Halbzeit: 20:9
Tore: Spielernamen unbekannt
Verwarnungen: keine (?)
Platzverweise: keine
Sportanlage: Areál TJ Čakovice, hřiště národní házená/ Vereinsgelände TV Prag- Čakovice, Handballplatz (Kap. 300, davon 125 Sitzplätze)
Zuschauer: ca. 15 (keine Gästefans)
Unterhaltungswert: 5,0/10 (Ganz flottes Spiel mit den in der Klasse sicher üblichen Mängeln)

TJ „Avia” Čakovice 17:18 TJ Sokol Opatovice nad Labem
Datum: Samstag 16. Oktober 2010 – Anwurf 16.30
Übersetzung: TV Avia (?) Prag-Čakovice gegen TV Falke Opatowitz/ Elbe
Liga: 1. liga muži, Národní házená (1. Liga Männer, Česká házená bzw. „Böhmisches Wurfspiel/ Handballspiel“)
Ergebnis: 17:18 nach 60 Min. (30/30) – Halbzeit: 6:9
Tore: Spielernamen unbekannt
Verwarnungen: bis zur Pause keine
Platzverweise: bis zur Pause keine
Sportanlage: Areál TJ Čakovice, hřiště národní házená/ Vereinsgelände TV Prag- Čakovice, Handballplatz (Kap. 300, davon 125 Sitzplätze)
Zuschauer: ca. 40 (davon vllt. 3 Gästefans)
Unterhaltungswert: 7,0/10 (Interessante Art Handball zu spielen... da ich den Sport nach EHF-Regeln gut genug kenne und dieses Spiel doch dem üblichen Handballspiel sehr ähnelt, kann ich hier von einem guten Spiel reden)
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Photos and English version:
Narodni Hazena (Bohemian Handball):
TJ Avia Cakovice (Prague)

Durch Zufall erfuhr ich im Internet von der ausschließlich in Tschechien verbreiteten, 1905 als eine Version des Handballspiels entwickelten Sportart Česká házená. Man belässt es meist bei diesem Namen, wobei die Tschechen ihr als „Böhmisches Handball“ oder „Tschechisches Wurfspiel“ zu übersetzendes Feldhandballspiel als Národní házená bezeichnen. Das heißt dann so viel wie „Staatliches Handball“ oder „Nationales Wurfspiel“. Mittlerweile ist das die 44. Sportart, die wir live kennengelernt haben. Im Gegensatz zum in Deutschland aus der Mode gekommenen und nur selten als modernen Verschnitt aufgeführten Feldhandball – Fußballfeld und -tore bedeuteten lange Laufwege wenige Treffer und geringere Attraktivität, da Handball in seiner jetzt international üblichen Form (in einer Halle auf einer Spielfläche von einem Bruchteil jener eines Fußballfeldes; ja, ein Handballfeld ist kaum größer als ein Strafraum eines Fußballplatzes) von den harten Zweikämpfen auf engem Raum und dem schnellen Hin- und Her zwischen den nur 40m auseinander stehenden Toren lebt – ist diese Art des Feldhandballspiels ziemlich sehenswert. Das Spielfeld beim Národní házená ist kaum größer als in der Halle, die Tore sind recht kurios (höher als breit: 2 x 2,40m) und der Belag reicht auch von Kunstrasen über Asche bis Beton.

Der Gastgeber Avia Čakovice, aus einem Vorort von Prag, spielt auf Kunstrasen und hat noch diverse andere Sportarten – es lief gerade ein Fußballtennis-Turnier; das Fußballstadion wäre auch spielbereit gewesen – im Angebot. Die tschechische Art des Handballs ist dort aber besonders ausgeprägt und als wir um kurz vor 15.00 dort aufkreuzten, waren die Frauen von Avia Čakovice in ihrem Spiel gegen die Reserve von TJ Stará Hut’ gerade noch in der Halbzeitpause. Es stand bereits 20:9, was in einigen Spielen der Endstand nach 60 und nicht der Zwischenstand nach 30 Minuten ist, wobei vor allem durch die beiden überforderten Torhüterinnen – der Gast wechselte zwar auch mal die Torfrau, doch auch die dritte Torhüterin war eine Katastrophe – noch mal so viele Tore in Halbzeit zwei fallen sollten. Was der Gastgeber zeigte, war auch immer wieder sehenswert: locker am Kreis kombinieren und dann mal beherzt aufs Tor geworfen. So siegten sie mit 37:20. Die Kleidung beider Teams passte übrigens zur Spielweise: die Gastgeber hatten richtige Trikots in blau-weiß mit Namen drauf – die Gäste schlabbernde T-Shirts und Hosen ohne jeden Aufdruck außer einer Nummer.

Um 16 Uhr sollten eigentlich der 11. von 12 gegen den 5. der ersten Männerliga auf dem schönen kleinen Platz, der auf beiden Längsseiten je zwei vierreihige Tribünen – die zwei auf der einen Seite sind blaue Schalensitze auf Betonstufen, die zwei auf der anderen komische Metall- und Holzkonstruktionen – und drumherum einige Nadelbäume hat, spielen. Leider kam das Arschloch von Schiedsrichter nicht. Bis man für diesen Vollpfosten Ersatz hatte, war eine halbe Stunde rum. In dieser halben Stunde sollte eigentlich schon die ganze erste Hälfte gespielt sein. Die begann nun 16.30 mit einigen schönen Spielszenen, harten Zweikämpfen – ob die bei den Teams, die noch auf Betonplätzen spielen, auch so die Gegner zu Boden reißen? – guten Treffern und starker Verteidigungsarbeit. Obwohl die Zuschauerzahl katastrophal war – durchschnittliche Zahlen liegen bei 120 und nicht 40 wie hier, Spitzenzahlen sind bei 500 Leuten – kamen auch gute Emotionen auf: Gästespieler wurden nach Fouls lautstark als „Arschloch“ und „Fotze“ beschimpft, die eigene Mannschaft auch immer wieder mit „Macht ein Tor“ und „Vorwärts“ Rufen angefeuert.

Wir mussten wegen der Verzögerung durch den Penner von Schiri leider schon nach dem Pausenpfiff gehen um den sportlichen Höhepunkt des Tages nicht zu verpassen. Bei nächster Gelegenheit werden wir aber wieder so ein Feldhandballspiel in Tschechien wahr nehmen – und dann auch mal 60 Minuten ein Spiel und nicht zwei Spiele nur zur Hälfte!
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AC Sparta Praha 0:2 FK Teplice
Datum: Samstag 16. Oktober 2010 – Anstoß 18.20
Übersetzung: AC Sparta Prag gegen FC Teplitz-Schönau
Liga: 1. „Gambrinus“ liga (1. tschechische Profifußballliga)
Ergebnis: 0:2 nach 92 Min. (45/47) – Halbzeit: 0:1
Tore: 0:1 31. Aidin Mahmutovič, 0:2 66. Aidin Mahmutovič
Verwarnungen: Erich Brabec (Sparta); Vlastimil Vidlička, Tomáš Vondrášek, Antonín Rosa, Aidin Mahmutovič (Teplice)
Platzverweise: keine
Sportanlage: sogenannte Generali „Arena“, früher Stadion letná (Kap. 20.854 Sitzplätze)
Zuschauer: 6.942 (davon ca. 30 Gästefans)
Unterhaltungswert: 5,0/10 (Durchschnittliches Spiel)
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Photos and English version:
1st:
Sparta Praha 0:2 FK Teplice (1. Liga)
2nd: Older Pictures from Prague:
a)
February 2010, b) 2005 and 2007

Ziemlich problemlos steuerte ich – mit meinem Stadtplan lesenden Vater als Navigationsgerät – den Wagen durch halb Prag bis auf den Parkplatz gegenüber des Stadions Letná. Für 50 Kronen (etwas mehr als 2€) darf man dort unbegrenzt parken. Die Karten fürs Spiel holten wir uns natürlich nicht bei dem alten Sack, der unter der Hand damit handeln wollte, sondern an einer der Kassen. Wir bekamen Karten im mittleren Preissegment für 240 Kronen (10€) pro Stück: noch nie haben wir in Tschechien so viel Geld für eine einzige Sportveranstaltung ausgegeben!

Dass die Kommerzialisierung auch vor der Tschechischen Republik nicht halt macht, ist klar. Dass es seit Jahren schon Erscheinungen wie das Verkaufen von Lizenzen und mitunter auch das damit verbundene Verschieben von Spielorten oder das Umbenennen der Vereine – je nach dem wer gerade sponsort – gibt, ist dem Fan bekannt. Wer wie mein Lieblingsklub – FK Chmel Blšany – nur vier Umbenennungen (von Sokol Blšany (1946) zu TJ Sokol Blšany, dann TJ JZD Blšany und SK Chmel Blšany, 1992 schließlich FK Chmel Blšany) erfahren hat, ist noch echt gut dabei. Der Kultklub Bohemians 1905, der auch immer gern auf Gegen-den-modernen-Fußball macht, wechselte z.B. 11 Mal den Namen. Auch Sparta hieß lange nicht „Sparta“, denn 1893 hießen sie noch AC Královské Vinohrady, ein Jahr später AC Sparta, nach dem zweiten Weltkrieg benannten sie sich in fünf Jahren vier Mal um tragen erst seit 1965 wieder konstant den Namen „Sparta“ in unterschiedlichen Formen. 2003 war die letzte der neun Umbenennungen. Was ein typischeres Anzeichen für übertriebene kommerzielle Interessen diverser Subjekte im tschechischen Sport ist, ist die Menge von Sportanlagen (Generali-Arena ist nur eine von Dutzenden), Ligen (Fincentrum Krajský přebor ist auch nur eine von Dutzenden) und selbst Vereinen (FK BAUMIT Jablonec oder SK Mondi Štětí sind nur zwei von Dutzenden) die nach mehr oder weniger sinnvollen Sponsoren, die in vielen Fällen den Verein schon nach wenigen Jahren nicht mehr unterstützen können/ wollen und ihn so mitunter in den Ruin treiben aber zumindest in mehrschichtige Schwierigkeiten bringen, benannt sind. Aber als deutscher Fan muss man da zuerst vor der eigenen Bude kehren, wenn man sich den SSV Markranstädt/ Rasenball/ Redbull Leipzig, Sparkassen/ Baufirmen/ Energieunternehmen Sponsorennamen-Amateurligen in vielen Bundesländern, die ganzen Brauerei-Landespokale oder LR-Kosmetik Ahlen anguckt.

Was man sich bei der Fußball AG Athletik Club Sparta Prag aber mal vor Augen halten muss, ist das asoziale Preisniveau der Eintrittskarten. Außer Slavia habe ich noch keinen Club gefunden, der derart hohe Preise (ist ja wie in der 3. Bundesliga bei uns!) verlangt. Sicher ist das Einkommen der Tschechen bis auf 75% vom Deutschen Einkommen gestiegen, klar sind die Preise mindestens genauso gestiegen, doch liegen sie in vielen Bereichen weiterhin unter den deutschen Preisen und sind auch für Einheimische meist fair. Gerade Sport ist sehr erschwinglich: vergleicht man mal z.B. mit den kranken Preisen die in Polen verlangt werden (Fußballkarten für die erste Liga erst ab 6€, Basketball ab 8€) wird man über Eintrittskartenpreise für 3€ bis 4€ für ordentliche Sitzplätze in Fußballstadien und Eishockeyhallen erstaunt sein. Aber bei den größenwahnsinnigen Hauptstädtern fängt die Preisspanne da an, wo sie bei den meisten anderen Vereinen aufhört oder gar nicht erst hinkommt: die billigste Sparta-Karte kostet 130 Kronen (5,50€) und die teuerste 435kc/ 18€. Dauerkarten sind zwischen 37€ und 169€ angesiedelt. Für die Verhältnisse in anderen Teilen Tschechiens wie gesagt saumäßig überteuert.
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Als wir das Stadion nach sehr laschen Kontrollen über den Ost-Eingang betraten, wurden wir den ersten Eindruck von Fotos im Internet und Außenansichten nicht los: eine 0815-„Arena“, die in Premier League, Bundesliga oder wo auch immer dieser langweilige Baustil gepflegt wird, überall gleich aussieht. Abwechslung bieten in der 1. tschechischen Liga ohnehin nur noch wenige Stadien: geschmackvoll modernisiert wurden zum Beispiel die Spielstätten in Brno und Olomouc, architektonisch nicht doll aber gut in die Landschaft eingepasst ist das Stadion von Slovan Liberec, doch wirklich interessant sind nur die älteren Anlagen von Hradec Králové und natürlich Bohemians Praha. Letztere sind zwar in Sachen Eintrittspreise auch schon bei 6-12€, aber haben ein viel besseres und schöneres Stadion als Stadtrivale Sparta. Die von der Generali-Versicherung namentlich verunzierte Anlage ist nämlich ein stellenweise verbauter Allseater, der auf seltsamen Stahlträgerkonstruktionen am Rande des eigentlichen Stadions die Imbissbuden und ähnliches unterbringt und auf ebenso komischen Stahlträgerkonstruktionen oberhalb des Mittelteils der Haupttribüne Presseplätze angebracht hat. Der obere Teil der Haupttribüne ist teilweise durch Balken verbaut, die Hintertorseiten ragen auch noch seitlich rein, der Vorbereich ist kahlster, hässlichster Beton und außer einem „Sparta“-Schriftzug findet sich auch nichts Auffälliges an den Sitzen.

Apropos Schriftzüge: wenn man an der Stadionmauer die Keltenkreuze und Sparta-Graffiti mit dem „S“ in Runenschrift sieht, weiß man was für asoziale Gestalten mitunter anzutreffen sind. Allerdings hört man bei Sparta auf den Tribünen auch Deutsch, Englisch, Vietnamesisch und Türkisch ohne dass sich diese Leute fürchten müssten, von den eigenen Mit-Fans angegangen zu werden. Für den Rekordmeister ist es aber trotzdem ärgerlich, dass sich auch solche rechtsradikalen Spaste bei ihm einfinden – und das in dreistelligen Zahlen.
Die heutige Zuschauerzahl war mit knapp 7.000 nicht so doll, aber besser als bei den anderen Gambrinus-Ligisten. Die Stimmung war auch bis in die zweite Hälfte hinein für die tschechischen (insbesondere böhmischen) Verhältnisse wirklich gut, da bei den Wechselanfeuerungen zwischen Hintertorbereich und Gegentribüne so viele mitgingen, dass es richtig laut wurde. Emotionen ist man ja in Tschechien gar nicht gewohnt. Höchstens noch von den mitunter ziemlich derb und aggressiv – aber eben auch stimmungsvoll – auftretenden Prager und Mährischen Fans. Ansonsten waren natürlich nur die Ultras anfeuerungsmäßig in Aktion. Alles aber bekannte Melodien und 0815-Texte. Die Gästefans waren kaum zu hören und erst recht nicht so einfallsreich. Die Jungs aus Teplice waren aber auch zahlenmäßig sehr wenige.

Das heutige Spiel war eine Spitzenbegegnung zwischen dem nach einem schlechten Start mittlerweile auf Platz 2 stehenden Rekordmeister (19 tschechoslowakische und 13 tschechische Meistertitel und zahlreiche Pokalsiege) Sparta und dem ebenso schlecht gestarteten aber jetzt auf dem 5. Platz stehenden FK Teplice, der in seiner Vereinsgeschichte drei Pokale gewann. Tabellenführer ist derzeit aber Viktoria Plzeň, was deren erste Meisterschaft wäre. Im Übrigen fallen noch die schlechte Platzierung (13. von 16) von Slavia Praha, die sonst fast so erfolgreich wie Sparta sind, und die gerade einmal drei Siege des Vereins aus Brünn, dem derzeitigen Tabellenletzten auf. Richtig übel fällt aber auf, dass der 1. FC Brno nun „FC Zbrojovka Brno“ heißt: Zbrojovka war zwar schon 1948 bis 1956 Namensbestandteil, somit also eine Rückbenennung, aber das der Industriebetrieb Česká Zbrojovka den Klub sponsort und den Namen gekauft hat ist eine Verhöhnung des Sports und in vielen europäischen Ländern aufgrund der Unvereinbarkeit mit dem sportlichen Fairplay gar nicht möglich; denn die auch noch stark auf Kundschaft aus den USA orientierte Česká Zbrojovka ist ein Waffen- und Rüstungsbetrieb. So ein Sponsor ist wirklich unpassend für Sportvereine!

Zurück nach Prag, wo die beiden Teams dem Spitzenspiel im positiven Sinne nicht ganz gerecht wurden. Das Spiel war zwar nicht schlecht, hatte aber den ein oder anderen Durchhänger. Über Geschwindigkeit und technische Fertigkeiten konnte man sich zwar nicht beklagen, aber dass die aktivere Mannschaft, Sparta, so derartig dilettantisch vorm Tor agiert, war nicht so toll. So traf Teplice mit einem Glückstreffer, d.h. einem von einem Sparta-Spieler enorm abgefälschten Ball, vor der Pause zum 0:1. Aber egal: Hauptsache kein torloses Unentschieden!
Nach der Pause war wieder das gleiche Bild wie zuvor zu sehen: Teplice zeigte die ein oder andere Attacke, was jedoch selten gefährlich war und auch alles in allem nicht so aktiv aussah wie bei Sparta. Das Tor erzielte aber wieder der Gast: diesmal auch ein schöner Kopfball und kein Murmeltor. Der Endstand betrug somit 0:2.
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Nach dem Spiel brauchten wir eine ganze Stunde um zum Hotel zu kommen: selbst mit Stadtplan ist Prag ziemlich unübersichtlich. Gut, dass wir nicht zum ersten Mal dort sind. Als Mehrfachfahrer kann ich nur sagen: wer eine schönere Hauptstadt zu kennen meint, der soll sie mir mal zeigen. So eine herausragend schöne und geschlossene sowie flächenmäßig große Altstadt gibt es kein zweites Mal! Wer Prag nicht gesehen hat ist reisetechnisch nicht mehr als eine Flachzange und kann nicht behaupten, viel von der Welt gesehen zu haben.

Zum Hotel muss man sagen, dass das „Easy Journey“ zwar nicht so einfach zu finden ist, da es in der Straße Plzenska kaum erkenntlich in Hausnummer 22 untergebracht ist, aber für 30€ das Doppelzimmer (kann man wohl auch mit bis zu fünf Leuten belegen) einen fairen Preis macht. Die Zimmer sind einfache, aber saubere und geräumige Buden mit Bad. Auch der Hotelier ist völlig O.K. Beim ihm bezahlt man gleich in bar.

Zum Abschluss des Tages mussten wir noch mal zur Tanke, da das der einzige Ort im zwei Kilometer Umkreis vom Hotel war, der etwas zu essen zu bieten hatte. Dort wurde man dann mal wieder von der Sorte Bedienstete bedient, die in der Tschechischen Republik ein echtes Problem darstellen. Wer etwas von „Servicewüste Deutschland“ faselt, soll sich mal in Tschechien umgucken. Da ist man in Deutschland so was von meilenweit voraus, was Umgang mit Kunden und unter den Mitarbeitern angeht, dass es auch Tschechen mitunter peinlich ist, wie schlecht ihre Kellner, Tankstellenmitarbeiter, Supermarktkassierer etc. sind. Diese Saubande ist so derartig unfreundlich, arrogant und unmotiviert, dass man die eigentlich nur fragen kann: „Wollt ihr Wichser eigentlich was verkaufen oder soll ich wieder gehen?“

Allerdings sollte man sich weder von der oft kühlen Art der Einheimischen, noch der erschreckenden Defizite im Dienstleistungssektor abschrecken lassen. Die ab und an anzutreffenden herzlichen und höflichen Einheimischen zum einen und vor allem die enorme Dichte an Sehenswürdigkeiten auf annehmbarer, hoher und höchster Qualität machen das wieder um ein Vielfaches wett. Auch wenn ich mindestens ein Land – nämlich Syrien – noch mehr schätze und als Reiseziel auch noch mehr empfehlen kann: Tschechien ist so sehenswert, dass kein Weg dran vorbei führt – denn wo gibt es sonst so viele herrliche Burgruinen, tolle Schlösser und Paläste oder altmodische Sportanlagen auf so engem Raum?!
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Statistik:
Ground Nr. 484 (drei neue Grounds; diese Saison: 34 neue)
Sportveranstaltungen Nr. 1.156 - 1.159 (diese Saison: 47)
Tageskilometer: 210 (Auto)
Saisonkilometer: 10.780 (7.480 Auto/ 1.440 Fahrrad/ 850 Bahn, Bus, Tram/ 800 Schiff, Fähre/ 0 Flugzeug)
Anzahl der Fußballspiele seit dem letzten 0-0: 71
Anzahl der Wochen, seit der letzten Woche ohne eine einzige Sportveranstaltung (31.7.-6.8. 2006): 220

Montag, 21. Juni 2010

W203I: Ein Samstag in Böhmen – Sportliche Kultur in drei Teilen

Teil I: Zur Eröffnung ein erwarteter Sieg von Arsenal

FK Arsenal Česká Lípa 3:1 SK Motorlet Praha
FC Arsenal Böhmisch Leipa – SC Motorlet Prag
Samstag, 19. Juni 2010 – Anstoß 10.30
Česká fotbalová liga (ČFL, 3. tschechische Fußballliga, 1. Halbprofiliga)
Ergebnis: 3:1 nach 92 Min. (46/46) – Halbzeit 2:0
Tore: 1:0 30. Zeman, 2:0 45. Štálík, 2:1 75. Hoareau, 3:1 89. Breite
Verwarnungen: keine
Platzverweise: keine
Spielort: Mĕstský Stadion u Ploučnice (Städtisches Stadion am [Fluss] Polzen; Kap. 5.000, davon 600 Sitzplätze)
Zuschauer: ca. 300 (davon ca. 10 Gästefans/ offiziell: 230)
Unterhaltungswert: 6,5/10 (In sehr guter erster Halbzeit noch flotter, als in ordentlicher zweiter HZ)
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Photos and English Version:
Arsenal Ceska Lipa vs Motorlet Prague

Die in der Größe mit Merseburg vergleichbare nordostböhmische Mittelstadt Česká Lípa erreichten wir drei nach nur drei Stunden Fahrt über mehr oder weniger gute deutsche Autobahnen und gute tschechische Landstraßen, die oft enorm kurvenreich waren. Selbst wenn man die Strecken mit 110 statt 90 fährt, ist es nur eine Frage von wenigen Minuten, bis man einen der eiligen Einheimischen dicht an der Stoßstange hat. Gefährdet war man aber an keiner Stelle und die beste Aktion kam auch von mir: ich halte an, da gerade ein Fahrzeug mit sperrigem Anhänger in ein Grundstück in einem Dorf kurz vor Česká Lípa reinrangiert, und vergesse – nachdem das Manöver beendet ist und ich weiter gewunken werde – dass ich noch im dritten Gang bin. Doch der Ford Kombi fährt tatsächlich – aufheulend und stotternd zwar, aber erfolgreich – im dritten Gang an. Mit der Motortechnik und -flexibilität von vor fünf bis zehn Jahren noch undenkbar.

Die enge Zufahrt zum Stadion endet auf einem kostenlosen Parkplatz, an dem ein freundlicher Mann kassiert, der von uns beiden Männern je 40 Kronen (wirklich niedrige 1,60€) und von Anja mit der Begründung „Frauen nix zahlen“ gar nichts verlangte. Die offizielle Zuschauerzahl wurde schon allein durch den Frauenanteil im Stadion zu niedrig. Uns erwartete nicht gerade ein Spitzenspiel im Stadtstadion, das mit 5.000 Plätzen recht groß für die Spielklasse ist und zum Teil renoviert wurde. Die Haupttribüne hat neue, in frischem blau und gelb gehaltene Metallsitze, unter einem sanierten Holz- und Metalldach. Auch die Stufen sind in hervorragendem Zustand, ebenso die Tartanbahn. Konträr dazu die rissige Gegentribüne mit dem komischen Spielertunnel, über dem sich eine Holzhütte von VIP-Tribüne befindet, und das Gebäude mit der Anzeigetafel und Stadionuhr (eines der raren 45-Minuten-Exemplare). Der Nebenplatz übrigens hat eine 100 Meter lange Wellblechüberdachung, die schlimmer aussieht, als am Busbahnhof.

Česká Lípa, die Arsenal – ob nun in Anlehnung an den Londoner Klub oder nicht, weiß ich nicht – benannten aus dem ehemaligen Böhmisch Leipa (Leipa ist jedoch nur eine verschliffene Form vom tschechischen Wort für Linde: die Linde (lípa) ist der Nationalbaum), belegten einen mäßigen 14. Platz, der immerhin den Klassenerhalt sicherte. Die Chance auf Platz 13 war noch vorhanden. Der Gegner Motorlet – ein Prager Klub, der selbst für tschechische Verhältnisse oft umbenannt wurde: 10x; aber sie sind schon seit 10 Jahren wieder (zuvor schon einmal 40 Jahre lang) nach dem Hersteller von Flugzeugantrieben benannt – war bereits in die Divize (4. Liga, 2. Halbprofiliga) abgestiegen.

Wen jetzt die Bezeichnungen mit den Halbprofiligen wundern, dem sei gesagt, dass zwar bei Wikipedia behauptet wird, alle Ligen ab ČFL seien; deutsche Version: „Amateurligen“ bzw. tschechische Version: „neprofesionální“ (Letzteres schließt ja mein „halbprofessionell“ nicht aus), aber man muss schließlich immer ein Zwischending zwischen dem reinen Profitum (Spieler verdient einzig mit Fußball Geld) und dem Amateursport (maximal Prämienzahlungen, die nicht für Lebensunterhalt ausreichen) ausmachen und während es ab der Krajský přebor nie Lizenzentzüge zu vermelden gab, trat dieses Problem eben bis in die 4. Liga hinunter immer wieder auf, da in der 3. und 4. Liga doch erhebliche Finanzmittel, die z. T. auch als Spielergehälter, die ein guter Zuverdienst, aber eben keine Lebensgrundlage sind, fließen. Außerdem ist auch das Vorhandensein ausländischer Spieler bis in die Divize – aber nicht darunter – ein klares Indiz für den nicht-amateurhaften Charakter dieser Spielklassen.
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Wie dem auch sei; ob Profis, Halbprofis oder Amateure: die Spieler beider Mannschaften, insbesondere jedoch der Heimmannschaft, legten gut los und belagerten Strafraum und Tor. Motorlet traf einmal aus Abseitsposition, was zu Recht aberkannt wurde. Manch ein Spieler der Heimmannschaft vergab mehrere sichere Torchancen hintereinander. Die Zweikämpfe waren stets fair und selten mit Fouls garniert. Die Geschwindigkeit war hoch. Es war also ein gutes Spiel, das nach einer halben Stunde auch die wichtigste Zutat liefern konnte: ein Tor. Der darauf folgende Torjubel der Heimmannschaft war natürlich genial: unter einfallsreichen Schlachtgesängen der 20 bis 30 aktiven Heimfans, die aber über weite Phasen des Spiels kaum anfeuerten, nahm der Torschütze den Ball und rollte ihn auf die neun dicht nebeneinander stehenden Mitspieler zu, die nach der Berührung mit dem Ball umfielen. Alle Neune!

Česká Lípa legte vor der Pause noch zum 2:0 nach. In der Pause wurde einiges verlost – unter anderem eine Dauerkarte aber auch Freibier und gratis Würste. Aber wie manche bei einem Vormittagsspiel schon fettige Klobasa futtern, die da für zum Eintritt unverhältnismäßig wirkende 1,60€ angeboten wurden?! Wir aßen da lieber die Baguettes vom Supermarkt... Nach der Pause ließ das Spiel etwas nach, doch schwach war es nie. Motorlet kam durch einen französischen Spieler auch mal endlich zu einem Torerfolg, doch weitere Chancen vergaben sie nur kläglich. In der Schlussphase erzielte Česká Lípa noch einen herrlichen Treffer zum 3:1. Mein Tipp kurz vor Anpfiff zum Spielausgang war mal wieder ein Volltreffer. Das erreichte Ziel Klassenerhalt (13. Platz) wurde von Arsenal-Fans und -Spielern mit Abklatschen und Kollektivjubel gefeiert.

Teil II: Eine der schönsten Burgen Tschechiens
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Photos and English Version:
BEZDEZ CASTLE AND HELFENBURK CASTLE

Wir fuhren weiter ins nahe Bezdĕz, wo sich auf dem Grat eines herrlichen Bergkegels, eine fantastische Burganlage breit macht. Der Parkplatz 700m unter der Burg kostete mit 1,60€ genauso viel wie der Burgeintritt für Studenten (sonst regulär 2,20€). Bei touristisch erschlossenen Burgen leider mittlerweile üblich. Der Fußweg (dem Pfeil rechts folgen!) führt spektakulär als Baum bestandener Aufstieg mit ausgewaschenen Steinen bis zum Haupttor. Daneben steht der Wachturm und eine ganz schmale Mauer mit Zinnen führt zur Hauptburg. Die kostet dann Eintritt, wofür man auch die schöne und hervorragend erhaltene Burgkirche, diverse andere Räume und den Hauptturm – in allen Gebäudeteilen findet man enorm gut erhaltene gotische Deckenmuster mit Schlusssteinen und kunstvollen Bögen – zu sehen bekommt. Der Rundblick vom Bergfried ist hervorragend!

Weiter ging es über Úštĕk, wo sich in der Nähe die Helfenburk in einer bewaldeten Schlucht – ja, in der Schlucht; ja, das ist eine komische Lage für eine Burg – befindet. Der Wanderweg ist mindestens 3,5km lang, was einfach zu zeitaufwendig war. Wir verschoben die Besichtigung und begnügten uns mit dem Blick von der einen Schluchtseite auf die Anlage. Im Oktober diesen Jahres sollte das nachgeholt werden.
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Teil 3: Erfolgreicher Saisonabschluss für den FK Chmel

TJ Střekov 2:5 FK Chmel Blšany
TV Schreckenstein – FC Hopfen Flöhau
Samstag, 19. Juni 2010 – Anstoß 17.00
Krajský přebor Ústecký kraj (Bezirksliga Aussig, 5. tschechische Fußballliga, 1. Amateurliga)
Ergebnis: 2:5 nach 90 Min. (46/44) – Halbzeit 2:2
Tore: 0:1 8. Brodecký, 1:1 18. Vošahlík, 1:2 23. Brodecký, 2:2 28. Novotný (Elfmeter), 2:3 60. Pavel Červenka, 2:4 76. Josef Nĕmec, 2:5 83. Josef Galbavý
Besondere Vorkommnisse: 80. Minute; Torwart von Střekov hält Foulelfmeter von Josef Nĕmec
Verwarnungen: Nr. 3, Nr. 14, Nr. 2 (TJS), Jan Klíma, Nr. 2, Nr. 4, Josef Galbavý, Nr. 11 (FKCB)
Platzverweise: keine
Spielort: Fotbalové hřiště TJ Střekov (Fußballplatz TV Schreckenstein; Kap. 1.080, davon 80 Sitzplätze)
Zuschauer: ca. 90 (davon 4 Gästefans, offiziell: 100)
Unterhaltungswert: 9,0/10 (Feinster Amateurfußball!)
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Photos and English Version:
TJ STREKOV vs FK CHMEL BLSANY

Der Sportplatz in Střekov, einem Stadtteil von Ústí nad Labem, ist eine der schönsten Sportanlagen, die ich je gesehen habe. Auch meiner nicht Groundhopping-erfahrenen Mitfahrerin gefiel der Platz sehr. Architektonisch zwar nicht der Bringer: eine Fernsehtribüne auf dem hohen Graswall der Gegenseite, auf drei Seiten Gärten direkt hinterm Platz und auf der vierten ein kleines Gebäude für Kabinen usw. vor dem sich auch eine zweireihige überdachte Tribüne mit Holzbänken befindet. Doch die landschaftliche Lage ist wunderschön: direkt an der Elbe, doch mehrere Meter höher am Berg gelegen, steile Berge hinter dem Graswall, spektakuläre Felsen, die zur Elbe hin abbrechen in direkter Nähe auf dem gegenüberliegenden Ufer. Alles dicht bewaldet. Und die Burgruine Střekov in Sichtweite. Fantastisch!

Das TJ (auch: Tj) steht für „Tělovýchovná jednota“, was „Turnverein“ bedeutet. Mehr weiß ich leider mangels zugänglicher Informationen nicht über den Klub. Die Hintergründe zu Blšany kann man problemlos in meinem Blog finden. Gespielt wurde eine Partie des Abschlussspieltages der am ehesten mit der Bezirks- oder Landesliga vergleichbaren Krajský přebor, die ich hier als höchste Amateurliga bezeichne (s. Teil I).

Das Hinspiel war das mit Abstand torärmste Spiel von Blšany in dieser Saison: sie gewannen – hoch verdient da klar überlegen – mit 1:0. Der Zufall wollte es, dass wir auch zum Rückspiel zugegen waren, nachdem wir bereits das Hinspiel sahen (Bericht hier!). Da FK Chmel derzeit völlig unberechenbar ist, gab ich zwei Tipps ab: 5-1 und 2-8. Ich erwartete jedenfalls richtigerweise ein überschreiten der ohnehin schon tollen durchschnittlichen Trefferzahl pro Partie, die in Spielen von Blšany bei fünf Toren pro Spiel liegt. Siege von 8:4 und 7:2, Niederlagen von 4:0 und 5:0, erst eine 0:5 Niederlage, dann nächste Woche ein 10:0 Sieg gegen eine Mannschaft, gegen die man im Hinspiel noch 2:1 verlor und andere unberechenbare Resultate ließen die Tabellensituation Střekov = 11. von 16 und Blšany = 3. alles andere als spielverlaufsrelevant aussehen. Der Staffelsieger SK Roudnice nad Labem (es steigt nur einer auf) ist längst enteilt, sodass Blšany höchsten einen starken zweiten Platz einholen kann.
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Das Spiel war von der ersten Minute an feinster Amateurfußball mit engagierten Zweikämpfen, guten Laufduellen, technischen Feinheiten bei Blšany, Fehlern auf beiden Seiten aber noch viel mehr Torgelegenheiten. Nach acht Minuten kam ein Volleyschussabpraller durch den Schreckensteiner Strafraum gesegelt und ein Gästespieler verwertete ihn. Der Ausgleich war nicht unverdient, aber Blšany reagierte rechtzeitig mit viel Druck und brachte schon nach weniger als einer halben Stunde den Ball zum zweiten Mal über die Linie. Ein ungeschicktes Einsteigen sorgte für einen Elfmeter für die Heimmannschaft, der souverän verwandelt wurde. Kurz vor der Pause noch ein Aufreger, da der eine Linienrichter nicht auf Ballhöhe war, dadurch das Abseits von Střekov übersah und dann – da der Ball nur vom wie immer souveränen Torwart Klíma knapp zur Ecke gelenkt wurde – den Unmut mehrerer FK Chmel-Spieler auf sich zog. Vor allem Klíma belappte die Nachtjacke an der Linie und bekam gelb.

Nach 46 Minuten 2:2. Nach der Pause kam dann der vierte Gästefan in unseren „Fanblock“. Der Altenberger, den wir schon mehrfach in Blšany getroffen hatten, bleibt dem Verein natürlich auch treu. Die Leute im Ort und der Umgebung, die zu dreistelligen Zahlen zu Heimspielen kommen, sind sicherlich nicht so arm, dass sie nicht nach Střekov fahren können, doch irgendwie waren wir vier die Einzigen, was lustig und erschreckend zu gleich war, dass es nur deutsche Gästefans gab. Wir konnten uns dann gemeinsam über drei weitere Tore von Blšany, von denen Galbavýs Schuss ins Dreieck das genialste seit langem war – Galbavý ist auch mit der beste Spieler beim FK Chmel – freuen und kamen in Aufregung beim verschossenen Elfmeter von Nĕmec und dem Chaos im Strafraum von Blšany kurz nach dem 2:4: da spielt der Klíma einen Gegenspieler und einen eigenen Mitspieler im eigenen Strafraum aus, verliert den Ball jedoch an der Grenze im spitzen Winkel zum Tor an einen anderen Gegenspieler, der in die Mitte flankt; auf der Linie abgewehrt, Nachschuss wehrt Klíma ab, nächster Nachschuss wird an die Strafraumgrenze hinaus geköpft und von da Volley an die Latte gesemmelt.

Ein wirklich geniales Spiel; Střekov mit einer guten Leistung und Blšany mit einem hervorragenden Spiel. Mal sehen wie die nächste Saison wird bei dem Spielerchaos, was dort oft herrscht. Die beiden einzigen verbliebenen Jugendteams erzielten zwar auf Bezirksebene gute Ergebnisse (2. bzw. 4. von 10), doch die U-12 und U-10 können natürlich noch keine Spieler abstellen. Die B-Mannschaft ist ja mittlerweile aufgelöst.

Die siegreiche Gästemannschaft feierte jedenfalls mit ihren deutschen Fans den Sieg und Siegl Senior, ein ehemaliger Nationalspieler der Tschechischen wie auch Tschechoslowakischen Republik, bat uns aufs Feld für ein paar Fotos mit der Mannschaft. Gut, dass der sympathische Mannschaftskapitän auch Deutsch kann, da die Tschechischkenntnisse von uns doch sehr begrenzt sind.

Zum Abschluss fuhren wir drei kurz zur Burgruine hoch, wo uns der mittlerweile zehnte oder fünfzehnte Tscheche darauf aufmerksam machte, dass unter der Stoßstange eine Kunststoffverkleidung herabhing, die wir reparieren lassen sollten. Da sind doch viele enorm hilfsbereit! Ein hervorragendes Essen bekamen wir dann noch im „Gasthof zur Linde“ geliefert: Putenschnitzel mit Spargel im Schinkenmantel und Käse überbacken, dazu Krautsalat und Knödel.
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Alles in Allem ein typischer Samstag in der Tschechischen Republik!

Statistik:
Ground Nr. 436 (zwei neue Grounds; diese Saison: 105 neue)
Sportveranstaltung Nr. 1.021 (diese Saison: 163)
Tageskilometer: 600 (Auto)
Saisonkilometer: 35.590 (22.580 Auto/ 6.000 Flugzeug/ 3.740 Fahrrad/ 3.270 Bus, Bahn, Tram/ weniger als 10 Schiff)
Anzahl der Fußballspiele seit dem letzten 0-0: 15
Anzahl der Wochen, seit der letzten Woche ohne eine einzige Sportveranstaltung (31.7.-6.8. 2006): 203

Sonntag, 15. November 2009

WE172II: FK Litoměřice – FK SIAD Souš, FK ŘEZUZ Děčín – Sokol Brozany und HC Slovan Ústečtí Lvi – Hockey Club Tábor

FK Litoměřice 3:0 FK SIAD Souš
Samstag, 14. November 2009 - Anstoßzeit 10.15
Krajský přebor Ústéckeho kraje (5. Liga, 1. Amateurliga)
Ergebnis: 3:0 nach 91 Min. (45/46) - Halbzeit 0:0
Tore: 1:0 64. Nr. 7, 2:0 80. Nr. 7, 3:0 84. Nr. 10
Verwarnungen: Nr. 5 und 9 (FKL), Nr. 7, 8 und 10 (FKSS)/ Platzverweise: keine
Spielort: Stadion FK Litoměřice (Kap. 4.000, davon 3.000 überdachte Sitzplätze)
Zuschauer: ca. 200 (davon ca. 10 Gästefans)
Unterhaltungswert: 3,0/10 (Dilettantisches Gekicke mit ein paar guten Torszenen und Treffern)
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Photos and English version: http://www.flickr.com/photos/fchmksfkcb/sets/72157622810040076/

Der Tabellenletzte gegen den Tabellenneunten war die nächste Paarung in der Bezirksliga Aussig. Wir besichtigten allerdings erst einmal ein paar kleine Sehenswürdigkeiten auf dem Weg nach Litoměřice (früher Leitmeritz). Der erste Punkt war die Burg- und Schlossanlage Skalka in einem 100-Einwohner-Kaff namens Vlastislav, das man erreicht wenn man die Landstraße von Žatec nach Litoměřice kurz vor letzt genanntem Ort verlässt. Vorher sollte man das Elend in Břvany beachten, wo barocke Bürgerhäuser ebenso vergammeln wie ein riesiger Gutshof. Wenn es auch noch neblig ist, wirkt die Szenerie mit verfallenen Häusern und Autowracks am Straßenrand noch trister, als bei Sonnenschein. In Libčeves gibt es dann noch ein völlig verfallenes und nicht zur Besichtigung freigegebenes Schloss. Also zurück zu Vlastislav. Der erste Felskegel im Ort trägt ein paar minimale Mauerreste aus dem 14. Jhdt., der zweite immerhin einen sanierten Bergfried aus derselben Zeit und ein paar Grundmauern auf ungesicherten Felsen. Davor befindet sich das Barockschloss, was nicht regelmäßig zu besichtigen ist. Über enge Nebenstraßen fuhren wir nach Boreč, wo wir nur durch Zufall vorbei kamen. Dort verfällt ein Barockschloss mit schönem Arkadeninnenhof vor sich hin, der Tempel ist auch ganz interessant und ein echtes Highlight ist die Autosammlung von einem der Einwohner: Citroen „Ente“, zwei Londoner Doppelstockbusse und ein englisches Polizeiauto. Interessant ist es auch, wie schnell ein unangeleint herumlaufender Köter, von denen es in dem Wehrdorf Boreč viele gibt, sich verpisst, wenn man einen Stein aufhebt. Man braucht ihn nicht mal schmeißen… Schließlich guckten wir uns noch die Straßenzüge von Lovosice an, wo es neo-barocke und Gründerzeithäuser gibt. Und einen 1. Liga Handballverein, neben diversen unterklassigen Sportarten.

Der FK Lovosice spielt z.B. auch in dieser Krajský přebor Ústéckeho kraje, die wir dann zum zweiten Mal in zwei Tagen in Litoměřice sahen.
Das Spiel fand in einem sehr schönen, aber verkleinerten Stadion statt. Es steht nur noch die überdachte Tribüne mit tollen Kunststoffbänken – für die VIPs gibt es Holzbänke in von der Tribüne leicht abgesetzten Boxen – und ein kleiner Teil der Stehränge. Der Rest von denen überwuchert oder wurde schon abgerissen. Der hässliche Kaufland stört das Hintergrundbild, wenn man auf der Tribüne sitzt, und bietet auch viel Platz für Zaungäste, von denen sich auch acht dauerhaft positioniert hatten. Die anderen 200 Zuschauer waren das übliche tschechische Publikum auf solchen Plätzen – ein paar Schülerinnen und Schüler, ein paar jüngere Männer und Frauen und etliche Rentner sowie die lustigste Spezies: die mittel alten Männer mit verfilzten schulterlangen Haaren und dichtem Oberlippenbart. Bei 12-, 14-, 16- oder 17-Uhr Spielen trinken sie immer reichlich Pivo zu fettigen Klobasa, doch bei den legendären 10.15 Spielen gibt es immer kein Catering… Stimmung gibt es weder 10.15 noch 14 usw. Uhr. Nur vereinzelte Zurufe und Kommentare.

Dass der Tabellenletzte in orange spielte, war nicht zu merken, denn der blau gekleidete Mittelfeldtrupp aus Most – Souš ist ein Stadtteil des früheren Brüx – zeigte eine bemerkenswert schlechte Vorstellung. Man merkte, dass sie treffen wollten, doch wie sie vor den Ball traten, war eines Bezirksligisten wirklich nicht würdig. Absolutes Highlight: der Blindfisch, der 15 m mittig vorm Tor den Ball völlig überhetzt Volley nimmt und ihn 30 Meter neben das Tor semmelt. Da auch die paar guten Situationen entschärft wurde, stand es zur Pause 0:0.

In der zweiten Hälfte wurde das Spiel etwas besser. Jetzt kamen beide Mannschaften dem Tor gefährlicher nahe. Doch bis der Knoten platzte, brauchte es einen guten Spielzug, den die wieder einmal unangemessen agierenden Schiedsrichterassistenten nicht kaputt winken konnten. Der kam erst in der 64. Minute. Die endgültige Endscheidung fiel in der 80., wobei kurz darauf der Passgeber, der augenscheinlich höchstens 16 Jahre alt war, völlig sinnfrei ausgewechselt wurde (man hatte ihn erst in Hälfte zwei eingewechselt) und noch ein paar Minuten später, das 3:0 fiel. Also ein völlig überraschender Sieg für FK Litoměřice (FC Leitmeritz) gegen FK SIAD Souš, das den Firmennamen „Società Italiana Acetilene e Derivati“ im Vereinsnamen trägt und am besten mit FC „Italienische Gesellschaft für Acetylen und seine Derivate“ Tschausch (wobei der alte Ort Tschausch nur teilweise mit Souš übereinstimmt, da ein Großteil durch den Tagebau geschluckt wurde) wiedergibt. Aber die Langform des Firmennamens hat in keiner Tabelle und in keinem Ansetzungsheft platz…
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FK ŘEZUZ Děčín 3:5 Sokol Brozany
Samstag, 14. November 2009 - Anstoßzeit 14.00
Divize B (4. Liga, Halbprofi- und Amateurliga)
Ergebnis: 3:5 nach 92 Min. (45/47) - Halbzeit 2:2
Tore: 1:0 3. Nr. ?, 2:0 30. Nr. 2, 2:1 35. Nr. 5, 2:2 42. Nr. 6, 3:2 66. Nr. 4, 3:3 75. Nr. 10, 3:4 77. Nr. 5 (Foulelfmeter), 3:5 85. Nr. 6
Verwarnungen: Nr. 8 und 9 (Děčín), Nr. 7, 8 und 10 (Brozany)/ Platzverweise: keine
Spielort: Stadion FK ŘEZUZ Děčín (Kap. 1.500, davon 300 überdachte Sitzplätze)
Zuschauer: ca. 100 (davon ca. 5 Gästefans)
Unterhaltungswert: 7,0/10 (Übelster Durchhänger in Hälfte zwei, aber ansonsten flott und torreich!)

Photos and English version: http://www.flickr.com/photos/fchmksfkcb/sets/72157622810176294/

Wir besichtigten noch die Altstadt von Litoměřice, die wegen ihrer Geschlossenheit der barocken Bebauung und der schönen Hanglage wirklich sehenswert ist. Nachdem die Kirchen, Bürgerhäuser und monumentalen Prachtbauten wie die Stadtverwaltung und die Hauptpost auf uns gewirkt hatten, ging es zügig weiter nach Děčín. Die Tetschener Kreispolizei fand mich allerdings zu zügig in Benešov… Da gibt es schon so wenige Kontrollen (auf 1.000 Kilometer Landstraße haben wir bei den letzten Fahrten drei Polizeikontrollen gesehen, von denen zwei gut sichtbar waren, dass man halt mal innerorts von 70 auf 50 abgebremst hat), sodass man ohne Sorge wie die Einheimischen fahren kann, aber dann muss man ab und an doch mal Strafe zahlen. Es vergingen auch keine zwei Minuten, ehe von der mittelmäßig befahrenen Straße ein Tscheche wegen zu hoher Geschwindigkeit heraus gewunken wurde. Wenigstens weiß man bei den Kontrollen innerorts, dass man keine Kriminellen vor sich hat. Höchstens Korrupte, aber die werden auch immer weniger. Meist sind die tschechischen Polizisten sachlich und O.K. Aber auf einer einsamen Landstraße sollte man doch lieber durchfahren – zumindest niemals aussteigen!-, wenn Uniformierte mit einem Kleintransport in einem Waldweg stehen und einer die Kelle raus hält. So was ist nicht selten eine Falle, sodass man Geld oder gar das Auto an verkleidete Verbrecher los wird.

Hätte ich mich überall an die Geschwindigkeitsbeschränkungen gehalten, wären wir in Děčín um 14.20 angekommen. Hätte ich mich nur in Benešov zusammengerissen bzw. hätte da keiner unangekündigt (meist stehen ja freundlicherweise Schilder „POZOR RADAR“) kontrolliert, wären wir um 13.50 da gewesen. So kamen wir um 13.05 an den schönen weißen Torbogen. Ob das Stadion mal größer war? Die geschwungene Einfassung vor der kleinen Tribüne, die mit Straßenbahnsitzen, Wellblech und hinter einer Holztäfelung sogar mit VIP-Sitzen (also gepolsterte Holzklappsitze) eine der schönste Tribünen, die ich je gesehen habe, ist, macht jedenfalls diesen Eindruck. Ganz lustig sind auch die beiden kleinen Stehtribünen aus Stahl und Metall. Alle Tribünen und Stehplätze waren heute schlecht ausgelastet. Sonst kommen auch mal drei- oder fünfmal so viele Zuschauer, aber gegen Brozany wollten nur 100 Leute zusehen, von denen einige genauso wie wir noch nicht im Stadion waren, als das 1:0 fiel. Egal, erstmal scharf gewürzte, hervorragende Klobasa – deutsche Stadionwurst ist echt nur Schund dagegen – gegessen, dann auf die oben beschriebene Tribüne gesetzt.

Nach dem 1:0 für ŘEZUZ Děčín, die sicherlich nicht nach den ähnlich heißenden Affen benannt wurden, spielte allerdings fast nur Brozany, die jedoch sehr wohl nach Tieren – nämlich Sokol, also Falke – benannt wurden, aufs Tor. Trotzdem traf Děčín erneut, ehe in den letzten 10 Minuten vor der Pause, Sokol zweimal traf. Einmal auch durch den besten der drei Schwarzafrikaner, deren Anhänger übrigens den Ausländeranteil bei den Gästefans auf 60% brachten.

Nach der Pause hatte das Spiel einen schlimmen Durchhänger, den Děčín allerdings mit einem Treffer durchbrach, ehe Brozany noch einmal aufdrehte, ausglich, stärker drückte, einen Elfmeter zugesprochen bekam, diesen verwandelte und schließlich noch einen Konterversuch geschickt unterband, was dann zum 3:5 führte.
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HC Ústečtí Lvi 3:2 Hockey Club Tábor
Samstag, 14. November 2009 - Anbully 18.00
1. Liga (2. Liga, Profi- und Halbprofiliga)
Ergebnis: 3:2 nach 60 Min. – Drittelstände: 1:1, 0:1, 2:0
Tore: 1-0 9:24 Šagát, 1-1 19:34 Nederost, 1-2 21:58 Červený, 2-2 47:20 Sklenička, 3-2 52:22 Heřman
Strafminuten: 14 zu 24 (darunter 10 Minuten für Tábors Štrba)
Spielort: Zimní Stadion Ústí nad Labem (Zlatopramen Arena; 6.500, davon 6.000 Sitzplätze)
Zuschauer: 2.260 (keine Gästefans)
Unterhaltungswert: 2,5/10 (Schlechtestes Eishockeyspiel, was ich in der Tschechischen Republik je gesehen habe)

Photos and English version: http://www.flickr.com/photos/fchmksfkcb/sets/72157622810328050/

Nachdem wir das spektakulär auf einem Felsen über der Elbe thronende Tetschener Schloss im Innenhof besichtigt hatten, fuhren wir nach Ústí nad Labem weiter. Dort suchten wir eine Weile nach der Eishalle, in der sich dann über 2.000 Leute beim Eishockey verlustierten. Zum zweiten Mal sah ich die zweite Liga, doch während ich vom ersten Spiel dieser Liga sehr angetan war und Chomutov wie Brno hohe Spielqualität anrechnen konnte, kann ich Ústí und Tábor nichts anrechnen. War zwar ein enges und ausgeglichenes Spiel, aber nicht spannend, da es aufgrund enorm vieler Fehler und langsamer Spielweise einfach nur langweilig war. Das war nicht viel besser, als das unbedarfte Puckschubsen der Saalebulls Halle. Also für die tschechischen Verhältnisse war das Spiel vom Abschluss vorm Tor übers Powerplay bis zum Zweikampfverhalten einfach große Scheiße! Dass der Tabellenführer da gespielt hat, war kaum zu glauben, denn Tábor als 11. von 16 war nicht viel schlechter. Kein Wunder also, dass der Aufsteiger in die höchste Spielklasse, die Extraliga, oft gleich wieder absteigt.

Das Eishockeyspiel war der unerwartete Tiefpunkt der Fahrt – wenn man mal von der teuren Ortsdurchfahrt absieht – die ohnehin nicht so der Knaller war. Die meisten Touren nach CZ waren vom Sightseeing her besser, als diese. Wenigstens waren die Stadien cool und zwei der drei Fußballspiele gut. Dass Blšany gewonnen hatte, war mit das Wichtigste, aber die Qualität der Burgbesichtigungen ließ doch sehr zu wünschen übrig. Ganz zu schweigen, wie gesagt, die Qualität des Eishockeys.
Nun ja. Die letzte Auslandsfahrt 2009 soll am 29.12. stattfinden. Ein Tagesausflug zum Eishockey nach Litvínov – da war’s immer wenigstens halbwegs gut, teilweise sogar absolut genial! – der mit ein paar Burgen garniert wird, die eigentlich recht sehenswert sein sollen.

Photos and English version Sightseeing: http://www.flickr.com/photos/fchmksfkcb/sets/72157622685540111/
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Statistik:
Ground Nr. 373-375 (drei neue Grounds; diese Saison: 44 neue)
Sportveranstaltungen Nr. 918-920 (diese Saison: 62)
Tageskilometer: 400 (Auto)
Saisonkilometer: 13.420 (11.620 Auto/ 1.410 Fahrrad/ 390 öffentliche Verkehrsmittel/ 0 Flugzeug)
Anzahl der Fußballspiele seit dem letzten 0-0: 40
Anzahl der Wochen, seit der letzten Woche ohne eine einzige Sportveranstaltung (31.7.-6.8. 2006): 172

Sonntag, 26. Juli 2009

WE156IV: 430 Minuten Fußball in Leuna und Nempitz

TSV Leuna 1919 II 3:4 Eintracht Bad Dürrenberg
Samstag, 25. Juli 2009 - Anstoßzeit 9.30
Testspiel (Kreisoberliga (9. Liga, 5. Amateurliga) vs 1. Kreisklasse (11. Liga, 6. Amateurliga))
Ergebnis: 3:4 nach 90 Min. (45/45) - Halbzeit 2:1
Tore: 1-0 3. Grunenberg, 1-1 38. n.b., 2-1 43. Schladebach, 2-2 60. n.b., 2-3 67. n.b., 2-4 75. n.b., 3-4 82. Hunold
Verwarnungen: keine
Platzverweise: keine
Stadion: Hockeyplatz Stadion des Friedens (Kap. 2.000, davon 180 Sitzplätze)
Zuschauer: 8 (0 Gästefans)
Spielqualität: 3,0/10 (mäßig)

Den Auftakt zu diesem Fußballspiele-Marathon machte das Vorbereitungsspiel der zweiten Leunaer Männermannschaft. Die meisten Vorbereitungsspiele von ihnen liefen ja recht unvorteilhaft vom Ergebnis her. Nach einem Sieg gegen den Krumpaer SV Lützkendorf hätte man zwar hier auch einen Sieg erwarten können, aber nach einem guten Beginn lief nicht mehr viel zusammen. Gegen den zwei Klassen tiefer spielenden Nachbarort blamierte man sich in der zweiten Halbzeit. Von 2:1 auf 2:4. Das 3:4 war nur noch Ergebniskosmetik. Keine Ahnung, was mit der Zweiten los ist und wie die die Kreisoberliga halten wollen.


TSV Leuna 1919 7:2 Blau-Weiß Klieken
Samstag, 25. Juli 2009 - Anstoßzeit 11.30
Testspiel zweier Landesklassevertretungen (8. Liga, 4. Amateurliga)
Ergebnis: 7:2 nach 90 Min. (45/45) - Halbzeit 3:1
Tore: 1:0 2. Chris Prorok, 2:0 12. Kevin Degner, 3:0 20. Kevin Degner, 3:1 43. Nr. 11, 4:1 55. Kevin Degner, 5:1 67. Joao Pires, 6:1 68. Franz Motz, 6:2 Nr. 11, 7:2 85. Niki Lorbeer
Verwarnungen: keine
Platzverweise: keine
Stadion: Hockeyplatz Stadion des Friedens (Kap. 2.000, davon 180 Sitzplätze)
Zuschauer: 40 (0 Gästefans)
Spielqualität: 7,0/10 (gut)

Die erste Mannschaft war deutlich erfolgreicher. Auch sie startete mit einem frühen Treffer ins Spiel, doch wusste - im Gegensatz zur zweiten Mannschaft - die Kunstrasen-Unerfahrenheit des Gegners auszunutzen. Innerhalb der ersten 20 Minuten erzielte Leuna drei Tore, was so etwas wie eine Vorentscheidung war. Erst in den letzten 10 Minuten vor der Pause wurde Klieken besser und aktiver vorm TSV-Tor. Immerhin ein Treffer sprang für die Gäste aus der Staffel 4 (Leuna spielt Staffel 6) heraus.
Nach der Pause erzielte der TSV innerhalb von 11 Minuten drei Tore. Etwas Ergebniskosmetik gab es postwendend nach dem 6:1. Das 7:2, was der Endstand der Partie sein sollte, fiel dann kurz vor Abpfiff dieser gutklassigen Partie - die Abwehr von Klieken mag zwar ein Hühnerhaufen gewesen sein und die Gäste auf dem ungewohnten Belag klar unterlegen, doch Leuna wusste bis auf zwei grobe Abwehrfehler mit Druckaufbau, Zweikampfverhalten und guter Chancenverwertung zu überzeugen: deshalb gutklassig - auf rutschigem, nassen Kunstrasen. Man spielte nur deshalb auf dem fürchterlichen Hockeyplatz, da man den Halbprofis vom HFC und FK Turnovo nicht den Rasen des Hauptplatzes zertreten wollte. Mehr dazu gleich...


Hallescher FC 3:1 FK Turnovo (ФК Турново)
Samstag, 25. Juli 2009 - Anstoßzeit 14.00
Testspiel (Regionalliga (4. Liga, Halbprofiliga) vs Makedonska Prva Liga (1. Liga Mazedonien))
Ergebnis: 3:1 nach 90 Min. (45/45) - Halbzeit 3:1
Tore: 0:1 16. Gorgiev, 1:1 24. Neubert, 2:1 29. Kanitz (Handelfmeter), 3:1 34. Kanitz
Verwarnungen: Schubert (HFC), Masev, Miloševič, Shishkov (Turnovo)
Platzverweise: Pandev (88. Angriff gegen Schiedsrichter)
Stadion: Stadion des Friedens (Leuna, Kap. 5.000)
Zuschauer: 350
Spielqualität: 5,5/10 (Etwas besseres Testspiel)

Der HFC spielte an diesem Samstag ihr Testspiel in Leuna aus. Der Test wenige Wochen zuvor beim TSV Leuna hatte ihnen so gut gefallen - die Leunaer Anlage ist sehr modern und auf besten Stand ohne jedoch langweilig und charakterlos wie die üblichen 0815-„Arenen“ zu sein - dass sie wiederkommen wollten.
Der Gast kam aus Mazedonien und hatte sich schon beim 3. Bundesligisten Rot-Weiß Erfurt mit einem knappen Sieg Respekt verschafft.
Am heutigen Tag versagte der aus einem Kaff von 2.400 Einwohnern nahe Bulgarien im Osten Makedoniens stammende Erstligist, der in der letzten Saison zum ersten Mal in der Prva Liga spielte, was sie nicht nur dem Geld des Sponsors Horizont (Wettanbieter) zu verdanken haben, jedoch völlig.
Nach 16 Minuten hatten sie zwar ihre erste Torchance, nachdem der HFC schon drei Mal gefährlich vorm makedonischen Tor erschien, und konnte sie direkt nutzen, da drei Spieler in der HFC-Abwehr richtig große Scheiße ablieferten, aber wenige Minuten später zeigte mein „Lieblings“spieler Neubert die beste Aktion die ich von ihm je gesehen habe: einen starken Kopfball der zum Ausgleich ins Tor flog. Nach dem Treffer und dem sonstigen Auftreten von ihm in den vergangenen Spielen nach Saisonende, würde ich ja verstehen, wenn HFC-Trainer Sven Köhler ihn die ersten Saisonspiele spielen lassen würde. Ansonsten bin ich ja immer noch dafür, einen Stürmer, der wirklich Fußballspielen kann, an seiner statt zu suchen...
Wie auch immer. Der HFC spielte jetzt den halbprofessionellen Gast aus dem Südosten Europas locker aus. Mit einem berechtigten Elfmeter und einer schön heraus gespielten Chance erzielte Nico Kanitz gleich zwei Tore innerhalb von fünf Minuten.
Nach der Pause stellte sich der HFC hinten rein - eine ganz neue Taktik von ihnen, Wahnsinn! - und lies die Makedonier zu ein paar Chancen kommen. Mehrere gefährliche Konter gab es auch auf Seiten des HFC, diese landeten jedoch nicht im Ziel.
Highlights in der zweiten Halbzeit waren wie gesagt ein paar Chancen, aber auch das Verhalten der sichtlich gefrusteten Makedonier, die jetzt die Bälle weg schlugen, sinnlos foulten und provozierten und sich als Höhepunkt auch noch einen Angriff auf den weitestgehend sicheren Schiri leisteten: erst pöbeln, dann anrempeln. Glatt Rot für den Vollpfosten!
Die Niederlage für FK Turnovo lässt sich übrigens 1. mit dem teils wirklich guten Spiel des HFC erklären und 2. auch mit der Überheblichkeit aus dem Sieg gegen den eine Klasse höher spielenden FC Rot-Weiß Erfurt.
Außer dem Spiel gibt es hier nicht viel zu beschreiben. Höchstens die gute Qualität der Bratwürste sollte erwähnt werden. Und natürlich die Spaß-Schlägerei der beiden kleinen Ultragruppen des HFC, die sich einfach auf der Gegentribüne zum Bälzen trafen. Der Schiri mussten wegen ihnen in der 20. auch kurz unterbrechen, weil sie sich von der Tribüne auf die Laufbahn ausgedehnt hatten bei ihrem kindisch wirkenden 3 vs 3 Match.
Drei Fußballspiele reichen uns manchmal noch nicht. Also ging es weiter!



Turnier in Nempitz
Samstag, 25.Juli 2009 - Anstoß 1. Spiel: 15.00
2x20-Minuten-Turnier (Großfeld)
Ergebnisse:
Wahren 2:1 Langendorf, Nempitz 0:1 Niemberg
Wahren 3:1 Niemberg, Nempitz 1:1 Langendorf
Nempitz 1:2 Wahren, Langendorf 2:0 Niemberg
Tore: 15 (2,5 pro Spiel)
Verwarnungen: keine (?)
Platzverweise: keine (?)
Sportplatz: Nempitz (Kap. 1.000)
Zuschauer: 30
Spielqualität: 5,0/10 (Durchschnitt)

Endstand des Turniers:
1. TSV 1893 Leipzig-Wahren (1.Stadtklasse) 7:3/ 9
2. Grün-Weiß Langendorf (Kreisoberliga) 4:3/ 4
3. TSV 1910 Niemberg (2.Kreisklasse) 2:5/ 3
4. FC Nempitz 2001 (1.Kreisklasse) 2:4/ 1

Zum Abschluss des Tages besuchten wir dann noch das Turnier im 12km entfernten Nempitz. Der starke Wind trieb uns mit einem 30er-Schnitt dort hin.
Versteckt hinter einer Häuserreihe im kleinen Dorf Nempitz liegt der Platz des FC 2001. Zu drei Seiten ist die winzige Sportanlage von Hecken und kleinen Bäumen bzw. ausgedehnten Feldern umgeben.
Wir kamen kurz vor Beginn des dritten Spiels. Leipzig-Wahren spielte gegen Niemberg. Was beide Seiten da zeigten, war ganz gut. Etliche Torszenen - mit 3:1 sollte es auch das torreichste Spiel des Turniers sein - und vor allem viele Zweikämpfe: manchmal etwas zu beherzt...
Danach spielte der Gastgeber gegen Langendorf, die wohl eher mit der zweiten Reihe angetreten waren. Auch die Gastgeber, so versicherten uns andere Zuschauer, waren nicht in voller Besetzung (fünf wichtige Spieler verletzt oder verhindert). Das Spiel war aber ebenfalls ganz gut. Am Ende hatte Nempitz etwas Glück, noch den einen Punkt gegen den aktiveren Gegner aus Langendorf behalten zu haben.
Wahren machte dann im Spiel gegen Nempitz den Turniersieg klar. Es dauerte jedoch eine Weile, ehe der überlegene Favorit den Gastgeber niederringen konnte. Nach einer 1:0 Führung hätte Nempitz fast bis in die Pause gerettet, doch der Ausgleich kam in der 19. Minute. Drei Minuten vor dem Ende gab es ein etwas hartes Einsteigen von beiden Seiten. Zwei Nempitzer blieben im Strafraum liegen, die Wahrener erzielten ein Tor, der Schiedsrichter gab erst Anstoß (also Tor) und überlegte es sich dann doch noch mal anders, was für Ärger bei Wahren sorgte. Wie auch immer: Wahren erzielte dann in der Schlussminute doch noch den Siegtreffer. Der Ball wurde über die Linie gedrückt aus etwa 30cm Entfernung...
Beim letzten Spiel zwischen Langendorf und Niemberg, was das schwächste der vier von uns gesehenen Spiele war, was sicherlich mit der Turnierlänge zu tun hatte, glänzte dann der andere Schiri mit fragwürdigen Entscheidungen, ohne jedoch das Ergebnis zu beeinflussen. 2:0 siegte Langendorf problemlos.
Zur Siegerehrung gab es dann für alle Mannschaften je einen Pokal und für den Sieger zusätzlich noch einen Kasten Bier. Das ist noch richtiger Amateurfußball!

So endete also ein wirklich gelungener Tag, an dem wir erstaunliche 430 Minuten Fußball sahen.


Statistik:
Ground Nr. 330 (ein neuer Ground; diese Saison: 101 neue)
Sportveranstaltung Nr. 857 (diese Saison: 214)
Tageskilometer: 40 (Fahrrad)
Saisonkilometer: 26.930 (12.810 Auto; 5.590 Fahrrad; 5.570 Öffentliche Verkehrsmittel; 2.960 Flugzeug)
Anmerkung: Jetzt wäre das letzte offene Saisonziel erreicht: Mehr Kilometer mit dem Fahrrad, als mit den öffentlichen Verkehrsmitteln!
Anzahl der Fußballspiele seit dem letzten 0-0: 46
Anzahl der Wochen, seit der letzten Woche ohne eine einzige Sportveranstaltung (31.7.-6.8. 2006): 156

Fotos unter:
TSV Leuna II - Eintracht Bad Dürrenberg
http://s181.photobucket.com/albums/x68/fchmksfkcb/BITTE%20HIER%20WEITER%20-%20FOTOS%20AB%2022-03-2009/090725a%20TSV%20Leuna%20II%203-4%20Eintracht%20Bad%20Duerrenberg/

TSV Leuna 1919 - Blau-Weiß Klieken
http://s181.photobucket.com/albums/x68/fchmksfkcb/BITTE%20HIER%20WEITER%20-%20FOTOS%20AB%2022-03-2009/090725b%20TSV%20Leuna%207-2%20Blau-Weiss%20Klieken/

Hallescher FC - FK Turnovo
http://s181.photobucket.com/albums/x68/fchmksfkcb/BITTE%20HIER%20WEITER%20-%20FOTOS%20AB%2022-03-2009/090725c%20Hallescher%20FC%203-1%20FK%20Turnovo/

Turnier in Nempitz
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Sonntag, 26. April 2009

WE143I: Endlich wieder zu den Hopfenkickern aus Flöhau - oder: der Tabellenführer versagt beim Drittletzten

FK Chmel Blšany 0:0 FK Arsenal Česká Lípa
Freitag, 24. April 2009 - Anstoßzeit 19.00
Divize B (4. tschechische Liga, 1. Amateurliga)
Ergebnis: 0:0 nach 91 Min. (45/46) - Halbzeit 0:0
Tore: -
Verwarnungen: FK Chmel 2, Arsenal 1
Platzverweise: keine
Stadion: Stadion FK Chmel Blšany (Kap. 2.300, davon 2.000 Sitzplätze)
Zuschauer: 1.147 (ca. 30 Gästefans)
Spielqualität: 3,0/10 (mäßig)

Treffpunkt Frohe Zukunft, vor dem Rugbyplatz des USV Halle. Dort, im Norden von Halle/ Saale, holte mich mein Vater ab. Zwei Tage Tschechische Republik standen an. Nach einer Weile übernahm ich das Steuer und fuhr mit dem wirklich gut und angenehm fahrbaren Hyundai nach Žatec. Kurz vor 17.30 dort angekommen, war noch genug Zeit, um im Hotel „u Hada“ einzuchecken. Weiter ging es, zum ersten Mal seit über einem Jahr, nach Süden: 15km nach Blšany. Der FK Chmel hat seinen freien Fall nun mittlerweile vorerst mit einem Platz im hinteren Tabelledrittel der höchsten Amateurspielklasse gestoppt. Vor drei Jahren sah das schöne Stadion des FK Chmel noch Erstligafußball.
Der Freitagstermin war ideal. So waren wir mal wieder bei dem Verein und lernten auch noch - mehr aus zu vieler Zeit vorm Spiel - den Friedhof des Ortes kennen, der einige weit über 100 Jahre alte, zum Teil deutsche Gräber beherbergt.
Im Stadion war es dann nicht ganz so ruhig wie auf dem Friedhof. Deutsch sollte dort aber auch gesprochen werden - es gibt doch auch immer noch andere deutsche Freunde des Vereins. Rekordkulisse in dieser Saison. Die am ehesten mit der Divize vergleichbare deutsche Verbandsliga sieht meist Zuschauerzahlen von unter 200, die Divize aber auch meist nicht mehr als 300. Noch schnell eine der hervorragenden Grillwürste gegessen und dann ab auf die Tribüne. Dort lärmten dann die 10 aktiven Blšany-Fans. Solche geringe Zahlen von anfeuerungswilligen Fans sind ja leider normal in Amateurklassen. Die 30 aktiven Gästefans kamen alle erst zur 20 Minute herein, wobei sie nichts verpasst hatten.
Wenn man auf einige gute Paraden der Torhüter und kläglich vergebene Großchancen verzichten kann, dann hätte man auch erst zum Abpfiff erscheinen brauchen. Der Tabellenführer - Arsenal Česká Lípa - brachte es fertig, nicht über ein torloses Unentschieden in Blšany hinauszukommen. Und der FK Chmel war sogar noch die bessere Mannschaft!
Die besseren Fans hatte allerdings Česká Lípa. Auch wenn die akustisch nicht so der Knaller waren - die Schalparade wirkte auch nicht so, bei den wenigen Leuten - war doch das Feuerwerk nach Abpfiff, was vor allem auf dem Rasen abbrannte, wirklich sehenswert.
Wir waren unter den Letzten, die aus dem Stadion gingen, weil wir uns 5 Minuten Zeit gelassen hatten, um das Feuerwerk, was die umstehenden Ordner anscheinend gar nicht störte, bis zum Ende zu sehen.
Jetzt noch ins Motorest Blšany, was fast bis auf den letzten Platz besetzt war, und ein wirklich hervorragendes Essen in „feiner“ Gesellschaft - lauter Bier trinkende, abgerissene ältere Männer an unserem Tisch - einzunehmen.
Gegen 23 Uhr waren wir wieder im „u Hada.“

Statistik:
Ground Nr. 299 (kein neuer Ground; diese Saison: 69 neue)
Sportveranstaltung Nr. 791 (diese Saison: 158)
Tageskilometer: 330 (310 Auto, 20 öffentliche Verkehrsmittel)
Saisonkilometer: 22.570 (12.330 Auto/ 3.710 Fahrrad/ 3.670 Bahn/ 2.960 Flugzeug - im Moment wieder mehr Rad- als Bahnkilometer)
Anzahl der Fußballspiele seit dem letzten 0-0: -
Anzahl der Wochen, seit der letzten Woche ohne eine einzige Sportveranstaltung (31.7.-6.8. 2006): 143

Fotos unter:
Obec B. - und Bierstadt Žatec