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Mittwoch, 28. Juli 2010

W209I: 10 Tore zum Saisonbeginn

BSV Schönau 1983 II 2:8 BSG Chemie Leipzig
Dienstag, 27. Juli 2010 – Anstoß 18.30
Testspiel (3. Kreisklasse Leipzig, 12. Liga, 7. Amateurliga gegen 1. Kreisklasse Leipzig, 10. Liga, 5. Amateurliga (Aufsteiger aus 2. Kreisklasse))
Ergebnis: 2:8 nach 87 Min. (45/42) – Halbzeit 1:3
Tore: 0:1 25. Mann, 0:2 34. Mann, 0:3 40. Mann, 1:3 45. Nr. 7, 1:4 48. Nr. 2 (Eigentor BSV), 1:5 52. Hense, 1:6 62. Bagaric, 1:7 68. Hense, 1:8 74. Nicurrupo, 2:8 85. Nr. 13
Verwarnungen: keine, Platzverweise: keine
Spielort: Sportanlage Cottaweg (Kap. 700 Stehplätze)
Zuschauer: ca. 100 (davon ca. 60 Gästefans)
Unterhaltungswert: 6,5/10 (Sehr unterhaltsames Testspiel mit hoher Fehler- aber auch hoher Torquote)
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Photos and English version: http://www.flickr.com/photos/fchmksfkcb/sets/72157624597397868/detail/

Zu Beginn der Saison 2010/ 2011 – dass ich die Saisons in meiner Statistik immer am letzten Sonntag im Juli enden und am darauffolgenden Montag die neue beginnen lasse, hat damit zu tun, wann ich mit dem regelmäßigen Groundhopping 2006 begann – fand sich noch ein Testspiel der BSG Chemie. Diesmal waren sie im Cottaweg auf dem Fußballplatz hinter dem Motodrom zugast.

Es hieß zwar erst, die erste Mannschaft von Schönau sollte spielen, doch dann spielte die zweite, die in der untersten Spielklasse knapp den Aufstieg verpasste. Das BSV steht für Ballspielverein und Schönau natürlich für den Stadtteil Leipzigs aus dem sie stammen – allerdings befindet sich ihre Sportanlage im Nachbarstadtteil Schleußig. Es gibt zwei Großfeldplätze, einen Kleinfeldplatz und eine Tennisanlage. Der Hauptplatz ist wohl der rechts vom Eingang. Dieser ist recht klein und wirkt mit den Blechbüchsen von Spielerbänken und den vielen Bäumen drum herum richtig dörflich-idyllisch. Wenig idyllisch wirkte die Anwesenheit zweier Polizeiwagen. Dass sich die bescheuerte Stadt nicht selbst lächerlich bei vorkommt, da für so ein Testspiel wegen 60 Chemie-Leipzig-Fans mehrere Polizisten abzustellen? Das ist mal wieder Leipzig wie es leibt und lebt...

Wie üblich waren mehr Chemie-Anhänger als Heimfans da und wir stellten uns auch in die Nähe der Gästebank um die Namen der Spieler mitzubekommen. Vor allem ein gewisser Mann fiel sehr positiv auf. Nachdem Chemie schon nach wenigen Minuten ein Tor aberkannt bekam (angeblich Abseits), erzielte der erwähnte Spieler drei Tore in nur 15 Minuten. Das 1:3 war durch einen Abwehrfehler der Chemiker zustande gekommen und beschönigte den Spielverlauf etwas.
Nach der Pause legte Chemie richtig los: fünf Tore in 25 Minuten gegen streckenweise völlig überforderte Schönauer, dazu noch zwei irreguläre Treffer (einer eine Fehlentscheidung, der zweite fragwürdig) sowie einmal frei vorm Tor zurückgepfiffen. Man merkte schon deutlich, dass das Schiedsrichtergespann – ja, Schieds- und Linienrichter waren da, was für ein Spiel zwischen 3. und 1. Stadtklasse total überzogen ist – um jeden Preis einen zweistelligen Sieg der Gäste verhindern wollte. Das gelang auch durch eine konsequent parteiische Linie gegen Chemie, obwohl ich Schönau auch nicht gewünscht hätte, so abgeschossen zu werden, wie das bei einem neutralen Schiri passiert wäre. Aber die Schönauer Spieler sehen hoffentlich selbst ein, dass sie völlig unterlegen waren – so schön dann auch der Treffer zum 2:8 Endstand war – und ein 2:12 ein verdienteres Ergebnis gewesen wäre.

Vor dem Spiel hatten wir übrigens mal den Abzweig zur Auwaldstation genommen, wo sich auch das Schloss von Leipzig-Lützschena mit Schlosskirche und Marstall befindet. Die ganze Anlage ist versifft und kein Vergleich zum wirklich schönen Gohliser Schloss, das wir nach dem letzten Testspiel der BSG Chemie am Samstag besichtigten. Aber da wohnen tatsächlich Leute in dem Schloss! Ein Cafe mit den üblichen hohen Preisen findet sich dort auch. Die Kirche wird auch immerhin renoviert und der Schlossgarten ist gepflegt. Aber wie man bei den augenscheinlich ungedämmten Fenstern, die die riesigen Räume des unverputzten Barockklotzes im Winter zu einem Eisschrank werden lassen, leben kann, frage ich mich schon. Da muss man etliche Millionen Euro im Hintergrund haben – und hätten die Bewohner so viel Geld, wäre das Schloss schon längst hergerichtet und komplett saniert.
Auf dem Rückweg hatte der Gegenwind, der auf der Hinfahrt ein hilfreicher Rückenwind war, abgeflaut und wir fuhren über den Elsterradweg problem- und ereignislos nach Merseburg zurück.
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Statistik:
Ground Nr. 451 (ein neuer Ground; diese Saison: 1 neue)
Sportveranstaltung Nr. 1.039 (diese Saison: 1)
Tageskilometer: 70 (Fahrrad)
Saisonkilometer: 70 (70 Fahrrad/ 0 Auto/ 0 Flugzeug/ 0 Bus, Bahn, Tram/ 0 Schiff)
Anzahl der Fußballspiele seit dem letzten 0-0: 30
Anzahl der Wochen, seit der letzten Woche ohne eine einzige Sportveranstaltung (31.7.-6.8. 2006): 209

Dienstag, 27. Juli 2010

W208V: Ein Saisonhöhepunkt zum Saisonabschluss

TSV Geyer 2:5 BSG Motor Zschopau
Sonntag, 25. Juli 2010 – Anstoß 15.00
Landespokal Sachsen, Ausscheidungsrunde Chemnitz („Wernesgrüner Sachsen Cup“; Bezirksklasse Chemnitz Staffel 3, 8. Liga, 3. Amateurliga (Aufsteiger aus Kreisliga A) gegen Bezirksklasse Chemnitz Staffel 3, 8. Liga, 3. Amateurliga)
Ergebnis: 2:5 nach 90 Min. (45/45) – Halbzeit 1:1
Tore: 1:0 36. Nr. 11, 1:1 44. Schüler (Foulelfmeter), 1:2 50. Hamann, 1:3 51. Schüler (Foulelfmeter), 1:4 57. Hamann, 2:4 66. Nr. 10, 2:5 72. Nr. 8
Verwarnungen: Zwei gelbe Karten Geyer
Platzverweise: keine
Spielort: Sportplatz Geyer II (Kap. 800 Stehplätze)
Zuschauer: ca. 220 (davon ca. 60 Gästefans)
Unterhaltungswert: 7,5/10 (Richtig gutes Spiel!)
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Photos and English version:
Sightseeing in Erzgebirge Mountains
FOOTBALL MATCH: GEYER 2-5 ZSCHOPAU

Die letzte Sportveranstaltung dieser Saison stand an und mit dem Spiel der Qualifikationsrunde Chemnitz des Landespokals Sachsen zwischen Geyer und Zschopau hatten wir uns zwar keinen Knaller rausgesucht, sondern nur ein interessanteres Amateurspiel, aber uns eine der schönsten Ecken Deutschlands ausgesucht. Zum Radfahren ist diese Ecke allerdings nur auf den kleinsten Nebenstraßen schön – ansonsten muss man vor der Unzurechnungsfähigkeit etlicher einheimischer Fußgänger und Radfahrer sowie dem rücksichtslosen Verhalten einheimischer Autofahrer warnen. Dass die Todesfälle im Straßenverkehr im Erzgebirge besonders zahlreich sind, verwundert nicht bei der Kombination von engen, gefährlichen Straßen und der asozialen Fahrweise vieler Leute. Wie da solche Leute, wie die anderen Radfahrer in unserem Abteil – hagere Rentnerrinnen und Rentner, die sich einfach nicht in Zimmerlautstärke verständigen können und fettleibige Frauen mittleren Alters – zurechtkommen, wundert mich.

Aber wir kamen irgendwie ohne Unfall weit genug von der beschissensten Stadt Sachsens, die wir nach Umsteigen in Weißenfels und Leipzig mit der Bahn erreichten, weg und landeten ohne größere Zwischenstopps nach unendlich wirkenden Steigungen (5-10% Steigung 8km ununterbrochen z.B.) und einem Wahnsinnsgefälle (was für Fliehkräfte auf ein Tourenrad wirken, wenn man damit ein Gefälle mit leichten Gegenwind bei Tempo 60 nimmt, ist heftig) in Geyer. Nachdem ich den Fries über dem Eingang in die Wehrkirche, die allerdings nur noch als Heimatmuseum dient, gesehen habe, glaube ich, dass „Geyer“ doch eine ältere Schreibweise dieses sympathischen geflügelten Genossen, den man heute „Geier“ schreibt, ist. Die Wehrkirche ist auch die einzige architektonische Sehenswürdigkeit dieses schön gelegenen Ortes. Vor allem der mit einer Holzhaube versehene zweite Turm ist baulich interessant. Das eigentliche Kirchengebäude ist außen nur leider fast so grau wie das globige Rathaus. Letzteres hat aber immerhin ein schönes Portal.
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Die Ausfahrt Richtung Thum führt steil aus dem Ort heraus und zur rechten muss man kurz nach dem Ortsausgangsschild von Geyer hinter einer Baumgruppe abbiegen. Ein klotziges Spaßbad voraus, links der Hauptplatz mit dem Vereinsheim, ein paar Bänken auf einer Seite des Spielfeldes und Bäumen ringsherum – und rechts der Nebenplatz auf dem heute gespielt wurde (in diesem Bezirk wird ohnehin meist auf Nebenplätzen, die aber oft nicht minder interessant, als der Hauptplatz, sind, gespielt). Dieser Platz II besticht durch spartanische Einfachheit. Das ist ein richtiger Amateurfußballplatz: echter, typischer und origineller geht fast gar nicht! Eine Wiese von ca. 90x45m, leicht schräg abfallend und uneben, zwei Eisentore mit etwas geflickten Netzen, auf einer Längsseite eine neue Holzreling, zwei winzige Blechhütten für den Trainer und einen Wechselspieler (oder Trainer und Co-Trainer?) und das ganze umgeben von einer hügeligen Wiese voller Wiesenschaumkraut und der ein oder anderen Butterblume, im Hintergrund diverse Nadelbäume.

Zum Spiel. Der Favorit zeigte von Beginn an seinen Willen zum Weiterkommen, doch was die BSG an Chancen ausließ, war schon derb. Die zahlreichen Gäste ärgerte das auch verständlicherweise. Noch mehr ärgerte es sie, als Zschopau den zweiten Abwehrfehler machte, den ein Spieler des TSV Geyer diesmal auch konsequent nutzte. Das 1:0 stellte den Spielverlauf völlig auf den Kopf! Motor Zschopau rannte nun mit Wut im Wanst an – doch Geyers starker Torwart parierte; und als er dies einmal nicht tat, da köpfte ein Verteidiger den Ball von der Linie. Ein Verteidiger war es dann allerdings auch, der in der letzten Spielminute vor der Pause einen Fehler machte, genauer: einen Elfmeter durch ein Foul gegen einen durchgebrochenen Stürmer verursachte, der zum mehr als nur völlig verdienten Ausgleich führte.

1:1 war zu unserer Überraschung der Pausenstand. Überraschend deshalb, da das Spiel nach dem Verlauf der ersten 43 Minuten eigentlich ein typisches Spiel „Mannschaft A ist überlegen aber abschlussschwach, Mannschaft B kontert geschickt und gewinnt trotz Chancenverhältnis von 2:20 mit 1:0“ war. Nach der Pause noch verwunderlicher: Zschopau hatte am Abschluss gefeilt und brauchte jetzt nur drei Minuten für vier Chancen aus denen zwei Tore resultierten. Das 4:1 war so souverän heraus gespielt, dass man da von der Entscheidung reden musste – obwohl Geyer bald darauf den Anschlusstreffer erzielte, der der am saubersten heraus gespielte Treffer der gesamten Partie war. Den Schlusspunkt setzte Zschopau mit einem weiteren schönen Treffer: 2-5 der verdiente Endstand!
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Die Rückfahrt gestalteten wir etwas anders: die bequeme Tour ist zwar immer noch nichts für Weicheier, denn 10km dauernd bergab gen Annaberg-Buchholz sind nicht so wenig anstrengend, wie es für den Laien klingen mag. Die Strecke fordert viel Konzentration und Reaktionsschnelligkeit und in Annaberg-Buchholz angekommen, ging es dann auch wieder bis zu 10% Steigung rauf. Diese große Kreisstadt ist übrigens nicht nur wegen ihrer spektakulären St.Annen-Kirche eine der schönsten Städte des Erzgebirges, sondern auch wegen landschaftlicher Lage, Marktplatz mit Rathaus, Gründerzeit-Bürgerhäusern und engen, teils extrem steilen Gassen. Annaberg-Buchholz kam viel zu kurz, da wir den Zug nach Chemnitz erreichen mussten, sodass wir eine neue Idee für eine Tagesfahrt ins Erzgebirge (Saison 2010/2011 oder 2011/2012) bekamen. Die Vorbeifahrt am schönen Stadion brachte die Verbindung zum Groundhopping.

Diese grauenhafte Bezirkshauptstadt mit „Ch“ sahen wir zum Glück nur noch vom Bahnhof aus – übrigens super, wenn von 12 Gleisen nur 3 benutzt werden können, da seit zwei Jahren ohne erkennbaren Fortschritt gebaut wird – und auch zum Glück schafften wir die Züge über Leipzig nach Weißenfels und Merseburg ohne Hetze. Was abschließend noch erwähnenswert ist, ist die hohe Anzahl von Soldaten, die sich in den Zügen nach Weißenfels Sonntagabend befindet, und den umso geringeren Bildungsgrad im Abteil. Wenn ich nicht genau wüsste, was für hoch gebildete Leute z.B. in der Führungsspitze der Bundeswehr oder im Sanitätsdienst (durch Medizinstudenten, die ihre praktische Anwendung im Lazarett bekommen) zu finden sind, würde ich in das falsche Vorurteil, das einige Deutsche über ihre eigene Armee verbreiten, nämlich dass nur asoziale schießwütige Idioten beim Militär seien, einstimmen. Aber jedes Mal, wenn ich mit bestimmten Zügen fahre, gibt es da unter den Soldaten drei Gesprächsthemen: a) Bundeswehralltag (normal und völlig O.K.), b) Waffen, mit denen man beim Schießen ein „übelst geiles Feeling“ hat (super, wie die Vorurteile bedient werden, echt klasse!) und c) Partys mit „voll auf die Schnauze haun“ und „geilen Bitches und Votzen“ (teilweise ist der Alkoholkonsum im Zug auch wie auf einer Party, dass allerdings nur, wenn man von der Kaserne nach Hause fährt).
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Zu dieser Fahrt ins Erzgebirge kann ich aber nur eine positive Bilanz ziehen. Das flotte Spiel und die schönen Sehenswürdigkeiten waren ein würdiger Abschluss der Saison 2009/ 2010 – einer tollen, erlebnisreichen, extrem Groundpunktereichen, Länderpunktereichen und unterhaltsamen Saison!
Eine Aufbereitung der Saison in Form einer Saisonstatistik (bestes/ schlechtestes Spiel, Toreschnitt, schönstes Tor, beste Stimmung unter den Fans, coolstes Stadion etc.) folgt!

Statistik:
Ground Nr. 450 (ein neuer Ground; diese Saison: 119 neue)
Sportveranstaltung Nr. 1.038 (diese Saison: 181)
Tageskilometer: 400 (340 Zug, 60 Fahrrad)
Saisonkilometer: 37.100 (22.580 Auto/ 6.000 Flugzeug/ 4.530 Fahrrad/ 3.990 Bus, Bahn, Tram/ weniger als 10 Schiff)
Anzahl der Fußballspiele seit dem letzten 0-0: 29
Anzahl der Wochen, seit der letzten Woche ohne eine einzige Sportveranstaltung (31.7.-6.8. 2006): 208

Montag, 10. Mai 2010

W197III: Schönes Spiel in schöner Landschaft: 6:1 in der Zschopauer Sandgrube

BSG Motor Zschopau II 3:0 FV Krokusblüte Drebach II Sonntag, 9. Mai 2010 – Anstoß 13.00 Kreisliga Mittleres Erzgebirge (9. Liga, 4. Amateurliga) Ergebnis: 3:0 nach 90+ Min. (45/45+) – Halbzeit ?:? Tore: 1:0 Steven Bergt, 2:0 Benjamin Uhlig, 3:0 Frank Seefeld Verwarnungen: ?, Platzverweise: keine Spielort: Sportkomplex in der Sandgrube, Platz I (Kap. 3.000 Stehplätze) Zuschauer: ca. 60 (davon ca. 5 Gästefans) Unterhaltungswert: -,-/10 (Keine Wertung) BSG Motor Zschopau 6:1 FSV Motor Marienberg Sonntag, 9. Mai 2010 – Anstoß 15.00 Bezirksklasse Chemnitz, Staffel 3 (8. Liga, 3. Amateurliga) Ergebnis: 6:1 nach 90 Min. (45/45) – Halbzeit 3:1 Tore: 1:0 4. Steve Schüler (Elfmeter), 2:0 8. Dirk Ruttloff, 2:1 24. Stephan Müller, 3:1 31. Dirk Ruttloff, 4:1 53. Sebastian Gillert, 5:1 58. Sebastian Gillert, 6:1 63. Sebastian Gillert Verwarnungen: wenige, Platzverweise: keine Spielort: Sportkomplex in der Sandgrube, Platz II (Kap. 1.500 Stehplätze) Zuschauer: ca. 180 (davon ca. 20 Gästefans) Unterhaltungswert: 7,0/10 (Gutes Spiel mit ordentlicher Torquote) DSC07728 Photos and English Version: Castles in Klaffenbach and Zschopau Football in Zschopau „Einen schönen Aufenthalt und trinkt nicht so viel“ – das wünschte die Zugbegleiterin von Leipzig nach Chemnitz, als sie sich von den Fahrgästen des hässlichen Regionalexpresses im ebenso hässlichen Chemnitz verabschiedete. Hatte die ne Wette verloren oder selbst zu viel getrunken? Jedenfalls waren wir froh, bald aus dieser unmöglichen Stadt herausgefunden zu haben und in Klaffenbach angekommen zu sein. Klaffenbach ist für ein Renaissance-Wasserschloss berühmt, dessen Innenhof und Äußeres viel Eindrucksvoller als sein Innenraum ist. Das Museum lohnt absolut nicht, die zusätzlich kostenden Ausstellungen in den Wirtschaftshäusern haben wir nicht besucht, aber einmal rundherum zu laufen lohnt aufgrund der Beispielhaftigkeit dieses Baus für diese Stilepoche auf jeden Fall. So eine hervorragend hergerichtete und sehenswerte Schlossanlage findet man so schnell nicht wieder. In der Umgebung von Chemnitz wird man in vielen Orten für die Stadt entlohnt. Die Strecke nach Zschopau hält eine schöne Landschaft mit den ein oder anderen idyllischen Käffern, schönen Burgen und Schlössern und tollen Straßen bereit. Radfahren ist hier sehr hart und nichts für Schönwetter-Ökolahmarsch-Radler: bei den befahrenen Straßen muss man sich oft mangels Radweg – die Infrastruktur am Rande von Chemnitz ist nicht doll: vor allem die Beschilderung ist noch fast so schlimm wie in der DDR – die Straße mit Autofahrern teilen, die sich untereinander und gegenüber unmotorisierten Verkehrsteilnehmern unangenehm bis asozial verhalten. Solche Ansammlungen von Vollidioten im Straßenverkehr wie in der Gegend um Chemnitz findet man in Deutschland so schnell nicht noch mal – und außerdem sind die Andauernden Steigungen und Gefälle echt hart: erst schleicht man da 15% mit 5-10 km/h hoch – und dann geht’s auf der anderen Seite ebenfalls mindestens 10% mit 40-60 km/h wieder runter. Gut, dass in Einsiedel in der 30er-Zone keine Polizei die Geschwindigkeit kontrollierte... DSC07612 Endlich in Zschopau – die Straßenwege dahin sind doppelt so lange wie die Luftlinie – besuchten wir den schönen Marktplatz, der gleich zwei Rathäuser und eine große, aber derzeit in Renovierung befindliche Kirche zu bieten hat, und dann die Burg Wildeck, die ein wirkliches Kleinod der Burgenbaukunst der Renaissance darstellt. Die Bonsai-Ausstellung sowie die Zschopauer Motorräder klangen zwar interessanter, als die moderne Kunst-Kacke in Klaffenbach, aber wir bestiegen nur den Turm, der einen schönen Blick auf den herrlich zwischen bewaldeten Höhenzügen im Flusstal der Zschopau liegenden 10.000-Einwohner-Ort freigibt. Am Rande des Ortes am Ufer der Zschopau unterhalb toller, dicht bewaldeter Felsklippen, liegt der Sportkomplex in der Sandgrube. Nein, kein Beach-Fußball, sondern erst noch die Schlussphase der Kreisliga A: kaum waren wir da, setzte Motor Zschopau II gegen Krokusblüte Drebach II noch einen Treffer zum 3:0 drauf: schön herausgespielt und über den Torwart geschlenzt. Dann verschoss Zschopaus Zweite auch noch einen Elfmeter. 3:0 der Endstand. Danach wurde auf den kleineren Platz II gewechselt – eine Liga höher, aber dann auf dem kürzeren Platz spielen: häh??? – der im Gegensatz zum Hauptplatz keine Überdachung hat. Die Überdachung des Hauptplatzes ist aber auch nur recht klein und bietet für höchstens 1.500 Leute Stehplätze auf drei Stufen an. Der Sprecherturm scheint nicht mehr genutzt zu werden. Immerhin ist der Graswall von Platz II höher, wo ich mich auch gleich positionierte. Motor Zschopau I ist vor Krokusblüte Drebach I 5. – der heutige Gegner – Motor Marienberg – auf Platz 3. DSC07743 Der Start war furios: nach zwei Minuten ein grenzwertiges Einsteigen des Marienberger Torwarts im Strafraum, doch kein Elfmeter. Nach vier Minuten semmelt ein Marientaler Verteidiger einen Zschopauer Stürmer um: dann Elfmeter, der sicher verwandelt wird. Kurz darauf ein herrliches Freistoßtor aus 25 oder mehr Metern: eine tolle Flugbahn ins lange Eck hatte der Ball! Marienberg kommt bald darauf heran mit einem gut heraus gespielten Treffer, doch Zschopau kann noch reichlich vor der Pause mit einem Drehschuss aus Nahdistanz nachlegen. Mit 3:1 ging das technisch akzeptable und läuferisch wie kämpferisch starke und offensive Spiel in die Pause. In der zweiten Hälfte ging es so weiter, wobei Zschopau durch eine gute Chancenverwertung und mehr Selbstvertrauen in der Offensive zu drei prima Treffern kam. Das 6:1 war am Ende sehr deutlich, aber nicht unverdient in der Höhe. Zschopau war die deutlich bessere Mannschaft. Das Spiel hätte mehr Zuschauer verdient – in dem Landkreis kommen manchmal bis zu 2.000 Fans zu Kreisliga- oder Bezirksklassederbys – wobei ich nicht unbedingt mehr von der Sorte junge Kerle mit Thor-Steinar-Kapuzenshirt brauche, die jedoch nicht unvernünftiger waren als manche der Rentner. Aber Bemerkungen wie: „Du dumme Sau! Das war doch ein ganz faires Foul!“ sprühen so vor Originalität, dass ich so was nur gutheißen kann. Da es ab der 70. zu Regnen begann, fuhren wir nicht groß mit den Rädern weiter, sondern stiegen schon in Zschopau in den Zug ein, statt erst in Chemnitz. Also: trotz dreimaligem Umsteigen keinen Anschluss verpasst – Respekt! DSC07798 Statistik: Grounds Nr. 422 und 423 (zwei neue Grounds; diese Saison: 92 neue) Sportveranstaltungen Nr. 998 und 999 (diese Saison: 141) Tageskilometer: 350 (300 Bahn, 50 Fahrrad) Saisonkilometer: 33.820 (21.720 Auto/ 6.000 Flugzeug/ 3.250 Bus, Bahn, Tram/ 2.850 Fahrrad/ weniger als 10 Schiff) Anzahl der Fußballspiele seit dem letzten 0-0: 82 Anzahl der Wochen, seit der letzten Woche ohne eine einzige Sportveranstaltung (31.7.-6.8. 2006): 197

Donnerstag, 29. Oktober 2009

WE168I: Ein typisches Spitzenspiel.

BSG Wismut Gera 0:1 BSV Eintracht Sondershausen
Samstag, 17. Oktober 2009 - Anstoßzeit 14.10
Thüringenliga (6. Liga, 1. Amateurliga)
Ergebnis: 0:1 nach 92 Min. (45/47) - Halbzeit 0:1
Tor: 0-1 38. Kevin Schenke
Verwarnungen: David Kwiatkowski, Steven Obst (Wismut), Patrick Rothe (Eintracht), Platzverweise: keine
Spielort: Stadion am Steg (Kap. 3.000, davon 150 unüberdachte Sitzplätze)
Zuschauer: 260 (davon ca. 20 Gästefans)
Tagesunterhaltungswert: 4,0/10 (Mäßiges Spiel vor coolen Fans und gute Radtour mit kaum Sightseeing bei beschissenem Wetter)

Photos and English version!

Der Weg zum Spitzenspiel der Thüringenliga gestaltete sich erwartungsgemäß wenig angenehm bei Temperaturen knapp über 0 Grad und zwischenzeitlich immer wieder aus dem wolkenverhangenen Himmel fallenden Regen. Wir hatten die Bahn von Merseburg über Weißenfels nach Zeitz genommen (48km Hopperticket), um dann 34km mit dem Rad nach Gera zu fahren.

Wie schon erwähnt, handelte es sich bei dieser Begegnung in der höchsten Amateurspielklasse des Landes Thüringen um ein Spitzenspiel. Der Vierte – Wismut Gera – traf auf den Ersten – Eintracht Sondershausen. Der Tabellenführer hatte aus 9 Spielen 21 Punkte, Gera aus 8 Spielen 14 Punkte geholt. Erwähnenswert zu Wismut Gera ist noch, dass sie sich vor dieser Saison rück benannten: von FV Gera Süd in den alten Namen BSG Wismut Gera. BSG allerdings auch hier: „Ballsportgemeinschaft“ statt Betriebssportgemeinschaft, als die sie 1951 gegründet wurden. FV Gera Süd entstand übrigens erst 2007 durch Fusion, wobei der Nachfolgeverein der BSG Wismut einer der fusionierenden Klubs war. Wismut ist nun wieder neben dem Oberligisten FC Gera 03 der größte Klub der Stadt Gera. Teilweise kommen sogar mehr Fans zum Amateurverein, als zum Halbprofiverein in seinem topp-modernen Leichtathletikstadion im BUGA-Gelände.

Apropos Stadion: das Stadion am Steg fanden wir erst nach einigem Herumirren, da wir uns an Kraftwerksschornsteinen orientierten. Allerdings sind die drei Schornsteine, die derzeit „zurückgebaut“ werden, im Nordteil Geras zu finden. Die drei Schornsteine in Gera-Süd sind schon längst abgerissen worden. Bis man mal über die Ampelkreuzung am Stadion ist, vergehen auch ein paar Minuten. Dann muss man noch 4€ (als Student, Schüler, Rentner usw. 3€) entrichten und man steht entweder auf einem kleinen Graswall vorm Sportlerheim, einem großen Graswall vor den Kleingärten, einem dreifach abgestuften Graswall vor den Nebenplätzen oder einer achtstufigen Stehtribüne. Auf dieser Tribüne sind in der Mitte auch ein paar Sitzschalen angebracht. Das Sportlerheim im Übrigen ist mit dem kleinen Türmchen mit Umgang und den Säulen echt gut gelungen!
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Nicht so gelungen war das Spiel, denn es war ein Spitzenspiel der Sorte: abwarten, Gegner paralysieren und dann mal kontern. Richtig widerlich professionell in diesem Punkt. Das überhaupt ein Tor fiel, war dem Torschützenkönig der Thüringenliga zu verdanken. Kevin Schenke heißt dieser Sondershausener, der den Ball hervorragend im rechten Eck ablegte.
Ab und an kamen auch mal andere Spieler gefährlich vors Tor – Gera hatte sogar etwas mehr Chancen, nur Sondershausen war halt spielerisch und technisch besser – doch es blieb beim 0:1.

Die meisten Zuschauer ärgerte das und ärgerlich war auch der Fakt, dass weniger Zuschauer als normal (sonst oft 300) ins Stadion am Steg kamen. Aber für ein Amateurteam, haben die Wismut Spieler echt guten Support. So 40 Leute feuerten dauernd Ultra-mäßig an, was übrigens recht einfallsreich war, streckenweise, und zeigten vorher etliche Doppelhalter. Die Ultras Gera haben übrigens Verbindungen zur kleinen Gruppe der Altenburger Ultras, sowie auch zu den bekannten Gruppen Red Kaos Zwickau und den Ultras von Dynamo Dresden. Die anderen Zuschauer gingen nur bei strittigen oder hitzigen Szenen auf dem Feld mit, was sich dann so anhörte: „Ey Schiri, du Votze! Mann, du Arschloch! Schmeiß den scheiß Fünfer vom Feld!“

Mit den Rädern ging es jetzt den anderen Weg von Gera nach Zeitz, da wir noch in Breitenbach, was wir wenige Monate zuvor auf dem Weg von Merseburg nach Heuckewalde verpasst hatten, die Burgruine Kempe besichtigen wollten. Wenn man der Beschilderung gefolgt ist, steht man schnell vor den Wallresten der Reichsburg. Dann muss man vor den Wällen nach rechts auf einen sehr hohen Wall zugehen (100m Weg), aber davor rechts dem Schild nach, das in den Trampelpfad zeigt. Erst wenn man 20m davor steht, sieht man die Ruine des Wohngebäudes (Kempe): zwei Mauern von maximal 10m Höhe. Die Besichtigung ist durch Absperrungen erschwert. Viel zu sehen gibt es auch nicht. Im Nachbarort Haynsburg ist das ganz anders. Im nahegelegenen Droyßig auch besser als in Breitenbach.
In Zeitz angekommen, ging es via Weißenfels wieder nach Merseburg zurück.
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Statistik:
Ground Nr. 365 (ein neuer Ground; diese Saison: 34 neue)
Sportveranstaltungen Nr. 902 (diese Saison: 44)
Tageskilometer: 180 (100km Zug, 80km Rad)
Saisonkilometer: 12.180 (10.920 Auto/ 1.080 Fahrrad/ 280 öffentliche Verkehrsmittel/ 0 Flugzeug)
Anzahl der Fußballspiele seit dem letzten 0-0: 27
Anzahl der Wochen, seit der letzten Woche ohne eine einzige Sportveranstaltung (31.7.-6.8. 2006): 168