Posts mit dem Label Erzgebirge werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Erzgebirge werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Dienstag, 27. Juli 2010

W208V: Ein Saisonhöhepunkt zum Saisonabschluss

TSV Geyer 2:5 BSG Motor Zschopau
Sonntag, 25. Juli 2010 – Anstoß 15.00
Landespokal Sachsen, Ausscheidungsrunde Chemnitz („Wernesgrüner Sachsen Cup“; Bezirksklasse Chemnitz Staffel 3, 8. Liga, 3. Amateurliga (Aufsteiger aus Kreisliga A) gegen Bezirksklasse Chemnitz Staffel 3, 8. Liga, 3. Amateurliga)
Ergebnis: 2:5 nach 90 Min. (45/45) – Halbzeit 1:1
Tore: 1:0 36. Nr. 11, 1:1 44. Schüler (Foulelfmeter), 1:2 50. Hamann, 1:3 51. Schüler (Foulelfmeter), 1:4 57. Hamann, 2:4 66. Nr. 10, 2:5 72. Nr. 8
Verwarnungen: Zwei gelbe Karten Geyer
Platzverweise: keine
Spielort: Sportplatz Geyer II (Kap. 800 Stehplätze)
Zuschauer: ca. 220 (davon ca. 60 Gästefans)
Unterhaltungswert: 7,5/10 (Richtig gutes Spiel!)
IMG_0570
Photos and English version:
Sightseeing in Erzgebirge Mountains
FOOTBALL MATCH: GEYER 2-5 ZSCHOPAU

Die letzte Sportveranstaltung dieser Saison stand an und mit dem Spiel der Qualifikationsrunde Chemnitz des Landespokals Sachsen zwischen Geyer und Zschopau hatten wir uns zwar keinen Knaller rausgesucht, sondern nur ein interessanteres Amateurspiel, aber uns eine der schönsten Ecken Deutschlands ausgesucht. Zum Radfahren ist diese Ecke allerdings nur auf den kleinsten Nebenstraßen schön – ansonsten muss man vor der Unzurechnungsfähigkeit etlicher einheimischer Fußgänger und Radfahrer sowie dem rücksichtslosen Verhalten einheimischer Autofahrer warnen. Dass die Todesfälle im Straßenverkehr im Erzgebirge besonders zahlreich sind, verwundert nicht bei der Kombination von engen, gefährlichen Straßen und der asozialen Fahrweise vieler Leute. Wie da solche Leute, wie die anderen Radfahrer in unserem Abteil – hagere Rentnerrinnen und Rentner, die sich einfach nicht in Zimmerlautstärke verständigen können und fettleibige Frauen mittleren Alters – zurechtkommen, wundert mich.

Aber wir kamen irgendwie ohne Unfall weit genug von der beschissensten Stadt Sachsens, die wir nach Umsteigen in Weißenfels und Leipzig mit der Bahn erreichten, weg und landeten ohne größere Zwischenstopps nach unendlich wirkenden Steigungen (5-10% Steigung 8km ununterbrochen z.B.) und einem Wahnsinnsgefälle (was für Fliehkräfte auf ein Tourenrad wirken, wenn man damit ein Gefälle mit leichten Gegenwind bei Tempo 60 nimmt, ist heftig) in Geyer. Nachdem ich den Fries über dem Eingang in die Wehrkirche, die allerdings nur noch als Heimatmuseum dient, gesehen habe, glaube ich, dass „Geyer“ doch eine ältere Schreibweise dieses sympathischen geflügelten Genossen, den man heute „Geier“ schreibt, ist. Die Wehrkirche ist auch die einzige architektonische Sehenswürdigkeit dieses schön gelegenen Ortes. Vor allem der mit einer Holzhaube versehene zweite Turm ist baulich interessant. Das eigentliche Kirchengebäude ist außen nur leider fast so grau wie das globige Rathaus. Letzteres hat aber immerhin ein schönes Portal.
IMG_0552
Die Ausfahrt Richtung Thum führt steil aus dem Ort heraus und zur rechten muss man kurz nach dem Ortsausgangsschild von Geyer hinter einer Baumgruppe abbiegen. Ein klotziges Spaßbad voraus, links der Hauptplatz mit dem Vereinsheim, ein paar Bänken auf einer Seite des Spielfeldes und Bäumen ringsherum – und rechts der Nebenplatz auf dem heute gespielt wurde (in diesem Bezirk wird ohnehin meist auf Nebenplätzen, die aber oft nicht minder interessant, als der Hauptplatz, sind, gespielt). Dieser Platz II besticht durch spartanische Einfachheit. Das ist ein richtiger Amateurfußballplatz: echter, typischer und origineller geht fast gar nicht! Eine Wiese von ca. 90x45m, leicht schräg abfallend und uneben, zwei Eisentore mit etwas geflickten Netzen, auf einer Längsseite eine neue Holzreling, zwei winzige Blechhütten für den Trainer und einen Wechselspieler (oder Trainer und Co-Trainer?) und das ganze umgeben von einer hügeligen Wiese voller Wiesenschaumkraut und der ein oder anderen Butterblume, im Hintergrund diverse Nadelbäume.

Zum Spiel. Der Favorit zeigte von Beginn an seinen Willen zum Weiterkommen, doch was die BSG an Chancen ausließ, war schon derb. Die zahlreichen Gäste ärgerte das auch verständlicherweise. Noch mehr ärgerte es sie, als Zschopau den zweiten Abwehrfehler machte, den ein Spieler des TSV Geyer diesmal auch konsequent nutzte. Das 1:0 stellte den Spielverlauf völlig auf den Kopf! Motor Zschopau rannte nun mit Wut im Wanst an – doch Geyers starker Torwart parierte; und als er dies einmal nicht tat, da köpfte ein Verteidiger den Ball von der Linie. Ein Verteidiger war es dann allerdings auch, der in der letzten Spielminute vor der Pause einen Fehler machte, genauer: einen Elfmeter durch ein Foul gegen einen durchgebrochenen Stürmer verursachte, der zum mehr als nur völlig verdienten Ausgleich führte.

1:1 war zu unserer Überraschung der Pausenstand. Überraschend deshalb, da das Spiel nach dem Verlauf der ersten 43 Minuten eigentlich ein typisches Spiel „Mannschaft A ist überlegen aber abschlussschwach, Mannschaft B kontert geschickt und gewinnt trotz Chancenverhältnis von 2:20 mit 1:0“ war. Nach der Pause noch verwunderlicher: Zschopau hatte am Abschluss gefeilt und brauchte jetzt nur drei Minuten für vier Chancen aus denen zwei Tore resultierten. Das 4:1 war so souverän heraus gespielt, dass man da von der Entscheidung reden musste – obwohl Geyer bald darauf den Anschlusstreffer erzielte, der der am saubersten heraus gespielte Treffer der gesamten Partie war. Den Schlusspunkt setzte Zschopau mit einem weiteren schönen Treffer: 2-5 der verdiente Endstand!
IMG_0597
Die Rückfahrt gestalteten wir etwas anders: die bequeme Tour ist zwar immer noch nichts für Weicheier, denn 10km dauernd bergab gen Annaberg-Buchholz sind nicht so wenig anstrengend, wie es für den Laien klingen mag. Die Strecke fordert viel Konzentration und Reaktionsschnelligkeit und in Annaberg-Buchholz angekommen, ging es dann auch wieder bis zu 10% Steigung rauf. Diese große Kreisstadt ist übrigens nicht nur wegen ihrer spektakulären St.Annen-Kirche eine der schönsten Städte des Erzgebirges, sondern auch wegen landschaftlicher Lage, Marktplatz mit Rathaus, Gründerzeit-Bürgerhäusern und engen, teils extrem steilen Gassen. Annaberg-Buchholz kam viel zu kurz, da wir den Zug nach Chemnitz erreichen mussten, sodass wir eine neue Idee für eine Tagesfahrt ins Erzgebirge (Saison 2010/2011 oder 2011/2012) bekamen. Die Vorbeifahrt am schönen Stadion brachte die Verbindung zum Groundhopping.

Diese grauenhafte Bezirkshauptstadt mit „Ch“ sahen wir zum Glück nur noch vom Bahnhof aus – übrigens super, wenn von 12 Gleisen nur 3 benutzt werden können, da seit zwei Jahren ohne erkennbaren Fortschritt gebaut wird – und auch zum Glück schafften wir die Züge über Leipzig nach Weißenfels und Merseburg ohne Hetze. Was abschließend noch erwähnenswert ist, ist die hohe Anzahl von Soldaten, die sich in den Zügen nach Weißenfels Sonntagabend befindet, und den umso geringeren Bildungsgrad im Abteil. Wenn ich nicht genau wüsste, was für hoch gebildete Leute z.B. in der Führungsspitze der Bundeswehr oder im Sanitätsdienst (durch Medizinstudenten, die ihre praktische Anwendung im Lazarett bekommen) zu finden sind, würde ich in das falsche Vorurteil, das einige Deutsche über ihre eigene Armee verbreiten, nämlich dass nur asoziale schießwütige Idioten beim Militär seien, einstimmen. Aber jedes Mal, wenn ich mit bestimmten Zügen fahre, gibt es da unter den Soldaten drei Gesprächsthemen: a) Bundeswehralltag (normal und völlig O.K.), b) Waffen, mit denen man beim Schießen ein „übelst geiles Feeling“ hat (super, wie die Vorurteile bedient werden, echt klasse!) und c) Partys mit „voll auf die Schnauze haun“ und „geilen Bitches und Votzen“ (teilweise ist der Alkoholkonsum im Zug auch wie auf einer Party, dass allerdings nur, wenn man von der Kaserne nach Hause fährt).
IMG_0628
Zu dieser Fahrt ins Erzgebirge kann ich aber nur eine positive Bilanz ziehen. Das flotte Spiel und die schönen Sehenswürdigkeiten waren ein würdiger Abschluss der Saison 2009/ 2010 – einer tollen, erlebnisreichen, extrem Groundpunktereichen, Länderpunktereichen und unterhaltsamen Saison!
Eine Aufbereitung der Saison in Form einer Saisonstatistik (bestes/ schlechtestes Spiel, Toreschnitt, schönstes Tor, beste Stimmung unter den Fans, coolstes Stadion etc.) folgt!

Statistik:
Ground Nr. 450 (ein neuer Ground; diese Saison: 119 neue)
Sportveranstaltung Nr. 1.038 (diese Saison: 181)
Tageskilometer: 400 (340 Zug, 60 Fahrrad)
Saisonkilometer: 37.100 (22.580 Auto/ 6.000 Flugzeug/ 4.530 Fahrrad/ 3.990 Bus, Bahn, Tram/ weniger als 10 Schiff)
Anzahl der Fußballspiele seit dem letzten 0-0: 29
Anzahl der Wochen, seit der letzten Woche ohne eine einzige Sportveranstaltung (31.7.-6.8. 2006): 208

Montag, 11. Januar 2010

W180III: Bei sachsen-anhaltischer Unwetterpanik fährt man halt zu den thüringer Handballern.

SV Aufbau Altenburg III 29:24 SV Teichwolframsdorf
Samstag, 9. Januar 2010 - Anwurf 14.00
Verbandsliga Thüringen Ost, Staffel A – Vorrunde (7. Handball-Liga, 4. und unterste Amateurliga)
Ergebnis: 29:24 nach 60 Min. – Halbzeit: 15:13
Tore (Namen nach Gehör von Stadionsprecher übernommen; bestimmt etliche Fehler): Moosdorf 10, Peine 6, Kersten 4, Weber 3, Bachmann 2, Wage 2, Keller 1, Hoffmann 1 (Altenburg); J. Sailer 7, T. Seifert 6, R. Seifert 3, Parsemann 3, Winkler 2, R. Lange 2, Bär 1 (SVT)
Zeitstrafen: Aufbau 8 Minuten (Moosdorf 2, Weber 2, Keller 2, Wege 2); SVT 12 Minuten (Bär 4, Winkler 4, Feller 2, Arndt 2)
Platzverweise: keine
Spielort: Sporthalle Goldener Pflug (Kap. 900, davon 750 Sitzplätze)
Zuschauer: ca. 45 (keine Gästefans?)
Unterhaltungswert: 7,0/10 (Für unterste Amateurklasse enorm!)

SV Aufbau Altenburg 27:50 Erzgebirgischer HV Aue
Samstag, 9. Januar 2010 - Anwurf 18.00
Testspiel Landesliga Ost gegen 2. Bundesliga Süd (5. Handball-Liga, 2. Amateurliga gegen 2. Profiliga)
Ergebnis: 27:50 nach 60 Min. – Halbzeit: 10:24
Tore: O. Schörnig 7, Melzer 4, F. Schörnig 3, Lutz 3, Abad 2, Heinrich 2, Dietze 2, Wernig 1, Haffner 1, Kohl 1, Vogel 1 (Aufbau); Berthold 14, Vysely 10, Agnarsson 8, Meinhardt 7, Wittig 7, Uematsu 3, Schäfer 1 (EHV Aue)
Zeitstrafen: Aufbau 0 Minuten (-); Aue 8 Minuten (Schäfer 4, Berthold 4)
Platzverweise: keine
Spielort: Sporthalle Goldener Pflug (Kap. 900, davon 750 Sitzplätze)
Zuschauer: mind. 250 (davon mind. 5 Gästefans)
Unterhaltungswert: 7,0/10 (Typisches Amateure vs. Profis-Testspiel, aber eins der sehr unterhaltsamen Sorte)
DSCF4108
Photos and English version: http://www.flickr.com/photos/fchmksfkcb/sets/72157623064987221/detail/

Eigentlich war schon alles auf Handball in Staßfurt fokussiert; nicht nur der Spieltermin rausgesucht, sondern auch die Umwege auf der Route rausgesucht, mit Anja beim Spiel verabredet, Hallendaten rausgesucht und nicht zuletzt auch das Sachsen-Anhalt-Ticket gekauft – aber dann sagen diese Schwachköpfe vom HVSA den ganzen Spielbetrieb wegen einer vagen Unwettervorhersage mit angeblich starken Schneefällen ab. Bescheuert wie mein Landkreis und die von ihm umschlossene Stadt Halle sind, ließen sie sogar Bundesligavolleyball ausfallen. Ich verliere hier mal keine weiteren Worte zu diesem hirnverbrannten Schwachfug, außer: unsere Hallen im Landkreis sind echt total marode und es wurde Baupfusch wie in Bad Reichenhall betrieben, stimmt’s, Herr Landrat?! Also wurde das teure Sachsen-Anhalt-Ticket zum Fahren in ein Bundesland, was sich nicht bei jeder Schneeverwehung in die Hose macht, genutzt: Thüringen. Vor einer Woche noch ein Feldfußballspiel, was so nirgendwo in Sachsen-Anhalt ausgetragen worden wäre, jetzt zwei Handballspiele. In Thüringen wurden nur völlig vereinzelt alte Hallen gesperrt und nicht der Spielbetrieb lahm gelegt. So geht das – Thüringer Verbände machen’s halt mal wieder vor!

Per Zug: Merseburg – Halle – Leipzig – Altenburg. Und sogar ohne Verspätungen! Nach einer kleinen Runde durch die sehenswerte, aber in vielen Teilen heruntergekommene Skatstadt mit 36.000 Einwohnern, gingen wir bei einem billigen Thailänder gut essen und liefen durch den Knöcheltiefen Schneematsch zur Sporthalle Goldener Pflug. Dort wurden zwar auch wegen verschneiter Anfahrtswege für Gästemannschaften nicht alle Spiele ausgetragen, aber doch drei von fünf angesetzten. Zuerst das Spiel zwischen dem SV Aufbau Altenburg III (3. von 7) gegen den SV Teichwolframsdorf (2. von 7 und nur zwei Punkte besser). Der letztgenannte Verein kommt aus einem Ort mit 2.500 Einwohnern, der zwischen Gera und Zwickau liegt und direkt an Sachsen grenzt. Die beiden Teams mit ihrem sehr hohen Altersschnitt zeigten wirklich guten Handball. Dafür, dass das die unterste Spielklasse sein sollte, war das Spiel enorm gut! Altenburg hatte zwar immer die Nase vorn, doch die Gäste steckten nie auf, teilten gut aus und erzielten auch etliche, teils wirklich starke Treffer. Der beste Treffer wurde jedoch mit dem Rücken zum Tor stehend von einem Altenburger erzielt. Trotz schönem Match gab es keine nennenswerte Stimmung. Nur ab und an dumme Zwischenrufe von so einem Vogel hinter mir.
DSCF4186
Dann liefen wir noch einmal durch die verschneite Stadt und guckten uns die alten Häuser an, ehe wir 17 Uhr erneut in die Halle gingen. Die Schlafmütze von Kassenwart war immer noch nicht da – freundlicherweise bezahlten wir nach. 5€ für ein Freundschaftsspiel eines Fünftligisten gegen einen renommierten Zweitligisten ist auch in Ordnung. Das Catering nach dem Spiel mit schwammigen Brötchen und zwei Stunden lang gezogener Bockwurst war es nicht. Ebenso scheiße wie das Essen auch der Gästeanhang, der mal wieder meine Abneigung gegen das Bergarbeiterkaff Aue bestätigte. Nur dumme und primitive Bemerkungen von angetrunkenen Schachtscheißern. Die Heimfans leider viel zu still. Nur ab und an ihre Klatschfächer (die scheinen jetzt Milliardenfach in Deutschland hergestellt zu werden!) bewegt und schöne Szenen mit Applaus quittiert. Das gefiel auch dem guten und angenehmen Hallensprecher nicht besonders.
Das Spiel selbst war recht gelungen, wenn auch natürlich der Profiverein, der relativ viele ausländische Spieler im Aufgebot hat, klar dominierte. Mit Kempa und Rückhandwurf sollte es zwar nicht klappen, aber mit Zimmern, Kontern und aus spitzem Winkel aufs Tor drehen schon. Doch auch die Altenburger machten viel und blieben sogar ohne Zeitstrafen. Teilweise stellten auch sie ihre Spielqualität unter Beweis, was nicht damit zu tun hatte, dass Aue sie absichtlich entfalten ließ. Vor allem die Schörnigs zeigten sich sehr talentiert.

Der Rückweg verlief ebenso lässig wie der Hinweg.

Am nächsten Tag konnte ich aufgrund einer Uni-Veranstaltung leider nicht den Aufstieg der Leunaer Hallenhockeymannschaft miterleben, die in Köthen mit 60 Fans (insgesamt 250 Zuschauer) die Halle rockten und von 3:1 auf 3:8 innerhalb von 20 Minuten aufdrehten. Am Ende gewann Leuna 4:9, was den sofortigen Wiederaufstieg in die höchste Hallenhockeyspielklasse bedeutete, in der sie nächste Saison nun ihre zweite Spielzeit verbringen werden. Herzlichen Glückwunsch an die TSV Leuna Hockeyauswahl!!!

Statistik:
Ground Nr. 385 (ein neuer Ground; diese Saison: 54 neue)
Sportveranstaltung Nr. 942 (diese Saison: 84)
Tageskilometer: 190 (Eisenbahn)
Saisonkilometer: 15.910 (12.120 Auto/ 1.970 öffentliche Verkehrsmittel/ 1.820 Fahrrad/ 0 Flugzeug)
Anzahl der Fußballspiele seit dem letzten 0-0: 46
Anzahl der Wochen, seit der letzten Woche ohne eine einzige Sportveranstaltung (31.7.-6.8. 2006): 180

Montag, 1. Dezember 2008

WE122II: Leberkäsebuletten, lila-orange Rauchbomben und 88 Schedewitzer Jungs

FSV Zwickau 2:1 FC Erzgebirge Aue II
Sonntag, 30.November 2008 - Anstoßzeit 13.00
NOFV-Oberliga Süd (5. Liga, 1. Amateurliga)
Ergebnis: 2:1 nach 97 Min. (50/47) - Halbzeit 1:0
Tore: 1:0 23. Gasser, 1:1 75. Schwitzky, 2:1 82. Gasser
Verwarnungen: 1:3 gelbe Karten
Platzverweise: keine
Stadion: Westsachsenstadion (Kap. 4.999 Sitzplätze)
Zuschauer: 3.738 (ca. 500 Gästefans)
Unterhaltungswert: 8,0/10 (sehr hoch)


Obwohl erst kurz vor 1 Uhr in der frühe ins Bett gekommen, standen mein Vater und ich schon um 6 Uhr herum wieder auf. Um 7.23 stiegen wir in Merseburg in den Zug nach Halle und von dort direkt in den nach Leipzig wo wir auch nur ein paar Minuten warten mussten, bis der Zug nach Zwickau fuhr. Dort ausgestiegen fuhren wir in die Innenstadt. Erst einmal die im Jugendstil erbaute Moccabar fotografiert und dann weiter gen Amtsgericht und Schwanenteich. Wir machten auch noch einen Bogen zurück ins Zentrum um den Dom St. Marien und das Rathaus herum, am Schumann-Haus vorbei zum Schloss, dass mittlerweile zu zwei Dritteln saniert ist.
Danach ging es zum Stadion raus. Ins Westsachsenstadion. Auf die Halde. Eines der interessantesten, eigentlich auch schönsten und sehenswertesten Stadien Deutschlands. An den Kassen bekamen wir schnell die 7€ teuren Karten -Einheitspreis und trotzdem unverschämt hochpreißig! Kein Kommentar zu den 1,50€ teuren Programmen... Reingelassen wurde man aber erst um kurz vor 12 Uhr, also 70 Minuten vorher. Die halbe Stunde vertrieben wir uns mit den extrem teuren aber auch erstaunlich schmackhaften Sachen vom Grill: Bulette (sah mehr aus wie Leberkäse und schmeckte wie eine Mischung aus beidem: genial!) und überdurchschnittlich gute Roster. Die Getränke waren für Durchschnitt dann erstrecht zu teuer. Während wir aßen gesellte sich übrigens ein Alt-Hool zu uns, der sich für Hansa Rostock begeistert und die Mütze meines Vaters, auf der „FCH“ steht, gleich richtig gedeutet hat. Er sollte uns etwas übertrieben aber nicht ganz weit hergeholt und teilweise auch völlig zutreffend auf die Aktionen der nächsten dreieinhalb Stunden vorbereiten.
Nachdem wir uns einen Schal vom Fanmobil - der Verkäufer war übrigens selten schwer von Begriff - gekauft hatten (13€ auch: na ja...) begaben wir uns auf einen Stadionrundgang - außer in den Gästesektor und in den Turm darf man überall herumlaufen mit der Einheitseintrittskarte - und dann auf unsere Plätze auf der rechten Seite der Haupttribüne. Nahe bei den Schedewitzer Jungs. So ziemlich die wildeste Ecke des Stadions, wie wir feststellen mussten, als wir erschrocken feststellten, dass Red Kaos gar keine Choreo vorbereitet hatte. Entsprechende Verbote führten zu einem Stimmungsboykott der Ultras, sodass die Zwickauer Stimmung zu Spielbeginn total lahm war. Die Aue Ultras unterhielten den Gästesektor und somit auch das ganze Stadion alleine.
Das Spiel hätte auch schon die ersten 23 Minuten ein gutes sein können, hätten Schiedsrichter und Assistenz nicht ständig Fehlentscheidungen getroffen. Unser Block A tobte alle drei Minuten, weil solche Sachen wie ein lächerliches Ziehen von beiden Seiten als Foul eines Zwickauers, jede gleiche Höhe als Abseits und das klare Foul an Pinto im Strafraum der Auer als sauberes Spiel entschieden wurde.
Nach 23 Minuten war es dann Gasser, der mit einem hervorragten Schuss aus 20 Metern den Ball an den Innenpfosten setzte. Zum ersten Mal tobte Block A vor Freude und zum ersten Mal machten auch andere Stadionbereiche, die den Heimfans vorbehalten waren/ sind, richtig Stimmung.
Die Aue Fans, die schon in den ersten 15 Minuten mit zwei Bengalos gen Block A sowie mit einer exhibitionistischen Einlage geglänzt hatten, warfen nun Böller und ein Zwickauer etliche Plätze rechts von uns schleuderte nun eine Bengalfackel vor den Gästesektor. Der auch von mir an diesem Tage am häufigsten benutzte Sprechchor „Aue - Schweine“ wurde wieder einmal angestimmt. Ich glaube so stark angefeuert wie Zwickau habe ich schon seit Monaten keine Mannschaft mehr. Und so heruntergemacht wie Aue auch schon ewig keine mehr...
Das Spiel wurde kurz unterbrochen und Spieler beider Mannschaften wirkten beruhigend auf die Fans ein.
Bis zur Pause lief das Spiel auf gutem Niveau weiter und obwohl kein Tor fiel, war die Stimmung nun konstant gut. Allerdings sei zu den Schedewitzer Jungs einmal gesagt, dass es sie zwar ehrt, aus dem klassischen Sprechchor im Rassistenjargon „zick, zack; Zigeunerpack“ ein „zick, zack; Bauernpack“ gemacht zu haben, doch ihr „Schedewitzer Jungs, Schedewitzer Jungs, 88 Schedewitzer Jungs“ ist ja wohl eindeutig. Die Klamotten von Thor Steinar auch.

Wir befanden uns also in „bester“ Gesellschaft - OK, auf unserer Seite war wirklich das meiste los gewesen - aber auch diese Leute bekamen bis zur Mitte der zweiten Hälfte keinen Support mehr zu Stande. Maximal noch der Typ drei Reihen vor mir, der den Schiri und diverse Gästespieler immer mit „du Pimmel“ beschimpfte oder auch der mit der Weihnachtsmannmütze. Nach einer Weile kam dann endlich wieder: „Sachsenring, oh Sachsenring, olé“ sowie „Aue - Schweine“. Letzteres wurde besonders laut als der etwas überraschende Ausgleich mit einem schönen Weitschuss eine Viertelstunde vor dem Ende fiel. Doch nur sieben Minuten später behielt Zwickau wieder die Oberhand. Die nicht unverdiente 2:1 Führung sollte die Entscheidung darstellen. Die Zwickauer Mannschaft stellte unter Beweis, dass sie nicht ganz unberechtigt auf dem ersten Tabellenplatz der Oberliga zu finden ist.
Mit dem Abpfiff fingen die Auefans nun an bunte Rauchbomben, Bengalfackeln und Böller zu werfen, wobei besonders die weißen, orange und lila Rauchbombe schön aussahen. Während ich diese Aktion noch gutheißen möchte, geht natürlich das Verbrennen eine gezockten Zwickauer Fahne nicht in Ordnung. Mit offenem Feuer auf Holzbänken hantieren! Die Polizei kam schließlich mit einem Feuerlöscher und schickte den Auer Mob schließlich gleich zum Bahnhof.
Auf dem Weg zum Bahnhof war ein solcher Stau, dass wir locker an einer 50 Autos langen Kolonne vorbeifuhren. Den ersten Zug erwischt, den Anschluss locker gekriegt und dann auch einfach wieder nach Merseburg zurück.
Der erste Zug der verspätet war, war übrigens der, mit dem ich zwei Stunden später nach Halle fuhr, um ein Referat mit Kommilitonen vorzubreiten.
15 Minuten Verspätung bei 13 Minuten Fahrtzeit zwischen Merseburg und Halle: typisch auf dieser Strecke...
Der Unterhaltungswert des gesamten Tages war sehr hoch. Die Qualität des Spiels auf jeden Fall überm Durchschnitt.

Statistik:
Ground Nr. 269 (kein neuer Ground; diese Saison: 39 neue)
Sportveranstaltung Nr. 711 (diese Saison: 78)
Tageskilometer: 300 (280 Bahn, 20 Fahrrad)
Saisonkilometer: 9.510 (5.380 Auto/ 2.170 Fahrrad / 2.060 Bahn)
Anzahl der Wochen, seit der letzten Woche ohne eine einzige Sportveranstaltung (31.7.-6.8. 2006): 122

Fotos:
In der Zwickauer Innenstadt:
http://s181.photobucket.com/albums/x68/fchmksfkcb/081130a%20Zwickau%20in%20Westsachsen/
IM STADION:
http://s181.photobucket.com/albums/x68/fchmksfkcb/081130b%20FSV%20ZWICKAU%202-1%20ERZGEBIRGE%20AUE%20II/