Ein bisschen was angeguckt haben wir drei auch noch, vor diesem Spiel. Wenn man Zeitz auf der Umgehung umfahren hat, landet man im gesichtlosen Bergisdorf. Im Kaff geht es irgendwie rechts ab und ins Tal nach Großosida. In Raba biegt man links am Ende des Ortes ein und gleich noch mal links dem Hinweisschild zur Heerpauke nach. Das Durchfahrtverbotenschild kann man getrost ignorieren. Oben auf dem Gehöft wohnt eh keiner mehr. Oben auf dem Hügel thront dann das verfallene Gehöft Heerpauke mit Blick über das Elstertal. Heerpauke ist wohl der Rest eines Dorfes, das im Dreißigjährigen Krieg zerstört wurde. Vom ehemals das Gehöft umgebenden Dorf ist aber gar nichts mehr zu sehen. Über die Feldwege ging es weiter nach Ossig, wo es eine sehr schöne, kleine Kirche mit Schieferturm gibt. Der Fußballplatz von Ossig ist ganz nett am Waldesrand gelegen, wird aber nur selten für Freizeitfußballspiele oder -turniere genutzt. Freitag, 13. Juli 2012
W311I: Mit direkt verwandelter Ecke zum Sieg; ein Altherrenspiel in Breitenbach im Zeitzer Forst
Ein bisschen was angeguckt haben wir drei auch noch, vor diesem Spiel. Wenn man Zeitz auf der Umgehung umfahren hat, landet man im gesichtlosen Bergisdorf. Im Kaff geht es irgendwie rechts ab und ins Tal nach Großosida. In Raba biegt man links am Ende des Ortes ein und gleich noch mal links dem Hinweisschild zur Heerpauke nach. Das Durchfahrtverbotenschild kann man getrost ignorieren. Oben auf dem Gehöft wohnt eh keiner mehr. Oben auf dem Hügel thront dann das verfallene Gehöft Heerpauke mit Blick über das Elstertal. Heerpauke ist wohl der Rest eines Dorfes, das im Dreißigjährigen Krieg zerstört wurde. Vom ehemals das Gehöft umgebenden Dorf ist aber gar nichts mehr zu sehen. Über die Feldwege ging es weiter nach Ossig, wo es eine sehr schöne, kleine Kirche mit Schieferturm gibt. Der Fußballplatz von Ossig ist ganz nett am Waldesrand gelegen, wird aber nur selten für Freizeitfußballspiele oder -turniere genutzt. Donnerstag, 29. Oktober 2009
WE168I: Ein typisches Spitzenspiel.
Samstag, 17. Oktober 2009 - Anstoßzeit 14.10
Thüringenliga (6. Liga, 1. Amateurliga)
Ergebnis: 0:1 nach 92 Min. (45/47) - Halbzeit 0:1
Tor: 0-1 38. Kevin Schenke
Verwarnungen: David Kwiatkowski, Steven Obst (Wismut), Patrick Rothe (Eintracht), Platzverweise: keine
Spielort: Stadion am Steg (Kap. 3.000, davon 150 unüberdachte Sitzplätze)
Zuschauer: 260 (davon ca. 20 Gästefans)
Tagesunterhaltungswert: 4,0/10 (Mäßiges Spiel vor coolen Fans und gute Radtour mit kaum Sightseeing bei beschissenem Wetter)
Der Weg zum Spitzenspiel der Thüringenliga gestaltete sich erwartungsgemäß wenig angenehm bei Temperaturen knapp über 0 Grad und zwischenzeitlich immer wieder aus dem wolkenverhangenen Himmel fallenden Regen. Wir hatten die Bahn von Merseburg über Weißenfels nach Zeitz genommen (48km Hopperticket), um dann 34km mit dem Rad nach Gera zu fahren.
Wie schon erwähnt, handelte es sich bei dieser Begegnung in der höchsten Amateurspielklasse des Landes Thüringen um ein Spitzenspiel. Der Vierte – Wismut Gera – traf auf den Ersten – Eintracht Sondershausen. Der Tabellenführer hatte aus 9 Spielen 21 Punkte, Gera aus 8 Spielen 14 Punkte geholt. Erwähnenswert zu Wismut Gera ist noch, dass sie sich vor dieser Saison rück benannten: von FV Gera Süd in den alten Namen BSG Wismut Gera. BSG allerdings auch hier: „Ballsportgemeinschaft“ statt Betriebssportgemeinschaft, als die sie 1951 gegründet wurden. FV Gera Süd entstand übrigens erst 2007 durch Fusion, wobei der Nachfolgeverein der BSG Wismut einer der fusionierenden Klubs war. Wismut ist nun wieder neben dem Oberligisten FC Gera 03 der größte Klub der Stadt Gera. Teilweise kommen sogar mehr Fans zum Amateurverein, als zum Halbprofiverein in seinem topp-modernen Leichtathletikstadion im BUGA-Gelände.
Apropos Stadion: das Stadion am Steg fanden wir erst nach einigem Herumirren, da wir uns an Kraftwerksschornsteinen orientierten. Allerdings sind die drei Schornsteine, die derzeit „zurückgebaut“ werden, im Nordteil Geras zu finden. Die drei Schornsteine in Gera-Süd sind schon längst abgerissen worden. Bis man mal über die Ampelkreuzung am Stadion ist, vergehen auch ein paar Minuten. Dann muss man noch 4€ (als Student, Schüler, Rentner usw. 3€) entrichten und man steht entweder auf einem kleinen Graswall vorm Sportlerheim, einem großen Graswall vor den Kleingärten, einem dreifach abgestuften Graswall vor den Nebenplätzen oder einer achtstufigen Stehtribüne. Auf dieser Tribüne sind in der Mitte auch ein paar Sitzschalen angebracht. Das Sportlerheim im Übrigen ist mit dem kleinen Türmchen mit Umgang und den Säulen echt gut gelungen!
Nicht so gelungen war das Spiel, denn es war ein Spitzenspiel der Sorte: abwarten, Gegner paralysieren und dann mal kontern. Richtig widerlich professionell in diesem Punkt. Das überhaupt ein Tor fiel, war dem Torschützenkönig der Thüringenliga zu verdanken. Kevin Schenke heißt dieser Sondershausener, der den Ball hervorragend im rechten Eck ablegte.
Ab und an kamen auch mal andere Spieler gefährlich vors Tor – Gera hatte sogar etwas mehr Chancen, nur Sondershausen war halt spielerisch und technisch besser – doch es blieb beim 0:1.
Die meisten Zuschauer ärgerte das und ärgerlich war auch der Fakt, dass weniger Zuschauer als normal (sonst oft 300) ins Stadion am Steg kamen. Aber für ein Amateurteam, haben die Wismut Spieler echt guten Support. So 40 Leute feuerten dauernd Ultra-mäßig an, was übrigens recht einfallsreich war, streckenweise, und zeigten vorher etliche Doppelhalter. Die Ultras Gera haben übrigens Verbindungen zur kleinen Gruppe der Altenburger Ultras, sowie auch zu den bekannten Gruppen Red Kaos Zwickau und den Ultras von Dynamo Dresden. Die anderen Zuschauer gingen nur bei strittigen oder hitzigen Szenen auf dem Feld mit, was sich dann so anhörte: „Ey Schiri, du Votze! Mann, du Arschloch! Schmeiß den scheiß Fünfer vom Feld!“
Mit den Rädern ging es jetzt den anderen Weg von Gera nach Zeitz, da wir noch in Breitenbach, was wir wenige Monate zuvor auf dem Weg von Merseburg nach Heuckewalde verpasst hatten, die Burgruine Kempe besichtigen wollten. Wenn man der Beschilderung gefolgt ist, steht man schnell vor den Wallresten der Reichsburg. Dann muss man vor den Wällen nach rechts auf einen sehr hohen Wall zugehen (100m Weg), aber davor rechts dem Schild nach, das in den Trampelpfad zeigt. Erst wenn man 20m davor steht, sieht man die Ruine des Wohngebäudes (Kempe): zwei Mauern von maximal 10m Höhe. Die Besichtigung ist durch Absperrungen erschwert. Viel zu sehen gibt es auch nicht. Im Nachbarort Haynsburg ist das ganz anders. Im nahegelegenen Droyßig auch besser als in Breitenbach.
In Zeitz angekommen, ging es via Weißenfels wieder nach Merseburg zurück.
Statistik:
Ground Nr. 365 (ein neuer Ground; diese Saison: 34 neue)
Sportveranstaltungen Nr. 902 (diese Saison: 44)
Tageskilometer: 180 (100km Zug, 80km Rad)
Saisonkilometer: 12.180 (10.920 Auto/ 1.080 Fahrrad/ 280 öffentliche Verkehrsmittel/ 0 Flugzeug)
Anzahl der Fußballspiele seit dem letzten 0-0: 27
Anzahl der Wochen, seit der letzten Woche ohne eine einzige Sportveranstaltung (31.7.-6.8. 2006): 168
Sonntag, 12. Juli 2009
WE154II: 140 Fahrradkilometer, ein Fußballplatz mit Schlossblick und die besten Roster der Liga
Samstag, 10. Juli 2009 - Anstoßzeit 15.00
Testspiel (Kreisliga Burgenlandkreis/ Zeitz (10. Liga, 6. Amateurliga) vs Stadtliga Gera (9. L., 5. Am.l.))
Ergebnis: 2:7 nach 91 Min. (45/46) - Halbzeit 2:3
Tore: 1:0 13. Nr. 8, 1:1 19. Nr. 9, 1:2 22. Nr. 9, 2:2 26. Nr. 11, 2:3 41. Nr. 9; 2:4 58. Nr. 10, 2:5 62. Nr. 17, 2:6 67. Nr. 2, 2:7 82. Nr. 10
Verwarnungen: keine
Platzverweise: keine
Sportplatz: Heuckewalde (Kap. 1.000)
Zuschauer: 15 (3 Gästefans)
Spielqualität: 5,0/10 (1.HZ gut, 2. HZ mäßig)
Am Samstag sollte der 11 Monate alte Fahrradfahrtstreckenrekord von uns aufgehoben werden: 107km waren zu schlagen. Wir hatten uns dazu die Strecke von Merseburg via Weißenfels, Teuchern, Haynsburg usw. nach Heuckewalde (hin und zurück) ausgesucht, einem kleinen Dorf, das auf der Landesgrenze zu Thüringen liegt.Der erste Besichtigungspunkt war die Burg Haynsburg, die einiges im hervorragend sanierten Baukörper zu bieten hat: Restaurant, Herberge, Kindertagesstätte, Friseurgeschäft: alles was ein 500-Einwohner-Dorf braucht! Der Turm ist für nur 50 Cent zu ersteigen. Im geschlossenen Turm guckt man durch Fenster bis nach Zeitz und auf die umliegenden Landschaftszüge.
Im nahe liegenden Breitenbach freuten wir uns zu früh über die scheinbar hervorragende Beschilderung. Je weiter man an den Ortsrand kam, desto mangelhafter wurden die Schilder. Die Burgruine im Wald war nicht in vernünftiger Zeit auffindbar, sodass wir gleich weiter nach Heukewalde fuhren.
In Heuckewalde kamen wir rechtzeitig zum Anstoß eines interessanten Testspiels auf dem direkt am Schloss liegenden Fußballplatz an und setzten uns dort auf eine der beiden überdachten Bänke. Zu Gast war zwar kein richtig höherklassiger Verein, sondern nur SG Hermes Liebschwitz 09, die ab der Saison 2009/2010 als Nachfolgeverein der SG Hermes Gera und des SV 1861 Liebschwitz in der Stadtliga Gera antreten werden, doch die Partie ging - leider vor nur 30 Augen - richtig flott los. Gera hätte schon vier Tore machen können, doch verfehlte den Kasten immer wieder knapp, was Heuckewalde mit einem schnellen Konter über rechts auszunutzen wusste: 1-0 aus spitzem Winkel! Der Ausgleich und die Führung für die Gäste - beides schöne Kopfballtore - ließen allerdings nicht lange auf sich warten. Der 2:2 Ausgleichstreffer aber auch nicht. Kurz vor der Pause erzielte Liebschwitz dann doch noch einen weiteren Treffer. Mit 2:3 ging es in die 10minütige Halbzeitpause, in der ich nach dem Schnitzel und der Roster kurz nach Anpfiff noch eine dritte Bratwurst holte. TSV Leuna-Pressemann Gisbert hatte uns ja - sich an eine länger zurückliegende Landesklasse-Saison erinnernd, in der Leuna bei Heuckewalde zu Gast war - empfohlen, diesen Platz allein schon wegen der Lage am Schloss und vor allem den guten Rostern aufzusuchen. Er hatte auf jeden Fall Recht: so gute Bratwurst gibt es echt nicht überall!
Das Spiel schlief in der zweiten Hälfte etwas ein, wobei Heuckewalde etwas mehr Torchancen hatte, als in der ersten, jedoch Liebschwitz weiterhin mehr Druck aufbaute und jetzt auch besser im Abschluss und der Verteidigung wurde. Vier weitere Tore für die Gäste sorgten für den auch in der Höhe verdienten 2:7 Erfolg der SG Hermes Liebschwitz, die ihren Vereinsnamen - schaut man sich das Wappen einmal an - in der Tat nach dem griechischen Götterboten gewählt haben.
Während des Spiels hatten wir den Vorsitzenden des Fördervereins des Schlosses Heuckewalde kennen gelernt. Nachdem wir noch schnell 200m vom Sportplatz aus nach Süden fuhren, um einmal kurz die Landesgrenze überschritten zu haben, schauten wir bei ihm im Schloss vorbei. Besuchsmöglichkeiten sind da natürlich leider sehr limitiert. Drei Führungen pro Tag, jeden zweiten Sonntag im Monat. Wir bekamen in einer solchen Führung den sehr schönen Innenhof mit Baum in der Mitte, einige Räume - diese schwankten zwischen stilecht frühbarocken, mit plastisch kreierten Engeln an der Decke verzierten Sälen und DDR-verbauten, mit Neonröhren und Laminatböden bestückten Kemenaten - und auch schließlich den Turm, von dem aus man den Fußballplatz zur Hälfte einsieht, zu sehen.
Das Schloss ist eine sehr schöne Anlage, die allerdings nur schleppend saniert wird. Da leistet der Mann mit seinen Helfern wirklich gute kulturelle Arbeit!
Wir leisteten dann gute sportliche Arbeit, indem wir den ganzen Weg - diesmal über Zeitz - bis Merseburg zurückfuhren. 140km waren das schließlich! Mal sehen, ob wir diese Distanz nächste Saison überbieten können...
Statistik:
Ground Nr. 329 (neuer Ground; diese Saison: 99 neue)
Sportveranstaltung Nr. 839 (diese Saison: 205)
Tageskilometer: 140 (Fahrrad, neuer persönlicher Langstreckenrekord)
Saisonkilometer: 26.700 (12.810 Auto; 5.570 Öffentliche Verkehrsmittel; 5.360 Fahrrad; 2.960 Flugzeug)
Anzahl der Fußballspiele seit dem letzten 0-0: 39
Anzahl der Wochen, seit der letzten Woche ohne eine einzige Sportveranstaltung (31.7.-6.8. 2006): 154
Fotos unter:
Haynsburg, Schloss Heuckewalde ua.
Spiel in Heuckewalde



