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Montag, 15. Oktober 2012

W324I: Tschechien besiegt Malta im WM-Quali-Spiel in Plzeň

Tschechien / Česko / Ċekkja ------------------------------ 3
Malta / Malta / Malta -------------------------------------- 1
Datum: Freitag, 12. Oktober 2012 – Anstoß: 18.00
Wettbewerb: Qualifikation zur FIFA-Weltmeisterschaft 2014 in Brasilien; UEFA-Zone, Gruppe B
Ergebnis: 3-1 nach 95 Min. (46/49) – Halbzeit: 1-1
Tore: 1-0 34. Theodor Gebre Selassie, 1-1 38. Roderick Briffa, 2-1 52. Tomáš Pekhart, 3-1 67. Jan Rezek
Vergebener Elfmeter: 93. Petr Čech wehrt „Foul“elfmeter von Michael Mifsud ab
Verwarnungen: keine
Platzverweise: keine
Spielort: Stadion města Plzně bzw. Stadion ve Štruncových sadech oder sogenannte „Doosan arena“ (Kap. 13.000 Sitzplätze)
Zuschauer: ca. 11.000 (Zahlende: 10.358; Gästefans: mind. 10)
Unterhaltungswert: 6,0/10 (Ganz ordentliches Spiel mit sehr schönen Treffern)
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Photos with English Commentary:
a) World Cup Qualifier: Czech Republic vs Malta
b) Sightseeing in the North of Plzeň Region: Nový Dvůr, Rabštejn nad Střelou and Manětín
 
Zwei interessante WM-Qualifikationsspiele gab es an diesem Freitag den 12. Nach Luxemburg zum Spiel gegen Israel fuhren wir dann doch nicht, da wir nicht unbedingt noch Hotelkosten haben wollten und nach Luxemburg der Weg auch noch deutlich weiter ist, als nach Plzeň, der berühmten tschechischen Bierstadt. Mittlerweile ist das allerdings der vierte Tagesausflug in diese Stadt, sodass wir nach zwei Besuchen in der Eishockeyhalle nun auch den zweiten Besuch im Fußballstadion hatten und zudem auch jede Sehenswürdigkeit im Stadtgebiet bereits kannten.
Um noch etwas sightseeingmäßig auf die Kosten zu kommen, fuhren wir nach einem Zwischenstopp zum wie immer hervorragenden Mittagessen in Blšany – mit ausgesprochen kompetentem und freundlichem Kellner, was in Tschechien ausgesprochen selten, im Fußballdorf Blšany jedoch die Regel ist – von der Hauptstraße nach Pilsen ab. In Nový Dvůr, einer in den wenigsten Karten verzeichneten Ansiedlung zwischen Žihle und Rabštejn nad Střelou hielten wir kurz an einem verfallenen Schloss. In Rabštejn gab es noch mehr Verfallenes zu sehen: Zwei Burgruinen stehen im eigentlichen Ort (eine dritte vergaßen wir zu besichtigen: diese ist auch etwas außerhalb) und an die größere Ruine angrenzend befinden sich ein Schloss und ein leerstehendes Kloster mit Kirche. Die umliegenden Privathäuser sind größtenteils in einem erbärmlichen Zustand – noch schlimmer sieht der Hof am Ortsausgang nach Manětín aus. Dieses Manětín schließlich, gilt als die Barockperle Böhmens. OK, man kann es auch übertreiben, aber das Ensemble von Kirche, Marktplatz und Schloss mit Garten ist schon richtig fein. Das Schloss ist ein herausragend schön gestalteter, grüner Zweigeschosser mit tollen kleinen Türmen.
IMG_1797 In Plzeň fuhren wir gleich zum Stadion und holten da die nicht unbedingt billigen Eintrittskarten. Aber angemessener als die kranken Preise vom DFB sind die Kartenkategorien Hintertor 8€, Längsseite außen 16€, Längsseite mittig 20€ allemal. Schweinisch teuer wird es in Tschechien erst wenn große Gegner kommen. Heute war ja nur Malta da, sodass man keine zwei Minuten anstehen musste, wenn man 90 Minuten vorm Anstoß am Austragungsort stand. Noch einen Tschechien-Malta-Schal für 10€ besorgt und dann ab in die zweite Reihe hinterm Tor. Mittlerweile gibt es auch hinter den Toren Fangnetze, sodass man vielleicht doch eher die Längsseiten aufsuchen sollte, wobei die Dinger kaum beim Fotos machen störten. Das Stadion ve Štruncových sadech wurde übrigens teilsaniert: Die herrlich geschwungene, zweistöckige, blau-rote Haupttribüne ist so geblieben und auch ein Teil der unterschiedlich hohen Flutlichtmasten. Ansonsten wurde aber ziemlich viel Schrott zusammengepfriemelt: Nur die Beleuchtung ist gut geworden, die kastenförmigen Hintertortribünen und die 0815-Gegentribüne sehen aber scheiße aus, obwohl sie immerhin die Farbgebung der alten Haupttribüne aufgreifen. Es wird halt nur baulich ein absoluter Stilbruch begangen: Früher sah das Stadion viel organischer aus, da auf der Gegenseite auch noch ein Marathontor die Tribüne in zwei gleiche Hälften teilte, die viel besser zur hohen Haupttribüne passen. Für uns ist diese Sportanlage übrigens kein neuer Ground, da wir bereits zu einem Ligaspiel dort waren, als das Stadion auch noch deutlich besser aussah (LINK: Bilder von 2010).

Für das Spiel gegen Malta heute gab es nicht mal Vorverkauf übers Internet – umso erstaunlicher, dass das Stadion dann doch bis zum Anstoß fast voll besetzt war. Auch ein gutes Dutzend Malteser fand seinen Weg ins Stadion. Warum die hirnamputierten Ordner dann zwei isoliert sitzende von ihnen in den Gästesektor schickten, obwohl sie offensichtlich rechtmäßig Karten für eine höhere Kategorie erworben hatten, weiß ich nicht – aber das spricht wieder für die mangelhafte Gastfreundschaft der Tschechen. Der Gästesektor ist nämlich wie ein Vogelgehege in einem Zoo ausgestattet. Wer von den deutschen Teplice-, Liberec- oder Sparta-Fans oder so zum Auswärtsspiel zu Viktoria fährt, sollte sich lieber auf der Längsseite neutral gekleidet an den Sektor heran setzen. Die Sichtbehinderung im Gästebereich ist absolut asozial.

Auf den Rängen war trotz gut 11.000 Fans keine richtige Stimmung und auf dem Feld sah es erst einmal so aus, also würden da in der Tat – wie die Statistik vermuten ließ – zwei Nullnummern gegeneinander spielen: Tschechien hatte in den letzten vier internationalen Spielen 0:2 Tore (zuletzt 0:1 in Finnland beim Test verloren, davor ein 0:0 in Dänemark in der Quali) und Malta in zwei Spielen 0:3 (beide Qualispiele verloren: 0:1 gegen Armenien, 0:2 in Italien). Zuvor gelang Malta allerdings eine Siegesserie, die Tschechien schon länger nicht mehr gelang: Drei siegreiche Spiele in Serie – allerdings mit 3:2, 2:0 und 2:1 gegen San Marino, Luxemburg und Liechtenstein zu gewinnen, ist nun auch nicht so die große Nummer…

Egal, nach schwachen 25 Minuten hatte Malta mal eine ganz gute Tormöglichkeit und Tschechien wachte langsam auf. Es ging dann plötzlich schnell hin und her – und während Malta noch mal vergab, schaffte Tschechien (nachdem sie in den ersten 15 Minuten etliche schwache Eckstöße traten) es endlich, einen richtig guten Standard zu treten. Der sonst meistens schlechteste Spieler auf dem Platz, zeigte dann endlich, warum ihm so viel Vertrauen vom Trainerstab entgegengebracht wird: Ein toller Kopfball von Gebre Selassie zum 1-0 ins lange Eck! Der Schütze, Theodor Gebre Selassie, ist übrigens gebürtiger Tscheche, hat einen äthiopischen Vater weswegen er ein entsprechend „untypisch-tschechisches“ Äußeres und einen „seltsamen“ Namen hat: Der Name ist nämlich theophor; und übersetzt heißt „Geschenk-Gottes Diener-der-Dreifaltigkeit“, was in einem so atheistischen Staat wie Tschechien schon als sehr seltsam empfunden wird. Nach meinen Erfahrungen mit der mangelhaften Freundlichkeit und Akzeptanz gegenüber Nicht-Tschechen, wundert es mich so wie so, dass diese Nationalmannschaft und ihr Umfeld jetzt schon für so einen Hauch von „Multkulti“ bereit ist.
IMG_1877 Viel besser als das Tor von Gebre Selassie war allerdings der Ausgleich durch den Malteser Briffa: Schön in den langen Winkel! Ein entsprechendes Pfeifkonzert gab es zur Pause und Tschechien riss sich nach Wiederanpfiff zusammen: Eine starke Flanke und wieder ein toller Kopfball. Nach Pekhart trug sich 15 Minuten später auch noch Rezek in die Torschützenliste ein. Dieser Abstauber war dann auch die Entscheidung, da Malta in Hälfte zwei kaum noch vors Tor kam und nur noch mit aufopferungsvollem Verteidigen im eigenen Strafraum beschäftigt war. Aber diese Verteidigungsarbeit war auch sehenswert und sprach für die Insulaner. Teilweise spielten sie sich ganz sicher und ruhig den Ball im eigenen Fünfmeterraum zu, um so die tschechischen Stürmer aussteigen zu lassen.

3:1 war auch ein in der Höhe verdienter Sieg der Tschechen, denen ich den Erfolg natürlich gönnte. Bei Malta hoffe ich aber, dass sie nach der Leistung mal einen Sieg gegen irgendjemand Schwächeres in der Gruppe landen, vielleicht gegen den zweiten Staat in dieser Gruppe B, deren Meldung in der UEFA man etwas in Zweifel ziehen mag. Denn weder kulturell noch geographisch muss man Armenien als Kaukasusstaat zu Europa zählen, was für Malta als Mittelmeerland im übrigen auch gilt. Dem ein oder anderen dürfte ja schon aufgefallen sein, dass Malta südlicher liegt als Tunis, somit geographisch genau zwischen dem arabisierten Nordafrika und Italien und auch kulturell sowie sprachlich genau zwischen diesen Ländern liegt. Kulturell durch den konservativ-italienischen Katholizismus eher an Europa – sprachlich viel näher jedoch an Nordafrika dran, denn bei allen italienischen und englischen Vokabeln: Die Grammatik des Maltesischen ist zu 100% Arabisch, sodass ein gebildeter Araber so viel von Maltesisch (eher ein arabischer Dialekt als eine eigene Sprache) versteht, wie ein gebildeter Deutscher von Luxemburgisch (eigentlich ja auch nur ein deutscher Dialekt): Unvorbereitet die Hälfte, nach ein paar Stunden einhören im Land fast alles und natürlich je nach Dialekt und Region mal mehr oder weniger gut; Tunesier verstehen Malteser besser als Syrer oder Saudis, Luxemburger werden von Pfälzern besser als von Sachsen und Hamburgern verstanden.

Nach diesem ganz ordentlichen aber nicht gerade herausragenden Fußballspiel zwischen diesen so deutlich unterschiedlichen Ländern, fuhren wir nach Merseburg zurück. Am nächsten Morgen sollte es schließlich noch mal früh raus gehen.
IMG_1817 Statistik:
Grounds: 805 (heute kein neuer; diese Saison: 37 neue)
Sportveranstaltungen: 1.628 (heute 1, diese Saison: 51)
Tageskilometer: 610 (610 Auto)
Saisonkilometer: 14.360 (13.140 Auto/ 840 Fahrrad/ 80 Schiff, Fähre/ 0 Flugzeug/ 0 Bahn, Bus, Tram)
Anzahl der Fußballspiele seit dem letzten 0-0: 4 [Letzte Serie: 12, Rekord: 141]
Anzahl der Wochen, seit der letzten Woche ohne eine einzige Sportveranstaltung (31.7.-6.8. 2006): 324

Dienstag, 14. Juni 2011

W254III: Handball auf Betonboden und Goldenes Tor für Blšany in der 74.

TJ Plzeň-Litice 17:20 TJ Sokol Nezvĕstice B
Datum: Sonntag, 12. Juni 2011 – Anwurf: 10.30
Liga: Oblastní přebor západočeská (Kreisoberliga Westböhmen = 3. Liga im Česká házená bzw. „Böhmischen Handballspiel“)
Ergebnis: 17:20 nach 60 Min. (30/30) – Halbzeit: 10:8
Torfolge: 1-0, 1-1, 2-1, 2-3, 3-3, 3-4, 4-4, 4-6, 7-6, 7-7, 9-7, 9-8, 10-8; 10-9, 11-9, 11-13, 13-13, 13-14, 14-14, 14-16, 16-16, 16-20, 17-20
Verwarnungen: 1x Gelb Nezvĕstice
Platzverweise: keine
Sportanlage: Sportovní areál TJ Litice, hřiště národní házená/ Vereinsgelände TV Pilsen-Lititz, Handballplatz (Kap. 200, davon 50 Sitzplätze)
Zuschauer: ca. 60 (davon ca. 10 Gästefans)
Unterhaltungswert: 6,0/10 (Recht fehlerbehaftet, aber spannend und schöne Tore)

FK Louny 2000 0:1 FK Chmel Blšany
Datum: Samstag, 11. Juni 2011 – Anstoß: 17.00
Wettbewerb: sogenannte „Fincentrum“ krajský přebor (Bezirksliga Aussig/ 5. Tschechische Fußballliga, 1. Amateurliga)
Ergebnis: 0:1 nach 90 Min. (45/45) – Halbzeit: 0:0
Tor: 74. Tomás Pilař
Verwarnungen: Nr. 9, Nr. 10 (Louny); Nr. 6, Horst Siegel ml., Horst Siegel st.
Platzverweise: keine
Spielort: Mĕstský fotbalový stadion (Städtisches Fußballstadion Laun, Kap. 1.300, davon 200 Sitzplätze)
Zuschauer: ca. 450 (davon 400 zahlende, Gästefans: mind. 7)
Unterhaltungswert: 6,0/10 (1. Hälfte richtig schwach, aber in der 2. Halbzeit ein schönes Spiel mit vielen Torszenen)
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Photos and English version:

Es regnete fürchterlich beim Auschecken und wurde immer schlimmer auf der Fahrt gen Plzeň über von Umleitungen und Fehlbeschilderungen übersäten Landstraßen (wird immer schlimmer in Tschechien: dauernd Baustellen, fehlende Schilder, lauter Umleitungen und einsturzgefährdete Brücken), doch als wir endlich (drei Minuten vor Anwurf) am Handballplatz von Litice, einem Vorort von Pilsen, angekommen waren, kam langsam die Sonne raus. Oberhalb der 3. Liga gab es heute zwar keine Spiele, aber oberhalb der 3. Liga findet man auch im tschechischen Feldhandball kaum noch Betonplätze. So war Litice unser erstes Ziel heute, nachdem wir letztes Jahr mal 1. Liga auf Kunstrasen gesehen hatten. Dieses Narodni hazena oder Česka hazena ist ja, wie schon mal entsprechend ausgeführt, eine ältere Variante des Feldhandballs, findet auf 40x20m großen Kunstrasen-, Asche- oder Betonplätzen mit Mannschaften von 7 Spielern (1 Torwart, 3 Angreifer, 3 Verteidiger) statt, wobei auf 2,40m hohe und nur 2m breite Tore geworfen wird und diese Sportart nur in Tschechien ausgetragen wird.

Gut 60 Zuschauer fanden sich auf der Anlage mit dem Betonplatz ein, der schön eingepasst ist in den bergigen kleinen Ort. Man sieht stelleweise bis nach Plzeň. Bäume und Graswälle, Plattenbauten und Wellblechschuppen umgeben den teilweise schon rissigen Beton. Dass da viele der Spieler gar keine Knieschützer trugen war verwunderlich – gegen diese Spieler wirkten Hallenhandballer mit Knieschützern wie die letzten Weicheier...
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Die erste Halbzeit war eher ausgeglichen, wobei die Gäste aus dem 10km entfernten Nezvĕstice weniger Fehler machten. Der Platz war nicht mehr nass, der Ball nicht glatt – also braucht mir keiner zu erzählen, dass Schwächen im Fangen nach einem ordentlichen Zuspiel etwas mit der Witterung zu tun gehabt hätten... Zum Ende der ersten Halbzeit (auch wie beim Hallenhandball sind das 30 Minuten pro Spielabschnitt) ging der Gastgeber allerdings mit zwei Treffern in Führung.

Nach der Pause kam Litice nicht aus dem Knick. Nezvĕstice erzielte einmal vier Treffer in Folge, was zur Zwei-Tore-Führung führte. Kaum war der Rückstand aufgeholt, schon war Nezvĕstice wieder zur Stelle. Die nächsten vier Tore hatten beinahe Bestand – Nezvĕstice B überholte mit dem 17:20 die Mannschaft aus Litice, die nun auf den 4. Platz von 12 zurückfiel.

Auch nach diesem Spiel kann ich diese Variante des Handballs empfehlen, da – obwohl geringfügig langsamer gespielt – aufgrund der Spielorte und den unberechenbaren äußeren Einflüssen mindestens ebenso interessant. Es erfordert schon noch mehr Ballgeschick, bei Wind und Wetter auf nicht immer so ebenen Spielflächen Handball zu spielen, als in Sporthallen mit Dach überm Kopf...
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Wir fuhren über Blšany, wo wir zu Mittag aßen, und Jimlín, wo wir im Innenhof des stattlichen aber relativ kleinen Barockschlosses Nový Zámek herumliefen, nach Louny. Dort gibt es Stadttore, Stadtmauern, Häuser aus verschiedenen Bauepochen wie Renaissance und Barock und vor allem eine sehr interessante Kirche zu sehen. Die Kirche ist mit ihren drei schwarzen, zeltförmigen Dächern weithin sichtbar und kann innen mit einem holzgeschnitzten Altar enormer Größe und einer Turmbesteigung für nur 20 Kronen (0,85€) aufwarten. Oben auf dem Turm hat man einen schönen Blick auf die Stadt und die sie umgebende Berglandschaft mit den erloschenen und bewaldeten Vulkanen.

In Louny stieg auch ein interessantes Fußballspiel in einem interessanten Stadion. Die Zuwegung allein ist schon der Hammer: wie soll da ein Mannschaftsbus von der Brücke durch die Kleingartenwege zum Stadionparkplatz kommen? Klasse ist auch das als Spielstätte für Jugend- und Reservemannschaften von Louny dienende Velodrom. Die ehemalige Radrennbahn ist allerdings schon ziemlich verrottet. Das Fußballstadion ist in einem erheblich besseren Zustand, sieht man einmal von den asozial aussehenden und ziemlich stinkenden Scheißhäusern ab... Herrlich ist vor allem die kleine Holztribüne die auf den Kabinentrakt aufgesetzt ist. Die wellblechüberdachte Tribüne daneben ist auch topp. Die anderen drei Seiten sind ausbautenlos.
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Heute traf FK Louny auf unseren Lieblingsklub FK Chmel Blšany. Beide können nicht mehr aufsteigen, aber haben als 4. bzw. 5. eine hervorragende Saison gespielt. Dieses Spiel begannen sie allerdings nicht so hervorragend: Blšany zeigte weniger als sonst und tauchte nur selten vorm Tor auf – Louny spiele sehr schwach. Auch das Schiedsrichtergespann nervte mit Fehlentscheidungen und lächerlichen gelben Karten.

In der zweiten Hälfte wurde es erheblich besser. Jetzt passierte richtig was vor beiden Toren. Auch Louny zeigte mal ein bisschen was. Einmal zum Beispiel, trafen sie den Pfosten. Blšany kam nach vielen versiebten Chancen erst eine gute Viertelstunde vor Abpfiff zum einzigen Tor der Partie. Tomás Pilař behielt die Nerven und schob am Torwart vorbei ins kurze Eck ein. Die zwei tschechischen und fünf deutschen FK Chmel-Fans freuten sich da natürlich als einzige des sonst sehr zahlreichen Publikums. Mit diesem Ergebnis tauschten beide Teams die Tabellenplätze.

Nach diesem nach der Pause doch noch guten Spiel fuhren wir noch über Stekník, wo es ein ansehnliches Renaissanceschloss gibt, und Žatec zurück nach Hause. Die nächste Tour in die Tschechische Republik ist für September/ Oktober geplant. Da wollen wir auch auf jeden Fall ein Spiel im Velky Strahovsky sehen...
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Statistik:
Grounds: 578 (heute zwei neue Grounds; diese Saison: 128 neue)
Sportveranstaltungen: 1.295 (heute zwei, diese Saison: 182)
Tageskilometer: 530 (530 Auto)
Saisonkilometer: 42.680 (21.540 Auto/ 10.200 Flugzeug/ 5.600 Bahn, Bus, Tram/ 4.530 Fahrrad/ 810 Schiff, Fähre)
Anzahl der Fußballspiele seit dem letzten 0-0: 33
Anzahl der Wochen, seit der letzten Woche ohne eine einzige Sportveranstaltung (31.7.-6.8. 2006): 254

Mittwoch, 5. Januar 2011

W232II: Die Kometen von Brno und ihre runde Halle

HC Kometa Brno 2:3 HC Plzeň 1929
Dienstag 4. Januar 2011 – Anbully 18.00
Übersetzung: HC Komet Brünn – HC Pilsen 1929
Liga: „Tipsport“ Extraliga (1. tschechische Profi-Eishockey-Liga)
Ergebnis: 2:3 nach 60 Min. – Drittel: 1:1, 1:0, 0:2
Tore: 1-0 0.23 Radim Hruška, 1-1 19.26 Radek Duda, 2-1 24.42 Marek Kvapil, 2-2 44.02 Radek Duda, 2-3 47.35 Martin Straka
Zeitstrafen in Minuten: Jaroslav Svoboda 2+2, Radek Procházka 2, Marek Kvapil 2, Roman Erat 2 (Brno: 10 Minuten); Nicolas St. Pierre 4, Jan Kovář 2, Radek Duda 2, Jaroslav Modrý 2, Bankstrafe 2 (Plzeň: 12 Minuten)
Halle: Hala Rondo (Kap. 7.200, davon 4.200 Sitzplätze)
Zuschauer: 6.823 (davon ca. 25 Gästefans)
Unterhaltungswert: 7,5/10 (Schnelles und technisch sowie in Torszenen starkes Spiel)
Sightseeing: 6,5/10 (Burg Kámen lohnt auch eine Außenbesichtigung sehr, Pelhřímovs Altstadt ist auf jeden Fall einen Besuch wert, aber Brno ist – trotz ein paar sehenswerter Plätze – so ziemlich die hässlichste Stadt in ganz Tschechien!)
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Photos and English version:
Kámen Castle & Pelhřimov Old Town
Brno - Second Largest City in Czechia
Ice Hockey: Kometa Brno 3-2 HC Plzeň

In Bechyně bekamen wir vom sehr gut deutsch sprechenden Hotelchef des „Panská“ ein mittelmäßiges Frühstück serviert – nicht, dass es schlecht war, aber wieso man in Tschechien nur mittelmäßiges Frühstück, aber hervorragende warme Küche bekommt, ist mir ein Rätsel – und fuhren mit dem Ziel irgendwann in den nächsten Jahren für bessere Fotos der Stadt bei besserem Wetter noch mal zurück zukommen, über Kámen nach Pelhřimov. In Kámen gibt es eine schöne Burg, die einen mittelalterlichen Teil mit massiver Schildmauer und einen neueren, größeren, frühbarocken oder so, Teil hat. Die ganze Anlage ist in einem hervorragenden Zustand und in einem durch ein massives Tor zu betretenden, felsigen Park gelegen. Das Museum war geschlossen, was uns allerdings egal war. Wir wollten so wie so recht zügig weiter nach Pelhřimov, was in Deutsch als „Pilgrams“ bekannt ist. Dort gibt es ein besonders schönes, wenn auch nicht sehr großes Exemplar einer böhmischen Altstadt mit vielen Barock- und Renaissancebauten. Die Kirche des Heiligen Bartholomäus ist ein sehr schöner Barockbau, in dem man auch Fotos machen darf: als Motiv lohnt sich vor allem der reich verzierte Altar.

In Brno gibt es auch etliche Fotomotive – so z.B. die Kathedrale von außen, wenige der zwischen der Kathedrale und der Festung gelegenen Bürgerhäuser, ebendiese kahle Festung Špilberk, und drei Plätze (der eine unterhalb der Kathedrale, der andere bei der ehemaligen Klosterkirche und der dritte bei den Verwaltungsgebäuden in der Nähe der Kathedrale) – allerdings sollte man auch mal den Orten Beachtung schenken, die man besser nicht fotografiert: die von Roma geführten, vergammelten Ramschläden, die teils in abbruchreifen Häusern, teils in Bretterbuden untergebracht sind und meist in Bahnhofsnähe liegen, dazwischen die Obdachlosen, die in schmutzigen Decken auf den noch schmutzigeren Steinstufen pennen – ab und an wird man auch mal von Tschechen oder Roma, die entweder gar nicht aussehen als hätten sie es nötig oder auch völlig zerzaust und zerfressen von Alkohol erscheinen, angebettelt. Ohnehin reiht sich in Brno ein Problemviertel an das das nächste: abgewohnte Häuser, Verfall, bewohnte Ruinen – dazwischen ebendiese heruntergekommenen Gestalten. Insgesamt kann ich vom Niveau der Sehenswürdigkeiten und der Hotels diese Stadt niemandem empfehlen – das Niveau der Sportmannschaften und -anlagen im Fußball und Eishockey ist aber so gut, dass ich unter diesen Gesichtspunkten einen Besuch empfehlen kann.
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Beim Eishockey in der zweitgrößten Stadt Tschechiens fällt auch wieder auf, was unter dem Publikum für Gestalten aufkreuzen: da mag zwar auch unser freundlicher Sitznachbar sein, der sich mit uns in ein paar Brocken Deutsch verständigt – aber da sind auch die nach Alkohol stinkenden Asozialen mit verfilzten Haaren und abgetragenen Klamotten, bei denen man sich wundert, dass sie überhaupt die teueren Karten bezahlen können oder die in Thor-Steinar-Klamotten gekleideten Neonazis. Brno hat aber insgesamt gesehen die stimmungsmäßig beste Szene der ganzen Tschechischen Republik. Zwei Überziehfahnen wie heute sind bei denen das Standardintro – Papptafelchoreos und anderes gibt es bei wichtigeren Spielen zu sehen; die Anfeuerungen sind sehr ausdauernd und werden teilweise auch von den Sitzplätzen und nicht nur den beiden Stehplatzblöcken getragen. Hier im Osten Europas (während Böhmen zu Mitteleuropa gezählt werden Muss, ist jede andere Einteilung Mährens außer zu Osteuropa absoluter Schwachsinn) sind die Zuschauer auch aggressiver als im Zentrum, zu dem auch zwei Drittel Tschechiens gehören, so ja auch eine der wichtigen böhmischen Großstädte wie Plzeň; von da kamen heute gut 25 Leute, die auch ab und an mit Anfeuerungen zu hören waren.

Nicht nur die Atmosphäre auf den Rängen, sondern auch die Sportstätte als architektonisches Denkmal und das Spiel als hochwertiges Duell lohnten das Kommen. Die Halle ist ein regelmäßig runder Bau – daher Rondo – der aber im Gegensatz zu den für Hand-, Volley-, Basketball usw. genutzten, ähnlichen Sporthallen in Tripolis (Libyen) und Tunis keine runden Tribünen hat. Die beiden anderen Hallen haben nämlich auch ganz runde Tribünen, sodass man in der Mitte relativ weit entfernt vom Feld sitzt, doch der Brünner Rondo wurde innen modernisiert und zwei mit sehr einfachen Plasteschalensitzen ausgestattete Längstribünen lassen nehmen nicht mehr die Rundform der Hallenwände und Deckenelemente auf. Hinter den Toren – dort sind die Stehplätze – ist die Rundung auch nicht mehr so stark erkennbar. Ein Blick zur Decke mit den seltsamen Dämmungselementen und den kreisförmig angeordneten Wartungstreppen ist aber interessant; die Hallendecke ist auch das erste, was Gästefans als Erinnerungsbild abfotografieren.

Das Spiel war von Beginn an schnell – die Brünner Mannschaft spielt auch oft relativ aggressiv, sodass viel Fahrt ins Spiel kommt – und schon mit dem ersten Angriff hob die Heimmannschaft die Stimmung in der Halle ernorm an, da sie den Puck gleich im Tor unterbrachten. Etliche Chancen vor allem für Brno später, lag der Puck dann aber auch mal im Tor der Kometen, die trotz Überlegenheit den Ausgleich hinnehmen mussten. Die Gäste wurden nach der Pause stärker, doch weiterhin war Brno die etwas bessere zweier wirklich guter Mannschaften. So kam Brno auch zur erneuten Führung. Im dritten Drittel legte Pilsen aber derartig zu, dass Brno fast nur noch am Verteidigen war und zwei Tore hinnehmen musste. Am Ende siegten also die Gäste mit 2:3 Toren.

Da wir schon am frühen Nachmittag sehr gut in Brno essen gehen konnten (das Švejk in der Nähe der Uni hat gute, moderne tschechische Küche zu angemessenen Preisen; in Deutschland würde man locker 50 bis 100% mehr bezahlen für so gute Sachen) fuhren wir ohne nennenswerte Verzögerungen gleich nach dem Spiel zurück nach Merseburg, wo wir nach etwas mehr als 6 Stunden Fahrt (30 Minuten Pause inklusive) kurz vor 2 Uhr ankamen.
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Zusammengefasst gesagt lohnt sich zwar keine Stadtbesichtigung Brnos, aber ein unter sportliche Aspekte gestellter Besuch der Stadt (für ordentliche Sehenswürdigkeiten kann man ja im Umland bis Olomouc herumfahren). Man sollte allerdings bei einer mehrtätigen Tour Brno nicht als Ausgangspunkt, sondern als ein Tagesausflugsziel z.B. von Olomouc oder Zlín nehmen, da die Hotellerie in Brno sauteuer und unseriös ist. Der Besuch beim Erstliga-Fußball ist schon lohnend, aber beim Erstligisten im Eishockey, ebendiesem HC Kometa, ist aufgrund der Spielqualität, der Halle und der Stimmung, lohnt ein Besuch noch mehr. Dass der Club nur durch Lizenzkauferei in der höchsten Spielklasse spielt ist war scheiße, aber tut der Fanatmosphäre und dem spielerischen Niveau keinen Abbruch.

Statistik:
Ground Nr. 511 (ein neuer Ground; diese Saison: 61 neue)
Sportveranstaltung Nr. 1.202 (diese Saison: 89)
Tageskilometer: 710 (Auto)
Saisonkilometer: 17.270 (12.070 Auto/ 2.290 Bahn, Bus, Tram/ 2.110 Fahrrad/ 800 Schiff, Fähre/ 0 Flugzeug)
Anzahl der Fußballspiele seit dem letzten 0-0: 83
Anzahl der Wochen, seit der letzten Woche ohne eine einzige Sportveranstaltung (31.7.-6.8. 2006): 232

Dienstag, 6. Oktober 2009

WE166II: In der Provinz zwischen Karlsbad und Pilsen; Burgen, Fußball und Eishockey

SK Toužim d 2:5* FC Viktoria Mariánské Lázně d
Sonntag, 04. Oktober 2009 - Anstoßzeit 13.00
Karlovarský kraj: Krajský přebor dorostu (4. Liga der U-18)
Ergebnis: 2:5 nach 90 Min. (45/45) - Halbzeit 2:1
* Auch als 2:4 (2:1) gemeldet
Tore: 1-0 David Drabík, 1-1 Tomáš Kabelák, 2-1 Jan Paluch, 2-2 Robert Csekés, 2-3 Tomáš Kabelák, 2-4 Filip Drahorád, 2-5 (?)
Verwarnungen: keine
Platzverweise: keine
Spielort: Stadion SK Toužim (Kap. 700, davon 100 Sitzplätze)
Zuschauer: 40 (davon 10 Gästefans)
Unterhaltungswert: 5,5/10 (Besserer Durchschnitt)

HC Plzeň 1929 4:5 HC „Benzina“ Litvínov
Sonntag, 04. Oktober 2009 - Anbully 17.30
Extra Liga Hokej (1. tschechische Eishockeyliga; Profiliga)
Ergebnis: 4:5 nach 60 Min. – Drittelstände: 2:4, 2:0, 0:1
Tore: 1-0 0:10 Bomersback, 1-1 0:31 Černý, 1-2 2:17 Lukeš, 1-3 5:14 Jánský, 2-3 15:58 Straka, 2-4 16:27 Majdan, 3-4 32:31 Vlasák, 4-4 39:57 Vlasák, 4-5 42:46 Lukeš
Strafminuten: 35-24 (davon Mezei (Plzeň) 5 + 20)
Spielort: ČEZ „Aréna“ (Kap. 8.420, davon 5.420 Sitzplätze)
Zuschauer: 5.881 (davon 250 Gästefans)
Unterhaltungswert: 5,0/10 (Lebte nach ausgesprochen gutem 1. Drittel nur noch von der Spannung)
Sightseeing: 7,0/10 (Schön!)
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Der dritte Tag der Tour war der letzte Tag vor Beginn des 3. Semesters. Jetzt wurde wieder ungehemmt meine Groundhopping-Linie, speziell für Touren im Ausland, konkret der Tschechischen Republik, typisch, durchgezogen: erst ein paar Burgen besichtigen, dann zum Fußball, dann noch zum Eishockey.

Punkt eins war die bekannte Burg Ellbogen, die unweit von Karlovy Vary in der Landstadt Loket liegt. Loket, also Ellbogen, heißt deshalb so, weil die Ohře (Eger) einen derartigen Bogen um den Burgberg, der zentral im Ort liegt, macht. Der Berg ist komplett befestigt und von alter Architektur zugebaut. Sehr schön anzusehen, das meiste ist auch renoviert, nur am Rande stehen ein paar unpassende moderne Bauten.
Die Burg selbst ist eine der Anlagen, die über 8 von 10 Punkten (8,3) von mir bekam; irgendwas fehlt, aber der Baukörper ist geschlossen und liegt schön in der Landschaft. Auch das Museum war ganz gut: die Exponate umfassen Porzellan, Waffen, Rüstungen, Möbel und schließlich, im Keller, diverse Puppen zur Verdeutlichung mittelalterlicher Folterpraktiken. Wirkte zwar vom Äußeren der Puppen her, auch mit dem im Hintergrund laufenden Tonband, was das Stöhnen Gefolterter und die Werkzeuge der Folterknechte abspielte, etwas albern, veranschaulichte aber die gängigen Methoden wie Strecken, Radebrechen oder das Schinden der Haut mit glühenden Eisen und Zangen.
Der Blick vom Turm war durch die baulichen Gegebenheiten etwas eingeschränkt, aber der Überblick über das Tal von Loket war gut. Im Inneren der Burggebäude wurde übrigens alles auf besten Stand gebracht, sodass man die Burg problemlos und völlig sicher besichtigen kann. Wie in Deutschland üblich – man merkte doch, dass unser Land nicht weit weg war: denn auch alle Beschriftungen von Exponaten waren in ordentlichem Deutsch, dazu Tschechisch und Englisch.
Wer immer noch meint, sein Auto sei in der Tschechischen Republik nicht sicher, dem sei gesagt, dass ich vergessen habe, nach dem Einweisen beim Einparken das Fenster hoch zulassen, sodass jeder die eine Jacke aus dem Auto hätte holen können. Niemand hat es getan.
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Weiter ging es – noch mal über die Schnellstraße an Karlovy Vary vorbei – nach Andĕlská Hora. Dort steht hinter der Kirche eine mittelalterliche Burgruine auf einem markanten Felsen. Die Mauern sind nicht besonders gut erhalten, aber der Blick von oben ist sehr lohnend. Gesichert ist die Anlage nur teilweise. Dafür wurde eine Antenne in die Reste des Bergfrieds gebaut. Der Palas ist noch stärker verfallen, als in Egerberk (siehe Freitag). Fast die ganze Besichtigung über verfolgte uns eine Katze, wie in manchen anderen Anlagen die so genannten „Guides“. Die schien allerdings nicht zu streunen, so gepflegt wie die aussah, aber die Nähe der Burgbesucher hat sie trotzdem dauernd gesucht.

Wir hielten noch in Bečov, wo es ein Burgschloss gibt. Dort war Mittagspause, aber die Zeit war ohnehin anders verplant. Nachdem wir etwas durch den recht ansehnlichen Ort gelaufen waren und an ebendiesem, von zwei Stilen: Barock und Renaissance, geprägten Burgschloss vorbeigekommen waren, fuhren wir weiter. Wir wollten nach Toužim, bogen aber zuerst falsch ab, sodass wir tolle Nebenstraßen, die zwischen Bäumen und Felsen hindurch führten – zwei Autos passten da nicht aneinander vorbei – entlang fuhren. Als es über Felder uns Wiesen ging, war der Ort Toužim nicht weit. Dort war dann Fußball angesagt.
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Am Samstag fand sich nichts Besseres, als ein Spiel der Dorostu auf Bezirksebene, der Jugendklasse, die in Deutschland in A- und B-Jugend aufgeteilt wäre. Aber das Spiel war gar nicht schlecht und auch das Stadion war ganz lustig. Zwischen Industrieanlagen gelegen und mit wackliger Sitztribüne, überdacht von einem Vordach eines Plattenbaus, versehen, daneben eine abgewrackte Sporthalle und eine moderner Bolz- sowie uralter Hartplatz. Letzterer hatte als Belag sogar noch schwarze Asche, die vom böigen Wind immer wieder verwirbelt wurde.
Das Spiel fand auf dem Hauptplatz, ein ordentlicher Rasen, statt und während die Gäste aus Marienbad, also Mariánské Lázně mehr Druck machten, erzielte Toužim mehr Tore. Allerdings nur bis zur Pause, wo ein schmeichelhaftes 2:1 zu Buche stand.
Nach der Pause legten die Gäste gehörig zu und erzielten nach und nach drei oder vier Tore – bei fotbal.cz ist das Spiel als 2:4 gemeldet; das eine Tor schien doch nicht gezählt zu haben. Der Sieg war aber auf jeden Fall auch in der Höhe verdient. Alles in allem eine ganz ordentliche Partie mit ein paar verwarnungswürdigen Fouls und ein paar schönen Toren, aber zu wenigen Zweikämpfen.

Nach dem Spiel schauten wir noch am Schloss- und Burgareal Toužim vorbei, was fürchterlich verfallen ist. Dort wurden ältere Gebäude im 18. Jahrhundert erneuert und – ich habe keine Informationen gefunden, ist aber sehr zu vermuten – nach dem 2. Weltkrieg, nachdem ihre Besitzer vertrieben (Deutsche) oder enteignet (Deutsche oder Tschechen) wurden, sich selbst überlassen. Aber irgendwie sind da einzelne Gebäudeteile in den letzten fünf Jahren mehr oder weniger planlos saniert wurden, was bizarr wirkt. Da ist ein Teil einer Toreinfahrt verputzt und gestrichen, ein Teil eines Nebengebäudes ebenfalls und drum herum alles im Arsch.
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Weiter ging es nach Plzeň, wo wir erst Karten holten (160 Kronen, also 6€: extrem teuer für tschechisches Eishockey!) und dann nach Essen suchten. Pizzeria zu, Chinese zu, zwei Tschechen zu, der fünfte Laden dann endlich offen und erstens richtig billig (zu dritt nur 16€ gezahlt) und zweitens richtig gut. Zum Beispiel das mit Schimmelkäse und Schinken gefüllte Schnitzel mit schweren, kräuterdurchwirkten Wiener Knödeln und Salat.

Wir guckten zum zweiten Mal in der eindrucksvollen und äußerst modernen „Arena“ von Plzeň, weil mein Vater an seinem Geburtstag ein Spiel von Chemopetrol – jetzt eigentlich Benzina, einer Tochter der Orlen, die wiederum mit Chemopetrol zusammenhängt: so feuert aber keiner an – Litvínov sehen wollte. Kurz nach Weihnachten 2007 hatten wir schon einmal diese Begegnung gesehen. Litvínov siegte 3:6.
Auch diesmal siegten die Jungs aus Leutensdorf, die allerdings schlimm schwächeln diese Saison, und machten meinem Vater somit ein prima Geburtstagsgeschenk.
Nur das erste Drittel war gut. Außerordentlich gut sogar: gleich vom Anbully weg erzielte HC Plzeň 1929 das 1:0, doch nur wenige Sekunden später glich Litvínov aus und drehte in furiosen Minuten auf 1:3 auf. Der Anschlusstreffer erfolgte erst zum Ende des ersten Drittels hin und wurde von den Gästen mit einem erneuten Tor beantwortet.
Im zweiten Drittel zeigte sich Plzeň 1929, die Indianer, von seiner schlechten Seite. Zwar stolperten sie zwei Tore rein – jeweils in Überzahl nach sinnlosen Herausstellungen – doch konzentrierten sie sich auf unsaubere Spielweise um den Gegner einzuschüchtern. Das zweite Drittel war das schlechteste Eishockey, was ich jemals in der Tschechischen Republik gesehen habe. Das war ja nicht besser als ein mittelmäßiges Saalebulls Spiel in Halle!
Im dritten Drittel fuhr Plzeň dieselbe Schiene, doch wurde endlich für ihr mutwilliges Verletzen von Gegenspielern bestraft. Nicht nur mit 20 Minuten-Strafe und 5 Minuten Unterzahl, sondern auch mit dem 4:5, was die Entscheidung sein sollte.

Zwar kein gutes Spiel, aber wenigstens ein Sieg für HC Chemopetrol Litvínov. Auch war die Stimmung besser, als bei den meisten tschechischen Sportvereinen. Zwei Blockfahnen, viele Schals und mitunter echt laute Zuschauer. Wir hatten uns geschickt im Sitzplatzbereich neben dem vollen Gästesektor platziert, sodass wir ihren Dauersupport gut mitbekamen und ab und an einstimmen konnten. Neben uns saßen übrigens mehrere andere deutsche Litvínov Fans.
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Durch die Nacht ging es über die tschechischen Landstraßen nach Reitzenhain und ab Chemnitz über die Autobahn zurück nach Merseburg. Eine insgesamt wieder einmal wirklich lohnende Fahrt. Die beste Besichtigung war Loket, die beste Sportveranstaltung das Spiel von HC Most gegen Klatovy.
Von unseren neun Nachbarländern halte ich die Tschechische Republik nach wie vor für eines der beiden interessantesten Länder – ob nun in punkto Sport oder in punkto Burgen. Das andere der beiden ist Polen, wobei dort Sport generell viel stimmungsvoller ist, die Stadien genauso interessant und die Spiele genauso mittelmäßig, außer Eishockey – das ist schlechter als in CZ, wo es hervorragend ist – und Futsal und Speedway – das ist jeweils besser in Polen, wo es Weltspitze ist, sind. Dafür sind wiederum die tschechischen Burgen, ohnehin ist es das Burgenland Nummer 1 in der Welt – nach Qualität und Quantität bzw. Dichte –, noch vor Deutschland, England, Wales, Syrien, Jordanien, Libanon, Frankreich oder Italien, die sehenswerteren gegenüber Polens Burgen und Schlössern. Man sollte auch Lieblingsnachbarland Nr. 3 nicht vergessen: Luxemburg. Wobei die Burgen dort mitunter klar interessanter sind, als die Stadien und Fußballspiele.
Ein geringer Unterschied ist zwischen Polen und Tschechien im Allgemeinen aber doch zu merken: in Polen gibt es gar keine touristenüberlaufenen Ecken wie Karlovy Vary oder Karlštejn, oft sind die Leute in Polen etwas freundlicher und der Service in Restaurants ist auch nicht so schlecht, wobei die böhmische Küche um Längen besser ist, als die polnische.
Es bleibt also dabei: die Tschechische Republik kann mit Burgen, Eishockey, Fußball (dort auch gerade die Austragungsorte) und einheimischem Essen wirklich glänzen.

Statistik:
Ground Nr. 361 (ein neuer Ground; diese Saison: 30 neue)
Sportveranstaltungen Nr. 897 (diese Saison: 39)
Tageskilometer: 500 (Auto)
Saisonkilometer: 11.800 (10.920 Auto/ 890 Fahrrad/ 90 öffentliche Verkehrsmittel/ 0 Flugzeug)
Anzahl der Fußballspiele seit dem letzten 0-0: 22
Anzahl der Wochen, seit der letzten Woche ohne eine einzige Sportveranstaltung (31.7.-6.8. 2006): 166

Photos and English version:
Castles - Football - Ice hockey.

Sonntag, 26. April 2009

WE143II: Immer wieder schön: Ground- und Castlehopping in der Tschechischen Republik

TJ Sokol Chyše B 1:2 SK Toužim B
Samstag, 25. April 2009 - Anstoßzeit 10.30
Okresní přebor mužů Karlovy Vary (7. tschechische Liga (von 9), 4. Amateurliga)
Ergebnis: 1:2 nach 93 Min. (47/46) - Halbzeit 1:1
Tore: 0:1 14. Chaloupek, 1:1 20. Molnár, 1:2 82. Brožíček
Verwarnungen: Chlup (Toužim)
Platzverweise: keine
Sportplatz: Fotbalové hřištĕ Valeč (Ausweichplatz, Kap. 1.000, davon 20 Sitzplätze)
Zuschauer: 25 (3 Gästefans)
Spielqualität: 4,0/10 (schwankte zwischen langweilig und gut)

FC Viktoria Plzeň 3:1 FK „Bohemians“ Praha
Samstag, 25. April 2009 - Anstoßzeit 17.00
Gambrinus Liga (1. tschechische Profiliga)
Ergebnis: 3:1 nach 92 Min. (46/46) - Halbzeit 0:0
Tore: 1:0 52. Hájovský, 2:0 57. Petržela, 3:0 63. Belaň (Eigentor), 3:1 86. Ibe
Verwarnungen: keine
Platzverweise: keine
Stadion: Stadion Mĕsta Plznĕ (Štruncovy Sady - Kap. 7.475 Sitzplätze)
Zuschauer: 2.334 (ca. 50 Gästefans)
Spielqualität: 5,0/10 (1. Hälfte schwach, 2. Hälfte gut)
Früh ging es los am nächsten Tag. Gut, dass das Hotel „u Hada“ schon um 7 Uhr hervorragendes Frühstück parat hat! 8.15 waren wir in Krásný Dvůr. Dort gibt es ein wirklich weitläufiges Schlossgelände zu besuchen. Wir verliefen uns auch prompt etwas im Park.
In Valeč erwartete uns dann eine Überraschung: so eindrucksvoll hätten wir den 400-Einwohner Ort gar nicht erwartet. Schon der Blick von der viel zu schmalen, in den Ort hinein führenden Straße war toll. An den Berg geschmiegt zwei große Kirchen - die eine mit einer ganz ungewöhnlichen Turmhaube mit Umgang versehen - und ein barockes Schloss. Hinter dem Schloss stellte ich dann unseren Mietwagen vor dem Fußballplatz ab. Dieser Platz liegt wirklich sehr schön! Kein Wunder dass Chyše die 6m fährt, um da zu spielen. Wobei die natürlich nicht zum Spaß nach Valeč ausweichen, sondern weil ihr Platz neu angelegt (Drainage, Rasen, nicht jedoch Tribüne) wird. Heute war allerdings nur die B-Mannschaft dran, die gegen die 2. Mannschaft von Toužim spielte. Die Spielklasse entspricht am ehesten unserer Kreisliga. Das Spielniveau war durchwachsen.
Es gab etliche sehenswerte Szenen, aber auch lange Phasen des Leerlaufes. Immerhin wurde aber stets ordentlich zum Ball gegangen. Die beste Szene des Spiels natürlich nach 14 Minuten als der Torwart von Chyše einen Fernschuss durch die Hände rutschen ließ, sodass dieser im Tor landet.
Wenige Minuten später hämmerte Chyše den Ausgleich ins Netz. Toužim, die etwas bessere Mannschaft, brachte dann kurz vor Schluss den entscheidenden Treffer zu Stande.
Die Partie fand übrigens vor 25 Zuschauern, von denen einige wenige recht ausdauernd Chyše anfeuerten, statt.
Nach Abpfiff sorgten wir dafür, schnell zum nächsten Schloss zu kommen: Petrohrad. Dort ist eine psychiatrische Klinik untergebracht, weswegen man nur an zwei Seiten außen herum laufen kann. Parken kann man übrigens auch wieder am Fußballplatz, der auch direkt neben dem Schloss liegt. Bis auf den höchsten Punkt des Gebäudes steigen, kann man dann bei der Burgruine, die 1,5km oberhalb des Schlosses im Wald vor sich hin verfällt. Was die Kapelle davor dort zu suchen hat, weiß ich nicht. Auf jeden Fall war das Herumsteigen auf den 6m hohen Mauern lustig, wenn auch nicht ungefährlich. Aber ein Geländer an die 50cm schmale Treppe anzubringen, ist zu teuer...
Wieder am Auto zurück, pfiff der Schiri gerade die 6. Liga Partie von Sokol Petrohrad an. Das Spiel sahen wir uns 10 Minuten lang, die Sandwiches von der Tankstelle essend, an und fuhren los, um die Hauptburg und das Hauptspiel zu erreichen.
Weiter ging es, aufgrund von Zeitdruck, zum Teil die 90km/h Landstraßengeschwindigkeitsbeschränkung etwas großzügiger auslegend, nach Plzeň. Im Vorort Alt-Pilsen befindet sich eine recht spektakulär gelegene und im Bauköper recht geschlossene Burgruine. Dort kann man bis kurz vors Tor fahren um dann etwas Eintritt zu entrichten. Der Aufstieg im und der Blick vom Turm lohnen sich auf jeden Fall. Ansonsten ist die Burg sehr kahl.

Was sich auch lohnt, ist ein Besuch im Stadion von Viktoria. Ein wirklich schöner Bau, von dem aus man sogar den Brauereiwasserturm und die Kathedrale sehen kann. Wir sahen ein Spiel zwischen Viktoria und den unechten Bohemians Praha. Unecht? Nun, schauen wir einmal bei der wikipedia, da heißt es: „Bohemians Prag ist ein tschechischer Fußballverein aus dem Prager Stadtteil Prosek. Bis Sommer 2005 trat er unter dem Namen FC Střížkov Praha 9 an. Nachdem der FC Bohemians Prag in Konkurs gegangen war, erwarb der FC Střížkov Praha 9 Namens- und Logorechte vom Gesamtverein TJ Bohemians Prag und benannte sich um.“ Wie sinnfrei solche Kommerzspielchen mit Namensrechten sind, brauche ich wohl nicht zu erwähnen.
Die echten Bohemians, Bohemians 1905, der Kultklub, der das Känguru im Wappen nicht aus Spaß, sondern wegen einer Australientournee in den 1920er Jahren trägt, das St. Pauli der Tschechischen Republik, spielt übrigens in Liga 2.
Support und Spiel waren geradeso akzeptabel, wobei sich letzteres nach 50 Minuten deutlich besser anließ, als zuvor. Der Support war nur phasenweise recht originell, da einige der Gästefans mit Trompeten ganz gute Rhythmen vorgaben.
Das Spiel war erst chancenarm und schwach, doch nahm nach 50 Minuten Fahrt auf und sah dann drei Tore innerhalb von 11 Minuten, wobei das dritte Tor das spektakulärste war: direkt aufs Tor gebrachte Ecke von links und der Torwart der so genannten Bohemians kloppte sich den Ball ins Tor. Hätte der Amateurtorwart von Sokol Chyše nicht besser machen können... Die Heimmannschaft machte jedenfalls so ihren Sieg klar. Bei Bohemians gab es eigentlich nur einen richtig auffälligen Spieler, nämlich den eingewechselten Nigerianer Stanley Ibe, der erst den Ball unter die Latte zimmerte zum 3:1 Ehrentreffer und dann noch mit zwei guten Aktionen die Pilsener Abwehr in Schwierigkeiten brachte.
Nach dem Spiel gingen wir natürlich noch etwas essen, wobei der Kellner im Restaurant in der Nähe der Kathedrale echt ein Volltrottel war. Fremdsprachenkenntnisse mal wieder unter aller Sau - wobei ich in der Tschechischen Republik auch bei manchen Leuten den Eindruck habe, dass die eigentlich Deutsch oder Englisch können, aber haben nur keinen Bock haben, was zu sagen: die meisten Tschechen sind nämlich nicht nur beim Fußball emotionslos und abweisend und somit ein noch stärkerer Gegenpart zum „durchschnittlichen“ Südeuropäer oder Araber, als man das als Deutscher ist - und dann braucht der ewig, bis der einen einmal klar macht, dass die meisten Gericht aus sind, weil der Koch Eishockey-WM gucken will. Die Tschechische Republik spielte ja schließlich gegen Dänemark (5:0 ging das Spiel an die Tschechen). Aber zu einem guten Salatteller mit Putenbrust reichte es dann doch. War auch sehr preiswert, was neben der hohen Qualität des Essens immer ein Grund ist, in der Tschechischen Republik die einheimische Küche zu essen.
Bald danach waren wir wieder in Deutschland, wo dann mein Vater wieder das Steuer übernahm und uns sicher nach Merseburg brachte, wo wir kurz nach Mitternacht ankamen.
Trotz dreier nicht gerade herausragender Spiele, war es wieder einmal eine sehr schöne Tour mit Besichtigungspunkten, die ich - vor allem die ersten beiden Orte - auf jeden Fall empfehlen kann!

Statistik:

Grounds Nr. 300 und 301 (zwei neue Grounds; diese Saison: 71 neue)
Sportveranstaltungen Nr. 792 und 793 (diese Saison: 160)
Tageskilometer: 480 (Auto)
Saisonkilometer: 23.050 (12.810 Auto/ 3.710 Fahrrad/ 3.670 Bahn/ 2.960 Flugzeug)
Anzahl der Fußballspiele seit dem letzten 0-0: 2
Anzahl der Wochen, seit der letzten Woche ohne eine einzige Sportveranstaltung (31.7.-6.8. 2006): 143

Fotos unter:
Krásný Dvůr
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Valeč
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Chyše gegen Toužim
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Chyše
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Petrohrad
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Burg bei Plzeň
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Viktoria Plzeň gegen „Bohemians“
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