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Montag, 16. Mai 2011
W250II: Fußball auf der Wiese am Dorfrand; zwei Spiele in Lossa
SG Eintracht Lossa II 2:4 FSV Klosterhäseler
Datum: Samstag, 14. Mai 2011 – Anstoß: 13.00
Wettbewerb: 1. Kreisklasse Burgenland, Staffel 1 (11. Liga, 6. und unterste Amateurliga)
Ergebnis: 2:4 nach 94 Min. (46/48) – Halbzeit: 0:0
Tore: 0-1 71. (10), 0-2 74. (9), 1-2 78. (9), 1-3 81. (7), 1-4 87. (9), 2-4 91. (3)
Verwarnungen: 2x Lossa II
Platzverweise: keine
Spielort: Sportplatz Lossa (Kap. 520, davon 20 Sitzplätze)
Zuschauer: ca. 30 (davon ca. 3 Gästefans)
Unterhaltungswert: 3,0/10 (Zwar gute Schlussphase, aber ansonsten auch für diese Spielklasse mäßig bis schwach)
SG Eintracht Lossa 5:1 1. FC 1924 Nebra II
Datum: Samstag, 14. Mai 2011 – Anstoß: 15.00
Wettbewerb: Kreisliga Burgenland, Staffel 1 (10. Liga, 5. Amateurliga)
Ergebnis: 5:1 nach 90 Min. (45/45) – Halbzeit: 4:0
Tore: 1-0 7. (10), 2-0 13. (11), 3-0 18. (7), 4-0 39. (7), 4-1 55. (6), 5-1 78. (10)
Verwarnungen: 2x Lossa, 2x Nebra II
Platzverweise: Nr. 6 Nebra II (Schiedsrichterbeleidigung, 88.)
Besondere Vorkommnisse: Nebra II von Beginn an in Unterzahl (nur 10 Spieler)
Spielort: Sportplatz Lossa (Kap. 520, davon 20 Sitzplätze)
Zuschauer: ca. 40 (keine Gästefans)
Unterhaltungswert: 6,5/10 (Lossa spielte über weite Strecken sehenswert und gut und war das ganze Spiel über besser)
Photos and English version:
1) Nebra and Wiehe – Towns in the Saxony-Anhalt/ Thuringia Border Region
2) Amateur Football in Lossa: Eintracht Lossa Reserve vs. Klosterhäseler and Eintracht Lossa vs. FC Nebra Reserve
Unser letzter Besuch auf der Nebraer Dieter-Höhne-Sportstätte lag bereits so viele Jahre zurück (die 2000er-Landesligasaison des TSV Leuna, in der ich noch gar keine Fotos gemacht habe), dass ich mangels anderer Spiele einen B-Junioren-Kick zwischen dem 1. FC Nebra und dem Naumburger SV 05 als Start in den Tag ausgesucht hatte. Die Arschlöcher aus Naumburg traten aber nicht an. Passt mal wieder echt zu dem Verein...
Nach dem Angucken der Sehenswürdigkeiten der kleinen Stadt an der Unstrut – es gibt ein historistisches Schloss hinter dem sich eine umzäunte Burgruine befindet; zudem ist der Platz mit der Kirche ganz nett – fuhren wir weiter über Wiehe, wo es auch eine Kirche und ein Schloss gibt, nach Lossa. Lossa liegt unweit von Billroda an der Finne, hat so etwa 800 Einwohner und außer einer wenig ansehnlichen Kirche mit auffälliger Trauerhalle und tollen Verbotsschilder wie „bitte keine Grabmale auf dem Friedhof ablagern“ - es haben ja auch so viele Leute drei, vier Grabmale im heimischen Garten, die sie wenn sie sie nicht mehr brauchen, einfach quer auf den Friedhof leddern -, nichts zu bieten. Aber die Landschaft ist natürlich sehr schön.
Mitten in der Idylle am Rande des Dorfes befindet sich auch der Fußballplatz, die Durchgangsstraße und eine Scheune zur Linken, Blumen bestandene Wiesen auf denen Rinder weiden zur Rechten. Ein Vereinsheim mit Essen und Trinken zu verhältnismäßig niedrigen Preisen und ein paar Grundstücke grenzen an die eine Längsseite an und Bäume, Stacheldraht und Gestrüpp trennen die andere Längsseite von weiteren Blumen bestandenen Wiesen. Zwischen Weide, Kirchbäumen und dem Platz steht schief und krumm ein einzelnes Kleinfeldtor mit löchrigem Netz herum.
Wir kamen dort an, als das Vorspiel gerade begonnen hatte. Eintracht Lossa II traf auf den FSV Klosterhäseler. Von der Lossaer Reserve als 10. und den Gästen als 9. von 13 konnte man ja nicht viel erwarten, aber mehr als das was sie zeigten sollte auch in der Kreisklasse drin sein – gerade im Burgenlandkreis, wo das Spielniveau oft erfreulich hoch ist (z.B. im Vergleich zu klar schwächeren Ligen in Mansfeld-Südharz oder Salzlandkreis). Tempo und Laufarbeit waren zwar auch auf akzeptablem Niveau, aber die extrem mangelhafte Schusstechnik ließ einen lange ein 0:0 befürchten. Erst nach 71 Minuten schafften die Gäste – verdientermaßen muss man auch sagen – das 0:1. Kurz darauf schon das 0:2. Lossa kam zwar noch einmal heran, aber jetzt fielen plötzlich Tore. 2:4 war der Endstand für die weniger schwache Mannschaft, den FSV Klosterhäseler.
Das Hauptspiel war erheblich sehenswerter, wobei in der Tabelle der Kreisliga Eintracht Lossa als 4. weit abgeschlagen hinter Aufsteiger Fortuna Bad Bibra und der Gast 1. FC Nebra II als 6. knapp hinter Lossa liegt. Doch spielerisch lagen zwischen beiden Teams mehr als zwei Tabellenplätze und im Vergleich zu den beiden Truppen im Vorspiel mehr als nur die eine Klasse dazwischen!
Nebra hatte leider Probleme eine Mannschaft zusammenzukriegen und konnte nur mit 10 Leuten antreten. Schön, dass sie trotzdem angetreten sind! Ihre Taktik durchs Spiel zu kommen war dann allerdings nicht so schön: die bestand vor allem darin, den Schiedsrichter zu beeinflussen und auszutesten, wie weit sie bei dem älteren Herrn, der auch schon das Vorspiel sicher und gut geleitet hatte, gehen können. Sportfreund Kemper sparte sich die Karten erst für das letzte Viertel des Spiels auf: sonst wäre der Nebraer Kapitän, der wohl nach dem Motto >>Wer am blödesten rumlabert und sich am wenigsten bewegt, der kriegt die Binde<< ausgewählt wurde, auch vom Platz geflogen. Die Nebraer Abwehr war aber auch einfach überfordert: der Sturm der Gastgeber brach immer wieder spektakulär durch. Schon nach 18 Minuten hatte Lossa drei sehenswerte Tore herausgespielt. Bis zur Pause kam noch ein viertes hinzu. In Hälfte zwei ließen die Hausherren den 10 Nebraern etwas viele Freiräume, wobei die Gäste die zweite oder dritte Chance (sie hatten so etwa vier im ganzen Spiel) bereits nutzten und nach einem schönen Laufduell den Ball zum 4:1 im Kasten unterbrachten. Lossa hatte noch einige Torchancen, konnten aber nur eine einzige verwandeln: ein scharfer Pass von der Grundlinie, der von einem Spieler kam der alle Aufmerksamkeit auf sich gezogen hatte, und ein anderer Lossaer Spieler verwandelt in der Mitte sicher zum 5:1. Kurz vor Abpfiff flog dann auch noch ein Nebraer vom Platz, der den Schiri grundlos angepöbelt und dann auch noch angerempelt hatte. 5:1 sollte der Endstand in diesem guten und ansehnlichen Spiel sein. 

Was nicht so ansehnlich war, war die Zuschauerkulisse – knapp 40 Leute sind auch für die Kreisliga schwach – aber dafür ist man dort gleich im Gespräch mit allen möglichen Leuten. Jeder Fremde fällt halt auf, wobei ich so viel Neugierde schon seit Syrien nicht mehr erlebt habe. Im Burgenlandkreis (Billroda, Freyburg etc.) kommt man ja sowieso schneller beim Sport ins Gespräch als sonst in Deutschland und da wir auch jemanden aus Lossa kennen, der auch mal bei der Eintracht gespielt hat, hatten wir ohnehin einen Bezugspunkt - aber das man nach und nach jedem Zweiten erklären konnte, warum man gerade hier in Lossa aufgekreuzt ist, Fotos macht usw. und auch noch die Vereinspräsidentin vorgestellt bekam, erinnerte wirklich sehr an den Nahen Osten. Aber in Lossa kümmert man sich wenigstens um seine Besucher!
Statistik:
Grounds: 562 (heute ein neuer Ground; diese Saison: 112 neue)
Sportveranstaltungen: 1.274 (heute zwei, diese Saison: 161)
Tageskilometer: 170 (100 Bahn, 70 Fahrrad)
Saisonkilometer: 40.250 (20.430 Auto/ 10.200 Flugzeug/ 4.920 Bahn, Bus, Tram/ 3.910 Fahrrad/ 810 Schiff, Fähre)
Anzahl der Fußballspiele seit dem letzten 0-0: 16
Anzahl der Wochen, seit der letzten Woche ohne eine einzige Sportveranstaltung (31.7.-6.8. 2006): 250
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Montag, 24. Mai 2010
W200I: Erneut überraschender Punktgewinn für TSV II – und: Dreck-am-Stecken-Syndrom bei Buna Schkopau
TSV Leuna 1919 II 2:2 VfL Querfurt
Montag, 24. Mai 2010 – Anstoß 11.00
Kreisoberliga Saalekreis (9. Liga, 4. Amateurliga)
Ergebnis: 2:2 nach 92 Min. (46/46) – Halbzeit 0:2
Tore: 0:1 3. (?), 0:2 35. Martini, 1:2 63. Schmidt (Foulelfmeter), 2:2 87. Pires (Handelfmeter)
Verwarnungen: Pires, Hunold, Grulich (TSV), Otto (VfL)
Platzverweise: keine
Spielort: Stadion des Friedens (Kap. 5.000 Stehplätze)
Zuschauer: ca. 70 (davon ca. 25 Gästefans)
Unterhaltungswert: 6,0/10 (Das Spiel schien entschieden, doch Leuna sorgte mit Kampfgeist für sehr spannende letzte 30 Minuten)
Merseburger SV Buna Schkopau 6:1 SpVgg Weißenschirmbach-Vitzenburg 1999
Montag, 24. Mai 2010 – Anstoß 14.00
1. Kreisklasse Saalekreis, Staffel 1 (11. Liga, 6. Amateurliga)
Ergebnis: 6:1 nach 90 Min. (45/45) – Halbzeit 3:0
Tore: 1:0 8. Nr. 5, 2:0 39. Nr. 11, 3:0 40. Nr. 7, 3:1 64. Nr. 11, 4:1 67. Nr. 9, 5:1 85. Nr. 10, 6:1 87. Nr. 9
Verwarnungen: Nr. 3 (MSV), Nr. 3 (SpVgg)
Platzverweise: keine
Spielort: Stadtstadion, Platz II (Kap. 1.000 Stehplätze)
Zuschauer: ca. 30 (davon ca. 10 Gästefans)
Unterhaltungswert: 4,0/10 (Aufbau... äh: Buna hat guten Fußball gespielt, Weißenschirmbach war chancenlos – große Anerkennung für Auf... ach ja: Buna hab ich aber nicht übrig)

Photos and English Version:
TSV Leuna II vs Querfurt
MSV Buna vs Weißenschirmbach
Ich weiß nicht, ob die Vollpfosten bei der Wettervorhersage besoffen waren oder ob
es wirklich so schwer ist, das Wetter 12 Stunden im Voraus anzukündigen. Da aber nicht nur die Wettervorhersage derartig schlecht und zudem auch noch am Morgen Regen gefallen war, was die regnerische Vorhersage glaubhaft erscheinen ließ, sondern ich auch noch erkältet war, war es naheliegend, statt in Rötha nur in der direkten Umgebung zu gucken. Und Leunas zweite Mannschaft spielte ja zum Glück ein wichtiges und interessantes Spiel zuhause im Stadion des Friedens.
Heute war der Tabellenführer zu Gast und Leuna somit – wie in Zscherben beim vorletzten Spiel auch – wieder in der Rolle des Underdogs. Querfurt legte auch gleich los und erzielt nach knapp drei Minuten per Kopf das 1:0. Eine halbe Stunde später gelang Querfurt unter gütiger Mithilfe unseres Torwarts das 2:0.
Bis zur 60. hatte Leuna nicht eine richtige Torchance, aber Torwart Melzer massig Zeit, seinen Fehler wieder auszubügeln: die Paraden, die er jetzt zeigte, ließen den groben Aussetzer in der 35. vergessen. Wie gesagt kam so ca. in der 60. die Wende des Spiels, als Querfurt enorm abbaute. Die waren zwar alle mal besser als der Zweitplatzierte Zscherben, aber jetzt gerieten sie ins Straucheln: nach 67. Minuten ein Foul an Hase und Rene Schmidt verwandelt den fälligen Elfmeter ganz sicher zum 1:2 Anschlusstreffer. Leuna war in der Folgezeit aktiver, wenn auch Querfurt immer wieder den ein oder anderen gefährlichen Angriff aufs Gastgebertor brachte. Kurz vor Schluss gab es dann eine ganz brenzlige Situation: einem Querfurter wird im eigenen Strafraum an die Hand geschossen – der Schiri pfeift Elfmeter. Rene Schmidt wurde aber kurz zuvor ausgewechselt. Nun gut: dann musste halt Joao Pires ran, der im Spiel ständig zugestellt war und dadurch kaum in Erscheinung trat, der dann aber auch zeigte, wie ein Elfmeter auszusehen hat. 2:2!
In der 90. Minuten landete der Ball noch einmal im Querfurter Tor, doch der Schiri hatte zuvor ein Foul gesehen. Das war aber möglicherweise eher vom Querfurter, als umgekehrt. Aber egal, denn schon dieser eine Punkt war äußerst respektabel (es verstärkten nur drei Spieler der ersten Mannschaft unsere Zweite) – und 2:2 war der aufgrund des starken Abbaus der Querfurter - aber auch der damit einhergehenden kämpferischen Leistung der Leunaer - verdiente Endstand. Jetzt heißt es für Leuna II mit einem Sieg gegen Löbejün an Teutschenthal vorbeizuziehen, um den Abstiegsplatz – es steigen doch vier Mannschaften ab, weil man die Ligastärke reduzieren will; im letzten Bericht kam nicht rüber, weil ich vor zwei Wochen noch eine veraltete Regelung im Kopf hatte – zu verlassen.
Für Querfurt heißt es, den perversen Spielplan durchzustehen, um nicht doch noch den ersten Platz an Zscherben zu verlieren: 6 Spiele in 12 Tagen durch die Schwachsinnsvorgabe, vor der WM 2010 die Saison zu Ende zu spielen!

Da es terminlich gut lag, fuhren wir zum Merseburger SV Buna Schkopau, einem Verein, der neben der merseburger und schkopauer Komponente nun auch einen halleschen Teil aufweisen kann. Vor allem durch die hallesche Beteiligung sind sie Tabellenführer – die Gäste aus Weißenschirmbach – die mit ihrem Nachbarort Vitzenburg zusammen spielen –, einem zu Querfurt gehörenden 1.000-Einwohnerdorf, wo ich schon etliche Male mehr oder weniger gute, aber immer interessante Spiele gesehen habe, sind 7. von 14, was für die junge Mannschaft wirklich respektabel ist. Respektabel auch der Punktgewinn in dem erst vor zwei Wochen ausgetragenen Nachholspiel aus der Hinrunde gegen eben jenen MSV Buna: Schirmbach spielte da 1:1.
In diesem Spiel heute hatten sie leider keine Chance: das 1:0 fiel recht früh und ein Doppelschlag kurz vor der Pause entschied das Spiel. Zwar erzielte Weißenschirmbach mit ihrer dritten Chance im Spiel (die 1. in der 30. Minute, die 2. in der 50.) den Ehrentreffer, doch Schkopau schaffte es dann, noch drei weitere Tore durch schönen, guten, druckvollen Offensivfußball zu erzielen, wobei die guten Chancen (allein die Latten- und Pfostentreffer) auch für 10 bis 12 Tore gereicht hätten.
Das Spiel war nicht wirklich interessant, doch interessant sind die Hintergründe zu diesem Spiel bzw. zum Gastgeber. Eigentlich gäbe es die Fußballabteilung von MSV Buna unter normalen Umständen nicht im Spielbetrieb. Der Spielermangel vor der Saison war enorm und im Juni und Juli hörte man überall während der Saisonvorbereitung auf den Fußballplätzen des Kreises von den Insidern: Saline Bad Dürrenberg und Buna Schkopau treten nicht mehr an. Erstere mussten leider wirklich den geregelten Spielbetrieb aufgeben, letztere jedoch erhielten Verstärkung aus der Stadtoberliga Halle. Auf der Website von Buna findet man die Namen von neun ehemaligen Spielern von Aufbau Tasmania, die wegen einer Spielabsprache – die gab es zwar mehrfach in den letzten Spielzeiten in der halleschen Stadtoberliga, aber Aufbau Tasmania stellte sich am blödesten an – erst zwangsrelegiert, dann völlig schwachsinnig vom Landesverband wieder eingegliedert wurden und nach dem entsprechend harten Protest von Stadtverband und gegnerischen Mannschaften aus der Stadtoberliga zurückzogen. Die Selbstreinigung bei Aufbau Tasmania, die jetzt in der Stadtklasse spielen, hat funktioniert. Außerdem gab es ein paar Sperren – und Buna kann sich freuen, die nicht gesperrten Spieler in Hülle und Fülle von Aufbau bekommen zu haben.
Ein besonders fähiger Schwung von Spielern kam nach der Halbserienpause. Seitdem räumt Buna reihenweise die Gegner vom Feld. Man muss ihnen auch wirklich lassen: sie spielen gut und attraktiv – und weil da etwas schief gelaufen ist in der Vergangenheit und vor allem ihr Trainer ein oder mehr Spiele verzockt hat, muss man diese guten Spieler nun wirklich nicht am Fußballspielen hindern. Doch der Beigeschmack der massiven Wettbewerbsverzerrung bleibt dann doch. Wie Red Bull „Leipzig“ mit enormen Finanzmitteln im Halbprofibereich der Oberliga den Wettbewerb erfolgreich verzerrte, so schafft Buna es ohne nennenswerte Geldmittel mit Amateurspielern, die eigentlich nicht in diese 1. Kreisklasse gehören. Für die beiden Roßbacher Zuschauer war es natürlich ärgerlich, da ihre Mannschaft nun zum dritten Mal in Folge knapp am Aufstieg scheitern wird – und dass sie die starke Leistung der Schkopauer/ Merseburger/ Hallenser Spieler ungern und nur zähneknirschend würdigten, kann ich absolut nachvollziehen.
Was bei mir nicht nur Zähneknirschen, sondern eher Zähnefletschen hervorruft, sind Typen wie der MSV Buna-Abteilungsleiter: der spielt sich als Ordner auf und bepöbelt den Schiri – trotz seiner Ordnerbinde (mit der entsprechenden Verantwortung) am Arm – und will mir dann nach 75 Spielminuten weis machen, dass ich eigentlich fürs Fotografieren vorher eine Genehmigung hätte einholen müssen oder eine Pressekarte. Der Schwachsinn kam mir bekannt vor. Woher? Von Aufbau Tasmania, wo man mir dasselbe vorhielt, aber dann nach entsprechendem Konter von mir schnell den Schwanz einzog. Man hatte mich einfach fälschlich für einen Schnüffler vom Platzbesitzer oder auch einen Pressevertreter gehalten. Vor letzteren hatte Aufbau Tasmania Angst, da ihr Betrugsfall – nicht immer so differenziert – durch die Lokalmedien ging. Vor Presse oder ähnlichen Organen scheint man auch bei Buna Angst zu haben. Aber eigentlich weis jeder, den es interessiert, von den Hintergründen bei Buna Schkopau. In der Kreisklasse hat das jeder – von Weißenschirmbach bis Blösien und von Rossbach bis Delitz am Berge – unlängst mitgekriegt, wobei niemand Boykottaktionen oder Attacken in Erwägung zieht, sodass Buna eigentlich gar keinen Grund hat, vor jeder Kamera derartig neurotische Angst zuhaben. Aber derlei Aktionen wie diese Unterredung mit dem Abteilungsleiter, der erfolglos versuchte meinem Vater – einem Juristen – mit erfundenen Paragraphen (würde es den herbeiphantasierten Paragraph geben, dann wäre er ein Widerspruch zum Zivilrecht, was das Fotografieren bei Massenveranstaltung wie jeglicher Art von Sportevents uneingeschränkt [inklusive der nicht-kommerziellen Veröffentlichung] erlaubt) beizukommen, zeugen von dem klassischen und sehr unangenehmen Dreck-am-Stecken-Syndrom. Zu verbergen haben sie sicherlich nichts. Zumindest nichts Ernstzunehmendes. Aber so ganz wohl scheint es Buna nicht zu sein in ihrer Haut. Dieser Umstand macht das von dem Roßbacher Fan vorgezeichnete Szenario noch wahrscheinlicher: „...die neun Aufbau Tasmania Spieler verlassen den Verein MSV Buna Schkopau nach der Saison und gehen zu einem höherklassigen Klub. Mal sehen, wie Buna da noch eine Mannschaft in der Saison 2010/ 2011 melden will.“
Und selbst wenn sie eine melden würden: von 79 in der MSV-Torstatistik verzeichneten Treffern, wurden 52 von Aufbau Tasmania-Spielern erzielt. Ohne nennenswerte Verstärkung – und wo sollte diese herkommen? – dürfte Buna ohne ihre Hallenser in der Kreisliga aufgeschmissen sein. Ich wünsche schon mal viel Spaß bei Niederlagen in Nempitz, Klobikau und Kötzschau! Vielleicht fotografiere ich euch da mal bei einem der Spiele...

Statistik:
Ground Nr. 428 (kein neuer Ground; diese Saison: 97 neue)
Sportveranstaltungen Nr. 1.007 und 1.008 (diese Saison: 150)
Tageskilometer: 20 (Fahrrad)
Saisonkilometer: 34.230 (21.720 Auto/ 6.000 Flugzeug/ 3.260 Fahrrad/ 3.250 Bus, Bahn, Tram/ weniger als 10 Schiff)
Anzahl der Fußballspiele seit dem letzten 0-0: 2
Anzahl der Wochen, seit der letzten Woche ohne eine einzige Sportveranstaltung (31.7.-6.8. 2006): 200
Montag, 24. Mai 2010 – Anstoß 11.00
Kreisoberliga Saalekreis (9. Liga, 4. Amateurliga)
Ergebnis: 2:2 nach 92 Min. (46/46) – Halbzeit 0:2
Tore: 0:1 3. (?), 0:2 35. Martini, 1:2 63. Schmidt (Foulelfmeter), 2:2 87. Pires (Handelfmeter)
Verwarnungen: Pires, Hunold, Grulich (TSV), Otto (VfL)
Platzverweise: keine
Spielort: Stadion des Friedens (Kap. 5.000 Stehplätze)
Zuschauer: ca. 70 (davon ca. 25 Gästefans)
Unterhaltungswert: 6,0/10 (Das Spiel schien entschieden, doch Leuna sorgte mit Kampfgeist für sehr spannende letzte 30 Minuten)
Merseburger SV Buna Schkopau 6:1 SpVgg Weißenschirmbach-Vitzenburg 1999
Montag, 24. Mai 2010 – Anstoß 14.00
1. Kreisklasse Saalekreis, Staffel 1 (11. Liga, 6. Amateurliga)
Ergebnis: 6:1 nach 90 Min. (45/45) – Halbzeit 3:0
Tore: 1:0 8. Nr. 5, 2:0 39. Nr. 11, 3:0 40. Nr. 7, 3:1 64. Nr. 11, 4:1 67. Nr. 9, 5:1 85. Nr. 10, 6:1 87. Nr. 9
Verwarnungen: Nr. 3 (MSV), Nr. 3 (SpVgg)
Platzverweise: keine
Spielort: Stadtstadion, Platz II (Kap. 1.000 Stehplätze)
Zuschauer: ca. 30 (davon ca. 10 Gästefans)
Unterhaltungswert: 4,0/10 (Aufbau... äh: Buna hat guten Fußball gespielt, Weißenschirmbach war chancenlos – große Anerkennung für Auf... ach ja: Buna hab ich aber nicht übrig)

Photos and English Version:
TSV Leuna II vs Querfurt
MSV Buna vs Weißenschirmbach
Ich weiß nicht, ob die Vollpfosten bei der Wettervorhersage besoffen waren oder ob
es wirklich so schwer ist, das Wetter 12 Stunden im Voraus anzukündigen. Da aber nicht nur die Wettervorhersage derartig schlecht und zudem auch noch am Morgen Regen gefallen war, was die regnerische Vorhersage glaubhaft erscheinen ließ, sondern ich auch noch erkältet war, war es naheliegend, statt in Rötha nur in der direkten Umgebung zu gucken. Und Leunas zweite Mannschaft spielte ja zum Glück ein wichtiges und interessantes Spiel zuhause im Stadion des Friedens.
Heute war der Tabellenführer zu Gast und Leuna somit – wie in Zscherben beim vorletzten Spiel auch – wieder in der Rolle des Underdogs. Querfurt legte auch gleich los und erzielt nach knapp drei Minuten per Kopf das 1:0. Eine halbe Stunde später gelang Querfurt unter gütiger Mithilfe unseres Torwarts das 2:0.
Bis zur 60. hatte Leuna nicht eine richtige Torchance, aber Torwart Melzer massig Zeit, seinen Fehler wieder auszubügeln: die Paraden, die er jetzt zeigte, ließen den groben Aussetzer in der 35. vergessen. Wie gesagt kam so ca. in der 60. die Wende des Spiels, als Querfurt enorm abbaute. Die waren zwar alle mal besser als der Zweitplatzierte Zscherben, aber jetzt gerieten sie ins Straucheln: nach 67. Minuten ein Foul an Hase und Rene Schmidt verwandelt den fälligen Elfmeter ganz sicher zum 1:2 Anschlusstreffer. Leuna war in der Folgezeit aktiver, wenn auch Querfurt immer wieder den ein oder anderen gefährlichen Angriff aufs Gastgebertor brachte. Kurz vor Schluss gab es dann eine ganz brenzlige Situation: einem Querfurter wird im eigenen Strafraum an die Hand geschossen – der Schiri pfeift Elfmeter. Rene Schmidt wurde aber kurz zuvor ausgewechselt. Nun gut: dann musste halt Joao Pires ran, der im Spiel ständig zugestellt war und dadurch kaum in Erscheinung trat, der dann aber auch zeigte, wie ein Elfmeter auszusehen hat. 2:2!
In der 90. Minuten landete der Ball noch einmal im Querfurter Tor, doch der Schiri hatte zuvor ein Foul gesehen. Das war aber möglicherweise eher vom Querfurter, als umgekehrt. Aber egal, denn schon dieser eine Punkt war äußerst respektabel (es verstärkten nur drei Spieler der ersten Mannschaft unsere Zweite) – und 2:2 war der aufgrund des starken Abbaus der Querfurter - aber auch der damit einhergehenden kämpferischen Leistung der Leunaer - verdiente Endstand. Jetzt heißt es für Leuna II mit einem Sieg gegen Löbejün an Teutschenthal vorbeizuziehen, um den Abstiegsplatz – es steigen doch vier Mannschaften ab, weil man die Ligastärke reduzieren will; im letzten Bericht kam nicht rüber, weil ich vor zwei Wochen noch eine veraltete Regelung im Kopf hatte – zu verlassen.
Für Querfurt heißt es, den perversen Spielplan durchzustehen, um nicht doch noch den ersten Platz an Zscherben zu verlieren: 6 Spiele in 12 Tagen durch die Schwachsinnsvorgabe, vor der WM 2010 die Saison zu Ende zu spielen!

Da es terminlich gut lag, fuhren wir zum Merseburger SV Buna Schkopau, einem Verein, der neben der merseburger und schkopauer Komponente nun auch einen halleschen Teil aufweisen kann. Vor allem durch die hallesche Beteiligung sind sie Tabellenführer – die Gäste aus Weißenschirmbach – die mit ihrem Nachbarort Vitzenburg zusammen spielen –, einem zu Querfurt gehörenden 1.000-Einwohnerdorf, wo ich schon etliche Male mehr oder weniger gute, aber immer interessante Spiele gesehen habe, sind 7. von 14, was für die junge Mannschaft wirklich respektabel ist. Respektabel auch der Punktgewinn in dem erst vor zwei Wochen ausgetragenen Nachholspiel aus der Hinrunde gegen eben jenen MSV Buna: Schirmbach spielte da 1:1.
In diesem Spiel heute hatten sie leider keine Chance: das 1:0 fiel recht früh und ein Doppelschlag kurz vor der Pause entschied das Spiel. Zwar erzielte Weißenschirmbach mit ihrer dritten Chance im Spiel (die 1. in der 30. Minute, die 2. in der 50.) den Ehrentreffer, doch Schkopau schaffte es dann, noch drei weitere Tore durch schönen, guten, druckvollen Offensivfußball zu erzielen, wobei die guten Chancen (allein die Latten- und Pfostentreffer) auch für 10 bis 12 Tore gereicht hätten.
Das Spiel war nicht wirklich interessant, doch interessant sind die Hintergründe zu diesem Spiel bzw. zum Gastgeber. Eigentlich gäbe es die Fußballabteilung von MSV Buna unter normalen Umständen nicht im Spielbetrieb. Der Spielermangel vor der Saison war enorm und im Juni und Juli hörte man überall während der Saisonvorbereitung auf den Fußballplätzen des Kreises von den Insidern: Saline Bad Dürrenberg und Buna Schkopau treten nicht mehr an. Erstere mussten leider wirklich den geregelten Spielbetrieb aufgeben, letztere jedoch erhielten Verstärkung aus der Stadtoberliga Halle. Auf der Website von Buna findet man die Namen von neun ehemaligen Spielern von Aufbau Tasmania, die wegen einer Spielabsprache – die gab es zwar mehrfach in den letzten Spielzeiten in der halleschen Stadtoberliga, aber Aufbau Tasmania stellte sich am blödesten an – erst zwangsrelegiert, dann völlig schwachsinnig vom Landesverband wieder eingegliedert wurden und nach dem entsprechend harten Protest von Stadtverband und gegnerischen Mannschaften aus der Stadtoberliga zurückzogen. Die Selbstreinigung bei Aufbau Tasmania, die jetzt in der Stadtklasse spielen, hat funktioniert. Außerdem gab es ein paar Sperren – und Buna kann sich freuen, die nicht gesperrten Spieler in Hülle und Fülle von Aufbau bekommen zu haben.
Ein besonders fähiger Schwung von Spielern kam nach der Halbserienpause. Seitdem räumt Buna reihenweise die Gegner vom Feld. Man muss ihnen auch wirklich lassen: sie spielen gut und attraktiv – und weil da etwas schief gelaufen ist in der Vergangenheit und vor allem ihr Trainer ein oder mehr Spiele verzockt hat, muss man diese guten Spieler nun wirklich nicht am Fußballspielen hindern. Doch der Beigeschmack der massiven Wettbewerbsverzerrung bleibt dann doch. Wie Red Bull „Leipzig“ mit enormen Finanzmitteln im Halbprofibereich der Oberliga den Wettbewerb erfolgreich verzerrte, so schafft Buna es ohne nennenswerte Geldmittel mit Amateurspielern, die eigentlich nicht in diese 1. Kreisklasse gehören. Für die beiden Roßbacher Zuschauer war es natürlich ärgerlich, da ihre Mannschaft nun zum dritten Mal in Folge knapp am Aufstieg scheitern wird – und dass sie die starke Leistung der Schkopauer/ Merseburger/ Hallenser Spieler ungern und nur zähneknirschend würdigten, kann ich absolut nachvollziehen.
Was bei mir nicht nur Zähneknirschen, sondern eher Zähnefletschen hervorruft, sind Typen wie der MSV Buna-Abteilungsleiter: der spielt sich als Ordner auf und bepöbelt den Schiri – trotz seiner Ordnerbinde (mit der entsprechenden Verantwortung) am Arm – und will mir dann nach 75 Spielminuten weis machen, dass ich eigentlich fürs Fotografieren vorher eine Genehmigung hätte einholen müssen oder eine Pressekarte. Der Schwachsinn kam mir bekannt vor. Woher? Von Aufbau Tasmania, wo man mir dasselbe vorhielt, aber dann nach entsprechendem Konter von mir schnell den Schwanz einzog. Man hatte mich einfach fälschlich für einen Schnüffler vom Platzbesitzer oder auch einen Pressevertreter gehalten. Vor letzteren hatte Aufbau Tasmania Angst, da ihr Betrugsfall – nicht immer so differenziert – durch die Lokalmedien ging. Vor Presse oder ähnlichen Organen scheint man auch bei Buna Angst zu haben. Aber eigentlich weis jeder, den es interessiert, von den Hintergründen bei Buna Schkopau. In der Kreisklasse hat das jeder – von Weißenschirmbach bis Blösien und von Rossbach bis Delitz am Berge – unlängst mitgekriegt, wobei niemand Boykottaktionen oder Attacken in Erwägung zieht, sodass Buna eigentlich gar keinen Grund hat, vor jeder Kamera derartig neurotische Angst zuhaben. Aber derlei Aktionen wie diese Unterredung mit dem Abteilungsleiter, der erfolglos versuchte meinem Vater – einem Juristen – mit erfundenen Paragraphen (würde es den herbeiphantasierten Paragraph geben, dann wäre er ein Widerspruch zum Zivilrecht, was das Fotografieren bei Massenveranstaltung wie jeglicher Art von Sportevents uneingeschränkt [inklusive der nicht-kommerziellen Veröffentlichung] erlaubt) beizukommen, zeugen von dem klassischen und sehr unangenehmen Dreck-am-Stecken-Syndrom. Zu verbergen haben sie sicherlich nichts. Zumindest nichts Ernstzunehmendes. Aber so ganz wohl scheint es Buna nicht zu sein in ihrer Haut. Dieser Umstand macht das von dem Roßbacher Fan vorgezeichnete Szenario noch wahrscheinlicher: „...die neun Aufbau Tasmania Spieler verlassen den Verein MSV Buna Schkopau nach der Saison und gehen zu einem höherklassigen Klub. Mal sehen, wie Buna da noch eine Mannschaft in der Saison 2010/ 2011 melden will.“
Und selbst wenn sie eine melden würden: von 79 in der MSV-Torstatistik verzeichneten Treffern, wurden 52 von Aufbau Tasmania-Spielern erzielt. Ohne nennenswerte Verstärkung – und wo sollte diese herkommen? – dürfte Buna ohne ihre Hallenser in der Kreisliga aufgeschmissen sein. Ich wünsche schon mal viel Spaß bei Niederlagen in Nempitz, Klobikau und Kötzschau! Vielleicht fotografiere ich euch da mal bei einem der Spiele...

Statistik:
Ground Nr. 428 (kein neuer Ground; diese Saison: 97 neue)
Sportveranstaltungen Nr. 1.007 und 1.008 (diese Saison: 150)
Tageskilometer: 20 (Fahrrad)
Saisonkilometer: 34.230 (21.720 Auto/ 6.000 Flugzeug/ 3.260 Fahrrad/ 3.250 Bus, Bahn, Tram/ weniger als 10 Schiff)
Anzahl der Fußballspiele seit dem letzten 0-0: 2
Anzahl der Wochen, seit der letzten Woche ohne eine einzige Sportveranstaltung (31.7.-6.8. 2006): 200
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