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Sonntag, 28. November 2010

W226II: Vermeidbare Niederlage und überraschender Drei-Satz-Sieg

TSV Leuna 1919 10:13 Zehlendorfer Wespen
Sonntag, 28. November 2010 - Anstoßzeit 12.00
1. Hallenhockeybundesliga – Staffel Ost
Ergebnis: 10:13 nach 60 Min. – Halbzeit: 4:7
Tore: 1-0 1:55 Poczatek, 2-0 6:38 Podewski, 2-1 8:50 Müller, 2-2 9:41 Keller (Strafstoß), 2-3 12:55 Lange, 3-3 15:18 Ruttkies, 3-4 18:17 Keller, 4-4 20:02 Zeiger, 4-5 23:38 Keller (Strafecke), 4-6 26:16 Keller (Strafecke), 4-7 29:47 Keller (Strafecke), 4-8 41:37 Lange, 4-9 44:18 Keller, 5-9 44:55 Podewski, 5-10 46:17 Keller, 5-11 48:17 Keller, 6-11 48:59 Sö. Ahlberg, 6-12 51:38 Sonnenschein, 7-12 52:01 Se. Ahlberg, 8-12 53:32 Podewski, 9-12 55:43 Podewski (Strafstoß), 9-13 57:02 Keller, 10-13 58:35 Se. Ahlberg
Besondere Vorkommnisse: Zeiger vergibt Strafstoß (55.)
Grüne Karten: Zeiger (TSV); irgendjemand (Wespen)
Gelbe Karten: Schaltonat 2+5, Hartmann 2 (TSV); Canel 2, Keller 2, Müller 2 (Wespen)
Rote Karten: keine
Spielort: Sporthalle Leuna (Kap. 200 Sitzplätze)
Zuschauer: ca. 200 (davon vllt. 1, 2 Gästefans)
Unterhaltungswert: 5,0/10 (Ein an sich gutes Spiel mit einigen Durchhängern)

Chemie Volley Mitteldeutschland (Spergau) 3:0 VC Gotha
Sonntag 28. November 2010 – Beginn 16.00
DVV-Pokal, Achtelfinale (1. Bundesliga gegen 1. Bundesliga)
Ergebnis: 3:0 nach 70 Min. – Sätze: 25:20, 25:20, 25:13
Besondere Vorkommnisse: keine
Sportanlage: Jahrhunderthalle (Kap. 1.300 Sitzplätze)
Zuschauer: ca. 550 (davon ca. 20 Gästefans)
Unterhaltungswert: 7,0/10 (Richtig schöner Sieg des CVM!)

Photos and English version:
TSV Leuna lt. Zehlendorfer Wespen (Indoor Hockey)
CV Mitteldeutschland slams VC Gotha (Volleyball Cup)
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Das ein oder andere Fußballspiel hätte heute zwar auch stattgefunden, aber mit Groundsammeln geht es Ende März weiter - vllt. noch Gimritz vorher, aber Amateurfußball in unserem und umliegenden Landkreisen, besonders ab Kreisoberliga, kann man derzeit vergessen wegen einer Flut mehr oder (meist) weniger berechtigten Absagen.

Da die Hallenhockeysaison leider sehr kurz ist, war es auch sinnvoll, heute die Leunaer Mannschaft in einem ihrer 1. Bundesliga-Spiele zu unterstützen. Neben mir waren das noch gut 200 andere Zuschauer, wobei außer aktiven Mitgliedern von Hockey und Fußball wie immer kaum mitgegangen wurde. Aber die 20, 25 Stimmungsmacher waren wieder ziemlich aktiv und konnten auch andere ruhigere Zuschauer – wie mich – zum Anfeuern bewegen.

Der Beginn des Spiels machte auch Spaß, denn Leuna erzielte zwei frühe Tore gegen den klar favorisierten Berliner Gast. Nach zwei Niederlagen (5:10 gegen Meisterschaftsanwärter Blau-Weiß Berlin und 9:6 bei Lichterfelde) tat diese Führung gut. Doch die mit einem Sieg und einem Unentschieden gestarteten Bienen, äh: Wespen, kamen bald zum Ausgleich. Nach qualitativ ordentlichen und ausgeglichenen 20 Minuten, fabrizierte Leuna so grauenhafte Abwehrfehler, dass die Insekten aus Berlin mit 4:7 in Führung gehen konnten. Man ahnte schon, dass es jetzt gelaufen war.

Nach zwei kurzen aber grauenhaften Tanzdarbietungen, die unter Stufe 3 des Tanzsports fällt – Stufe 1 sind sportlich anspruchsvolle Darbietung, also guter Tanzsport, 2 weniger sportliche aber immer noch ernsthafte Darbietung = mittelmäßig und 3 heißt albernes Gehoppse – ging es mit Hockey weiter. Das fand aber leider auch erst auf einem schwachen Niveau statt, da Leuna kein Bein auf den Boden bekam, Berliner wenig tat, aber Die Schiedsrichter umso mehr, was unmögliche Entscheidungen anbetraf, die den Spielfluss enorm störten und Berlin schließlich noch weiter davon ziehen ließen.

Das Spiel war nach weniger als 45 Minuten entschieden, wobei sich die Schiris ab der 50. Minute zusammenrissen und das unnötige Foulen und arrogante Gemaule einiger Gästespieler ebenso mit gelben Karten bestraften, wie sie zuvor Nichtigkeiten von TSV-Spielern geahndet hatten. Ab der 53. zeigte Leuna dann – leider eben viel zu spät – dass Zehlendorf eine mittelmäßige Mannschaft ist. Der TSV kam noch einmal heran, wobei vor allem Podewski und die beiden Ahlbergs mit ihren teils von Treffern gekrönten Angriffen noch einmal Druck ausübten. Schade, dass es in der ersten Halbzeit so viele Abwehrfehler gab (drei Gegentore waren völlig unnötig) und nach der Pause die Chancenverwertung so derartig schlecht war (mindestens drei Riesendinger vergeben), dass diese unglaublich mittelmäßigen Stechmücken mit ihrem Ausnahmespieler Keller, der nicht nur durch arrogantes Gehabe auffiel sondern viel mehr mit vielen Toren, die auch in drei Fällen herrliche Heber über den TSV-Torwart waren, wofür man diesen Nationalspieler auch loben muss – im Spielfluss mit dieser Technik den Ball so zu behandeln ist wirklich stark! – siegten.

Leuna muss sich leider die Kritik gefallen lassen, dass außer dem Publikum und den ersten bzw. letzten 8 Minuten nichts auf dem Niveau war, was man in Liga 1 erwarten kann. Wenn nächste Woche gegen Osternienburg kein Sieg herausspringt, dann war es das zu einer 99%igen Wahrscheinlichkeit mit erstklassigem Hallenhockey 2011/ 2012. Also muss es wieder: Kämpfen, Chemie, kämpfen! heißen.
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Deutlich erfreulicher, aber umso überraschender war das Ergebnis beim Volleyball in Spergau. Dort war im Achtelfinale des Pokals der VC Gotha, ein Aufsteiger in die 1. Bundesliga, zugast. Der Gast aus der äußerst sehenswerten westthüringischen Stadt hat nach dem Aufstieg sein Team völlig umgekrempelt und so etwa 90% der Spieler durch neue ersetzt. Typisches Anzeichen dafür, wenn man zu viel Geld hat oder zu haben meint.

Heute spielte der Thüringer Söldnertrupp aber weit unter seinen Möglichkeiten. Der CV Mitteldeutschland spielte konzentriert und konsequent, machte weniger Fehler und zeigte auf allen Positionen schöne Szenen.

Der erste Satz ging mit 25:20 an die Hausherren, was auch so völlig verdient war. Da konnte auch der Hauptschiedsrichter mit seinen beiden Aussetzern nichts dran ändern: aber schlimm, wenn der zweite Schiri völlig zu Recht wegen unsauberem Spiel abpfeift und der Hauptschiri es besser zu wissen meint und rechthaberisch und falsch Nullball gibt.

Auch der zweite Satz wurde mit 25:20 von den Spergauern gewonnen, wobei der Spielverlauf weiterhin wie eben beschrieben war – inklusive weiterer zwei Aussetzer; und zwar wieder des komischen Hauptschiedsrichters. Im letzten Satz schaffte es der Unparteiische mal nicht, sich unbeliebt zu machen und Gotha bewegte sich nahe an der Lächerlichkeitsgrenze. Die zusammengekauften Gothaer brachten kaum eine gute Aktion, ließen sich hängen und den CVM locker aufspielen. Ein klares 25:13 und somit ein völlig verdienter 3:0 Erfolg standen am Ende zu Buche.

Den CV Mitteldeutschland bzw. VC Bad Dürrenberg/ Spergau habe ich in den letzten Jahren zwar ab und an über sich hinauswachsen sehen (enorme kämpferische Leistungen z.B. bei Siegen gegen Haching oder F’hafen), aber eigentlich nie so souverän erlebt. Wie sie vor den Augen der diesmal recht wenigen aber trotzdem halbwegs stimmungsvollen Fans die schwachen Gothaer, die in der Liga erst vor zwei Wochen 3:1 gegen die Spergauer siegten und auch deutlich vor ihnen stehen, stark schlugen, war eine Genugtuung. Für die seit Jahren größte Fangruppe eines Gastvereins in Spergau – eigentlich ist es schon erbärmlich, wenn man 20 mitgereiste Gästefans in einer Profiliga als starken Anhang bezeichnen muss: Volleyballfans die man als Allesfahrer bezeichnen kann, sind wohl leider eine absolut verschwindend geringe Ausnahme – war das natürlich schade, aber meinetwegen kann Gotha in der Liga entgegen der aufmunternden Wünsche unseres Hallensprechers genauso weiterspielen...
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Statistik:
Ground Nr. 500 (kein neuer Ground; diese Saison: 50 neue)
Sportveranstaltungen Nr. 1.181 und 1.182 (diese Saison: 69)
Tageskilometer: 30 (Fahrrad)
Saisonkilometer: 12.400 (8.170 Auto/ 2.090 Fahrrad/ 1.340 Bahn, Bus, Tram/ 800 Schiff, Fähre/ 0 Flugzeug)
Anzahl der Fußballspiele seit dem letzten 0-0: 83
Anzahl der Wochen, seit der letzten Woche ohne eine einzige Sportveranstaltung (31.7.-6.8. 2006): 226

Sonntag, 14. Dezember 2008

WE124II: Wenn die Fußballer nicht ausgeschlafen haben und nur Holzer trifft

TSV Leuna 1919 7:10 Berliner HC
Sonntag, 14. Dezember 2008 - Anstoß 13.00
1. Hallenhockeybundesliga
Resultat: 7:10 nach 60 Min. - Halbzeit 4:5
Tore: 1:0 2. Zeiger, 1:1 4. Zwicker, 1:2 5. Pehlke, 2:2 7. Poczatek, 2:3 8. Pirsch, 3:3 15. Ahlberg, 4:3 16. Ahlberg, 4:4 26. Cartsburg, 4:5 29. (Strafecke) Arnold, 4:6 31. Zwicker, 5:6 35. (Strafecke) Zeiger, 5:7 38. Zwicker, 5:8 41. (Strafecke) Arnold, 5:9 52. Pehlke, 6:9 57. (Strafstoß) Zeiger, 7:9 58. Zeiger, 7:10 59. Lim
Grüne Karten 0:1
Gelbe Karten 0:4
Rote Karten 0:0
Strafecken 3:4
Strafstöße 1:0
Sporthalle: Neue Ringerhalle Leuna (200 Sitzplätze)
Zuschauer: 150 (1 Gästefan)
Spielqualität: 6,0/10 (O.K.)

SG Spergau 40:25 Friesen Frankleben
Sonntag, 14. Dezember 2008 - Anwurf 16.00
Oberliga (4. Liga, 2. Amateurliga)
Resultat: 40:25 nach 60 Min. - Halbzeit 20:10
Tore Spergau: Weber, Pöritz je 7, Abocki 6, Rohde 5, Hesse, Gruhn je 4, Schwarz 3, Voigt, Dankert je 1
Tore Frankleben: Holzapfel 14, Graßmeyer 3, Wasner 2, J. Schindler, N. Schindler, Fischer, Schmidt je 1
Strafminuten: 12:26
Feldverweise: 39. Gora (Frankleben; 3x2 Minuten)
Sporthalle: Jahrhunderthalle (400 Sitzplätze)
Zuschauer: 250 (20 Gästefans)
Spielqualität: 4,0/10 (völlig einseitig aber nicht schwach)

Ground Nr. 269 (kein einziger neuer Ground; diese Saison: 39 neue)
Sportveranstaltung Nr. 719 (diese Saison: 86)
Tageskilometer: 20 (Fahrrad)
Saisonkilometer: 9.820 (5.380 Auto, 2.280 Fahrrad, 2.260 Bahn)
Anzahl der Wochen, seit der letzten Woche ohne eine einzige Sportveranstaltung (31.7.-6.8. 2006): 124


Am Sonntagmittag stand das zweite Spiel des Doppelspieltags der Hallenhockeybundesliga an. Leunas Chancen wurden sehr gering eingeschätzt, im Spiel gegen den Berliner HC zu punkten. Die Fußballer waren teilweise nicht aus dem Bett gekommen, manche mussten arbeiten, die Feuerwehrleute hatten auch Dienst und ansonsten wollten wohl einige nicht mehr. Nur 150 Zuschauer fanden sich ein, also gut 80 weniger als am Vortag und diese sahen für ihre 3,50€ wieder einmal einen Treffer von Zeiger. 1:0 hieß es für Leuna, doch im Gegensatz zum Vortag, wo man 3:0 in Führung ging, erzielte Berlin schnell den Ausgleich und sogar gleich darauf mit einem hervorragenden Tor nach einem wahnsinnig schnellen Spielzug das 1:2. Zwar fiel nur wenige Minuten später schon der Ausgleich, doch im Gegenzug ging Berlin wieder in Führung.
Die Stimmung wurde heute von den Hockeydamen gemacht, was natürlich nicht so eindrucksvoll war, wie wenn die Fußballer krakeelen. Dem Schiedsrichtergespann konnte es nur recht sein, denn es waren dieselben wie gestern. Will ja nicht wissen, wie Rene, wäre er den da gewesen, auf die erneute Anwesenheit der beiden reagiert hätte... Interessanterweise legten die beiden die Regeln diesmal nicht so kleinlich aus. Böse Bemerkung dazu von einem Fan: „Heute war Leuna ja auch von vorneherein chancenlos. Gestern gegen Zehlendorf waren sie gleichwertig, also brauchte man schon Schiedsrichterhilfe für die Berliner.“ Eine unsachliche Äußerung, aber die Umstände waren wirklich verdächtig.
Bis zur Pause glich Leuna zwar noch einmal aus und ging sogar mit 4:3 in Führung, doch das 4:4 und 4:5 fielen auch noch vor der Pause.
Dann der übliche Tanzauftritt und in der zweiten Halbzeit gleich ein Treffer der Gäste. Nach 41 Minuten fiel mit dem 5:8 dann die Entscheidung. Danach gab es noch für beide Teams je zwei Treffer. 7:10 der verdiente Endstand. Leuna hielt sich achtbar gegen eins der besten Hockeyteams Deutschlands.
Nach dem Spiel fuhren wir gleich weiter gen Spergau, aßen dort ein paar Wiener (4 Stück mit 2 Brötchen für 3€ - OK) und zahlten dann mal ausnahmsweise Eintritt (4€, ermäßigt 3€ - überhöht).
Im Spiel vor 250 Zuschauern, von denen nur ein paar vereinzelte mit Trommeln und Zwischenrufen lärmten, zeichnete sich schnell ab, wer gewinnen wird. Frankleben spielte einfach so derartig schlecht - Holzapfel ausgenommen; der war der beste Mann auf der Platte! Auch besser als alle Spergauer Spieler! - dass Spergau einfach nur gewinnen konnte. 20:10 bei Pause. Friesen hätte eigentlich in der Kabine bleiben können, doch sie warfen noch ein paar Tore. Also Holzapfel warf sie fast alleine...
Das Spiel war zwar nicht schlecht, aber wirklich herausragend auch nicht. Und dann so derartig einseitig!
Wir machten uns dann zügig nach Hause.
Ein vom fan- und sympathiemäßigen Bezug her erfolgloses Wochenende war vorüber. Wir blickten nach vorne gen Süden. Nach Tunesien.

Bilder:
http://s181.photobucket.com/albums/x68/fchmksfkcb/081214a%20TSV%20Leuna%207-10%20Berliner%20Hockey%20Club/
http://s181.photobucket.com/albums/x68/fchmksfkcb/081214b%20SG%20Spergau%2040-25%20Friesen%20Frankleben/

Samstag, 13. Dezember 2008

WE124I: Wenn die Fußballproleten die feinen Herren vom Hockey supporten...

TSV Leuna 1919 6:8 Zehlendorfer Wespen
Samstag, 13. Dezember 2008 - Beginn 16.00
1. Hallenhockeybundesliga
Ergebnis: 6:8 nach 60 Min. - Halbzeit: 3-1
Grüne Karten - 1:1
Gelbe Karten - 3:2
Rote Karten - 0:0
Strafstöße - 1:3
Strafecken - 4:9
Tore: 1:0 2. Zeiger, 2:0 5. Paczatek, 3:0 10. Ahlberg, 3:1 12. (Strafstoß) Dallmann, 4:1 32. Zeiger, 4:2 36. Dallmann, 4:3 37. Dallmann (Strafstoß), 5:3 37. Zeiger, 5:4 41. Schmucker, 5:5 43. Schmucker, 5:6 53. (Strafstoß) Dallmann, 5:7 53. (Strafecke) Elsholtz, 6:7 55. (Strafstoß) Zeiger, 6:8 56. Schmucker.
Sporthalle: Neue Ringerhalle Leuna* (Kap. 200)
Zuschauer: 230** (keine Gästefans)
Unterhaltungswert: 5,5/10 (O.K.***)

Ground Nr. 269 (kein neuer Ground; diese Saison: 39 neue)
Sportveranstaltung Nr. 717 (diese Saison: 84)
Tageskilometer: 15 (Fahrrad)
Saisonkilometer: 9.800 (5.380 Auto, 2.260 Bahn, 2.260 Fahrrad)
Anzahl der Wochen, seit der letzten Woche ohne eine einzige Sportveranstaltung (31.7.-6.8. 2006): 124

* Wird auch einfach einfallslos als Sporthalle Leuna bezeichnet
** Auslastung der Halle: 113%
*** Spielniveau leicht unterm Durchschnitt; Stimmung gut.


Vor wieder einmal überfüllter Halle fand in Leuna ein Spiel der Hallenhockeybundesliga statt. Nicht wenige der 230 Zuschauer, die die 3,50€ teuren Karten bezahlten, erfüllten doch so gar nicht das Bild des Hockeyfreundes, der still auf der Tribüne sitzt und die schönsten Aktionen mit herrschaftlichem Applaus bedenkt. Hier wurde vor allem auf der linken Seite auf den Bänken gestanden, entgegen der bestehenden Hallenregelungen das ein oder andere Bier geleert, Sprechchöre wie ,,Chemie Leuna olé’’ angestimmt und lautstark über Schiedsrichter und Gästespieler geschimpft.
Beide Mannschaften, die Gäste aus Berlin klar in der Favoritenrolle, wurden unter Applaus vorgestellt. Die erste Viertelstunde war Zehlendorf seltsamerweise unterlegen. Leuna entwickelte derartigen Druck, dass sie 3:0 in Führung gingen. Ein Strafstoß führte zum 3:1, doch bis zur 30. Minute, also bis zur Halbzeitpause, sollte es beim 3:1 bleiben.
Bis dahin hatten die Fans ausschließlich ihre Mannschaft angefeuert. Beim 4:1 kurz nach der Pause durch Leunas, man könnte schon sagen: Starspieler, Zeiger, geriet man erst recht in große Freude. Hämisch belacht wurde eine Zeitstrafe, also gelbe Karte, gegen Zehlendorf. Da konnte ja auch niemand ahnen, dass man in der Leunaer Abwehr pennen, die Fehlpässe im Mittelfeld wieder einmal präsentieren und gleich zwei Tore - eins davon wieder ein Strafstoß - kassieren würde.
Das 5:3 wirkte erlösend, doch sofort danach hieß es 5:4 und 5:5.
Was danach passierte war sehr ärgerlich: ein fragwürdiger Strafstoß wurde gegen Leuna verhängt. Unter Pfiffen und Buhrufen verwandelte der 17er, der kurz zuvor noch in den Torwart gelaufen war und dafür einen Strafstoß bekommen wollte und diese Aktionen mit Geschrei und Gehampel unterlegte. Das ihm höflich nahe gelegt wurde, freiwillig aus der Halle zu gehen - Zitat: „Boah, verpiss dich vom Spielfeld, du Affe!“ - war da nur zu verständlich. Aus der Situation nach dem Strafstoß heraus resultierte ein Wechselfehler, der eine Strafecke und das 5:7 zur Folge hatte. Die Halle tobte jetzt natürlich vor Ärger.
Vor Freude tobte man als das 6:7 erzielt wurde. Aber leider ließ auch das 6:8 nicht lange auf sich warten. Danach setzten einige Provokationen von Seiten der Gäste, besonders wieder einmal des 17ers, ein, wie zum Beispiel dessen Zeigen des Mittelfingers gen Publikum, was mit Sprechchören der Fußballer „Berliner Scheiße, wir singen Berliner Scheiße“ bedacht wurde. Der wie üblich bei der Mannschaftsaufstellung und Toransage nicht zu verstehende, teils dilettantisch agierende Hallensprecher, meldete sich aber seltsamerweise gar nicht zu Wort. Kein „also bitte, liebe Hockeyfreunde, das ist nicht unser Niveau!“ wie bei meinem ersten Hallenhockeyspiel vor drei Jahren, in dem ein foulender Torgauer mit „Sachsenschwein“ bedacht wurde.
Zweieinhalb Minuten vor Schluss wurde es dann richtig unangenehm, denn die Zehlendorfer schoben sich jetzt den Ball in der eigenen Hälfte gegenseitig zu und Leuna war mittlerweile in Unterzahl und somit ohne Chance an den kleinen gelben Hartgummiball zu gelangen. Nun buhten und pfiffen auch die älteren Herrschaften, was bis nach Abpfiff noch anhalten sollte. Die Schiedsrichter, die mit ihren kleinlichen Entscheidungen das verdiente Unentschieden der Leunaer mit zu Nichte machten, wurden nach Abpfiff noch ebenso unfreundlich verabschiedet wie die Gästespieler, die sich mit ihrem theatralischen Gestikulieren - zwei Aktionen auf dem Feld hätte man beim Fußball schlichtweg als „Schwalbe“ bezeichnet - und Provozieren der Zuschauer unbeliebt gemacht hatten. Nach ihrem hämischen Applaus gen Fußballer - schon interessant, dass die, die sich über mangelndes Fairplay beklagen, mit Freude auf solche Provokationen eingehen - forderte man sie zum Zelebrieren einer UFTA vor dem Leunafanblock auf.
Für die Leunaer war es die erste Heimniederlage in dieser Saison. Ärgerlich, wenn sie nach einer starken ersten Halbzeit, mäßigen zweiten Hälfte und nicht zuletzt fragwürdiger Schiedsrichterentscheidungen zustande gekommen ist.
Noch ein Wort zu den jetzt schon mehrfach erwähnten Fans. In Leuna ist es üblich, dass die Fußballer, die Hallenhockeymannschaft unterstützen. Auch die Hockeyfrauen und einige nicht-aktive Mitglieder sorgen dafür, dass die Hallenhockeymannschaft des TSV Leuna sehr unterschiedlich beliebt ist. Einige reden von "bester Stimmung von allen Hockeyhallen" - andere heulen sich Internetforen aus, weil die bösen, bösen Leunaer sie so unfair und gemein bepöbeln.

Es ist schon lustig, wenn die Fußballer die Hockeyer supporten...

Fotos:
http://s181.photobucket.com/albums/x68/fchmksfkcb/081213%20TSV%20Leuna%206-8%20Zehlendorfer%20Wespen/