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Sonntag, 4. September 2011

W266III: Das Pokalwochenende geht weiter; zwei Favoritensiege mit 7 Toren Differenz

SV Sternburg Lützschena/ Stahmeln II
1:8 SG Olympia 1896 Leipzig II
Datum: Sonntag, 4. September 2011 – Anstoß: 12.00
Wettbewerb: 1. Runde des Stadtpokals Leipzig/ sogenannter „Wernesgrüner Stadtpokal“ (3. Stadtklasse/ 12. und unterste Spielklasse, 7. Amateurliga gegen 1. Stadtklasse/ 10. Liga, 5. Amateurliga)
Ergebnis: 1:8 nach 90 Min. (45/45) – Halbzeit: 0:2
Tore: 0-1 11. (10), 0-2 31. (8), 0-3 48. (7), 0-4 50. (18, Handelfmeter), 0-5 59. (18), 1-5 68. (13), 1-6 74. (16), 1-7 77. (13), 1-8 82. (8)
Verwarnungen: keine, Platzverweise: keine
Spielort: Sportplatz Lützschena (Kap. 1.000 Stehplätze)
Zuschauer: ca. 20 (davon Gästefans: ca. 4)
Unterhaltungswert: 4,5/10 (Einseitiges und nur phasenweise ansehnliches Spiel; Olympia nahm Sternburg in der zweiten Halbzeit auseinander)

SV Eintracht Leipzig-Süd 0:7 VfB Zwenkau II
Datum: Sonntag, 4. September 2011 – Anstoß: 15.00
Wettbewerb: 1. Runde des Stadtpokals Leipzig/ sogenannter „Wernesgrüner Stadtpokal“ (2. Stadtklasse/ 11. Liga, 6. Amateurliga gegen Stadtliga/ 9. Liga, 4. Amateurliga)
Ergebnis: 0:7 nach 90 Min. (45/45) – Halbzeit: 0:1
Tore: 0-1 34. (9), 0-2 48. (9), 0-3 53. (16, Foulelfmeter), 0-4 63. (2), 0-5 76. (16), 0-6 80. (2), 0-7 85. (7)
Verwarnungen: Nr. 14 (Eintracht Süd)
Platzverweise: Nr. 2 (Eintracht Süd, 28.: Notbremse)
Spielort: Südkampfbahn (Kap. 2.200, davon 480 Sitzplätze)
Zuschauer: ca. 25 (davon Gästefans: ca. 5)
Unterhaltungswert: 2,5/10 (In diesem schwachen Spiel gewann der Favorit zwar hoch, aber zum einen nur in Überzahl und zum andere mit einem für ihre Spielklasse unterirdischem spielerischem Niveau)
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Photos and English Version:

Damit wir mal ein Spiel auf dem wieder in Betrieb genommenen Sportplatz in Delitz am Berge gesehen haben, wollten wir eigentlich die E-Junioren um 10 Uhr spielen sehen, aber die bekamen keine Mannschaft zusammen, die gegen Merseburg-Meuschau hätte antreten können – gerade für einen Heimverein hochgradig peinlich, aber der SV Delitz ist nach meinen Erfahrungen eh der unzuverlässigste Schrottverein im ganzen Landkreis – sodass es heute bei zwei Pokalspielen in Leipzig blieb. Auch diese beiden Pokalspiele sollten der größte Schrott sein, den wir am Wochenende geboten bekamen. Unser Studentenfußballkurs, bei dem ich seit ein paar Wochen immer mittrainiere, wäre ein schwerer Gegner für alle vier Leipziger Truppen, die wir heute spielen sahen. Das beste Pokalspiel in Leipzig hatten wir am Freitag gesehen: und das war der Ü-40 Pokal!

Im ersten Kick war die Olympia-Reserve klarer Favorit, da Sternburg II in der untersten Spielklasse mit zwei Niederlagen (0:2 und 0:4) gestartet ist, während Olympia II zwei Spielklassen höher mit 4 Punkten aus 2 Spielen begann. Entsprechend stürmte auch Olympia stetig aufs Tor. Bis zur Pause gelangen ihnen auch zwei Treffer. Nach der Pause ließ Sternburg hinten nach und wurde offensiver, sodass sie nach drei weiteren kassierten Toren wenigstens vorne einmal mit einem Heber erfolgreich waren. Noch drei Mal die Abwehr lässig ausgespielt und schon stand es 1:8. Kurz darauf pfiff der gute und lässige Schiedsrichter die Partie ab.
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Wir fuhren vom Nordwesten in den Süden Leipzigs und auch da war der Gast klar favorisiert: die Zwenkauer Reserve spielt zwei Klassen höher und war mit 7 Punkten aus 4 Spielen gestartet, während Eintracht Süd zwar zwei knappe Siege einfahren konnte, aber wie gesagt halt zwei Ligen tiefer spielt. Vom Klassenunterschied war in den ersten 30 Minuten kaum etwas zu merken: etwas mehr Chancen und mehr Spielanteile für den Stadtligisten Zwenkau zwar, aber die Bälle versprangen auch auf dem gepflegten Rasen wie in der 3. Stadtklasse und die Schüsse waren die letzte Scheiße. Die allerletzte Scheiße war dann die lächerliche rote Karten gegen einen Eintracht Süd-Spieler, der den VfB-Stürmer minimal beim Laufduell berührte, woraufhin sich dieser fallen ließ. Auch wenn das ein Foul des letzten Mannes war: das fällt unter die Ermessensentscheidungen, da die Berührung minimal war weswegen man maximal auf Freistoß und Gelb oder am besten nur auf Freistoß für die Gäste entscheidet. Aber der v.a. in der ersten Hälfte schwache Schiri reagierte andauernd auf Zurufe beider Seiten und ließ sich vom unsympathischen Schreihals auf der Gästebank beeinflussen. Nachdem der Klassentiefere auf 10 Mann reduziert war, schaffte es auch diese technisch unterbelichtete Gurkentruppe von Zwenkau II noch ein Tor zu erzielen. Nach der Pause ließen die Kräfte natürlich nach bei den 10 Leipzigern und die Rand-Markkleeberger hebelten die Abwehr mit seltenen sinnvollen Kombinationsspielen aus. Ein billig verwandelter – aber völlig berechtigt verhängter – Elfmeter kam noch dazu. Schon stand es völlig unverdient hoch 0:7. Bei dem geringen Leistungsunterschied bis zum Platzverweis wäre ein Spiel 11 gegen 11 sicher viel knapper (0:2 vielleicht) abgegangen.

Was die beiden Sportanlagen anging, muss man noch sagen, dass es sich v.a. bei letzterer Anlage im Süden von Leipzig um einen recht interessanten Platz handelt. Während Sternburgs Wiese in der Neubausiedlung recht unspektakulär daher kommt und nur wegen ein paar Details am Rande – abbruchreife Schuppen und zwei Eichen oder auch v.a. die enge Einfahrt – halbwegs ansehbar ist, ist das vom Connewitzer Turnverein in den 1860ern erbaute, zu DDR-Zeiten von Dynamo Leipzig genutzte und ausgebaute und schließlich nach der Wende von Eintracht Süd sanierte und gepflegte Gelände erheblich interessanter. Die nach Süden ausgerichtete Tribüne ist mit vier Reihen gelber Schalensitze versehen und direkt an das riesige Vereinsheim gebaut. Der Graswall ist auf der Längsseite wegen eines neuen Nebenplatzes allerdings durchbrochen, was das ganze etwas kahl und weitläufig macht. Die Südkampbahn liegt übrigens in einer Sackgasse: die Raschwitzer Straße versackt bald hinterm im Stadtteil Lößnig gelegenen Stadion an der Bundesstraße.
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Statistik:
Grounds: 625 (heute 2 neue; diese Saison: 31 neue)
Sportveranstaltungen: 1.351 (heute 2, diese Saison: 37)
Tageskilometer: 130 (130 Auto)
Saisonkilometer: 4.220 (3.290 Auto/ 930 Fahrrad/ 0 Flugzeug/ 0 Bahn, Bus, Tram/ 0 Schiff, Fähre)
Anzahl der Fußballspiele seit dem letzten 0-0: 69
Anzahl der Wochen, seit der letzten Woche ohne eine einzige Sportveranstaltung (31.7.-6.8. 2006): 266

Montag, 18. Juli 2011

W259III: Mitteldeutsches Siebener-Rugby in Leipzig

Turnier der 7er-Rugby Regionalliga Ost in Leipzig
Datum: Samstag, 16. Juli 2011 – Beginn: 12.00
Wettbewerb: 7er Rugby Regionalliga Ost (Mitteldeutsche 7er-Liga/ 4. Liga), Turnier in Leipzig
Sieger: WG Hochschulsport Magdeburg
Bestes Spiel: Magdeburg 35-12 Leipzig
Schwächstes Spiel: Leipzig II 0-60 Leipzig
Deutlichstes Resultat: Leipzig II 0-60 Leipzig
Anmerkungen: Nur 5 von 9 geplanten Teams erschienen, darunter Kittlitz mit Brandis als temporäre Spielgemeinschaft
Spielort: Rugbyplatz Stahmeln (Kap. 1.000, davon 100 Sitzplätze)
Zuschauer: ca. 35
Unterhaltungswert: 5,0/10 (War zwar noch ganz unterhaltsam, aber so ziemlich das schlechteste Rugby das ich bisher gesehen habe)
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Photos and English version:

Turniertabelle:
1. WG Hochschulsport Magdeburg 4 4-0-0 161:34 12
2. RC Leipzig ................................... 4 3-0-1 160:47 9
3. RC Leipzig II ................................ 4 2-0-2 70:120 6
4. ATSV Grubenhunte Freiberg ....... 4 1-0-3 48:110 3
5. Rugby Brandis/ Horken Kittlitz .... 4 0-0-4 34:155 0

Alle Resultate:
1.) Leipzig 29:12 Freiberg
- Leipzig 5 Versuche, davon 2 mit Erhöhung
- Freiberg 2 Versuche, davon 1 mit Erhöhung

2.) Magdeburg 41:7 Brandis/ Kittlitz
- Magdeburg 7 Versuche, davon 3 mit Erhöhung
- Brandis 1 Versuch, davon 1 mit Erhöhung

3.) Leipzig II 29:7 Freiberg
- Leipzig II 5 Versuche, davon 2 mit Erhöhung
- Freiberg 1 Versuch, davon 1 mit Erhöhung
- 1x Gelbe Karte (= 2 Minuten) für Nr. 7 Leipzig II [unsauberes Tackling]

4.) Leipzig 59:0 Brandis/ Kittlitz
- Leipzig 9 Versuche, davon 7 mit Erhöhung

5.) Leipzig II 10:31 Magdeburg
- Leipzig II 2 Versuche, davon 0 mit Erhöhung
- Magdeburg 5 Versuche, davon 3 mit Erhöhung
- 1x Rote Karte für Nr. 7 Leipzig II [unsauberes Tackling + Tätlichkeit gegen Gegenspieler]

6.) Freiberg 24:5 Brandis/ Kittlitz
- Freiberg 4 Versuche, davon 2 mit Erhöhung
- Brandis 1 Versuch, davon 0 mit Erhöhung

7.) Leipzig II 0:60 Leipzig
- Leipzig 10 Versuche, davon 5 mit Erhöhung
- 1x Gelbe Karte (= 2 Minuten) Leipzig II

8.) Freiberg 5:47 Magdeburg
- Freiberg 1 Versuch, davon 0 mit Erhöhung
- Magdeburg 7 Versuche, davon 6 mit Erhöhung

9.) Leipzig II 31:22 Brandis/ Kittlitz
- Leipzig II 4 Versuche, davon 4 mit Erhöhung und 1 Freischuss
- Brandis 3 Versuche, davon 2 mit Erhöhung und 1 Freischuss

10.) Leipzig 12:35 Magdeburg
- Leipzig 2 Versuche, davon 1 mit Erhöhung
- Magdeburg 5 Versuche, davon 5 mit Erhöhung
- 1x Gelbe Karte Leipzig
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Zum Turnier:
Nachdem ich letzte Saison ein Turnier der 7er-Liga in Halle gesehen hatte, hatte ich von diesem Wettkampf heute mehr erwartet. Meiner Freundin gefiel’s zwar trotzdem, aber wenn man Rugby zum ersten Mal sieht, erkennt man ja auch nicht die technischen Schwächen und andere Sachen, die das Spiel unattraktiver machen.

Dass der Gastgeber Leipzig schon als Gewinner der Liga feststand war an sich kein so schlechtes Zeichen - sie waren auch neben Magdeburg die einzige gute Mannschaft im Turnier. Am Ende hatten an diesem Abschlussspieltag ja sogar die Magdeburger Studenten die Nase vorn. Enttäuschend war der in der Gesamtwertung der Liga Zweitplatzierte Freiberg – von der Notspielgemeinschaft aus Horken/ Kittlitz und Brandis oder was das auch immer war, war ja genauso wenig etwas zu erwarten als von RC Leipzig II. Letztere schlugen sich aber recht gut (negativ fiel nur der Samoaner auf, der unglaublich undiszipliniert auftrat und mit recht im zweiten Spiel disqualifiziert wurde) – nur Brandis hatte halt außer dummen Sprüchen auf der Tribüne nichts drauf.

Nicht nur das Catering war auf dem zu erwartenden Niveau des Leipziger Sports (nämlich wirklich gut), sondern auch das Zuschauerumfeld war wie erwartet (kaum einer guckte zu).
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Statistik:
Grounds: 590 (heute kein neuer Ground; diese Saison: 139 neue)
Sportveranstaltungen: 1.312 (heute eine, diese Saison: 200)
Tageskilometer: 60 (60 Fahrrad)
Saisonkilometer: 44.110 (22.270 Auto/ 10.200 Flugzeug/ 5.660 Bahn, Bus, Tram/ 5.170 Fahrrad/ 810 Schiff, Fähre)
Anzahl der Fußballspiele seit dem letzten 0-0: 41
Anzahl der Wochen, seit der letzten Woche ohne eine einzige Sportveranstaltung (31.7.-6.8. 2006): 259

Montag, 23. März 2009

WE138II: Fußball in Leipzig: Eiche Wachau, Sternburg-Brauerei, Linksextreme aus Connewitz und MoGoNo

Eiche Wachau 3:0 Sternburg Lützschena-Stahmeln
Sonntag, 22.März 2009 - Anstoßzeit 12.00
3. Stadtliga Alte Herren (3. Liga von 4 Leipziger Altherrenligen)
Ergebnis: 3:0 nach 90 Min. (45/45) - Halbzeit 1:0
Tore: 1:0 10. (?), 2:0 66. (?), 3:0 88. (?)
Verwarnungen: Nr. 3 von Sternburg wegen Meckern nach Foul
Platzverweise: keine
Sportplatz: Sportplatz an der Hohle (Kap. 1.000, davon 30 Sitzplätze)
Zuschauer: 15 (keine Gästefans)
Spielqualität: 6,5/10 (1.HZ kaum durchschnittlich, 2.HZ sehr gut)

Roter Stern Leipzig 1:1 Motor Gohlis Nord
Sonntag, 22.März 2009 - Anstoßzeit 14.00
Stadtliga Leipzig (9. Liga, 5. Amateurliga)
Ergebnis: 1:1 nach 92 Min. (45/47) - Halbzeit 1:0
Tore: 1:0 24. (Elfmeter), 1:1 70.
Verwarnungen: 2 Gelbe für RSL
Platzverweise: keine
Sportplatz: Sportpark Dölitz (Kap. 1.000, davon 30 Sitzplätze)
Zuschauer: 100 (10 Gästefans)
Spielqualität: 6,5/10 (ganz gut)

Am Sonntag stand - zum ersten Mal seit einigen Monaten wieder - Groundhopping in Leipzig an. Um 9 Uhr ging es von Merseburg aus per Rad los, zum Teil mit kräftigem Wind im Rücken. Kurz vor 11 waren wir 40km weiter östlich in Markkleeberg angekommen. Dort bietet sich das klotzige aber doch auch schöne Rathaus als Fotomotiv an. 5km weiter findet man dann in Wachau eine spektakuläre Kirchenruine, ausgebombt kurz vor Ende des zweiten Weltkrieges und leider nur sehr unregelmäßig immer Innern zugänglich. 1km weiter gen Liebertwolkwitz finden sich dann zwei Gedenksteine, ua. der für Napoleons Gefechtsstellung während der Völkerschlacht bei Wachau 1813.

Wieder zurück nach Wachau ging es für uns zum Sportplatz „An der Hohle.“ Auf dem ausbautenlosen Platz, der an einer Seite aber immerhin 24 Sitzschalen und zwei Holzbänke aufweisen kann, spielte noch die C-Jugend. Das Spiel war nicht attraktiver als der stinklangweilige Platz.

Gekommen waren wir aber auch für ein Spiel der Alten Herren. Der Tabellenführer der 3. Liga Leipzig spielte gegen den Tabellenletzten. SV Eiche Wachau gegen Sternburg Lützschena-Stahmeln. Das Spiel ging zwar etwas langsam los, aber schon innerhalb der ersten zehn Minuten hatte Sternburg eine und Eiche zwei Chancen. Ihre dritte verwandelten sie dann zum ersten Tor der Partie, dass allerdings bis Mitte der zweiten Hälfte auch das einzige bleiben sollte.

In der Pause gingen wir die Bratwürste auskosten. 1,30€ für die recht ordentlichen Roster ist halbwegs akzeptabel. Der Mann am Grill war übrigens recht cool drauf. Er wies auch ab und zu einmal die beiden etwas übertrieben agierenden Rentner zurecht, wenn diese mir Sprüchen wie: „Ey Schiri! Das musste doch sehn, du! Klarer geht’s doch gar nicht! Elfmeter hier!“ kamen. „Ey fahr mal nen Gang zurück! Denk dran: du bist heute Ordner...“
Die beiden Alten machten aber wenigstens Lärm für die 13 anderen bei freiem Eintritt anwesenden Nicht-Aktiven.

Die zweite Halbzeit war dann ausgesprochen gut. Auch wenn Lützschena-Stahmeln nicht einen Torschuss mehr zu standen bekam, war die zweite Hälfte doch viel besser als die erste. Die Heimmannschaft machte richtig Druck. Wäre der Gästetorwart nicht recht gut aufgetreten, dann wäre das Spiel 8:0 an Eiche Wachau gegangen. Vor allem der 14er mit seinen tollen von links direkt herein getretenen Eckstößen sorgte für richtig Action im Strafraum. Lattentreffer und Pfostenknaller gab es auch. Zwei weitere Tore fielen dann durch gute Spielzüge und zu langsame Abwehrspieler. Eiche Wachau gewann verdient 3:0.

Wir brachen dann sofort gen Norden - stramm gegen den widerlichen Wind - auf und kamen wenige Minuten später am Sportpark Dölitz an. Mann muss in Connewitz in der Bornaischen Straße 187 wirklich auf die Hausnummer achten. Eine kaum vier Meter breite Durchfahrt zwischen zwei unscheinbaren Häusern eröffnet einen den Weg in den Sportpark Dölitz, den sich - umringt von Bäumen, Kleingartenlauben, Einfamilienhäusern und Pferdekoppeln - Einheit Leipzig Ost (3. Stadtklasse, Tabellenzweiter; verliert auch mal 5:1, gewinnt dann aber auch immer wieder 17:0 oder 18:2) und Roter Stern Leipzig teilen. Was insofern recht krass ist, da die ELO Leute politisch eher in die andere Richtung tendieren...

An der Kasse sitzt schon ein typischer RSL-Fan: knallbunte, zu Spitzen gegelte Haare und alternativer Kleidungsstil. Das Bier auf dem Tisch vor sich stehend. 1€ für Jeden.
Allerdings passten doch auch einige der Fans nicht so ganz in das Bild des Linksextremen, das einen aber auch von der Roter Stern-Vereinsseite vermittelt wird. Doch die Rentner können auch gut 68er sein. Ein paar Ausländer tummelten sich auch unter den 90 Heimanhängern. Einige musterten jeden Vereinsfremden und Nichtpunker - solche Leute könnten ja schließlich Nazis sein... Die Stimmung ist allerdings leider gleich Null, wenn auch ich nicht erwartet habe, dass dort 2.000 Zuschauer Action abziehen wie in Connewitz zu Sylvester. Allerdings hatte Roter Stern auch schon 500 und mehr Zuschauer. Angeblich dann auch bessere Stimmung machend.

Das Spiel geht aber trotzdem gleich ordentlich los. Es wird flott aufgespielt, technisch nicht unbedingt Weltklasse, dafür aber kämpferisch, und an Torraumszenen gibt es auch einiges zu sehen. Als einer von Roter Stern im Strafraum gefoult wird, gibt es Elfmeter. Dieser wird sicher verwandelt.

In der Halbzeit werden wieder die Grillspezialitäten - reichlich überteuert bei nur durchschnittlicher Qualität! - ausprobiert. Der CD-Player neben dem Grill spielt britischen Punkrock.

Die zweite Halbzeit ist jetzt erwartungsgemäß von MoGoNo bestimmt, denn die spielen ja schließlich mit dem dauernd stark blasenden Wind. Eine direkt verwandelte Ecke wird aus unerfindlichen Gründen nicht gezählt, erst ein Schuss in der 70. Minute segelt regulär und spektakulär ins Netz der Connewitzer. Danach wieder die Gastgeber etwas mehr am Drücker und der stark übergewichtige Schiri - von einem RSL-Fan nicht unbedingt zu unrecht mir „Murmel“ betitelt - nervte wieder. Attacken von Motor Gohlis Nord ließ er schön laufen, waren auch vertretbare Entscheidungen in dem Punkt, aber nicht, wenn man im Gegenzug jeden Scheiß (angebliche Fouls, Abseitspositionen) von Roter Stern abpfeift. Aber das Unentschieden war ja alles in allem nicht unverdient.

Nach dem Spiel ging es fast 40km gegen den Wind. Wirklich zum Kotzen!
Zum Kotzen war auch das, was meine Mutter uns dann, zuhause angekommen, erzählte: alle sechs Mietpartien unseres Hauses mussten, während mein Vater und ich beim Fußball waren, evakuiert werden, da irgendein Vollspast mit einer brennenden Zigarette einen Laubbrand vor einem der Kellerfenster ausgelöst hat. Ausgerechnet vor dem Kellerfenster, hinter dem sich der Heizungskeller befindet. Und wenn da brennendes Laub hereingeweht wird, ist klar, dass sich so manche technische Anlage da überhitzt. Die Feuerwehr rückte mit vier Wagen an und auch die Grünen Männchen waren mal wieder vor Ort - sonst kommen die eher mal eine unserer Nachbarsfamilien besuchen, aber egal.
Respekt übrigens an den Mitarbeiter der Firma Haase, der innerhalb von 15 Minuten anrückte und mit wenigen Handgriffen die ausgefallene Heizung wieder in Gang brachte. Dass wir den Mann erst über den TLG-Notdienst rufen mussten, zeugte nur wieder von der Lahmarschigkeit unserer ansonsten größtenteils angenehmen und freundlichen Mitmieter. Hätten doch schon längst telefonieren können, bevor wir vom Fußball zurückkommen!
Da es in einem klaren Zusammenhang mit der Unfähigkeit unserer Wohnungsbaugesellschaft TLG hängt, einige Prolls mithilfe der Polizei von dem angrenzenden Parkplatz fernzuhalten, und zudem noch mehrere Schäden im Haus trotz Bescheidgebens immer noch nicht behoben sind, war schon klar, was die „Service-“Mitarbeiter der TLG in einer Mail von uns zu hören bekamen...

Statistik:
Grounds Nr. 287 und 288 (zwei neue Grounds; diese Saison: 58 neue)
Sportveranstaltung Nr. 772 und 773 (diese Saison: 140)
Tageskilometer: 90 per Fahrrad
Saisonkilometer: 18.640; genauer. 9.270 Auto/ 3.380 Rad/ 3.030 Zug/ 2,960 Flugzeug
Anzahl der Fußballspiele seit dem letzten 0-0: 9
Anzahl der Wochen, seit der letzten Woche ohne eine einzige Sportveranstaltung (31.7.-6.8. 2006): 138

Fotos unter:
Rathaus Markkleeberg, Kirchenruine Wachau und Altherrenspiel Wachau:
Roter Stern gegen Motor Gohlis Nord: