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Sonntag, 17. April 2011

W246III: Dass das Frauenspiel so viel besser werden sollte als die 1. Kreisklasse, hätte ich nicht erwartet...

TSV Leuna 1919 FR 1:3 ESV Merseburg FR
Datum: Sonntag, 17. April 2011 – Anstoß: 11.00
Wettbewerb: Freundschaftsspiel Frauen-Freizeitmannschaften
Ergebnis: 1:3 nach 70 Min. (35/35) – Halbzeit: 0:2
Tore: 0-1 22. (6), 0-2 30. (13), 0-3 38. (3), 1-3 70. Handneunmeter (11)
Verwarnungen: keine, Platzverweise: keine
Spielort: Sportstätte der Jugend, Platz II (Kap. 500 Stehplätze)
Zuschauer: ca. 40 (davon ca. 12 Gästefans)
Unterhaltungswert: 6,0/10 (Erfreulich schnelles und ansehnliches Spiel)

LSG Lieskau 1920 II 0:0 SV 1885 Teutschenthal II
Datum: Sonntag, 17. April 2011 – Anstoß: 14.00
Wettbewerb: 1. Kreisklasse Saalekreis, Staffel 2 (11. Liga, 6. Amateurliga)
Ergebnis: 0:0 nach 90 Min. (45/45) – Halbzeit: 0:0
Tore: keine
Verwarnungen: 2x LSG
Platzverweise: keine
Spielort: Sportplatz Lieskau (Kap. 1.500, davon 80 Sitzplätze)
Zuschauer: ca. 55 (davon mind. 5 Gästefans)
Unterhaltungswert: 1,0/10 (Zwei so unterbelichtete Mannschaften haben selbst in der 3. Kreisklasse kaum Existenzrecht: die haben sich zwar angestrengt, aber die Leistung war absolut unter aller Sau)
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Photos and English version:

Auf dem einzigen noch erhaltenen der ehemals vier Nebenplätze der Leunaer Sportstätte der Jugend fand heute ein weiteres Testspiel der auf Kleinfeld spielenden TSV-Damen statt. Die von Nino Hammerschmidt trainierte Truppe hatte ihr letztes Freundschaftsspiel gegen Großgrimma 1:0 gewonnen und war für mich vom reinen Namen der Paarung her – wenn es TSV Leuna gegen ESV Merseburg heißt, gewinnt so gut wie immer der TSV: die Eisenbahner haben meist weder von der I. noch der II. Männer, weder der Jugend noch von den Alten Herren etwas entgegenzusetzen – heute favorisiert. Man sollte sich bei so einem Spielbesuch – v.a. solange keine der beiden Mannschaften auch nur in der Kleinfeld-Kreisliga gemeldet ist – weder auf die Ergebnisse noch die Fehler- oder Torquote verrennen: beide Teams existieren seit kaum einem Jahr und sind somit bei allem Respekt absolute Anfänger.

Die bessere Anfängermannschaft sollte allerdings doch der ESV Merseburg sein. Auffällig war das hohe Tempo und - besonders beim ESV, aber phasenweise auch TSV - die Ballsicherheit, die man selbst in der Frauenregionalliga oft vermissen muss. In den ersten 35 Minuten trafen die Eisenbahnerinnen das 5x2 Meter große Tor zweimal. In der zweiten Halbzeit konnten sie nochmals nachlegen: der Ball passte Millimeter genau an den Innenpfosten und sprang sicher hinein ins Netz. Die fast durchweg jungen Spielerinnen – und natürlich wussten auch die älteren zu überzeugen – zeigten nach wie vor mehr gute und lobenswerte Szenen in Sachen Ballbehandlung und Torschuss, als sie grobe Fehler fabrizierten. Leuna kam in der Schlussminute auch noch zu einem verdienten Ehrentreffer: den Handneunmeter verwandelten sie sicher.

Auch die unterlegenen Leunaer Spielerinnen kann ich vor allem loben. Bei allen verbesserungswürdigen Dingen: das sah schon mal besser aus, als Vieles andere, das ich bisher im unterklassigen Frauenfußball gesehen habe. Wenn die Damen am Sport dranbleiben, können sie auf jeden Fall in der Kreisliga schön mitmischen. Für die ESV-Frauen gilt das gleiche in noch höherem Maße! Sonst hat mich beim Frauenfußball unterhalb der Bundesligen immer gestört, dass die Spielerinnen genauso langsam wie Altherrenkicker spielen, aber nicht annährend die Torschusstechnik und Ballbehandlungsgabe besitzen. Mit den TSV-Altherren können sich zwar beide zusammengenommen nicht messen – aber die ESV/ PNVG-Kicker spielen allemal unbedarfter...
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Für uns ging es dann weiter zur Sportanlage in Lieskau. Die Reserven von LSG Lieskau 1920 und SV 1885 Teutschenthal trafen diesmal aufeinander. Lieskau II ist Vorletzter und damit auf dem erstem Abstiegsplatz, aber mit 2 Punkten Rückstand ist noch nichts verloren. Teutschenthal II ist zwar nur 5. aber mit 3 Punkten weniger als der 2. noch mit guten Chancen auf den anderen Aufstiegsplatz hinter Nauendorf.

Den Aufstiegsplatz werden die Teutschenthaler aber sicher nicht wahrnehmen wollen, so wie sie heute spielten: die völlig unfähige Lieskauer Mannschaft belagerte 40 Minuten mit Schüssen in regelmäßigen Abständen und auf grauenvollem Niveau das Teutschenthaler Tor, ehe sich die Gäste mal zu zwei Angriffen bequemten. Nach der Pause machten die Teutschenthaler deutlich mehr, aber versagte ihrerseits auf peinlichste und lächerlichste Weise. Sie wollten den Sieg, waren aber nicht einmal mit zwei Stürmern frei vorm Torwart fähig, den scheiß Ball ins verdammte Drecks-Tor unterzubringen. 20 so unterbelichtete Rummelkicker wie auf dem Feld dort, habe ich schon ewig nicht mehr gesehen. Einzig die weitestgehend sicheren Torhüter können hervorgehoben werden. Das Gekicke war jedenfalls nicht einmal der 3. Kreisklasse würdig – geschweige denn der 1. KK.

Mit diesem peinlichen Spiel auf dieser ganz ansehnlichen Anlage – der auf zwei Seiten befindliche Graswall ist besonders hinter dem einen Tor ziemlich spektakulär hoch – haben wir übrigens unsere Sammlung der Saalekreis-Fußballplätze vervollständigt. Der ein oder andere „Zusatzpunkt“ wäre zwar noch durch Nebenplätze oder Spielen auf derzeit ungenutzten Plätzen (Delitz a.B. wäre für letzteres ein heißer Kandidat) zu erzielen - aber von den derzeit 79 im Spielbetrieb genutzten Sportanlagen des Saalekreises haben wir mittlerweile alle 79 mindestens 1x besucht. Nun geht das Hauptaugenmerk gen Burgenlandkreis, nebenbei natürlich immer noch gen Leipzig. Gerade im Burgenlandkreis haben wir bisher einige Spiele auf hohem Niveau gesehen – und abgesehen vom letzten TSV-Leuna-Auwärtsspiel in Naumburg auch immer positiv denkwürdige Duelle. Beim Auswärtsspiel in Profen wird es sicherlich a) fähige Schiedsrichter und b) keine kriminellen Gegenspieler geben. Und wenn nicht a), dann ganz sicher wenigstens b)...
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Statistik:
Grounds: 551 (heute zwei neue Grounds; diese Saison: 101 neue)
Sportveranstaltungen: 1.258 (heute zwei, diese Saison: 145)
Tageskilometer: 70 (70 Fahrrad)
Saisonkilometer: 36.790 (17.560 Auto/ 10.200 Flugzeug/ 4.820 Bahn, Bus, Tram/ 3.400 Fahrrad/ 810 Schiff, Fähre)
Anzahl der Fußballspiele seit dem letzten 0-0: 0 (letzte Serie: 21, längste Serie: 101)
Anzahl der Wochen, seit der letzten Woche ohne eine einzige Sportveranstaltung (31.7.-6.8. 2006): 246

Montag, 6. September 2010

W214III: Der neue Lieskauer Kunstrasen und das Teutschenthaler Ortsderby

LSG Lieskau 1920 C 9:1 SV Eintracht Bad Dürrenberg C II
Sonntag, 05. September 2010 – Anstoß 10.15
C-Junioren Kreisklasse Saalekreis (4. und unterste Liga der 12- bis 14jährigen)
Ergebnis: 9:1 nach 75 Min. (33/32) – Halbzeit 4:1
Tore: 1:0 14. (11), 2:0 27. (6), 3:0 29. (11), 3:1 31. (11), 4:1 35.+2. (9), 5:1 40. (11), 6:1 43. (13 Dürrenberg + 5 Dürrenberg; Eigentor), 7:1 60. (9), 8:1 62. (11), 9:1 64. (6)
Verwarnungen: keine, Platzverweise: keine
Spielort: Sportplatz Lieskau/ Kunstrasen (Kap. 500 Stehplätze)
Zuschauer: ca. 25 (davon ca. 10 Gästefans)
Unterhaltungswert: 6,5/10 (Zwar nach 35 Minuten sehr einseitig, aber wirklich ansehnliches Spiel beider Teams)

SV Dornstedt 3:1 SV Eintracht 90 Teutschenthal
Sonntag, 05. September 2010 – Anstoß 14.00
2. Kreisklasse Saalekreis, Staffel 2 (10. Liga, 5. Amateurliga)
Ergebnis: 3:1 nach 96 Min. (47/49) – Halbzeit 1:0
Tore: 1:0 13. M. Schmidt, 2:0 60. S. Maß (Foulelfmeter), 3:0 69. S. Maß, 3:1 78. (6)
Verwarnungen: 2x SVD, 4x Eintracht
Platzverweise: gibt’s bei Sportfreund Wenzel nicht
Spielort: Sportplatz Dornstedt (Kap. 1.000 Stehplätze)
Zuschauer: ca. 40 (davon ca. 5 Gästefans)
Unterhaltungswert: 3,0/10 (Kenn ich in dieser Kreisklassestaffel besser: außer Geholze gab es leider nicht viel zu sehen)
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Photos and English version:
Lieskau:
Youth team vs. Bad Dürrenberg
Teutschenthal Derby:
Dornstedt vs. Eintracht

Im dichten Nebel brachen wir schon um kurz vor halb acht mit den Rädern auf und fuhren durch Halle hindurch in den wenige Kilometer nordöstlich der Stadt gelegenen Ort Lieskau, ein 2.600 Einwohner zählender Ortsteil der Gemeinde Salzatal. Der Fußballverein „Landsportgemeinschaft Lieskau 1920“ ist sehr aktiv und engagiert, hat viele Jugendteams und ein Landesklasseteam der Männer, das mit interessanten Spielern wie dem Profiboxer Marko Angermann – auch wenn er keiner der berühmten Klasse-Boxer ist, aber mehrere Sportkarrieren nebeneinander: genial und echt Respekt! – antritt und deshalb auch noch in dieser Saison von uns besucht werden wird. Zumal wir mit dem heutigen Jugendspiel auch nur einen Wettkampf auf dem Nebenplatz sahen.

Dieser Nebenplatz ist für die LSG Lieskau jedoch etwas besonderes, da nun die vielen Mannschaften nicht nur endlich Ausweichmöglichkeiten haben, sondern auch da es sich um einen der wenigen Kunstrasen des Saalekreises handelt. Leider liegt er für das geschulte Groundhopping-Auge aber zu kahl und gesichtslos inmitten von hügeligen Feldern. An den Längsseiten kann man sich an einer – je nach Wetter – entweder zu kalten oder zu warmen Metallreling zum Zugucken positionieren, der Hintertorbereich ist frei zuhalten, die Metallzäune sind gleich hinter dem schmalen Zuschauerbereich und zudem hat man auf diesem Platz nicht ein Bauwerk – außer man zählt das Bierzelt als ein solches, aber ich dachte eher an eine Tribüne – und im Übrigen auch keinen Regenschutz oder Schatten. Viel Spaß bei 30 Grad im Sommer! Da riecht auch der gummierte Kunstrasenbelag so schön...

Der Nebel lichtete sich nach und nach und vom freundlichen, aber von seiner Mannschaft teilweise etwas genervten Bad Dürrenberger Trainer hatten wir schon erfahren, dass die zweite Mannschaft von Bad Dürrenberg Schwierigkeiten mit der Umstellung aufs Großfeld hat. Die ersten drei Großfeldspiele der zuletzt noch Kleinfeld-D-Junioren gingen mit deutlichen Niederlagen (0:5, 0:9, 0:10) zu Ende. Die erste Dürrenberger Auswahl spielt in derselben Liga und ist noch verlustpunktfrei. Lieskau hatte hingegen stets nur knapp verloren, was sie in diesem Spiel anders gestalten wollten und auch anders gestalteten.

Nach Startschwierigkeiten – der Gastverein tauchte immer wieder gefährlich vorm Tor auf – gelang nach weniger als einer Viertelstunde die Führung. Nach weniger als 30 Minuten wurde im Doppelpack nachgelegt. Der Mannschaft aus dem Kurort gelang dann nach über 240 Großfeldspielminuten der erste Saisontreffer. Vor der Pause noch das 4:1. Da hatten sich schon längs der groß gewachsenen 6er mit seinen tollen Standards und der 11er mit seinem starken Abschluss bei Lieskau hervorgetan. Bei Bad Dürrenberg fiel vor allem auf, dass sie trotz C-Jugend – wird ab dieser Jugend meist getrennt und muss ab B-Jugend laut Spielordnung wohl immer noch in Junioren- und Juniorinnenteams getrennt werden – mehrere Mädchen im Team hatten. Eins der Mädchen trug die 2 und war in der Abwehr ziemlich gut dabei, konnte aber auch fünf weitere Tore – davon mehrere Weitschüsse von 6 und 11 sowie ein kurioses Eigentor: der 13er von Dürrenberg schießt seinen Mitspieler mit der 5 an, wodurch der Ball ins Tor prallt – nicht verhindern.
Natürlich war die Gastmannschaft da ziemlich angefressen, aber es ist nicht in Ordnung, dass ab der 15. Minute bei jeder Kleinigkeit der Mitspieler angemeckert, aber im Gegenzug nicht einmal eine gelungene Aktion gelobt wurde. Dass ein Spieler wie der eine Verteidiger sich nur im eigenen Strafraum bewegt, kaum einen Ballkontakt hat, aber dann Mitspieler anmeckert, wie schlecht er/ sie sei, wenn er/ sie den Ball gerade gegen drei gleichzeitig angreifende Gegenspieler verloren hat, nachdem er/ sie zuvor zwei Gegner ausgespielt hat, kann nicht sein. Da sind dann Trainer und Zuschauereltern in der Pflicht, dass neben notwendiger negativer Kritik auch ebenso wichtige Lobs untereinander ausgesprochen werden. Das war zu meiner Jugendzeit beim TSV Leuna auch oft ein Problem. So eine Jugendmannschaft muss halt auch charakterlich erzogen werden und nicht nur spielerisch.
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Zwischen beiden Spielen lag viel Zeit, sodass wir erst einmal die Kirche von Lieskau – leider ziemliches Mischmasch aus Barock, verpfuschter Romanik und neueren Anbauten und auch nicht in bestem Zustand – anguckten und dann via Benkendorf, Zappendorf und Teutschenthal nach Dornstedt, einem Ortsteil der Gemeinde Teutschenthal, fuhren. Dort leben etwa 700 Menschen. Die Kirche ist gut zu sehen aber schwer zu finden, da von Häusern ziemlich zugebaut, doch deutlich sehenswerter (Neo-Renaissance im guten Zustand) als die Lieskauer Kirche.

100m entfernt von der Kirche befindet sich der Fußballplatz. Etwas kahl, da auch dort Pappeln abgeholzt wurden, aber zwischen Kirche und Acker gelegen, muss man ihn als typischen Dorffußballplatz bezeichnen. Ein einfaches Vereinsheim mit tollem Flachbildfernseher und nicht so toller Auswahl – ist zwar alles ganz günstig im Preis, aber außer Bockwurst und vier, fünf Getränkesorten nichts da – befindet sich hinter dem einen Tor. Da der Kassierer (1€ Eintritt finde ich bei jeder Liga auf Kreisebene – von Kreisoberliga bis 3. Kreisklasse – angemessen, außer bei Reservemannschaften) mit 40 Zuschauern recht zufrieden war, muss man auch sagen, dass es sich wohl kaum lohnen würde, mehr als zwei oder drei Essen ins Angebot zu nehmen. Die Zuschauer gingen zwar ganz gut mit, aber leider waren es halt sehr wenige.

Das eben genannte und das Spielniveau habe ich beides schon besser erlebt in dieser Klasse. Vom Gast aus dem Teutschenthaler Ortsteil Bahnhof habe ich sogar mal ein herausragend gutes Spiel erlebt. Aber diesmal war Dornstedt besser, zog ab und an mal das Tempo an und traf recht früh. Eintracht kam auch zu Torchancen, aber die gingen immer drüber oder vorbei. In der zweiten Halbzeit das gleiche Bild. Hatte der Schiri noch einen Klammergriff (eindeutiger Elfmeter!) eines Dornstedters laufen lassen, gab er für eine noch derbere Ringereinlage des unsicheren Gästetorwarts (noch eindeutigerer Elfmeter) Strafstoß für Dornstedt. Dieser wurde sicher verwandelt. Ein Sturmlauf führte bald darauf zum gut heraus gespielten 3:0. Eintracht konnte nur noch verkürzen, indem sie einen schönen Freistoß an der Mauer vorbei ins Eck brachten.

Eintracht Teutschenthal hatte ich wie gesagt sehr positiv in Erinnerung – und das nicht nur wegen der tollen, altmodischen Sportanlage am Fuße der Halde – aber diesmal glänzten sie nicht mit schnellen Angriffen und starken Torschüssen, sondern mit Holzen. Gut, das hatten sie bei dem Spiel vor einem Dreivierteljahr auch gemacht und es war auch diesmal noch im Rahmen, aber der Spieler, der nach einem leichten Foul eines Dornstedters nach trat, hätte vom Platz gemusst. Der Schiri Wenzel war so wie so kultverdächtig: er hat gar keine Linie, sondern pfiff ab und an mal ein leichtes Rempeln, doch gab für Beinstellen und in den Rücken springen nicht mal Freistoß. Rotwürdiges Nachtreten wurde nicht einmal mit einer gelben Karte verwarnt. Gelb gab es nur für verbale Fouls wie Meckern oder andere Kleinigkeiten. Für ein physisches Foul verwarnt der Herr wohl erst einen Spiel, wenn er einen ballführenden Gegner an der Auslinie mit eingesprungenem Dropkick gegen den Oberkörper über die Bande in die dahinter befindliche Hecke tritt...

Bemerkungen wie „da kann man ja gleich ohne Schiri spielen“ sollte man aber in der Situation lassen, denn außer beim Freizeitfußball kann man nicht auf den Kerl mit der Pfeife, sondern nur auf die beiden Kerle mit Fahne verzichten. Und so ein seltsam pfeifender Unparteiischer ist doch auch irgendwo eine Bereicherung für ein Spiel auf Kreisebene.
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Abschließend möchte ich übrigens beide Heimvereine - LSG Lieskau wie auch SV Dornstedt - für ihre Internetauftritte loben. Die Seiten
''LSG Lieskau News'' und ''Der Traktorist online''sind für den Landkreis hervorragend und sehr aktuell!

Statistik:
Ground Nr. 466 (zwei neue Grounds; diese Saison: 16 neue)
Sportveranstaltung Nr. 1.059 (diese Saison: 21)
Tageskilometer: 80 (Fahrrad)
Saisonkilometer: 3.550 (2.150 Auto/ 1.120 Fahrrad/ 380 Bahn, Bus, Tram/ weniger als 10 Schiff, Fähre/ 0 Flugzeug)
Anzahl der Fußballspiele seit dem letzten 0-0: 48
Anzahl der Wochen, seit der letzten Woche ohne eine einzige Sportveranstaltung (31.7.-6.8. 2006): 214

Montag, 7. Juni 2010

W201III: Kreisklasse-Idyll im äußersten Norden des Saalekreises

SV 1926 Rothenburg 1:3 LSG Lieskau 1920 II
Sonntag, 6. Juni 2010 – Anstoß 15.00
1. Kreisklasse Saalekreis, Staffel 2 (11. Liga, 6. Amateurliga)
Ergebnis: 1:3 nach 90 Min. (45/45) – Halbzeit 1:1
Tore: 0:1 32. (10), 1:1 42. (7), 1:2 89. (8), 1:3 90. (8)
Verwarnungen: 1x Rothenburg (11), 1x Lieskau (2)
Platzverweise: keine
Spielort: Sportanlage Rothenburg (Kap. 800, davon 100 Sitzplätze)
Zuschauer: ca. 30 (davon ca. 5 Gästefans)
Unterhaltungswert: 4,0/10 (Ging so: Die Wärme machte den Spielern zu schaffen, die ligatypischen Defizite waren ohnehin sehr ausgeprägt bei den beiden Teams)
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Photos and English Version:
http://www.flickr.com/photos/fchmksfkcb/sets/72157624093877875/

Wenn man den Namen Rothenburg hört, denkt man immer zuerst an Rothenburg ob der Tauber, doch es gibt noch mehrere andere, nach einer roten Burg benannte Orte in Deutschland, u. a. einen im Saalekreis. Der direkt an der Saale zwischen roten Sandsteinfelsen gelegene 800-Einwohner-Ort hat neben der schönen landschaftlichen Lage eine 1844 aus ebensolchen roten Steinen errichtete Kirche zu bieten. Einige der Häuser tragen noch Beschilderungen aus DDR-Zeiten. Am Ortsrand gibt es zwei Berge: den Burgberg und den Amtsberg. Auf dem Burgberg sind die überwucherten Wallreste der slawischen Burg aus dem 8. Jhdt. (zerstört um 1075) zu sehen, auf dem Amtsberg die um ein Vielfaches besser erhaltene Sportanlage des SV Rothenburg 1926.

Die nördlichste Sportanlage des Saalekreises ist ein richtig schönes und idyllisches Amateurstadion mit einer kleinen Tribüne, die auf den beiden Außenseiten vier Stehstufen und im Mittelbereich zwei bis drei Reihen Bänke – Holz beschlagene Steinbänke – hat. Hinter der Tribüne wurde ein Sportlerheim mit schöner Terrasse auf den Hang gebaut. Um den ganzen Platz herum stehen hohe Bäume.

Rothenburg hatte in den letzten drei Spielen zwei üble Niederlagen einstecken müssen: letzte Woche 7:0, davor 9:1. Dazwischen trat der Gegner nicht an. Vor fünf Spielen war der letzte Sieg: ein 3:2 gegen klar besser platzierte Küttener. Jedenfalls handelte es sich heute um ein Mittelfeldduell (10. gegen 6.) und man war sich nicht so sicher, was für ein Spiel man erwarten sollte. Beide Mannschaften taten sich bei den Temperaturen von knapp unter 30 Grad ziemlich schwer. Ohnehin erfüllten die meisten Spieler das typische Bild, was man von einem Kreisklassefußballer hat: lauter unterschiedliche Figurtypen und Körpergrößenklassen waren vertreten und es wurde halt ziemlich ungeschickt gespielt. Nach über einer halben Stunde zog der 10er der Gäste den Ball schön ins Eck. Nur zehn Minuten später glich Rothenburg aus. Deren 7er glänzte durch geschicktes Stellungsspiel, als er den Ball ins Netz donnerte.

Ein anderer Rothenburger Spieler, der positiv auffiel, war der eine flinke, technisch doch immer wieder gut in Erscheinung tretende Kleine. Leider traf er nicht. In der zweiten Halbzeit, in der Lieskau zu mehr Chancen kam als Rothenburg, trafen nämlich nur noch die Gäste. Da konnte sich der ebenfalls ganz gute Torwart noch so stark den Gästestürmern entgegen werfen – die einzige Fehlentscheidung des Schiedsrichters, nämlich nach einem Foul eines Lieskauers, der einem Rothenburger den Ball unsauber abnahm, nicht abzupfeifen, führte zum Siegtreffer für Lieskau. Jetzt kamen auch mal die – wie so oft – viel zu ruhigen Zuschauer etwas in Wallung, die sich über das Jubelgeschrei der Lieskauer und den Schiri aufregten. Gleich im Anschluss griff Lieskau noch mal an – die Rothenburger hatten nun keine Lust mehr und kassierten das 1:3.

Am Ende war das kein unverdienter Sieg, aber besonders loben brauch man die Leistung von Lieskaus II. Mannschaft nicht. Die Lieskauer zeigten die gleichen eklatanten Fehler in Technik und Torschuss wie Rothenburg und am Ende machten sie aus der etwas größeren Anzahl von Chancen mit ziemlichem Glück mehr Tore. Großartig schaden oder bringen tut es beiden Mannschaften nichts. Rothenburg ist zwar nur noch 11. – kann jedoch nicht absteigen – und Lieskau ist vom Aufstieg noch weiter, als vom Abstieg entfernt und somit mitten im Mittelfeld. Apropos „entfernt“: Rothenburg ist ja wie gesagt in der nördlichsten Ecke des Saalekreises (nur ein nördlicher gelegenes Dorf in der Gemeinde Löbejün, das aber keinen Fußballverein hat, ist noch weiter im Norden) zu finden, von Merseburg nach dort und zurück waren es genau 100km mit dem Fahrrad.
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Statistik:
Ground Nr. 432 (ein neuer Ground; diese Saison: 101 neue)
Sportveranstaltung Nr. 1.016 (diese Saison: 158)
Tageskilometer: 100 (100 Fahrrad, weniger als 10 Schiff)
Saisonkilometer: 34.600 (21.720 Auto/ 6.000 Flugzeug/ 3.610 Fahrrad/ 3.270 Bus, Bahn, Tram/ weniger als 10 Schiff)
Anzahl der Fußballspiele seit dem letzten 0-0: 10
Anzahl der Wochen, seit der letzten Woche ohne eine einzige Sportveranstaltung (31.7.-6.8. 2006): 201

Samstag, 1. November 2008

WE118II: My 100th football match without a goalless draw in a row, and how a stadium announcer can bring a match to an end

Match - with at least one goal - No. 99:
TSV Leuna II 0:4 LSG Lieskau
Saturday, 1st November 2008 - kick-off time 11.35
Kreisoberliga (9th level, 5th amateur level)
Result: 0:4 after 91 min. (45/46) - Halftime 0:2
Goals: 0:1 11th Angermann, 0:2 27th (?), 0:3 52nd Angermann, 0:4 64th Ch. Müller
Bookings: 1 yellow card for each team
Sent-offs: none
Stadium: Stadion des Friedens (cap. 5,000)
Attendance: 40 (10 away fans)
Match quality: 3.0/10 (disappointing)

Match - with at least one goal - No. 100:
TSV Leuna 6:2 Grün-Gelb Osterfeld
Saturday, 1st November 2008 - kick-off time 14.00
Landesklasse (8th level, 4th amateur level)
Result: 6:2 after 93 min. (45/48) - Halftime 4:2
Goals: 1:0 16th Heinecke, 2:0 19th Grobe, 3:0 26th Hammerschmidt, 3:1 33rd Hage, 4:1 34th Grobe, 4:2 39th Groß, 5:2 60th Grobe, 6:2 78th Prorok.
Bookings: 1 yellow card for Osterfeld
Sent-offs: none
Stadium: Stadion des Friedens (cap. 5,000)
Attendance: 100 (25 away fans)
Match quality: 7.0/10 (good)
Before the Match:
The day was cloudy, misty and cold. Typical autumn shit. Nonetheless we went by bike to Leuna with the hope of watching the 100th match in a row that witnesses at least one goal. The last goalless draw I saw was on March 30th.

The 1st Match, Attendance and Referee:
Before the main event, TSV Leuna II played against LSG Lieskau. About 40 persons hung around for watching this Kreisoberliga match, while my dad and me where among the most emotional fans. When the coach and the substitution players started complaining, we did as well. The first time we did so was when a Lieskau player broke through the weak defence of Leuna and passed the ball to a team mate being in a clear offside position. Another pass and the ball was in the goal. While we wished some goals to be scored, we did not prefer goals scored from an offside position against Leuna. The linesman, who did not see the offside position had to stand some unfriendly statements on his performance… But Lieskau doubtless was the better team, consequently they scored another goal before the break and right after the break their third one.
The second half was even more disappointing than the first, but Lieskau did not manage to score a really high result. Nonetheless 4:0 is hard enough.
As I mentioned above, one - but only one - of the linesmen was disturbing. The other one and the referee were secure and right in their decisions.

The 2nd Match, Attendance and Referee:
More than 30 minutes after the pre-match, the main event, TSV Leuna vs Grün-Gelb Osterfeld, was kicked-off. Leuna set Osterfeld under pressure right from the beginning. After about 15 minutes were played, Leuna scored their first goal, so we had our 100th match in a row without a goalless draw. Four minutes later, they added another goal to their tally. But that wasn’t enough, so Leuna even scored a third goal after just 26 minutes were played.
Soon, Osterfeld began playing football quite well and scored for the first time. Immediately after the goal which leaves the scoring side only two down, Leuna scored again. Just four further minutes, and Osterfeld was awarded a penalty. 4:2 was the result at half time.
In the second half, the match decreased in quality but was still OK.
Grobe scored his third goal with a great chip over the goalkeeper and a defender and Prorok did his first great action when hammering the ball into the net after 78 minutes. 6:2 was the final result.
About three fourth of the 100 fans attending that match was really satisfied, while the other 25 went home to Osterfeld with a defeat.

The referee made few dubious decisions but all in all he was not bad.
The match was ended after 93 minutes, when the stadium announcer made an announcement like this: ‘Well, ladies and gentlemen… that was the final whistle by our referee. Our TSV Leuna won six on two goals against Grün-Gelb Osterfeld…’ Five seconds later, the referee took his whistle and brought that good match to an end. Either our stadium announcer was confused by another whistle, or he just wanted the match to be finished. By all means, the match was not over yet, when he made his announcement.
But in addition he seemed to be a visionary, because he accidentally set the scoreboard after the third goal of Lieskau and the fifth goal of Leuna too far. So when the results were 0:3 and 5:2 respectively, he already put the results 0:4 and 6:2 on the scoreboard, that were the final results, astonishingly.

Catering and Entrance:
The entrance fee was OK as always. My dad as a club member pays just 0.50€ and I have to pay 1.50€ because I’m a student. 2.50€ is the general entrance fee for adults, interestingly including pensioners and unemployed persons.
This season, the catering by our Greek hostess Maria is far better than the last season, when Jochen grilled the bratwurst and schnitzel. Rissole, bratwurst and some more was far above the quick meal average and not too expensive.
With the increasing catering quality, there are now just two problems concerning the club’s surrounding left over: lame fans and stupid hillbilly music during the breaks…

Afterwards:
The day was still shitty; cloudy, dark, cold and misty. But luckily it did not rain.

Statistics:
Ground No. 260 (not a new ground; this season: 30)
Sporting event No. 691 (this season: 58)
Kilometres that day: 15 (bike)
Km this season: 8,195 (4,810 car; 1,760 train; 1,625 bike)
Number of football matches since the last goalless draw: 100!
Number of weeks since the last week without any sporting event (Aug 1st-6th 2006): 118.

For more photos see:
http://s181.photobucket.com/albums/x68/fchmksfkcb/081101a%20TSV%20Leuna%20II%200-4%20LSG%20Lieskau/
http://s181.photobucket.com/albums/x68/fchmksfkcb/081101b%20TSV%20Leuna%206-2%20Gruen-Gelb%20Osterfeld/