Posts mit dem Label LSG Ostrau werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label LSG Ostrau werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Montag, 10. Juni 2013

W358I-IV: Zum ersten Mal Fußball in Altmark-West, eines der schlechtesten Spiele seit Jahren, 1:1 für Leunas Alte Herren und Donnerstag bei Ostrau – wie man aus einer Chaoswoche noch das Beste herausholt!

Verein für Bewegungsspiele 1907 Klötze ------------------ 4
FC Jübar/ Bornsen von 1950 --------------------------------- 1
- Datum: Sonntag, 2. Juni 2013 – Anstoß: 14.00
- Wettbewerb: Kreisliga Altmark West/ Salzwedel (9. Spielklasse, 4. Amateurliga)
- Ergebnis: 4-1 nach 93 Min. (45/48) – Halbzeit: 3-1
- Tore: 0-1 22. Philip Peters, 1-1 31. Jan Spycher, 2-1 37. Steven Elksne, 3-1 41. Max Fuhrmann, 4-1 55. Benjamin Riecke
- Vergebener Elfmeter: 35. Min., Michael Ritzke (Jübar) wehrt Foulelfmeter von Michael Wisswedel (Klötze) ab - Verwarnungen: 2x Dirk Grobauer, 1x Morris Rymarczyk (Jübar)
- Platzverweise: 73. Min., Dirk Grobauer (Jübar, wiederholtes Foulspiel)
- Spielort: Geschwister-Scholl-Stadion (Kap. 2.000, davon 1.200 Sitzplätze)
- Zuschauer: ca. 100 (davon angeblich nur 47 zahlende; Gästefans: ca. 20)
- Unterhaltungswert: 7,0/10 (Gutes Match: Klötze spielte konstant engagiert und gut, Jübar ließ mit der Zeit nach)

VfL Kalbe (Milde) 1926 C ------------------------------------ 7
SV Eintracht Salzwedel 1909 C II --------------------------- 3
- Datum: Sonntag, 2. Juni 2013 – Anstoß: 11.15
- Wettbewerb: C-Junioren Kreisliga Altmark West/ Salzwedel (4. und unterste Spielklasse der U15)
- Ergebnis: 7-3 nach 72 Min. (35/37) – Halbzeit: 4-0
- Tore: 1-0 14. (7), 2-0 18. (7), 3-0 25. Eigentor, 4-0 28. (7), 5-0 38. (7), 5-1 43. (5), 6-1 51. (7), 6-2 55. (13), 7-2 55. (7), 7-3 68. (4)
- Verwarnungen: Nr. 10 (Kalbe)
- Platzverweise: keine
- Spielort: Sportplatz I Kalbe, An der Turnhalle - Schulstraße (Kap. 1.500 Stehplätze)
- Zuschauer: ca. 45 (davon Gästefans: ca. 15)
- Unterhaltungswert: 7,0/10 (Nicht nur torreiches, sondern durch Kalbe auch wirklich gutes Jugendspiel)

Verein für Bewegungsspiele Artern 1919 ----------------- 1
SpG VfB Oldisleben/ SV Viktoria Heldrungen ---------- 0
- Datum: Samstag, 8. Juni 2013 – Anstoß: 15.00
- Wettbewerb: Kreisoberliga Nordthüringen (8. Liga, 3. Amateurliga)
- Ergebnis: 1-0 nach 93 Min. (45/48) – Halbzeit: 0-0
- Tore: 90. Matthias Nelde
- Verwarnungen: keine
- Platzverweise: keine
- Spielort: Stadion im Salinepark Artern (Kap. 3.060, davon 60 Sitzplätze)
- Zuschauer: ca. 130 (davon 110 zahlende; Gästefans: ca. 25)
- Unterhaltungswert: 1,0/10 (Das war das schlechteste Männer-Fußballspiel das ich in 14 Jahren je gesehen habe – bis der am wenigstens schlechte Spieler auf dem Feld in der Schlussminute per Hacke einnetzte...)

SV Wacker Rottleberode D ---------------------------------- 6
Jugendspielgemeinschaft FSV Grün-Weiß Gerbstedt/ Volkssport-Gemeinschaft Helmsdorf D II ----------------- 6
- Datum: Samstag, 8. Juni 2013 – Anstoß: 10.00
- Wettbewerb: Kreisliga D-Junioren, Mansfeld-Südharz/ Staffel 1 (2. und unterste Spielklasse der U13)
- Ergebnis: 6-6 nach 62 Min. (30/32) – Halbzeit: 4-4
- Tore: 0-1 2. (9), 1-1 4. (9), 2-1 8. (6), 2-2 9. (3), 2-3 13. (2), 2-4 15. (2), 3-4 18. (11), 4-4 20. (9); 5-4 36. (4), 6-4 45. (9, Foulstrafstoß), 6-5 52. (11), 6-6 54. (9)
- Verwarnungen: keine
- Platzverweise: keine
- Spielort: Sportzentrum Rottleberode, Platz 2/ Kleinfeld (Kap. 500 Stehplätze)
- Zuschauer: ca. 40 (davon Gästefans: ca. 10)
- Unterhaltungswert: 7,5/10 (Sehr gutes Juniorenspiel mit einer selbst für diese Klasse ungewöhnlich hohen Torquote)

SV Merseburg 99 AH ---------------------------------------- 1
TSV Leuna 1919 AH ----------------------------------------- 1
- Datum: Freitag, 7. Juni 2013 – Anstoß: 18.00
- Wettbewerb: Freundschaftsspiel Alte Herren
- Ergebnis: 1-1 nach 69 Min. (35/34) – Halbzeit: 0-0
- Tore: 0-1 54. Mario Melchior, 1-1 61. Nr. 44
- Verwarnungen: keine
- Platzverweise: keine
- Spielort: Stadtstadion Merseburg (Kap. 10.000, davon 200 Sitzplätze)
- Zuschauer: bis zu 25 (davon Gästefans: ca. 15)
- Unterhaltungswert: 5,5/10 (Mittelmäßiges Spiel, das Leuna von den Spielanteilen und Chancen her hätte gewinnen müssen)

Landsportgemeinschaft 1967 Ostrau --------------------- 4
Sportgemeinschaft Reußen --------------------------------- 0
- Datum: Donnerstag, 6. Juni 2013 – Anstoß: 19.00
- Wettbewerb: Landesklasse Sachsen-Anhalt, Staffel 4 (8. Spielklasse, 3. Amateurliga)
- Ergebnis: 4-0 nach 92 Min. (46/46) – Halbzeit: 3-0
- Tore: 1-0 3. Steve Backhaus, 2-0 33. Michael Schaaf, 3-0 44. Jens Obenauf, 4-0 90. Steve Backhaus
- Verwarnungen: Florian Markgraf, Steve Backhaus (Ostrau); Rene Quilitzsch, Enrico Brandt, Thomas Dietzsch, Tobias Burwig (Reußen)
- Platzverweise: Reußens Stephan Pillekeit (60. Min., Nachtreten)
- Spielort: Sportplatz Ostrau (Kap. 1.100, davon 100 Sitzplätze)
- Zuschauer: ca. 85 (davon angeblich nur 35 zahlende, Gästefans: ca. 10)
- Unterhaltungswert: 5,0/10 (Typisches Ostrau-Spiel: LSG gewinnt mit allenfalls mittelmäßiger Leistung gegen sehr schwachen Gegner) 
DSC06678: VfB Artern 1919 v SpG Oldisleben/ Heldrungen 
Photos with English Commentary:
Thursday:
- Amateur Football; Ostrau v Reußen, Sightseeing: Petersberg Panorama, Church of Drobitz, Estate of Drehlitz
- Ostrau Palace (and Pictures of LSG Ostrau Reserve v SV Sennewitz Reserve) 

Friday:
- Veterans Football: SV Merseburg 99 v TSV Leuna 1919, at 10,000-capacity Stadtstadion Merseburg

Saturday:
- Thuringia Amateur League: VfB Artern v SpG Oldisleben/ Heldrungen, at Salinestadion 
- Saxony-Anhalt U13 League: Wacker Rottleberode v GW Gerbstedt/ VSG Helmsdorf 
- Sightseeing in Southern Harz Mountains and Golden Water Meadows Region: Bernecke Ruins, Rottleberode, Heldrungen and Oldisleben Castles, Bad Frankenhausen Leaning Tower 

Sunday:
- Under-Aged Football in Altmark West Region: VfL Kalbe U15 v Eintracht Salzwedel U15 Reserve
- Amateur Football League of Altmark West Region: VfB Klötze 1907 v FC Jübar/ Bornsen 1950
- Castles, Churches, and Framework Buildings in Altmark Region: Salzwedel, Gardelegen, Kalbe/ Milde, Klötze, Kakerbeck etc.
DSC06402 Rust Meine Fresse, was für eine Chaoswoche! Nach dem wochenlangen Dauerregen und den ausnahmsweise richtigen Prognosen der Meteorologie-Scharlatane vor diesen Regenfällen, musste doch jedem seit zwei Wochen klar sein, was ab dem ersten Junitag passierte: Überschwemmungen. Wenn ich mir so ansehe, wie es ab Montag (3.6.) so in Halle und Umgebung zuging, frage ich mich aber, wo dieses Vorurteil „Deutsche sind immer topp organisiert“ herkommt. Topp organisiert war jedenfalls, dass die ganze Stadt Merseburg durch dutzende Baustellen gleichzeitig und Schienenersatzverkehr der Bahn lahmgelegt wurde. Als in Halle das Hochwasser los ging und der öffentliche Nahverkehr aus dem südlichen Umland lahmgelegt war, stieg natürlich der Individualverkehr. Mit Umwegen (die man als Umleitungen hätte ausschildern können) und dreister Fahrweise (bei 70 innerorts zwei Spurwechsel hintereinander und so was) schaffte ich es Montag aber noch um 8.30 in die Uni.

Dienstag schaffte ich das nicht mehr: nach 90 Minuten war ich am Bahnhof (normalerweise keine 20 Minuten Fahrt) und drehte ab, die ich nicht mal mehr 50 Minuten des Unterrichtes mitbekommen hätte. Einige der Straßensperren waren nicht nachvollziehbar, die Polizei am einen Ende der Straße wusste nicht, was der Einsatzleiter am anderen Ende angeordnet hatte. Nur Feuerwehr und THW wussten wirklich genau, was sie wann wie zu machen haben. Im Laufe des Tages dramatisierten die Medien immer mehr die Situation. Ein Spiel von der LSG Ostrau wurde inoffiziell abgesagt und dann sinnvollerweise doch gespielt. Das Spiel hätte am 1.6. aber auch niemals abgesagt werden dürfen.

Mittwoch wollte ich mit dem Fahrrad fahren, da das in Halle mittlerweile die einzige schnelle Fortbewegungsart war, doch ein Kommilitone und Kumpel konnte mir gerade noch über die überlasteten Leitungen klar machen, dass der Lehrbetrieb wirklich überall an der Uni bis Freitag abgesetzt ist. Wirklich nötig erscheint das nicht – fast so dumm wie die unnötige Absage der Händefestspiele – aber wenn die meinen, dadurch das ganze Semester eine Woche nach hinten verschieben zu müssen... mir doch egal! Ich ging jedenfalls Sporttreiben in Merseburg.
Ja was? Was soll ich denn sonst machen? Alle Übersetzungen angefertigt, alle Referate fertig und keinerlei freiwillige Helfer in Merseburg gebraucht! Zumindest wurden keine Aufrufe gestartet. Ich habe vielmehr von Seiten der Berufsfeuerwehr gehört, dass bei aller lobenswerter und funktionierender Hilfsbereitschaft wie am Gimritzer Damm in Halle, auch störende Hilfsbereitschaft vorkam: nämlich jene von den Leuten, die nur weil es durch die Medien geht und sie sich dann für cool halten Sandsäcke befüllen, dabei mehr blöd herumstehen als alles andere und alle halbe Stunde bei Facebook reinstellen, wie spannend die Hilfsarbeit ist... DSC06417 LSG 67 Ostrau v SG Reußen Das erste Spiel in dieser Chaoswoche gab es Donnerstag. Auch wieder keine Uni, natürlich auch keine Fluthilfe in Merseburg gebraucht (und in Halle waren übrigens auch hauptsächlich die Profis von Feuerwehr und THW am Werk, was auch viel besser so ist), zudem wieder dramatisierte Medienmeldungen (von wegen ganz Neustadt müsse evakuiert werden und es gebe Plünderungen) und schon wieder ein Spiel in Ostrau. Mein Vater kam knapp mit dem Auto an, ich hatte genug Zeit um mit dem Fahrrad über den Petersberg zu fahren.

Ostrau steht, warum auch immer, auf Platz 5 und die SG Reußen auf dem 6. Platz in der Landesklasse 4. Natürlich war das heute wieder ein Spiel, das auf eine sinnlose Verlegung zurückgeht, aber mir soll’s recht sein. Dass am Wochenende der komplette Spielbetrieb trotz Beruhigung der Hochwasserlage abgesagt wurde, zeigte natürlich vom Allerfeinsten die Dummheit der Verbände – aber Hauptsache es wurde heute gespielt...

Ostrau legte auch gleich zackig los und ging mit einem Weitschuss nach nur drei Spielminuten 1:0 in Führung. Reußen hatte nur wenige und weitestgehend ungefährliche Angriffe aufs Tor und verlor dadurch das Spiel schon bei Halbzeit: Ostrau machte das Nötigste und zog mit 3-0 davon.
Die zweite Halbzeit war nicht mehr so gut, denn Ostrau kam erst nach Auswechslung des Torhüters zum 4-0, als der Ostrauer Stürmer ihn umkurvte und einnetzte. Bis zur 90. hatte Ostrau wenig gezeigt, Reußen hatte so gut wie keine Torchance. Nach einer der ganz wenigen Chancen bekam Reußen zu allem Überfluss auch noch einen Platzverweis, da ein Ostrauer Spieler einen Reußener übel anschoss um einen Abstoß zu erwirken, ein anderer Ostrauer dann den Reußener dumm anquatschte und dieser ihm auf die Hacken latschte. Hätte sich der Ostrauer nicht so theatralisch und albern schreiend fallen gelassen, hätte es aber auch keine rote Karte gegeben für das lächerliche Nachtreten...

Da der Ostrauer mit der Sammelkiste anscheinend stark kurzsichtig war, blieb uns sogar das entrichten des Eintritts für dieses nicht besonders gute aber ansehnliche Spiel erspart. So im Schatten auf der Gegenseite stehend hatte er uns wohl einfach nicht gesehen...
Äußerst kostengünstig also, die Groundhoppingtour mit dem Rad heute... DSC06506 SV Merseburg 99 v TSV Leuna (veterans football). Auch Freitag ging es mit dem Rad zu einem kostenlosen Spiel, wobei es nur in einen anderen Stadtteil innerhalb Merseburgs ging. Leunas Alte Herren traten bei den „Schkopauern“ an. Da Freizeitfußball und -volleyball auf Platz 2 lief und niemand den Alten Herren den Hartplatz Platz 3 anbieten wollte, wurde schön auf dem Hauptplatz gespielt. Auf den Stehrängen und den Sitztribünen, die zusammen 10.000 Leute fassen, verloren sich kaum 25 Zuschauer, von denen die Mehrheit aus Leuna kamen.

Auch die Mehrheit der Chancen kam von Leuna. Gerade in Halbzeit eins hatte zwar auch Leunas Torwart Hähnel etliche Gelegenheiten sich auszuzeichnen - da Leuna zudem auch nur mit 10 Mann begann, ehe ein neuer Spieler als 11. Mann angetrabt kam - da von einem einseitigen Spiel nicht die Rede sein konnte – aber die besseren und zahlreicheren Chancen hatte schon Leuna.

Das galt besonders in Hälfte zwei. Immer noch beim Spielstand von 0:0 brach Mario Melchior durch die Abwehr und passte unnötigerweise auf Müller, der im Abseits mittrabte und einnetzte. Richtigerweise erkannte der Schiri auf Abseits – bei Merseburg 99 hat er nicht jeden Regelverstoß erkennen wollen.

Erst nach 54 Minuten fiel ein Treffer: Melchior beschäftigte hier wieder eine ganze Reihe von Abwehrspielern und narrte auch den Torwart, sodass er zum längst fälligen 0:1 einschieben konnte. Nicht lange danach trug allerdings Merseburg 99 einen ihrer wenigen Angriffe in der zweiten Hälfte vor: der führte zu einem Freistoß und dieser ging durch die Mauer ins Eck. Leuna vergab noch vier, fünf Chancen und Merseburg hatte auch noch zwei – am Ende blieb es beim für Merseburg sehr glücklichen 1:1. DSC06550: Sportzentrum Rottleberode Am Samstag war bis Mitte der Woche das letzte Saisonspiel der Männer vom TSV Leuna angesetzt, das dann von den schwachsinnigen Idioten vom Verband auf den 15.6. verlegt wurde (zusammen mit allen anderen Partien auf Landesebene, die am Wochenende ausgetragen werden sollen). Ich plante also eine nette Tour für den 8.6. und wollte am 15.6. dann zu Naumburg - Leuna. Am Donnerstag oder Freitag verlegten die Geisteskranken dann die Partie zurück auf den 8.6., woraufhin ich keine Lust mehr auf den Kick hatte: in Staffel 4 wurden alle Partien ebenfalls auf den 8.6. zurückverlegt und dann abgesagt – und hier in Staffel 6, wo es um nichts mehr geht und die Mannschaften nur noch mit dem letzten Notaufgebot antreten, musste man mit Nichtantreten von Absteigern wie Naumburger BC rechnen. Also sahen wir zum ersten Mal seit Jahren nicht das letzte Saisonspiel der I. Männermannschaft. Bei diesem zum Saisonende aufgetretenen Tiefpunkt des organisatorischen Versagens des Verbandes ist das auch kein Wunder. Aber wie Freitag bei den Alten Herren von Gisbert und anderen Leuten die Ahnung haben gesagt wurde: „Hätten die mal im Winter nicht bei jeder Schneeflocke ohne Not abgesagt, wäre das ganze Theater nicht gewesen!“ – Dass diese völlig verblödeten Funktionäre daraus lernen, ist aber keineswegs zu erwarten.

Halbwegs gut hingegen funktioniert der Spielbetrieb in Mansfeld-Südharz mittlerweile auch bei der Jugend. Also begannen wir den Tag in Rottleberode im Südharz. Dazu fuhren wir in Berga von der A38 ab, bogen gegenüber des einen Gehöftes vor Uftrungen rechts in einen Feldweg ein und schauten uns dort erstmal die Wüstung eines um 1437 abgefackelten Dorfes Bernecke an, von dem noch die Kirchenruine steht. In Rottleberode selbst gibt es eine intakte Kirche, viel neuere Bebauung und ein paar Fachwerkhäuser.
Dann ging es zum Fußball. Hinter dem NP befindet sich am Rande des Dorfes ein kleines Stadion, das als Sportzentrum Rottleberode oder „Wacker-Arena“ bekannt ist. Neben dem Hauptplatz mit einer Sitztribüne mit etwa 800 flachen Schalensitzen und netter Landschaft drumherum, gibt es einen Kleinfeld-Rasenplatz der von der schönen Berglandschaft lebt und sehr stark zur Seite hin abfällt, einen Kunstrasen-Bolzkäfig mit Basketballkörben und Kleinfeldtoren und eine ziemlich große Sporthalle. Die ganze Anlage wirkt völlig überdimensioniert für dieses Kuhdorf.

Typisch für dieses großkotzige Erscheinungsbild wurde der frisch handgeschnittene Rasenteppich des Hauptplatzes geschont und das D-Jugend Mittelfeldduell auf dem Rasen-Nebenplatz ausgetragen. Wir hockten uns in den Schatten unter einen Baum hinter dem einen Tor und wurden immerhin spielerisch gut unterhalten: beide Teams waren auf erfreulich hohem Niveau! Viel Laufarbeit, Schnelligkeit, recht gute Ballbehandlung und v.a. starke Schüsse. Die Torhüter waren gar nicht schlecht, aber mussten trotzdem dauernd Bälle aus dem eigenen Netz holen. Mitte der ersten Hälfte sah es für die Gäste aus Helmsdorf und Gerbstedt besser aus, doch aus 0:1 und 2:4 wurde schnell ein 4:4. Nach dem Seitenwechsel riss Rottleberode das Spiel an sich und ging mit 6:4 in Führung, was bei dem 4er und v.a. dem 3er der Gäste zu disziplinarischen Spirenzchen führte. Also wo die das Nachtreten, unsauber Grätschen, Klammern und sich dann auch noch vom Schiedsrichter benachteiligt fühlen, obwohl man auch nach mehreren gelbwürdigen Fouls immer noch auf dem Platz steht, her hatten... Wahrscheinlich vom Vati, der – unterstützt von der Mutti, die von Fußball Null Ahnung hat aber ihrem Sohn oder Mann immer sagt, er und nicht der Schiri oder Trainer habe recht und sei der Beste – in der Kreisklasse oder bei den Alten Herren dauernd reinholzt und rumprollt!
Wie auch immer: etwas sehr glücklich kam der Gast noch zum 6:6 Ausgleich, sodass beide ihren jeweiligen Tabellenplatz festigten. DSC06645: Stadion im Salinepark Artern Wir besichtigten noch die Grasburg - also die Reste einer Burg aus dem 10. Jahrhundert, von der u.a. noch die Ruine eine Kapelle aus dem 12. Jh. steht - im Wald bei Rottleberode und fuhren ins Nachbardorf Stempeda, wo eine kurios zusammengepfriemelte Kirche und ein interessanter Fußballplatz (Freizeit) zu sehen sind weiter.
Der scheiß Kyffhäuser lohnt überhaupt nicht: für das Denkmal werden schweinische Eintrittspreise verlangt trotz Baustelle und die Rothenburg ist komplett gesperrt wegen Umbauarbeiten.
Bad Frankenhausen ist da schon besser, wobei die Burgruine dort auch gerade gesichert wird. Der schiefe Kirchturm ist übrigens noch nicht umgefallen.

Mit Artern schließlich, hatten wir dann das letzte Provinzkaff aufgetrieben. Völlig ausgestorben, heruntergekommen und kaum ein sehenswertes Gebäude. Zwischen Plattenbauten, einer ruinösen Saline und einem Freibad steht das 50 Jahre alte Stadion von VfB Artern, das vielsagend „Stadion im Salinepark“ heißt. 11 Stehstufen auf einer Längsseite, an deren einem Ende ein schickes Kassenhäuschen und an deren anderem Ende ein noch schickerer Sprecherturm steht. Dazwischen eine Schale für das olympische Feuer und eine von einem massiven Baum beschattete Galerie. Vegetation gab es hier eh genug: eine Blautanne beschattet weiße Sitzbänke, grüne Laubbäume werfen Schatten auf die schwarzen Steinstufen und Wacholdergestrüpp rankt direkt hinter der Weitsprunggrube... Auf dem Graswall gegenüber steht noch ein Wellblechverschlag mit vielen Stützstreben und Holzbänken für nur etwa 60 Leute.

2,50€ waren für dieses herrliche Stadion OK, für die dritte Spielklasse des thüringischen Landesverbandes aber grenzwertig. Diese Kreisoberligen sind mittlerweile so kleinteilig und spielschwach, dass man wirklich nur wegen der Stadien kommen brauch. Aber für das Spiel, was VfB Artern – obwohl sie noch im Kampf um den Aufstieg waren – und Spielgemeinschaft Oldisleben/ Heldrungen – die stehen im hintersten Mittelfeld, waren aber schon gesichert – boten, sollte man eigentlich noch 2,50€ geschenkt bekommen am Kassenhäuschen! Aber mit so einem abartig schlechten Scheißkick hätte auch der Kassierer sicher nie gerechnet...

Oldisleben machte mehr fürs Spiel, doch ihre Schüsse, die sie so alle 10 Minuten mal abgaben, landeten meterweit daneben. Artern spielte lustlos und scheiße, traf einmal den Pfosten und netzte einmal aus Abseitsposition ein. Beim Stand von 0:0 ging es in die Pause.
Die zweite Hälfte war noch schlechter. Oldisleben total unfähig, kein Passspiel, kein Ball über zwei Stationen, nur Gebolze, keine Schusstechnik, keine technischen Fertigkeiten, mäßige Laufarbeit – bei so einem Niveau können die Frauenkreisklasse kicken, aber nicht Kreisoberliga Männer! Arterns Spielweise war direkt asozial gegenüber den Zuschauern – überhaupt kein Interesse, diesen unfähigen Gegner auseinander zu nehmen: nur Bolzen und übers Feld traben. So etwas Beschissenes habe ich noch nie gesehen! Als wir uns in Richtung Ausgang bewegten, das 0:0 im 100. Spiel seit dem letzten 0:0 schon eingetragen, die Wertung von 0,0 Punkten schon im Kopf, stolperten die Arterner Arschlöcher noch mal nach einer Ecke im Strafraum der Gäste herum und der Fünfer netzte tatsächlich aus 20cm Entfernung per Hacke ein. Was ein kurioses Ende!
Ein absolut beschissenes Gekicke, das aber mit dem einen Treffer für einen neuen statistischen Höhenflug sorgte: zum vierten Mal habe ich die Hundert geknackt; hundert Spiele ohne ein 0:0 – und den Rekord von 141 zu übertreffen ist nicht völlig utopisch!

Wir besichtigten noch die Orte aus denen die Spieler der Gastmannschaft kamen, da es dort drei Burgen gibt: die massive Wasserburg Heldrungen und die ruinösen aber mit rekonstruierten Türmen aufwartenden Sachsenburgen in Oldisleben. Dann ging es über die Landstraßen in zügigem Tempo zurück nach Merseburg. DSC06788 Sportplatz I Kalbe, An der Turnhalle Sonntag wollten wir den letzten Landkreis in Sachsen-Anhalt, in dem wir noch nie eine Sportveranstaltung gesehen hatten, mit zwei Fußballspielen abhaken: Altmarkkreis Salzwedel bzw. Altmark West. In Kalbe/ Milde war ein Spiel auf dem Sportplatz II „An der Badeanstalt“ in Sichtweite der Burgruine angesetzt, doch die Wellblechüberdachte, kleine Tribüne mit Holzbänken vor dem völlig verrotteten Vereinsheim ließ erahnen, dass die Umkleiden und Duschen nicht mehr in einem zumutbaren Zustand sind. Warum man beim VfL Kalbe zu blöd ist, mal den richtigen Platz bei fussball.de anzugeben – der Sportplatz II wird seit Monaten nicht mehr genutzt – weiß ich aber auch nicht.

Wir fuhren dann zum Sportplatz I mit seiner noch nicht ganz fertigen Tribüne: vier Reihen einfachster Beton und die üblichen Aluminiumgeländer sind noch nicht durchgängig angebracht. Drumherum stehen viele Bäume in der idyllischen Siedlung. Direkt am Sportplatz befindet sich auch eine Sporthalle u.a. für Basketball.
Die C-Jugend von Kalbe trat gegen die U15-Reserve von Eintracht Salzwedel an. Hinteres Mittelfeld und erstes Jahr Großfeld für viele – aber so schlecht wie befürchtet war das Spiel dann wirklich nicht!

Nach 13 Minuten lahmen Gekicke, erzielte der 7er von Kalbe den ersten Treffer. Nun kam der Gastgeber in Fahrt, spielte immer wieder den 7er frei, der dann – teilweise mit gütiger Mithilfe der Gästeabwehr – zu Treffern kam. 4:0 zur Pause: 3x der 7er, 1x ein Eigentor des 20ers von Salzwedel.
Auch in der zweiten Halbzeit kam Salzwedel mit Kalbe lange nicht zurecht. Durch weitere Treffer des 7ers und einem anderen Kalbenser stand es bald 6:1. Erst in den letzten 15 Minuten zeigte Salzwedel schöne Konter und konnte noch etwas verkürzen: 7-3 war am Ende das deutliche Resultat in einem guten und unterhaltsamen Spiel, das für C-Jugend auch extrem fair war: nur der 10er von Kalbe meinte seine schlechte Leistung mit Pöbeln und Fouls überspielen zu müssen... DSC06854 Geschwister-Scholl-Stadion, Klötze Über Kakerbeck fuhren wir nach Klötze, einem miesen Provinznest mit vielen Plattenbauten und öden Straßenzügen. Der beste Ort in diesem Kaff ist das Stadion, das ungewöhnlicherweiße nach den Geschwistern Scholl heißt. An Ausbauten gibt es eine niedrige, zweireihige, mit Holzbänken versehene Gegentribüne mit Podest und eine vierreihige, mit Kunststoffbänken ausgestattete Haupttribüne, die in einen massiven Graswall mit Bäumen und einer steinernen Tafel mit dem Namen des Stadions und dem Ortswappen gebaut ist. Einige der Nadel- und Laubbäume werfen auch schöne Schatten auf die Tribüne.

Der Eintritt war mit 2,50€ zu hoch für das Mittelfeldduell dieser Kreisliga. Ob alle diese Summe bezahlt habe, bezweifle ich auch, da eine viel zu niedrige Zuschauerzahl gemeldet wurde und die Leute beim VfB durchweg einen unsympathischen Eindruck machten: den Dorfdeppen fielen ja bald die Augen ausm Schäddel von der vielen Anglotzerei der Ortsfremden...
So ein paar der Landstadtprolls machten dann auch Zuschauerinnen von der Gastmannschaft mit Gesten als ob sie gleich kotzen müssten dumm, obwohl weniger die Dorfmädchen von Jübar/ Bornsen, sondern eher deren Klötzer Landstadtweiber zum Kotzen aussahen... Also so ein blödes Publikum hab ich echt selten erlebt! Dafür ging es im Spiel ziemlich gesittet zu – die Pöbeleien waren alle nachvollziehbar und liefen nicht aus dem Ruder...

Und so doof die Typen dort auch waren, so gut spielten sie Fußball. Klötze ging 90 Minuten lang richtig engagiert zu Werke, geriet zwar in Rückstand, doch kämpfte sich zurück, ging nach jedem Ball, machte das Spiel schnell und ging aggressiv drauf ohne unfair zu spielen. Bis zum Seitenwechsel hatten sie das Spiel trotz eines verschossenen Elfers auf 3:1 gedreht. Der dritte Treffer war dabei ein Schuss aus 30m in den langen Winkel – eines der besten Tore, das ich diese Saison gesehen habe!

Nach der Pause brach der Gast ziemlich ein und es war nicht zu verstehen, warum die nach wie vor gut und engagiert spielenden Klötzer nur noch einen Treffer machten. Aber 4:1 reichte natürlich, auch gegen die ab der 75. in Unterzahl spielenden Gäste. Die hatten nach kleinen Tumulten mit Pressschlägen und Nachtreten einen Platzverweis gekriegt... DSC06943 Zu besichtigen gab es dort in der Altmark auch einiges, denn die Dichte architektonischer Sehenswürdigkeiten ist dort gar nicht so niedrig. Bekannt sind v.a. Feldsteinkirchen, Fachwerkhäuser und Jagdschlösser. Ein Beispiel für letzteres besuchten wir gleich in Letzlingen am Rande der Heide: ein spektakuläres, sehr symmetrisches und mit Park und Kirche ausgestattetes historistisches Schloss im Tudor-Stil.
Gardelegen hat viel Fachwerk und Backstein - ein wuchtiges Stadttor und mehrere Kirchen - zu bieten.
In Kalbe/ Milde gibt es außer der recht ansehnlichen Burgruine, die inmitten jüngerer Bebauung steht, nichts zu sehen.
Kakerbeck ist eine von vielen Feldsteinkirchen auf dem Weg von Letzlingen nach Salzwedel. Wir schauten uns dort außerdem mal die Sportanlage mit Fußballplatz, Reithalle und Reitplatz an.
Auch in Siedengrieben, Jemmeritz, Bandau, Winterfeld und Jeeben gibt es kleine Kirchen, zumeist aus Feldstein. In Jeeben aßen wir außerdem bei einem Italiener, der in seinem primitiven Eingeschosser ein gutes, sehr preiswertes (kein Gericht über 6€, große Pizza 5,20€ und Nudeln 3,20-4,70€) und ausgesprochen unordentliches Restaurant hat. Da standen echt ausrangierte Möbel und Aktenordner im Gastraum. Aber irgendwie fühlt man sich da zuhause...
Wir fuhren außerdem noch zu den Burgruinen in Beetzendorf und Apenburg, ehe wir die Kreishauptstadt anschauten.
Salzwedel ist nicht nur die größte, sondern auch die schönste Stadt des Landkreises. Mit ihrer enorm großen Altstadt in geschlossener Fachwerk- und Backsteinbauweise, die nur durch Jugendstil durchbrochen ist, ist sie eine der schönsten Städte Deutschlands. Leider ist die Altstadt an einigen Stellen ziemlich heruntergekommen. Aber ein Besuch ist auf jeden Fall sehr lohnend!

Wir kamen in weniger als 3 Stunden von Salzwedel nach Merseburg zurück, wo es passend zur Chaoswoche Chaos-Parking a la Arbeitersiedlung gab:
  
Statistik (Donnerstag-Sonntag):
- Grounds: 940 (4 neue; diese Saison: 172 neue)
- Sportveranstaltungen: 1.819 (6, diese Saison: 242)
- Tageskilometer: 810 (Donnerstag: 80km Fahrrad, Freitag: 10km Fahrrad, Samstag: 260 Auto, Sonntag: 460 Auto)
- Saisonkilometer: 54.380 (44.320 Auto/ 6.500 Flugzeug/ 3.360 Fahrrad/ 210 Bahn, Bus, Tram/ 90 Schiff, Fähre)
- Anzahl der Fußballspiele seit dem letzten 0-0: 102 [Spiel Nr. 100 ohne 0-0: Artern - Oldisleben; vierte Serie mit 100+ Spielen ohne 0-0, letzte Serie: 6, Rekord: 141]
- Anzahl der Wochen, seit der letzten Woche ohne eine einzige Sportveranstaltung (31.7.-6.8. 2006): 358

Mittwoch, 1. Mai 2013

W353II: 18 Tore in 50 Minuten und ein enttäuschendes Kreispokalfinale am 1. Mai

TSV Leuna 1919 ------------------------------------------------- 1
LSG 1967 Ostrau ------------------------------------------------ 3
- Datum: Mittwoch, 1. Mai 2013 – Anstoß: 16.15
- Wettbewerb: Finale des Kreispokals des Saalekreises, sogenannter „Krombacher Saalekreispokal“ (Leuna = Landesklasse Sachsen-Anhalt Staffel 6, Ostrau = LK Staffel 4, d.h. beide 8. Spielklasse, 3. Amateurliga)
- Ergebnis: 1-3 nach 93 Min. (45/48) – Halbzeit: 1-0
- Tore: 1-0 15. Toni Feist, 1-1 52. Martin Cioch („Foul“elfmeter), 1-2 67. Lukas Jahnel, 1-3 75. Steve Backhaus
- Verwarnungen: Toni Feist, David Weise, Nino Hammerschmidt, Kai Heinecke (Leuna); Ramo Jach, Patrick Backhaus, Maik Hermann, Thomas Neubert, David Glasenapp, Björn Stahr (Ostrau)
- Platzverweise: keine
- Spielort: Stadtstadion Merseburg (Kap. 10.000, davon 200 Sitzplätze)
- Zuschauer: ca. 500 (davon 412 zahlende, Leuna-Fans: ca. 200, Ostrau-Fans: max. 50)
- Unterhaltungswert: 3,0/10 (Ganz ordentliche erste Halbzeit, doch sowie Ostrau begann das Spiel zu machen, wurde es scheiße – die schlechtesten auf dem Feld waren aber die „Un“parteiischen)

Ball- und Spielgemeinschaft Aufbau Eisleben E 2 ------- 1
SG Grüne Tanne Wippra E --------------------------------- 17
- Datum: Mittwoch, 1. Mai 2013 – Anstoß: 10.00
- Wettbewerb: Kreisliga E-Junioren Mansfeld-Südharz Staffel 1 (U11-Liga)
- Ergebnis: 1-17 nach 51 Min. (26/25) – Halbzeit: 0-10; gemeldet: 1-16
- Tore: 0-1 1. (9), 0-2 4. (9), 0-3 8. (5), 0-4 11. (9), 0-5 12. (11), 0-6 17. (5), 0-7 18. (9), 0-8 18. (6), 0-9 21. (5), 0-10 23. (11); 0-11 28. (5), 0-12 32. (11), 0-13 36. (6), 0-14 39. (5), 0-15 40. (6), 0-16 43. (6), 0-17 44. (11), 1-17 50. (10)
- Verwarnungen: keine
- Platzverweise: keine
- Spielort: Sportplatz Hauptstraße No. 72, Helfta (Kap. 1.088, davon 88 Sitzplätze)
- Zuschauer: ca. 25 (davon ca. 10 Gästefans)
- Unterhaltungswert: 7,0/10 (Extrem einseitiges, aber durch Wippra auch gutes Spiel mit Toren am Fließband)
 DSC03441 
Photos with English Commentary:

1. Mai, der Tag für Demos, Straßenschlachten und Kreispokalfinals. Bevor wir Leunas Endspiel gegen Ostrau in Merseburg sahen, wollten wir noch ein paar Plätze in MSH abhaken. Leider konnten wir nur einen Platz besuchen, da der FSV Hettstedt zu blöd ist, seine Kicks richtig anzusetzen. Wo auf den Plätzen am Walzwerk der Pilz wüten soll, war nicht ersichtlich und dass das Frauenpokalspiel nicht dort oder an der Saigerhütte sondern in Walbeck ausgetragen wurde, stand auch erst hinterher auf der scheiß Vereinswebseite. So blieb es bei einem neuen Ground und einem Spiel; einem typischen Kleinfeldjugendspiel einer überforderten Mannschaft: Treffer im Zweieinhalb-Minuten-Takt!

In der Partie zwischen der Zweiten E von Aufbau Eisleben, dem mit 1 Punkt und 17:160 Toren aus 15 Spielen Letzten und der BSG Forst, nun SG Grüne Tanne, aus Wippra, die in der Mitte der Tabelle mit 53:55 und 19 Punkten stehen, fielen 18 Toren, die reichlich ungleich verteilt waren. Das Hinspiel ging schon 10:5 an Wippra und in dieser extrem torreichen Liga fallen im Durchschnitt 7,2 Treffer pro Spiel. So lohnte sich die Tour ins Mansfelder Land wenigstens etwas.

Lohnend war die Fahrt übrigens auch wegen der Sportanlage. Denn BuSG Aufbau Eisleben nutzt den gesichtlosen Platz hinterm Klemme-Werk nur noch für Trainingsspiele. Der eigentliche Platz befindet sich in der Hauptstraße Nr. 72 und liegt dort auf einer flachen Anhöhe oberhalb weiter Teile des Ortes Helfta. In den hohen, oberhalb mit Bäumen flankierten Wall wurde aufwendig eine mit Wellblech überdachte Steintribüne mit 88 grünen Schalensitzen gebaut. Auf dem Hintertorwall nahe der Kirche steht ein alter Trabant mit Motiven wie „Landesliga-Aufstieg 2006“. Der andere Hintertorbereich beherbergt ein Vereinsheim mit schicker Terrasse. Selbst eine kleine Anzeigetafel gibt es auf der ausbautenlosen Längsseite an der Hangkante. Ein wirklich herrlich angelegter Platz, dessen Zuwegungen alleine schon prima gemacht sind: an den steilen Treppen zieht sich gut gemachte Begrünung, kleine Büsche und Blumen, entlang. Und auf Begrünung achte ich bei Sportanlagen nun besonders, da die Gehirnamputierten von unserer Wohnungsbaugesellschaft in den letzten Wochen die halbe Arbeitersiedlung verwüstet haben: meterhohe Bäume zersägt, beim Abtransport die Rasenflächen zerruppt, Büsche mitten in der Blüte zerschnippelt und dann einen Erdhaufen mit als Findlingen getarntem Bauschutt auf eine Rasenfläche gekippt und ein paar lächerliche Topfblumen reingeklatscht...

Die ersten beiden Tore der Partie fielen noch während ich die schöne Sportanlage ablichtete. Wippra zog bei aller Gegenwehr der Heimelf im Minutentakt durch die Abwehr. Eisleben war völlig überfordert, hatte nur einen Torschuss in den ersten 25 Minuten, der auch vom Gästetorwart stark pariert wurde, und kassierte hinten 10 Buden. Auch nach der Pause zeigte Wippra große Freude am Tore schießen. Erst nach 44 Minuten ließen sie erheblich nach, sodass es beim Stande von 0:17 endlich einen Treffer der Heimmannschaft zu sehen gab.

Wieso man übrigens bei einem Durchhänger der 9-11jährigen in einem extrem einseitigen und längst entschiedenen Spiel dann ständig herummeckern muss, wie der Gästetrainer, ist mir aber schleierhaft: die Kinder führen 17:0 und der labert blöd von der Seite rein! Der Betreuerstab der Heimmannschaft war aber auch nur am Meckern, was bei einer so schwachen Mannschaft eigentlich sinnfrei ist. Aber pädagogische Flachzangen auf der Trainerbank sind beim Jugendfußball leider nicht ungewöhnlich...

Wir besichtigten noch das stark modernisierte Kloster Helfta und fuhren danach, wir gesagt, sinnlos nach Hettstedt, da in diesem Scheißkaff nicht gespielt wurde. Das große Finale im Kreispokal unseres Landkreises stieg dann am Nachmittag in Merseburg.
 DSC03356 
Der ermäßigte Eintritt von 2,50€ war angemessen, doch 5€ Normalpreis sind schon sehr derb. Es waren zwar drei Spiele zu sehen, aber die ersten beiden waren von Teams, die keinen Eintritt nehmen würden und das Hauptspiel enttäuschte erwartungsgemäß. Was zuvor die Spielgemeinschaft von Leuna und Bad Dürrenberg in der B-Jugend schaffte, den Kreispokal mit einem 2:0 gegen Spergau zu holen, blieb den Männern des TSV Leuna gegen LSG Ostrau verwehrt.

Wir bekamen noch die letzten beiden Tore des Reservepokalfinales mit, das VfB IMO II 4:2 gegen Merseburg 99 II gewann, und die Pyro bei der Siegerehrung. Der Reservepokal war übrigens der einzige Wettbewerb ohne dümmliches Namenssponsoring. Selbst der sportlich äußerst dürftige Saalekreispokal der Frauen heißt „Sporthaus Cierpinski Frauenkreispokal“. Da drängen sich einen doch die beiden Fragen auf: 1. Wo ist eigentlich dieser Frauenkreis? Und 2. Darf eigentlich jede Firma die lächerlichen Namensrechte erkaufen oder ginge eine Bezeichnung wie „Nempitzer Erotikparadies A9 Pokal“ nicht?

Im von der Billigplörrebrauerei gesponserten Männerfinale war Ostrau leicht favorisiert, da in der anderen Staffel der Landesklasse erheblich besser platziert als Leuna. Doch die Leunaer machten anfangs das Spiel gegen sehr zurückhaltend agierende Ostrauer. Nach einer Viertelstunde brachte Nino Hammerschmidt einen Freistoß von rechts in den Strafraum hinein, den Toni Feist herrlich per Kopf von links ins Tor brachte. Nach dem Führungstreffer begann das von einem Dieskauer angeführte Schiedsrichtergespann das Spiel zugunsten der Ostrauer zu beeinflussen: unberechtigte gelbe Karten gegen Leuna, Abseitsstellungen des TSV die keine waren, Fouls der LSG werden durchgehen gelassen.

Richtig krass wurde es aber erst nach der Pause, die der Stadionsprecher noch für geistloses Gequatsche und die Tanzgruppe Merseburg-Leuna für halbwegs ansehnliches Gehoppse nutzte. In der 52. Minute lässt sich ein Ostrauer über einen Leunaer fallen, was der „Un“parteiische als Foulelfmeter auslegt. Erschreckend war nicht nur, dass Ostrau dieses Geschenk lässig annahm, sondern auch wie wenige Emotionen aufkamen. Es gab tatsächlich Leute im Leunaer Block, die sich wunderten, dass mein Vater und ich lautstark pöbelten. Als ob wir das in so Situationen nicht immer machen würden! Erst als das Spiel durch einen groben Abwehrfehler und einen Torwartfehler entschieden war und Leuna kaum noch Aufbäumen zeigte, wurden die Altherrenspieler und die von der Zweiten wieder lauter. Aber die „Chemie Leuna“-Anfeuerungen halfen nichts mehr: Ostrau und das Schiedsrichtergespann hatten jegliche Spielkultur zerstört und Leuna trat nun lust- und hilflos auf.

Man muss sich schon sehr fragen, warum solche Schiedsrichter von den hinterletzten Dorfklubs aus dem nördlichen Saalekreis (Reuschel von der SG Döllnitz aus Dieskau – Dieskau hat auch beim Handball berüchtigte Schieber – mit den Assistenten D. König/ Beesenstedt und Messerschmidt/ Oppin) für so ein Spiel angesetzt werden. Wenn man im Saalekreis nur Flachpfeifen hat, muss man halt beim KFV Burgenland anfragen: da wüsste ich sofort zwei sehr gute Unparteiische und es gibt da sicher noch mehr!

Nach 45 sehr schwachen Minuten jedenfalls hatte Leuna das Finale mit 1:3 abgeschenkt. Eines Finalisten des Kreispokals war diese Leistung nicht würdig, doch Ostrau war keineswegs besser. Man fragte sich, wie die beiden überhaupt das Finale erreichen konnten – doch wann hat man sich das nicht gefragt, in den letzten Kreispokalfinals, warum da dieser oder jener spielt?!

Für den TSV Leuna ist es jetzt ohnehin wichtiger mit voller Konzentration in die entscheidende Phase der Landesklasse zu gehen, um noch ein möglichst gutes Ergebnis herauszuholen. Die Tabelle sieht ja derzeit erschreckend aus! Doch wenn man so spielt wie z.B. vor zwei Wochen in Beuna, dann kann man sich noch erheblich verbessern. Also: auf geht’s Leuna!
 DSC03469 
Statistik:
- Grounds: 909 (heute 1 neuer; diese Saison: 141 neue)
- Sportveranstaltungen: 1.776 (heute 2, diese Saison: 199)
- Tageskilometer: 140 (130 Auto, 10 Fahrrad)
- Saisonkilometer: 48.250 (38.570 Auto/ 6.500 Flugzeug/ 2.900 Fahrrad/ 190 Bahn, Bus, Tram/ 90 Schiff, Fähre)
- Anzahl der Fußballspiele seit dem letzten 0-0: 63 [Letzte Serie: 6, Rekord: 141]
- Anzahl der Wochen, seit der letzten Woche ohne eine einzige Sportveranstaltung (31.7.-6.8. 2006): 353

Montag, 8. Oktober 2012

W323IV: Bad Dürrenberg/ Leuna fügt Glauziger Kloppern erste Saisonniederlage zu

SG SV 85 Glauzig/ LSG Ostrau/ SV Gölzau B ------- 3
SG Eintracht Bad Dürrenberg/ TSV Leuna B -------- 5
Datum: Sonntag, 7. Oktober 2012 – Anstoß: 10.30
Wettbewerb: B-Junioren Landesliga Sachsen-Anhalt, Staffel 4 (4. Liga der 14-16jährigen)
Ergebnis: 3-5 nach 82 Min. (40/42) – Halbzeit: 1-4
Tore: 0-1 12. Blerand Shoshi, 0-2 25. Bledar Shoshi, 1-2 26. Joshua Emmel, 1-3 34. Tom Klapproth, 1-4 36. Martin Kokot, 1-5 43. Benjamin Henze, 2-5 45. Kevin Bork, 3-5 48. Justin Emmel
Verwarnungen: Sven Wache, Pascal Elze, Justin Emmel, Joshua Emmel (natürlich alle Glauzig)
Platzverweise: keine
Spielort: Sportplatz Glauzig (Kap. 1.000 Stehplätze)
Zuschauer: ca. 30 (davon ca. 10 Gästefans)
Unterhaltungswert: 7,0/10 (Gutes, unstet geführtes und in der zweiten Hälfte unnötig spannendes Spiel)
IMG_1684 Photos with English Commentary:
 
Erst zu spät aufgestanden um die Strecke nach Glauzig mit dem Fahrrad zu bewältigen, dann vom Versuch die erste Hälfte der Strecke (bis Halle) per Bahn und die zweite per Rad zurückzulegen aufgrund des Zugausfalls abgekommen und somit schließlich doch wieder das Auto genommen. Meine Fresse, ist diese Eisenbahn zum Kotzen! Und wie dumm dieses Unternehmen auch ist! „Bahn fahren und sparen“ – ja, wenn die scheiß Bahn überhaupt mal fährt, dann spart man meistens nicht mal; bei Einzeltickets nie und bei Spartickets selten – nur Langzeitkarten wie mein Semesterticket für mittlerweile 115,50€ sind billiger als Autofahren.

Glauzig ist dann jedenfalls so ein Kaff in Anhalt-Bitterfeld an der Kreisgrenze zum Saalekreis, das außer zwei Fußballplätzen und einer spektakulären Industrieruine (ehemalige Zuckerfabrik) nichts hat. Der Platz auf dem Spielbetrieb ist liegt recht kahl von einigen Hecken umgeben am südlichen Ortsrand neben dem Freibad. Der Kleinfeldplatz im Ort, der von hohen Bäumen umgeben ist, ist schöner…

Aber Kleinfeld sind die B-Jugendlichen ja schon lange nicht mehr, also los ging es auf dem Großfeld mit einem einseitigen Spiel der beiden Tabellennachbarn! Die Spielgemeinschaft des SV 85 Glauzig, des SV Gölzau (beide ABI) und der LSG Ostrau (SK) hatte noch gar nicht verloren und die Bad Dürrenberg/ Leunaer Spielgemeinschaft erst einmal gegen Naumburg. Das letzte Spiel gewannen sie im Kreispokal gegen klassenhöhere Weißenfelser! Echt stark! Auch hier begann Dürrenberg/ Leuna echt stark, vergab zwar zu viele Chancen, da sie zu wenig den Abschluss suchten und lieber noch fünf Mal im Strafraum hin und her passten, konnten aber mit 2:0 in Führung gehen. Nach 25 Minuten begann Glauzig schlagartig mit Fußballspielen, nachdem sie zuvor nicht eine Torchance hatten und kaum in die Nähe des Gästestrafraums kamen.

Mit dem 2:1-Anschlusstreffer nahmen allerdings in erster Linie die Ruppigkeiten zu. Die wurden noch eher verstärkt durch die beiden schönen Dürrenberg/ Leunaer Tore zum 3:1 und 4:1. Nach der Pause legten sie gleich mit einem herrlichen Weitschuss hoch ins Eck zum 5:1 nach, doch ließen die Gastgeber dann kommen. Nach einem Doppelschlag stand es nur noch 5:3 und das Spiel war plötzlich ausgeglichen mit leichten Vorteilen für die immer härter spielenden Gastgeber. Zum Glück kann Glauzig/ Ostrau/ Gölzau in erster Linie wohl Rummeckern und Treten, aber nicht guten Fußball spielen – ansonsten hätten sie die Mängel in der Abwehr noch zu einem 5:5 oder 6:5 genutzt. So stellten sie eigentlich mehr den Sportkameraden Daniel Rabe auf die Prüfung, der bei allem Geholze und Gemaule der Dorfjugend den Überblick behalten musste. Der Schiedsrichter lieferte dabei wirklich eine sehr gute Leistung ab. Offensichtlich traf er nicht eine einzige Fehlentscheidung! Insgesamt gesehen übrigens, war das Verhalten der Heimelf aber noch im Rahmen – das muss man dann auch in der Männer-Landesklasse abkönnen, wenn man als spielerisch und technisch gute Mannschaft wie Leuna zu solchen üblen Tretermannschaften wie Ostrau oder gar Spora fährt.

Der Einzige, der wirklich Schelte verdient hat, war der völlig inkompetente Trainer, der mit seinen unterbelichteten Kommentaren noch die Mannschaft zu Fouls anstachelte. Aber das scheint an der Gegend zu liegen, wie der Leuna-Kickers-Webmaster der neben mir dem Spiel der Mannschaft seines Sohnes folgte auch schon anmerkte: Im Nachbardorf Schortewitz habe ich nämlich auch schon mal ein B-Jugend-Spiel erlebt, bei dem sich der Trainer der Heimelf als der größte Schreihals und Schwachkopf hervortat…
Bei Bad Dürrenberg/ Leuna war halt schade, wie sie in der zweiten Halbzeit das Spiel unnötig spannend machten, nachdem sie den Gegner von der 1. bis zur 25. und der 27. bis zur 44. Minute so hervorragend im Griff hatten. Aber in erster Linie zählt der Sieg und dass er fair wie verdient zustande gekommen ist! IMG_1713 Statistik:
Grounds: 805 (heute 1 neuer; diese Saison: 37 neue)
Sportveranstaltungen: 1.627 (heute 1, diese Saison: 50)
Tageskilometer: 80 (80 Auto)
Saisonkilometer: 13.750 (12.530 Auto/ 840 Fahrrad/ 80 Schiff, Fähre/ 0 Flugzeug/ 0 Bahn, Bus, Tram)
Anzahl der Fußballspiele seit dem letzten 0-0: 3 [Letzte Serie: 12, Rekord: 141]
Anzahl der Wochen, seit der letzten Woche ohne eine einzige Sportveranstaltung (31.7.-6.8. 2006): 323

Montag, 25. Oktober 2010

W221II: Zweimal Ärger über die beiden Gastmannschaften, aber von einem misslungenen Tag kann keine Rede sein

SV 90 Gimritz [3:0] LSG Lieskau 1920 II
Lieskau II nicht angetreten (kein Grund angegeben)
Wertung von 3:0 für Gimritz (Bestätigung ausstehend)

LSG 67 Ostrau II 2:3 1. SV Sennewitz II
Datum: Sonntag 24. Oktober 2010 – Anstoß 15.00
Liga: 2. Kreisklasse Saalekreis, Staffel 2 (12. Liga, 7. Amateurliga)
Ergebnis: 2:3 nach 94 (46/ 48) Min. – Halbzeit: 2:2
Tore: 0:1 5. Nr. ?, 1:1 25. Nr. 11, 1:2 38. Nr. 2, 2:2 40. Nr. 10, 2:3 86. Nr. 2?
Verwarnungen: 1x LSG, 2x 1.SV
Platzverweise: keine
Sportanlage: Sportplatz Ostrau, Platz I (Kap. 1.000, davon 50 Sitzplätze)
Zuschauer: ca. 45 (davon ca. 5 Gästefans)
Unterhaltungswert: 4,5/10 (Ordentliches Spiel mit Durchhänger in Hälfte zwei und unverdientem Sieger)
IMG_8795
Photos and English version:
Reserves:
LSG Ostrau vs. SV Sennewitz (+ Ostrau Castle)

Nachdem ich mich von meiner Freundin und ihrer Familie in Staßfurt verabschiedet hatte, fuhr ich per Zug über Sandersleben nach Könnern. Gegen den extremen Südwestwind – teilweise kam der von der Seite, aber solche Böen sind auch von der Seite nicht feierlich: wenn, dann bitte in den Rücken... – ging es weiter mit dem Rad nach Gimritz. Der Fußballplatz ist einfach herrlich! Ähnlich schön wie der in Střekov in Tschechien (siehe entsprechenden Bericht in der Berichtsammlung „Groundhopping Tschechische Republik/ Polen“). Dort traf ich mich auch mit meinem aus Merseburg gekommenen Vater. Leider standen sich die Gimritzer auf der hoch über dem Platz auf dem Hang thronenden Terrasse des Sportlerheims die Beine in den Bauch: die Reserve von LSG Lieskau kam einfach nicht. Was ist das eigentlich für ein Verein? Eine gute Landesklassemannschaft, viele akzeptabel spielende Jugendteams und so eine Reserve?! Das käme bei Leuna nie in die Tüte, dass unsere Zweite irgendwo unentschuldigt nicht antritt. Aber Lieskau hat ja nicht einmal angerufen. Kurzfristige Absagen (d.h. weniger als 24 Stunden vorher) sind so wie so scheiße, aber nicht mal bis zum geplanten Anstoßzeitpunkt Bescheid zu geben – noch nach 14 Uhr lungerte auch der Schiri, nicht wissend, ob noch ein Gegner kommt, herum – ist ja richtiggehend asozial!

Wir verschoben den Besuch in Gimritz, den ich nach bloßem Angucken des Platzes wärmstens empfehlen kann, auf einen Zeitpunkt in März, April oder Mai und fuhren nach Ostrau weiter. Zum Glück spielte die LSG erst 15 Uhr. Deren Platz ist zwar nicht halb so schön – eigentlich sind es zwei so gut wie identische Plätze mit recht dichtem Baumbestand drum herum, ein paar Holzbänken hinter der Metallreling, Toren mit eckigem Gebälk, zwei einfachen Wechselbänken und einem Sozialtrakt zwischen beiden Plätzen, sodass eine Unterscheidung mit Haupt- und Nebenplatz schwer fällt: ich habe den weiter westlich gelegenen Platz als Platz I bezeichnet – und wir hatten auch schon die Führung für Sennewitz II, da wir erst zur 7. Spielminute erscheinen konnten, verpasst, aber Hauptsache es gab ein Spiel!

Beide Teams lieferten in Hälfte eins auch ein Abwechslungsreiches und auf beiden Seiten aktives Spiel ab. Ostrau hatte etwas mehr Torgelegenheiten und kam nach einem Querschläger in der Gästeabwehr zum Ausgleich. Ein Freistoß aus gut 40 Metern senkte sich über den Ostrauer Torwart zur erneuten Führung ins Netz, ehe ein Akteur der Ostrauer Reserve zwei Verteidiger ausspielte und aus Nahdistanz den Ball überlegt über den Torhüter hob, die Unterkante der Latte traf und der Ball zum 2:2 ins Netz sprang.

Die zweite Halbzeit war nicht mehr so gut, da die spielerischen Fähigkeiten und Aktivitäten beiderseits nachließen und Ostrau ihre Chancen kläglich vergab. Sennewitz kam kaum zu Tormöglichkeiten, doch der zum Ende hin völlig unsicher werdende Schiri, die fast nur noch auf Zuruf – da waren die Gäste unsportlicherweise ziemlich aktiv drin – entschied, verhängte im Mittelfeld den lächerlichsten Freistoß den ich je gesehen habe, den Sennewitz zum 2:3 ausnutzte. Respekt, den Ball aus der Entfernung an die Latte zu zimmern und natürlich war auch das Nachhaken gut – der Ball landete erst im zweiten Nachschuss im Netz – aber besonders toll fühlen und dann Bemerkungen wie „Da seht ihr mal wie schlecht die [Ostrau] sind“ machen, muss man da wirklich nicht, wenn man durch ein Freistoßgeschenk zum Sieg kommt.

Die Sennewitzer hatten übrigens ein echtes Amateurfußball-Original in ihren Reihen: das Original stand allerdings nicht auf dem Platz sondern am Spielfeldrand und schien kurz vor einem Herzinfarkt zu stehen. Was der Trainer da tobte, fluchte und die eigene Mannschaft zusammenschiss – selbst wenn kein Grund dazu bestand – war unterhaltsam, aber mit der Zeit kaum noch feierlich. Also bei dem Choleriker würde ich nie in der Mannschaft spielen wollen. Das einzig vernünftige, was dieser Schreihals gemacht hat, war es zu unterlassen den Schiri oder Gegenspieler so zu behandeln wie seine eigene Elf.

Etwas verwunderlich war es dann doch, dass das Spiel der 2. Kreisklasse Saalekreis nicht so unterhaltsam und gut wie jenes der gleichen Klasse im Salzland (siehe Bericht vom Vortag) war. Sonst ist das immer umgekehrt! Aber dafür wollte man in Ostrau auch keine 2€ Eintritt wie in Schneidlingen. Aber freier Eintritt muss auch nicht sein. 1€ hätte ich denen ohne böse Bemerkungen gerne gegeben. Vor allem wäre ein bisschen Essenverkauf günstig gewesen. So mussten wir bis zum Bahnhof in Halle auf Essen warten. Auf Catering sollte man sich in den Klassen auf Kreisebene so wie so mehr konzentrieren, als darauf, die Eintrittspreise in immer bescheuertere Höhen zu schrauben: hab was von westdeutschen Kreisligaspielen mit 5€ Eintritt gelesen – und 2€ für Kreisklasse sind ebenfalls frech. Gut organisierte Vereine wie Ilmtal Zottelstedt (Kreisklasse Weimarer Land) haben sogar etwas Geld durch den Verkauf günstig hergestellter Fanartikel einnehmen können.
Nun denn: über Stumsdorf, wo wir die ganz ansehnliche Kirche begutachteten, ehe wir in den Zug nach Halle stiegen, fuhren wir nach Halle und weiter nach Merseburg.
IMG_8831
Statistik:
Ground Nr. 489 (ein neuer Ground; diese Saison: 39 neue)
Sportveranstaltung Nr. 1.165 (diese Saison: 52)
Tageskilometer: 140 (60 Rad, 80 Bahn)
Saisonkilometer: 11.510 (8.170 Auto/ 1.540 Fahrrad/ 1.000 Bahn, Bus, Tram/ 800 Schiff, Fähre/ 0 Flugzeug)
Anzahl der Fußballspiele seit dem letzten 0-0: 73
Anzahl der Wochen, seit der letzten Woche ohne eine einzige Sportveranstaltung (31.7.-6.8. 2006): 221

Samstag, 12. Juni 2010

W202I: Saisonabschluss in Leuna

FSV 67 Halle A 4:5 SSV 90 Landsberg A
Samstag, 12. Juni 2010 – Anstoß 11.00
Landesliga der A-Junioren, Staffel 2 (4. Liga der 16-18jährigen)
Ergebnis: 4:5 nach 94 Min. (45/49) – Halbzeit 3:0
Tore: 1:0 6. 2:0 38., 3:0 45., 3:1 47., 3:2 49., 4:2 56., 4:3 61., 4:4 72., 4:5 74.
Verwarnungen: 1x Gelb Landsberg
Platzverweise: keine
Spielort: Sportplatz am Kinderdorf, Rasenplatz 2 (Kap. 1.000 Stehplätze)
Zuschauer: ca. 16 (davon ca. 8 Gästefans)
Unterhaltungswert: 7,0/10 (Durchhänger in 1. HZ, dann aber flott und torreich)

TSV Leuna 1919 II 2:1 LSG 1967 Ostrau
Samstag, 12. Juni 2010 – Anstoß 15.00
Kreisoberliga Saalekreis (9. Liga, 4. Amateurliga)
Ergebnis: 2:1 nach 95 Min. (47/48) – Halbzeit 1:0
Tore: 1:0 9. Grobe, 1:1 72., 2:1 85. Hunold
Verwarnungen: Grulich (TSV)
Platzverweise: keine
Spielort: Sportstätte der Jugend (Kap. 1.000, davon 15 überdachte Sitzplätze)
Zuschauer: ca. 50 (keine Gästefans?)
Unterhaltungswert: 8,0/10 (Viele Torszenen, schnell und spannend)

TSV Leuna 1919 1:4 SSV 90 Landsberg
Samstag, 12. Juni 2010 – Anstoß 15.00
Landesklasse, Staffel 6 (8. Liga, 3. Amateurliga)
Ergebnis: 1:4 nach 90 Min. (45/45) – Halbzeit 1:2
Tore: 0:1 33. Schmidt, 0:2 44. Dietrich, 1:2 45. Rene Lorbeer, 1:3 55. Dietrich, 1:4 80. Klugmann
Verwarnungen: keine
Platzverweise: keine
Spielort: Stadion des Friedens (Kap. 5.000 Stehplätze)
Zuschauer: ca. 40 (davon mind. 5 Gästefans)
Unterhaltungswert: 4,0/10 (Einseitig und schnell entschieden)
DSC09288
Photos and English Version:
A-Jugend Halle 67
TSV Leuna I & II

Da das Altherrenspiel am Freitag kurzfristig abgesagt wurde, ging es erst am Samstag los mit der Sportguckerei. Den Anfang machte ein A-Jugendspiel in Halle-Neustadt. Die Sportanlage am Kinderdorf hat leider keine Ausbauten, aber mehrere, mit Bäumen, hinter denen Plattenbauten stehen, umgebene Plätze. Auf Platz I hatte ich bereit die Männermannschaft gegen den TSV Leuna (schon mehrere Jahre her) gesehen, jetzt lief auf Platz II die A-Jugend. Der Gastgeber liegt als 7. jenseits von Auf- und Abstieg, der Gast aus Landsberg hat als 3. mittlerweile auch keine Chance mehr, in die Verbandsliga, die höchste Unter-18-Spielklasse auf Landesebene, aufzusteigen.

Zu Beginn war 67 Halle überraschend überlegen: das 1:0 fiel auch schnell mit einem Schuss ins Eck. Leider verflachte das Spiel – nach Gegenwehr der Gäste – nach einer Viertelstunde. Kurz vor der Pause legte Halle dann nach: innerhalb von acht Minuten schossen sie das 2:0 und 3:0. Nach der Pause wollte Halle die endgültige Entscheidung machen, doch sie vergaben eine gute Chance und im Gegenzug war es der Torschützenkönig und Kapitän der Landsberger, der innerhalb von vier Minuten den Anschluss zum 3:2 herstellte. Kurz darauf machte ein Hallenser dann zwar einen Treffer für den FSV 67, indem er herrlich in vollem Lauf über den Torwart ins Netz lupfte, doch der 10er der Landsberger machte zu einem Hattrick noch einen weiteren Treffer: nach 72. Minuten stand es 4:4. Nach 74. war dann der Endstand hergestellt: jetzt traf mal ein anderer für Landsberg: 4-5. Unglaublich, wie die das Spiel noch gedreht haben. Es war ja nicht so, dass Halle so stark nachgelassen hätte – z.B. trafen sie in der 80. den Pfosten und in der 94. wäre beinahe noch der Ausgleich per Freistoß gefallen – oder dass nur der vierfache Torschütze so stark war: hier hat die ganze Mannschaft mitgewirkt und eine starke Leistung (außer von der 15.- bis zur 45.) abgeliefert!

Wir machten uns schnell nach Leuna rüber und mussten dort aber feststellen, dass die Spiele doch nicht parallel im Stadion des Friedens ausgetragen wurden. Die Terminänderung – dass wegen der Gefahr der Wettbewerbsverzerrung alle Spiele 15 Uhr auszutragen sind, war der Grund dafür, dass II. und I. Mannschaft zeitgleich spielten – war zu knapp gewesen, sodass die Freigabe für den Kunstrasen (auf dem mit Standard-Fußballschuhen nicht gespielt werden darf) nicht einzuholen war.
DSCF5884
Die 2. Mannschaft spielte deshalb auf der Sportstätte der Jugend, wo mein Vater nun hinfuhr. Die Lage der Unsrigen vor dem Spiel war äußerst misslich: man nahm den ersten Abstiegsplatz mit zwei Punkten Rückstand auf Teutschenthal ein, die zeitgleich bei IMO Merseburg II, für die es um nichts mehr geht, spielten. Von daher war es auch total sinnfrei, dieses Spiel zeitlich nach hinten zu verlegen, da Teutschenthal so wie so wusste, dass sie gewinnen müssen. Der Gegner heute ist auf Platz drei zu finden. Nur geht es auch für Ostrau um nichts mehr.

Das, was mir mein Vater und andere berichteten, klang in etwa so: „Grobe schnell mit der schönen Führung. Oder: schön mit der schnellen Führung. Dann wird der kurz darauf vom Torwart übelst angegangen und muss verletzt ausgewechselt werden (Knieverletzung wird das Kariere-Ende bedeuten), wobei der Torwart mit seinem elfmeter- und rotwürdigen Foul ungestraft davon kam. Die Schiris haben ohnehin gepfiffen wie zugekifft. Ostrau kommt zum Ausgleich. Leuna vergibt davor viel zu viele Chancen, aber liefert ein packendes Spiel. Dann erzielt Hunold doch noch den Siegtreffer.“

Der Siegtreffer nützte nur leider nichts, da IMO II zu blöd oder auch unwillig war, gegen Teutschenthal zu gewinnen. Leunas II muss nun in die Kreisliga. Vielleicht ist das auch ganz gut, wenn man sich in der Kreisliga etabliert und da schön mitspielt – anstatt dauernd gegen den Abstieg aus der Kreisoberliga zu spielen. Also auf eine gute Saison in der Kreisliga! Und gewinnt bitte besonders hoch gegen Buna Schkopau ;-)

Das Parallelspiel an diesem Samstag bestritt die erste Mannschaft, die als 10. von 16 die Klasse schon gehalten hat, aber doch gerne noch den letzten möglichen einstelligen Tabellenplatz erreicht hätte, gegen den souveränen Tabellenführer und seit Wochen Aufsteiger SSV Landsberg 1990. Manche der Gästefans und Spieler kannten doch glatt meine Seite: schön, dass die Seite auch bei den Landsberger Groundhoppern gut ankommt! Was bei mir wiederum gut ankam, war die Leistung der Landsberger, die unserer I. leider klar überlegen waren. Da kann man nur nochmals zum Aufstieg gratulieren! Zum Spiel heute braucht man hingegen nicht viel zu sagen, da Leuna mit der Rumpfmannschaft nur gegenhalten und mit einer wirklich guten Offensivaktion auch mal einen Treffer machen konnte. Einer der besten Spieler Leunas war heute Ronny Golloiuch, der zwar einen Fehler, der zum 0:2 führte, machte, doch ansonsten durch Stellungsspiel und gute Reaktionen eine noch höhere Niederlage verhinderte. Leuna braucht sich nicht zu schämen für den Auftritt.
DSC09308
Die relevantesten Ränge der Tabelle der Landesklasse 6: 1. SSV Landsberg (73 Punkte, aufgestiegen), 2. FC Zeitz (59), 3. Halle 96 II (55), ..., 9. Großgrimma (36), 10. Nessa (35), 11. TSV Leuna (35), 12. Profen (35), 13. Langeneichstädt (34), 14. Nebra (33, abgestiegen), 15. Markwerben (28, abgestiegen), 16. Freyburg (26, abgestiegen).

Statistik:
Ground Nr. 433 (ein neuer Ground; diese Saison: 102 neue)
Sportveranstaltungen Nr. 1.017 und 1.018 (diese Saison: 160)
Tageskilometer: 50 (Fahrrad)
Saisonkilometer: 34.650 (21.720 Auto/ 6.000 Flugzeug/ 3.660 Fahrrad/ 3.270 Bus, Bahn, Tram/ weniger als 10 Schiff)
Anzahl der Fußballspiele seit dem letzten 0-0: 12
Anzahl der Wochen, seit der letzten Woche ohne eine einzige Sportveranstaltung (31.7.-6.8. 2006): 202

Mittwoch, 6. Januar 2010

W180I: Zwischenrunde Hallenkreismeisterschaft

Zwischenrunde der Hallenkreismeisterschaft Saalekreis
Mittwoch, 6. Januar 2010 - Beginn 10.00
Teilnehmer aus Landesliga, Landesklasse und Kreisoberliga (7., 8. und 9. Liga, also 2. bis 4. Amateurliga)
Qualifiziert für die Finalrunde: VfB IMO Merseburg und SV 1946 Barnstädt
Spielort: Rischmühlenhalle Merseburg (Kap. 1.000 Sitzplätze)
Zuschauer: ca. 200 (davon mindestens 40 Leuna-Fans)
Unterhaltungswert: 2,5/10 (Wenigstens hat das Turnier keinen Eintritt gekostet… Einzelbewertungen der Spiele im Durchschnitt 3,5/10 => 1 Minuspunkt für mangelnde Stimmung und allgemeine Spielqualität)

Meine Turnier-Statistik:
Toreschnitt: 4,1 Tore pro Spiel (Tore insgesamt: 41)
Torreichstes Spiel: LSG Ostrau 3-5 VfB IMO Merseburg
Torärmstes Spiel: SV Barnstädt 1-1 LSG Ostrau
Anzahl Strafen: 4 Strafminuten (jeweils für Leuna: Hammerschmidt 2 Minuten, Schulze 2 Minuten nach Roter Karte), 1 Platzverweis (Leuna: Schulze), 1 Trainer-Ausschluss (SV Braunsbedra II)
Bestes Spiel: LSG Ostrau 2-1 SV Braunsbedra (6,0/10 = Ordentliche Spielqualität und sehr spannend)
Schlechtestes Spiel: VfB IMO Merseburg 3:0 TSV Leuna 1919 (0,5/10 = IMO macht mal wieder nur so viel wie nötig in einem sehr langweiligen Spiel gegen lustlose Leunaer)

Die Gesamttabelle der Gruppe:
1. VfB IMO Merseburg 15:4, 12 (Landesliga, Qualifiziert)
2. SV 1946 Barnstädt 7:5, 7 (Kreisoberliga, Qualifiziert)
3. LSG Ostrau 9:10, 4 (Kreisoberliga)
4. SV Braunsbedra II 5:11, 3 (Kreisoberliga)
5. TSV Leuna 1919 5:11, 1 (Landesklasse)

Photos and English version: http://www.flickr.com/photos/fchmksfkcb/sets/72157623153448078/

Wie immer spielten in der Zwischenrunde fünf Mannschaften in vier Gruppen in einer Einfachrunde mit Spielen zu je 1x12 Minuten um die insgesamt acht Plätze der Finalrunde am 10. Januar. Die nominell wohl stärkste Gruppe war die Gruppe B, die in der Merseburger Rischmühlenhalle von 10 bis 12.30 in Aktion war. Dort standen sich der TSV Leuna 1919, der VfB IMO Merseburg, der SV Braunsbedra II (zu diesen drei Mannschaften findet sich
mehr in diesem Bericht), die LSG 1967 Ostrau (1.200 Einwohner, ein Wasserschloss und viele klassische Straßennamen wie Karl-Marx-Straße und Leninplatz, nach der Hinrunde Platz 3 in der Kreisoberliga und mit zwei Punkten Rückstand auf den Tabellenführer echte Aufstiegschancen) und der SV 1946 Barnstädt (ebenfalls Kreisoberliga, dort Platz 6 mit keinen echten Aufstiegschancen mehr, der Ort hat 1.100 Einwohner und eine sehenswerte Dorfkirche).

Wie gewohnt wird im Folgenden jedes Spiel einzeln abgehandelt.

TSV Leuna 3:3 LSG Ostrau
Spiel 1, Bewertung 6,0/10
Das erste Spiel war wenigstens gleich das zweitbeste des Turniers. Leuna war über weite Strecken spielbestimmend, doch Ostrau zeigte immer wieder, dass der ehemalige Saalkreis echt guten Amateurfußball zu bieten hat. Deshalb ist die Punkteteilung in einem ganz guten und allgemein sehr unterhaltenden Spiel auch gerecht. Beide Mannschaften erzielten übrigens noch je ein irreguläres und deshalb aberkanntes Tor: Leuna hätte beinahe die Entscheidung zum 4:2 gemacht, aber der Angriff von Kevin Degner auf den Torwart war einfach zu hart – und zuvor klaute sich Ostrau selbst ein Tor: das kommt halt davon, wenn man bei jedem Spielen des Balles mit der Schulter dem Gegner gleich Handspiel vorwirft; da pfeift der Schiri halt auf Zuruf ab und der ins Tor geschossene Ball wird nicht gezählt.
Tore: 0-1 Backhaus, 1-1 Hammerschmidt, 1-2 Löwe, 2-2 Degner, 3-2 Lorber, 3-3 Löwe.

SV Braunsbedra II 1:4 VfB IMO Merseburg
Spiel 2, Bewertung 4,0/10
Hier zeigte IMO, dass die junge Mannschaft aus A-Jugend, zweite Mannschaft und erste Mannschaft Fußball spielen kann. Aber natürlich zogen sie nicht einmal die Hälfte der 12 Minuten richtig durch, sonst hätten sie die völlig überforderten Braunsbedraer – die waren so viel besser bei ihrem Sieg beim Mitternachtspokal: die müssen viele Spieler an die ersten Mannschaft abgegeben haben! – deutlich höher besiegt.
Tore: 0:1 Kühne, 1:1 (?), 1:2 Schlorf, 1:3 Kühne, 1:4 Luther.

TSV Leuna 1:2 SV Barnstädt
Spiel 3, Bewertung 1,0/10
Die erste indiskutable Leistung: schlechte Pässe, keine Technik, keine Konsequenz im Abschluss. Barnstädt siegte, obwohl sie noch schlechter waren, durch ein billiges Tor in Überzahl.
Tore: 1-0 Michael Schulze, 1-1 (?), 1-2 Eckhardt (Überzahl)
Strafen: 2 Minuten Hammerschmidt (Foul)

LSG Ostrau 2:1 SV Braunsbedra II
Spiel 4, Bewertung: 6,0/10
Das beste Spiel des Turniers ließ den Ärger über das Spiel davor etwas abklingen. Aber was Ostrau für Chancen versemmelt hat! Und dann drei Mal an den Pfosten und einmal an die Latte geschossen! Hätten sie diese Leistung im letzten Spiel noch mal gezeigt, wären sie verdient weiter gekommen. SV Braunsbedra II konnte man nach diesem Spiel genauso abschreiben wie Leuna. Im Übrigen: 6-1 wäre ein verdientes Resultat gewesen; dieser Ein-Tor-Sieg verzerrte die Situation auf dem Spielfeld völlig.
Tore: 1-0 Löwe, 2-0 Backhaus, 2-1 (?)

VfB IMO Merseburg 3:0 SV Barnstädt
Spiel 5, Bewertung 3,0/10
Eine langweilige Nummer der IMO, die ihre technische Überlegenheit voll ausnutzte gegen unbedarfte Kicker aus Barnstädt.
Tore: 1-0 Luther, 2-0 Luther, 3-0 Günther

SV Braunsbedra II 3:1 TSV Leuna
Spiel 6, Bewertung 1,0/10
Kaum ein Pass landete beim Teamkameraden, Schüsse fast immer unplatziert... Wie konnten da vier Tore fallen?! Eigentlich hätte ich hier 0,0/10 Punkten gegeben, aber einen Zusatzpunkt muss ich doch geben für diese lustige Aktion: ganz normales, leichtes Foulspiel vor der Wechselbank der Braunsbedraer vom jungen Schulze – der endlich von der IMO zurückgekehrt ist – und der Trainer des SVB II schmeißt Schulze den Ball auf den Oberkörper. Schulze weißt den Trainer dann ein bisschen zurecht, was eine Rudelbildung hervorruft und in Platzverweisen für Michael Schulze und den Braunsbedraer Trainer endet.
Tore: 1-0 Feist, 2-0 Emmerich, 2-1 Dreßler, 3-1 (weiß nicht wer, Überzahl)
Platzverweise: Michael Schulze (+ 2 Minuten), Trainer SVB II (Dass es hier keine zwei Minuten Hinausstellungen für einen Feldspieler bei Platzverweisen gegen Trainer und Co. gibt, finde ich übrigens bescheuert: ist doch bei Basketball, Handball usw. auch so!)

LSG Ostrau 3:5 VfB IMO Merseburg
Spiel 7, Bewertung 5,0/10
Die ersten Minuten wurden von der IMO diktiert. Wieder zeigte der VfB seine fußballerischen Qualitäten, aber wieder ließen sie sich nach bequemer Führung (diesmal sogar vier Tore, da Ostrau mit ihrer dünnen Spielerdecke logischerweise nicht auf hohem Niveau durchspielen konnte) zurückfallen. Die zwei Klassen tiefer spielende Landsportgemeinschaft holte folgerichtig auf. Am Ende reichte es aber leider nicht.
Tore: 0-1 (?), 0-2 Luther, 0-3 Luther, 0-4 Günther, 1-4, 2-4 Backhaus, 2-5 Schärf (?), 3-5 Krieger

SV Barnstädt 4:0 SV Braunsbedra II
Spiel 8, Bewertung: 5,5/10
Das einzige gute Spiel der Barnstädter: sie nahmen die zweite Mannschaft des SVB, die spielerisch schlechter als Leuna war, jedoch von der Lustlosigkeit Letzterer profitierte, auseinander.
1:0 Werner, 2:0 (?), 3:0 (??), 4:0 Heller

VfB IMO Merseburg 3:0 TSV Leuna 1919
Spiel 9, Bewertung: 0,5/10
IMO machte so viel wie nötig, Leuna spielte völlig lustlos.
Tore: 1-0 Schlorf, 2-0 und 3-0 Günther

SV Barnstädt 1:1 LSG Ostrau
Spiel 10, Bewertung: 2,0/10
Zum Abschluss noch eine müde Nummer: bei Ostrau war die Luft draußen und Barnstädt schaffte somit den glücklichen Punktgewinn der zum ebenso glücklichen Weiterkommen reichte.
Tore: 1-0 Eckhardt, 1-1 (?)
DSCF3960
Zusammenfassendes Fazit:
Barnstädt spielte schwach und Braunsbedra unter aller Sau. Ostrau war leider nicht konstant genug, aber da sie nur mit sechs Spielern (4 Feldspieler, 1 Torwart + 1 Wechselspieler) angereist waren, muss man ihnen noch den meisten Respekt zollen.

Fußballerisch klar am besten war der VfB IMO Merseburg – jedoch müssen sie sich den Kritikpunkt gefallen lassen, dass sie kaum auch nur die Hälfte der Spielzeit etwas gezeigt haben. Wenn sie was gezeigt haben, war dies aber sehr sehenswert.

Nur: attraktiver und unterhaltsamer Fußball ist was anderes: nämlich das, was der TSV Leuna 1919 meistens spielt. Meistens. Also fast immer, wenn sie draußen die reguläre Saison spielen oder in Spergau beim Hallenturnier sind. Aber für die Fans des TSV ist es ärgerlich, wenn man den eisglatten Weg zur Rischmühlenhalle nimmt und dann eine schwache Leistung der ganzen Mannschaft sieht. Dieses Hallenkreismeisterschafts-Turnier darf man jedoch auch nicht überbewerten: wichtig ist der Ligaspielbetrieb in der Landesklasse – und nicht das Hallen-Pille-Palle – das sei hier mal ausdrücklich klargestellt!

Statistik:
Ground Nr. 384 (kein neuer Ground; diese Saison: 53 neue)
Sportveranstaltung Nr. 939 (diese Saison: 81)
Tageskilometer: 10 (Fahrrad)
Saisonkilometer: 15.680 (12.120 Auto/ 1.820 Fahrrad/ 1.740 öffentliche Verkehrsmittel/ 0 Flugzeug)
Anzahl der Fußballspiele seit dem letzten 0-0: 46 (Feldfußball, Hallenfußballspiele zählen nicht mit)
Anzahl der Wochen, seit der letzten Woche ohne eine einzige Sportveranstaltung (31.7.-6.8. 2006): 180