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Mittwoch, 31. Dezember 2014

W439IV-W440II: Icehopping in der Tschechischen Republik

Bruslařský klub Mladá Boleslav 1908 ....................... 2
HC Oceláři Třinec ....................................................... 5
- Datum: Dienstag, 30. Dezember 2014 – Anbully: 18.20
- Wettbewerb: Extraliga hokej, sogenannte „Tipsport extraliga” (1. Spielklasse im tschechischen Profi-Eishockey)
- Ergebnis: 2-5 nach 60 Min. (3x20) – Drittelergebnisse: 1-3, 1-0, 0-2
- Tore: 0-1 2. Matuš, 0-2 10. Klesla, 0-3 13. Klepiš, 1-3 14. Pabiška, 2-3 31. Kubica, 2-4 52. Klesla, 2-5 57. Polanský
- Strafzeiten: Čermák, Stříteský, Bárta, Trška (Mladá Boleslav = 8 Minuten); 2x Klesla, Franek, Dravecký (Třinec = 8 Minuten)
- Spielort: Zimní stadion Mladá Boleslav, sogenannte „ŠKOenergo aréna” (Kap. 3.500, davon 2.500 Sitzplätze)
- Zuschauer: ca. 3.100 (davon 2.970 zahlende, Gästefans mind. 50)
- Unterhaltungswert: 7,0/10 (Gutes Spiel, das von den Gästen klar bestimmt wurde)

HC Rebel Havlíčkův Brod .......................................... 4
HC Benátky nad Jizerou ............................................ 5
- Datum: Montag, 29. Dezember 2014 – Anbully: 16.00
- Wettbewerb: 1. liga hokej (2. Spielklasse im tschechischen Profi-Eishockey)
- Ergebnis: 4-5 nach 65 Min. + Penaltyschießen (3x20 + 5) – Drittelergebnisse: 1-0, 2-2, 1-2, Verlängerung: 0-0, Penaltyschießen: 1-2 nach je 3 Schützen
- Tore: 1-0 15. Seman, 1-1 24. Plodek, 1-2 28. Psota, 2-2 33. Melka, 3-2 34. Troliga, 4-2 41. Melka, 4-3 55. Miškovský, 4-4 58. Plodek; Penalties: 1-0 NN, 1-1 NN, 1-2 Plodek
- Strafzeiten: Parýzek 6, Janáček 2, Platil 2, Chlubna 2, Melka 2, Babka 2 (Havl. Brod = 16 Minuten); Špaček 12, Dlouhý 4, Říha 4, Víšek 2, Skalický 2, Plutna 2 (Benátky n. J. = 26 Minuten)
- Spielort: Zimní stadion Město Havlíčkův Brod (Kap. 2.500, davon 750 Sitzplätze)
- Zuschauer: ca. 450 (davon 360 zahlende, Gästefans ca. 25)
- Unterhaltungswert: 7,5/10 (Ausgesprochen enges Match mit Spannung und Härte bis zum Schluss)

HK Mountfield Hradec Králové ................................ 2
HC Verva Litvínov ...................................................... 1
- Datum: Sonntag, 28. Dezember 2014 – Anbully: 17.30
- Wettbewerb: Extraliga hokej, sogenannte „Tipsport extraliga” (1. Spielklasse im tschechischen Profi-Eishockey)
- Ergebnis: 2-1 nach 60 Min. (3x20) – Drittelergebnisse: 2-1, 0-0, 0-0
- Tore: 1-0 1. Mertl, 1-1 6. Jánský, 2-1 18. Jank
- Strafzeiten: Vantuch 10, Mertl 4, Jank 2, Knotek 2, Vašíček 2, Pospíšil 2 (Hradec Králové = 22 Minuten); Gerhát 4, Chaloupka 2, Martynek 2 (Litvínov = 8 Minuten)
- Spielort: Zimní stadion Hradec Králové (Kap. 6.890, davon 3.655 Sitzplätze)
- Zuschauer: ca. 6.500 (davon 5.781 zahlende, Gästefans ca. 200)
- Unterhaltungswert: 7,0/10 (Gutes und spannendes Spiel)  
Photos with English Commentary:
a) Ice Hockey League 1: Mountfield Hradec Králové 2:1 HC Litvínov
b) Ice Hockey League 2: Rebel Havlíčkův Brod 4:5pen. HC Benátky n.J.
c) Ice Hockey League 1: BK Mláda Boleslav 2:5 HC Ocelari Trinec
d) Hradec Králové: Old Town Hradec Králové (28/12/14)
e) Pardubice Region: Koči, Orel, Žumberk, Dobrkov, Luže (Košumberk), Nové Hrady, Předhrady, Nové Město na Morave, Slavkovice, Žd’ár nad Sazavou, Přibyslav, Havlíčkův Brod (29/12/14) 
f) Teplice region: Cerekvice nad Bystřicí, Hořice, Holovousy, Chotělice, Kopídlino, Dětenice, Stary Hrady, Sobotka (Humprecht), Kost, Valdštejn, Jíčin (30/12/14)

Drei Tage, drei Eishockeyspiele. Zum Jahresende war mal wieder eine Icehopping-Tour nach Tschechien geplant. Da wir erst in der Nacht vom Hallenturnier in Spergau zurück waren, fuhren wir erst gegen 10 Uhr nach Tschechien; via Görlitz, Zgorzelec, Frydlant, Liberec und Zelezny Brod nach Pardubice zu einem preisgünstigen Hotel, dass wir reserviert hatten. Bei den Stopps zum Tanken, Einkaufen und Einchecken, bzw. danach als wir in Hradec Králové beim Eishockey auftauchten, fiel mal wieder auf: je weiter man auf dieser Route nach Osten kommt, umso angenehmer werden die Leute. In Ostböhmen und Mähren ist man ja auch nicht überragend gastfreundlich, aber 1. fremdsprachengewandter und 2. weniger unhöflich und mehr serviceorientiert als in Mittel-/ Süd-/ oder West-Böhmen oder in dieser verkommenen Ecke von Polen in der Zgorzelec liegt. Dort sind irgendwie alle Dienstleister der Ansicht, dass man dem Kunden trotz Begrüßung seinerseits in Landessprache grußlos mit einer gelangweilten Hackfresse gegenübertreten muss und durch unhöfliches Drängeln eine möglichst schnelle Abwicklung der Dienstleistung herbeizuführen hat...

Zum Eishockey in Hradec Králové: die Halle macht einen guten Eindruck, ist von außen nicht unansehnlich und in der Nähe der Altstadt gelegen, hat innen hinter dem einen Tor steile Stehränge und hinter dem anderen Tor Sitze und einen Sprecherturm zu bieten, auf den Längsseiten sind natürlich nur Sitze montiert und oberhalb der eigentlichen Tribüne sehr hoch gelegene Logen auf interessanten Stahlträgerkonstruktionen angebracht. Der Gästesektor befindet sich durch Gitter getrennt neben der Heimkurve und bietet eine gute Sicht von steil ansteigenden Stehplätzen auf die Eisfläche. Nicht nur das Eisstadion, sondern auch das Catering (Klobasa mit Meerrettich und Brot) machte einen viel besseren Eindruck als zwei Tage zuvor beim Ligakonkurrenten in Karlovy Vary.

Im Gästesektor fanden sich mindestens 150 Anhänger von Litvínov ein, dazu kamen noch knapp 50 weitere die sich auf Sitzplätzen verteilten. Stimmungsmäßig war kaum ein Durchkommen gegen die recht lautstarke Fankurve von Hradec Králové. Aber je weiter im Osten von Böhmen umso besser wird die Stimmung: die stimmungsmäßig besten Clubs hat man dann ganz im Osten, in Mähren und Mährisch-Schlesien.

Auf dem Eis nahm auch der Gastgeber gleich das Heft in die Hand: nach 15 Sekunden waren Abwehr und Torwart umkurvt und es stand 1:0. Fünf Minuten später gelang Litvínov der Ausgleich, doch zum Ende der ersten Hälfte machte Hradec Králové noch mal richtig Druck und kam nach einem irregulären (und aberkannten) Treffer zu ihrem zweiten Tor. Dass dieses 2:1 der Endstand seien sollte, war v.a. im zweiten Viertel und bis kurz vor Spielschluss nicht absehbar. Litvínov war stark am Drücker, vergab aber etliche Chancen während Hradec Králové einfach nur erfolgreich verteidigte und das sogar ohne erfolgreich zu kontern.  
Am Montag schneite es und der Winterdienst kam mit dem Räumen nicht hinterher. Trotzdem konnten wir ein gutes Besichtigungsprogramm vor dem Eishockeyspiel durchziehen.

In Koči entdeckten wir zufällig eine ungewöhnliche Kirche mit hölzernem, nach oben stark verjüngtem Turm. In Orel kamen wir ebenfalls zufällig an einem interessanten Renaissance-Gehöft vorbei. In Žumberk fanden wir die Burg nicht, aber der Dorfplatz mit Kirche sah auch gut aus. In Dobrkov stand auch ein typisch böhmischer Dorfplatz, dieser mit einer kleinen Kapelle die höher ist als breit und lang.

In Luže fanden wir zwei interessante Kirchen (eine mit holverkleideter Turmhaube, die andere barock und symmetrisch auf einem Hügel) und die ansehnliche Burgruine Košumberk. In Nové Hrady gibt es ein Rokoko-Schloss, dass auch im Winter sehr sehenswert ist. Předhrady liegt spektakulär auf einem Bergsporn und hat ein schickes Burgschloss zu bieten. Nové Město na Morave, bekannt für Biathlon, hat eine sehr sehenswerte Kirche mit außen angebrachten Malereien. Diese sind jüngeren Datums und pseudo-mittelalterlich (zwei-dimensional, eher gedeckte Farben) und stellen Bibelszenen dar; diese sind teils recht eigenwillig, denn ich habe z.B. noch nie gesehen, dass Jesus am Kreuz Flügel wachsen...

Eine andere ungewöhnliche Kirche steht in Slavkovice; diese ist in teils symmetrischer Fraktalarchitektur gehalten und mit das Beste, was ich an modernen Kirchen gesehen habe, da sie angenehme Farben (kein grauer Waschbeton wie im Ruhrgebiet z.B. viele Kirchen der 1960er und 70er Jahre) hat. In Žd’ár nad Sazavou gibt es eine spektakuläre barocke Basilica Minor mit angrenzendem Schloss. Přibyslav hat eine interessante Kirche zu bieten und Havlíčkův Brod hat einen schönen Marktplatz.  
In Havlíčkův Brod interessierte uns dann aber v.a. die Eissporthalle, die in einem Komplex mit einer Sporthalle, einer Schwimmhalle, einem Kraftraum und einer Squashanlage untergebracht ist. Nervtötend ist, dass außer den Scheißhäusern dort nichts beheizt ist und somit bei minus 8 Grad Außentemperatur und nur einem Viertel oder Fünftel Auslastung entsprechend frostige Temperaturen in der Halle herrschen. Architektonisch ist die Halle mit ihrem Holz-Stahlträger-Tonnengewölbe gut gelungen. Ausbau gibt es in Form von Stehplätzen nur hinter dem einen Tor und auf der einen Längsseite. Sitzplätze, blaue und gelbe Metallklappsitze, findet man auf der anderen Längsseite unterhalb der Sprecherkabinen.

Das Spiel der 2. tschechischen Liga war von der Tabellensituation her alles andere als ein Spitzenspiel, doch dem überwiegend lahmen Publikum wurde ein flottes Match geboten. Der Gastgeber konnte die Führung aus dem ersten Drittel nicht halten und geriet im zweiten Drittel 1:2 in Rückstand. Doch mit einem Doppelschlag vor der zweiten Pause gelang in dem teils ruppigen Spiel die 3:2 Führung. Das dritte Drittel war besonders hochklassig. Hier gab es auch immer wieder Tumult auf dem Eis und nach der schnellen 4:2-Führung gab es durch Benátky ein tolles Spiel. Die Gäste erkämpften sich mit einem späten Ausgleichstreffer nämlich noch die Verlängerung, die gut aber torlos war. Somit ging es ins Penaltyschießen, dass Havlíčkův Brod erfolgreich eröffnete (1:0 und den ersten Schuss von Benátky gehalten) aber dann aus der Hand gab und mit 1:2 verlor, sodass am Ende das Ergebnis von 4:5 auf der neu in die Halle gebauten Leinwandtafel stand.

Für nur knapp 3,50€ Eintritt bekam man also gut was geboten dort in Havlíčkův Brod. Gleich gegenüber der Halle fanden wir auch ein sehr gutes und preisgünstiges Restaurant, dass einheimische und italienische Küche anbietet und bei einigen Gerichten die beiden Küchen auch mischt, was sehr lohnend sein kann.  
Die Besichtigungen am Dienstag waren nicht so durch Schnee behindert, wie am Tag zuvor. In Cerekvice nad Bystřicí gab es einen interessanten barocken Komplex aus Kirche und Schloss zu sehen. In Hořice gibt es einen interessanten Marktplatz. Holovousy hat ein interessantes Schloss mit runden Türmen und Wandmalereien zu bieten, dass man hinten herum über die LPG betreten darf.

Das Neorenaissance-Schloss in Chotělice kann auch vorne herum betreten werden, wobei sich in dem Gebäude eine Suchtklinik befindet. Das Schloss von Kopídlino ist hingegen als Schule genutzt und für diesen Zweck eigentlich in einem auffällig schlechten Zustand. Schloss Dětenice hingegen wird privat und für Ritterspiele genutzt und ist topp saniert.

Für das Burgschloss Stary Hrady muss man auch Eintritt bezahlen: es hat ein schön verziertes Vorgebäude und eine quadratische Kernburg. Etwas außerhalb des Dorfes Sobotka befindet sich das rund und hoch gebaute Schloss Humprecht, was eher ein merhstöckiger barocker Pavillon ist. Ganz anders ist das Burgschloss Kost, das mit einem geschlossenen Baukörper aus verschiedenen Epochen auf einem massiven Felsen thront und zu den sehenswertesten Burgen Tschechiens gehört. Auch die Burg Valdštejn ist lohnend, da sie sich im Wald auf mehreren Felsen erstreckt.

Wir guckten noch kurz das historische Zentrum von Jíčin mit Marktplatz, Schloss, Kirche und Stadtturm an und gingen dann in Mladá Boleslav essen.
In Mladá Boleslav ging es uns aber v.a. ums Eishockey. Außer in Ceske Budejovice waren wir nun in allen Hallen der 1. tschechischen Eishockeyliga. Die in Mladá Boleslav ist eine der besseren, aber nicht total herausragend. Schön ist die grün-weiße Bestuhlung, die auf der einen Seite hinterm Tor und den beiden Längsseiten jeweils auf drei Meter oberhalb der Eisfläche befindlichen Tribünen angebracht ist. Auf der anderen Hintertorseite sind wie am Rande der einen Längsseite Stehränge zu finden. Die am Rande der Längsseite sind für Gäste, hinter dem Tor stehen die Heimfans. Die Dachkonstruktion ist ungewöhnlich, da wellenförmig bzw. ein flaches Tonnengewölbe.

Wir hatten nur noch Stehplätze an der Kasse bekommen, wobei Rentner und Studenten großzügige Ermäßigungen kriegen. Dabei kosten die regulären Stehplatzkarten auch nur rund 4,60€... Wir nutzten aus, dass man sich mit diesen Karten auch hinter die letzte Reihe der Längstribünen sowie – besser noch – in den Hintertorbereichen bis fast zur blauen Linie direkt an die Plexiglasscheibe stellen darf. Das ist mal ein Blick! Da sind man besonders gut, wie schnell Eishockey (zumindest sehr gutes Eishockey wie hier in Tschechien) ist!

Von den vier Spielen die wir in Tschechien sahen, war dieses vierte das am wenigsten ausgeglichene. Eigentlich war es schon nach dem ersten Drittel entschieden, was beim Duell Vorletzter gegen Tabellenführer auch nicht so ungewöhnlich ist. Trinec spielte auf top Niveau und ging schnell 0:3 in Führung. Erst zum Ende des Drittels hin gelang Mlada Boleslav ein Aufbäumen. Das zweite Drittel wurde von Trinec sogar so locker angegangen, dass der Gastgeber noch auf 2:3 herankam. Doch wer Trinec kennt, der weiß, dass eine Top-Mannschaft wie diese sich aufgrund des übertrieben großen Spielplans immer wieder zurücknimmt in überlegen gestalteten Spielen. Das dritte Drittel war wieder sehr stark von den Gästen, sodass die 50-60 mitgereisten Schlesier ein 2:5 bejubeln konnten.

Die Rückfahrt dauerte bis 1 Uhr, da man aufgrund der Schneefälle in Tschechien und Teilen Sachsens teilweise so langsam fahren musste, dass man eine volle Stunde verlor im Vergleich zur Fahrtzeit bei gutem Wetter. Wie auch immer: die Tschechien-Eishockey-Tour hat sich wieder sehr gelohnt!  
Statistik:
- Grounds: 1.257 (28.12. 1 neuer, 29.12. 1 neuer, 30.12. 1 neuer; diese Saison: 103 neue)
- Sportveranstaltungen: 2.256 (28.12. 1, 29.12. 1, 30.12 1; diese Saison: 144)
- Tageskilometer: 1.200 (28.12. 490 Auto, 29.12. 220 Auto, 30.12. 490)
- Saisonkilometer: 28.270 (21.220 Auto/ 3.600 Flugzeug/ 2.120 öffentliche Verkehrsmittel/ 1.310 Fahrrad/ 20 Schiff, Fähre) - Anzahl der Fußballspiele seit dem letzten 0-0: 3 [letzte Serie: 13, Rekordserie: 178]
- Anzahl der Wochen, seit der letzten Woche ohne eine einzige Sportveranstaltung (31.7.-6.8. 2006): 440

Mittwoch, 8. Februar 2012

W288II: Eishockey in Tschechien – die Stahlwerker aus Mährisch-Schlesien besiegen die Chemiewerker aus Nordwest-Böhmen

HC Oceláři Třinec 6:4 HC „Verva“ Litvínov
Datum: Sonntag, 5. Februar 2012 – Anbully: 17.00
Wettbewerb: sogenannte „Tipsport“ Extraliga hokej (1. tschechische Profi-Eishockeyliga)
Ergebnis: 6:4 nach 60 Min. (3x20) – Drittel: 4:0, 1:1, 1:3
Tore: 1-0 2.22 David Ostřížek, 2-0 2.48 Václav Varaďja, 3-0 9.49 Jan Peterek (Powerplay), 4-0 11.56 Jiří Polanský (Powerplay); 4-1 23.40 Pavel Smolka, 5-1 36.18 David Květoň; 5-2 52.58 Richard Jareš, 5-3 54.55 František Gerhát, 5-4 59.02 Martin Ručinský (Powerplay, da Torwart vom Eis), 6-4 59.53 Martin Lojek (Empty Net)
Zeitstrafen: 2x Lukáš Zíb, Václav Varaďja, Radek Bonk, Andrej Novotný, Jiří Polanský, Bankstrafe da Wechselfehler (Třinec = 14 Minuten); Viktor Hübl, Pavel Smolka, Matěj Stříteský, Juraj Majdan, Martin Ručinský, Bankstrafe da Wechselfehler (Litvínov = 12 Minuten)
Spielort: Třinecký Zimní Stadion, sogenannte Werk „aréna“ (Kap. 5.200, davon 3.700 Sitzplätze)
Zuschauer: 3.049 (davon ca. 15 Gästefans)
Unterhaltungswert: 7,0/10 (Das Spiel schien nach 12 Minuten entschieden, doch Litvínov kämpfte sich in einem immer besser werdenden Spiel noch mal heran)
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Photos and English Version:

Der Uni-freie Montag lud zu einer zweitägigen Kurzreise nach Tschechien und Polen ein. Am Sonntag um fünf brachen wir zu dritt auf und durchquerten – da diese Route etwas kürzer ist als jene über Prag, die auch noch Maut kostet – erstmal fast ganz Schlesien. Nach knapp 400km Polen – von denen einige dutzend dank des völlig unfähigen polnischen Winterdienstes eher rutschend als fahrend zurück gelegt werden mussten – fuhren wir nach Tschechien rein. 10km hinter der Grenze befindet sich die drittgrößte Stadt des Landes und das Zentrum Mährisch-Schlesiens: Ostrava. Die Stadt ist ein Konglomerat von industrialisierten Dörfern, doch während die Struktur sehr ans Ruhrgebiet erinnert, fällt die Bebauung doch etwas positiver auf. Das ist schon wieder richtig sehenswert, wie kurios zusammengewürfelt die Gebäude und Straßenzüge Ostravas sind: in einer Straße stehen Neobarock, Jugendstil, 1920er-Jahre Betonbauten, 1960er Plattenbauten und 2000er Glasfassaden nebeneinander. Ein planerischer Grundriss ist übrigens nirgendwo zu erkennen: hier wurde ohne Sinn und Verstand drauflos gebaut! Zwei Sehenswürdigkeiten am Rande der Stadt sind historisch wertvoll: eine teilweise rekonstruierte Burgruine und eine für die Beskiden nicht untypische Holzkirche. Keine Stabkirche wie in Norwegen oder Rumänien, aber auch eine sehr interessante Bauweise!
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15km weiter östlich befindet sich eine richtig graue, gesichtslose Industriestadt: Třinec. Graue Kirchen, graue Plattenbauten, graue Einfamilienhäuser und weißer Rauch der über die grauen Straßenzüge am Stahlwerk zieht. Nette Atmosphäre, vor allem an so einem beschissenen Wintertag mit 12 Grad unter Null, wie heute...
Wir fuhren dort natürlich nur zum Eishockeygucken hin: HC Litvínov spielte da schließlich! Für die Nordwestböhmen ist das die weiteste Auswärtsfahrt, sodass es nicht verwunderte, dass nur 12 andere in schwarz-gelb (diesmal auch keine anderen deutschen Fans) den Weg ins tschechisch-polnisch-slowakische Grenzgebiet zu den Oceláři (Stahlwerker) nach Třinec fanden. Viel leiser als das Heimpublikum, dass nur ab und an mit einem Wechselgesang zwischen Hintertorsektor (Stehplatzbereich) und dem Rest der Halle glänzen konnte, waren die 12 allerdings auch nicht.

Die Halle, die sich „Werk aréna“ nennt und direkt neben dem modernisierten Fußballstadion in Sichtweite der Schlote des Stahlwerkes steht, ist ganz ansehnlich: eine Hintertorseite hat Betonstehstufen, die andere alte Kunststoffklappbänke in rot – die beiden Längsseiten sind mit diesen alten Klappbänken in braun-gelb bestückt. Gästefans sind in Block B untergebracht, neben dem sich eine nicht mehr funktionierende Anzeigetafel befindet. Sektor A ist die Hauptseite mit einer verglasten Loge dahinter. Die einzigen Sektoren, in denen man keine Sichteinschränkungen durchs Fangnetz (aber bis hoch in Reihe 6 oder 7 durchs Plexiglas) hat, sind A und E die auch immerhin 130 Kronen (5,60€) kosten. Für überzogene 120 Kronen gibt es hinterm Tor die Plätze – außer für Heimfans im Stehplatzbereich: da sind es nur 80 Kronen für einen Stehplatz.
Wegen zurückgegangener Zuschauerzahlen und enttäuschender Leistungen hauten die Stahlwerker aber heute die Eintrittskarten zu symbolischen Preisen von 10 Kronen (0,40€ für einen Stehplatz) und 20 Kronen (Sitzplatz) raus. Was ein Preisnachlass!

Die Leistung der Oceláři war heute auch alles andere als enttäuschend: einen Wahnsinnsstart legten die da hin: Doppelschlag in der dritten Spielminute, bis zur 12. stand es schon 4:0. Erst im zweiten Drittel kam der völlig überforderte Gast zu guten Gelegenheiten, von denen sie eine verwandelten. Ein starker Schlagschuss halbhoch ins lange Eck sorgte aber für den alten Vier-Tore-Vorsprung. Im letzten Drittel wurde es aber richtig spannend: Litvínov spielte endlich richtig gut Eishockey und setzte die kaum nachlassenden Třinecer nun richtig unter Druck: drei Tore in Folge bis zur Schlussminute und nun Powerplay ohne Torwart. Diese Empty-Net-Situation sollte allerdings – wie so oft – zum Verhängnis werden: die aufgerückte Verteidigung konnte den über die Bande aufs Tor gebrachten Weitschuss nicht mehr klären. 6:4 also am Ende dieser schließlich doch noch mal spannenden und wirklich guten Partie!
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Wir fuhren dann noch mal über die Grenze nach Polen, um in Cieszyn zu übernachten. Das war nämlich einige Euros billiger als in Tschechien. Ein Dreibettzimmer im Hotel „Gambit“ kostete uns nur 39€; Frühstück pro Person: 4,50€ - Parkplatz und Internet gratis. In Tschechien lagen die Angebote alle bei knapp 50€ ohne Frühstück. Auch Benzin war wieder deutlich günstiger als in Tschechien: 1,38€ gegen 1,46€ (Diesel 1,40€ gegen 1,44€). Auffällig war in Cieszyn übrigens noch, wie außer slawischen Dialekten und Sprachen keine anderen gesprochen wurden. Polnisch und Tschechisch sind da kaum auseinander zu halten, da man Schlesisch slawischer Ausprägung (sogenanntes „Schlonsakisch“) spricht, was so eine Mischung aus beidem ist: man schreibt „Schlesien“ z.B. statt wie in Polnisch „Śląsk“ im Schlesischen „Šlonsk“. Beides spricht sich „Schlonsk“. Tschechisch wäre es „Sleszka“. Auch in Třinec fiel dieser Dialekt auf: der Ortsname wurde weicher als normal in Tschechien ausgesprochen (also ziemlich polnisch) und ein Spieler trug den Namen „Bonk“ statt wie es in Polen wäre „Bąk“. Verständigungsprobleme gibt es für Slawischsprecher allerdings nicht: die meisten slawischen Sprachen (so auch Russisch, Polnisch und Tschechisch untereinander) sind so ähnlich, dass eine Verständigung nur unter sehr ungebildeten Menschen und Kindern nicht gut funktioniert.

Statistik:
Grounds: 698 (heute 1 neuer; diese Saison: 104 neue)
Sportveranstaltungen: 1.459 (heute 1, diese Saison: 145)
Tageskilometer: 720 (720 Auto)
Saisonkilometer: 28.510 (19.960 Auto/ 6.600 Flugzeug/ 1.940 Fahrrad/ 10 Bahn, Bus, Tram/ 0 Schiff, Fähre)
Anzahl der Fußballspiele seit dem letzten 0-0: 30
Anzahl der Wochen, seit der letzten Woche ohne eine einzige Sportveranstaltung (31.7.-6.8. 2006): 288

Mittwoch, 12. Oktober 2011

W271II-IV: Ein Wochenende in Prag – Tschechien-Groundhopping in drei Teilen

Fotoalben (Sport):
b) Shotokan Karate Cup in Kostelec n/O (Jugend-Turnier, Kata & Kumite)
e) SPARTA PRAG - SLAVIA PRAG (FRAUENFUßBALLDERBY IM GRÖßTEN STADION DER WELT: STRAHOV)

Fotoalben (Sehenswürdigkeiten):

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* * * Teil I: Der teuerste Club der Liga ist mal wieder nicht der beste * * *

HC Slavia Praha 1:2 HC Dynamo „ČSOB Pojišťovna“ Pardubice
Datum: Freitag, 7. Oktober 2011 – Anbully: 18.15
Übersetzung: HC Slawen Prag - HC „Staatliche Postbank“ Pardubitz
Wettbewerb: sogenannte „Tipsport“ Extra Liga Hokej (1. Tschechische Profi-Eishockeyliga)
Ergebnis: 1:2 nach 60 Min. (3x20) – Drittel: 0:1, 1:1, 0:0
Tore: 0-1 11.39 Martin Bartek, 0-2 23.18 Tomáš Zohorna, 1-2 30.29 Petr Kuboš
Strafzeiten: Jakub Šulc 4, Vladimír Růžička 2, Tomáš Hertl 2, Jiří Vašíček 2, Bankstrafe 2 (Slavia = 12 Minuten); Jan Kolář 2, Václav Benák 2, Jakub Nakládal 2 (Pardubice = 6 Minuten)
Spielort: sogenannte „O2 arena“ (Kap. 17.360 Sitzplätze, davon heute ca. 11.000 freigegeben)
Zuschauer: 4.486 (darunter ca. 500 Gästefans)
Unterhaltungswert: 6,5/10 (Für die tschechische Liga war das nur Mittelmaß, da dem Spiel etwas an Tempo fehlte – dafür fehlte es aber nicht an Spannung, auch wenn Slavia bis zur 45. weitestgehend abgemeldet war)
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Photos and English version:
a) Slavia Prague v Dynamo Pardubice (Czech Hockey League)
c) BOTANICAL GARDEN OF PRAGUE (BOTANICKA ZAHRADA)

Freitag frühs ging es zum Abschluss der vorlesungsfreien Zeit noch einmal in die Tschechische Republik. Erste Besichtigungen unternahmen wir in Doksany – dort gibt es ein Kloster, dessen Vorbauten zwar verfallen sind, aber dessen barocke Kirche sehr gut restauriert wurde – und dann in Veltrusy: dort ist ein Schloss mit einem riesigen Landschaftspark (ohne größere Highlights allerdings) recht sehenswert. Das war’s dann auch schon mit architektonischen Sehenswürdigkeiten heute, da wir alle anderen architektonischen Sights auf dem Weg nach Prag schon kennen und die Hauptstadt schließlich bis auf einige Sportanlagen und den botanischen Garten nichts wichtiges Unbekanntes mehr für uns bereithält. Ebendiesen botanischen Garten besuchten wir aber auch und wurden in unseren Erwartungen noch übertroffen: für sehr hohe 120 Kronen (=5€, aber Studenten zahlen bei Vorlage des ISIC nur die Hälfte) bekommt man in einem großen Gewächshauskomplex und einer riesigen Freilandanlage nach Themen gestaffelt zehntausende Pflanzen gezeigt. Einige der Pflanzen hatte ich noch nie gesehen und etliche der mir bekannten Arten waren hier besonders schöne Exemplare: so u.a. eine blühende Madagaskarpalme und verzwirbelte Ulmen-Bonsai. Also der botanische Garten in Prag kann problemlos mit den noch teureren deutschen Spitzen-Gärten wie Berlin und Frankfurt mithalten bzw. diese sogar nach an Schönheit der Pflanzen und deren Präsentierung überbieten. Schon allein der „Fata Morgana“ genannte Gewächshauskomplex ist ein echter Knaller und danach kommen gleich ein japanischer Garten, den ich in solcher Korrektheit noch nie in Deutschland gesehen habe, sowie südamerikanische Halbwüstenlandschaften.
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Wir checkten noch ins „Brillant“ in der Prosecka ein (30€ pro Doppelzimmer und Nacht + Frühstück ist extrem niedrig für Prag und auch nach dem zweiten Besuch in diesem Hotel kann ich die einfache aber gute Unterkunft nur empfehlen!), aßen in Kobylisi bei einem Chinesen (das war das erste Mal, dass wir in Tschechien mal nicht böhmisch aßen, aber außer Trinklokalen (Pivnica) gab es da nichts anderes und gut sowie preisgünstig war es auch) und gingen schließlich vom Hotel aus die anderthalb Kilometer zur sogenannten O2-World, der größten Mehrzweckhalle Tschechiens.

Heute war dort Eishockey: knapp 5.000 Zuschauer verloren sich auf 17.360 Sitzplätzen von denen die besten (die günstigen im Oberrang) auch noch gesperrt waren. Asoziale 180 Kronen (7,50€!) wurden für eine mittelmäßige Karte auf Torhöhe verlangt. Wahnsinn! Kein Verein der EHL – nicht mal Sparta – ist so krank überteuert wie diese größenwahnsinnigen Arschkrampen von Slavia! Dabei sind die nicht mehr als spielerisches Mittelmaß! Die Halle ist auch noch ziemlicher Dreck: von außen rechts eindrucksvoll aber von Innen eine von O2 verbesserte, aber eben merklich von Saskia dahingekackte, herkömmliche 0815-Scheiße. Die O2-World in Berlin ist farblich schöner gelungen und architektonisch weit höherwertiger, obwohl sie etwas weniger Plätze hat (bei Eishockeyspielen sind es 14.200). Die Sitze wie auch die Tribünenkonstruktionen sind in der Prager O2-Arena einfach nur minderwertiger Dreck. Da sieht man, warum in so vielen Ländern Deutschland für Ingenieurstechnik berühmt ist und nicht etwa Tschechien...

Dafür, dass die Halle schwach gefüllt war – gut: parallel spielte ja auch die tschechische Fußball-N11 gegen Spanien im Stadion von Sparta und verlor leider: in Tschechien gibt es halt ein Überangebot an Sport – war die Stimmung ganz ordentlich. Hinter den Toren feierten Gruppen von jeweils etwa 400 Zuschauern ihre Teams ausdauernd ab. Erstaunlich war die Zahl der Gästefans, bei denen wir gelandet waren, da ich an der Kasse nicht richtig aufgepasst hatte – wollte ja eigentlich auch Karten für den Oberrang, aber der war ja gesperrt, da mal wieder keine fünfstellige Zuschauerzahl zu erwarten gewesen war: so was gibt es bei den „Slawen“ nur in den Play-offs und gegen die „Spartaner“ – die bei rund 500 lag. Die machten auch richtig guten Support, wobei sie außer einer Überziehfahne keine optischen Sachen zeigten wie die Heimfans, die noch zur Überziehfahne ein paar Bänder, Flaggen und Transparente entrollten.

Das Spiel sah in den ersten fünf Minuten keine Torgelegenheit, doch nahm zusehends an Fahrt auf. Das erste Drittel wurde klar von Pardubice bestimmt, die selbst in Unterzahl noch Druck auf die Heimmannschaft ausübten. Völlig verdient erzielten sie auch den ersten Treffer der Partie. Ein Schlagschuss ins lange Eck war dann der zweite Treffer, den die Gäste dann im zweiten Drittel bejubeln konnten. In diesem Spielabschnitt gab es auch die besten Szenen – so auch den strammen Schuss unter die Latte zum 1:2. Erst im dritten Drittel zeigte Slavia mal richtig was: sie gingen richtig auf die Scheibe und setzten Pardubice enorm unter Druck. Da sie erst im letzten Drittel mit ordentlichem Spielen anfingen, kann man den Auswärtssieg aber nur als verdient bezeichnen. Dynamo Pardubice – jetzt ČSOB Pojišťovna Pardubice, letzte Saison Eaton Pardubice, davor Moeller Pardubice, davor was weiß ich Pardubice... – gönne ich diesen Sieg absolut. Wenn man als Hauptstadtclub schon so großkotzig daherkommt wie Slavia, kann man auch mal mehr als 15 Minuten Spitzeneishockey spielen.

Von der Halle bis zum Hotel waren es dann knapp 20 Minuten Bergaufmarsch, u.a. an einer Sommerrodelbahn, die gerade ein Nachtrodeln unter Flutlicht veranstaltete, vorbei.
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Statistik:
Grounds: 644 (heute 1 neue; diese Saison: 52 neue)
Sportveranstaltungen: 1.375 (heute 1, diese Saison: 61)
Tageskilometer: 330 (330 Auto)
Saisonkilometer: 10.280 (8.840 Auto/ 1.440 Fahrrad/ 0 Flugzeug/ 0 Bahn, Bus, Tram/ 0 Schiff, Fähre)
Anzahl der Fußballspiele seit dem letzten 0-0: 93
Anzahl der Wochen, seit der letzten Woche ohne eine einzige Sportveranstaltung (31.7.-6.8. 2006): 271

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* * * Teil II: Karate in Kostelec und Torflut in Týniště * * *

Shotokan Cup Kostelec nad Orlicí :
Internationales Turnier im Shotokan-Karate in Adlerkosteletz
Datum: Samstag, 8. Oktober 2011 – Beginn: 9.00
Wettkampfklassen: Jugend männlich/ weiblich, Senioren (jeweils Kata/ Kumite), Qualifikation zur tschechischen Meisterschaft 
Sieger: werden nachgetragen
Austragungsort: Sportovní hala vyšší odborné školy (Sporthalle der Berufsoberschule/ Kap. 150 Stehplätze)
Zuschauer: ca. 200
Unterhaltungswert: 7,0/10 (Echt gutes Turnier, auch wenn die Organisation zu wünschen übrig ließ)

SK Týniště nad Orlicí 7:2 TJ Slovan Broumov
Datum: Samstag, 10. Oktober 2011 – Anstoß: 16.00
Übersetzung: SC Tinischt am Adler – TV Slawen Braunau
Wettbewerb: sogenannte „VOTROK“ Krajský přebor královéhradecký kraj (Bezirksliga Königgrätz/ 5. tschechische Fußballliga, 1. Amateurliga)
Ergebnis: 7:2 nach 90 Min. (45/45) – Halbzeit: 4:2
Tore: 1-0 8. Merganc, 1-1 19. Pohl, 1-2 21. Hušek, 2-2 22. R. Schod, 3-2 25. Vydarený (Foulelfmeter), 4-2 32. R. Schod, 5-2 54. Merganc, 6-2 76. Jedličká, 7-2 90. Novák
Verwarnungen: 3x Týniště; 1x Broumov
Platzverweise: keine
Spielort: Stadion Olšina (Stadion Olschina-Straße/ Kap. 1.200, davon 200 Sitzplätze)
Zuschauer: ca. 200 (Gästefans: ca. 1)
Unterhaltungswert: 9,0/10 (Wirklich geniales Spiel mit Offensivfeuerwerk und bestem Einsatz)
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Photos and English version:
b) SK Týniště nad Orlicí crush TJ Slovan Broumov 7:2 (Czech Amateur Football Top Flight)

Samstag ging es mal wieder um 7 los. Das Frühstück im Hotel war gut, das Wetter nicht, aber die Besichtigungen ließen einen das nasskalte Herbstwetter vergessen. Erst einmal haben wir den Marktplatz und das Schloss von Poděbrady angeguckt, dann hielten wir in Chlumec nad Citlinou für ein paar Fotos des sehr ansehnlichen und von einem schönen Garten umgebenen Barockschlosses. Die nächste Station war dann auch schon Hradec Králové. Wenn man in den Ort rein fährt, sieht es fürchterlich aus: minderwertige und verrottete Architektur überwiegt. Doch hat man den Stadtkern erreicht, bekommt man sehr schönen böhmischen Barock und Renaissance zu sehen. Častolovice ist ein sehr schönes, barockes Schloss mit eindrucksvollem Innenhof und tollem Landschaftspark. Der Nachbarort Kostelec nad Orlicí hat nur eine bessere Villa als Barockschloss zu bieten, aber hier waren wir ja auch wegen Sport gekommen.

Die Informationspolitik im Internet war zwar äußerst unprofessionell und die Organisation insbesondere für Zuschauer mangelhaft (viel zu wenige Plätze, viel zu kleine Halle, kaum ausreichende Kapazitäten für die Sportler), aber trotzdem war es sehr lohnend das Qualifikationsturnier zur tschechischen Meisterschaft im Shotokan-Karate anzuschauen. Wir kamen als die Finals im Kata – das ist der Kampf mit dem imaginären Gegner: ein Kämpfer oder eine Gruppen von Kämpfern führt eine choreographierte Darbietung, in der diverse Techniken präsentiert werden, vor – liefen, in die kleine Schulsporthalle. Die Halle ist ein sanierter sozialistischer Bau in Kastenform.
Interessanter als das an Sporttanzen erinnernde Kata ist der Kumite-Wettbewerb, wo sich zwei Kämpfer gegenüber stehen und nach Trefferpunkten die Fäuste fliegen lassen und auch ordentliche Tritttechniken ausführen. Allerdings wird beim Shotokan nicht volle Kanne durchgezogen – schon gar nicht bei den Junioren, die das Hauptstarterfeld ausmachten. Wem Shotokan da zu lasch ist, muss Kyokushin gucken – oder gleich das verwandte Taekwondo.

Die Kata-Darbietungen lassen sich nicht wirklich weiter beschreiben und dem, der zum ersten Mal Kumite sieht, fehlen da auch etwas die Worte – hat aber klare Ähnlichkeiten mit Kickboxen – sodass ich nur zwei recht interessante Szenen an dieser Stelle beschreibe: zwei etwa 12jährige Jungs treten gegeneinander an, der eine stößt den anderen mit Faust- und Beinarbeit auf die Matte und deutet dann einen Schlag von oben auf den Kopf nur an (bei manchen Kampfsportarten hätte der voll durchzerren dürfen) – und dann war auch noch ein sehr guter Mädchen-Kampf von zwei 14-, 15jährigen Kämpferinnen: die eine setzte mehrere gute aber auch ein paar unsaubere Aktionen und lag in Führung bis 20 Sekunden vor Schluss, die Gegnerin schien unterlegen da sie schmerzverzerrt nach mehreren Tritten vor die Brust und einem, der bestenfalls 10cm unterm Bauchnabel landete, angeschlagen auf der Matte stand, doch sie setzte noch die entscheidenden, überlegten Tritt- und Schlagtechniken um einen Sieg zu erzielen. Mit Weinen fing sie erst an, als sie dem Trainer nach dem Kampf erklärte wo es weh tut...
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Wir verließen die Halle nach über drei Stunden um 15.20 und waren dann 15.45 in Týniště nad Orlicí, einem ziemlich gesichtslosen Nest, wo es aber immerhin ein schönes Stadion gibt. Das liegt recht idyllisch am Waldrand und hat vor allem eine herrliche Holztribüne – man sitzt da drei Meter überm Spielfeld und vier Reihen Holzbänke in nicht gerade bundesligatauglichen Zustand laden zum Zugucken ein – zu bieten.

Der einheimische Verein SK Týniště nad Orlicí ist in der höchsten Amateurspielklasse, der krajský přebor (also Bezirksliga), Tabellenzweiter. Für den Gastverein aus Broumov an der Grenze zu Polen, sieht es nicht so gut aus: hinteres Mittelfeld. Broumov wurde früher übrigens manchmal fälschlich als Geburtsort Adolf Hitlers angesehen: die deutsche Namensversion ist nämlich Braunau, sodass es Verwechslungen mit Braunau am Inn gab...

Der einzige Gästefans sah dann auch keineswegs aus wie Hitler, sondern eher wie Karl Marx: ein Rauschebart, allerdings einer der lauten, versoffenen Art – so einer sorgt immer für beste Unterhaltung am Spielfeldrand. Man guckte allerdings kaum an den Spielfeldrand, da auf dem nassen Grün so richtig die Post abging. Von der ersten Minute an lieferten sich Týniště nad Orlicí und Broumov einen extrem offensiven Schlagabtausch mit einigen schönen und fast immer sauberen Zweikämpfen, aber vor allem hervorragenden Torszenen. Ein Schuss aus 15 Metern ins lange Eck sicherte dem Favoriten bereits nach acht Minuten die Führung. Doch innerhalb von zweieinhalb Minuten gingen die Gäste in Führung. Das 1:2 wurde auch nur durch einen haarsträubenden Abwehrfehler von Týniště n/O möglich. Diese ließen sich aber nicht lange Zeit, gingen sofort wieder in die Offensive über und erzielten den Ausgleich. Nur drei Minuten später holten sie einen Elfer raus und gingen so wieder in Führung. Das 4:2 ließ auch nur weitere acht Minuten auf sich warten: dabei ging ein Stürmer im Strafraum dazwischen, als ein Verteidiger den Ball nicht schnell genug wegbekam - so konnte der Torwart mit einer Bogenlampe überrumpelt werden.

Nach der Pause war SK Týniště die deutlich bessere Mannschaft, die in einem weiterhin hervorragenden Spiel noch drei weitere Tore draufgab. 7:2 war der eindrucksvoll hohe Endstand.

Für Essen sorgten wir dann in einem der Motorests der Gegend: das in Týniště nad Orlicí selbst ist eine schöne Holzhütte mit Motel und bietet echt gutes Essen an. Als Suppe des Tages gab es übrigens eine berüchtigte Kuttelsuppe mit viel Knoblauch...
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Statistik:
Grounds: 646 (heute 2 neue; diese Saison: 52 neue)
Sportveranstaltungen: 1.378 (heute 2, diese Saison: 64)
Tageskilometer: 270 (270 Auto)
Saisonkilometer: 10.550 (9.110 Auto/ 1.440 Fahrrad/ 0 Flugzeug/ 0 Bahn, Bus, Tram/ 0 Schiff, Fähre)
Anzahl der Fußballspiele seit dem letzten 0-0: 94
Anzahl der Wochen, seit der letzten Woche ohne eine einzige Sportveranstaltung (31.7.-6.8. 2006): 271

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* * * Teil II: Meteore schlagen im Tor von Blšany ein + Frauenfußball im größten Stadion der Welt + Sparta siegt im Penalty-Schießen * * *

FK Meteor Praha VIII 5:0 FK Chmel Blšany
Datum: Sonntag, 9. Oktober 2011 – Anstoß: 10.15
Übersetzung: FC Meteor Prag/ 8. Bezirk – FC Hopfen Flöhau
Wettbewerb: Divize B (4. tschechische Fußballliga, 2. Halbprofiliga)
Ergebnis: 5:0 nach 90 Min. (45/45) – Halbzeit: 1:0
Tore: 1-0 25. Fíček, 2-0 65. Fíček, 3-0 67. Jelínek, 4-0 77. Fíček, 5-0 79. Jelínek
Verwarnungen: Štefan (Meteor); Jelínek, Zinhasovič, Siegl st. (Chmel)
Platzverweise: keine
Spielort: areál Libeň, hlavní stadión FK Meteor Praha VIII (Sportanlage Prag-Lieben, Hauptplatz/ Kap. 3.500, davon 500 Sitzplätze)
Zuschauer: ca. 150 (davon zahlende: 135, Gästefans: ca. 15)
Unterhaltungswert: 5,0/10 (In der ersten Hälfte war Chmel gut und Meteor trotz eines Treffers schwach - in der zweiten Meteor klar besser und Chmel ganz schwach)

AC Sparta Praha (ženy) 1:1 FK Slavia Praha (ženy)
Datum: Sonntag, 9. Oktober 2011 – Anstoß: 14.00
Übersetzung: AC Sparta Prag/ Frauen – FC Slawen Prag (Frauen)
Wettbewerb: I. liga žen (1. tschechische Frauenfußballliga)
Ergebnis: 1:1 nach 94 Min. (46/48) – Halbzeit: 0:1
Tore: 0-1 2. Petra Divišova, 1-1 70. Irena Martínková
Verwarnungen: Irena Martínková, Petra Vyštejnová, Karolína Nováková, Lucia Ondrušová (Sparta); Andea Budošová, Lucie Voňková, Adéla Odehnálová, Aneta Kulichová (Slavia)
Platzverweise: keine
Spielort: Velký strahovský stadion, hřiště 1 (Großes Strahov-Stadion, Platz 1/ Kapazität des Gesamtstadions: 200.000 [150.000 Sitz- und 50.000 Stehplätze], davon freigegeben: 40.000 Stehplätze, davon entfallen auf Platz 1: 5.000 Stehplätze + 15.000 gesperrte Sitzplätze)
Zuschauer: ca. 400 (davon Sparta: ca. 300, Slavia: ca. 100)
Unterhaltungswert: 6,5/10 (Wirklich gutes, athletisches und kämpferisch geführtes Spiel – allerdings mit zu wenigen Torszenen)

HC Sparta Praha 3:2 HC Oceláři Třinec
Datum: Freitag, 7. Oktober 2011 – Anbully: 17.00
Übersetzung: EHC Sparta Prag – HC Stahlwerker Trzynietz
Wettbewerb: sogenannte „Tipsport“ Extra Liga Hokej (1. Tschechische Profi-Eishockeyliga)
Ergebnis: 3:2 nach 65 Min. + Penalty-Schießen – Drittel: 1:1, 1:0, 0:1; Verlängerung: 0:0, Penalties: 2:0
Tore: 1-0 9.13 Michal Broš, 1-1 18.50 Stanislav Hudec, 2-1 32.14 Tomáš Rachůnek, 2-2 57.18 Jan Peterek; 3-2 Michal Broš (1. Penalty), 4-2 Petr Ton (2. Penalty)
Vergebener Penalty im Spiel: 17.16 Alex Foster (Sparta) scheitert an Peter Hamerlík (Třinec-Torwart)
Strafzeiten: Alex Foster 2, Troy Milam 2, Michal Sersen 2, Dominik Pacovský 2, Jan Hanzlík 2, Petr Tenkrát 2, Jiří Kučný 2, Jaroslav Kasík 2 (Sparta = 16 Minuten); Lukáš Zíb 10, Bryan McGregor 4, Martin Adamský 4, Patrik Valčák 2, Jan Peterek 2, Josef Hrabal 2, Rostislav Marosz 2, Jiří Polanský 2, Martin Lojek 2, Petr Hořava 2 (Třinec = 32 Minuten)
Spielort: Sportovní hala Sparty/ sog. Tesla „Arena“ (Kap. 13.995 Sitzplätze, davon heute geöffnet: ca. 9.000)
Zuschauer: 3.707 (darunter ca. 80 Gästefans)
Unterhaltungswert: 7,0/10 (Gutes und vor allem spannendes Spiel)
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Photos and English version:
a) Meteor Praha VIII v FK Chmel Blšany (Czech Regional Football Division)
b) SPARTA PRAGUE v SLAVIA PRAGUE (WOMEN’S FOOTBALL DERBY AT WORLD’S LARGEST STADIUM [STRAHOV])
c) Sparta Prague v Oceláři Třinec (Top Flight in Czech Ice Hockey)

Am Sonntag waren wir diesmal nur mit Sport gucken beschäftigt. Los ging es im 8. Stadtbezirk beim 10.15-Spiel der Divize B, der vierten tschechischen Fußballliga. Aufgrund der üblichen Konkurse und Neuordnungen, die das tschechische Ligensystem recht unübersichtlich machen, ist auch der 3. der Amateurliga krajský přebor Ustecký kraj, also unser FK Chmel Blšany, in diese halbprofessionelle, mit der deutschen Oberliga vergleichbaren Liga, aufgestiegen. Dass sie besser das Aufstiegsrecht zurückgegeben hätten, sah man heute besonders deutlich.

Beide standen hinten drin: Blšany hatte erst drei Unentschieden in acht Spielen erreicht und war somit Letzter und knapp davor, als 13. von 16, Meteor Praha mit zwei Siegen. Interessanterweise spielte die ersten 45 Minuten nur Blšany, doch die wenigen guten Chancen die sie hatten vergaben sie und die übrigen Angriffe hatten vor allem aus unzulänglicher Schusstechnik keinen Erfolg. Mit einem billigen Konter traf Meteor das erste Mal noch vor der Pause.
Die zweiten 45 Minuten sahen ganz anders aus: Blšany kam kaum noch vor den Kasten des Gegners, während der Gastgeber nun das Tor belagerte. Meistens geschah das ziemlich stümperhaft, aber vor allem der Neuner Fíček (er hatte bereits das 1:0 erzielt), zeigte etliche gute Szenen und traf drei Mal. Das beste Tor war allerdings das 3:0 – ein Heber über den herauseilenden Klíma, der nichts zu den Gegentoren konnte und sich auch bei 5:0 nicht nehmen ließ den Ball bis fast an den Mittelkreis um zwei Gegner herum zu führen – während der dritte Treffer des besten Prager Meteors aus Abseitsposition erzielt wurde. Das 5:0 war schon etwas zu hoch, aber zeigte nur, dass Blšany leider völlig überfordert ist mit dieser 4. Liga. Nachdem aber fast alle Abstiege nur durch Zwangsrelegationen und Lizenzentzüge, die wie so oft in Osteuropa rechtlichen Grundlagen entbehren und mitunter aus reiner Willkür verhängt werden, da sich Vereinsleute auf der einen mit Verbandsangehörigen auf der anderen Seite überworfen haben, wird dieser Abstieg des FK Chmel mal ein sportlicher sein. Aber wenn sie doch noch das Wunder schaffen sollten und mit ein paar Siegen die erforderlichen drei Mannschaften hinter sich lassen sollten, dann wird man schon eine Woche nach dem letzten Spieltag einen Grund finden, dass sie trotzdem absteigen müssen – wie beim letzten Abstieg aus der Divize vor drei Jahren.

Das Beste an dem sinnlosen Aufstieg der Hopfenkicker war natürlich, dass wir einen Grund hatten, ein Spiel bei Meteor zu gucken. Deren Stadion ist wirklich klasse: auf der einen Seite ein hoher Graswall mit Pappeln, hinter dem einen Tor verrottete Wirtschaftsgebäude und eine uralte Anzeigetafel mit 45-Minuten-Uhr, hinter dem anderen Tor eine enge Stehtribüne mit brüchigen Betonstufen und auf der zweiten Längsseite der Knaller: eine große, teilweise grün-weiß gestrichene Holztribüne mit Überdachung, 500 Sitzplätzen die in drei Blöcken unterteilt in Form von Holzbänken zu finden sind, und dahinter 1.500 Stehplätzen (ebenfalls alles Holzplanken) und einer Sprecherkabine.
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Wir fuhren dann erstmal zur Eissporthalle von Sparta Praha, der sogenannten Tesla-Arena, die am Messegelände liegt. Die Messe hat einige sehr interessante historistische Gebäude, die teilweise sogar Renaissance nachstellen, was sehr selten ist für den Historismus. An der Halle holten wir erstmal nur Karten. Übrigens deutlich billiger als bei Slavia, obwohl die Halle besser und die Mannschaft meist stärker ist. Auch Studentenermäßigung gab es (nur mit ISIC, aber den sollte ein viel reisender Student eh haben!), wobei man auch sagen muss, dass die Karten immer noch überdurchschnittlich teuer waren.

Eishockey war am Abend, erstmal guckten wir noch ein weiteres Fußballspiel. Das fand in einem noch krasseren Stadion statt: das Velký Strahovský ist mit 200.000 Plätzen das größte der Welt. Ja! Zweihunderttausend! Allerdings sind heutzutage nur noch 40.000 Stehplätze im Unterrang auf der einen Seite vor den Plätzen 1, 2 und 3 freigegeben. Aber die massiven Steinstufen die sich vor noch massiveren, teilweise überdachten Sitzplätzen – verrottete Holzbänke sind das – befinden, machen schon etwas daher. Das Stadion hat nicht nur einen Platz. Vor allem ist die Grundfläche riesig - die Tribünen sind ja nicht so wahnsinnig hoch - sodass neben einer modern gebauten, zweistöckigen Geschäftsstelle von Sparta noch sechs Großfeld- und zwei Kleinfeldplätze hinein passen. Die meisten Spiele finden in diesem verrotten aber sehr eindrucksvollen Stadion auf Platz 1 statt. Neben Jugendfußball kann man auch Frauenfußball sehen.

Die mit Abstand besten tschechischen Frauenfußballmannschaften – beide sind in dieser Saison mit 5 Siegen und sehr deutlichen Torverhältnissen an die Tabellenspitze gestartet und haben eigentlich keine Konkurrenz in der Liga – sind Sparta und Slavia Prag. Die Frauennationalmannschaft ist international bestenfalls Mittelmaß und besteht fast nur aus Spielerinnen dieser beiden Vereinen. In Sachen Frauensport ist Tschechien ohnehin ein Entwicklungsland: bei einer Statistik wie > 1. Liga; Sparta gegen Plzeň 11:0 vor 50 Zuschauern < braucht ich ja eigentlich nicht weiter auszuführen, wieso ich das so schreibe. Ich muss nur noch mal darauf hinweisen, dass während im Männersport Tschechien im Eishockey Weltklasse, im Fußball sehr stark, im Handball gut usw. ist, im Frauensport fast nirgendwo auch nur international zweit- oder drittklassige Leistungen gebracht werden – und das bei dem niedrigeren Konkurrenzdruck in fast jedem Frauensport. Heute gab es übrigens einen weit überdurchschnittlichen Besuch: die Rekordzahl von 400 Zuschauern liegt zwar immer noch unter dem Durchschnitt der Frauenfußballbundesliga, aber war bisher die höchste in der ganzen Saison. Ganz, ganz selten kommen zu meisterschaftsentscheidenden Spielen oder Pokalfinals mal 1.000 oder 1.200 Zuschauer. Dabei sind die Fußballerinnen noch jene Sportlerinnen, die den meisten Zuschauerzuspruch erhalten. Das zeigt aber wiederum nur, dass Tschechinnen recht desinteressiert am Sport sein müssen – auch wenn in unserem östlichen Nachbarland die Meinung noch deutlich verbreiteter ist, dass so Körperertüchtigung wie Fußball oder Kampfsport nicht damenhaft ist, weswegen von Männern kaum Unterstützung kommt – wenn man auch bedenkt, dass von den 400 Zuschauern etwa 300 Männer waren. Bei einem Männerfußballspiel wären dieses Verhältnis auch so ausgefallen. Erstaunlich war es aber, dass man in dieser Liga ein so gutes Spiel sah. Auch wenn die eigentlich in ihrer eigenen Liga spielen, aber gegeneinander muss man erstmal was Ordentliches zeigen. Der Start war schon furios: eine Spielerin von Slavia kämpfte sich durch die Abwehr, grätschte den Ball an der Torhüterin vorbei und netzte so zum 0:1 ein. Kämpfen ist dann auch das richtige Stichwort: grob gefoult wurde zwar nicht und die Schiedsrichterin pfiff viel zu kleinlich – aber das ist natürlich oft ein Problem im Frauenfußball, egal ob in Tschechien, Deutschland oder sonstwo: einige Spielerinnen haben schon echt hohes Niveau erreicht, aber eigentlich kann man nur Männer pfeifen lassen, da es nicht zum aushalten ist, was weibliche Schiedsrichter für eine Scheiße verzapfen (und manche von den Quotenfrauen dürfen sogar Männerspieler pfeifen; Mann, Mann, Mann...) – aber um den Ball gekämpft wurde echt ordentlich. Viele der Spielerinnen waren auch ziemlich athletisch. Wenn da mal der Gegner und nicht der Ball getroffen wurde, fing die Gegnerin nicht gleich an zu flennen, wie ich das in Deutschland unterhalb der Bundesliga mehrfach gesehen habe: da wurde einfach wieder aufgestanden. Das Spiel war insgesamt sehr ausgeglichen, mit etwas wenigen Torszenen. Eine Torszene hätte zum Elfmeter für Slavia führen müssen, aber das Schiedsrichterinnengespannin war ja wie gesagt schwach. Doch ein zweites Tor sollte es trotzdem geben: Angriff Sparta, Abwehrfehler, Torwartfehler, Torhüterin ausgespielt und locker eingeschoben zum Ausgleich. Bei den beiden Toren sah man aber auch woran es haperte: bis auf ganz wenige feuerten selbst bei diesen „Topp“-Mannschaft die Spielerinnen Schüsse ab, die ich manchmal schon bei D-Jugendlichen besser gesehen habe. Und die Spielerinnen, die mehr Kraft haben – eine athletische Spartanerin zum Beispiel: so stramm wie die Nr. 6 schießen auch viele männliche Amateurfußballer nicht – schießen dann zu unplatziert. Wahrscheinlich werden in der Liga generell über 90% der Tore per Abstauber und Schuss aus weniger als 10 Metern erzielt... IMG_4182
Dann ging es in die Tesla-Arena. Da musste man dann erstmal asoziale 100Kronen (4,25€) Parkgebühr entrichten. Die Halle lohnt aber absolut den Besuch: tolles Tonnengewölbe, innen ziemlich quadratische Tribünenanordnung, diese steigen steil an und sind auf den Längsseiten noch in Logen unterteilt und mit Metall- und Kunststoffbänken bestückt. Nur wenige moderne Schalensitze sind in manchen, besonders teueren Sektoren angebracht. Auf den Plätzen im unteren Tribünenbereich stören die Plexiglasscheiben. Dafür sind die Fangnetz sehr knapp und nur hinterm Tor.

Stimmung kam übrigens nur von einer handvoll Gästeanhänger – u.a. auch einem Prager Oceláři-Fanclub – und dem einen halben Hintertorblock, wo sich mal 200 sangeslustige Spartaner eingefunden hatten. Apropos Spartaner: die Sparta-Leute benennen sich ja selbst nach den Spartanern, sodass es auch wenig wundert, dass auf solche antike Völker wie Spartaner und Römer in der Halle angespielt wurde: ein Gladiator als Maskottchen und zum Einmarsch der Mannschaften ein Video in dem Szenen aus „300“ („This is Sparta“ usw.) mit Eishockeyszenen vermischt werden. Außerdem gibt es auch beim Anzeigen von Strafen Sparta-Eishockey-Sketche auf dem Videowürfel: ein Schwertkämpfer diskutiert aufgerecht mit einem Eishockey-Schiri, der pfeift und zeigt zwei Minuten wegen hohen Stocks an; dann sieht man den Gegner des Schwertkämpfers – ein Gladiator mit Zwei-Meter-Dreizack – der auf die Strafbank muss.

Das Spiel von Sparta gegen die „Stahlwerker“ aus Třinec fing gut an. Sparta ging in einem flotten Duell ziemlich schnell in Führung. Das erste Drittel war aber weitestgehend ausgeglichen, sodass es nicht verwunderte, dass Třinec bald den Ausgleich erzielte. Im zweiten Drittel war Sparta überlegen – allerdings sprang dabei wieder nur ein Tor heraus. Schließlich kam es wie es kommen musste: Třinec glich kurz vor der Schlusssirene noch mal aus. Die Verlängerung war sinnlos, sodass es im Penaltyschießen um den zweiten Punkt ging. Sparta eröffnete den Zweikampf Schütze gegen Torwart und ging in Führung. Spartas Torwart Pöpperle parierte. Dann traf Sparta noch einmal und Pöpperle hielt wieder. So wurde Sparta ein 3:2 gutgeschrieben.

Über tschechische Landstraßen und deutsche Autobahnen brauchten wir für über 300km fast vier Stunden.
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Statistik:
Grounds: 649 (heute 3 neue; diese Saison: 55 neue)
Sportveranstaltungen: 1.381 (heute 3, diese Saison: 67)
Tageskilometer: 310 (310 Auto)
Saisonkilometer: 10.860 (9.420 Auto/ 1.440 Fahrrad/ 0 Flugzeug/ 0 Bahn, Bus, Tram/ 0 Schiff, Fähre)
Anzahl der Fußballspiele seit dem letzten 0-0: 96
Anzahl der Wochen, seit der letzten Woche ohne eine einzige Sportveranstaltung (31.7.-6.8. 2006): 271