Dienstag, 3. Dezember 2013

W383III: Mal eben ins spanischbesetzte Sebta rübergemacht und alle drei Stadien abgehakt

Agrupación Deportiva Ceuta Fútbol Club
............................ 1:0 (0:0) ...........................
--- Conil de la Frontera Club de Fútbol ---
- Datum: Sonntag, 1. Dezember 2013 – Anstoß: 17.00
- Wettbewerb: Tercera División, Grupo 10 (Dritte Abteilung, Gruppe 10; 4. Spanische Fußballiga, 2. Halbprofiliga)
- Ergebnis: 1-0 nach 92 Min. (46/46) – Halbzeit: 0-0
- Tor: 84. Said Moussaui
- Verwarnungen: Ismael Maruja (Ceuta); Jose Crespo Garrido (Conil)
- Platzverweise: Borja Gil von Ceuta (69. Notbremse); Fran Cortés von Conil (77. Tätlichkeit)
- Spielort: Estadio Alfonso Murube (Kap. 5.000, davon 2.000 Sitzplätze)
- Zuschauer: ca. 400 (davon keine Gästefans?)
- Unterhaltungswert: 6,5/10 (Ganz gutes und v.a. spannendes Spiel)

Club Deportivo Puerto Disa/ Ceuta
............... Abbr. (2:1 (0:1)) ................
Club Deportivo Dínamo Ceutí 2013
- Datum: Sonntag, 1. Dezember 2013 – Anstoß: 12.45
- Wettbewerb: Regional Preferente Ceuta (Regionalklasse Ceuta; 5. Spanische Fußballiga, einzige Spielklasse des Regionalverbandes der Autonomen Stadt Ceuta)
- Ergebnis: Spielabbruch wegen Bedrohung des Schiedsrichters nach 80 Minuten (44/36) beim Spielstand von 2-1 – Halbzeit: 0-1
- Tore: 0-1 2. (16), 1-1 73. (7), 2-1 75. (NN)
- Verwarnungen: Nr. 14 (Puerto); Nr. 6 (Dínamo)
- Platzverweise: Nr. 7 von Dínamo (78. Tätlichkeit)
- Spielort: Campo del fútbol “54“ José Martinez “Pirri“ (Kap. 1.035, davon 35 Sitzplätze)
- Zuschauer: ca. 40 (davon ca. 20 Gästefans)
- Unterhaltungswert: 5,5/10 (Bis Puerto das Spiel kippte, war das niveauloses Gekicke – und nach dem sie es gekippt hatten, ging es noch mal anderweitig rund…)

Agrupación Deportiva Ceuta Fútbol Club (B)
............................... 0:1 (0:1) ..............................
-------- Murallas de Ceuta Fútbol Club --------
- Datum: Sonntag, 1. Dezember 2013 – Anstoß: 10.00
- Wettbewerb: Regional Preferente Ceuta (Regionalklasse Ceuta; 5. Spanische Fußballiga, einzige Spielklasse des Regionalverbandes der Autonomen Stadt Ceuta)
- Ergebnis: 0-1 nach 91 Min. (45/46) – Halbzeit: 0-1
- Tor: 0-1 2. (9)
- Verwarnungen: Nr. 5, 10 (Ceuta B)
- Platzverweise: keine
- Spielort: Estadio José Benoliel (Kap. 1.024, davon 24 Sitzplätze)
- Zuschauer: ca. 20 (davon ca. 10 Gästefans)
- Unterhaltungswert: 3,0/10 (Toller Beginn, starke Schlussphase, aber dazwischen 75 Minuten nur Schrott) Ceuta: Estadio José Benoliel. Photos with English and Arabic Commentary:
a) Spanish Tercera Division (4th Level) in Africa: AD Ceuta defeat FC Conil 
b) Championship of the Autonomous City of Ceuta: Puerto Disa v Dínamo 
c) Championship of the Autonomous City of Ceuta: AD Ceuta Reserve v Murallas FC 
d) CITY OF CEUTA: Spanish Exclave on Moroccan Territory 

So langsam läuft mein Visum ab, also dachte ich mir: machste einfach mal nach Spanien rüber. Aber nicht etwa aufs Festland: 1. muss ich ja mit dem Auto ausreisen, da ich es beim Zoll angemeldet habe, und 2. habe ich auch keinen Bock bis Ende Februar länger als nötig außerhalb Marokkos rumzugurken… Aber für solche Fälle gibt es die beiden spanisch besetzten Städte Ceuta und Melilla. Wirtschaftlich totaler Schwachsinn da eine fette Belastung für die ohnehin beschissen dastehende spanische Staatskasse, sicherheitstechnisch eine Herausforderung da v.a. aus Schwarzafrika immer welche rübermachen wollen, politisch eine pure Provokation wobei sich auch Marokko gerne albern aufführt und Spanien ist halt noch recht faschistisch geprägt – aber für mich als Deutschen sehr praktisch und auch ganz interessant!

Da Ceuta schöner ist und eine regere Fußballszene hat, fuhr ich am Samstag nach den Spielen in Rabat gleich nach Fnideq, der Grenzstadt zum spanischbesetzten Ceuta weiter. Ich hatte es ja schon im Samstagsbericht geschrieben: die Hotelsituation im Nordzipfel des Landes ist beschissen, sodass ich ausnahmsweise 32€ anlegte um im Ibis unterzukommen. Das liegt auch praktisch 2km vor der Grenze, sodass man am frühen Morgen die unfreundlichen Hackfressen in den kleinen Häuschen besuchen kann. Wenn das Kabylenpack Langeweile hat, dann gucken sie auch mal in die Taschen und unters Auto, die arabischen Kollegen sind oft nicht so unfreundlich und natürlich gibt es auch unter der regionalen Bevölkerung die beim Zoll arbeitet positive Ausnahmen. Aber man merkte schon, dass man hier in der beschissensten Ecke Marokkos, dem Rif-Gebirge, war. Die spanischen Grenzer waren auch unfreundlich, ließen mich als EU-Bürger aber ohne großen Aufwand passieren. Nach 30 Minuten Abfertigung war ich also in der Exklave. Ceuta: fortification tower. Ceuta ist eine Halbinsel mit einem Berg der in eine dicht besiedelten Landzunge (70.000 Einwohner) übergeht, die noch mal zu einem zweiten Berg ansteigt und ist wirklich sehenswert. Die Autonome Stadt besteht aus der eigentlichen Stadt Ceuta die zwischen den zwei Bergen auf der weitestgehend flachen Landzunge liegt, und einem Dorf namens Benzú am Fuße des höheren Berges.

Beide Berge sind massiv mit Festungen besetzt, die teilweise noch militärisch genutzt werden. Die Stadt besteht zumeist aus einfachen, teils sehr heruntergekommenen Betonbauten (oft Plattenbauten), an den Rändern sind sogar winzige Steinhütten mit Wellblechdächern zu finden. Im Zentrum befindet sich aber eine weitere tolle Befestigungsanlage um die sich eine nette Fußgängerzone mit einigen schicken Bürgerhäusern und mehreren Kirchen herum gruppiert. Etwas außerhalb des Zentrums befinden sich auch einige Moscheen – natürlich typisch marokkanisch eckig.

Industrie- und Hafenanlagen gibt es natürlich auch nicht zu knapp, aber insgesamt fällt die Sauberkeit der Stadtmitte auf. Die Stadtränder sind ziemlich dreckig und insgesamt kann man der Stadt auch kein europäisches Erscheinungsbild bescheinigen: sie liegt auf marokkanischem Territorium und das merkt man auch – nur weil hier die Bevölkerungsmehrheit Spanier sind, heißt das nicht, dass es dort europäisch aussieht, zumal Südspanien eh mehr in Richtung arabische Welt tendiert… Ceuta: monastery on Mount Hacho. In Ceuta gibt es zwei Mehrzwecksporthallen und drei Fußballstadien. Zudem noch ein paar kleinere Einrichtungen wie Bolzplätze (davon einer in Benzú) und Tenniscourts. Der beste Verein Ceutas ist AD Ceuta, der eigentlich aufgelöst wurde und durch Club Atlético Ceuta (der Abspaltung vom spanisch-marokkanischen Atlético Tetuán) ersetzt wurde, welcher in der vierten Liga (Tercera Division) mitspielt: so ist ein reger Austausch zwischen Europa und Afrika gewährleistet… Die Liga darunter heißt Preferente, ist die erste Amateurliga und wird von Regionalverbänden (wie die deutschen Landesverbände) organisiert. Manche dieser Regionalverbände organisieren im Herrenbereich nur eine einzige Liga und logischerweise zählen da Ceuta und Melilla auch dazu. Die Preferente Regional de Ceuta spielt aber immerhin mit 14 Mannschaften in allen drei Stadien.

Nachdem ich nach Benzú, einem Kaff mit Moschee und einfachen Häusern an der geschlossenen Seite der Grenze am Fuße des Musa-Berges, gefahren und die Serpentinen bis zum ersten neuzeitlichen Wehrturm (Fort) hochgefahren bin, fuhr ich zum direkt an der Meriniden-Mauer (von marokkanischen Herrschern im 15. Jh. erbaut) gelegenen Stadion José Benoliel. Parken konnte man dort vergessen: die Spieler stellten mit ihren Autos dreireihig die Rettungszufahrt zu. Ich parkte an der Sporthalle Independencia und konnte dann über einen Kilometer zum in der Senke gelegenen Stadion laufen.

Auf der vor der arabischen Wehrmauer erbauten, mit Wellblech überdachten, vierreihigen Betontribüne mit genau 24 blauen Schalensitzen in der Mitte fanden sich nur wenige Zuschauer ein und der Sprecherturm auf der Gegenseite, wo der Platz fast völlig von Häusern umbaut ist, blieb gleich ganz leer. Das Spielfeld war zur angesetzten Anstoßzeit von 9.30 auch noch recht leer, sodass ich beim Essen meines aus Marokko mitgebrachten Frühstücks (Sonntag hat ja alles geschlossen in Ceuta, also kein billiger Einkauf im Lidl am Hafen!) dem Gemecker der Rentner zuhören konnte: „Alles die Schuld des Verbandes, dass der Schiri nicht da ist!“ Gemeckert wurde übrigens Spanisch und Arabisch. Die 30% Marokkaner die dort leben können beide Sprachen, die knapp 70% Spanier zumindest Spanisch…

Der Ersatzmann kam dann gegen 10 Uhr, sodass mit 30 Minuten Verspätung angepfiffen wurde. Völlig normal in Spanien, das erheblich unzuverlässiger ist als Marokko! Kaum rollte der Ball zwischen der Reservemannschaft des Halbprofivereins AD Ceuta und dem „FC Stadtmauer Sieben“ (Murallas de Ceuta FC) lag er auch schon im Tor. Der Treffer aus spitzem Winkel sollte der einzige in dieser schwachen Partie bleiben, die erst in der Schlussphase wieder besser wurde. Estadio José Benoliel: AD Ceuta B v Murallas de Ceuta (Preferente Ceuta) Ich fuhr gleich zum nächsten Stadion, dem ebenfalls schön in die Landschaft und die Bebauung eingepassten José Martinez Pirri. Hinter den Toren gibt es eine halbe, abgestufte Stehtribüne und auf der einen Längsseite eine durchgängige fünfreihige Stehtribüne. Alles schön in blau gehalten, genau wie die 35 Schalensitze in der Mitte.

Ich traf zum Abpfiff der Partie des einzigen marokkanischen Clubs – Hilal (Halbmond) – ein. Nahtlos ging es mit dem Match von Dínamo und Puerto Disa weiter. Hier wurde besonders blöd geglotzt, wenn ein Ortsfremder aufkreuzte: Ceuta ist an dem Punkt echt das letzte Kaff und die Leute sind generell ziemlich unfreundlich, egal ob Spanier, Araber oder Rif-Kabylen – wobei insbesondere Erstere und ganz besonders Letzere unsympathisch auftreten.

Auch in diesem niveauarmen Kick schlug die Pille schon früh im Kasten der Gastgeber ein. Und auch hier gab es eine gute Schlussphase, die hier aber auch mit Treffern gekrönt wurde. Puerto Disa drehte das Duell mit einem zweifelhaften Freistoß und einem prima heraus gespielten Abstauber innerhalb von zwei Minuten. Nach einem Foul von einem Dínamo Akteur kam es dann zwei Minuten nach dem 2:1 zu einer kleinen Schlägerei, bei der nicht nur der Siebener handgreiflich wurde. Der musste allerdings als einziger vom Platz. Er und einige andere Dynamo-Akteure bepöbelten dann die Hafenarbeiter (Puerto) und v.a. den Schiri, wobei hier herrlich war, wie man sich gegenseitig Arabisch und Spanisch belöffelte. Der (leider unsichere und regelmäßig falschliegende) Schiri war ein Araber und verstand alles, sodass er sich nach der Androhung von Schlägen gezwungen sah das Spiel 10 Minuten früher zu beenden. Gewertet wurde es laut Verbandsseite vernünftigerweise nach Spielstand: 2-1 für Puerto Disa. Estadio José Martinez Pirri: Puerto Disa v Dínamo Ceutí (Preferente Ceuta) Nach dem Spiel war viel Zeit auf den völlig von Militäranlagen zugestellten Monte Hacho (die spektakuläre Landspitze zum offenen Mittelmeer hin) hochzufahren. Dann ging es durch die ebenfalls befestigte Innenstadt: viele Betonbauten, in der Fußgängerzone liefen besoffene Spanier und bettelnde Marokkaner rum, aber alles sehr sauber im Gegensatz zum Stadtrand und mehrere schicke Kirchen und sehr gepflegte Grünanlagen und Plätze. Und schließlich noch mal den anderen Berg hoch und die restlichen Festungstürme, sofern erreichbar (dort ist auch viel Militär und die meisten Waldwege dürfen nicht passiert werden), abgeklappert.

Am größten Stadion der Autonomen Stadt bekam ich nur 500m entfernt einen Parkplatz an einer Lagerhalle. Zu meiner Überraschung gab es freien Eintritt und freundliche Ordner bei diesem Viertligaspiel. Das Stadion heißt passenderweise nach einem im Bürgerkrieg gefallenen Faschisten, dem ehemaligen Ceuta-Spieler Alfonso Murube. Ein interessanter Artikel über ihn kann unter Kaosenlared.Net eingesehen werden. Die Drecksiberer haben echt nichts gelernt…

Ceuta spielt wie gesagt mit einer Halbprofimannschaft auf dem Festland mit. Die Gastmannschaft ist wohl per Schiff direkt von Conil de la Frontera (eine Küstenstadt zwischen Gibraltar und Cádiz) rübergekommen. Conil geriet von Anfang an unter Druck und Ceuta spielte vor knapp 400 ziemlich lahmen Fans recht guten und offensiven Fußball. Doch ein Tor sollte lange nicht fallen.

Bei 0:0 ging es in die Pause und schon nach 45 Minuten konnte man auch hier wieder festhalten: schlechtes Schiedsrichtergespann! An diesem Wochenende hatte ich es wirklich nur mit Pfeifen zu tun…

Nach dem Seitenwechsel gab es zwei berechtigte Platzverweise: erst eine Notbremse von Ceuta, dann ein absichtlicher Ellbogenschlag beim Laufduell von Conil. Sechs Minuten vor Schluss versenkte einer der Araber eine Flanke zum 1:0 von Ceuta im Kasten, feierte mit Handstandüberschlag und Umarmungen von Zuschauern die zur Bande vorliefen. Der Sieg war völlig verdient und 1:0 noch zu wenig! Estadio Alfonso Murube: AD Ceuta v FC Conil (Tercera Division) Ich tankte an einer versifften „Cepsa“ richtig voll mit Gasolina 98, das im Gegensatz zu E10 (10 Liter für 100km) und dem Marokkanischen Super (9l/ 100km) deutlich länger hält (7l/ 100km). Dann ging es zur Grenze, wo die Spanier mich nur durchwinkten und die Marokkaner auch besser gelaunt waren als am Vormittag. Es gab eine neue Einfuhrgenehmigung, den so wichtigen neuen Stempel in den Pass und weder die Grüne Karte noch das Gepäck interessierten irgendeinen. Die gelbe Bescheinigung für die Einfuhr wurde mir sogar von einem der Beamten zum Auto gebracht.

In Fnideq fuhr ich dann auf die Autobahn nach Tetuan die nur 28km lang ist und 10 Dh. (0,95€) Maut kostet. An der Mautstation standen ein paar kabylische Schweinebullen: Drogenhandel unterstützen und Ausländer abzocken, sowas kann ich echt leiden! So Leute wie die sind der Grund, warum Marokkaner überall so einen schlechten Ruf haben. Wenn auch nur die Hälfte so sympathische Menschen wie meine Gastfamilie wären, hätte Marokko nicht unter Arabern den zweitschlechtesten Ruf nach Saudi-Arabien und so ein mäßiges Ansehen in Europa. Jedenfalls: der Depp laberte mich auf Spanisch zu von wegen verbotenes Überholen (ich hatte diesmal wirklich nichts gemacht!) und wollte alle Fahrzeugpapiere sehen. Die gab ich ihm (außer der ungültigen Grünen Karte natürlich) und erklärte ihm auf Arabisch, dass ich nichts gemacht habe und nur auf dem Weg nach Fès bin. Der war von meinen Arabischkenntnissen begeister und fragte mich dann ein paar Sachen zum Studium und überlegte es sich mit der versuchten Bestechung anders und ließ mich unbehelligt weiterfahren.

In El-Hamra dann die nächsten Gehirnamputierten in Uniform. Einmal kurz pissen im Gebüsch, schon steht die Königliche Polizei mit dem Streifenwagen hinter meinem Auto und fragt ob alles in Ordnung sei. „Ja, alles klar und nach Fès soll es gehen, so Gott will? Gepriesen sei der Herr! Dann fahr jetzt hier aus dem Parkverbot raus und gefälligst weiter!“

Nach nicht sonderlich schneller da sehr schwieriger Fahrtstrecke durchs Rif-Gebirge ging es ab Ouezzane in den zivilisierteren Gefilden zügig voran. Teilweise konnte man 110 auf den Landstraßen fahren und Überholen war auch oft problemlos möglich. Erst in Fès gab es wieder Ärger. Am Ortseingang auf der Bundesstraße dachte sich wohl ein Bulle: „geil, ein ausländisches Auto - den verarsch ich jetzt!“ Wenn mich die Polizei anhielt und marokkanische Mitfahrer im Wagen identifizierte, ging es immer gleich weiter. Jetzt nicht, da ich alleine war. Nach dem Blick auf die Wagenpapiere wollte er auch den Einreisestempel sehen, schließlich sogar die Versicherung, die in 10.000km Marokkofahrten nie jemand sehen wollte (aber der Stempel auf den Papieren zeigte ja auch, dass ich heute eingereist war, also eine gute Chance für ihn). Alibimäßiges rumwühlen im Handschuhfach, dann Ausreden finden: „muss bei meinen Freunden noch auf dem Schreibtisch liegen! Ich glaube da habe ich auch die Straßenkarte liegen gelassen…“
Die Chance für die Bestechungsforderung! Der Bulle: „Ja, was machen wir denn jetzt… Ein Fahrer, der keinen Führerschein oder keine Wagenpapiere oder, wie Sie, keine Versicherung verweisen kann, muss 700 Dirham zahlen – auch wenn die Dokumente zuhause vorhanden sind! Aber wollen wir denn, dass ich das Strafmandat über 700 Dirham ausfülle? Wollen wir das?“
Ich: „Hmm, nein… Ich verstehe auch nicht, warum die Papiere nicht hier sind. Die liegen bestimmt bei meinen Freunden!“
Er: „Wo wohnen die denn?“
Ich: „Ich wohne bei ihnen in der Derb Ben Ziane.“
Er: „Ach, du wohnst hier in Fès?!“
Ich: „Ja, ich studiere hier Arabisch.“
Er: „Wirklich? Das finde ich interessant! Deswegen kannst du so gut Arabisch… Hmmm, na gut. Dann fahr mal nach Hause, ist ja schon nach 23 Uhr. Auf Wiedersehen!“
Ich dachte mir dann nur noch: „Und wieder 100-200 Dirham für Bestechung gespart aufgrund von Arabischkenntnissen… Was muss das für die armen Touristen, die dieses asoziale Bullenpack so dreist abzockt, ärgerlich sein!“

Bei Khadija sorgten meine Erzählungen für Erheiterung und Kopfschütteln zu gleich. Zusammen mit Cynthias (ein Gast aus den USA) Storys aus Marrakesch – aggressive und aufdringliche Händler, untereinander heftig auf offener Straße streitende Einheimische, versuchter Taschendiebstahl – kommentierte sie meine Bemerkung zum schlechten Ruf Marokkos in der arabischen Welt: „Leider haben die arabischen Brüder da nicht ganz unrecht. Hier sind so viele Leute, die sich nicht benehmen können, da sie es nicht besser wissen… und ich als Einheimische akzeptiere die Respektlosigkeiten, Unehrlichkeiten und Aggressionen keineswegs!“
Dass wir beide trotzdem ehrlich sagen konnten, dass die positiven Eindrücke überwiegen, erleichterte sie sichtlich. Man trifft ja in Marokko auch regelmäßig hilfsbereite, höfliche und sympathische Leute und auch bei der Polizei arbeiten nicht nur Arschlöcher und auch unter dem ungebildeten Teil der Bevölkerung sind nicht nur aufdringliche Betrüger zu finden. Deshalb braucht man keine so negative Meinung von diesem Land zu haben, wie sie viele Araber anderer Staaten haben! Ceuta: view on the city from the western mountain. Statistik:
- Grounds: 1.042 (3 neue; diese Saison: 71 neue)
- Sportveranstaltungen: 1.949 (heute 3, diese Saison: 93)
- Tageskilometer: 390 (390km Auto)
- Saisonkilometer: 25.010 (23.970 Auto/ 990 Fahrrad/ 40 Schiff, Fähre/ 10 öffentliche Verkehrsmittel/ 0 Flugzeug)
- Anzahl der Fußballspiele seit dem letzten 0-0: 7 [letzte Serie: 2, Rekordserie: 178]
- Anzahl der Wochen, seit der letzten Woche ohne eine einzige Sportveranstaltung (31.7.-6.8. 2006): 383

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