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Freitag, 14. September 2012

W320I: Balkantour 2012 – Tag 18 = Bericht (18)

 | Vom Arsch Kroatiens zum Kopf oder von der Südküste in den zentralen Norden bzw. von Dubrovnik nach Zagreb |

Photos with English Commentary:

  Erst eine Nacht in einer einfachen Herberge in Dubrovnik für 40€ – in Sarajevo hat die gleiche Qualität 20€ gekostet. Dann ein völlig überteuertes Restaurantfrühstück: 12€ für mickrige Portionen und einfachste Qualität – selbst in Griechenland war’s billiger. Parkgebühren vor der Stadtmauer von Dubrovnik: 2 Stunden – 9€ – in den meisten anderen Staaten dieser Region ist Parken fast überall kostenfrei. Besteigung der Stadtmauern von Dubrovnik: 10€ pro Person. Parken am Hafen von Split: 1,50€ pro Stunde. Besichtigung von Splits Kathedrale (inklusive Turmaufstieg): 5€ pro Kopf. Getränke aus dem Supermarkt: 1,40€ pro 1,5l-Flasche. Raststättenessen: 14€ pro Person. Autobahnmaut von Vrmoc über Split bis Zagreb: 30€ für 450km. Motel an der Autobahn von Zagreb gen slowenischer Grenze: 74€ im DZ mit Frühstück.
IMG_9891 OK, wenn man sich etwas abregt, dann sieht man, dass Kroatien eigentlich nur das teuerste Land Südosteuropas ist. Gleichauf mit Griechenland und Slowenien. Die massiven Preise, die die Einheimischen natürlich auch treffen, rufen allerdings nicht annähernd die Probleme, die es in Griechenland und Slowenien gibt, hervor. Kroatien ist nun mal wirtschaftlich erheblich stärker als die beiden Euro-Problem-Länder. Da die Kroaten mittlerweile fast genauso viel verdienen wie wir in Deutschland, sieht man keine offene Armut und auch die tatsächliche Armut ist sehr niedrig. Also alles wie in Deutschland.

Vielleicht ging mir Kroatien bei dieser Balkanreise auch nur deshalb so auf den Sack, weil in der Hauptsaison alles maßlos teuer ist. Aber n Kroatien ist nicht nur besonders teuer, sondern hat auch eine besonders hohe Sehenswürdigkeitendichte. Für sehr viel Geld bekommt man auch sehr viel geboten in Kroatien. Also wieder eine Gemeinsamkeit mit Deutschland: Auch wenn wir es als Einheimische oft nicht wahrnehmen; Deutschland ist eines der sehenswertesten Länder der Welt mit einer sehr hohen Dichte an Sehenswürdigkeiten im städtischen wie auch ländlichen Raum, die natürlich in manchen Regionen höher ist als in anderen. Besonders sehenswerte Orte sind auch oft besonders teuer, wenn es sich nicht um einen Geheimtipp handelt. Ich bin aber nicht der Erste, der darauf gekommen ist, dass Quedlinburg die schönste Stadt Deutschlands ist. Das Preisniveau dort liegt über dem vieler anderer Orte im Harz. Dubrovnik ist erstrecht kein Geheimtipp mehr. Dass Dubrovnik die mit Abstand teuerste kroatische Stadt ist – es ist auch der geo-politischen Quasi-Exklaven-Lage geschuldet, in erster Linie aber dem boomenden Tourismus gepaart mit der Dreistigkeit und Verkommenheit der Einheimischen, die das Preisniveau mittlerweile auf italienische Verhältnisse (selbst Dresden und München sind da Weisenknaben gegen Rom, Venedig oder eben Dubrovnik) getrieben haben – ist auch kein Geheimnis mehr.

Wenn man sich aber in Bosnien oder Montenegro verpflegt, dann lohnt es sich wirklich diese Stadt zu besuchen. Eine derartig eindrucksvolle, massive und perfekt erhaltene Stadtmauer findet man so schnell nicht wieder. Zwischen schroffen Felsen und dem offenen Meer liegt die Altstadt als ummauerte Halbinsel dar. Innen sind die Gebäude recht venezianisch, teilweise barock, mal etwas undefinierbar. Genial sind auch die beiden Bolzplätze direkt an der Innenseite der Verteidigungsmauer, deren Höhepunkt der massive Hauptturm an der Eingangsseite ist. Touristen aus Dutzenden von Staaten schieben sich über die engen Mauerwege, für die man eine volle Stunde einplanen sollte, da sie wirklich ohne Unterbrechung rundherum um die Altstadt gehen.

Split ist nicht ganz so sehenswert, die Altstadt auch erheblich kleiner und ohne Stadtmauer erhalten, doch macht durch seine Kathedrale und die direkte Umgebung der auf römischen Ruinen aufgebauten christlichen Stätte, ganz gut etwas daher. Die Preise sind auch bei weitem nicht so asozial wie in Dubrovnik, sondern auf normalem deutschem Niveau. Die römischen Überreste in verschiedenen Teilen der Stadt erinnern einen an Trier. Das Highlight ist aber keine Therme und keine Porta Negra, sondern der Diokletianspalast. Dessen Außenmauer stehen noch vor der Kathedrale, wobei die Kathedrale selbst hauptsächlich wegen des Blicks vom Turm lohnt. Die sonstige Altstadt ist teilweise durchsetzt und insgesamt doch deutlich weniger sehenswert und ansprechend als Dubrovnik.

Noch eine Nacht an der Autobahn bei Zagreb, dann war die letzte Etappe der Reise auch schon gekommen. Schon nach dieser vorletzten Etappe konnten wir aber sagen, dass die Tour trotz vereinzelter Ärgernisse eine der besten Reisen, die wir je unternommen haben, war. An diesem sehr positiven Gesamtbild tragen Bosnien und Montenegro den höchsten Anteil, danach Albanien, Griechenland und Kosovo. IMG_9912 Statistik:
Grounds: 792 (heute kein neuer; diese Saison: 24 neue)
Sportveranstaltungen: 1.605 (heute keine, diese Saison: 28)
Tageskilometer: 650 (650 Auto)
Saisonkilometer: 9.980 (9.390 Auto/ 510 Fahrrad/ 80 Schiff, Fähre/ 0 Flugzeug/ 0 Bahn, Bus, Tram)
Anzahl der Fußballspiele seit dem letzten 0-0: 139
Anzahl der Wochen, seit der letzten Woche ohne eine einzige Sportveranstaltung (31.7.-6.8. 2006): 319

W317I: Balkantour 2012 – Anreise und Tag 1 = Bericht (1)

| Nachtfahrt nach Kroatien: Zoobesuch und Zweite Fußballliga in Zagreb |

NK Hrvatski Dragovoljac Zagreb ------------------ 2
NK Primorac 1929 Stobreč -------------------------- 0
Datum: Freitag, 24. August 2012 – Anstoß: 18.00
Wettbewerb: 2. HNL (Druga hrvatska nogometna liga = 2. Kroatische Fußballliga, 1. Halbprofiliga Kroatiens)
Ergebnis: 2-0 nach 97 Min. (47/50) – Halbzeit: 2-0
Tore: 1-0 2. Čolaki, 2-0 19. Marošević (Elfmeter)
Verwarnungen: Nr. 16, Nr. 23 (HD); Nr. 4, Nr. 10 (Primorac)
Platzverweise: keine
Spielort: Stadion NŠC Stjepan Spajić (Kap. 2.000 Sitzplätze)
Zuschauer: ca. 500 (in der Presse gemeldet: 1.000/ jedenfalls keine Gästefans)
Unterhaltungswert: 5,5/10 (Erste Halbzeit gut, zweite allenfalls mittelmäßig)

IMG_6824 Photos with English Commentary:
 
Um meinen Geburtstag herum legten wir diesmal eine großangelegte Balkantour, die nur zu zweit – mein Vater und ich – durchgeführt wurde. Die erste Station lautete Zagreb, die sehenswerte kroatische Hauptstadt, die wir bereits im letzten Jahr zu Ostern ausführlich erkundet hatten. Inklusive Spielbesuch bei Dinamo Zagreb.

Anreisetechnisch wählten wir diesmal eine ganz andere Taktik als sonst. Wir fuhren am Donnerstagabend um kurz nach 20 Uhr los, durchfuhren halb Tschechien bis zur Autobahnabfahrt Jihlava und kamen auf ganz guten und aufgrund der Tageszeit auch sehr leeren Landstraßen bis Österreich. Dort beginnt eine mautpflichtige Pseudoautobahn bereits in Hollabrunn. Wir haben nicht aus Ärger übe die Aneinanderreihung einspuriger Baustellendurchfahrten erst auf dem ersten Rasthof vor Wien die Vignette gekauft, sondern weil in diesem Dreckskaff Hollabrunn keine Tankstelle mehr offen hat um 3 Uhr morgens. Zum Glück hatte die Agip in Spielberg kurz vor Slowenien dann um 6 Uhr offen. Die war zwar nur 0,02€ billiger als die slowenischen Tankstellen – aber ich erwähne es vor allem deshalb, dass wir zum Tanken von der Autobahn runter gefahren sind, weil sich immer wieder Deppen abzocken lassen: Wenn man nur noch eine Reichweite von 50km hat, dann fährt man in Österreich von der Autobahn runter und tankt dort! Tankstellen in Städten oder Dörfern verlangten pro Liter Super 1,50€-1,55€ und auf Autobahnen 1,63-1,69€. So was Asoziales in Sachen Abzocke an der Autobahn habe ich bisher auch nur in unserem Nachbarland gesehen!

Wir waren schnell auf Landstraßen durch den östlichen Zipfel des Zwergstaates Slowenien – dass die sich zu Griechenland, Spanien und Co. in den „erlesenen Club“ der EU-Problemländer gesellen werden, wundert niemanden der mit offenen Augen durch das Land der potemkinschen Dörfer gereist ist: So dreiste Blenderei habe ich wirklich noch nirgendwo erlebt! – durch und hatten in zwei Minuten die Grenze nach Kroatien um kurz nach 7.15 Uhr passiert. Geldwechsel und dann ab nach Trakošćan, einem spektakulär gelegenen historistischen Burgschloss 8km östlich des Grenzübergangs Donji Macelj, und nach einer Frühstückspause dort über die Landstraßen nach Zagreb. Dass es wichtig war, sich in einer Tankstelle in Tschechien mit einem reichhaltigen Frühstück eingedeckt zu haben, sollte sich dann nach dem Besuch des Zoos von Zagreb zeigen.

Der Zoo ist so ziemlich die einzige Sehenswürdigkeit Zagrebs, die wir letztes Jahr nicht besucht hatten. Für umgerechnet 4€ bekommt man einen recht kleinen, aber sehr modernen und wirklich schön gemachten Zoo mit enorm unterschiedlichen Tierarten zu sehen: Von Seehunde bis Pfeilgiftfrösche, von Krokodile bis Pumas und von Erdmännchen über baktrische Trampeltiere bis hin zu Zwergflusspferden hat der Zoo eine ganze Menge zu bieten. In 2 Stunden ist man normalerweise durch, aber wir machten extra langsam, da wir sehr viel Zeit hatten und verbrachten dort fast vier Stunden.

Noch einmal zurück zum Essen: Nach dem Zoobesuch um 14 Uhr ein Restaurant zu finden, in dem es Essen gab, war ein Ding der Unmöglichkeit – man muss sich mal vorstellen, dass man in dieser Großstadt mit Snacks aus dem Supermarkt bis zum Abendessen in der Pension durchkommen musste, anstatt ein ordentliches Mittagessen und dann nur noch einen kleinen Imbiss am Abend zu sich zu nehmen. Auf diesen Balkan-Essrhythmus (morgens etwas, mittags wenig und abends Massen) lass ich mich ja gerne ein, aber doch nicht so überraschend, bei dieser Art Kroatiens, sich großspurig mitteleuropäisch zu geben. Diese komische Essenssuche heute in Kroatien erinnerte mich stark an Connys Beschreibungen vom Ramadan in Marokko…
IMG_6846 Nach dem Imbiss am Supermarkt wollten wir eigentlich zwei Fußballspiele gucken, doch da das erste eine Stunde später wegen des späten Erscheinens der über 400km weit gereisten Gastmannschaft anfing und dieses uns wichtiger war als das zweite, ließen wir das Spiel der 1. Liga zwischen Inter Zaprešić und HNK Rijeka sausen. Wir hatten Ostern schließlich schon je ein Spiel der 3. und der 1. Liga gesehen. Also sollte jetzt ein Spiel der 2. Liga her!

Mit Hrvatski Dragovoljac aus Zagreb, bzw. genauer Novi Zagreb, der Neustadt, die schon schwer angegraut ist, aber nicht annähernd so eine Asi-Dichte wie angegraute deutsche Plattenbauviertel zu haben scheint, hatte auch ein interessanter Club ein Heimspiel. Der Hrvatski Dragovoljac ist der „Kroatische Freiwillige“ – das klingt doch schon irgendwie nicht so unverfänglich wie der Name der Gastmannschaft aus Stobreč bei Split, die auch als Farmteam von Hajduk fungiert, also: NK Primorac 1929 = FC Vor dem Meer 1929… Ein Plakat für Ante Gotovina neben dem Eingangstor, die Banner „Crni Ratnici = Schwarze Krieger“ und die nationalistische kroatische Rockmusik über die alten Lautsprecher zeigten auch klar die Ausrichtung des Heimvereins.

Richtig was los war aber erwartungsgemäß nicht in diesem auf zwei Seiten kahlen und auf den beiden anderen Seiten mit Sitztribünen ausgestatteten Stadion. Die Haupttribüne war aber schon ihre 4€ Eintritt wert: So ein typisch zusammengepfriemelter Balkanbau mit viel Stahlgerüsten!

Das Spiel lohnte zumindest in der ersten Hälfte auch das Kommen. Da ging der Gastgeber mit einem tollen Kopfball nach einer prima Flanke von links an den Fünfmeterraum nach nur 90 Sekunden in Führung. Nach etwas mehr als einer Viertelstunde bekamen sie einen berechtigten Foulstrafstoß zugesprochen, den sie sicher verwandelten. Danach passierte schon noch einiges in den beiden Strafräumen und an den jeweiligen Toren, allerdings traf keiner mehr. Weder der erstarkende Gast, noch der bis zum Seitenwechsel überlegene Gastgeber.
IMG_6789 Statistik:
Grounds: 783 (heute 1 neuer; diese Saison: 15 neue)
Sportveranstaltungen: 1.596 (heute 1, diese Saison: 19)
Tageskilometer: 1.060 (1.060 Auto)
Saisonkilometer: 4.450 (3.940 Auto/ 510 Fahrrad/ 0 Flugzeug/ 0 Bahn, Bus, Tram/ 0 Schiff, Fähre)
Anzahl der Fußballspiele seit dem letzten 0-0: 132
Anzahl der Wochen, seit der letzten Woche ohne eine einzige Sportveranstaltung (31.7.-6.8. 2006): 317

Donnerstag, 28. April 2011

W247II: Nach sehenswerten Orten der kroatischen Geschichte und Folklore zeigte sich das Niveau der 1.HNL; nur das Stadion wusste zu gefallen

GNK Dinamo Zagreb 1:0 NK Osijek
Datum: Samstag, 23. April 2011 – Anstoß: 19.00
Wettbewerb: 1. HNL, „T-Com“ Prva Hrvatska Nogometna Liga („Telekom“ 1. Kroatische Fußballliga, Profiliga)
Ergebnis: 1:0 nach 92 Min. (45/47) – Halbzeit: 0:0
Tor: 1-0 52. Milan Badelj
Verwarnungen: Hrvoje Bubalo (Osijek)
Platzverweise: keine
Spielort: Stadion Maksimir (Kap. 37.168 Sitzplätze)
Zuschauer: ca. 3.000 (davon ca. 100 Gästefans)
Unterhaltungswert: 3,5/10 (Es war kein langweiliger Spielbesuch, aber schon erschreckend wie der kroatische Fußball verrottet ist)
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Photos and English version:

Die heutige Sightseeingtour startete etwas schwach, da wir in Kostelski Grad feststellten, dass der Wanderweg zur Burg mit 2 Stunden veranschlagt war, was uns zeitlich zu heikel war. Als Ersatz war die Kirche in Pregrada aber keineswegs unlohnend: die ist für ein Bau des 19. Jahrhunderts wirklich gelungen und wirkt älter trotz hervorragend hergerichtetem Äußeren wie auch Innenraum. Das Schloss von Veliki Tabor wird derzeit leider erst hergerichtet, wobei es nicht gerade für die Intelligenz der Bauherren spricht, die komplette Burg auf einen Schlag zu sanieren und dadurch jahrelang für den Besucherverkehr zu sperren – der Mist wird auch im Oman immer gemacht, weswegen ich schon wieder darauf hinweisen muss, wie gut die Altertumsbehörde in Syrien das im Griff hat: irgendwas wird immer saniert, aber so, dass immer 80% bis 90% der Anlage zugänglich sind.

Immerhin hatte das Museumsdorf von Kumrovec offen. Das „Staro Selo“ ist ein hervorragend gemachtes Freilichtmuseum, das die Originalhäuser des 18. und 19. Jahrhunderts erhalten und rekonstruiert hat. Die Museumsanlage ist für 20 Kuna (2,75€) zu besichtigen und geht in den bewohnten Ort über. Die Bauernhäuser im Ort sind aber größtenteils mit der Zeit verpfuscht worden. Richtig gut mit entsprechender musealer Möblierung und Erklärungstafeln in Kroatisch, Englisch und Deutsch sind nur die Gebäude im Museumsdorf. Berühmtester Sohn der Kleinstadt ist übrigens Josip Broz Tito, dessen Geburtshaus das erste Gebäude des Museums war.

Zwei Burgruinen standen dann noch auf dem Plan: für die besser erhaltene und weniger zu gewucherte Cesargrad muss man den Parkplatz gleich hinter dem Holzschild „Podgora“ nehmen und der Wandermarkierung den Waldweg entlang folgen. Sollte nicht länger als 45 Minuten dauern, ehe man die weitläufigen Mauerreste mit dem noch recht ansehnlichen Kernteil vor sich hat. Runter haben wir nur 25 Minuten gebraucht.
Susedgrad liegt am westlichen Rande von Zagreb in einem Park. Die Autozufahrt ist 200m lang mit zwei Spitzkehren bergauf und so eng, dass nicht einmal ein Moped an einem Kleinwagen vorbeipasst. Gut, dass keiner kam, als wir den Asphaltstreifen hochfuhren... Die Ruine ist, wie oben angedeutet, zwar erkennbar und gar nicht so klein, aber ziemlich zu gewuchert.
Bei beiden Burgbesichtigungen fiel auf, wie Einheimische den ausländischen Besucher freundlich grüßten und mal ein paar Worte wechselten. Auffälligerweise waren die Burgbesucher Jugendliche, junge Frauen und jüngere Paare. In Tschechien sind die Burgenfreunde zwar meistens auch die freundlichste Gattung, aber größtenteils vom Alter her Eltern oder Großeltern der jungen kroatischen Burgbesucher.
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Was Tschechien und Kroatien auch immer wieder unterscheidet, ist die erheblich höhere Beweglichkeit und Freundlichkeit in der Gastronomie. Englisch ist auch weit genutzt – egal ob man nun wie wir noch ein paar Worte Kroatisch am Anfang bringt oder nicht. Im guten und günstigen Grillhaus am Maksimir-Park (Richtung Sesvete) war der Kellner besonders freundlich. Neben diesem Maksimir-Park, einem weitläufigen Wald- und Grünflächenbereich mit Zoo und Sportanlagen, befindet sich eines der eindrucksvollsten Stadien, dass ich je gesehen habe: das Maksimir Stadion.
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Auch hier wieder auffällig freundliche Leute, wie auch in Serbien. Ich weiß nicht, was ein, zwei Groundhopper da gelabert haben, sie hätten Angst haben müssen, weil sie als Deutsche dort nicht gern gesehen wurde – wenn man nicht wie der letzte asoziale Proll auftritt (ob Zagreb, Belgrad, Zwickau oder Berlin: so was kommt ohnehin nur im großen Rudel gut), wird man auch anständig behandelt. Ich bin sogar schon von einem polnischen Hooligan handschläglich und mit Schulterklopfen nach dem Gespräch verabschiedet worden – wer den eben genannten sicher nicht passiert, wenn die selbst in Zagreb und Belgrad angeeckt sind...

Wenn wir mal wieder Belgrad (speziell Roter Stern) und Zagreb (Dinamo) bzw. den serbischen und kroatischen Fußball im Allgemeinen verglichen, kann der Vergleich nur zugunsten Serbiens ausfallen: ein eindruckvolles, gepflegtes Stadion mit guten und kunstvollen Graffitis, in dem eine Mannschaft des gehobenen Mittelmaßes spielt, die konstant von hohen vier- bis fünfstelligen Zahlen von Fans nach vorne gepeitscht wird (also Crvena Zvezdas Marakana in Belgrad mit Delije und Co.) gegen ein zwar noch eindrucksvolleres, aber ungepflegtes, verrottetes, mit hingeschmierten und niveaulosen Graffitis (Hakenkreuze, Keltenkreuze usw. – aber wen wundert das bei einem Land mit der konsequenten Verweigerung von Geschichtsaufarbeitung: Kriegsverbrecher werden als Helden gefeiert und Schuld am Balkankrieg sind immer die Anderen) bekrakeltes Stadion, in dem eine Mannschaft des unteren Mittelmaßes vor niedrigen und mittleren vierstelligen Zahlen und nur ganz selten vor auch nur der Hälfte des Spitzenwertes von Roter Stern spielt.

Dinamo Zagrebs Maksimir ist aber ein fantastischer Bau: außen angestaubte Glasfassade, innen hohe, teils zweistöckige Ränge mit blauen Schalensitzen, staubig und von Rissen durchzogen.
Auch die Betonböden und Wände bröckeln, die Stufen sind ausgelatscht, die Anzeigetafel zeigt gar nichts an – aber die Zäune halten und vom Flutlicht gehen 95% der Lampen. Im Übrigen ist ein Mast deutlich niedriger als die anderen drei Masten. Warum auch immer, sieht aber lustig aus.
Auf unserer Tribina Istok (diese Osttribüne für 40kn/ 5,50€ kann ich aufgrund der Sicht sehr empfehlen – für den Gästeblock [Jug/ Süd] kriegt man eh keine Karten, der Heimblock muss ja nicht sein, nur weil er bloß 20kn/ 2,75€ kostet, und die Westtribüne [Zapad] verlangt völlig überhöhte 60kn/ 8,25€) fanden sich noch die meisten der lahmen Fans ein. Ja, der lahmen Fans: die 100 Gäste aus Osijek feuerten als einzige ausdauernd und qualitativ gut an. Die Osijek Fans rockten das Maksimir! Nicht mal beim „Jebeć Zagreb, jebeć Dinamo – Fick Zagreb, fick Dinamo“ kam richtig Widerspruch. Die Leute von der berüchtigten „Bad Blue Boys“, der mitgliederstarken, gewaltbereiten und rechtsextremen Ultragruppe, blieben auch heute im Protest gegen das Präsidium fern. Die Zuschauerzahlen sind seit dem Boykott gegen die kapitalistische Küchenschabe (gute Wortwahl eines Dinamo-Fans) von Clubpräsident völlig eingebrochen. Die Forderungen der BBB finden sich hier in Englisch: http://www.soccer24-7.com/forum/showthread.php?t=182435  
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Ein absolutes Armutszeugnis also die Atmosphäre, die selbst in Hoffenheim nicht schlechter ist – wobei sich gegen den Gästeblock nichts sagen lässt, aber eben nur nicht gegen den – und auch das Spiel des Serienmeisters war eines solchen Rekordhalters nicht würdig. Seit 1992 gewann Dinamo ja 12 Meisterschaften: die anderen gewann Hajduk Split und ein einziges Mal NK Zagreb. Sehr abwechslungsreich... Wenn denn wenigstens das Spielniveau hoch wäre, aber das liegt genau wie die Durchschnittszuschauerzahl irgendwo im Bereich von Makedonien und Indien.

Die erste Halbzeit war unter aller Sau mit kaum einer Torchance und Osijek als der noch schlechteren Mannschaft. Folgerichtig 0:0. Nach der Pause machte Dinamo etwas Druck und erzielte per Kopf das 1:0. Nach dem goldenen Tor zogen sie ab und an das im Allgemeinen viel zu niedrige Tempo an und vergaben drei, vier gute Chancen. Osijek hatte zwei richtige Chancen in 92 Minuten. Das sagt ja wohl alles, warum Dinamo nach dem Spiel seine billige Ehrenrunde drehen konnte: zum 13. Mal sind sie Meister geworden – und mal wieder nur, weil die anderen noch schlechter sind. Erschreckend, wie der kroatische Fußball auf den Müll gekommen ist: die Durchschnittszuschauerzahl bei Dinamo hat sie ja in vier Jahren von 7.500 auf 4.000 fast halbiert – die Fanzahl bei der Nationalmannschaft aber nicht, da man da die einzigen guten kroatischen Fußballer spielen sehen kann. Die fünf, sechs Heinis kicken aber alle im Ausland.

Auch wenn man ganz klar sagen muss, dass Kroatien genauso wenig ein Fußballland ist, wie Indien eines ist; das Drittligaspiel am Karfreitag war viel besser und hat richtig Spaß gemacht. Das Sightseeing in Kroatien natürlich auch – also kann ich von Kroatien keinesfalls jemandem abraten!
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Statistik:
Grounds: 553 (heute ein neuer Ground; diese Saison: 103 neue)
Sportveranstaltungen: 1.260 (heute eine, diese Saison: 147)
Tageskilometer: 200 (200 Auto)
Saisonkilometer: 38.030 (18.800 Auto/ 10.200 Flugzeug/ 4.820 Bahn, Bus, Tram/ 3.400 Fahrrad/ 810 Schiff, Fähre)
Anzahl der Fußballspiele seit dem letzten 0-0: 2
Anzahl der Wochen, seit der letzten Woche ohne eine einzige Sportveranstaltung (31.7.-6.8. 2006): 247

Mittwoch, 27. April 2011

W247I: Karfreitag in Kroatien; über den Bergkamm in die Hauptstadt und Unentschieden in Vrbovec

DIE WEITEREN BERICHTE VON DER OSTERTOUR FOLGEN BIS ZUM ABEND DES 28.4.11!

NK Vrbovec 1:1 NK Orijent Rijeka
Datum: Freitag, 22. April 2011 – Anstoß: 16.30
Wettbewerb: 3. HNL/ Treća Hrvatska Nogometna Liga, Zapad (3. Kroatische Fußballliga, West - 2. Halbprofiliga)
Ergebnis: 1:1 nach 95 Min. (47/48) – Halbzeit: 1:0
Tore: 1-0 12. Tomislav Boroćek, 1-1 50. Ivan Kogićević
Verwarnungen: ? Mislećki, Tomislav Boroćek, Mario Sanić, Marco Polatić (Vrbovec); Ivan Jasprica, Zvojimir Gjagović, Antonio Vesco, Ivan Bogićević (Rijeka)
Platzverweise: keine
Spielort: Gradski Stadion Sajmište (Kap. 3.000 Sitzplätze)
Zuschauer: ca. 200 (davon ca. 10 Gästefans)
Unterhaltungswert: 7,5/10 (2. Halbzeit hervorragend, da sehr schnell und packende Torraumszenen usw. – 1. Halbzeit zumindest überm Durchschnitt)
* Anmerkung zur Statistik: Namen nach Gehör von Stadionsprecher mitgeschrieben, was bei einer mangelhaft beherrschten Fremdsprache nicht ganz einfach ist...
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Photos and English version:

Nach dem Frühstück im Hotel guckten wir uns noch den Ort an, in dem wir diese und auch die zwei folgenden Nächte übernachteten: Oroslavje ist ein ziemliches Kaff, dass neben einer ordentlichen Kirche nur noch ein heruntergekommenes Schloss zu bieten hat, in dem noch Privatleute wohnen – der Innenhof kann aber besichtigt werden – und auch die Umkleiden des Amateurfußballvereins NK Oroslavje untergebracht sind. Durch den Schlosspark geht es zum kleinen Stadion.

Wir fuhren immer enger werdende Straßen nach Süden, die sich in immer imposantere Höhen schraubten. Der höchste Punkt lag dabei mit dem Sljema (der Berg, auf dem der Fernsehturm steht) über 1.000m hoch. Deutlich unterhalb, im Randgebiet der Hauptstadt besuchten wir noch die Festung Medvedgrad. Einige hohe Mauern, eine Kapelle und ein massiver Turm sind von der Bärenburg noch erhalten. Der Berglandschaft drum herum ist herrlich bewaldet.

Die Hauptstadt Zagreb ist trotz ihrer 1.000.000 Einwohner in ihrem Zentrum nicht sonderlich städtisch. Höchstens der Verkehr ist es, wobei alles ganz lässig und langsam rollt – alle drängeln sich aneinander vorbei, fahren Zickzack, wechseln unvermittelt die Spur oder stellen beim überfahren der Ampelanlage die Kreuzung voll zu. Ansonsten sind die teils ziemlich heruntergekommene Altstadt und die angrenzende, sehr schöne Bergstadt, eher provinziell und kleinteilig. Besonders sehenswert sind aber trotzdem die Markuskirche mit ihrem tollen, bunten Dach und die Kathedrale, in der, als wir hineingingen, von 100 Besuchern mindestens 60 an den fünf Beichtstühlen anstanden. Vor den Resten der Stadtmauer grölt ein Besoffener rum - unterhalb der Klosterkirche ist ein bunter Markt - Blumen, Klamotten und Ramsch werden in den Gassen nördlich davon angeboten – alles ganz nett, aber kein Vergleich zu einer größeren Hauptstadt wie auch nur Stockholm oder Damaskus und gar Istanbul.
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Wir drängten uns über die Straßen nach Osten raus und kamen in Vrbovec an, wo es eine Kirche und einen kleinen Turm gibt. Alles ganz idyllisch, recht gepflegt, in der Bäckerei war die Verkäuferin auffällig freundlich – kroatisch klingt zwar aufgrund der wenigen Vokale sehr tschechisch, die Leute im Dienstleistungssektor sind aber absolut nicht solche Kotzbrocken wie die meisten ihrer Kollegen in Tschechien – aber natürlich ist dieses Vrbovec mit seinen 5.000 Einwohnern ein größeres Dorf.

Einen ordentlichen Fußballverein mit einem ganz ansehnlichen Stadion haben sie aber immerhin auch zu bieten. Vorderes gegen hinteres Mittelfeld hieß es an diesem Karfreitag – glücklicherweise machen die Kroaten nicht so einen Scheiß wie die Deutschen mit Restriktionen für Sportveranstaltungen an Karfreitag: dabei sind die Kroaten im Schnitt viel religiöser – in einer Partie der West-Staffel (es gibt noch eine Ost- und eine Südstaffel) der dritten kroatischen Liga. Diese Halbprofiliga findet selten vor eine Kulisse von mehr als 100, 200 Zuschauern statt. Auch heute kamen nur knapp 200 Leute, wobei die Gästefans an diesem Karfreitag – bis zur Mittagszeit ist das ein ganz normaler Arbeitstag – erst zur zweiten Hälfte kamen und sich dann aber wenigstens gleich mit Böller und Anfeuerung bemerkbar machten. Allerdings waren das auch nicht mal ein Dutzend Leute. Die Heimfans feuerten aber noch weniger an, sodass die beiden wackligen Tribünen aus Stahlträgern, Wellblechabdeckungen, Metallgerüstböden und Kunststoffsitzschalen, unter denen man lässig hindurch laufen kann, nicht ins zittern gerieten.

Die Abwehr des Gastes aus dem „Ori(j)ent“ – dabei ist Rijeka noch ganz im Westen Kroatiens gelegen – geriet aber recht schnell ins zittern, sodass nach nicht mal einer Viertelstunde der Ball schon im Tor lag. In der Folgezeit kämpfte sich Orijent Rijeka aber ganz gut zurück. Erfolglos blieben sie bis zur Pause dennoch – der gastgebende NK Vrbovec allerdings ebenfalls.
Nach dem Wiederanpfiff vergingen keine fünf Minuten, ehe Orijent Rijeka zum Ausgleich kam. Nach einer kurzen Druckphase von Vrbovec sollte sich NK Orijent als die bessere und aktivere Truppe hervortun, doch außer einem starken Innenpfostentreffer und sechs oder sieben guter Torschüsse kam dann doch nichts. Kurz vor dem Abpfiff hatte auch der Gastgeber noch einen Pfostenschuss. So blieb es beim gerechten 1:1 Unentschieden.

Auf dem Parkplatz fiel dann auf, dass man nicht einmal als kroatischer Drittligist ohne deutschen Groundhoppingbesuch bleibt: neben einem Traktor mit Zagreber Nummer stand auch ein Auto mit Nummer aus Lippe auf dem staubigen Schotterparkplatz.
Wir fuhren nach dem Spiel noch weitere genial enge Straßen, die uns auf einer erstaunlich guten aber natürlich sehr schmalen und kurvenreichen Asphaltstrecke nach Marija Bistrica brachten. Dort steht eine spektakuläre Wallfahrtskirche mit auffälligen Kolonnadengängen und festungsartigen Türmen, die heute gut besucht war.
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Statistik:
Grounds: 552 (heute ein neuer Ground; diese Saison: 102 neue)
Sportveranstaltungen: 1.259 (heute eine, diese Saison: 146)
Tageskilometer: 160 (160 Auto)
Saisonkilometer: 37.730 (18.600 Auto/ 10.200 Flugzeug/ 4.820 Bahn, Bus, Tram/ 3.400 Fahrrad/ 810 Schiff, Fähre)
Anzahl der Fußballspiele seit dem letzten 0-0: 1
Anzahl der Wochen, seit der letzten Woche ohne eine einzige Sportveranstaltung (31.7.-6.8. 2006): 247