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Mittwoch, 30. Januar 2019

W652II-III: Hansa auswärts in Braunschweig und ein Handballtag im Raum Magdeburg

Braunschweiger TSV Eintracht von 1895 ........ 2
F. C. Hansa Rostock ........................................... 0
- Datum: Sonntag, 27. Januar 2019 – Beginn: 14.00
- Wettbewerb: 3. Liga (3. Profifußballliga)
- Ergebnis: 2-0 nach 94 (45/49) Minuten – Halbzeit: 0-0
- Tore: 1-0 51. Kessel, 2-0 88. Feigenspan
- Gelbe Karten: Bär (Braunschweig); Hüsing, Pepić, Riedel (FCH)
- Rote Karten: keine
- Austragungsort: Eintracht-Stadion (Kap. 23.325, davon 12.650 Sitzplätze)
- Zuschauer: ca. 22.000 (davon 21.367 zahlende und ca. 3.000 Gästefans)
- Unterhaltungswert: 7,0/10

Handballsportverein Magdeburg ................... 32
TuS 1947 Radis ................................................. 35
- Datum: Samstag, 26. Januar 2019 – Beginn: 19.00
- Wettbewerb: Sachsen-Anhalt-Liga Männer (5. Handballliga, 2. Amateurliga)
- Ergebnis: 32-35 nach 60 (2x30) Minuten – Halbzeit: 18-15
- Statistiken: https://hvsa-handball.liga.nu/cgi-bin/WebObjects/nuLigaDokumentHBDE.woa/wa/nuDokument?dokument=meetingReportHB&meeting=6267738&etag=0920c0f2-9ff6-43fb-b789-d4ab21feee1f
- Austragungsort: Sporthalle Eike-von-Repgow (Kap. 300, davon 200 Sitzplätze)
- Zuschauer: ca. 35 (davon ca. 5 Gästefans)
- Unterhaltungswert: 7,5/10

SG ABUS Dessau .............................................. 32
TuS 1947 Radis II ............................................. 25
- Datum: Samstag, 26. Januar 2019 – Beginn: 16.00
- Wettbewerb: Anhaltliga (9. Handballliga, 6. Amateurliga)
- Ergebnis: 32-25 nach 60 (2x30) Minuten – Halbzeit: 17-12
- Statistiken: https://hvsa-handball.liga.nu/cgi-bin/WebObjects/nuLigaDokumentHBDE.woa/wa/nuDokument?dokument=meetingReportHB&meeting=6277980&etag=e3cecbd6-5c75-4ad8-b90c-5459ad4d9003
- Austragungsort: Elbe-Rossel-Sporthalle (Kap. 250, davon 185 Sitzplätze)
- Zuschauer: ca. 45 (davon ca. 5 Gästefans)
- Unterhaltungswert: 4,5/10

Sportclub Magdeburg E .................................. 40
Männerturnverein Weferlingen 1881 E ......... 10
- Datum: Samstag, 26. Januar 2019 – Beginn: 12.00
- Wettbewerb: 1. Nordliga Jugend E (1. U11-Handballliga)
- Ergebnis: 40-10 nach 60 (2x30) Minuten – Halbzeit: 18-4
- Statistiken: https://hvsa-handball.liga.nu/cgi-bin/WebObjects/nuLigaDokumentHBDE.woa/wa/nuDokument?dokument=meetingReportHB&meeting=6330502&etag=ae71cfba-ce23-45d3-9a91-32f7b2d1f176
- Austragungsort: Hermann-Gieseler-Halle Magdeburg (Kap. 2.000 Sitzplätze)
- Zuschauer: ca. 40 (davon ca. 10 Gästefans)
- Unterhaltungswert: 5,5/10

Sportverein Irxleben 1919 C ........................... 21
Sportclub Magdeburg C .................................. 39
- Datum: Samstag, 26. Januar 2019 – Beginn: 10.00
- Wettbewerb: Sachsen-Anhalt-Liga männliche Jugend C (1. U15-Handballliga)
- Ergebnis: 21-39 nach 60 (2x30) Minuten – Halbzeit: 10-20
- Statistiken: https://hvsa-handball.liga.nu/cgi-bin/WebObjects/nuLigaDokumentHBDE.woa/wa/nuDokument?dokument=meetingReportHB&meeting=6303586&etag=1fd91c69-6b2a-440d-aa47-4db853bf8d04
- Austragungsort: Wildpark Sporthalle Irxleben (Kap. 275, davon 198 Sitzplätze)
- Zuschauer: ca. 60 (davon ca. 15 Gästefans)
- Unterhaltungswert: 6,0/10 Eintracht Braunschweig 2:0 F.C. Hansa Rostock Photos with English Commentary :
a) 3rd Division Football: Eintracht Braunschweig vs. Hansa Rostock
b) 5th Division Handball: HSV Magdeburg vs. TuS Radis
c) 9th Division Handball: ABUS Dessau vs. TuS Radis Res.
d) Under-15 Handball: SC Magdeburg vs. MTV Weferlingen
e) Under-11 Handball: Irxleben 1919 vs. SC Magdeburg
f) Anhalt: Sightseeing in Rosslau (+ older pictures of better places in the region)

Dieses Wochenende ging es mal wieder nach Sachsen-Anhalt. Freitagabend nach der Arbeit über teils verschneite Autobahnen nach Staßfurt, Samstag dann schon 9 Uhr zum Handball los.

Erstes Spiel in Irxleben am Wildpark. Neben den Fußballplätzen befindet sich eine ganz ansprechend gestaltete Sporthalle. Großzügiges Spielfeld, Spitzdach, interessante Fenstergestaltung, dreireihige Tribüne mit Schalensitzen, dahinter eine Stehreihe und Balken. Zu Gast bei der U15 vom SV Irxleben 1919 war die U15 vom SC Magdeburg. Das Hinspiel ging mit 40 Toren Unterschied an den SCM, gewinnen tut der Profinachwuchs eh jedes Spiel: gefordert werden die erst in der bundesweiten Finalrunde mit dem anderen Profinachwuchs. Diesmal überzeugte der SCM aber nicht sonderlich: Irxleben brach immer wieder gut durch die SCM-Abwehr, der SCM ließ auch viele Chancen liegen. 10-20 bei Pause und 21-39 am Ende. OK, es ist schon pervers, wenn man sagen muss, dass ein Team bei einem 18-Tore-Sieg nicht überzeugt hat – aber genauso pervers ist es ja auch, wenn das der niedrigste Sieg in der ganzen Saison war...
Noch perverser ist da höchstens der Punkt, dass hier schon um 10 Uhr beim ersten Jugendspiel 2,50€ Eintritt genommen wird: 1. C-Jugend-Liga, auf Landesebene – habe ich beim Fußball nie erlebt! SV Irxleben 1919 C 21:39 SC Magdeburg C Richtig krank wurde es aber in puncto Eintrittsgeld erst beim SC Magdeburg heeme in der Hermann-Gieseler-Halle. 3€ für die 1. von 2 E-Jugend-Ligen, die natürlich auch nur innerhalb Sachsen-Anhalts ausgetragen wird. Das ließ ich mir, da im Gegensatz zu den freundlichen Irxlebenern zuvor auch SC-Bördebauern an der Kasse saßen, natürlich nicht kommentarlos gefallen. 2x20 Minuten U11-Gegurke – eine Altersklasse, in der selbst beim SCM die Hälfte der Mannschaft kaum unfallfrei einen Ball geradeaus werfen kann – und dann wollen die 3€!!! Schalke U17 gegen 1. FC Köln U17 (2x40 Minuten, Sitzplätze überdacht) in der B-Jugend-Bundesliga macht 3€, beim 1. FC Köln oder Hansa Rostock habe ich A- und alle anderen Jugendmannschaften eigentlich immer kostenlos oder für maximal 2€ gesehen. Bei Kleinfeldjugend wie D und E kassiert hier kein einziger Fußballverein – aber die verblödeten scheiß Handballer wollen 5€ für A-Jugend-Bundesliga und ständig 2-3€ für andere oberste Jugendklassen. Wahrscheinlich hebt das Erheben von völlig unangemessenem Eintritt (nichts anderes als freier Eintritt ist bei landesweiten Jugendklassen angemessen!) das chronisch niedrige Selbstwertgefühl der angeblich immer im Schatten des bösen Fußballs stehenden Handballer. Wenn ich sowas wie die Eintrittspreise für diese Jugendspiele sehe, frage ich mich, warum eigentlich Handball nach Fußball die Sportart ist, die ich am häufigsten schaue – das haben die Vereine eigentlich gar nicht verdient.

Das Spiel war ja nicht mal sehenswert: bei SCM wurde immer wieder eine gute Spielergarnitur eingewechselt, die dann mühelos durch die Abwehr der Gäste brach und mehrere Tore pro Minute warf. Dort funktionierte auch – natürlich in niedrigem Tempo und mit noch wenig Wucht hinterm Ball: es geht hier ja um 8- bis 10jährige – das Zusammenspiel in der Offensive. Wenn die Anfängergarnitur auf der Platte stand, war das genauso ein unkoordiniertes Bällerumwerfen wie beim Gast. Der MTV Weferlingen als Tabellenletzter war in den ersten 5 Minuten auch gut ins Spiel gekommen, verlor am Ende aber 40:10. Für die Spielklasse hat der SCM auch schon überzeugt. Eine lustige Sache am Rande: der Männerturnverein Weferlingen hatte – im Gegensatz zum nur mit Jungen spielenden SCM – mit vier oder fünf Mädchen fast genauso viele weibliche wie männliche Spieler auf dem Feld. Einziger Mann beim Männerturnverein war eh der Trainer...

Ich empfehle dennoch jedem auch auf Fußball spezialisierten Groundhopper einen Besuch in der Hermann-Gieseler-Halle. Am besten bei der II. vom SCM (bester Handball, da lohnen wenigstens die 10€ Eintritt im Gegensatz zu 3€ bei Jugend). Diese Markthalle von 1922 wurde 1955 leicht umgebaut und diente von da an bis 1996/97 als Spielstätte des SC Magdeburg. Sogar Europapokal wurde in diesem Stall gespielt! Die Halle ist baulich leicht angeschlagen, aber äußerst ästhetisch mit viel Holz, PVC, symmetrischen Trägern und schönen Farben. Die architektonische Beschreibung auf Wikipedia findet man in dieser Form auch selten bei einer Sportstätte: „Das Bauwerk besteht aus einer Stahlbeton-Skelettkonstruktion, zu der acht flach gewölbte Bogenbinder gehören. Die Bogenbinder haben eine Stützweite von 35 Metern, und ihr Scheitelpunkt liegt bei zwölf Metern. Durch Horizontalverstrebungen hat die Decke eine kassettenförmige Gestalt. Ursprünglich erfolgte der Lichteinlass über ein durchgehendes Oberlicht im Scheitel der Bogenbinder und durch große Glasfenster an den Stirnseiten. Die Halle hat eine Länge von 75 Metern, ist 35 Meter breit und verfügt heute über zirka 2.000 Sitzplätze. Als 1955 das Gebäude in eine Sporthalle umgebaut wurde, beseitigte man das Oberlicht und fügte Fenster an den Längsseiten an. Auch die Giebelverglasung und der Eingangsbereich wurden umgestaltet. Durch diese Eingriffe wurde die Halle sowohl innen wie außen in ihrem Aussehen zu ihrem Nachteil verändert. Da durch die neue Nutzung der alte Name [Halle Land und Stadt] nicht mehr passte, benannte der SED-dominierte Rat der Stadt die Halle nach dem relativ unbekannten Gewerkschafts-Funktionär Hermann Gieseler, der 1948 bei einem Arbeitsunfall ums Leben gekommen war. Die Hermann-Gieseler-Halle steht heute unter Denkmalschutz.“ https://de.wikipedia.org/wiki/Hermann-Gieseler-Halle SC Magdeburg E 40:10 MTV Weferlingen E Eine ebenso geniale Halle steuerten wir (nach dem Mittagessen beim Magdeburger Bingöl Grill) in Roßlau an. Im Umfeld der Elbe-Rossel-Halle sind wir noch etwas rumgelaufen – wie schon vor einigen Jahren festgestellt ist Roßlau ein ödes, trübes Nazi-Nest. Vereinzelt gibt es ansehnliche historische Bauwerke, etwas häufiger auch noch normale Menschen, die keine asoziale Parolen und Aufkleber an die Wände anbringen...
Aber die Elbe-Rossel-Halle ist ein ganz anderer Baustil als die Hermann-Gieseler-Halle. 1996 nahm sich das zuständige Architekturbüro wohl vor, statt öden geraden Formen wie beim Dessauer Bauhaus etwas Ungewöhnlicheres und bunteres, aber nicht so hundertwassermäßig abgedrehtes wie die Lili-Hennoch-Halle in Berlin oder das Haus in Magdeburg, zu bauen. Die Halle hat ein tolles verglastes und symmetrisches Foyer und oben eine symmetrische Obertribüne. Die befindet sich 6 bis 9 Meter direkt (!) über dem Spielfeldrand. Wer Höhenangst hat, scheißt sich wahrscheinlich trotz der hohen Reling ein! Die Halle ist wirklich enorm hoch! Originell sind auch die gefächerten Fenster. Genial die Aufteilung der Sitzreihen. Man sieht aber nicht überall gut. Am besten steht man in der Mitte der Obertribüne auf der Brüstung an der Reling oder man setzt sich ganz rechts oder links in die erste Reihe der Obertribüne – denn die äußersten Sitze befinden sich direkt oberhalb der Spielfeldecke.

Natürlich wurde auch hier wieder für die Kreisliga kassiert. Nur 2€, aber wenn ich bedenke, dass ich für zwei Klassen besseren Handball in der Kreisliga Bonn-Rhein-Sieg nie (aber wirklich NIE!) auch nur 1 Cent bezahlt habe und beim TSV Leuna für ein oder zwei Klassen höher nur 1,50€...

Egal. Es mühten sich dann die SG ABUS Dessau (benannt nach dem Getriebewerk https://www.getriebetechnik-dessau.de/historie/ - ein aktueller Artikel zum Betrieb hier: https://www.mz-web.de/dessau-rosslau/getriebetechnik-dessau-gelungener-neustart-3357400) und die II. von TuS Radis ab, hier als Sieger vom Feld zu gehen. ABUS gewann mit 32:25 in einem zähen und wenig attraktiven Spiel mit etlichen Verletzungsunterbrechungen. Roßlau Dann sahen wir noch Radis I, die beim HSV Magdeburg zu Gast waren. 5€ Eintritt für Sachsen-Anhalt-Liga ist OK, die Halle in der Berufsschule mit der recht hohen Obertribüne und drei Reihen breiten Sitzbänken auch. Farblich ist die ganz gut gelungen, architektonisch jetzt nicht ansatzweise herausragend. Leider kaum Zuschauer – eine lächerliche Kulisse mit 0,0 Stimmung. Dafür war das Spiel das erste richtig gute heute: der Abstiegskandidat HSV Magdeburg hielt das Spiel bis zur 57. Minute offen, führte über weite Strecken der Partie sogar – aber am Ende zeigte sich, warum der HSV Vorletzter und Radis unter den ersten 5 ist. 32:35 in einem teilweise offenen Schlagabtausch. SG ABUS Dessau 32:25 TuS Radis II HSV Magdeburg 32:35 TuS Radis Am Sonntag ging es dann zum eigentlichen Anlass der Tour. Wieder zurück nach Niedersachsen, nach Braunschweig, das ich am Freitag passiert hatte. Die Stadt kenne ich schon (Für Bilderserie anklicken, dann Pfeil rechts vom Bild nutzen für weiter!), ich steuerte gleich das Stadion an. Parken war kostenlos in der Siedlung daneben möglich, aber sehr überfüllt alles. Der Gästeparkplatz war erst recht überfüllt – ebenso der Block. Völlig idiotisch, dass das nicht auf der Website stand. Weder Hansa noch Braunschweig wiesen darauf hin, dass der Gästebereich bereits ausverkauft war. Also das Kapuzenshirt und den Schal ins Auto, neutrale Jacke wieder an und für 22€ Sitzplatz in der Nordkurve, wie eine dreistellige Anzahl Hansafans, die dasselbe Problem wie ich hatten, auch...

Das Stadion der Braunschweiger Eintracht ist ein sehenswerter Bau: sehr regelmäßig oval, komplett überdacht, dabei ein älterer und seltener Bautyp. Altmodisch kommt das Stadion aber aufgrund der modernen, ehe langweiligen Schalensitze nicht daher. Die Südkurve ist der Heimstehbereich und der Gästeblock im Nordwesten ist zur Hälfte ein Stehblock. Eintracht Braunschweig 2:0 F.C. Hansa Rostock Das Stadion war enorm gut gefüllt: Etwa 19.000 Heimfans und knapp 3.000 Rostocker waren gekommen, der Gästeblock war mit zwei Choreos (jeweils zu Beginn der Halbzeiten) farbenfroh und kreativ in Aktion, zudem mit dem ganzen Schwarz plus die blau-weißen Schals als Akzente sehr eindrucksvoll. Stimmgewaltig und melodisch ist der Hansa-Support eh immer. Da wusste Braunschweig nicht so zu überzeugen: außer dem Fünftel der Heimkurve, das den Ultras vorbehalten ist, feuerte niemand dauerhaft an. Aber packende Spielszenen und die Tore sorgten dafür, dass das ganze Stadion kurzzeitig mitging, was eine gewaltige Lautstärke hervorrief.

Vor dem Spiel war klar, dass Hansa hier unbedingt gewinnen muss – allerdings steht Braunschweig als Letzter mit dem Rücken zur Wand. Es sollte sich zeigen, dass Eintracht Braunschweig richtig reagiert hatte auf die katastrophale Hinrunde: die halbe Mannschaft umgebaut. Hansa hat idiotischerweise den Trainer entlassen, was aber an dem verblödeten Sportdirektor lag, und spielt mit demselben unfähigen Haufen Versager weiter, der diese Hinrunde im Mittelfeld abgeliefert hat. Insbesondere nach diesem Spiel wurde wieder deutlich, dass diese Saison eigentlich kein Einziger Hansa-Spieler es verdient hat, das Trikot dieses großartigen Vereins zu tragen. Braunschweig dominierte das Spiel. Offensiver Druck von Beginn an. Große Chancen, die Abwehr schwamm ohne Ende, Gelios hielt immer wieder gut. 0:0 bei Pause schmeichelhaft. Nach der Pause ein Kopfball zum hoch verdienten 1:0 für Eintracht Braunschweig. Erst nach 70 Minuten kam Hansa wieder zu guten Chancen – doch kurz vor Schluss fiel durch einen Konter das 2:0.

Nach dieser schwachen Vorstellung wurde die Mannschaft wieder von der Gästekurve weggeschickt. Die grillte derweil lieber erbeutete Braunschweig-Fanartikel...

Ich fuhr dann in 5 Stunden über die Landstraßen zurück nach Bonn. Im ausgestorbenen Niedersachsen hatte ich nichts Gescheites zu fressen auftreiben können – nicht mal in Hilesheim oder Hameln – aber in NRW, im Sauerland, in einem Kaff vor Meschede gab es einen gescheiten syrischen Dönerimbiss... Eintracht Braunschweig 2:0 F.C. Hansa Rostock Statistik:
- Grounds: 2.340 (Sa 3, So 1; diese Saison: 128 neue)
- Sportveranstaltungen: 3.525 (Sa 3, So 1; diese Saison: 141)
- Tourkilometer: 1.150km (Fr 480km Auto, Sa 210km Auto, So 460km Auto)
- Saisonkilometer: 44.440 (23.490 Auto, davon 8.450 Mietwagen/ 19.200 Flugzeug/ 1.740 Fahrrad/ unter 10 Schiff, Fähre / 0 Bus, Bahn, Straßenbahn)
- Anzahl der Fußballspiele seit dem letzten 0-0: 15 [letzte Serie: 19, Rekordserie: 178]
- Jede Woche mindestens eine Sportveranstaltung seit: Kalenderwoche 31 des Jahres 2006 (31.7.-6.8.), d.h. seit 652 Wochen.

Montag, 23. Januar 2012

W286I: Auch Leuna kann den Spitzenreiter nicht bezwingen – und: Packendes Kreisderby in Wittenberg

TSV Leuna 1919 25:28 Hallescher SC 96
Datum: Samstag, 21. Januar 2012 – Beginn: 16.00
Wettbewerb: Bezirksklasse Sachsen-Anhalt Süd (8. Handballliga, 5. Amateurliga)
Ergebnis: 25:28 nach 60 Min. (30/30) – Halbzeit: 12:15
Tore: Frank 7, Sven 5, Dry 4, Schmidtn 4, Fünfer 2, [Nr. 22] 2, Doc 1 (TSV); k. A. (HSC)
Gelbe Karten: Fünfer, Schmidtn, Sven (TSV); Nr. 14, Nr. 31, Nr. ? (HSC)
Zeitstrafen: Nr. 22 (TSV = 2 Minuten); 2x Nr. 14, 2x Nr. 8, Nr. 11 (HSC = 10 Minuten)
Disqualifikationen: keine
Spielort: Sporthalle Leuna (Kap. 200 Sitzplätze)
Zuschauer: ca. 55 (davon ca. 5 Gästefans)
Unterhaltungswert: 7,0/10 (Leuna hielt in einem guten Spiel bis zum Schluss mit dem ungeschlagenen Tabellenführer mit)

SV Grün-Weiß Wittenberg-Piesteritz 29:30 TuS 1947 Radis
Datum: Samstag, 21. Januar 2012 – Beginn: 20.00
Wettbewerb: Mitteldeutsche Oberliga (4. Handballliga, 1. Amateurliga)
Ergebnis: 29:30 nach 60 Min. (30/30) – Halbzeit: 15:15
Tore: Pawlack 9, Szep Kis 5, Schlüter 5, Zimmermann 4, Michna 4, Olle 2 (GWWP); Lampe 8, Just 6, Sogalla 5, Knabe 5, Blechschmidt 3, Nathow 2, Bergelt 1 (TuS)
Gelbe Karten: Balke, Olle, Trainer (GWWP); Bergelt, Blechschmidt, Knabe, Trainer (TuS)
Zeitstrafen: 2x Schlüter, 2x Michna, 2x Zimmermann, Balke, Szep Kis, Olle (GWWP = 18 Minuten); 2x Sogalla, 2x Bergelt, Schmidt, Lampe, Daudert? (TuS = 14 Minuten)
Disqualifikationen: seltsamerweise keine
Spielort: Stadthalle Wittenberg (Kap. 800 Sitzplätze)
Zuschauer: ca. 800 (davon ca. 300 Gästefans)
Unterhaltungswert: 9,0/10 (Ein tolles Spiel: gute Stimmung, zwar chaotischer Beginn und in einigen Phasen ein unsauberes Spiel, aber hervorragende zweite Hälfte und dramatische Schlussphase mit verdientem Sieger)
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Photos and English Version:

Die TSV-Handballer empfingen in der Sporthalle Leuna heute den Halleschen SC, den souveräner Tabellenführer (16:0 Punkte) der Bezirksklasse. TSV Leuna steht allerdings direkt dahinter mit 12:4 Zählern auf dem zweiten Aufstiegsplatz. Das Hinspiel ging leider mit 42:24 an Halle, was überhaupt deren höchster Sieg war. Mit mehr als 18 Toren Unterschied hat außer Leuna auch bisher nur Großkorbetha verloren – u.a. mit 19 Toren gegen Leuna (s. Bericht vom 26.11.11). Dass es nicht so deutlich ausgehen würde, wie im Hinspiel am ersten Hinrundenspieltag, war sehr zu hoffen und deutete sich auch in der ersten Hälfte an.

Leuna erzielte den ersten Treffer und hielt nach drei Gegentoren richtig dagegen. Nach einer ausgeglichenen Viertelstunde gingen sie nach 17 Minuten auch noch einmal mit 7:6 in Führung. Der hoch favorisierte Gast kam etwas ins Schwimmen, was sich an Schauspieleinlagen am Wurfkreis, Fouls und Meckereien zeigte. Kurz vor der Pause zogen sie einmal in einer richtigen Stärkephase, in der sie ihr ganzes Können mal endlich entfalteten, auf vier Tore davon. Bei Halbzeit waren es dann noch drei.

In der zweiten Hälfte erwischte allerdings Leuna den besseren Start, sodass es bis sieben Minuten vor Schluss dauernd Gleichstand oder nur ein Tor Rückstand hieß. Vorne trafen Frank, Sven und andere sehr regelmäßig – hinten hielt Abteilungsleiter Uwe Beyer viele Bälle. Doch dann rissen sich die mittlerweile sauberer spielenden Hallenser noch mal richtig zusammen und nutzten die Leunaer Fehler, die nun nach 53 tollen wie auch anstrengenden Spielminuten unweigerlich kamen, aus. Am Ende war es ein 25:28-Sieg für den Halleschen SC. Keineswegs überzeugend, doch das lag mehr an der Stärke des TSV Leuna, dass der HSC hier nicht glänzen konnte, als am streckenweise arroganten und unsauberen Auftreten der Gäste. Für die Anderen der diesmal gar nicht so wenigen Zuschauer dürfte das Spiel genauso unterhaltsam gewesen sein, wie für uns drei. Trotz dieser Null Punkte sollten auch alle mit der gezeigten Mannschaftsleistung des TSV Leuna zufrieden sein – gegen den Gegner so mitgehalten zu haben ist schon mal gut! In drei Wochen bei der punktgleichen Buna-Reserve kann dann ja dann wieder ein Sieg drin sein. Ich werde aber erst wieder beim Spiel in Plotha-Plennschütz dabei sein.

Wer übrigens noch viel weniger überzeugte als der HSC, waren die Schiedsrichter. Sie zählten zu Kategorie 1 der Schiedsrichter aus dem Spielkreis Mansfeld-Südharz. Die Kategorie 2 ist natürlich weitaus schlimmer: diese Sorte „Unparteiische“ müsste das „Un“ aus dem Namen streichen, da sie mit ihren Fehlentscheidungen mutwillig zugunsten einer Mannschaft die Begegnung verschieben. Doch natürlich nervt auch Kategorie 1, zu denen die beiden Allstedter von heute gehörten: keine Mannschaft wird benachteiligt, sie geben schon ihr Bestes diese Schiris, aber trotzdem ist fast jede zweite Entscheidung falsch. Ich kann mich nicht erinnern, jemals gute Schiedsrichter aus Mansfeld-Südharz gesehen zu haben...
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75 Minuten über Autobahnen und Landstraßen – und schon waren wir beim nächsten Handballspiel: meine Erwartungen an das Wittenberger Derby waren ob des Getöse im MHV-Forum und meinen Erfahrungen mit den Fans von Radis und Wittenberg sehr gering, doch wurden erfreulicherweise übertroffen. Was in der modernisierten Rundbogenhalle in Wittenberg – der Stadthalle – so abging war echt nicht schlecht!

OK. Mittlerweile haben wir 9 von 14 Vereinen der Mitteldeutschen Oberliga einen Besuch abgestattet – und ich muss sagen: niemand hat so starke Studentenermäßigung wie Wittenberg-Piesteritz! Nur 2€ (bei einem ebenfalls niedrigen Normalpreis von 5€) Eintritt wird von Studenten, Schülern und Behinderten abverlangt. Sehr anständig! Und dann wollten die nicht mal die Ausweise sehen – nur mal in die Taschen gucken, da die bösen, bösen Radiser ja gerne mit Bieraufnehmern und Flaschendeckeln werfen...

Es gibt zwar eine Empore auf der einen Hintertorseite (nur für VIPs und offiziell keine Zuschauerplätze), aber zwei Untertribünen auf den beiden Längsseiten. Beide Tribünen fassen 400 Zuschauer auf fünf neuen, glatten Holzbänken die auf Kunststoffstufen angebracht sind. Die eine Tribüne ist dreifach unterteilt, wobei die Mitte den VIPs vorbehalten ist, während die andere nur zweigeteilt ist. Auf dieser zweigeteilten machten sich vor allem im linken Bereich die Radiser breit. Ein Drittel dieses Blocks stand sogar ununterbrochen anfeuernd auf den Stufen. Auch die restlichen der insgesamt gut 300 Gästefans aus dem Kemberger Stadtteil – diese Lage macht das Duell zu einem von mehreren Sachsen-Anhalt-Derbys, aber zum einzigen Wittenberger Kreisderby der Mitteldeutschen Oberliga – zeigten Handballbegeisterung. War zwar nicht so die Handballbegeisterung, die man derzeit bei der Europameisterschaft von Serben und Makedoniern oder bei der Afrikameisterschaft von Tunesiern und Algeriern erleben kann – aber was Radis da akustisch bot, war schon richtig gut. Keine besonderen Fangesänge zwar und zu viel nerviges Tröten – ein halbes Dutzend Tröten, die schlimmer als ein Rudel liebeskranker Katzen klingen, sind halt nach ein paar Minuten störend und schon fast ein Grund für Hallenverbot: wegen unglaublich schlechten Geschmacks – aber ausdauernd, laut und immer spielbezogen. Die Leute standen echt hinter der Mannschaft: prima! Ganz anders als vor einigen Wochen bei einem Heimspiel in Gräfenhainichen erlebt: da war das einfach nur lahm, was die Radiser Fans da boten!

Erwartungsgemäß lahm war es, was die Heimfans darboten. Es deutete sich schon an der Platzwahl an: ein paar richtige Fans mit Trommeln machten schon Lärm, doch die Plätze um diese kleine Gruppe herum, wurden als Letztes belegt. Hauptsache ein Stück weg von der Stimmung sitzen, oder was?! Aber so hatte ich die Grün-Weißen Wittenberger und Piesteritzer von einem Auswärtsspiel letzte Saison in Erinnerung: langweilige, meckernde Rentner und Dummschwätzer. Selten ein blöderes Publikum erlebt, als da im Gästeblock in Plotha. Wenigstens gab es heute noch ein paar Ausnahmen: der ein oder andere ging doch erheblich mit bei packenden Szenen. Und packende Szenen gab es heute massenhaft.

Der Beginn der Partie war chaotisch und unsauber. Dauernd Fouls der Verteidiger beider Teams – und die Plinsen an der Pfeife blickten nicht durch: höchstens gelbe Karten für Griffe ins Gesicht und gegen den Hals, aber gleich zwei Minuten für einfaches Umreißen. Kein durchdachter Spielzug, viele technische Mängel – aber in der Hektik fiel der ein oder andere Treffer. Wittenberg hatte den besseren Start, doch Radis steckte nie auf und kam in einem starken Schlussspurt vor der Pause zum Ausgleich von 15:15.

Nach der Pause entwickelte sich eine richtig gute Partie, die zum Ende hin zugunsten der Radiser zu kippen schien. Dann gab es zwei grobe Fehlentscheidungen zugunsten der Heimmannschaft: Radis wurde ein Treffer zu unrecht aberkannt, Wittenberg ein irregulärer Treffer zuerkannt. Nun stand es völlig unverdient unentschieden und der Gästetrainer wechselte den jungen zweiten Torwart, Mark Illig – einen Bekannten meiner Freundin – ein. Ich fragte mich, ob der TuS-Trainer noch recht bei Trost sei, da er wieder den Torwart rein nahm, der in der ersten Viertelstunde im Kasten stand und eine Reihe von sinnlosen Fehlern fabrizierte (weite Abspiele ins Aus) und keine einzige Abwehr zeigen konnte. Doch nun kassierte er nur einen Treffer, der schnell egalisiert war. Einen Wurf nach einem Tempogegenstoß wehrte er hervorragend ab. Danach parierte Illig sogar einen Siebenmeter. In einer weiteren starken Szene verkürzte er beim Spielstand von 29:30 für seine Radiser das Eck. Seine starken 60 Sekunden – in denen er drei Paraden zeigte! – sollten dann wirklich entscheiden sein; 29:30 war das völlig verdiente Resultat für den Gast aus Radis!

Leider muss ich auch diesem Spielbericht wieder ein paar kritische Bemerkungen zu den Unparteiischen folgen lassen. Die beiden Thüringer fielen mir schon letzten Samstag in Freiberg negativ auf – und nun pfiffen sie ausgerechnet diese Partie. Besonders der Rundlichere versuchte immer wieder mit gespielter Arroganz seine Unfähigkeit zu überdecken, aber jeder der Ahnung vom Handball hat, sah, dass die beiden keine Oberligareife Leistung brachten. Fast jede zweite Entscheidung falsch und die beiden ganz groben gegen Radis hätten fast das Spiel zugunsten der Wittenberger verschoben. Aber ein Wunder, dass sie diesmal nicht zwei, drei Spieler ungerechtfertigt vom Feld stellten, so wie das in Freiberg war. Nicht einer musste gehen – was bei den unsauberen Aktionen bestimmter Spieler beider Teams wie Hohn und Spott gegenüber den in der Vorwoche verwiesenen Staßfurter und Freiberger Spielern, die für weniger bis nichts drei Mal zwei Minuten bekamen, wirken muss.

Insgesamt muss man sagen: das Kommen bei diesem Derby hat sich echt gelohnt! Die Leistung der Radiser war wirklich gut (und kämpferisch herausragend!), die der Wittenberger OK und die Gästefans gingen gut ab.
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Statistik:
Grounds: 692 (heute 1 neuer; diese Saison: 98 neue)
Sportveranstaltungen: 1.449 (heute 2, diese Saison: 135)
Tageskilometer: 210 (210 Auto)
Saisonkilometer: 27.120 (18.590 Auto/ 6.600 Flugzeug/ 1.920 Fahrrad/ 10 Bahn, Bus, Tram/ 0 Schiff, Fähre)
Anzahl der Fußballspiele seit dem letzten 0-0: 28
Anzahl der Wochen, seit der letzten Woche ohne eine einzige Sportveranstaltung (31.7.-6.8. 2006): 286

Montag, 12. Dezember 2011

W280II: Handball in Jessen und Gräfenhainichen (Radis)

Jessener SV 1953 28:23
SG Saaletal Reichardtswerben/ Prittitz
Datum: Samstag, 10. Dezember 2011 – Anwurf: 15.00
Wettbewerb: Verbandsliga Sachsen-Anhalt/ Süd (6. Spielklasse, 3. Amateurliga)
Ergebnis: 28:23 nach 60 Min. (30/30) – Halbzeit: 13:9
Tore: 4x Rose, Plott, Zwicker, Richter, Kretzschmann, 3x Hufnagel, Apfelbaum, 2x Trompke (Jessen); 7x Enke, 4x Laue, 3x Müller, 2x Faust, Sträletzky, Haufe, 1x Wedwitschka, Korn, Linse (Saaletal)
Gelbe Karten: Nr. 10, 17, 78 (Jessen); Nr. 4, 9, 11 und Trainer (Saaletal)
Zeitstrafen: 3x Nr. 17, 2x Nr. 28, 76 und 1x Nr. 19, 24, 25, 78 (Jessen = 22 Minuten); 2x Nr. 11, 33 [+ Rot], 1x Nr. 4, 9, 18 (Saaletal = 14 Minuten)
Disqualifikationen: Nr. 17 Jessen (dritte Zeitstrafe, 41.); Nr. 33 Saaletal (Nachtreten, 49.)
Spielort: Sporthalle Gymnasium Jessen (Kap. 300, davon 224 Sitzplätze)
Zuschauer: ca. 110 (davon ca. 15 Gästefans)
Unterhaltungswert: 7,5/10 (Jessen die spielerisch bessere aber auch unsaubere Mannschaft – insgesamt ein wirklich sehenswertes Spiel)

TuS 1947 Radis 23:30 HSV Bad Blankenburg
Datum: Samstag, 10. Dezember 2011 – Anwurf: 19.00
Wettbewerb: Mitteldeutsche Oberliga (4. Spielklasse, 1. Amateurliga)
Ergebnis: 23:30 nach 60 Min. (30/30) – Halbzeit: 12:16
Tore: 6x Nr. 2, 5x Nr. 10, 4x Nr. 7, 2x Nr. 6, 17, 1x Nr. 3, 10, 14, 84 (TuS); 9x Havel, 7x Miler, Petko, 3x Weyrauch, 2x Merkel, 1x Menge, Römermann (HSV)
Gelbe Karten: Nr. 6, 10, 14 (TuS); Merkel, Miler, Weyrauch (HSV)
Zeitstrafen: 2x Nr. 14, 1x Nr. 3, 7 (TuS = 8 Minuten); 2x Miler, Weyrauch, Merkel (HSV = 12 Minuten)
Disqualifikationen: keine
Spielort: Turnhalle Lindenallee (Gräfenhainichen; Kap. 350, davon 250 Sitzplätze)
Zuschauer: ca. 300 (davon ca. 20 Gästefans)
Unterhaltungswert: 5,0/10 (Ohne zu überzeugen war Blankenburg die klar bessere Mannschaft in einem mittelmäßigen Spiel)
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Photos and English Version:

Dieser Samstagsauflug führte uns in die Region um Wittenberg, einer sehenswerten und geschichtsträchtigen Stadt, die wir allerdings schon zur Genüge kennen, herum. Bevor wir uns die beiden Handballspiele anguckten, standen noch ein paar unbekannte Sehenswürdigkeiten auf dem Programm. In Hemsendorf, westlich von Jessen, befindet sich ein privat bewohntes und nur nach Vorabsprache ab und an zu besichtigendes Wasserschloss. Dessen Park ist aber zugänglich und von außen sieht es jetzt auch nicht so schlecht aus, aber an dem quadratischen Bau mit Mittelturm ist noch einiges zu sanieren.
Jessen selbst ist ein richtig mieses Provinzkaff mit einem eintönigen Marktplatz an dessen Ende eine halbwegs ordentliche Kirche steht. Ein paar Schritte weiter befindet sich dann ein runder, teil modernisierter Schlossbau. So richtig definierbar ist der Bau nicht mehr, bei dem Stilmischmasch. Aber passt zu diesem traurigen Kaff.
Etwas weiter östlich in der flachen, aber durch den Wechsel von Wäldern, Flussauen, Feldern und Wiesen gar nicht so unansehnlichen Landschaft, liegt dann Annaburg. Dieser Ort war sightseeingmäßig mit ganz weitem Abstand das Beste heute und ist nur knapp hinter Wittenberg (wenn überhaupt) einzuordnen. Das Schloss ist ein richtig schöner gelb-weißer, hoher Renaissancebau mit trockengelegtem Wassergraben und engem, verschachteltem Innenhof mit Arkadengang. Gegenüber sind eine ganze Menge Wirtschaftsgebäude zu finden, die meistens als Wohnungen genutzt werden. Rechts vom Portal befinden sich noch Barockbauten wie eine ehemalige Orangerie und eine Schule. Unweit davon befindet sich der Marktplatz – ganz nett, aber leider sehr tot: da gibt es kaum Geschäfte – und daneben eine Kirche mit interessantem Torbogen und Friedhof. Auf diese mit monumentalen Grabmalen zugestellte Ruhestätte blickt die Turmseite des kasernenartigen Altenpflegeheims...
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In Jessen ging es dann zum Handball, wobei im angrenzenden Stadion noch die letzten 14 Minuten des Landesklassespiels von Alemannia Jessen und Grün-Weiß Piesteritz II liefen. Vom Kreisverkehr aus konnten wir das Spiel prima verfolgen. Es blieb allerdings beim 0:2 für die Gäste. Die Halle liegt direkt am anderen Ende des Kreisverkehrs. Von außen ein seltsam kastenförmiger Bau mit hässlicher Backsteinrückseite an der sich der Eingang befindet, doch geht man die Wendeltreppe deren Innengang mit einer aufgemalten Vulkanlandschaft verschönert ist, hoch, wird man beim Betreten der Halle über die Qualität des Inneren erstaunt sein: drei Reihen rote und grüne Sitzschalen auf einer Obertribüne hinter deren Sitzreihen auch noch eine Stehreihe vorgesehen ist – und nirgendwo hat man Sichtbehinderungen! Nur die Farben der gesamten Halle sind etwas hässlich...
Was gar nicht geht ist der Eintritt: 3,50€ für alle ist in dieser Liga asozial. Mehr als 2,50€ nehmen normale Vereine nicht.

Über das Spiel und seinen furiosen Beginn konnte man aber nicht meckern: zwei zu zwei nach drei Minuten, vier zu zwei nach vieren. Nach dem wilden Beginn kam etwas mehr Ordnung ins Spiel, aber bis kurz vor der Halbzeit war es nach wie vor ein schnelles und ausgeglichenes Spiel. Dann stieg die Härte der Jessener genauso wie deren Leistung in der Verteidigung. Daran scheiterten die Gäste aus dem Burgenlandkreis schließlich. Eine Sekunde vor der Pausensirene kassierten sie ein fast vorentscheidendes 13:9. Nach der Pause festigten die Jessener diesen Vorsprung souverän, sodass am Ende eines wirklich sehenswerten Spiels ein 28:23 für den Gastgeber stand, obwohl dieser regelmäßig in Unterzahl spielte und auch einen Spieler verlor. Allerdings war der 17er so ziemlich der Schlechteste auf der Platte – seine ganzen ungeschickten Bewegungen führten schließlich zu drei Zweiminutenstrafen und folgerichtig zur Hinausstellung. Ebenfalls hinausgestellt wurde einer von mehreren mit zunehmender Spieldauer zunehmend gefrustet auftretenden Saaletalern: der wurde am Wurfkreis umgeruppt und latschte dann den foulenden Jessener. Zudem war es nicht das erste Foul des Gästespielers. Jessen festigte so seinen 4. Platz und Saaletal den 7. von 14.
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In Gräfenhainichen ging es dann weiter mit Handball. Radis ist eigentlich ein eigener Ort, der sechs Kilometer nordöstlich von Gräfenhainichen liegt, aber in dem Dorf gibt es keine oder keine vernünftige Sporthalle. Dafür ist im Bergbaukaff Gräfenhainichen ein schönes Exemplar von umgebauter Scheune – sieht jedenfalls so aus wie die Sporthalle in Osternienburg, die definitiv eine ist – in dem 350 Leute platz haben. Der Eintritt betrug nur 5€, ermäßigt 2,50€, was für diese Liga eigentlich normal seien sollte, es aber leider nicht ist. Es waren auch so 300 Fans da, die sich auf den vier Reihen der glatten Holztribüne ausbreiteten – oder hinter dem einen Tor ebenerdig bzw. auf den Barren hockten oder eben im VIP-Raum oberhalb des anderen Tores hinter Glas zuguckten – und durchgängig lärmten. Von den Behauptungen, dass in Radis „Bombenstimmung“ herrsche und das die Fangruppe Pilzkumpels „so richtig gut drauf sei“ und deswegen Radis „so mit die besten Fans der Liga“ habe, bin ich allerdings nicht so überzeugt worden: erstmal ist es nicht schwer bei einem Schnarchnasenpublikum wie im Handballsport üblich irgendwelche Stimmungsrekorde aufzustellen, zweitens ist es Ansichtssache, was gut drauf bei einer Fangruppe, bei der der Name Programm ist, heißt – wirklich gute Fans brauchen keine drei Liter Pils um Stimmung zu machen wie offensichtlich die Pilz- (oder Pils-)kumpels und schließlich ist der Rest des Publikums bei aller Begeisterung die ab und an aufkommt weit von Bombenstimmung entfernt. Wenn ein paar Trommler dauernd monoton „bumm, bumm, bumm“ machen und ein Fan mit Tröte „tröt, tröt, tröt“ dann ist das auch nicht sonderlich förderlich für Sprechchöre, die so oder so nur so ausgefeilt sind wie „Raaaadis, Raaaaadis“. Also in dieser Liga ist insbesondere Ziegelheim stimmungsmäßig besser.

Die Mannschaft von Radis, die aufgrund von Krankheit leider ohne ihren Stammtorhüter Illig, einen Bekannten meiner Freundin, auskommen musste, wusste genauso wenig zu überzeugen wie ihre Fans. Die ersten 10 Minuten hielten sie gut mit, dann wurde die Fehlerquote immer auffälliger. Als richtiges Amateurteam, auf Platz 9 von 14, gegen den Spitzenreiter aus Bad Blankenburg, ein Söldnertrupp der unter unterdurchsichtiger Geschäftsführung zusammengekauft wird, zu verlieren, ist wirklich keine Schande. Sieben Tore Unterschied die es am Ende waren sind auch keine Schande. Konstant war übrigens ab der 15. Minute ein fünf Tore Rückstand. Ansehnlich waren die wenigen Lichtblicke im Spiel der Radiser: souveräne Tempogegenstöße, erfolgreiche Torwürfe durch die dichte Abwehr hindurch usw. – aber es war nicht annähernd der Kampfgeist einer Mannschaft wie Ronneburg vorhanden, die letzte Saison zwar abstieg, aber gegen Bad Blankenburg nur durch Unfairness der Gäste mit einem Tor verlor, nachdem sie einen Rückstand von fünf, sechs Tore bereits aufgeholt hatten. Bei diesem Spiel war übrigens auch erheblich mehr Stimmung als diesmal in Gräfenhainichen bei Radis.

Wer übrigens mal richtig gute Stimmung beim Handball erleben will, wird auch in der Bundesliga keine Fangruppen finden, die überzeugen können. Dazu muss man wohl in Nordafrika gucken: z.B. die tunesische und ägyptische Liga sind spielerisch auf hohem internationalen Niveau – und die Stimmung auf einem hierzulande unbekannten. Die spielerisch schwächere marokkanische macht auch etwas daher: siehe im Video: Wydad Casablanca v Olympique de Meknes...
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Statistik:
Grounds: 677 (heute 2 neue; diese Saison: 83 neue)
Sportveranstaltungen: 1.426 (heute 2, diese Saison: 112)
Tageskilometer: 310 (310 Auto)
Saisonkilometer: 14.430 (12.530 Auto/ 1.890 Fahrrad/ 10 Bahn, Bus, Tram/ 0 Flugzeug/ 0 Schiff, Fähre)
Anzahl der Fußballspiele seit dem letzten 0-0: 20
Anzahl der Wochen, seit der letzten Woche ohne eine einzige Sportveranstaltung (31.7.-6.8. 2006): 280