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Mittwoch, 10. April 2024

W3.0171II: Altona, HEBC und Finkenwerder an einem Samstag

Turn- und Sportverein Finkenwerder von 1893

2 : 5 (2:2)

FC Bingöl 12 (2004)

- Datum: Samstag, 6. April 2024 – Beginn: 12.00
- Wettbewerb: Bezirksliga Hamburg Süd (7. Spielklasse, 3. Amateurliga)
- Ergebnis: 2-5 nach 96 (47/49) Minuten – Halbzeit: 2-2

- Tore: 1-0 7. Rummel, 1-1 22. Celikel, 2-1 32. Schulz (Elfmeter), 2-2 32. Yasar, 2-3 60. Yasar, 2-4 79. Nartey, 2-5 88. Nartey

- Gelbe Karten: mindestens 5 je Team

- Rote Karten: NN von Finkenwerder (60. wg. wdh. Fouls/ Reklamierens), XY von Finkenwerder (80. wg. wdh. Fouls/ Reklamierens)

- Austragungsort: Uhlenhoff-Stadion (Kap. 2.500 Stehplätze)
- Zuschauer: ca. 90 (davon ca. 8 Gäste)
- Spielbewertung: 7,0/10

Altona Fußball-Club von 1893

0 : 2 (0:2)

Eisenbahner Turn- und Sportverein Hamburg

- Datum: Samstag, 6. April 2024 – Beginn: 15.30
- Wettbewerb: Oberliga Hamburg (5. Spielklasse, 1. Amateurliga)
- Ergebnis: 0-2 nach 99 (47/52) Minuten – Halbzeit: 0-2

- Tore: 0-1 12. Kiene, 0-2 26. Düwel

- Gelbe Karten: 3x Altona, 5x ETSV

- Rote Karten: ETSV-Trainer (Gelb-Rot in der 90. Min. wg. wdh. Reklamierens)

- Austragungsort: Adolf-Jäger-Kampfbahn (Kap. 8.000, davon 2.000 Sitzplätze)
- Zuschauer: ca. 2.500 (davon 1.519 zahlende und ca. 30 Gäste)
- Spielbewertung: 5,5/10

Hamburg-Eimsbütteler Ballspiel-Club 1911 II

3 : 1 (1:1)

FC Teutonia Ottensen 1905 II

- Datum: Samstag, 6. April 2024 – Beginn: 18.00
- Wettbewerb: Bezirksliga Hamburg Süd (7. Spielklasse, 3. Amateurliga)
- Ergebnis: 3-1 nach 97 (46/51) Minuten – Halbzeit: 1-1

- Tore: 1-0 22. Gönüllü, 1-1 32. Warneke, 2-1 83. Müller (Elfmeter), 3-1 88. Torani

- Gelbe Karten: 2x HEBC, 3x Ottensen

- Rote Karten: keine

- Austragungsort: Professor-Reinmüller-Platz (Kap. 1.550, davon 50 Sitzplätze)
- Zuschauer: ca. 150 (davon ca. 25 Gäste)
- Spielbewertung: 6,0/10

TuS Finkenwerder 1893 2:5 FC Bingöl 12

Photos with English commentary:

a) Finkenwerder vs. Bingöl

b) Altona 93 vs. ETSV Hamburg

c) HEBC Res. vs. Teut. Ottensen Res.

Das 49-Euro-Ticket wollte noch mal genutzt werden. ÖPNV-technisch natürlich große Scheiße: Braunschweig via Uelzen nach Harburg, dann mit zwei Bussen, die alle verspätet waren, zum Anstoß in Finkenwerder erschienen. Nach dem Mittagessen in Finkenwerder, fuhr der Bus wegen Sperrungen endlos außen herum, Umstieg auf S-Bahn, Umstieg auf U-Bahn, Verspätung, Bus verpasst – gelaufen zu Altona 93 und kurz nach Anstoß erst dagewesen. Auch HEBC II erreichte ich nicht ganz pünktlich. Genau: Der zweite Bus war verspätet... Auf dem Rückweg hatte dann der erste Zug 15 und der zweite 25 Minuten Verspätung. Der Schienenersatzverkehr von Gifhorn holte die Verzögerung aber fast wieder raus, obwohl der Fahrer ständig Probleme beim Gänge einlegen hatte...

Altona 93 0:2 ETSV Hamburg

Spiel 1 also in Finkenwerder. Recht idyllische Sportanlage mit kleiner Stehtribüne, die stark bemoost ist. Die in Hamburg üblichen 4€ für Bezirksliga. Geboten bekam man da aber auch Einiges. Schnelle Führung für den Tabellenletzten und in der ersten Hälfte ein sehr offenes Spiel gegen den FC Bingöl. Die 12 steht nicht für ein Gründungsjahr (seit 2004 gibt es den Verein), sondern für das KFZ-Kennzeichen der Provinz (des Kreises, Türkisch: ilce) Bingöl. Die Kennzeichen sind alphabetisch durchnummeriert und spielen z. B. bei Online-Namen eine eher größere Rolle als in Deutschland diese Kürzel wie MER oder BS.

In der zweiten Hälfte verlor Finkenwerder nach und nach zwei Spieler. Den Sportfreund an der Pfeife habe ich, als ich vor ein paar Wochen schon mal in Hamburg war, bereits gesehen: ein echtes Original! Verteilt immer so 10 bis 20 Karten, selbst in einer fairen Partie...

Am Ende siegte Bingöl, die Tausend Seen, verdient mit 2:5.  

Altona 93 0:2 ETSV Hamburg

Spiel 2 kostete 8€, was aber im Vergleich eher unterm Durchschnitt ist – so traurig solche Preise für nominell Amateurfußball auch sind – und man bekam eine schön gemachte Karte. Der Aufdruck hinten „kein Platz für Nazis“, zeigte die politische Ausrichtung. Altona 93 ist sehr stark von Punks und anderen Linksextremen frequentiert. Linksgrünes Bildungs- bzw. „Bildungs“-Bürgertum mit jungen Familien oder junggebliebenen 68ern ist hier auch zugegen. Wie üblich bei so linken Vereinen, sind weder Ordner noch Hintertorfans in irgendeiner Form unfreundlich zu Groundhoppern. Das muss man wirklich immer wieder hervorheben, wie sich hier linksgerichtete Vereine positiv gegenüber rechtsgerichteten Clubs hervortun. Wer als Groundhopper so blöd ist, seine rechte Gesinnung so zur Schau zu stellen, wie es die linken hier mit ihrer tun, braucht sich auch nicht zu wundern, wenn er nicht so freundlich wie ich als Neutraler behandelt wird...

Altona 93 führt momentan in der Oberliga, nach dieser verdienten 0:2 Niederlage im allenfalls durchschnittlichen Spitzenspiel wird es aber enger.

Die Zuschauerzahl im altehrwürdigen Stadion war sehr gut. Baulich ist das auch sehr interessant. Viele Graffiti, leicht verfallenen Stehränge, ein hoher Graswall, eine überdachte Tribüne mit lehnenlosen Schalensitzen (kostet Aufpreis) – leider sind die Tage der Adolf-Jäger-Kampfbahn gezählt. 2026 sollen hier Wohnungen errichtet werden. Am Diebsteich soll dafür ein recht modern konzipiertes Regionalligastadion errichtet werden. Auch bei der Planung dieses Stadions, bekleckert sich der zuständige Hamburger Politiker Grothe – besser bekannt als „Pimmel-Andy“ – nicht mit Ruhm. Ich sehe auch noch nicht, dass Altona sofort nach dem letzten Spiel in der Adolf-Jäger-Kampfbahn an den fertigen Diebsteich umziehen kann. Verzögerungen, Pfusch, Anwohnerklagen, Kostenexplosionen – so ist das nun mal in Deutschland...

Hamburg-Eimsbütteler BC II 3:1 Teutonia Ottensen II

Auch beim Hamburg-Eimsbütteler BC bekennt man sich zu linken Werten – hier allerdings nur vernünftig zu Anti-Rassismus und nicht so teils linksextremen Kram wie bei Altona 93. Die Sportanlage ist ebenfalls originell, wenn auch ganz modern und viel kleiner: Ein Kunstrasen, der von mehrgeschossigen Wohnblöcken halbringförmig umbaut ist, einige Bäume, ein paar Stehränge, ein paar Sitze – und sowohl die Sitze, als auch alle Verzierungen am Sportlerheim in lila-weiß. Ein sehr gut gelungenes Graffiti ziert die Außenwand des Vereinsheims.

Das Spiel der Reserven von HEBC und Teutonia Ottensen war gar nicht schlecht besucht und kostete nur 3€ Eintritt – so viel zahlt man im benachbarten Niedersachsen gerne mal für 1. Kreisklasse...

Die Partie war auch ganz flott mit Durchhänger nach der Pause. Nach ausgeglichener erster Hälfte (1:1) gelang dem Gastgeber noch ein Sieg durch zwei späte Treffer.

Hamburg-Eimsbütteler BC II 3:1 Teutonia Ottensen II

Statistik:

- Grounds: 3.595 (3 neue; diese Saison: 181 neue)

- Sportveranstaltungen: 5.053 (3; diese Saison: 229)

- Tourkilometer: 410 (400km Bahn und Bus, 10km Rad)

- Saisonkilometer: 96.710 (58.120 Flugzeug/ 31.220 Auto, davon 15.450 Mietwagen/ 5.360 Bus, Bahn, Straßenbahn/ 2.790 Fahrrad/ 180 Schiff, Fähre)

- Anzahl der Fußballspiele seit dem letzten 0-0: 6 [letzte Serie: 19, Rekordserie ohne 0-0: 178]

- Jede Woche mindestens eine Sportveranstaltung seit: Kalenderwoche 2 des Jahres 2021 (04.-10.01.), d.h. seit 171 Wochen in Folge [letzte Serie: 30 Wochen von KW22/2020-51/2020; Rekordserie: 711 Wochen von KW 31/2006 bis KW 11/2020].

Mittwoch, 6. März 2024

W3.0166IV: Bahnfahrt nach Bremen – Spannung am Panzenberg, Langeweile in Findorff

Bremer Sport-Verein 1906

1 : 0 (1:0)

FC Teutonia 05 Ottensen

- Datum: Sonntag, 3. März 2024 – Beginn: 15.00
- Wettbewerb: Regionalliga Nord (4. Spielklasse, 1. Halbprofiliga)
- Ergebnis: 1-0 nach 101 (48/53) Minuten – Halbzeit: 1-0

- Tor: 1-0 22. Gröger

- Gelbe Karten: Hoxha, Goguaze, Trainer (BSV); Liesegang, Maiolo (Ottensen)

- Rote Karten: Bukusu vom BSV (65. Rot wg. Tätlichkeit)

- Austragungsort: Stadion am Panzenberg (Kap. 5.000, davon 750 Sitzplätze)
- Zuschauer: ca. 750 (davon 679 zahlende und ca. 20 Gästefans)
- Spielbewertung: 6,5/10

Eisenbahnersportverein Blau-Weiß Bremen (Ü40)

2 : 0 (1:0)

Sportgemeinschaft 1965 Marßel Bremen (Ü40)

- Datum: Sonntag, 3. März 2024 – Beginn: 12.35
- Wettbewerb: Ü40-Landespokal Bremen Großfeld (2. Kreisklasse Ü40 gegen 3. Kreisklasse Ü40; 2. bzw. 3. Spielklasse im Altherren-Großfeldfußball der Altersklasse Ü40, 2x30 Minuten Spielzeit)
- Ergebnis: 2-0 nach 63 (31/32) Minuten – Halbzeit: 1-0

- Tore: 1-0 15. Stanko, 2-0 45. Stanko

- Gelbe Karten: keine

- Rote Karten: keine

- Austragungsort: Bezirkssportanlage Findorff, Hockeyplatz / Kunstrasen 2 (Kap. 100 Stehplätze zzgl. 500 Stehplätze hinterm Zaun)
- Zuschauer: ca. 9 (davon 5 Heimfans und 3 Gäste)
- Spielbewertung: 2,0/10

Bremen

Photos with English commentary:

a) 4th Division: Bremer SV vs. Teutonia Ottensen

b) Veterans Cup: ESV Blau-Weiß vs. Marßel

c) Bremen: Walle, Bürgerpark

Am Sonntag gleich noch mal zum Bahnhof und dann via Hannover binnen 3 Stunden nach Bremen gegurkt. Den Tag über sollte ich Glück mit den Zügen haben: maximal 15 Minuten Verspätung, während ein Gegenzug Braunschweig-Hannover mit 55 Minuten Verspätung mehr Verspätung als Fahrzeit hatte, der Zug vor meinem Hannover-Bremen-Zug ausfiel und im Fernverkehr mehrfach Durchsagen wie „heute 80 Minuten später“ kamen...

Mit kurzem Abstecher am Bürgerpark ging es nach Findorff. Dort gibt es eine hässliche Bezirkssportanlage unweit des Fernsehturms. Besonders hässlich sind die zwei Kunstrasenplätze, insbesondere der Hockeyplatz. Bei so einem Altherrenspiel darf man zum Glück innen am Zaun stehen.

Die Partie war aber auch unter aller Sau. Einfach nur schlechter Fußball, was der ESV Blau-Weiß und die SG Marßel da lieferten. Der ESV-Torwart hielt den Kasten sauber – rülpste auch wie ein junger Hüpfer – und sein Gegenüber bekam zwei Tore eingeschenkt. ESV BW damit im Pokalhalbfinale.

ESV Blau-Weiß Bremen Ü40 2:0 SG Marßel Ü40

Anlass der Fahrt war natürlich Spiel 2: Im wirklich schönen Stadion am Panzenberg – Blick zum Fernsehturm, überdachte Steh- und Sitztribüne, Sitze immer nur in den ersten drei oder vier Reihen, steile Stehränge, paar Sitze hinter dem einen Tor, Hochstraße in Blickweite, Häuser direkt an der Gegengerade, Graffiti überall, originelle Anzeigetafel – bekam man für 9€, was unterer Preisbereich für die Liga ist, eine spannende Regionalligapartie geboten. Bremer SV in Abstiegsgefahr, doch die bessere Mannschaft heute gegen Teutonia Ottensen. Der selbsternannte Aufstiegskandidat im freien Fall gen Mittelfeld, in der Winterpause wurde auf Einreichung der 3. Liga-Lizenzunterlagen verzichtet. BSV bestimmte die gesamte erste Hälfte und ging mit einem tollen 20-Meter-Schuss in den Winkel 1:0 in Führung. Es sollte das einzige Tor bleiben, maßgeblich auch, weil sich Bremen selber dezimierte, da ihr Neuner sich völlig bescheuert provozieren lies. Vor allem nach diesem Platzverweis drehte der Schiri aus Osnabrück aber auch hohl: im Zweifel wurde nur noch zugunsten von Ottensen entschieden, die maßlos lange Nachspielzeit von 6 Minuten wurde auf 8 ausgedehnt und nach einem dunkelgelben Einsteigen eines Ottensener pfiff er einfach ohne jede Strafe ab. Auf der Ebene habe ich schon lange keine derart schlechte und vor allem auffällig einseitige Schiedsrichterleistung mehr gesehen.

Ein Besuch beim Bremer SV lohnt übrigens nicht nur wegen des Stadions. Das Publikum ist schon sehr originell: manche Alte holen bei Eckstößen noch den Schlüsselbund raus (wegen Schlüsselszene). Alternative und linkes Studenten-/ Bürger- und Arbeitertum dominieren das Publikum. Entsprechend originell ist die Aufkleber- und Graffitikultur bei denen. Für den deutschen Profi-/Halbprofi-Bereich waren auch sehr viele Migranten im Publikum. Kurios auch, dass man sowohl pro-israelische Anti-Fa-Aufkleber (Israel-Flagge + Rote Flagge) sah, als auch z. B. eine junge Frau, wohl Palästinenserin, mit Kopftuch und Kapuzenpulli „From the River to the Sea, Palestine will be free“, die mit weißen Deutschen zusammen dem Spiel folgte. In ihrer Israelhörigkeit versuchen deutsche Politiker diese Parole unter dem Gesinnungsparagraphen strafbar zu machen. Erste Gerichte haben das schon auf Demos so als verboten bestätigt. Klar muss man sich fragen, was es bringen soll, wenn statt den Israelis nun die Palästinenser das Sagen haben zwischen River (Jordan) und Sea (Mittelmeer) – aber es sollte doch ruhig jeder seinen politischen Dünnschiss im Rahmen der Meinungsfreiheit ablassen. Israelische Propaganda ist ja angeblich ein wichtiger Teil der deutschen Staatsräson,  zu Israel soll man sich – vor allem als Zugewanderter – nun bekennen, als ob das unser 17. Bundesland wäre... Da schadet Gegenrede wirklich nicht! Warum man das aber beim Fußball so plakativ machen muss, zumal ja z. B. kein Gegner, der sich politisch positioniert auf dem Feld stand, ist dann doch schon fragwürdig. Als Groundhopper sehe ich aber positiv, dass man bei so linken Vereinen naturgemäß als „komischer Fremder“ willkommen ist, bei einem Verein mit rechter Szene aber eher beäugt und belästigt wird. Bei linken Vereinen hatte ich als Ortsfremder nie Probleme, so kann ich einen Besuch beim Bremer SV auch nur empfehlen!

Bremer SV 1:0 Teutonia Ottensen

Statistik:

- Grounds: 3.575 (2 neue; diese Saison: 161 neue)

- Sportveranstaltungen: 5.031 (2; diese Saison: 210)

- Tourkilometer: 430 (10km Rad und 420km Bahn)

- Saisonkilometer: 87.610 (51.300 Flugzeug/ 30.330 Auto, davon 14.770 Mietwagen/ 2.860 Bus, Bahn, Straßenbahn/ 2.490 Fahrrad/ 180 Schiff, Fähre)

- Anzahl der Fußballspiele seit dem letzten 0-0: 6 [letzte Serie: 14, Rekordserie ohne 0-0: 178]

- Jede Woche mindestens eine Sportveranstaltung seit: Kalenderwoche 2 des Jahres 2021 (04.-10.01.), d.h. seit 166 Wochen in Folge [letzte Serie: 30 Wochen von KW22/2020-51/2020; Rekordserie: 711 Wochen von KW 31/2006 bis KW 11/2020].