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Montag, 2. Mai 2016

W509II: Im Hessischen Zipfel Bayerns

FC 1920 Kleinwallstadt II ................................ 1
1. FC Südring Aschaffenburg .......................... 7
- Datum: Freitag, 29. April 2016 – Beginn: 18.30
- Wettbewerb: A Klasse Aschaffenburg, Gruppe 2 (10. Spielklasse, 6. Amateurliga)
- Ergebnis: 1-7 nach 92 Min. (46/46) – Halbzeit: 1-4
- Tore: 0-1 11. Andre Eckert, 0-2 13. Andre Eckert, 1-2 17. Marcel Hock, 1-3 37. Andre Eckert, 1-4 40. Can Aktas, 1-5 58. Drazen Kozul, 1-6 65. Andre Eckert, 1-7 91. Tolga Aslin
- Verwarnungen: 2x Marcel Hock (FCK II); 2x Maurice Wiesener (Südring)
- Platzverweise: Marcel Hock von FCK II (Gelb-Rot: 87. Foul + 87. Meckern); Maurice Wiesener von Südring (79. Meckern + 79. noch mal Meckern)
- Austragungsort: Toni Degen Stadion (Kap. 1.600, davon 100 Sitzplätze)
- Zuschauer: ca. 30 (davon ca. 5 Gästefans)
- Unterhaltungswert: 6,5/10 (Sehr einseitig, aber ganz gut) FC Kleinwallstadt II 1:7 Südring Aschaffenburg (A Klasse, Toni-Degen-Stadion) Photos with English Commentary:
a) Amateur Football: Kleinwallstadt Reserves v Südring Aschaffenburg
b) Frankfurt: Zoological Garden
c) Lower Franconia: Aschaffenburg, Wildenstein, Stadtprozelten Henneburg

Auch diesen Freitag fanden meine Freundin Khatereh und ich Zeit, uns in Frankfurt zu treffen. Ich holte sie von der Arbeit ab, wo sie nur vormittags eingespannt war und wir gingen erstmal in den Zoo. Der Frankfurter Zoo ist eher durchschnittlich, dafür aber auch nicht zu teuer. Interessante Tiere gibt es aber schon etliche: Großflusspferde, Erdmännchen, Komodowarane, ein Albino-Trampeltier… Frankfurt zoological garden Dann ging es in den hessischen Zipfel Bayerns: die zwei Landkreise Aschaffenburg-Land und Miltenberg sowie die Stadt Aschaffenburg gehören zum Pendlerbereich von Frankfurt und die besten Fußballteams – Aschaffenburg und Alzenau – spielen in Hessen mit. Aschaffenburg ist mit 70.000 Einwohnern schon großstädtisch für Bayern und gerade Franken. Das Renaissanceschloss ist schön und ein paar weitere sehenswerte Gebäude (Kirchen, vereinzelt Fachwerk) gibt es im Ort auch.

Im Landkreis Miltenberg besuchten wir die Burgruinen von Wildenstein (bei Eschau) – die ist eine ziemlich Baustelle, aber ganz ansehnlich – und Stadtprozelten, wobei die dortige Ruine Henneberg sehr lohnend und aus unerfindlichen Gründen frei zugänglich ist: man kann auch in den Kasematten rumlaufen. Henneburg castle (Stadtprozelten) Bayern ist administrativ extem kleinteilig: 71 Landkreis und 25 Kreisfreie Städte. Beim Fußball gibt es immernoch 24 oder so Kreise: Aschaffenburg Stadt und Land sowie Miltenberg bilden dabei den Kreis Aschaffenburg, der eine Kreisliga (8. Liga), Kreisklasse, A Klasse und B Klasse mit teils sieben Staffeln organisiert. In der A Klasse spielen in zwei verschiedenen Staffeln die beiden Teams des FC Kleinwallstadt 1920. Den hatte ich wegen seines ansehnliches Stadions namens Toni-Degen-Stadion ausgesucht. Sechs Stehränge, eine Bankreihe unter dem Vordach des Sportlerheims, einige lustige Details wie aus Metall gearbeitete Vereinswappen und ein Tischkicker auf der Terrasse, dazu auch ein schönes Bergpanorama.

Praktischerweise spielte heute die Reserve, sodass wir gar nichts bezahlen mussten. Bei Spielen der Ersten wird laut Aushang satte 2,50€ verlangt, wobei Rentner/ Studenten/ Jugendliche nur 1,50€ zahlen und Frauen ganz freien Eintritt bekommen. Letzteren Blödsinn kannte ich bisher nur aus Hessen weitverbreitet – die Leute um uns herum sprachen allerdings auch mehr wie in Hessen, also sind die Verbindungen auch hier auf dem Dorf eher nach Hessen gerichtet…

Die Zweite Mannschaft von Kleinwallstadt sah dann gegen die I. vom 1.FC Südring Aschaffenburg keinen Stich, kassierte schnell 0:1 und 0:2, erzielte dann mit einem Heber aus 30m über den zu weit vorm Tor stehenden Schlussmann den Ehrentreffer aber verursachte schnell darauf einen Elfer. Der Torwart wollte den Fehler wieder gut machen, trat zum Elfer an verwandelte – aber der Schiri will einen Regelverstoß bemerkt haben und die Wiederholung semmelt der Mann mit den Handschuhen drüber… Bis zur Pause fallen aber noch zwei weitere Treffer und nach der Pause ebenfalls. Dann muss ein Aschaffenburger wegen wiederholten Meckerns vom Platz und nachdem genauso ein kleinlicher Platzverweis auch gegen einen Spieler der Heimelf verhängt wurde, zimmerte Südring noch das 1:7 unters Tordach.

Übrigens: wenn das mit der Arbeitsstelle in Bayern klappt, wird wohl bfv.de zu meiner Lieblingsfußballseite; bei fussball.de den Matchkalender aufrufen und dann bei bfv.de den Wettbewerb um die Anschrift zu finden und nach Abpfiff die Statistik, in der sogar die Karten vermerkt sind. So eine gute Statistik wie zu diesem Spiel habe ich für Kreisliga noch nie bekommen! Nur irgendwie muss ein besoffener Kleinwallstadter die Zuschauer gezählt haben; 30 waren da, doppelt hat er gesehen, 60 gemeldet…

Khatereh fuhr dann mit mir nach Bonn mit. Am Samstag ging es sportlich und touristisch in NRW weiter. FC Kleinwallstadt II 1:7 Südring Aschaffenburg (A Klasse, Toni-Degen-Stadion) Statistik:
- Grounds: 1.613 (1 neuer; diese Saison: 198 neue)
- Sportveranstaltungen: 2.663 (1; diese Saison: 227)
- Tageskilometer: 500 (500km Auto)
- Saisonkilometer: 53.350 (35.650 Auto, davon 6.450 Mietwagen/ 9.120 Flugzeug/ 6.160 Bus, Bahn, Straßenbahn/ 2.020 Fahrrad/ 200 Schiff, Fähre)
- Anzahl der Fußballspiele seit dem letzten 0-0: 21 [letzte Serie: 97, Rekordserie: 178]
- Jede Woche mindestens eine Sportveranstaltung seit: Kalenderwoche 31 des Jahres 2006 (31.7.-6.8.), d.h. seit 509 Wochen.

Sonntag, 9. November 2008

WE119II: Nach 101 Spiel ohne 0:0 musste es ja einmal passieren... zwei völlig unbegabte fränkische Gurkentruppen unterbrechen die Serie

Eintracht Bamberg 0:0 Victoria Aschaffenburg
Samstag, 8.November 2008 - Anstoßzeit 14.00
Regionalliga Süd (4. Liga; halbprofessionelle Liga)
Ergebnis: 0:0 nach 91 Min. (45/46) - Halbzeit 0:0
Tore: keine
Verwarnungen: 2:1
Platzverweise: keine
Stadion: Waldstadion Weismain (Kap. 13.000, davon 2.000 Sitzplätze)*
Zuschauer: 500 (25 Gästefans)
Spielqualität: 0,5/10 (ganz große Scheiße!)

Ground Nr. 262 (neuer Ground; diese Saison: 32 neue)
Sportveranstaltung Nr. 694 (diese Saison: 61)
Tageskilometer: 510 (Auto)
Saisonkilometer: 8.810 (5.360 Auto, 1.760 Bahn, 1.690 Fahrrad)
Anzahl der Fußballspiele seit dem letzten 0-0: 0, die Serie von 101(!) Spielen ohne 0:0 wurde durchbrochen
Anzahl der Wochen, seit der letzten Woche ohne eine einzige Sportveranstaltung (31.7.-6.8. 2006): 119

* Das Spiel fand aufgrund so genannter Sicherheitsauflagen des Deutschen ,,Fußball’’-Bundes im 40km von Bamberg entfernten Weismain statt.

Vorm Spiel:
Wir brachen gegen 8 Uhr auf und kamen um 10.30 in Bamberg an. Noch schnell in einer Bäckerei mit gutem fränkischen Backwerk versorgt und dann gen Weltkulturerbe in der Innenstadt. Dass das das Beste an diesem Tag sein sollte, war uns natürlich noch nicht bewusst. Neben etlichen barocken und Fachwerkhäusern in Privatbesitz oder in öffentlicher Nutzung kamen wir zum ersten architektonischen Highlight, dem Rathaus. Es liegt auf einer Insel in der Regnitz und ist mit einer schönen Brücke zu beiden Seiten verbunden. Besonders der überhängende Teil in Fachwerkarchitektur ist wirklich interessant, wobei auch die barocke Ausgestaltung der breiteren Seite und des Torbogens ein absoluter Hingucker sind.
Nachdem wir in mehreren kleineren Kirchen waren, begaben wir uns zum Kern des Weltkulturerbes Bamberger Altstadt, nämlich dem Domberg. Neben dem Dom gibt es dort die Bischofsburg und die Neue Residenz zu sehen. Mit letzterer fingen wir an, gingen dann durch die Bischofsburg und schließlich in den Dom, in dem man weder für die Besichtigung noch fürs Fotografieren geschröpft wurde, wie das leider in meiner Heimatstadt Merseburg der Fall ist. Und zwar aufs Übelste!
Wir gingen eine etwas andere Runde zum Parkhaus zurück, dass für 2 Stunden gerade einmal 2€ haben wollte, und fuhren gen Weismain.
Dort angekommen begaben wir uns in Richtung Stadion, wobei wir dem freundlichen Lächeln der hübschen jungen Verkehrshelferinnen nur misstrauisch folgten, da sie uns auf einen Parkplatz in einem Gewerbegebiet lockten. Allerdings war das Stadion wirklich nur fünf Minuten Fußweg entfernt.
Auf dem Weg dahin mussten übrigens noch zwei Ziegen von der Straße gescheucht werden. Man merkte doch, wie tief man in der fränkischen Provinz gelandet war...

Das Spiel:
Entsprechend unbedarft spielten auch diese beiden Provinzmannschaften, wobei ich Aschaffenburg ja schon fast zu Hessen rechnen möchte.
Also eigentlich sagt das Ergebnis ja schon alles und meine in drei Worten gefasste Spielbewertung oben untermauert das Ganze noch.
Ein paar Chancen gab es ja auf beiden Seiten - kläglichst vergeben - aber das Fazit kann nur lauten: was wollen diese beiden Mannschaften von Flachpfeifen eigentlich in einer Halbprofiliga???
Somit ist es wieder einmal bewiesen, dass man sich in Deutschland Fußball oberhalb der Amateurligen wirklich in den Arsch stecken kann: spielerisch ansprechende aber pervers kommerzialisierte und deshalb nicht (mehr) eines Besuchs werte Profiligen und eine spielschwache Halbprofiliga, die mit 2.-Mannschaften der Profiklubs voll gestopft und mit ehemals guten Versagertruppen wie ebendiesen beiden ergänzt ist.

Die Schiedsrichter:
Bis auf die letzten 10 Minuten, in denen die Linienrichter völlig unsinnige Abseitsentscheidungen trafen, kann man dem Gespann eine fehlerfreie Leitung der Partie attestieren.

Eintritt und Zuschauer:
8€ für Stehplätzen sind Durchschnitt, allerdings gibt es in Weismain eine weit reichende Ermäßigungsregelung, die sich viele andere Vereine (will ja mal keine Namen nennen, aber: HFC) mal zum Beispiel nehmen könnten, die das ganze erträglicher gestaltet: 7€ für Rentner, Frauen usw. und 5€ für Studenten, Schüler und Jugendliche.
Von den 500 Fans fielen nur 25 Bamberger Jung-Ultras und 5 Aschaffenburger Allesfahrer durch regelmäßige Unterstützung ihres jeweiligen Teams auf.
Was absolut gar nicht ging, war die Resignation der absoluten Mehrheit, die sich einfach nur das Spiel reinzog. Kaum ein Ton kam von den restlichen 470.
Und nach dem Spiel gingen alle brav nach Hause. Selbst auf meinen Zwischenruf sofort nach Abpfiff ,,Pfui! So ein scheiß Kick! Die können doch nicht Fußball spielen hier!’’ gab es keine Reaktion außer gelangweiltes zu mir gucken und sich gleich wieder umdrehen. Nach einem solchen Spiel erwarte ich Zaunrütteln, fliegende Becher und Pöbeleien wie ,,Scheiß Rumpelfüßer! Euch Pennern sollte man das Gehalt streichen! Versager raus!’’
Wie erbärmlich ist es denn, sich schon in der ersten Hälfte der Saison mit torlosen Unentscheiden zufrieden zu geben?!

Stadion und Catering:
Das Waldstadion in Weismain ist, vor allem wegen seiner aus groben Steinquadern errichteten Stehtribüne von erstaunlicher Höhe, wirklich sehenswert. Noch eine moderne Steh- und eine moderne Sitztribüne dazu und fertig ist das Stadion, das wohl nur wegen seiner Zäune die Heimstatt des FC Eintracht Bamberg ist. Denn das noch schönere Stadion im Volkspark Bamberg ist den hirnlosen Paragraphenreitern vom deutschen ,,Fußball’’-Bund wohl zu unsicher für solche Knallerderbys vor 500 langweiligen Zuschauern...
Immerhin stimmte das Catering, auch wenn es recht einseitig war. 1,50€ für den halben Liter Spezi und 2€ für ein Paar Rindsbratwürste im Brötchen. Viel mehr als diese beiden Sachen gab es auch nicht. Nur noch zwei andere Sorten Getränke.

Nach dem Spiel:
Der Ärger über das erste torlose Unentschieden nach einhundertundeinem Fußballspiel, also seit dem 30.3. 2008 in einem genauso miesen Spiel von Lok Leipzig gegen Erzgebirge Aue II, verflog schnell, als wir uns gen Altstadt von Weismain bewegten. Dorfkern traf es eher, denn da mochte das Stadion auch noch so groß sein, der Ort hat gerade einmal 4.700 Einwohner - das Stadion wurde nur in einem kurzen Anfall von Größenwahn nach einer Phase mit einem zahlungskräftigen Sponsor, der den SC Weismain bis in die Regionalliga brachte, errichtet. Das Stadttor steht schon länger und ist das schönste Bauwerk im Ort, auch wenn ich sagen muss, dass ich schon spektakulärere Stadttore gesehen habe. Unter anderem in Polen (Stargard Szczecinski und Pyrzyce) sowie Neubrandenburg, Tangermünde und Lübeck. Die Kirche war auch ganz nett anzusehen, während die dahinter errichtete Festungsanlage nicht so der Knaller war.
Wir fuhren dann wieder gen Bamberg in Richtung eines Ortes namens Kleinziegenfeld, der nicht nur wegen seinem schönen Namen, sondern auch wegen schöner Felsformationen aus der Jurazeit - um konkret zu sein, finden sich dort Ausläufer der Fränkischen Schweiz, die in Sachen Natur- und Burgentourismus nach der Sächsischen Schweiz, die wiederum qualitativ nach der Böhmischen Schweiz kommt, wohl ein sehr guter Anlaufpunkt sein muss - um dort zu Essen. Es gibt sogar zwei Restaurants, wobei das Hajek von außen einen schlechten Eindruck machte und von der Speisekarte her noch mehr. Das Restaurant ,,Zöllner’’ ist da viel besser. Annehmbare Preise und wirklich gute fränkische Speisen.
Nach einer insgesamt doch wirklich lohnenden Fahrt und einem schönen Tag - sogar das Wetter war streckenweise richtig gut - fuhren wir wieder nach Merseburg zurück.
Im Zusammenhang mit den etwas weiter oben erwähnten Ortsnamen sei auch noch erwähnt, dass die Ortsnamen in der Weismainer Gegend, also Kleinziegenfeld, Großziegenfeld, Schrepfersmühle, Grund Hühnerberg, Weichenwasserlos, Dörrnwasserlos und Zeckendorf auf wohl nur noch von der bei München liegenden Kleinstadt Tuntenhausen getoppt werden... Allerdings ist ein 15km östlich von Merseburg liegender Ort weiterhin mein Favorit: Pissen.

Mehr Fotos unter:
BAMBERG:
http://s181.photobucket.com/albums/x68/fchmksfkcb/081108a%20BAMBERG%20-%20WELTKULTURERBE%20IN%20OBERFRANKEN/
Weismain: http://s181.photobucket.com/albums/x68/fchmksfkcb/081108c%20Weismain%20bei%20Bamberg/
Bamberg - Aschaffenburg in Weismain: http://s181.photobucket.com/albums/x68/fchmksfkcb/081108b%20Eintracht%20Bamberg0-0Victoria%20Aschaffenburg/