Freitag, 6. Juli 2018

W622II-623IIa: Kurzbesuch in Kirgistan

Links anklicken um Fotoalben zu öffnen:
I. Sightseeing:
KYRGYZSTAN: ALGA ARCHA NATIONAL PARK, Bishkek, Chynkorgan, Iskra, BURANA, Ak Beshim, Dön Aryk, Rot-Front, Thälmann, Karagai-Bulak, Toguz-Bulak/ Chüy, Orto-Togoy, Koshoy Korgon, TASH RABAT CARAVANSEREI, Naryn, Örnök, Arstanbek-Bunlash-Memorial, Kochkor, Ottuk/ Ysyk-Köl, Kara-Shaar, Bar Bulak, Tuura-Suu, CHINESE PARK NEAR TONG, KARAKOL, Mikhailovka, Yntymak, Toguz-Bulak/ Ysyk-Köl, Tup, Orto-Öröktü, Kojoyar, Cholpon-Ata/ Dolonotu, Kongorchok, Tokmok, Navekat
II. Football:
a) 2nd Division Veterans: Beşiktaş Bişkek 4-2 Ysyk-Köl Karakol [Kant, Sports City]
b) 2nd Division Men: Ysyk-Köl Karakol 1-0 Alga-Chüy Tokmok [KARAKOL; CENTRAL STADIUM]

Video:
Driving pists around Lake Ysyk-Köl (near Bar Bulak) Ysyk-Köl Karakol 1:0 Alga-Chüy Tokmok Nach Buchung einer großen Tour im Oktober/ November stellte ich fest: noch immer fünf Urlaubstage verfügbar! Was war das nochmal für eine Werbung da beim Pegasusflug von Düsseldorf via Istanbul nach Bahrain? Neue günstigere Verbindungen nach Zentralasien? Gleich mal gucken! Siehe da: Kirgistan und Kasachstan verlangen bei bis zu 8 Wochen Aufenthalt gar kein Visum mehr und Usbekistan hat erleichterte Bedingungen für Touristen. Nach einem kurzen Abwägen, wie man 5-7 Tage am flug- und reisetechnisch bzw. spielplantechnisch günstigsten legt und schnell waren wir für Kirgistan entschieden. Die anderen beiden in Frage kommenden Länder sind einfach deutlich größer und wollen entsprechend tendenziell länger bereist werden – und Kirgistan schien uns für erste Eindrücke von Zentralasien am besten geeignet... Ala Archa National Park Tag 1: Anreise
::
Dienstag kam mein Vater von Rostock nach Bonn gefahren, wir ließen uns einen Spielbesuch nicht nehmen (siehe Bericht W622I) – und Mittwoch ging es auch schon los. In Köln dauerte alles länger als sonst: Anfahrt mit dem Auto im Stau, Parkplatzsuche trotz Buchung da sehr voll, Check-in da dumme Mitarbeiter und Mitreisende – also sammelte die Maschine nach Istanbul 45 Minuten Verspätung auf. Die nach Bishkek war auch 25 Minuten zu spät, wir mussten trotzdem unser Essen vom Flughafen-Burger-King zum Teil im Flugzeug essen. Störte aber keinen der mit uns in Richtung Kirgistan flog, da das andere auch machten...

Wie auch bei meinem letzten neuen Länderpunkt eine Anmerkung zur Namensgebung: alternativ wird noch Kirgisistan oder Kirgisien verwendet, orthographisch am besten finde ich das Englische Kyrgyzstan was direkt von der kirgisischen Schreibweise des Landesnamens kommt und somit am korrektesten ist, aber ich bin der Meinung, das „Kirgistan“ die gängigste Schreibung ist und mit dem verschluckten zweiten s-Laut ist es immer noch näher am korrektesten Namen, als Kirgisien (von der Besatzersprache Russisch (Kirgisiya) abgeleitet) oder Kirgisistan (Türkei-Türkischer Vokaleinschub), also benutze ich die Schreibung Kirgistan in meinem Bericht.

Am Flughafen in Bischkek (bzw. Manas, über 30km außerhalb der Hauptstadt fast in Kasachstan) lief die Passkontrolle schnell und freundlich ab – Visum braucht man nur für Aufenthalte über 8 Wochen. Der kleine Flughafen ist recht übersichtlich, ein paar Leute sprechen auch Englisch. Uns erwartete schon der junge Mann, der für die Mietwagenfirma „Iron Horse Nomads“ arbeitet und überreichte uns den Lada Niva. Ich wollte so ein Teil mal aus Interesse fahren: ich gehe noch mal im letzten Kapitel auf diese Peinlichkeit auf vier Rädern ein – in jedem Fall war es aber eine interessante Erfahrung und das Geld wert. Ich verstehe nur immer noch nicht, dass Russland in der Raumfahrt führend ist, wo es doch unfähig ist, eine sicherere Zivilluftfahrt zu gewährleisten oder auch nur ansatzweise gescheite Autos zu bauen... Ala Archa National Park Tages-Statistik; Mittwoch 27.6.:
20km mit dem Auto (davon 0 Mietwagen) und 5.900km mit dem Flugzeug zurückgelegt. Ala Archa National Park Tag 2: Bergwandern und Bischkek
::
Karre da, dann kann es ja losgehen. Im Stadtzentrum von Bischkek, das um 5 Uhr schon langsam geschäftig wurde, kauften wir etwas in einem der recht weit verbreiteten 24-Stunden-Supermärkte (Narodniy) ein und fuhren in den 30km südlich gelegenen Ala-Archa-Nationalpark. Dort zahlt man gut 5,50€ Eintritt um mit dem Auto bis zu einem Parkplatz vor einem Almhotel zu fahren. Ab da führen gut markierte Wanderwege in ein wunderschönes Bergtal, das noch mehrere Nebenschluchten, die von reißenden Bäche und kleine Flüssen durchzogen sind, hat. Die höchsten Gipfel sind stets schneebedeckt und über 4.000m hoch. Selber wandert man zwischen 2.100 und 2.700m. Bei der seltsamen dünnen Luft ist das aber recht anstrengend. Wir schafften trotzdem die insgesamt 8km lange Strecke vom Hotel zum Wasserfall und zurück, die teils extrem steil und nicht ganz ungefährlich ist.

Dann fuhren wir nach Bishkek. Erstaunlich viel Verkehr für eine Stadt mit relativ breiten Straßen und armer Bevölkerung. Die Hauptstadt Kirgistans ist – wie die meisten Städte des Landes – erst im 19. Jahrhundert entstanden. Vorher gab es dort nur eine Karawanenstation und dann eine Festung. Unter russischer Besatzung war der Ort nach einem russischen General – Frunse – benannt. So kann man auch nicht viel mehr als graue und braune Plattenbauten im ganzen Stadtgebiet, ein paar Oligarchen- und Mafiosivillen am Stadtrand und im Zentrum einigen monumentalen öffentlichen Bauten und Denkmäler erwarten. Wir checkten für 17€ pro Nacht mit Frühstück in einer ganz nett gelegenen, kleinen aber schön ausgestatteten und von Pakistanis und Indern geführten Privatunterkunft unweit des Dordoy Stadions ein. In Kirgistan ist es üblich, dass Privatunterkünfte von außen nicht kenntlich gemacht werden: man muss die Hausnummer kennen (booking.com oder google) und dann klingeln. Es wird bar bezahlt und keine Registrierung vorgenommen. So sparen die Besitzer Steuern...

In der Unterkunft gab es auch gutes indisches Abendessen, wir unterhielten uns auch mit saudi-arabischen Touristen aus Abha – wir trafen und sahen auf der Tour neben ein paar Deutschen und Amis v.a. Chinesen, Russen, Araber und Türken; besonders touristisch war Kirgistan allerdings erwartungsgemäß nicht, obwohl wir in der Hauptsaison fuhren – aber leider gab es nicht wie geplant Fußball zu sehen. Die Penner vom Verband hatten das falsche Stadion angegeben für die Pokalpaarung, wir waren zu knapp los und man braucht von einem Ende Bischkeks zum anderen über eine Stunde – so mussten wir den Länderpunkt auf den Samstag verlegten. Bishkek Tages-Statistik; Donnerstag, 28. Juni:
140km mit dem Mietwagen zurückgelegt. Iskra Tag 3: Seidenstraßenruinen, Bergtäler und deutsche Dörfer
::
Am Freitag unternahmen wir eine Rundfahrt im östlichen Umland von Bishkek. Wir fuhren an einem Abzweig vorbei, tankten erstmal (wie in vielen anderen Ex-Sowjetrepubliken wegen Tankdiebstählen auf Vorkasse, der Liter 95 Oktan Benzin je nach Firma 53 bis 57 Cent, Diesel etwa genauso teuer, 92 Oktan oder weniger ein paar Cent drunter) und verließen die Schnellstraße an der Kreuzung in Chynkorgan. Der Umweg hatte das Gute, dass wir in Chynkorgan und dem benachbarten Iskra ein paar interessante Moscheen und Friedhöfe entdeckten. Die Friedhöfe sind voller bebilderter Grabsteine und v.a. auch persisch beeinflusster Mausoleen. Erschreckend ist bei jedem Besuch von Friedhöfen, dass die meisten Verstorbenen nur zwischen 25 und 55 Jahren alt wurden. Die medizinische Versorgung in Kirgistan ist katastrophal: es soll keinen einzigen Rettungshubschrauber im ganzen Land geben, ich habe nur klapprige Krankenwagen von Avtovaz gesehen (wie oft die mit Panne liegen bleiben und ob das medizinische Gerät auch aus den 70ern ist, weiß ich nicht) und die Anzahl der Krankenhäuser und Arztpraxen ist viel zu niedrig für ein Land mit 6 Millionen Einwohnern – ganz abgesehen davon, dass die so schlecht ausgestattet sind, dass viele Verletzungen von Verkehrs- oder Arbeitsunfällen nicht richtig versorgt, Krebserkrankungen nicht rechtzeitig erkannt und Schwangerschaftskomplikationen nicht entgegengewirkt werden können. Was die Moscheen angeht: meist sind es einfache Betonbauten, die mit schönen bunten Metall- oder Kunststoffkuppeln und -minaretten versehen werden. Innen scheinen die alle gleich schmucklos auszusehen, aber von außen sind sie sehr originell. Wie in der Türkei auch kann man außerhalb der Gebetszeiten nach dem Schuheausziehen auch als Nicht-Muslim mal reingucken und Fotos machen. Da die Türken natürlich in der von einem Turkvolk bewohnte Republik missionieren, gibt es auch mehrere Moscheen in typisch türkisch-osmanischem Baustil (u.a. in Bischkek und bei Cholpon Ata am See Ysyk-Köl) und vereinzelt auch durch die Missionstätigkeit vom arabischen Golf Moscheen im Stile saudischer Dorfmoscheen.

Dann fanden wir auch eine der Hauptsehenswürdigkeiten des Landes, das Weltkulturerbe von der Seidenstraße: Balasagu, eher bekannt als Burana, was aber eigentlich nur das Minarett, den besterhaltenen Bau dieser Ruinenstätte bezeichnet. Das enge und dunkle Ziegel-Minarett kann auch bestiegen werden und bietet einen guten Blick. Es gibt noch die Grundmauern von Mausoleen, einen Burghügel (Bodendenkmal) und diverse Ausstellungsstücke (Open-Air v.a. Grabsteine, im Museumskiosk v.a. Tonstücke) zu sehen. Der Eintritt liegt bei unter 1€.
Wenige Kilometer weiter liegt Ak Beshim, ehemals Suyab. Dort gibt es nur Grundmauern und Wallreste bzw. Hügel zu sehen. Die Piste dorthin ist sehr gut fahrbar. Wir trafen auch noch zufällig ein deutsch-ukrainisches Paar, das aber im Gegensatz zu uns diese Sehenswürdigkeit ziemlich ans Ende ihrer Tour gelegt hatte. Wir waren aber in Ak Beshim die einzigen Besucher bei freiem Eintritt, während in Burana gut Betrieb war und Einheimische, Russen, Kasachen, Araber und Deutsche herumguckten.

Dann besuchten wir zwei der von Russlanddeutschen Mennoniten gegründeten Dörfer. Rot-Front, Thälmann. Es gibt noch bei Kant Luxemburg (Rosa Luxemburg) und zwei, drei weitere (Ebenfeld, Friedenfeld) sowie bei Talas noch zwei, drei weitere. Bei Osch gibt es auch noch mal ein Luxemburg, aber das war vielleicht sowjetische Propaganda, da das Nachbardorf Komunizm heißt und Kyzyl Oktyabr (Roter Oktober) auch noch in der Nähe liegt. Rot-Front aber wurde 1927 von Deutschen, deren Vorfahren wohl unter Katharina der Großen nach Russland gelockt wurden, gegründet. Diese Mennoniten hatten Konflikte mit den Sowjets wegen des Militärdienstes, den sie aus Gewissens- und Glaubensgründen ablehnten. Gerade unter Stalin gab es natürlich auch ohne Ende Deportationen von Minderheiten wie Deutschen – und wer diese Verbrechen überlebte, fand sich oft in den hintersten Ecken der russisch besetzten Kolonien der Sowjetunion wieder. Außer in den Dörfern leben in Kirgistan auch noch in Bischkek sowie den größeren Orten der Umgebung der Hauptstadt wie Kant und Karabalta Deutsche. Aus Karabalta stammen übrigens zwei Kirgistan-Deutsche Fußballprofis: Peter Neustädter (lange Mainz 05, jetzt Trainer in Aserbaidschan) und Vatalij Lux – aktueller kirgisischer Nationalspieler und als Akteur von Unterhaching der Nationalspieler, der noch den namhaftesten Club hat. Ja, SpVgg Unterhaching... Oder hält einer Dordoy Bishkek, FK Abdysh-Ata, Kelantan (Malaysia 1. Liga) oder FK Atyrau (Kasachstan) für so viel stärker als Drittligist Unterhaching?
Wie auch immer: Rot-Front und Thälmann sind beides ziemlich öde aber schön gelegene Käffer mit ganz ansehnlichen Häuschen. Thälmann hat auch noch eindrucksvollen Sowjetpropagandakram, u.a. eine Leninstatue, zu bieten. Beide Orte sind aber heute mehrheitlich von Kirgisien bewohnt – die Deutschen bilden auch hier nur noch eine größere Minderheit. Wie die Russlanddeutschen aus anderen abgehängten Regionen auch, nutzten die meisten Kirgistandeutschen den Umstand, dass unter Kohl trotz kultureller und sprachlicher Assimilation an die Russen, den Russlanddeutschen die deutsche Staatsbürgerschaft hinterhergeworfen wurde. Da die religiöse Gemeinschaft der Mennoniten sehr in sich abgeschlossen ist (z.B. heiraten Kirgistandeutsche nur andere Kirgistandeutsche) und die „westliche Konsumgesellschaft“ sehr kritisch sieht, glaube ich aber die Aussage, dass die Kirgistandeutschen bei weitem nicht diese Probleme wie viele Deutsche aus Russland oder Kasachstan machen: die erfinden keine Verbrechen um zur Freude Putins Unruhe in Berlin zu schüren, stechen keine Leute ab (weder Ex-Freundinnen im Ruhrgebiet noch Ausländerinnen in Dresden) und finanzieren auch nicht durch Eigentumsdelikte ihr dickes Auto, dass sie sich mit ihrem Harz-IV nicht leisten können (wie alle Russlanddeutschen Nachbarn meiner russlanddeutschen Kollegin, welche sie immer als „Spätaussiedler“ brandmarkt)...

Dann fuhren wir noch eine Runde durch die Berge nach Kant. Über Karagai-Bulak and einem Sanatorium vorbei und in Toguz-Bulak über eine teils unbefestigte Bergstraße auf Bischkek zu. Wieder einmal tolle Landschaft! In Kant hatten wir wieder ein unmarkiertes Gästehaus („Primetime“) gebucht: sehr netter und sehr gut Englisch sprechender Kirgise – für Aufenthalte im Raum Bischkek würde ich dieses Gästehaus (22€ DZ/ Nacht inkl. Frühstück) am meisten empfehlen! 300m entfernt gibt es auch ein tolles Restaurant, das er uns zeigte: Kilam bietet einheimische Kost zu gewohnt niedrigen Preisen (Vorspeisen um die 1,50€, Hauptspeisen 2-2,50€ - 1l Limo unter 1€, Bier und Saft fast doppelt so viel pro Liter, Nachtisch ist weitestgehend unbekannt in Kirgistan). Burana Tages-Statistik, Freitag 29. Juni:
310km mit dem Mietwagen zurückgelegt. Beşiktaş Bişkek 4:2 Ysyk-Köl Karakol Tag 4: Länderpunkt mit Altherrenfußball
::
Beşiktaş Bişkek (Veterani) ............................... 4
Ysyk-Köl Karakol (Veterani) ........................... 2
- Datum: Samstag, 30. Juni 2018 – Beginn: 9.00
- Wettbewerb: Chempionat Kyrgyzkoy Respubliki po futbolu sredi veteranov/ pervaya liga (Meisterschaft der Kirgisischen Republik im Altherrenfußball/ erste Liga = zweite kirgisische Altherren-Fußballliga)
- Ergebnis: 4-2 nach 81 Min. (40/41) – Halbzeit: 3-1
- Tore: 1-0 25. Kemal, 2-0 29. Raxat, 3-0 30. Alizherov, 3-1 38. Aldakulov, 3-2 71. Aldakulov, 4-2 80. Sooronkulov
- Gelbe Karten: Nr. 20 (Beşiktaş), Ohne Nummer 1, Ohne Nummer 2 (Ysyk-Köl)
- Rote Karten: keine
- Austragungsort: Sport City Kant, No. 5 (Kap. 1.100, davon 100 Sitzplätze)
- Zuschauer: ca. 4 (alles Neutrale)
- Unterhaltungswert: 5,0/10 Beşiktaş Bişkek 4:2 Ysyk-Köl Karakol Am Samstag sollte dann endlich der Länderpunkt fallen. Zwar ein etwas seltsames Spiel und ein wenig spektakulärer Ground, aber Hauptsache Fußball. Die Spieltage der landesweiten Altherrenfußballligen (Vishzha Liga/ Oberliga und Perva Liga/ Erste Liga – also die 1. und 2. Spielklasse) finden stets an einem Ort bzw. in einer Region statt. So gab es dieses Wochenende in Kant den ganzen Tag über in mehreren Sportanlagen Ü40-Fußball (Großfeld, 2x40 Minuten) zu sehen. Die Industriestadt Kant hat übrigens für eine zentralasiatische Stadt dieser eher geringen Größe eine riesige Sportstätten Auswahl: es gibt alleine 10 Großfeld-Fußballplätze: 1 Platz im Tsentralniy Stadion Tsementnik (Zentralstadion der Zementwerker – Kant hat ein großes Zementwerk neben Erdölverarbeitung, einer Brauerei (Nashe) und der namensgebenden Zuckerfabrik (Kant heißt Zucker) zu bieten), dann 3 Plätze im Stadion MIS (Mir i Svety/ Frieden in der Welt) und 6 Plätze in der „Sports City“. Bis auf das Stadion und Platz 5 sind die völlig gesichtslos, aber wenigstens wurde ein Spiel auf dem von einer Reihe Holzbänke und tollen Bäumen flankierten und einen Blick über versiffte Plattenbauten auf die schneebedeckten Berggipfel bietenden Platz 5 geboten.

Dieses Altherrenspiel der 2. Spielklasse war auch gar nicht schlecht. Teilweise wurde etwas sinnfrei gebolzt, aber das Tempo war OK und ab der 20. Minute gab es auch viele Torszenen. Beşiktaş ging 3:0 in Führung, fing dann aber zwei Treffer, ehe sie mit einem tollen Freistoß kurz vor Schluss den 4:2 Endstand herstellten. Ab und an wurde auch recht hart eingestiegen – daher wurde wohl gleich ein ganzes Schiedsrichtergespann gestellt... Interessant war auch das Sprachengemisch auf dem Feld: nicht alle konnten Kirgisisch und Russisch, bei der Mannschaft von Beşiktaş wunderte mich auch nicht, dass einige Türken dabei waren und entsprechend Türkei-Türkisch geredet wurde (Türkisch zu Kirgisisch ist aber wie Hochdeutsch zu Niederländisch und daher schwierig verständlich) aber es wurde auch Russisch und sogar Arabisch gesprochen – letzteres zumindest zwischen einem salafistisch-aussehenden Kirgisen und einem Araber, der warum auch immer in Karakol zu wohnen scheint und daher für Ysyk-Köl kickte... Rot-Front Nach diesem 9-Uhr-Spiel fuhren wir sofort weiter und reisten durch tolles Bergland via Kochkor und Naryn in Richtung chinesischer Grenze (Torugart-Pass) weiter. In At-Bashi gibt es eine ausgedehnte Festungsruine mit ansehnlichen Lehmmauern vor toller Bergkulisse. Wenn diese Lehmmauern aber nicht saniert werden, werden die in einigen Jahren durch Tiere (nistende Vögel und Insekten) völlig zerstört sein. Noch deutlich sehenswerter ist daher die Karawanserei Tash Rabat, die in einer Sackgasse im Gebirge auf 3.000m Höhe an einer früheren Route der Seidenstraße liegt. Der Bau aus dem 15. Jahrhundert ist nach 15km guter Piste erreicht, kostet etwas über 1€ Eintritt und ist sehr symmetrisch gebaut. Die Räumlichkeiten sind eng, aber schön gemauert. Kuppel und Portal stechen hervor. Ansonsten ist die Berglandschaft wieder herrlich – die Luft aber entsprechend dünn.

Wir fuhren noch bis Naryn zurück, wo wir ein günstiges Hotel fanden (In-Tourist) aber kein gescheites Restaurant und daher von einem Imbissstand Shawarma kauften. Koshoy Korgon Tages-Statistik, Samstag 30. Juni:
550km mit dem Mietwagen zurückgelegt; 1 Fußballspiel gesehen, 1 neuer Ground, 3. Spiel seit dem letzten 0:0, 622. Woche seit der letzten ohne eine Sportveranstaltung. Tash Rabat Caravanserei Tag 5: Zweitliga-Tristesse am zweitgrößten Bergsee der Welt
::
Ysyk-Köl Karakol ............................................ 1
Alga-Chüy Tokmok ......................................... 0
- Datum: Sonntag, 1. Juli 2018 – Beginn: 18.00
- Wettbewerb: Prva Liga Kyrgyzstana po futbolu, grupa A (Erste Kirgisische Fußballliga Gruppe B = 2. Liga Nord, Halbprofi- und Amateurliga)
- Ergebnis: 1-0 nach 94 Min. (46/48) – Halbzeit: 0-0
- Tor: 1-0 64. Bosteri
- Gelbe Karten: Nr. 11 (Ysyk-Köl); Nr. 11 (Alga-Chüy)
- Rote Karten: keine
- Austragungsort: Stadiyon Tsentralniy (Karakol, Kap. 6.000, davon 4.500 Sitzplätze)
- Zuschauer: ca. 25 (davon ca. 2 Gästefans)
- Unterhaltungswert: 5,0/10 Ysyk-Köl Karakol 1:0 Alga-Chüy Tokmok Am Sonntag ging es wieder zeitig weiter nach wirklich gutem Frühstück in Naryn. Zurück bis Kochkor, dann an den zweitgrößten Bergsee der Welt, den Ysyk-Köl und diesen entlang bis Karakol, dem größten Ort im Einzugsbereich des Sees. Diese ganz ansehnliche Kleinstadt liegt im Osten des Seegebiets – auf der Südseite des Ysyk-Köls sieht man teilweise Wüste vor den hohen Bergen und v.a. recht triste Orte. Wenn die Straße ans Ufer führt, hat man aber schöne Seeblicke. Badestrände gibt es aber nur wenige. Karakol ist aber wie gesagt recht ansehnlich: es gibt ein russisches Kolonialviertel mit schönen Holzhäusern und einer orthodoxen Kirche, das Highlight ist aber eine ebenfalls aus Holz errichtete, sehr bunte und toll verzierte Moschee im ansonsten von grauen und schmucklosen Plattenbauten dominierten dunganischen Viertel. Die Dunganen sind eine chinesische Ethnie, die sich teils mit türkischen Ethnien wie den Kirgisen, Kasachen oder Uiguren vermischt hat aber in jedem Fall von den Hui-Chinesen abstammt und daher auch einen chinesischen Dialekt (Dunganisch, der als einziger chinesischer Dialekt und einzige ostasiatische Sprache mit kyrillischen Schriftzeiten geschrieben wird) spricht. Wie die Uiguren auch stehen sie im Konflikt mit den Chinesen. Das ist auch kein Wunder, denn abgesehen von religiösen Streitereien sind die (Han-)Chinesen in Ost-Turkestan (in deutschen Medien als „Unruheprovinz Xinjiang“ der Uiguren bekannt) nun mal einfach Kolonialherren und Gewaltherrscher, die ihre Kultur – obwohl dort in der Minderheit – den fremden kolonisierten Uiguren und Dunganen aufdrängt. Ysyk-Köl Karakol 1:0 Alga-Chüy Tokmok Dann gab es ein weiteres architektonisches Highlight zu sehen: das Zentralstadion von Karakol. Verfallen und zugewuchert – die Tribüne wurde mal vor nicht allzu langer Zeit mit lehnenlosen Schalensitzen bestückt, aber die Lücken im Beton und der völlig heruntergekommene Sprecherturm oder die abgeblätterte Rückseite und die nicht funktionierenden Flutlichtmasten wurden nicht verändert. Die Kassenhäuschen sehen auch nicht mehr genutzt aus, dennoch wurden dahinter Rosen gepflanzt. Es gibt Fahrradständer, aber die nutzte niemand. Daneben stand ein verschrotteter LKW voller Müll herum. Die Gegentribüne hat eine ganz gute manuelle Anzeigetafel, aber wuchert ansonsten zu. In den Räumlichkeiten der Tribüne scheinen auch Leute zu wohnen – eine Frau holte vor der Tribüne aufgehängte Wäsche irgendwann mal rein; und das waren keine Trikots!

Der Kick zwischen dem Zweiten von Ysyk-Köl Karakol und dem Sechsten von 10 Teams, Alga-Chüy Tokmok, war nicht besonders gut aber auch nicht schlecht. Gutes Kreisoberliga-/ Kreisliga-A-Niveau. Kirgistans Ligen sind sehr torreich, wir hatten natürlich das torärmste Spiel erwischt. Währen z.B. in der Südgruppe Kyzyl-Möönet gegen Shaxtyor 3:10 verlor, gewann Ysyk-Köl hier gerade einmal 1:0 mit einem Stochertor aus Nahdistanz. Es gab aber wenigstens auch gute Torwartparaden und drei Treffer ans Torgestänge in einem ausgeglichenen Spiel zu sehen.

In unmittelbarer Nähe zu Stadion gibt es neben Parks auch ein empfehlenswertes Restaurant (Alma Ethno Cafe – alma ist kein Frauenname, sondern heißt in allen Turksprachen inklusiv Ungarisch „Apfel“) und ein ganz ordentliches Hotel (Park Hotel, so 24€ im DZ inkl. Frühstück – von den vier Hotels die wir hatten, hatte es aber das langsamste Internet und die am schlechtesten ausgestatteten Zimmer). Ysyk-Köl Karakol 1:0 Alga-Chüy Tokmok Tages-Statistik:
430km mit dem Mietwagen zurückgelegt. 1 Fußballspiel gesehen, 1 neuer Ground, 4. Spiel seit dem letzten 0:0, 622. Woche seit der letzten ohne eine Sportveranstaltung. Tuura-Suu Tag 6: Um den See Ysyk-Köl herum zurück nach Bishkek
::
Am Montag gab es leider kein weiteres Spiel, so fuhren wir nur diverse Sehenswürdigkeiten am Ostufer und dem besser entwickelten Nordufer des Ysyk-Köls ab. Der russische Einfluss war heute stärker zu sehen als sonst in Kirgistan: die von Gazprom gesponsorte neue Sporthalle in Cholpon-Ata, die Holzhäuser in und überhaupt der Ortsname von Mikhailovka oder die sowjetischen Militärmahnmale in Tup (Panzer) und Tokmok (Suchoi Su-25). Letzteres fand ich besonders provozierend, da mit den noch flugfähigen Su-25-Kampfflugzeugen zeitgleich zu unserer Reise und v.a. zeitgleich zur Fußball-WM in Russland, die russischen Terroristen syrische Zivilisten ermorden.

Auf dem Weg in Richtung Bishkek sahen wir aber auch eine schöne Schlucht bei Kongorchok und eine weitere Ruinenstätte der Seidenstraße, die aus Lehmgrundmauern und Siedlungshügeln besteht: Navekat. Dann gingen wir noch mal in Kant essen, gaben den Mietwagen am Flughafen ab und verbrachten noch eine Weile, ehe die Maschine nach Istanbul ging. Chinese Park near Tong Tages-Statistik; Montag 2.7.:
500km mit dem Mietwagen zurückgelegt. Karakol Tag 7: Rückreise
::
Der Flughafen in Bishkek bzw. Manas hat ganz nette Geschäfte und Imbisse, die auch deutlich unter dem Preisniveau von Istanbul oder Deutschland liegen, aber Check-in, Gatewechsel oder Ähnliches werden viel zu unprofessionell gehandhabt. Wir mussten dann in Istanbul die Bordkarte für den Weiterflug abholen (normalerweiße hätte das in Bishkek gemacht werden sollen, aber die hatten kein funktionierendes Computersystem dafür), hatten aber wenigstens genug Zeit, da diesmal keine Verspätung, um zu frühstücken. Um 12.30 Uhr landete das Teil in Köln und wir fanden auch in dem riesen Parkhaus unseren Dacia wieder. Endlich wieder ein gescheites Auto! Dann gingen wir beim Gyros Palast in Wahn gut essen. Danach noch nach Düsseldorf (siehe Bericht W623IIb, der bis Anfang nächster Woche folgt), ehe es wieder nach Bonn ging. Cholpon-Ata Tages-Statistik;
100km mit dem Auto (davon 0 Mietwagen) und 5.900km mit dem Flugzeug zurückgelegt. Tokmok Ein paar Worte zum Schluss:
Kirgistan ist aufgrund seiner spektakulären Landschaft absolut eine Reise wert. Historische Sehenswürdigkeiten gibt es nicht viele, aber bei so viel toller Landschaft kann man die als kleinen Zusatz begreifen. Die Städte sind meist trostlos, haben aber viele tolle Stadien sowjetischer Bauart zu bieten. Da trotz guter Qualität das Essen sehr preisgünstig ist und auch die Hotels ein sehr gutes Preis-Leistungs-Verhältnis haben, kann ich das Land generell als Reiseziel empfehlen.

Sprachen: am besten kann man wenigstens etwas Russisch, wer nur Englisch/ nur Deutsch kann, ist oftmals aufgeschmissen. Sehr wichtig ist es, kyrillisch lesen zu können, da die Speisekarten in 99% der Restaurants nur in kyrillisch sind auch die Straßenbeschilderung vielfach nicht in lateinischen Buchstaben oder fehlerhaft. Auch Türkisch hilft nicht unbedingt weiter, da Kirgisisch zu Türkei-Türkisch wie Hochdeutsch zu Niederländisch ist. Teilweise sind auch Usbekisch und Uigurisch verbreitet (die sind wohl etwas näher noch am Türkischen) und Dunganisch (ein chinesischer Dialekt).

Die Kirgisen haben wir allgemein als angenehm empfunden. Die sehen nicht nur vom äußeren her viel sympathischer aus als die Angehörigen der deutschen und russischen Minderheit – die sind auch höflicher und aufgeschlossener. Was sehr seltsam zu beobachten ist: einige junge Dienstleister (v.a. junge Frauen im Supermarkt und touristischen Restaurants) haben schon gelernt, dass man russisches Dienstleistungsniveau in die Tonne treten kann und man ruhig einen Kunden anlächeln oder etwas nebenbei fragen kann – aber viele Kellner oder ähnliche Angestellte haben noch die russische Weisung „Lächeln beim Verkaufen ist unseriös“ im Kopf. Es gilt in der Tat in allen Sowjetrepubliken die Losung, dass man beim Geschäftemachen (Supermarktkasse, Restaurant, Marktstand) nicht den Kunden anlächeln sondern mit kühlstmöglichem Gesichtsausdruck seine Ware verkaufen soll. Das finden die unsympathischen Russen dann seriös. Kann auch nur denen einfallen... Für einen „Westler“ wirkt das aber einfach unhöflich und dämlich, wenn man auf ein freundliches „sbasiva/ danke“ oder „doswidanya/ auf Wiedersehen“ mit versteinertem Gesichtsausdruck statt „pashalsta/ bitte“ nur „aha“ gesagt bekommt. Das gilt aber insbesondere auch für Türken, die sich beim Geschäftemachen niemals so schwachsinnig verhalten würden. Da die Kirgisen ein Turkvolk sind, kann ich überhaupt nicht nachvollziehen, dass hier immer noch eine Mehrheit von vielleicht 75% der Dienstleister diesen russischen Scheiß macht!

Ein anderes kurioses Thema sind Mietwagen. Wer nach Landung des Fliegers wie wir bevorzugt mit Mietwagen statt den Öffentlichen reist, wird in Kirgistan einiges erleben. Möchte man 100€ und mehr pro Anmiettag hinlegen, bekommt man moderne Toyota oder Ford SUV und Geländewagen. Sind 50-60€/ Tag der Reisekasse angemessen, kriegt man einen Lada Niva wie wir oder UAZ Hunter. Für 25-30€ haben die Firmen aber auch noch etwas: Lada Zhiguli mit 180.000 km auf dem Buckel z.B. – viel Spaß, mal sehen wie weit ihr damit kommt... Die wichtigsten Firmen sind Iron Horse Nomads und Travelland. Selbst diese beiden haben eine überschaubare Flotte und sind im Sommer auch schnell ausgebucht, v.a. bei langer Anmietung. Die Bezahlung geht natürlich nicht so einfach wie bei Hertz, Avis und Co.: erstmal schön übersichtlich online buchen, dann bekommt man eine Bestätigung und in einer separaten Mail am Folgetag oder auf Nachfragen eine Zahlungsaufforderung über 10-15% das Mietbetrags, den man dann via Payoneer und Kreditkarte oder Western Union verschicken muss. Am Flughafen zahlt man dann den restlichen Mietbetrag bar in Euro, Dollar oder Som und muss auch noch 300-1.000 Dollar (oder Gegenwert in Euro/ Som) als Kaution hinterlegen.
Der Service ist schon nicht schlecht, aber die Kommunikation wirkte z.B. bei Iron Horse Nomads und Travelland trotz sehr guter Englischkenntnisse mitunter unprofessionell. Wir würden aber auf jeden Fall wieder bei Iron Horse Nomads mieten.
Das Auswärtige Amt rät von Autoreisen übrigens ab. Der Straßenzustand mag gewöhnungsbedürftig sein (abseits der Hauptstraßen alles unbefestigt), aber abgesehen von den Problemen beim Spurhalten vieler Verkehrsteilnehmer und zu knappem Überholen kann ich das nicht nachvollziehen. Wir wurden kein einziges Mal von den korrupten Bullen angehalten, da wir vorausschauend gefahren sind und nur bei wirklich klaren Verkehrsverhältnissen schneller als erlaubt unterwegs waren. Nervend ist aber der dichte Verkehr in Bischkek und Umland. Hier schien jeder ein Auto zu haben, was aber eigentlich nicht sein kann.
Wie versprochen noch etwas zu unserem Mietwagen, einem Lada Niva, Baujahr 2015, Kilometerstand 71.000: keine Airbags, kein ABS, eng, klapprig, luftgekühlt und überhitzt dadurch bei Pistenfahrten und im Stadtverkehr, extrem langsame Beschleunigung, bei 15% Steigung selbst auf Asphalt im dritten Gang nur 50 km/h, Fenster werden runtergekurbelt aber gehen nicht komplett nach unten, Seilzüge für die Türgriffe reißen auch schon mal ab nach normaler Belastung, schneller als 110km/h ist höchstens mit Rückenwind und bergab möglich – ein Wunder, dass dieses völlig veraltete Stück Russenschrott nicht liegen geblieben ist... Es war die Anmietung wert, aber Lada ist einfach das mit Abstand beschissenste Auto das ich je gefahren bin! Wie kann man als Deutscher nur so bescheuert sein und diese Dreckskarre kaufen, wenn man für den gleichen Preis einen jungen gebrauchten Suzuki Jimny (sehr ähnlich in der Bauart nur um Welten besser) oder Dacia Duster oder einen älteren gebrauchten Toyota/ Nissan etc. kriegt? Kein Russe, der es sich leisten kann, fährt (trotz Prämien) einen Lada oder Avtovaz! Selbst in Kirgistan fahren viele mittlerweile nur noch japanische oder europäische Autos, statt Russenschrott auf vier Rädern. Bei jedem Fußballspiel und vor jedem Hotel und Restaurant war unser Lada Niva Mietwagen die mieseste Karre von allen auf dem Parkplatz – außer einmal in Karakol, da parkte vorm Restaurant ein zerbeulter und vergammelter Lada Zhiguli von ca. 1980 neben uns...

Das wichtigste zum Schluss: der einheimische Fußball. Es gibt zwei wichtige Webseiten: https://flk.kg/ und http://ffkr.kg/ - wer kein Russisch kann soll es mit google translate versuchen. Bei google maps findet man normalerweise die Stadien. Die Ansetzungen sind natürlich nicht so überragend zuverlässig, kurzfristige Verlegungen gibt es immer wieder. Doch zwischen Mai und September findet man immer Ersatz. Fußball ist in Kirgistan aber eher ein Sport für die Mittel- und Oberschicht, daher hat man schwache Zuschauerzahlen und keine hohe Dichte an Vereinen (im ganzen Land mit 6,1 Mio. Einwohner gibt es nur 79 Clubs mit ein paar hundert Mannschaften). Das Spielniveau schien im niedrigeren oder mittleren Amateurbereich angesiedelt – wie gut die 1. Liga ist, kann ich ja leider mangels 1. Liga-Spielbesuch nicht beurteilen. Was in jedem Fall lohnt: die Mehrzahl der Stadien! So z.B. Karakol (siehe oben) oder den Fotos im Internet nach zu urteilen auch Dolen Omurzakov in Bishkek, Neftchi Kochkor-Ata, Jalalabad, Osh, Karabalta, Sokuluk, Kara-Suu, Tash Komur, Dostuk Tepe Korgon, Shaxtyor Kyzyl-Kiya, Tokmok, Naryn und am besten vielleicht: Talas. Ysyk-Köl Karakol 1:0 Alga-Chüy Tokmok Statistik (Stand nach letztem Reisetag):
- Grounds: 2.203 (2 auf der Tour; diese Saison: 223 neue)
- Sportveranstaltungen: 3.376 (2 auf der Tour; diese Saison: 269)
- Tourkilometer: 13.890 (11.800km Flug, 2.090 km Auto, davon 1.970km Mietwagen)
- Saisonkilometer: 76.870 (37.470 Auto, davon 7.350 Mietwagen/ 35.240 Flugzeug/ 3.890 Fahrrad/ 0 Schiff, Fähre / 0 Bus, Bahn, Straßenbahn)
- Anzahl der Fußballspiele seit dem letzten 0-0: 4 [letzte Serie: 35, Rekordserie: 178]
- Jede Woche mindestens eine Sportveranstaltung seit: Kalenderwoche 31 des Jahres 2006 (31.7.-6.8.), d.h. seit 622 Wochen.

Keine Kommentare: