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Sonntag, 13. Mai 2012
W302II: 21 Tore in 131 Minuten Fußball
TSV Leuna 1919 F 6:3 FSV Dieskau 05 F
Datum: Samstag, 12. Mai 2012 – Anstoß: 10.30
Wettbewerb: F-Junioren Kreisklasse Saalekreis, Staffel 2 (Liga der unter 9jährigen)
Ergebnis: 6-3 nach 43 Min. (20/23) – Halbzeit: 3-2
Freundschafts-Neunmeterschießen: 3-5 nach 9-10 Schützen
Tore: 0-1 2. Nr. 2, 1-1 8. Eigentor Nr. 3 (nach Torschuss Kevin Werner), 2-1 9. John Köcke, 2-2 15. Nr. 12, 3-2 20. John Köcke, 4-2 31. Kevin Werner, 5-2 33. John Köcke, 6-2 37. Luca Mucha, 6-3 39. Nr. 12
Verwarnungen: keine
Platzverweise: keine
Spielort: Sportstätte der Jugend, Platz 2 (Kap. 500, davon 20 Sitzplätze)
Zuschauer: ca. 25 (davon ca. 6 Gästefans)
Unterhaltungswert: 8,0/10 (Wirklich hervorragendes Jugendspiel!)
VfB Blau-Gelb Geußnitz 1:11 VfB Zeitz
Datum: Samstag, 12. Mai 2012 – Anstoß: 15.00
Wettbewerb: Kreisliga Burgenland, Staffel 3 (10. Liga, 5. Amateurliga)
Ergebnis: 1-11 nach 88 Min. (45/43) – Halbzeit: 0-6
Anmerkung: Geußnitz spielte komplette Spielzeit in Zwei-Mann-Unterzahl
Tore: 0-1 8. (15), 0-2 22. (9), 0-3 30. (6), 0-4 31. (7), 0-5 40. (10), 0-6 41. (15), 0-7 52. (9), 1-7 63. (P. Dembitz?), 1-8 78. (5), 1-9 82. (7), 1-10 84. (5), 1-11 85. (7)
Verwarnungen: keine
Platzverweise: keine
Spielort: Sportplatz Geußnitz (Kap. 1.000 Stehplätze)
Zuschauer: ca. 25 (davon ca. 10 Gästefans)
Unterhaltungswert: 6,0/10 (Extrem einseitiges Spiel, was bei den ungünstigen Voraussetzungen für Geußnitz auch kein Wunder war)
Photos with English Commentary:
Nachdem am Freitagabend noch die Alten Herren auf der Sportstätte der Jugend spielten, gab es Samstagvormittag auf derselben Spielstätte ein F-Jugendspiel. Vorm Duell der Tabellennachbarn gaben die neben mir zum Platz laufenden Dieskauer Kinder schon die dollsten Tipps von wegen „17:0 gegen die Pflaumen“ ab – und der starke Beginn der Gäste ließ einen das fast befürchten: ein starker Sturmlauf, bei dem vor allem auffiel, dass Dieskau älter und körperlich stärker ist als Leuna, führte zum 0:1 – doch nach einigen Minuten fand Leuna ins Spiel und zeigte seine tollen spielerischen Qualitäten.
Vor allem das Sturmduo um John und Kevin schlug mehrfach zu. Dass massenweise Chancen liegengelassen wurden, konnte man lässig sehen, da trotzdem noch sechs Mal der Ball im Kasten des Dieskauer Torwarts einschlug. Erst ein Doppelschlag – wobei der Ausgleich das Glück des Tüchtigen war: Kevin hat den Torwart angeschossen, dann stolpert ein Dieskauer Verteidiger den Ball über die eigene Torlinie – dann nach dem Ausgleich ein klasse Schuss aus spitzem Winkel direkt vor dem Pausenpfiff.
In Hälfte zwei setzte sich die schnellere und technisch klar bessere Mannschaft Leuna gegen die körperlich starke aber nicht immer auf der Höhe des Spielgeschehens befindliche Abwehr durch. Drei weitere schön heraus gespielte Tore entschieden das erstaunlich zweikampfintensive Spiel. Kurz vor Abpfiff schaffte Dieskau noch ein besseres Ergebnis herzustellen. 6:3 also für den starken TSV in einem wirklich ganz hervorragenden Spiel, das auch herrlich unter Beweis stellte, dass man auch im Jugendfußball nicht zwangsläufig gegen eine unterdurchschnittliche junge und körperlich schwächere Mannschaft gewinnt, nur weil man im Schnitt ein Jahr älter und ein Kopf größer ist!
Das Freundschaftsneunmeterschießen gewann der FSV Dieskau dann mit 5:3. Von 17:0 waren die Jungs dann aber doch in allen Vergleichen weit entfernt... Aber bei einigen der Dieskauer Sprüche habe ich mich sowieso gefragt, wie’s um die Erziehung bei den Jungs steht. Aber wenn man einen Spielervater hat, der mit der MZ zusammen wegen eines unberechtigten Turnierausschlusses durch Medienhetze den Kreisverbandspräsidenten abgesägt hat, dann hat man auch Spieler, die schon im F-Jugend-Alter die sonst eher für die Großfeldjugend typischen Sprüche wie „Ey seid ihr schwul, oder was?!“ bringen.
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Mit Rückenwind kamen wir weit vorm Anstoß im ziemlich gesichtslos auf einer Anhöhe südlich von Zeitz gelegenen Geußnitz an. Hinter der Kirche ist das Sportlerheim des SV Blau-Gelb, 300m weiter der ganz ansehnliche und von Bäumen und Feldern umgebene Platz. Spektakulär oder anderweitig etwas Besonderes ist dieser Dorfanger aber nicht.
Umso unverständlicher die Schilder vom Geußnitzer Vorstand, dass nur zu Trainings- und Wettkampfzeiten der Platz benutzt werden darf. Da haben wohl ein paar Doofe nicht mitgekriegt, dass man einen Haftungsausschluss auch mit den viel angemesseneren Schildern „Benutzen auf eigene Gefahr“ erreicht. Schonen braucht man den Acker nun wirklich nicht für den abgeschlagenen Tabellenletzten der Kreisliga. Aber auch die 2€ Eintritt (warum ist Zeitz denn nur immer teurer als der Regionalbezirk Naumburg, Nebra oder Weißenfels?), die mäßig gegrillten Roster und die absolut erbärmliche Zuschauerzahl machten den Verein nicht gerade sympathisch.
Wirklich sympathisch war aber das Auftreten der Mannschaft: ungeachtet dessen, dass man nur neun Leute zur Verfügung hatte, spielte man unverdrossen und ohne Trotz und Aggression gegen den Ersten, den VfB Zeitz. Geußnitz und Zeitz trennten vor dem Spiel 13 Plätze und 41 Punkte. Nach dem Spiel trennten sie noch mal 10 Tore mehr.
Geußnitz hatte drei Chancen im ganzen Spiel, von denen sie eine mit einem klasse Hammerschuss hoch ins Eck verwerteten. Zeitz hatte etwa achtmal so viele Szenen vorm Kasten, von denen sie fast jede zweite verwerten konnten. Ein besonders sehenswertes Spiel war es leider nicht und das zweistellige Ergebnis kam durch einen längeren Durchhänger in der zweiten Spielhälfte erst dank des Ausfalls des Torhüters zustande. Der Geußnitzer musste nämlich beim Spielstand von 1:7 (mittlerweile war ein weiterer Feldspieler hinzugestoßen!) ausgewechselt werden, da er bei einem Zusammenprall auf dem Kopf landete und wohl unter Schwindelgefühl litt. Ein Krankenwagen musste auch gerufen werden. Sein Ersatzmann (nun war es also wieder 9 gegen 11, nachdem man gerade einmal fünf Minuten 10 gegen 11 spielen konnte) kassierte leider vier sehr einfache Treffer. Nach dem 1:11 pfiff der Schiri etwas sehr pünktlich ab, aber da es in einer Karenzzeit war, wurde der Abpfiff in der 88. nicht als Abbruch gewertet.
Statistik:
Grounds: 729 (heute 1 neuer; diese Saison: 135 neue)
Sportveranstaltungen: 1.515 (heute 2, diese Saison: 201)
Tageskilometer: 110 (110 Fahrrad)
Saisonkilometer: 54.860 (26.210 Auto/ 23.120 Flugzeug/ 3.000 Bahn, Bus, Tram/ 2.510 Fahrrad/ 20 Schiff, Fähre)
Anzahl der Fußballspiele seit dem letzten 0-0: 63
Anzahl der Wochen, seit der letzten Woche ohne eine einzige Sportveranstaltung (31.7.-6.8. 2006): 302
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VfB Zeitz
Montag, 19. Dezember 2011
W281I: Spannendes Pokalderby in Zeitz und Achtes Siegloses Spiel in Folge für die Alligatoren aus Aschersleben
VfB Zeitz 2:3 1. FC Zeitz
Datum: Samstag, 17. Dezember 2011 – Anstoß: 12.30
Wettbewerb: Achtelfinale des Kreispokals Burgenland (sogenannter „Krombacher Pokal“; Kreisliga Staffel 3 (10. Liga, 5. Amateurliga) gegen Landesklasse Staffel 6 (8. Liga, 3. Amateurliga))
Ergebnis: 2:3 nach 92 Min. (46/46) – Halbzeit: 1:3
Tore: 1-0 10. Christian Kraft, 1-1 20. Kai Pöhlitz (Foulelfmeter), 1-2 26. Sebastian Holz, 1-3 35. Steven Knechtel, 2-3 50. Christian Kraft
Verwarnungen: Ricky Marx, Andreas Soffa, Andreas Schulze (VfB), Daniel Rost, Steven Knechtel (1. FC)
Platzverweise: keine
Spielort: Sportplatz An der Hohle/ VfB (Kap. 1.200, davon 50 Sitzplätze)
Zuschauer: ca. 250 (davon 232 zahlende und mind. 60 Gästefans)
Unterhaltungswert: 8,0/10 (Sehr gutes und sehr spannendes Spiel vor ansehnlicher Kulisse)
HC Aschersleben Alligators 24:26 HSC Bad Neustadt (Saale)
Datum: Samstag, 17. Dezember 2011 – Anwurf: 19.00
Wettbewerb: 3. Liga Ost (Halbprofiliga)
Ergebnis: 24:26 nach 60 Min. (30/30) – Halbzeit: 11:16
Tore: 7x Svajunas Kairis, 5x Emil Feuchtmann, Carsten Kommoß, 4x Pit Seifert, 3x Gorden Müller (Aschersleben); 9x Stefan Schröder, 6x Michal Panfil, 3x Gary Hines, Alejandro Rohaly, 2x Margots Pavlovics, Maximilian Schmitt, 1x Franziskus Gerr (Neustadt)
Gelbe Karten: Paul Otto, Frank Seifert, Pit Seifert (Aschersleben); Michal Panfil, Franziskus Gerr, Gary Hines (Neustadt)
Zeitstrafen: Paul Otto, Carsten Kommoß, Benny Böcker (Aschersleben); 2x Gary Hines, 2x Maximilian Schmitt, Franziskus Gerr (Neustadt)
Disqualifikationen: keine
Spielort: Sport- und Freizeitzentrum Ballhaus (Kap. 1.100, davon 650 Sitzplätze)
Zuschauer: ca. 400 (davon ca. 6 Gästefans)
Unterhaltungswert: 6,0/10 (Nach mäßiger erster Hälfte, spannende zweite)
Photos and English Version:
Ich bin begeistert, wie lernfähig doch einige deutsche Vereine sind: es sind ein, zwei Grad über Null, massiver Wind, leichte Schneeregenschauer und das Kreispokalspiel zwischen dem VfB Zeitz und dem 1. FC Zeitz fällt nicht aus. Ja, es fällt tatsächlich nicht aus! So ein Wetter war in den letzten Jahren ständig ein Garant für reihenweise Ausfälle, jetzt wird sogar Mitte Dezember noch gespielt. Eigentlich selbstverständlich, aber hierzulande war es das die letzten Jahre leider nicht mehr. Aber schön, dass sich das geändert hat – so bekamen etwa 250 Zuschauer ein sehr interessantes Pokalspiel auf dem engen Sportplatz im Norden von Zeitz geboten.
Der Sportplatz an der Hohle – oder auch Sportplatz VfB genannt – verfügt zwar über keine Ausbauten, aber einige Holzbänke zum Sitzen und ein ziemlich hoher und sehr steiler Graswall, auf dem man hocken oder stehen kann, sind doch schon mal was. Wenn man oben steht, sieht man sogar sehr schön Schloss Moritzburg im Tal liegen. Die Sportanlage liegt zwischen Feldern und Ein- und Mehrfamilienhäusern. Sogar eine Anzeigetafel gibt es.
Der 1. FC Zeitz ist punktgleich mit Tabellenführer SV Merseburg 99 auf Platz 2 der Landesklasse zu finden, der Stadtrivale und Gastgeber des Pokalduells, VfB, ist zwei Ligen tiefer sogar Tabellenführer (dort ist der Zweitplatzierte allerdings ebenfalls punktgleich) nachdem sie vor zwei Wochen am letzten Spieltag der Hinrunde mit einem 7:4 Sieg über Kretzschau – die bis dahin führten – an die Spitze sprangen.
Das Duell war auch im Hinblick auf das Umfeld interessant. Der 1. FC hat zwar ein Tennispublikum, aber die fallen dort immerhin nicht mit Ausfälligkeiten wie dem U-Bahn-Lied auf, wie das ab und an mal die sehr begeisterungsfähigen Anhänger des VfB tun. Erwartungsgemäß blieb es heute aber fair – trotz der beachtlichen Kulisse von 250 Leuten. Man muss sich zwar fragen, was man von einem Verein halten soll, deren Spieler Fans grüßen, die während und vor allem nach dem Spiel angetrunken – teilweise mit sehr eindeutigen Klamotten – den Gästespielern ein paar Freundlichkeiten mitgeben: aber alle Beschimpfungen waren nur solche der völlig normalen Sorte wie „raus die Sau“ oder „Scheiß FC Schweine“. Absolut nicht kritikwürdig war die Untermalung von einigen Szenen mit lautem Böllerklang. Hervorheben muss man aber vor allem, dass etliche VfB-Fans – im Gegensatz eben zu den nur bei Toren einmal laut werdenden FC-Fans – regelmäßig ihre Mannschaft mit Sprechchören „Olé, wir sind der VfB“ usw. anfeuerten.
Tore gab es auch immerhin fünf zu sehen, wobei der erste Treffer daran lag, dass der favorisierte 1. FC nicht so richtig ins Spiel kam. Nach einem Fehler wurde die Abwehr überspielt und der VfB-Spieler Kraft entschied das Mann-gegen-Mann-Duell gegen den FC-Torwart für sich. Erst ein ungeschicktes Beinstehenlassen im Strafraum sorgte 10 Minuten später für den Ausgleich. Der Schiri verhängte Elfmeter – berechtigt und souverän verwandelt. Durch gutes Kombinationsspiel im Strafraum kamen die Gäste, die auch erheblich weniger Fans stellten, zum 1:2. Bis zur Pause spielte fast nur noch der 1. FC, der auch einen dritten Treffer nachlegte, welcher wiederum aus kurzer Distanz erzielt wurde.
Nach dem Seitenwechsel begann das Spiel wieder genauso wie ganz zu Beginn des Pokalduells. Ein früher und sehenswerter Treffer durch Kraft für den Gastgeber. Danach allerdings ein munteres Hin und Her, das keineswegs vom Favoriten bestimmt wurde. Beide Teams waren bis zur 70. gleichwertig – dann legte der VfB ziemlich los und vergab Chance um Chance. Der Ausgleich wäre absolut verdient gewesen, ein 4:3 auch – aber da der 1. FC schließlich der Favorit ist, rettete er mit viel Glück den knappen Vorsprung über die Zeit. Insgesamt gesehen bekam man für maßlose 2,50€ Eintritt ein wirklich spannendes wie auch sehr gutes Spiel geboten! Ein Lob an beide Teams, insbesondere den Gastgeber!
Über Staßfurt, wo wir meine Freundin abholten, ging es nach Aschersleben. Da stand noch ein interessantes Handballspiel auf dem Programm. Der HC Aschersleben ist als 12. von 16 voll im Abstiegskampf und hatte ein ganz schweres Spiel gegen die Neustädter aus Bayern: einen Punkt hinter den Erzgebirglern aus Aue stehen sie auf Rang zwei.
Gespielt wurde in der Multisportanlage Ballhaus. Das ist ein weitläufiger Komplex, der mehrere Sporthallen – so eine Schwimmhalle, Tennishalle, Beachsoccer- und -volleyballhalle und schließlich auch Multifunktionshalle für Basketball, Handball und mehr – zusammenschließt. Für 8€ (ermäßigt 6€ für Studenten, Schüler etc.), was für diese Liga noch im Rahmen ist, hatte man freie Platzwahl auf den sehr provisorisch wirkenden Tribünen. Was an dieser Halle gut ist, ist die unbehinderte Sicht auf den Längsseiten – die Hintertorseiten sind natürlich von Fangnetzen verhängt – und das einer Radrennbahn nachempfundene Kurvendesign. Ansonsten sind die Gerüstbauten mit Plastesitzen extrem provisorisch und billig gemacht, die Dachkonstruktion einer Konservendose gleich und die Beleuchtung schwach.
Was Aschersleben auf dem Parkett zeigte, war in der ersten Halbzeit aber noch schwächer als die Beleuchtung. Von Anfang an lagen sie hinten – teilweise mit 5 Toren. Der ein oder andere Lichtblick, wie ein Sprungwurf von außen ins lange Eck gedreht, war schon vorhanden, aber HSC Bad Neustadt dominierte das Spiel. Die Gäste hatten einige ansprechendere Szenen gezeigt, doch so wirklich überzeugend war das – vor allem für einen Aufstiegskandidaten – nicht.
Nach dem Seitenwechsel stand die schwache Abwehr der Alligatoren aus Aschersleben besser – und HSC Bad Neustadt geriet ins Schwimmen. Zwar gelang den Ascherslebenern nie der Ausgleich, aber sie machten das entschieden scheinende Spiel wieder spannend. Die zweite Halbzeit konnte man als Drittligareif bezeichnen, doch die gesamte Leistung dürfte für den Erhalt der Klasse nicht reichen.
Ebenfalls eine nur teilweise annehmbare Leistung lieferten die Heimfans ab – die wenigen Gäste feuerten gar nicht an. Die Alligatoren-Anhänger hängten zwar mehrere mehr oder weniger originelle Banner auf, aber waren so gut wie nie zu hören bis Mitte der zweiten Hälfte: das Einzige, was wirklich gut bei denen klappte, war das Meckern über die Schiedsrichter (die bis auf eine grobe Fehlentscheidung gut waren: ein Bad Neustädter hätte für ein grobes Foul als letzter Mann die Rote Karte sehen müssen) und Beschimpfen der Gegenspieler (für Handball war das sogar richtig emotional: „raus die Sau“, „der Penner, ey“ etc.). Anfeuerungen der eigenen Mannschaft fanden aber leider kaum statt: fünf Trommler, die ab und an „bumm, bumm, bumm“ machten und ein paar Leute die mal die Kurzform von Aschersleben in Sprechchöre packten: „Asche, Asche!“
Nach dem Handballspiel fanden wir im weitestgehend ausgestorbenen Aschersleben sogar noch ein hervorragendes China-/ Thairestaurant mit weiter Preisspanne von niedrig bis eher hoch bei wirklich hoher Qualität. Die Gaststätte „Thang Long“ kann ich nur empfehlen!
Statistik:
Grounds: 680 (heute 2 neue; diese Saison: 86 neue)
Sportveranstaltungen: 1.430 (heute 2, diese Saison: 116)
Tageskilometer: 300 (300 Auto)
Saisonkilometer: 14.870 (12.950 Auto/ 1.910 Fahrrad/ 10 Bahn, Bus, Tram/ 0 Flugzeug/ 0 Schiff, Fähre)
Anzahl der Fußballspiele seit dem letzten 0-0: 22
Anzahl der Wochen, seit der letzten Woche ohne eine einzige Sportveranstaltung (31.7.-6.8. 2006): 281
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Montag, 31. Oktober 2011
W275I: Zwei Tore aus 45 Metern reichen nicht, wenn der Gegenspieler vier Mal trifft
SV Hohenmölsen 1919 4:2 SV Mertendorf 1948
Datum: Montag, 31. Oktober 2011 – Anstoß: 14.00
Wettbewerb: Achtelfinale des Burgenlandpokals/ sogenannter „Krombacher Pokal“ (Kreisliga Staffel 2, 10. Spielklasse, 5. Amateurliga gegen Kreisoberliga, 9. Liga/ 4. Amateurebene)
Ergebnis: 4:2 nach 92 Min. (45/47) – Halbzeit: 0:0
Tore: 0:1 54. Mirko Krause, 1:1 58. Michael Henze, 2:1 63. Michael Henze, 3:1 65. Michael Henze, 4:1 70. Michael Henze, 4:2 80. Mirko Krause
Verwarnungen: Christian Eichhorn, Sven Holzapfel (SV HHM); Martin Pilipp (SVM)
Platzverweise: Sebastian Held (SVM, 9. Min., Notbremse)
Spielort: Sportplatz Hohenmölsen (Kap. 1.200, davon 50 Sitzplätze)
Zuschauer: ca. 110 (davon 96 zahlende, Gästefans: ca. 10)
Unterhaltungswert: 7,0/10 (Nach schwacher erster Hälfte richtig turbulente zweite Hälfte)
Photos and English version:
Montag, Feiertag, Fußball! So einen Montag braucht man doch jeden Monat! Per Fahrrad bewegten wir uns zur einzigen Kreispokalpartie des Burgenlandes, die in einem von uns noch nicht besuchten Stadion ausgetragen wurde. Wobei „Stadion“ für die Sportanlage in Hohenmölsen reichlich unpassend ist. Ein weites Rund mit niedrigem Graswall und gemauerter Einfahrt wird als „Stadion Hohenmölsen“ bezeichnet, ist aber architektonisch keins (da keine Tribüne) und zudem nur noch als Trainingsstätte (übrigens für alle frei zugänglich) von SV Hohenmölsen 1919 genutzt. Dieser Verein aus der kleinsten und hässlichsten der fünf ehemaligen Kreisstädte des heutigen Burgenlandkreises, spielt auf dem angrenzenden Sportplatz, der mit den höheren Graswällen (auf einem ist auch eine lange Bank angebracht) mehr daher macht, als das alte Stadion. Für 2€, die das Maximum des Angemessenen an Eintritt für so ein Spiel sind, war man dann dabei. Gute Roster gab es für 1,40€.
Hohenmölsen steht in der Kreisliga mit 8 Siegen (u.a. einem 12:2 gegen Großkorbetha II) und 1 Niederlage als Tabellenführer da und ist voll im Aufwärtstrend, während SV Mertendorf total im Abwärtstrend ist: zuletzt ein Unentschieden, davor 3 Niederlagen in Folge, darunter auch ein 1:8 in Großkorbetha und ein Spielabbruch beim Stande von 0:3 für Bad Bibra, den bis dahin punktlosen Tabellenletzten. Die erste Überraschung wäre es auch nicht gewesen in diesem Burgenlandpokal, wenn Hohenmölsen gewonnen hätte. Schließlich kegelten auch schon zwei mir besonders sympathische Mannschaften höherklassige Gegner in der diesjährigen Ausgabe raus: Goseck (Kreisklasse) schlug Uichteritz (Kreisoberliga) 3:2 und Löbitz (Kreisklasse) hämmerte erst Bornitz (Kreisliga) mit 5:2 aus der Idylle am Löbitzer Wald und schmiss dann auch noch Könderitz (Kreisliga) mit 1:0 aus dem Wettbewerb. In Anbetracht dessen, dass Hohenmölsen bereits in Runde 2 den Tabellenführer der Kreisoberliga, SV Burgwerben, mit 3:2 bezwang, rechnete ich eigentlich auch mit einem 2:1 oder 3:1 für HHM.
Chancen genug hatten sie schon in Hälfte eins, nachdem die erste packende Szene eine rote Karte für Mertendorf war. Nein, keine Tätlichkeit – eine Notbremse. Echt intelligent, nach nicht einmal 10 Spielminuten so reinzugehen... Der Freistoß ging allerdings in die Mauer. Nach einigen dilettantischen Aktionen der Hausherren, wurde der in Unterzahl spielende (nominell) Favorit besser und erspielte sich seinerseits Chancen. Alle Mühen waren aber bis zur Halbzeitpause vergebens.
Nach der Pause spielte Hohenmölsen richtig schwach und kassierte das 0:1. Aber was für ein Hammer das war! Der Mertendorfer Krause zerrt einfach mal aus 45 Metern aus dem Lauf heraus ab und der teilweise unsichere Heimtorwart kriegt den Ball nicht mehr aus dem langen Eck geklatscht! Dieses geniale Tor war dann endlich der Weckruf für die Mölsener: nun spielten sei so, wie ich es von ihnen erwartet hatte und sie zeigten, warum sie die Kreisliga anführen. Immer wieder fanden Spieler der Hausherren Sportfreund Henze, der ein ums andere Mal die Abwehr narrte und den Torwart alt aussehen ließ. Bis dahin hatte die Nummer 14 nichts Vernünftiges gezeigt, doch nun traf Henze innerhalb von 12 Minuten vier Mal! Wahnsinn! Zehn Minuten später war es dann noch mal Mertendorfs Krause, der nun schon zum zweiten Mal aus 45 Metern drauf hielt und traf. Diesmal war es ein ruhender Ball direkt in den Winkel! Also Mertendorfer Gegner: wenn es einen Freistoß aus über 30 Metern gibt, dann alle Mann an die Querlatte wie bei Klimmzügen dranhängen und den Ball wegköpfen – aus geringeren Entfernungen trifft der 10er nicht: zwei 25-Meter-Freistöße waren ganz harmlos...
Nach einer kleinen Schlussoffensive Mertendorfs und einem arrogant vergebenen Konter von Hohenmölsen, pfiff Schiri Töpel (der Reichardtswerbener war leider wenig überzeugend) diese interessante Partie ab. Was übrigens Töpels Assistenten Schauseil und Schumann an den Linien angeht, kann man nur sagen: Gratulation zur silbernen Fahne – 25 Mal Abseits gewunken (davon mindestens 10 Mal gleiche Höhe); ganz klasse!
Weitere bemerkenswerte Pokalpartien waren übrigens folgende: Löbitz schied leider 1:5 gegen Laucha (die sind aber auch drei Klasser höher, also gut gehalten, VSG!) aus. TSV Tröglitz gegen GG Osterfeld aus Runde 2 sollte nach dem Spielabbruch bei 4:3 für TSV aus unerfindlichen Gründen wiederholt werden. Osterfeld hat nach Aussagen diverser Leute (auch Neutraler) angefangen: also mal wieder ein klassisches Willkürurteil des Sportgerichtes (Goseck haben die Geisteskranken ja Wochen nach Runde 2 ohne offizielle Begründung disqualifiziert) – der Richter war wohl Grün-Gelb. Dieses Spiel wurde jedoch abgesagt. Wohlmirstedt, die Nutznießer an Gosecks Disqualifikation, schied gegen Nessa 2:4 aus. Da der 1. FC Zeitz sich zu einem 1:2 Sieg in Langendorf mühte, treffen sie auf den Stadtrivalen VfB. Diese Nachholpartie des Achtelfinales wäre genau das richtige Spiel für mich...
Statistik:
Grounds: 659 (heute 1 neuer; diese Saison: 65 neue)
Sportveranstaltungen: 1.395 (heute 1, diese Saison: 81)
Tageskilometer: 70 (70 Rad)
Saisonkilometer: 12.640 (10.820 Auto/ 1.810 Fahrrad/ 10 Bahn, Bus, Tram/ 0 Flugzeug/ 0 Schiff, Fähre)
Anzahl der Fußballspiele seit dem letzten 0-0: 1
Anzahl der Wochen, seit der letzten Woche ohne eine einzige Sportveranstaltung (31.7.-6.8. 2006): 275
Samstag, 22. Oktober 2011
W273II: So langsam reißt es aber ein mit den Spielabbrüchen im Burgenlandkreis...
SG Grün-Weiß Döschwitz [5:0] VfB Zeitz II
Datum: Samstag, 22. Oktober 2011 – Anstoß: 15.00
Wettbewerb: 1. Kreisklasse Burgenlandkreis, Staffel 4 (11. und unterste Spielklasse, 6. Amateurliga)
Ergebnis: Abbruch beim Stand von 5:0 nach 54 Min. (47/7) wegen Lust- und Charakterlosigkeit des VfB – Halbzeit: 2:0
Anmerkung: VfB Zeitz II konnte nur mit 9 Mann spielen
Tore: 1-0 9. (14), 2-0 45.+1 (8), 3-0 47. (4), 4-0 49. (10), 5-0 52. (10)
Verwarnungen: keine, Platzverweise: keine
Spielort: Sportplatz Döschwitz (Kap. 1.100, davon 50 Sitzplätze)
Zuschauer: ca. 45 (keine Gästefans)
Unterhaltungswert: 2,5/10 (Erst 45 Minuten überhebliches Gekicke der Döschwitzer – und dann spielen sie nach der Pause richtig gut, und die charakterlosen Zeitzer lassen den Schiri abbrechen)
Photos and English version:
So langsam reißt es im Burgenlandkreis echt ein, dass nicht über die volle Distanz gespielt wird. Jede Woche ein Abbruch. Vor zwei Wochen zettelte Osterfeld, das gerade am Verlieren in der Verlängerung war, beim Pokalspiel in Tröglitz eine zünftige Keilerei an – mal sehen, was aus dieser Anzeige, von der bei Tröglitz die Rede war, wird: Körperverletzung während einer Amateursportveranstaltung wird ja in den seltensten Fällen ernst genommen – dann schafften es letzte Woche die Mertendorfer in der Kreisoberliga nicht gegen den punktlosen Tabellenletzten erfolgreich zu spielen, foulen und lösten damit eine Massenschlägerei (oder wie der Presseheini aus unerfindlichen Gründen schrieb: „Massenschlägerei“ – also in Anführungszeichen: der weiß wohl nicht, wann man welche setzt und wann nicht...) aus. Da beide Mannschaften nach Aussagen aller Seiten gleichermaßen beteiligt waren, wäre alles andere als eine Wertung nach Spielstand bei Abbruch ein Skandal, aber Mertendorf versucht unsportlicherweise am „grünen Tisch“ zum Erfolg zu kommen, was ich von ihnen nicht erwartet hätte. Aber vielleicht lief es doch etwas anders als in der Presse und von Fans dargestellt. Diesmal kann ich also endlich was zu einem Spielabbruch sagen, wenn auch „nur“ zu einem wenig spektakulären und vor allem absolut sinnlosen. Gut: über die Sinnfälligkeit von Schlägereien muss man sich jetzt nicht groß auslassen, aber das, was sich die Reserve des VfB Zeitz da leistete, war so ziemlich das Letzte in Sachen Charakterstärke und Niveau.
Aber der Reihe nach: da die B-Jugend Spielgemeinschaft von Bad Dürenberg/ Leuna leider doch erst Sonntag spielte, fuhren wir mangels Vorspiele (im Burgenlandkreis wurde diesmal bescheuerterweise 50% Samstag und 50% Sonntag – und dann fast alles gleichzeitig – gespielt) gleich mit dem Fahrrad nach Döschwitz, einem der Dörfer bei Zeitz, die wir noch nicht besucht hatten. Eine kleine Kirche auf einem Berg macht ein bisschen was daher, der Fußballplatz am Ortseingang (aus Richtung Westen/ d.h. Zeitz) ist noch ansehnlicher. In einer Senke gelegen, Baum umstanden, von Graswällen umgeben, aber bis auf ein paar Holzbänke gibt es keine Ausbauten. Hier fanden sich nur 45 Zuschauer ein, was es noch respektabler macht, dass sich der Verein so mit seiner Website anstrengt, wo es doch nur wenige außerhalb der Vereinsmitglieder zu interessieren scheint, wenn in Döschwitz gespielt wird.
Im Spiel der Kreisklasse Staffel 4 hieß es Dritter gegen Drittletzter. Nach 6 Spielen trennen die beiden bereits 12 Punkte. Döschwitz hat im Gegensatz zum Tabellenführer Tröglitz II aber schon eine Niederlage einstecken müssen. VfB Zeitz II scheint nun total in der Krise zu sein, da sich gerade einmal 9 Spieler nach Döschwitz verirrten. Von Anfang an war das ein Spiel auf ein Tor, wobei nach dem herrlichen Treffer des 14ers aus einiger Entfernung in den Winkel das Spiel enorm abbaute. Bis zur 30. kam der Gast zwar immer noch nicht vors Tor der Grün-Weißen, aber die vielen Torchancen ließ der Standfußball spielende Gastgeber derart kläglich und überheblich liegen, dass es schon nicht mehr feierlich war. Leider vergab auch der VfB seine beiden einzigen Chancen in der Partie. Vor der Pause erhöhte Döschwitz dann mit einer überlegt ausgespielten Kombination im Strafraum auf 2:0. Von da ab gab es unverständliche Auflösungserscheinungen beim VfB.
Nach dieser ganz schwachen Leistung der Döschwitzer gegen die zwei Mann weniger zählenden Gäste, fingen sie nach der Pause mit richtig gutem Fußball an. Da sah man dann endlich, warum sie so weit vorne stehen. Die ohnehin schwache Abwehr des VfB – da hätten die zwei oder vier Spieler mehr haben können: wenn die alle so unbeholfen gegen den Ball treten, wie die Zeitzer Abwehrspieler, dann ist es egal ob du 8 oder 10 oder 12 Feldspieler hast – wurde ein ums andere Mal düpiert. Das knickte die charakterschwachen, lustlosen Zeitzer derart, dass sie den Schiedsrichter aufforderten, das Spiel abzubrechen. Die Bemerkung eines Döschwitzers: „Was soll das denn? Was isn das fürn Verein?!“ kann ich da absolut nachvollziehen. Respekt verdienen auch (und mitunter gerade besonders) schwache Mannschaften: aber schwache Mannschaften wie Leißling II, die in Nessa bis zum bitteren Ende dagegenhielten. Hätten sie bei 5:0 schon den Kindergarten raushängen lassen wie der VfB, wäre das Spiel keine 30 Minuten gegangen – es ging 27:0 aus. Auch viele Jugendmannschaften, die Woche für Woche Niederlagen kassieren und noch nicht einmal einen Sieg, wie VfB II bereits auf dem Konto hat, einfahren können, gebührt Respekt.
Aber so einer Mannschaft wie dem VfB Zeitz II kann man nur sagen: reißt euch mal zusammen und arbeitet an eurem Charakter! So was hat doch nichts mit richtigem Männer-Fußball zu tun! Schon nach 54 Minuten aufzugeben ist ja derart lächerlich und eine Frechheit den Zuschauern gegenüber! Die mussten schließlich asoziale 1,50€ entrichten: im Bezirk Naumburg oder Nebra habe ich für Kreisklasse noch nie 1,50€ gezahlt – aber in Zeitz scheint mal sich für was Besseres zu halten; anders sind die fast durchweg höheren Preise nicht zu erklären. Dabei sind die Spiele im Bezirk Zeitz gerade die Spiele im Burgenland gewesen, die am wenigsten sehenswert waren. Wenigstens bin ich die nächsten Wochen immer in den anderen Regionalbezirken – aber Potential für ein kürzeres Spiel gibt es nächste Woche schon...
Statistik:
Grounds: 653 (heute 1 neuer; diese Saison: 59 neue)
Sportveranstaltungen: 1.386 (heute 1, diese Saison: 72)
Tageskilometer: 100 (100 Fahrrad)
Saisonkilometer: 11.250 (9.580 Auto/ 1.670 Fahrrad/ 0 Flugzeug/ 0 Bahn, Bus, Tram/ 0 Schiff, Fähre)
Anzahl der Fußballspiele seit dem letzten 0-0: 101
Anzahl der Wochen, seit der letzten Woche ohne eine einzige Sportveranstaltung (31.7.-6.8. 2006): 273
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VfB Zeitz
Montag, 3. Oktober 2011
W271I: Nach schneller Führung doch nur Unentschieden für den „bösen“ VfB
Droyßiger SG 2:2 VfB Zeitz
Datum: Montag, 3. Oktober 2011 – Anstoß: 14.00
Wettbewerb: Kreisliga Burgenland, Staffel 3 (10. Liga, 5. Amateurliga)
Ergebnis: 2:2 nach 90 Min. (45/45) – Halbzeit: 0:2
Tore: 0-1 2. (5), 0-2 7. (15, Foulelfmeter), 1-2 54. (13?), 2-2 65. (22)
Verwarnungen: 3, 13, 7 (DSG); 7 (VfB)
Platzverweise: keine
Spielort: Sportplatz am Wald (Kap. 1.000, davon 50 Sitzplätze)
Zuschauer: ca. 150 (darunter ca. 25 Gästefans)
Unterhaltungswert: 7,0/10 (Gutes und spannendes Spiel, das nur zu Beginn schon fast entschieden schien)
Photos and English version:
Droyßig Old Town: Town Centre with Castle and Church
Regional Amateur Football: DROYßIGER SG 2-2 VFB ZEITZ
Normalerweise trete ich ja montags selbst vor den Ball beim Studentenfußballtraining, aber an Feiertagen findet kein Training statt und das Montagsspiel in Droyßig wollte ich mir dann auch nicht entgehen lassen. Ein Montagsspiel in der Kreisliga – der Tag der deutschen Einheit macht’s möglich!
Droyßig ist auch unter bauhistorischen Gesichtspunkten einen Besuch wert. Das Schloss ist zwar sehr angefressen, aber ein schöner Bau mit verschiedenen Elementen aus unterschiedlichen Bauepochen. Ein modernes Bärengehege gibt es auch vor dem Schloss. Das Schlossrestaurant ist ziemlich hochpreisig. Gegenüber des Schlosses befinden sich das CJD-Gymnasium – dass bei einem Kaff mit ländlicher Bevölkerung wie Droyßig fast alle Schüler aus teilweise etlichen Kilometern entfernten Orten wie auch Zeitz oder Weißenfels kommen, dürfte klar sein: die CJD-Christophorus-Schule ist aber viel mehr und viel leistungsfähiger als ein Dorfgymnasium wie in Mücheln oder Laucha – und eine Kirche mit interessanter Turmhaube.
Der Fußballplatz ist nicht so interessant, sondern eine von niedrigen Wällen umgebene Wiese am Waldesrand. Der Platz heißt auch so schön „Sportplatz am Wald“. Auf einer Seite der Anlage hört dann auch der Wald auf und eine für den Burgenlandkreis untypische Felderebene erstreckt sich. Neben einem Großfeld-Hauptplatz mit ein paar fest installierten Holzbänken auf beiden Längsseiten gibt es auch noch einen zu groß geratenen Rasenhandballplatz und einen schönen Kleinfeldfußballplatz.
Für 2€ – ich habe im Burgenlandkreis noch nie erlebt, dass für Kreisliga mehr als 1,50€ erhoben wurden: auch wenn es nur 50 Cent mehr sind; das ist prozentual viel mehr als normal und einfach dreist – bekam man ein gutes und spannendes Spiel geboten. Die Droyßiger SG und der VfB Zeitz sind Tabellennachbarn (3. und 5.), wobei der VfB bei gleicher Punktzahl das deutlich schwächere aber auch attraktivere Torverhältnis – 14:11 Tore gegen 9:3 Treffer – als die Droyßiger SG hat. Während Droyßig eher als normaler Dorfclub gilt, hört und liest man über den VfB Zeitz immer wieder recht wilde Storys. Ich hab die auch schon mal bei einem prima Hallenturnier erlebt, wo deren Anhang allerdings auch mal das U-Bahn-Lied brüllte – wobei es nicht das Turnier war, wo sie einen Spielabbruch hinkriegten – und wenn man sich so gewisse Leute in deren Umfeld und auch der Mannschaft so ansah... Na ja: ein mittelmäßiger Artikel im Fußball-Magazin „RUND“ (siehe: „Ganz normale Jungs“) fasst gut die Probleme des Vereins zusammen, die mir schon Spieler anderer Vereine zu dem Thema angedeutet haben.
Meine Erwartungen erfüllten sich aber mal wieder: der VfB Zeitz fiel in keiner Art und Weise negativ auf. Ich wüsste auch nicht, wer da wieder etwas anderes erwartet hatte... Im Gegenteil sogar: der berüchtigte, „böse“ VfB Zeitz zeigte sich in der ersten Halbzeit als sauber spielende, sehr ballsichere, schnell kombinierende und überlegene Mannschaft. Schon nach zwei Minuten erzielte der VfB mit einem Kopfball nach einer Ecke das 0:1. Kurz darauf ein dummes Foul eines völlig überforderten Droyßig-Verteidigers im Strafraum. Der sichere Schiri zeigte auf den Punkt und der unplatzierte aber scharfe Schuss des VfB-Schützen landete im Kasten.
Nach der Pause kam Droyßig nach und nach besser ins Spiel. Zwei schöne Treffer über rechts und schon stand es 2:2. Mittlerweile schaffte es Droyßig auch ohne Fouls zu spielen – in der Anfangsphase musste man nach drei gelben Karten in 15 Minuten ja schwere Zweifel haben, ob die Droyßiger überhaupt auch nur mit 10 Mann das Spiel beenden. Beide Torhüter – der Zeitzer noch mehr als sein Droyßiger gegenüber – verhinderten mit starken Paraden weitere Tore. Das 2:2 war absolut gerecht, wobei die Gesichter nach Abpfiff des sehr korrekt und sicher agierenden Schiris Bände sprachen: alle 22 glotzten enttäuscht in der Gegend rum. Mit der leistungsgerechten Punkteteilung war keiner zufrieden.
Da wir nicht mit dem Eintrittspreis zufrieden waren, verzichteten wir darauf uns Roster und Getränke im Sportlerheim zu holen, sondern warteten bis Spielende um dann im Droyßiger Dönerimbiss Lahmacun zu essen. War auch besser, reichhaltiger und preislich angemessener als Roster bei der DSG.
Statistik:
Grounds: 643 (heute 1 neue; diese Saison: 49 neue)
Sportveranstaltungen: 1.374 (heute 1, diese Saison: 60)
Tageskilometer: 110 (110 Fahrrad)
Saisonkilometer: 9.950 (8.510 Auto/ 1.440 Fahrrad/ 0 Flugzeug/ 0 Bahn, Bus, Tram/ 0 Schiff, Fähre)
Anzahl der Fußballspiele seit dem letzten 0-0: 93
Anzahl der Wochen, seit der letzten Woche ohne eine einzige Sportveranstaltung (31.7.-6.8. 2006): 271
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