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Montag, 3. August 2015

W470VII: Halle schießt Krefeld aus dem Titelrennen

Tennis Club Blau-Weiß Halle .......................... - 4
Hockey- und Tennis-Club Blau-Weiß Krefeld - 2
- Datum: Sonntag, 2. August 2015 – Beginn: 11.30
- Wettbewerb: 1. Tennis Bundesliga der Herren, sogenannte „Tennis Point“ Bundesliga (1. deutsche Profitennisliga)
- Ergebnis: 4-2 (9-4 Sätze, 70-45 Spiele) nach ca. 360 Min.
- Einzel: Nieminen 3:6, 6:3, 6:10 Gonzales; Munoz de la Nava 6:2, Aufg. Cevantes; Karatsev 6:7, 6:7 Olivo; Pütz 6:3, 6:2 Galdon
- Doppel: Nieminen/ Pütz 6:3, 7:6 Gonzales/ Olivo; Munoz de la Nava/ Karatsev 6:3, 6:2 Cervantes/ Galdon
- Spielort: Tennisanlagen Blau-Weiß Halle (Kap. Centre Court: 3.300, davon 3.000 Sitzplätze; Court 1 und Court 2: je 3.000, davon je 1.000 Sitzplätze)
- Zuschauer: ca. 3.000 (davon ca. 15 Gästefans und 2.700 zahlende)
- Unterhaltungswert: 7,0/10 (Gutes und spannendes Tennis) TC Blau-Weiß Halle v HTC Blau-Weiß Krefeld. Photos with English Commentary:
a) Tennis Bundesliga: Blau-Weiß Halle defeat Blau-Weiß Krefeld
b) Sauerland: Herdringen Palace, Beckum Church
c) Bergisches Land: Wellerscheid Football Ground

Auf dem Rückweg nach Bonn lag Halle in Westfalen, das total tote Drecknest, das man wirklich nur wegen Tennis besuchen brauch, auf dem Weg. Der TC Blau-Weiß war vor dem Spiel knapp hinter Aachen auf Platz 2 der Tennis-Bundesliga, direkt dahinter Krefeld – ebenfalls Blau-Weiß – auf Rang 3. Die Tennisanlagen unweit des Gerry-Weber-Stadions haben Ascheplätze und Tennishallen zu bieten. Herzstück der Anlage sind die drei mit Tribünen versehenen Plätze 1 und 2 (die sind baugleich und haben an den Längsseiten jeweils drei Sitzreihen mit Holzbänken und dahinter vier nackte Betonstufen zum Stehen, an einer Kurzseite kann man ebenfalls stehen) und natürlich der Centercourt, der 3.300 Zuschauern auf 3.000 Sitzplätzen (je sieben Reihen Holzbänke auf den Längsseiten) und 300 Stehplätze (oberhalb einer Kurzseite) Platz bietet.

Die Zuschauerzahl war diesmal sogar höher als angegeben: mindestens 3.000 Leute wollte die teils hochklassigen Duellen live sehen. Das erste Match, das ich mir anschaute, war eher mittemäßig mit einem grauenhaften ersten Game, bei dem Punkte nur mit Fehlern erzielt wurden. Doch Pütz lieferte dann eine ansehnliche Partie ab und fertigte einen der vielen Südamerikaner im Krefelder Team ab. Parallel dazu verpasste ich den 6:2 Aufgabe-Sieg von Munoz de la Nava über einen anderen Krefelder Südamerikaner. Angeblich hatte der Gästeakteur was am Bein, aber er schien sich nicht vor seinem Doppel verausgaben zu wollen in einer aussichtslosen Partie: wegen solcher Spacken sollte man beim Mannschaftstennis die Regel einführen, dass ein Spieler, der ein Einzelspiel aufgibt, durch einen Ersatzmann im Doppel vertreten werden muss!

Auf dem Centrecourt schaute ich mir das sehr hochklassige und spannende Spiel zwischen der Nummer 1 im Haller Team, einem Finnen, und einem anderen Südamerikaner an. Der Finne unterlag knapp dem noch trickreicher mit dem Filzball agierenden Krefelder. Noch knapper unterlag Halles junger Spieler aus Russland (ich schreib mal nicht „Russe“, da er vom Namen „Aslan“ her Daghestaner, Baschkire, Balkare oder so ist, was mir eh viel sympathischer ist als Anton und Ivan...) seinem südamerikanischen Kontrahenten: beide Sätze gingen 6:7 verloren.

In den Doppeln war Halle aber klar besser: beide Doppelspiele wurden in zwei Sätzen entschieden. Ich schaute mir zuerst das kürzere und weniger gute auf Court 1 an und wechselte danach auf das packende und im zweiten Satz sehr enge Topdoppel auf dem Centercourt.

Aufgrund vielfach übervoller Autobahnen fuhr ich größtenteils Landstraßen im Sauerland und Bergischen Land. Ein paar Fotos habe ich oben entsprechend verlinkt. TC Blau-Weiß Halle v HTC Blau-Weiß Krefeld. Statistik:
- Grounds: 1.424 (3 neue; diese Saison: 10 neue)
- Sportveranstaltungen: 2.443 (1; diese Saison: 9)
- Tageskilometer: 510 (510km Auto)
- Saisonkilometer: 1.250 (1.190 Auto/ 60 Fahrrad/ 0 Flugzeug/ 0 Bus, Bahn, Straßenbahn/ 0 Schiff, Fähre)
- Anzahl der Fußballspiele seit dem letzten 0-0: 15 [letzte Serie: 93, Rekordserie: 178]
- Anzahl der Wochen, seit der letzten Woche ohne eine einzige Sportveranstaltung (31.7.-6.8. 2006): 470.

Montag, 18. Juli 2011

W259IV: Überraschendes Unentschieden von Erfurt gegen den Favoriten aus Halle

Erfurter TC Rot-Weiß 3:3 TC Blau-Weiß Halle
Datum: Sonntag, 17. Juli 2011 – Beginn 11.00
Wettbewerb: 1. Tennisbundesliga der Herren bzw. „Tennis Point“ Bundesliga (Profiliga)
Ergebnis: 3:3, dabei 7:7 Sätze und 57:57 Spiele
Einzel: Łukasz Kubot 7:5, 7:5 Potito Starace / Ivo Minář 3:6, 3:6 Jarkko Nieminen / Uladzimir Ignatik 4:6, 6:0, 10:6 Andreas Seppi / Marco Mirnegg 2:6, 2:6 Robin Haase
Doppel: Ivo Minář, Uladzimir Ignatik 6:1, 3:6, 4:10 Jarkko Nieminen, Christopher Kas / Łukasz Kubot, Oliver Marach 6:3, 7:6 (11:9) Potito Starace, Robin Haase
Spielort: Tennisanlage am Steigerwald, Platz M (C, Centre Court) und Platz 2 (Kap. 300 bzw. 200 Sitzplätze)
Zuschauer: ca. 300 (davon 280 zahlende, keine Gästefans erkennbar)
Unterhaltungswert: 7,0/10 (Tennis auf diesem hohen Niveau ist auch trotz der enormen Länge von knapp 7 Stunden durchgängig unterhaltsam)
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Photos and English version:

So einmal im Jahr kann man sich ruhig mal Tennis angucken, zumal wenn man es nicht weit zur hochklassig besetzten Bundesliga hat. Hochklassig besetzt bedeutet natürlich, dass die deutsche Bundesliga fast frei von deutschen Spielern ist (von den heute auf beiden Seiten 10 eingesetzten Spielern war mit dem Hallenser [also Halle/ Westfalen] Christopher Kas gerade mal ein einziger Deutscher auf dem Platz) – aber Hauptsache gutes Tennis, sonst wären diese sechs, sieben Stunden dauernden Veranstaltungen langweilig.

Langweilig wurde es heute nie. Vor rund 300 Zuschauern fanden vier ordentliche bis sehr gute Einzel und zwei sehr gute Doppel im Nieselregen statt. Nach einem Satz des recht deutlichen Einzels des Tschechen Minář auf dem Centre Court, der gegen den Finnen Nieminen ziemlich glatt verlor, wechselte ich auf den aufgrund des Fliederbaums sehr idyllischen Platz 2. Dort unterlag Erfurts Ösi Mirnegg dem niederländischen Haase sehr deutlich. Beim 2:6, 2:6 konnte er noch so laut auf feinstem Österreichisch fluchen – er sah keinen Stich.

Nach diesen ersten beiden Einzelspielen war eine deutliche Niederlage der Erfurter zu befürchten. Doch nach einer Runde Roster am Grillstand – was denn? hat der Nicht-Tennisfan etwa gedacht, es gebe keine Bratwurst auf dem Tennisplatz? Sind doch auch nur Sportfans; Kavier und Sekt habe ich jedenfalls keinen gesehen! – hatte Erfurt seine interessantesten Spieler auf dem Platz. Der junge Weißrusse Ignatik, derzeit wohl bester Tennispieler aus der osteuropäischen Diktatur, verlor den ersten Satz gegen den favorisierten Italiener Seppi zwar knapp mit 4:6, doch kämpfte sich spektakulär mit einem 6:0 und einem 10:6 im Champions-Tie-break zurück. Von diesem Spiel habe ich allerdings auch nur einen Satz gesehen, da mich der Pole Kubot doch mehr interessiert hat. Kubot gewann in einem sehr ausgeglichenen und sehr guten Spiel 7:5, 7:5 gegen Starace aus Italien.
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Die parallel ausgespielten Doppel fingen hervorragend an: Ignatik und Minář fegten Nieminen und Kas mit 6:1 im ersten Satz vom Platz, während Kubot und Marach mit einem 6:3 gegen Starace und Haase aufwarten konnten. Leider brachen Ignatik und Minář im zweiten Satz ein. Als der zweite Satz von Kubot/ Marach gegen Starace/ Haase gerade einmal halb vorbei war, hatten die Erfurter auf Platz 2 bereits das Spiel mit 3:6 und 4:10 abgegeben. Bei Kubot/ Marach - Starace/ Haase ging es auf höchstem Niveau hin und her. War schon sehr spannend, auch wenn man sich gerade so zurückhalten konnte, den Erfurtern mit lautem Anfeuern und Meckern Feuer unterm Arsch zu machen – aber das darf man ja leider nicht im Tennis... – denn wie sie immer wieder Breaks kassierten und scheinbar aussichtslos in Rückstand gerieten, nur um das Spiel noch länger zu machen, erforderte Ausdauer auf den Zuschauerrängen. Von einem 5:6 Rückstand erholten sie sich überraschned und retteten sich in den Tie-break, der denkbar knapp nach mehrfachem Rückstand (teilweise sogar 3 Punkte, so beim 1:4) mit 11:9 an Erfurt ging.

Für die gar nicht mal so hohen 10€ (Schüler, Studenten und so zahlen sogar nur 5€) Eintritt bekam man ganze sieben Stunden Sport geboten. Und das sogar auf hohem Niveau! Also wenn man diesem Sport gar nichts abgewinnen kann, weil man z.B. Zweikämpfe mit Körperkontakt vermisst, braucht man sich das gar nicht erst live angucken, aber jedem den das Filzball-Karbonschläger-Spiel auch nur ein bisschen interessiert, kann ich einen Besuch bei Erfurt nur empfehlen. Vielleicht fahren wir nächste Saison mal nach Halle/ Westfalen oder Aachen, um einen wirklichen Vergleich zu haben. Aber so eine idyllische Anlage wie Erfurt findet man sicher nicht noch mal in der ersten Liga, zudem ist das Publikum auch normal (also gut: für ein Fußballpublikum wäre das natürlich immer noch sehr spießig – wenn man beim Service von einem Gästespieler das berühmte „Arschloch, Wichser, Hurensohn“ anstimmt, regen sich bestimmt alle auf – aber mit normal meine ich eben das Fehlen von total affig gekleideten, elitären Gestalten, wie beim Pferderennen jedes Mal beobachtet), und die Eintrittspreise sind eher im unteren Bereich der Bundesliga. Tennis zu gucken ist sowieso generell billiger als Tennis zu spielen – beim Fußball oder Handball ist das ja mitunter umgekehrt. Wobei man ruhig mal einen Blick auf die Tennispoint-Website werfen sollte: so eine komplette Ausrüstung (von Schläger über Schuhe bis Trainingsanzug) kriegt man durch Sonderpreise problemlos unter 250€. Aber das ist in vielen Vereinen kaum die Hälfte des Jahresbeitrags (sieht man mal von positiven Ausnahmen wie TSV Leuna Tennis - 108€ oder so - ab). Nun ja... In Sachen Spielqualität hat Erfurt ja heute bewiesen, dass sie mit Spitzenteams mithalten können, auch wenn mehr als der derzeit belegte 5. Platz (von 9) eher vermessen zu verlangen wäre.

Nach dem Spiel wollte meine Freundin noch die Erfurter Altstadt sehen – und die gucke ich mir aber auch gerne noch mal an, auch wenn ich sie schon ganz gut kenne. Erfurt ist definitiv eine der sehenswertesten Städte Thüringens und Deutschlands. Verglichen mit manchen wenig ansprechenden Landeshauptstädten wie Magdeburg, Stuttgart, Düsseldorf oder Hannover ist die 205.000-Einwohner-Stadt schon echt topp!
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Statistik:
Grounds: 590 (heute kein neuer Ground; diese Saison: 139 neue)
Sportveranstaltungen: 1.312 (heute eine, diese Saison: 200)
Tageskilometer: 60 (60 Fahrrad)
Saisonkilometer: 44.110 (22.270 Auto/ 10.200 Flugzeug/ 5.660 Bahn, Bus, Tram/ 5.170 Fahrrad/ 810 Schiff, Fähre)
Anzahl der Fußballspiele seit dem letzten 0-0: 41
Anzahl der Wochen, seit der letzten Woche ohne eine einzige Sportveranstaltung (31.7.-6.8. 2006): 259