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Sonntag, 15. März 2026

W3.0271III: Weite Auswärtsspiele für die Leunaer Fußballer, klarer und doch enger Sieg für den CVM und zuvor Kreisklasse beim Paschlewwer SV

 

Chemie Volley Mitteldeutschland (Bad Dürrenberg / Spergau)

3 : 0

VSG Lübeck (Lübecker Turnerschaft / Turngemeinschaft Rangenberg)

- Datum: Samstag, 14. März 2026 – Beginn: 18.00
- Wettbewerb: 3. Liga Nord 1. Kreisklasse Altmark-Ost (3. Spielklasse im Volleyball, 1. Halbprofiliga)
- Ergebnis: 3-0 Sätze bei 77-69 Punkten nach 89 (29/27/33) Minuten - Satzergebnisse: 25-23, 25-21, 27-25

- Austragungsort: Jahrhunderthalle Spergau (Kap. 1.200, davon 1.000 Sitzplätze; heute geöffnet: 400, davon 300 Sitzplätze)
- Zuschauer: ca. 140 (davon Zahlende: 87, davon keine Gästefans)
- Spielbewertung: 7,0/10

TSG Grün-Weiß Löbejün 1925

3 : 2 (1:0)

TSV Leuna 1919 II

- Datum: Samstag, 14. März 2026 – Beginn: 15.00
- Wettbewerb: Kreisliga Saalekreis (10. Spielklasse, 5. Amateurliga)
- Ergebnis: 3-2 nach 93 (45/48) Minuten - Halbzeit: 1-0

- Tore: 1-0 4. Justin Paul Krolzig, 1-1 58. Kevin Strutz, 2-1 67. Nick Moschinski, 3-1 83. Nick Moschinski, 3-2 84. Moritz Böttcher

- Verwarnungen: NN (Löbejün); NN (Leuna)

- Platzverweise: Sebastian Hunold von Leuna (89. Min. Rot wg. angeblicher Notbremse)

- Austragungsort: Sportplatz Löbejün (Kap. 1.650, davon 150 Sitzplätze)
- Zuschauer: ca. 48 (davon angeblich nur 25 zahlende, Gästefans: 7)
- Spielbewertung: 7,0/10

Paschlewwer SV 1920 (Großpaschleben) II

0 : 1 (0:1)

SG Rot-Weiß Elsdorf 1987

- Datum: Samstag, 14. März 2026 – Beginn: 12.30
- Wettbewerb: Kreisklasse Anhalt-Bitterfeld West (11. und unterste Spielklasse, 6. Amateurliga)
- Ergebnis: 0-1 nach 92 (45/47) Minuten - Halbzeit: 0-0

- Tor: 0-1 89. Max Wisotzky

- Verwarnungen: 3x Großpaschleben

- Platzverweise: keine

- Austragungsort: Sportplatz Großpaschleben (Kap. 750, davon 50 Sitzplätze)
- Zuschauer: ca. 55 (davon Gästefans: ca. 10)
- Spielbewertung: 4,0/10

Großpaschleben

Photos with English commentary: 

  1. Football 9th Division: Paschleben Res. vs. Elsdorf

  2. Football 10th Division: Löbejün vs. Leuna Res.

  3. Volleyball 3rd Division: CVM vs. Lübeck

  4. Anhalt: Großpaschleben palace, park and church

Mit meinen Eltern ging es in die alte Heimat, wobei auf dem Weg dahin noch ein unbekannter Ort besucht wurde. Groß Paschleben westlich von Köthen ist ein typisch anhaltisches Dorf. Die Landschaft ist zwar öde, aber die historische Bausubstanz kann sich echt sehen lassen. Eine große alte Kirche mit historischen Grabsteinen, einige Gehöfte und ein topp saniertes Wasserschloss mit Park. Es beherbergt eine Pflegeeinrichtung.

Etwas weiter am Ortsrand, befindet sich ein idyllischer Platz, der zwischen einem Pflasterweg und einem Tümpel von Bäumen umstanden und von einem größeren Sportlerheim flankiert liegt. Auf ein paar Bänken kann man sitzen, unter Vordächern findet man Regenschutz. Bei absolut maßlosen, in Anhalt aber leider üblichen 3€ Eintritt für Kreisklasse, sollte ein bisschen Zuschauerkomfort aber auch sein. Die Eintrittskarten waren noch aus den 80er-Jahren. Ein schönes Relikt. Interessant auch manche Schilder auf der gepflegten Anlage: eine Bande bewirbt z.B. kunstvoll die Vereinsfreundschaft mit dem west-mecklenburgischen SV Blau-Weiß Dobbertin. Die II. Mannschaft vom Paschlewwer SV - diese Schreibweise ist an die dialektale Aussprache angelehnt, was in Deutschland kaum in schriftlicher Form fixiert wird; ich schickte ein Foto des Eingangsschildes mit Vereinsnamen gleich meiner nicht-deutschmuttersprachlichen Freundin zur Erklärung, normal wäre Paschleber (selten Paschlebener) SV - traf auf die I. von der SG Rot-Weiß Elsdorf. Der Gast klar favorisiert und anfangs überlegen, in der zweiten Hälfte war sogar Großpaschleben besser und aktiver vorm Tor, aber es dauerte bis zur 89. Minute, ehe endlich ein Treffer fiel: Natürlich nicht für den Tabellenletzten, sondern den im vorderen Mittelfeld rangierenden Gast.

Paschlewwer SV 1920 II 0:1 SG Rot-Weiß Elsdorf 1987

Löbejün hatten wir zwar seit 15 Jahren nicht besucht, hatten wegen der Ansetzungen aber nicht genug Zeit, um zu schauen, ob sich etwas verändert hat. Schien beim Durchfahren nicht so: sehenswert wie eh und je, aber einiger Verfall.

Im Stadion hat sich etwas getan: Zum Positiven; es wurden Schalensitze in Vereinsfarben installiert, krumm sind die Stehstufen immer noch und der Platz ist eng und uneben wie eh und je - zum Negativen; Die Vereinsgaststätte bietet viel weniger an als vor 15 Jahren, nennt sich jetzt “Conny’s Ostalgie” und sieht auch so aus: beschissenes Preis-Leistungs-Verhältnis; 2,50€ für Discounter-Brühpuller mit Trockentoast und 3,80€ für 0,5 Liter Billigbier bzw. -radler. Für 2€ gab es immerhin schöne Vereinsbecher. 3€ Eintritt im mittlerweile üblichen Rahmen, dafür bekommt man aber auch zahlreiche Sitzplätze und einen sehr guten Blick von fast allen Plätzen aufs Spielgeschehen geboten. 

Leider noch weniger Zuschauer als in Großpaschleben, diesmal auch außer uns nur vier Leunaer bei diesem weitesten Auswärtsspiel der Kreisliga. Kurios: Die Erste Mannschaft spielte zeitgleich in Piesteritz, dem wiederum weitesten Auswärtsspiel der Landesliga. Leider verloren sowohl die I. Mannschaft (4:2), als auch die II. Mannschaft. Dabei zeigte zumindest letztere eine ganz starke Leistung. Zwar ein früher Rückstand durch einen geschickten Kopfball, aber mit dem Tabellenführer hielt die leider in Abstiegsgefahr befindliche Leunaer Reserve super mit. Kurz vor der Pause wurde vom insgesamt leider ganz schwachen Schiedsrichter ein rotwürdiges Handspiel des Löbejüner Torwarts (über ein Meter vorm Strafraum, beide Fäuste, klare Torchance verhindert) übersehen. So ging es mit 11 gegen 11 bis kurz vor Schluss weiter, als ein gelbwürdiges Leunaer Foul als Notbremse fehlinterpretiert wurde. Die Fehlentscheidungen gegen Löbejün waren zwar ähnlich zahlreich, aber nicht ansatzweise so gravierend und mutmaßlich spielentscheidend. Als es mit 11 gegen 10 weiter ging, stand es mittlerweile 3:2, nachdem Leuna zwischenzeitlich ausglich und sofort nach der Weitschussbogenlampe zum 3:1 wieder herankam. Sehr ärgerlich, zeigt aber, dass Leuna II an sich das Niveau für diese durch Zusammenlegung starke Kreisliga Saalekreis hat!

TSG Grün-Weiß Löbejün 1925 3:2 TSV Leuna 1919 II

Zum Abschluss ging es nach Spergau, denn dort spielte der CV Mitteldeutschland (ehemals VC Bad Dürrenberg / Spergau) als mittlerweile auf Platz 3 abgehängtes Spitzenteam gegen die Spielgemeinschaft Lübecker Turnerschaft / Turngemeinschaft Rangenberg (VSG Lübeck), welche nur mit einem Sieg noch richtige Chancen auf den Klassenerhalt haben dürfte. Für im Vergleich mit anderen Sportarten günstige 5€ Eintritt (immerhin ist das eine halbprofessionelle 3. Liga, bundesweit in 4 Staffeln geteilt - USC MD hat sogar nur 4€ verlangt) konnte man auf der Obertribüne Hauptseite sitzen oder stehen. Traurig, wenn man heute die nicht einmal 150 Zuschauer sieht, die sich da verlieren. 1. Volleyballbundesliga spielte der Verein vor teils über 1.000 Fans auf allen verfügbaren Unter-, Hintertor- und Gegentribünen.

Dafür bekam man heute ein trotz 3:0 Sätzen spannendes und enges Spiel geboten. Lübeck startete sogar viel besser ins Match und führte anfangs deutlich, der CVM schaffte aber eine erfreuliche Drehung des ersten Satzes und ein 25:23 nach fast einer halben Stunde. Die teils wirklich langen und spektakulären Ballwechsel und Rettungsaktionen setzten sich auch in den folgenden beiden Sätzen fort, wobei der zweite mit dem 25:21 schon deutlicher vom CVM bestimmt wurde. Im dritten Satz demontierte der Gastgeber den Gast anfangs, doch trotz Führungen wie 11:4 gaben sie den Satz am Schluss noch fast aus der Hand: 23 zu 23, zwei Matchbälle vergeben, aber am Ende ein 27:25!

Wir steckten beim Gehen noch ein paar der schönen Werbebroschüren im Eingangsbereich ein. Diese drehten sich ums Wohnen in Leuna - wenn man Ahnung hat, weiß man sowieso, dass die Wohnqualität in vielen Industriestädten in Deutschland sehr hoch ist, aber Leuna ist von den Industriestandorten der attraktivste, den ich kenne, trotz Wolfsburg! Dann gingen wir noch beim Asiaten in der Rathausstraße (Bambus) gut und relativ günstig essen.

Im März komme ich sicherlich noch mal zu einem Heimspieltag, sonst spätestens nach Ostern im April. Leuna und der TSV sind halt immer einen Besuch wert!

Chemie Volley Mitteldeutschland 3:0 VSG Lübeck

Statistik:

- Grounds: 3.954 (1; diese Saison: 111 neue) 

- Sportveranstaltungen: 5.589 (3; diese Saison: 163) 

- Tourkilometer: 340 km Auto

- Saisonkilometer: 49.370 (27.100 Flugzeug / 20.160 Auto, davon 5.330 Mietwagen/ 2.110 Fahrrad/ 0 Bus, Bahn, Straßenbahn/ 0 Schiff, Fähre)

- Anzahl der Fußballspiele seit dem letzten 0-0: 5 [letzte Serie: 73, Rekordserie ohne 0-0: 178]

- Jede Woche mindestens eine Sportveranstaltung seit: Kalenderwoche 2 des Jahres 2021 (04.-10.01.), d.h. seit 271 Wochen in Folge [letzte Serie: 30 Wochen von KW22/2020-51/2020; Rekordserie: 712 Wochen von KW 31/2006 bis KW 11/2020]

Samstag, 2. Oktober 2010

W218II: Enge Schlussphase in Schortewitz, derbe Klatsche für Großkugel in Löbejün und; das 75-Minuten-Schnitzel...

SG Schortewitz/ Zörbig 4:3 SG Roßlau/ Klieken
Samstag 2. Oktober 2010 – Anstoß 10.30
Landesliga B-Junioren Staffel 3 (4. Liga der 14-16jährigen)
Ergebnis: 4:3 nach 81 Min. (40/41) – Halbzeit 3:0
Tore: 1-0 10. Nr. 3, 2-0 19. Nr. 3, 3-0 33. Nr. 10 (Elfmeter), 3-1 53. Nr. 6, 4-1 68. Nr. 5, 4-2 76. Nr. 7, 4-3 78. Nr. 7
Verwarnungen: keine, Platzverweise: keine
Spielort: Sportplatz Schortewitz (Kap. 1.000, davon 11 Sitzplätze)
Zuschauer: 16 (davon 5 Gästefans)
Unterhaltungswert: 6,0/10 (Sehr diszipliniert für B-Jugend, etliche gute Szenen beider Teams zu sehen, zudem am Ende noch spannend geworden)

TSG Grün-Weiß Löbejün 10:0 SG Großkugel
Samstag 2. Oktober 2010 – Anstoß 15.00
Kreisliga Saalekreis, Staffel 1 (10. Liga, 5. Amateurliga)
Ergebnis: 10:0 nach 90 Min. (45/45) – Halbzeit 5:0
Tore: 1-0 7. Nr. 9, 2-0 9. Nr. 8, 3-0 21. Nr. 9, 4-0 32. Nr. 11, 5-0 35. Nr. 9, 6-0 48. Nr. 7, 7-0 60. Nr. 14, 8-0 77. Nr. 10, 9-0 82. Nr. 10, 10-0 90. Nr. 10
Verwarnungen: 2x Nr. 6 Großkugel
Platzverweise: s.o. (12. Handspiel, 25. Foul + Meckern)
Spielort: Sportplatz Löbejün (Kap. 1.650, davon 150 Sitzplätze)
Zuschauer: ca. 60 (davon max. 10 Gästefans)
Unterhaltungswert: 7,5/10 (Richtig guter Fußball der Gastgeber; Löbejün enorm überlegen, spielte Großkugel regelrecht an die Wand!)
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*** Photos and English Version: ***

a)
Under-16; Schortewitz/ Zörbig – Roßlau/ Klieken

b)
AMATEURS; LÖBEJÜN DEFEATS GROßKUGEL BY 10 GOALS

c)
A Nice Old Town; Löbejün near Halle

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Mit dem Hopperticket ging es von Merseburg über Halle nach Köthen, von wo aus es keine 20km in südlicher Richtung nach Schortewitz sind. Schortewitz ist ein 700 Einwohner zählendes Dorf, das sich 2007 freiwillig der Stadt Zörbig (9.000 Einwohner, 8km entfernt) angeschlossen hat – dem Beispiel sollte mal die kleine Gruppe der sich stur auf ihre, auf mittelalterlichen Ansichten zur Unabhängigkeit fußenden, Eigenständigkeit berufenden Käffer folgen. Beide Orte liegen übrigens zwischen Köthen und Halle, nahe an der Grenze zum Saalekreis (z.B. Ostrau/ SK). Die Schortewitzer Kirche ist ganz interessant, jedoch nicht herausragend mit dem barocken Kirchenschiff und dem eher historistisch wirkenden Turm. In der Nähe des Fußballplatzes befindet sich auch ein 5.200 Jahre altes Großsteingrab. Der am Nordrand gelegene Sportplatz hatte vor ein paar Jahren noch Pappeln ringsherum, nun stehen da vor allem Wacholderhecken. Die ganzen Felder drum herum geben dem Platz ein reichlich kahles Angesicht, aber ich habe schon Hässlicheres gesehen. Komischere Sitzschalen aber noch nie: die sind so schräg anmontiert, dass man sich aus Sorge, man könnte die Verankerung abreißen oder völlig verbiegen, gar nicht draufsetzen will.

In der B-Junioren Landesliga trafen die Spielgemeinschaften von SV Blau-Weiß 1955 Schortewitz + Zörbiger FC 1907 und SV Germania 08 Roßlau + SG Blau-Weiß Klieken aufeinander. Beide SGs hatten einen weniger guten Start mit nur einem Sieg und vier bzw. fünf Niederlagen hingelegt, was für Schortewitz/ Zörbig Platz 11 und für Roßlau/ Klieken Platz 13 bedeutet. Und es gibt nur 13 Plätze, von denen die letzten 4 Abstiegsplätze sind. Doch vom 9. bis zum 13. haben alle Mannschaften nur 3 Punkte. Man durfte also ein spannendes Spiel erwarten.

Beide Mannschaften zeigten auch gute Spielzüge, die man von Abstiegskandidaten so nicht erwarten konnte, wobei ausschließlich die Hausherren – oder Hausjungs? – diese nutzen konnten. Innerhalb weniger Minuten ein Doppelschlag des starken 3ers (besonders der Heber, aus der Luft angenommen und lässig über den Torwart gehoben, war Klasse) und kurz vor der Pause ein glasklarer Elfmeter der prima und sicher verwandelt wurde.
Nach der Pause schaffte Roßlau/ Klieken zwar den Anschlusstreffer, aber die Heimmannschaft konnte nach einem Freistoß den Ball fast ins Tor tragen. Das 4:1 schien die absolute Entscheidung, doch kurz vor dem Ende schöpfte der Gast noch Hoffnung durch einen Doppelschlag: da waren die Stürmer halt mal schneller als die Verteidiger.

4:3 war absolut verdient und neben dem ordentlichen Spielniveau muss man auch die Disziplin der Spieler beider Teams hervorheben: ein paar freche Wortwechsel und einmal Aneinanderrempeln sind für die B-Junioren – nach Aussage eines mir bekannten Amateurschiris die schlimmste aller Altersklassen, da sich die Spieler in der Hauptphase der Pubertät befinden – wirklich kein Ding. Und die Wortwechsel waren auch alle auf einem so vernünftigen Niveau, dass sie gar nicht des Zitierens wert sind. Auch nach zwei Szenen, in denen der gute und mit sehr viel Augenmaß und Ruhe pfeifende Schiedsrichter, eigentlich Elfmeter hätte geben können (hartes Einsteigen) bzw. müssen (Handspiel), gab es kein Geschrei der Spieler. Da tat sich nur der Trainer der Gastgeber negativ hervor. Wie der auch das Spiel über mit der eigenen Mannschaft umging, war eines Jugendtrainers, der neben der spielerischen und sportlichen auch eine charakterliche Erziehungspflicht inne hat, nicht würdig. So dümmliche Zurufe wie von dem Zörbiger müssen aber auch im Männerbereich nicht sein.
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Noch schnell eine Bockwurst im stilvoll eingerichteten Sportlerheim (hat sonst auch mehr Auswahl, wurde aber gerade ein Büffet vorbereitet, also abgespeckte Auswahl angeboten) gegessen und dann über Cösitz, wo sich ein leerstehendes aber noch nicht rettungslos versifftes und v.a. bauliches schönes Barockschloss unweit einer ganz sehenswerten Kirche befindet, nach Löbejün in den Saalekreis gefahren. In Löbejün waren wir nun schon mehrfach – und nun machte ich auch mal Fotos bei einem Spiel im Stadion. Das Stadion ist eines der schönsten im Saalekreis; denn das enge Spielfeld ist auf drei Seiten umbaut, wobei die eine Hintertorseite für Umkleiden, Geschäftsräume und Sportlerheim (mit Terrasse) ist, die eine Längsseiten zur einen Hälfte eine kleine Stehtribüne hinter den enorm massiven Wechselbänken und vor der kleinen Turnhalle ist und die zweite Längsseite mit einer zwei- bis dreistufigen Sitz- bzw. bis zu sechsstufigen Stehtribüne aufwarten kann. Gesessen wird auf Holzbänken und die Tribüne liegt dazu noch im Schatten hoher Bäume, während die Gegenseite in den kleinen Hang dahinter gebaut ist.

Eine wirklich schöne Anlage also für einen immer erfolgloser spielenden Verein, der von der Landesklasse innerhalb zweier Spielzeiten bis in die Kreisliga abgestürzt ist und dort einen katastrophalen Start (5:14 Tore nach drei Niederlagen + Ausscheiden im Kreispokal gegen anderen Kreisligisten) hinlegte. Zum Glück haben sie sich gefangen und die drei anderen Spiele mit zwei 5:1 Siegen und einem 4:4 erfolgreich gestaltet. In einem Spiel trat der Gegner nicht an (Wertung wird 3:0 für Löbejün sein). Heute war ein verlässlicher Gegner auf dem Platz erschienen: die SG Großkugel, deren Platz passend zum Ort der hässlichste im ganzen Saalekreis ist, aber die immer wieder für gute Spiele gut sind. Als Sechstplatzierter haben sie drei Punkte mehr als Grün-Weiß, doch weder die bessere Platzierung noch die niedrigere Torquote (in den 8 Spielen von Großkugel fielen 23 Tore, d.h. 2,9 pro Spiel, bei Löbejün hingegen 6,3/ Spiel) brachten mich von meinem Tipp – 6:4 für Löbejün – ab.

2€ sind zwar – vergleicht man das z.B. mit Leipziger Stadtliga – zu hoch für ein solches Spiel, doch wenn die Frau an der Kasse so freundlich ist, wie die in Löbejün meckert man nicht über die Preise und das Spiel war das Geld auch wert. Löbejün legte los wie die Feuerwehr und erzielte in der 7. und der 9. Spielminute die ersten beiden Tore. Die wenigen Angriffe der Gäste wurden vergeigt, oft verlor Großkugel innerhalb von Sekunden den Ball nach einem Freistoß in der eigenen Hälfte und kassierte so bis zur Pause drei weitere Tore, wobei der Sololauf des 9ers zum 5:0, der damit einen Hattrick erzielte, am sehenswertesten war: setzt sich fast an der Eckfahne gegen einen Abwehrspieler durch, spielt um den Strafraum herum, an einem zweiten Gegner vorbei, kann diesen nicht abhängen, doch zieht aus 18 Metern einfach ab und knallt den Ball in den kurzen Winkel. Dass Großkugel seit der 25. zu Recht in Unterzahl spielte, war nicht der Grund für die Klatsche. Die SG war einfach schwach an diesem Tag und Grün-Weiß spielte richtig stark auf.

Auch nach der Pause lief es so weiter: gleich das 6-0, dann das 7-0 nach einer Stunde, ein aberkannter Treffer – der Schiri war sehr sicher, sah über die wenigen bösen Bemerkungen der Gästebetreuer und -spieler hinweg oder reagierte mit gelassenen Gegenbemerkungen darauf; also wird die Entscheidung richtig gewesen sein, wie so ziemlich alle anderen auch – und dann ein tolles 8:0 aus 20 Metern in den Winkel. Das 9:0 mit gestrecktem Bein aus einem halben Meter Entfernung nach einer Flanke übers Strafraumgewühl erzielt war immer noch nicht der Schlusspunkt, denn Löbejün setzte in der 90. noch einen drauf: ein starker Heber zum 10:0!

Also mit zweistellig hätte ich hier nicht gerechnet, aber bei dem Kreisligaspieltag war eh manches Resultat komisch: Leunas zweite Mannschaft spielte 0:0 – hat die Erste seit sieben Jahren nicht mehr in der Liga geschafft und auch die Zweite macht kaum so einen Mist – und kaum hatte ich in meinem Bericht Großgräfendorf gegen Leuna II letzte Woche die Bemerkung gemacht, dass der Aufstieg entschieden sei, schon gewann Spergau gegen den vermeintlichen Aufsteiger Buna Schkopau, was mich eigentlich nicht an meiner Vorhersage zweifeln ließ, doch heute verlor Buna Tasman... äh Schkopau mit 0:4 gegen Eisdorf, was ein ähnlich knalliges Resultat ist, wie das von Löbejün. Apropos Aufstieg: den kann man in Löbejün schon fast anpeilen, so wie die spielen. Da mögen sie noch so schlecht gestartet sein: das war eine tolle Leistung!

Zum Abschluss muss ich noch ein paar Worte zum Sportlerheim verlieren: das Essen ist gut und preislich angemessen (Schnitzel mit Pommes und Salat 4,80€, großes Bauernfrühstück 4,50€ usw.) doch wenn mal irgendeine mengenmäßig große Bestellung ansteht sehen die Leute da nicht mehr klar. Ich musste in der ersten Halbzeit auf der Terrasse essen, obwohl ich schon um kurz nach 14 Uhr, als ich da ankam, bestellt hatte. Dem Gästebetreuer ging es nicht anders: 55 Minuten Warten auf ein Bauernfrühstück, 75 Minuten für Schnitzel mit Pommes. Fünfundsiebzig! Kaum kritisiert man das – und den Fakt, dass zuerst das falsche Essen geliefert wurde und die völlig unfähige Küchenfrau falsch abrechnete – gegenüber dem überforderten Kellner, schon heißt es, die Gäste seien Schuld an dem Chaos mit vertauschten Bestellungen und stundenlangem Warten. Was sich der Koch auch noch da dümmlich einmischt?! Der soll sich in die Küche machen, die Trinkgläser ordentlich reinigen, das gute Essen zügiger zubereiten oder am Besten erstmal Organisieren lernen. Das muss man nämlich auch in einfachen Gastronomieeinrichtungen wie einem Sportlerheim können. So viel Unfähigkeit auf einem Haufen habe ich noch nie erlebt und käme auch in guten Sportlerheimen wie dem in Leuna oder dem Insidertipp schlechthin: Kütten, nie in Frage.

Aber außer dem Sportlerheim zu bestimmten Veranstaltungszeiten kann Löbejün generell nur empfehlen: die Stadt, den Verein, das Stadion und die Mannschaft, die in dieser Saison richtig furios spielt. So macht Amateurfußball besonders Spaß!
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Statistik:
Ground Nr. 479 (ein neuer Ground; diese Saison: 29 neue)
Sportveranstaltung Nr. 1.150 (diese Saison: 38)
Tageskilometer: 130 (70 Bahn, 60 Fahrrad)
Saisonkilometer: 9.740 (7.170 Auto/ 1.320 Fahrrad/ 800 Schiff, Fähre/ 450 Bahn, Bus, Tram/ 0 Flugzeug)
Anzahl der Fußballspiele seit dem letzten 0-0: 65
Anzahl der Wochen, seit der letzten Woche ohne eine einzige Sportveranstaltung (31.7.-6.8. 2006): 218

Samstag, 4. September 2010

W214II: Neutz mit vier Toren gegen Zscherben erfolgreich

SSV Neutz 4:0 TSV Schwarz-Weiß Zscherben
Samstag, 04. September 2010 – Anstoß 15.00
Kreisoberliga Saalekreis (9. Liga, 4. Amateurliga)
Ergebnis: 4:0 nach 90 Min. (45/45) – Halbzeit 2:0
Tore: 1:0 19. Küchler, 2:0 39. Rosin, 3:0 63. Zilke, 4:0 80. Hundt (Foulelfmeter)
Vergebener Elfmeter: 57. Thormann (Neutz) hält Foulelfmeter von Naumann (Zscherben)
Verwarnungen: Neutz 1x, Zscherben 3x
Platzverweise: keine
Spielort: Sportanlage SSV Neutz (Kap. 1.100, davon 50 unüberdachte und 50 überdachte Sitzplätze)
Zuschauer: ca. 65 (davon ca. 15 Gästefans)
Unterhaltungswert: 6,5/10 (Ganz gutes Spiel)
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Photos and English version:
Neutz defeats Zscherben

Die Planung sah eigentlich den Besuch des Spiels SSV Neutz II gegen Großkugel II (3. Kreisklasse) und dann das Weiterfahren nach Löbejün – erst Kreisliga gegen Wallwitz, dann Stadtbesichtigung – vor, doch Großkugels Reserve musste kurzfristig absagen. Die II. ist wohl auch völlig überfordert mit dem Spielbetrieb, da sie zwei Spiele zweistellig verlor und wird wahrscheinlich gar nicht mehr antreten. So fuhren wir gleich nach Löbejün zur Besichtigung weiter und kehrten, da Löbejün kein neuer Groundpunkt ist (mit TSV Leuna waren wir 1999 einmal dort), nach Neutz zum Spiel der ersten Mannschaft zurück. Eine Beschreibung des sehenswerten Ortes Löbejün gibt es in einem Monat in diesem Blog, da wir dann ein Spiel von Löbejün aufsuchen werden.

In Neutz gibt es natürlich nicht so viel zu sehen, wobei die großen Gehöfte entlang der Durchgangsstraße gleich ins Auge springen und die Kirche, die nach der einen S-Kurve links vom Teich, umgeben von Bäumen liegt, ein wirklich schönes Exemplar aus der Zeit der Romanik ist. Von Bäumen ist am Fußballplatz leider nichts zu sehen: der dichte Pappelbestand musste vor wenigen Jahren abgeholzt werden. Das einzige Highlight des ansonsten kahlen Platzes – niedriger Zaun um die Anlage und Reling ums Spielfeld herum, ordentlicher Rasen, ein paar breite Sitzbänke – ist das Sportlerheim mit Tribüne. Im Sportlerheim gab es zwar äußerst vielseitiges Essen – man konnte zwischen a) Bockwurst mit Brötchen und Senf und b) Bockwurst mit Brötchen und Ketchup wählen – aber dafür ist es hervorragend hergerichtet, mit einigen interessanten Trikots und Urkunden ausstaffiert und auf der Tischplatte ist z.B. ein Mensch-ärgere-dich-nicht-Spiel aufgezeichnet. Die Außentreppe führt nach oben zur Tribüne, die etwa 50 Leuten überdacht Platz bietet. Vier Reihen Holzbänke auf Metallgerüst – trotz großer Zwischenräume wackelt da nichts – bieten nicht die beste Sicht auf das nahe gelegene Tor wegen des Geländers, aber einen schönen Gesamtüberblick. Das Dach ist übrigens bemerkenswert niedrig. Ein Eins-Neunzig-Mann stößt in der letzten Reihe mit dem Kopf ans Holz.
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Das Spiel war von der drei Spieltage alten Tabelle her eine klare Sache: der Aufsteiger Neutz war mit drei Niederlagen und 0:6 Toren gestartet, Zscherben, die letzte Saison den Aufstieg knapp verpassten, hingegen mit 6:4 Toren aus zwei Siegen und nur einer Niederlage. Das Spiel machte heute allerdings Neutz. Wenn auch nicht fehlerfrei, doch mit weitaus gefährlicherem Angriff und Torabschluss als die Gäste. Die Schwarz-Weißen waren die meiste Zeit über harmlos, fabrizierten viele Fehlpässe, vergaben ihre wenigen Chancen kläglich oder hatten Pech mit Pfostentreffern bzw. einem einfach zu guten Neutzer Torwart. Neutz erzielte nach mehreren vergeblichen Versuchen nach 19 Minuten den ersten Treffer und legte vor der Pause nach.

In Halbzeit zwei schien Zscherben zu erstarken, doch nach dem Elfmeter, den Tormann Thormann – ja, der Neutzer Goalie heißt wirklich so passend – gegen Zscherbens Schützen Naumann parierte, war wieder das oben beschriebene Bild zu sehen: Zscherben ungenau, schwach und nun auch zunehmend undiszipliniert und Neutz deutlich besser. Sie schafften auch verdientermaßen zwei weitere Torerfolge. Das 4:0 10 Minuten vor Abpfiff war dabei typisch für die zweite Hälfte: ein Fehler führt zu einem Foul im Strafraum, die Zscherbener wollen es nicht war haben, ein cholerischer Gästefan im Rentenalter tönt etwas von „Schauspieler“, der am Boden kniende Gefoulte wird nun zwei Mal von Gästespielern mit dem Ball beschossen, der Torwart geht dann auch noch den Elfmeterschützen vor der Ausführung an, sieht dafür die gelbe Karte – und schließlich nutzte das alles nichts, denn der Neutzer Hundt hämmert den Ball unters Tordach. 4:0 war auch wirklich ein verdienter Endstand.
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Statistik:
Ground Nr. 464 (ein neuer Ground; diese Saison: 14 neue)
Sportveranstaltung Nr. 1.057 (diese Saison: 19)
Tageskilometer: 100 (100 Fahrrad, weniger als 10 Fähre)
Saisonkilometer: 3.470 (2.150 Auto/ 940 Fahrrad/ 380 Bahn, Bus, Tram/ weniger als 10 Schiff, Fähre/ 0 Flugzeug)
Anzahl der Fußballspiele seit dem letzten 0-0: 46
Anzahl der Wochen, seit der letzten Woche ohne eine einzige Sportveranstaltung (31.7.-6.8. 2006): 214