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Donnerstag, 7. November 2019

W692IV: Erster Saisonsieg für Carl Zeiss Jena – natürlich gegen Hansa Rostock...

FC Carl Zeiss Jena ............................................... 3
F.C. Hansa Rostock .............................................. 1
- Datum: Sonntag, 3. November 2019 – Beginn: 14.00
- Wettbewerb: 3. Liga (3. deutsche Profifußballliga)
- Ergebnis: 3-1 nach 95 (45/50) Minuten – Halbzeit: 1-0
- Tore: 1-0 43. Donkor, 1-1 54. Sonnenberg, 2-1 61. Käuper, 3-1 69. Bock
- Gelbe Karten: Donkor, Bock (CZJ); Vollmann, Nartey (FCH)
- Rote Karten: keine
- Austragungsort: Ernst-Abbe-Sportfeld (Kapazität: 10.445, davon 6.540 Sitzplätze)
- Zuschauer: ca. 8.000 (davon 7.353 zahlende und ca. 1.300 Gästefans)
- Unterhaltungswert: 6,5/10

FC Carl Zeiss Jena ............................................... 2
VfL 05 Hohenstein-Ernstthal ............................ 18
- Datum: Sonntag, 3. November 2019 – Beginn: 16.30
- Wettbewerb: NOFV-Futsal-Regionalliga (1. deutsche Futsalliga)
- Ergebnis: 2-18 nach 40 (2x20) Minuten – Halbzeit: 0-8
- Tore: 0-1 4. Costa, 0-2 8. Mazurkiewicz, 0-3 10. Costa, 0-4 14. Costa, 0-5 14. Jeremejev, 0-6 16. Salak, 0-7 17. Valente, 0-8 19. Valente, 0-9 22. Jeremejev, 0-10 22. Salak, 0-11 26. Valente, 0-12 26. Costa, 0-13 29. Salak, 0-14 29. Costa, 0-15 30. Belej, 1-15 35. Schöppe, 1-16 36. Belej, 1-17 38. Jeremejev, 1-18 38. Belej, 2-18 40. Thie
- Gelbe Karten: keine
- Zeitstrafen: keine
- Rote Karten: keine
- Austragungsort: Berufsschulzentrum Jena-Göschwitz (Kapazität: 150, davon 70 Sitzplätze)
- Zuschauer: ca. 80 (davon ca. 20 Gästefans)
- Unterhaltungswert: 7,0/10

FC Thüringen Jena C .......................................... 2
SV Blau-Weiß 90 Neustadt/ Orla C .................... 0
- Datum: Sonntag, 3. November 2019 – Beginn: 10.30
- Wettbewerb: C-Junioren Verbandsliga Thüringen, Staffel 1 (2. U15-Fußballliga)
- Ergebnis: 2-0 nach 71 (35/36) Minuten – Halbzeit: 0-0
- Tore: 1-0 50. (7), 2-0 68. (2)
- Gelbe Karten: Nr. 7, 13
- Rote Karten: keine
- Austragungsort: Kunstrasen am Jenzig (Kapazität: 750 Stehplätze)
- Zuschauer: ca. 35 (davon ca. 5 Gästefans)
- Unterhaltungswert: 6,0/10 Jena: view from Kernberge on Ernst-Abbe-SportfeldPhotos with English commentary:
a) Professional Football 3rd Division: Carl Zeiss Jena vs. Hansa Rostock
b) Futsal 1st Division: Carl Zeiss Jena vs. Hohenstein-Ernstthal
c) Under-15 Football: Thüringen Jena vs. Neustadt/ Orla
d) Sightseeing in Jena: Kernberge mountains and look-out, Landgrafen look-out, Jenzig mountain and look-out, St. John’s Cemetery (St. Johannis Friedhof), historic university buildings 

Am Sonntag dann nach dem sehr guten Frühstück in der Herberge ab auf die Kernberge und das Ernst-Abbe-Sportfeld (und die Innenstadt natürlich auch) von oben fotografiert. Dann aufs andere Ende beim Landgrafen hoch zum Fernblick-Fotografieren. Unterhalb des Landgrafen befinden sich einige interessante Unigebäude am Rande der Innenstadt und der sehr sehenswerte Johannisfriedhof mit der St.-Johannis-Kirche und der Friedenskirche daneben. Jena: Landgrafen look-outDas erste Spiel gab es um 10.30 auf der Sportanlage am Jenzig. Dort gibt es einen ausbautenlosen Rasen, einen Rasen mit Laufbahn und zwei Stehtribünen und einen Kunstrasen mit zwei Stehtribünen. Auf letzterem finden natürlich fast alle Spiele des FC Thüringen Jena statt. Aber immerhin haben alle einen guten Blick zum markanten Berg Jenzig, der der höchste der Berge um Jena herum ist. Das Spiel zwischen einem Spitzenteam der C-Juniorenverbandsliga und dem Vorletzten aus Neustadt/ Orla blieb aufgrund der ganz schwachen Chancenverwertung der Jenaer lange torlos. Erst in der 53. fiel das 1:0. Nur ein weiteres Tor wurde dann zum 2:0 erzielt. Aber die Partie war wirklich nicht schlecht!

Hinterher stieg ich noch auf den Jenzig hoch mit bestem Blick auf die 200m tiefer liegenden Sportanlagen. Thüringen Jena C 2:0 Blau-Weiß Neustadt/ Orla CVor dem Spiel im Ernst-Abbe-Sportfeld machte ich mal noch neue Fotos der Unisportanlagen auf den ich auch schon mehrere Spiele Anfang der 2000er-Jahre gesehen hatte. Bei Carl Zeiss im EAS war ich glaube ich 2010 das letzte Mal. Geändert hat sich da aber schon was, da die für die 2. Liga genutzte temporäre Obertribüne auf der Gegenseite abgebaut wurde. Aber für die gegenwärtige Situation reicht das, denn in der 3. Liga spielt Carl Zeiss großen Scheiß: 2 Punkte aus 13 Spielen, 9:28 Tore und natürlich Letzter – 11 Punkte Rückstand auf Karl-Marx-Stadt auf dem letzten Nichtabstiegsplatz. Hansa hingegen hat in den letzten Wochen eine starke Serie von 7 Spielen ohne Niederlage hingelegt. Da die Liga so extrem eng beieinander ist und selbst der Tabellenführer Halle nur 25 Punkte (7 Siege, 4 Unentschieden, 2 Niederlagen) hat, hat Hansa als 6. nur 3 Punkte (aber 12 Tore!) Rückstand auf Platz 1. Mit einer Niederlage und entsprechend blöden Ergebnissen anderer Teams, könnte der FCH aber schon wieder auf Platz 10 fallen... Und was war? Na klar, der Ex-Rostocker Donkor bringt die bis dahin spielerisch und auf dem Feld und vor dem Tor unterlegenen Jenaer 1:0 in Führung und außer einem Treffer von Sonnenberg kommt von Hansa in Hälfte zwei nur der ein oder andere gefährlich Angriff und ein Lattentreffer, während Jena aus vier Chancen zwei weitere Tore erzielt und glücklich 3:1 gewinnt. Gewinnen wie ein Tabellenführer – unverdient und mit Dusel, aber eben siegreich. Gegen jeden anderen Gegner hätte mich das gefreut für den Verein mit einem der schönsten Stadien aus einer wirklich schönen und landschaftlich toll gelegenen Stadt und mit einem ganz angenehmen Publikum. Allerdings ist die Stimmung bei Carl Zeiss schon immer recht schwach gewesen, so war auch heute wieder der Gästesektor lauter und aktiver und zeigte auch das spektakulärere Intro. Für den besagten Gästesektor hatte ich keine Karten bekommen, sondern nur für die Gegentribüne. Dort ist ein vernünftiges, durchmischtes Publikum: Normalos, einheimische und ausländische Studenten, junge Paare, Meckerrentner, Dorfprolls aus dem Saale-Holzland-Kreis... Alles ganz normal und von daher völlig daneben, dass man beim Kartenkauf gewarnt wird auf der Website: „Gäste-Fans nutzen den Block O. Der Veranstalter behält sich vor, Gästefans aus Heimbereichen [d.h. dem kompletten Stadion inkl. Haupttribüne!] in Block O zu verweisen“ – diese Regelung kenne ich in Deutschland sonst nur von Kackvereinen wie 1860 München oder Oberkackvereinen wie SV Meppen. Carl Zeiss Jena 3:1 Hansa RostockZiemlich bekackt ist auch die Sporthalle der Berufsschule Göschwitz. Abgeschrankter Parkplatz und alle parken daher falsch entlang der Zuwegung, hässlicher Betonbau, hirnlos verbaute Obertribüne mit nur einer Sitz- und einer Stehreihe in teils hässlichen Farben... Leider der übliche Dreck an Sporthallen, die nach der Wende bei uns gebaut wurden. Sind nach der DDR außer in Dessau und Roßlau überhaupt irgendwo gescheite und zuschauerfreundliche oder architektonisch ansprechende Hallen im Osten gebaut worden? Im Westen waren es ja auch nur wenige, aber wenigstens noch ein paar gescheite!

Nun ja, was will ich in so einer Dreckshalle: genau, erste Liga im Futsal beim FC Carl Zeiss Jena gucken! Der Gast aus Hohenstein-Ernstthal hat seit 2013 jede NOFV-Futsalmeisterschaft gewonnen und 2018 sogar die deutschlandweite Meisterschaft (die Sieger der 5 (erstklassigen) Regionalligen spielen nämlich nach Saisonende ein Finalturnier aus) – Carl Zeiss Jenas Team ist hingegen ein Aufsteiger und als 11. mit nur einem Sieg und einem Unentschieden aus 8 Spielen sowie 23:57 ein Abstiegskandidat. Allerdings verlieren die Teams auf den drei Plätzen hinter Jena im Gegensatz zu CZJ fast jedes Spiel zweistellig. Im Übrigen sind sowieso vor allem in der NOFV-Staffel die Ergebnisse pervers: letzte Saison besiegte CFC Hertha Berlin Kine em Halle mit 101:1 (gewertet 99:1) – und nicht nur die Kurdenmannschaft aus Ha-Neu verlor so heftig, auch z.B. Eintracht Magdeburg verlor fast alles zweistellig und meist mit mehr als 20 Toren (maximal ein 0:32). Auch diese Saison wieder wahnsinnige Leistungsunterschiede: Berlin City 31:0 Jeetze Salzwedel, 1894 Berlin 45:0 Eintracht Magdeburg, Eintracht Magdeburg 0:38 Hohenstein-Ernstthal... In den anderen Staffeln gibt es nicht solche kranken Resultate!

Auch heute wieder ein Schützenfest. Diesmal also auch Jena zweistellig untergegangen. Hohenstein-Ernstthal spielte ein hohes Tempo, war kaum vom Ball zu trennen und lieferte ein tolles Match ab. Jena verteidigte mit vollem Einsatz, geriet aber schon nach 4 Minuten in Rückstand und kam erst beim Stand von 0:15 fünf Minuten vor Schluss zu immerhin zwei Torerfolgen. Am Ende hieß es 2:18. Schon eine starke Show – aber vor leider nur knapp 80 Zuschauern.

Für mich hieß es danach wieder ab nach Bonn, was auch durch Umfahren von Autobahnstaus ganz gut und zügig gelang. Nach Jena komme ich gerne wieder, auch wenn es dazu natürlich schon einen Anlass braucht. Und ob der bei den nächsten Fahrten zum TSV Leuna dann am folgenden oder vorhergehenden Tag wirklich gegeben, bezweifle ich etwas – leider wird es nächste Saison sicher kein weiteres Duell Jena gegen Hansa mehr geben. FC Carl Zeiss Jena 2:18 VfL Hohenstein-ErnstthalStatistik:
- Grounds: 2.525 (2; diese Saison: 82 neue)
- Sportveranstaltungen: 3.763 (3; diese Saison: 114)
- Tourkilometer: 400 (400km Auto)
- Saisonkilometer: 71.630 (56.340 Flugzeug/ 14.190 Auto, davon 4.670 Mietwagen/ 1.060 Fahrrad/ 40 Schiff, Fähre / 0 Bus, Bahn, Straßenbahn)
- Anzahl der Fußballspiele seit dem letzten 0-0: 36 [letzte Serie: 72, Rekordserie: 178]
- Jede Woche mindestens eine Sportveranstaltung seit: Kalenderwoche 31 des Jahres 2006 (31.7.-6.8.), d.h. seit 692

Montag, 31. August 2009

WE161II: Ein echter Eisenbahnerverein und der übliche Wahnsinn im Leipziger Fußball

SV Lokomotive Engelsdorf A 1:2 VfL 05 Hohenstein-Ernstthal A Sonntag, 30. August 2009 - Anstoßzeit 10.30 A-Jugend Landesliga Sachsen (3. U-19 Liga) Ergebnis: 1:2 nach 91 Min. (45/46) - Halbzeit 0:1 Tore: 0-1 43. Kevin Schmidt, 1-1 76. Anders (?), 1-2 85. Posselt Verwarnungen: Grausam, Röhricht (Lok), Kircher, Neubert (VfL) Platzverweise: keine Spielort: Sportplatz Lokomotive Engelsdorf (Kap. 2.000, davon 150 Sitzplätze) Zuschauer: 50 (7 Gästefans) Spielqualität: 1,5/10 (Sehr Schwach) BSG Chemie Leipzig 3:2 SV Eintracht Großdalzig Sonntag, 30. August 2009 – Anstoßzeit 15.00 2. Stadtklasse Leipzig, Staffel 1 (11. Liga, 6. Amateurliga) Ergebnis: 3:2 nach 92 Min. (45/47) - Halbzeit 0:0 Tore: 1:0 49. Kevin Kieb, 1:1 60. Leslie Klapperstück (Elfmeter), 2:1 63. Maximilian Beyer, 3:1 78. Marko Babick, 3:2 92. Max Böhme Verwarnungen: Költzsch (Chemie), Nr. 10 (Eintracht) Platzverweise: keine Spielort: Willi-Kühn-Sportpark (Kap. 3.500, davon 158 Sitzplätze) Zuschauer: 477 (10 Gästefans) Spielqualität: 3,5/10 (Spiel mäßig, Stimmung gut)

Der östliche Leipziger Vorort Engelsdorf, vor wenigen Jahren noch eine eigene Gemeinde, ist Heimat des SV Lokomotive, die ihrem Namen als Eisenbahnerverein alle Ehre machen: eine Zugachse auf einem Stück Schiene im Eingangsbereich, entsprechende Wandmalereien und dann auch noch eine Bahnverkehrschildersammlung in der Vereinsgaststätte. Bevor wir diese aufsuchten, langweilten wir uns bei einem A-Jugendspiel. Die beiden Mannschaften und der Stadionsprecher gaben vor, ein Spiel der Landesliga darstellen zu wollen, doch verglichen mit dem Spiel am Sonntag davor, dem A-Jugendmatch in Lindenau, das der Bezirksklasse zugeordnet werden musste, war dieses zwei Klassen höher stattfindende Spiel vier Klassen schlechter. Kaum ein Pass kam an, Chancen gab es nicht viele – und die, die es gab, wurde kläglich verstolpert – Technik überhaupt nicht vorhanden und während bei den Gästen aus Hohenstein-Ernstthal wenigstens ansatzweise ein kleines bisschen Spielkultur und -fluss zu sehen war, betätigte sich Engelsdorf nur mit kopflosen Gebolze. Kurz vor der Pause gelang den Gästen ein Glückstreffer, der eine Viertelstunde vor Abpfiff durch einen weiteren Glückstreffer ausgeglichen wurde. Zum Glück erzielte Hohenstein-Ernstthal noch ein weiteres Tor – der sehenswerte Heber über den Torwart war die beste Aktion des Spiels überhaupt – während Engelsdorf der 2:2 Ausgleich in der 90. Minute fragwürdigerweise aberkannt wurde. Völlig verdient! Der Schiri war übrigens der einzige, der im Vergleich zum vorigen A-Jugendspiel besser war. Die Fehlentscheidung traf auch der Linienrichter, der vom Alter her möglicherweise seinen ersten Einsatz hatte. Nach dem verdienten Sieg – die Gäste waren die weniger schlechte zweier schlechter Mannschaften – ging es ans Essen im Vereinslokal. Dort gibt es gute deutsche und italienische Küche zu akzeptablen Preisen. Auf jeden Fall eine sehr gute Vereinskneipe, als besser kenne ich nur das Sportlerheim in Dölzig. Nach einer Stunde ging es weiter: quer durch Leipzigs Innenstad.

Nach beinahe einer weiteren Stunde waren wir dann endlich in der nach unserem Heimatort benannten Straße, wo der verrückteste Fußballclub Leipzigs als Untermieter zugange ist. Die Rede ist von der Ballsportgemeinschaft (BSG) Chemie Leipzig, die erst vorletzte Saison von den bei FC Sachsen (ehemals Betriebssportgemeinschaft (BSG) Chemie Leipzig) vertriebenen Ultras „Diablos“ und anderen Anhängern gegründet wurde. Die letzte Saison lief hervorragend: von 0 auf Platz 1 mit 25 Siegen aus 28 Spielen, sowie 158:18 Toren. Eine der beiden Niederlagen war eine 2:0-Wertung (das Spiel ging 1:1 aus), die andere ein 2:1. Fünf Spiele wurden zweistellig gewonnen, wobei gegen Kursdorf beide Male 11:0 gewonnen wurde. Die Zuschauerschnitt lag bei Heimspielen bei über 300 – die anderen Vereine der 3. Kreisklasse ziehen (außer gegen Chemie, wo der Zuschauerschnitt oft verzehnfacht wurde) 20-50 Zuschauer im Schnitt. Was doch alles möglich ist, in einer selbsternannten Sportstadt mit 560.000 Einwohnern, in der die besten Fußballvereine in der 5. Liga spielen und Konkurrenz von einem von Red Bull zusammengekauften Söldnertrupp aus der Nachbarstadt Markranstädt, die unter politisch wie geographisch falschem und zudem scheinheiligen Namen antritt, bekommen. In einer Großstadt, deren Volleyballverein ebenso bankrott ist wie deren Eishockeyclub. In Leipzig, wo Frauenhandball die größten sportlichen Erfolge feiert. Was die Zuschauer betrifft, so ist auch eine Klasse höher (2. Stadtklasse) alles beim Alten geblieben. Die Ultras sorgen für eine in dieser Spielklasse einmalige Stimmung. Auch diesmal mit einer kleinen Choreo in der zweiten Halbzeit (ob damit ein Schulanfänger gegrüßt werden sollte, kann ich nicht 100%ig sagen – kann auch irgendein komischer Insiderwitz sein), etlichen Doppelhaltern und Hand- und Blockfahnen und natürlich auch Gesängen. Diese waren allerdings nur Standard. Da von maximal 150 Leuten auf einem offenen Fußballplatz mit unüberdachter Sitztribüne getragen, waren diese auch nicht wirklich eindrucksvoll. Aber wie gesagt: es war etwas Besonderes vom Umfeld her und ich kann die Anhänger, Verantwortlichen und Spieler der BSG nur darin bestärken, so weiter zu machen! Teil des Leipziger Wahnsinns waren übrigens auch die Eintrittspreise von 3€ (weit gefächerte Ermäßigung: 1,50€ - immer noch wahnsinnig hoch), da man meistens freien Eintritt zu dieser Spielklasse hat. Die Preise hängen jedoch nicht mit Aufwandsentschädigungen für Spieler zusammen, sondern mit der hohen Platzmiete und dem Ärger mit der Stadt Leipzig, die Sicherheitsaufgebot bei Spielen des Vereins verlangen. Da die Preise auf der Website und im Programmheft angekündigt wurden, ärgerte ich mich auch nicht weiter darüber. Bei jedem anderen Verein dieser Spielklasse hätte ich den Kassierer belappt. Chemie Leipzig kam in der ersten Halbzeit nicht mit dem Spielen gegen den starken Wind zurecht, sodass Großdalzig vor allem vor dem Tor die bessere Mannschaft war. Chemie hatte kaum Chancen, wobei ein Lattentreffer und ein knapp vorbei gesetzter Fallrückzieher die Highlights waren. Beim Stande von 0:0 ging es in die Pause. Man musste von einem langweiligen Spiel reden. In der zweiten Hälfte wurde das Spiel klar besser: BSG Chemie wurde nun von Wind getrieben und nutzte vor allem ihre technische und läuferische Überlegenheit aus. Das 1:0 war also nur eine Frage der Zeit. Kevin Kieb schlug in der 50. zu: schön durch die Abwehr gespielt! Kurz darauf jedoch wurde ein berechtigter Elfmeter von den Gästen sicher gegen den Wind verwandelt. Bis zur 80. wurden jedoch von den Chemikern noch zwei weitere Treffer erzielt, die die Entscheidung zu ihren Gunsten brachten. Der Schlusspunkt der Partie war ein toller Freistoß von Großdalzig, der unter die Latte gezimmert wurde. 3:2 war für Eintracht allerdings schmeichelhaft. Hätte auch locker 6:2 enden können, aber im Strafraum versagte Chemie oft kläglich. Ansonsten: ein Lob an die Gastgeber für wirklich gute 45 Minuten! Die ersten 45 vergessen wir mal lieber... Aber das halbe Spiel reicht ja auch oftmals zum Sieg und diese Leistung der BSG reicht auch für die Stadtliga. Der Wind, der die BSG in Halbzeit eins nervte, nervte uns dann auf der Rückfahrt mit dem Rad: über 30km lang starker Gegenwind – knapp zwei Stunden Fahrtzeit.

Statistik: Ground Nr. 345 (zwei neue Grounds; diese Saison: 14 neue) Sportveranstaltung Nr. 876 (diese Saison: 18) Tageskilometer: 90 (Fahrrad) Saisonkilometer: 7.130 (6.680 Auto, 450 Fahrrad, 0 Bahn, 0 Flugzeug) Anzahl der Fußballspiele seit dem letzten 0-0: 3 Anzahl der Wochen, seit der letzten Woche ohne eine einzige Sportveranstaltung (31.7.-6.8. 2006): 161 Fotos unter: A-Jugendspiel CHEMIE LEIPZIG