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Mittwoch, 13. April 2016

W506V: Radball und Fußball in der Mecklenburger Provinz

Lübtheener SV Concordia ............................ 1
SV Siggelkow ................................................. 4
- Datum: Samstag, 9. April 2016 – Beginn: 15.00
- Wettbewerb: Landesklasse Mecklenburg-Vorpommern Staffel V (8. Liga, 3. Amateurliga)
- Ergebnis: 1-4 nach 100 Min. (50/50) – Halbzeit: 1-1
- Tore: 0-1 32. Denny Bulgrin, 1-1 45.+5 Philip Kräuter, 1-2 48. Steven Bulgrin, 1-3 70. Andre Brandes, 1-4 Heinrich Lübcke
- Verwarnungen: Robert Renk, Thomas Helterhoff, Hardy Behrend, Kevin Kräuter, Philip Kräuter (Lübtheen); Philipp Kramer, Fabian Kramer (Siggelkow)
- Platzverweise: keine
- Austragungsort: Friedrich-Ludwig-Jahn-Sportstätte (Kap. 700, davon 250 Sitzplätze)
- Zuschauer: ca. 50 (davon ca. 8 Gästefans)
- Unterhaltungswert: 5,5/10 (Besseres Mittelmaß)

4. Spieltag der Radball Oberliga Mecklenburg-Vorpommern in Lüblow-Wöbbelin
- Datum: Samstag, 9. April 2016 – Beginn: 10.00
- Wettbewerb: Radball Oberliga Mecklenburg-Vorpommern (3. deutsche Radballliga, unterste Spielklasse)
- Ergebnisse: Wanderlust Lüblow I 9:1 Wanderlust Lüblow II (6,5/10), Schweriner RV 10:1 Einheit Güstrow (6,0/10), Demminer RV I 13:0 Einheit Güstrow (6,0/10), Wanderlust Lüblow I 8:1 Einheit Güstrow (5,0/10), Schweriner RV 6:2 Wanderlust Lüblow II (5,5/10), Einheit Güstrow 1:6 Wanderlust Lüblow II (4,5/10 = schwächstes Spiel), Demminer RV I 2:0 Schweriner RV (5,5/10), Demminer RV I 6:2 Wanderlust Lüblow II (5,5/10), Wanderlust Lüblow I 3:5 Schweriner RV (7,0/10 = bestes Spiel), Wanderlust Lüblow I 2:3 Demminer RV I (7,0/10)
- Tore insgesamt/ Torschnitt pro Partie: 81/ 8,1
- Strafen: keine
- Austragungsort: Turnhalle Fliederweg (Wöbbelin; Kap. 150 Sitzplätze)
- Zuschauer: bis zu ca. 12 (darunter ca. 5 Schwerin-Fans)
- Unterhaltungswert: 5,0/10 (Spielschwaches Turnier, aber Radball ist immer sehenswert!) Lübtheener SV Concordia 1:4 SV Siggelkow Photos with English Commentary:
a) Cycle Ball: Mecklenburg League Tournament in Wöbbelin
b) Amateur Football: Lübtheener SV Concordia 1:4 SV Siggelkow
c) Mecklenburg: Sightseeing; Wöbbelin, Redefin, Quassel, Lübtheen, Trebs, Probst Jesar, Ludwigslust

Samstag machte ich mich so langsam auf den Rückweg Richtung Bonn, aber nicht ohne mit meinem Vater noch in der mecklenburgischen Provinz herumzufahren. Die erste Station war Lüblow bzw. dessen Ortsteil Wöbbelin, wo ein Spieltag der Radballoberliga stattfand. Die Schulturnhalle mit engem Feld, interessanter Dachkonstruktion und schöner kleiner Tribüne war nach kurzem Suchen zu finden.

Von den angesetzten Spielen fanden nur 10 statt, da von den acht gemeldeten Teams nur 5 da waren. Neubrandenburg und die Reserveteams von Demmin traten nicht an. Nur der Gastgeber aus Lüblow war mit zwei Teams da und musste sich gegen Tabellenführer Schwerin sowie die Teams aus Demmin und Güstrow beweisen. Mit einem der Offiziellen von Güstrow kamen wir auch gut ins Gespräch – der musste uns auch erklären, dass leider oftmals nicht alle Teams antreten können und ohnehin die Zahl der Mannschaften in den letzten 10 Jahren stark gesunken ist. Mittlerweile gibt es nur noch diese 8 Mannschaften in MV und die spielen alle in der drittklassigen Oberliga MV – darunter gibt es keine Liga mehr und ob der Tabellenführer Schwerin in der Aufstiegsrunde zur 2. Liga irgendetwas reißt, ist sehr unsicher. In den einwohnerstarken Bundesländern wie BaWü, Bayern und NRW gibt es noch zwei bis drei Ebenen unter der Oberliga. Selbst in Sachsen-Anhalt gibt es noch eine zweigleisige 4. Liga.

Dieser Konkurrenzmangel schlug sich auch deutlich in der Qualität einiger Spiele wieder: einige der Duos hatten große technische Schwierigkeiten bei der Beherrschung ihrer Räder im Zusammenspiel mit der Ballbehandlung, was zu einigen unprovozierten Stürzen führte. Diese schwächeren Teams verloren ihre Spiele gegen die stärkeren Duos mit bis zu 13 Toren Unterschied. Eng und spannend waren dadurch nur Demmin gegen Schwerin, Lüblow I gegen Demmin und Lüblow I gegen Schwerin, wobei letztgenanntes Spiel das beste des ganzen Turniers war. Die Veranstaltung hätte übrigens trotzdem mehr als die gut 12 Zuschauer verdient gehabt – denn Radball ist auch auf niedrigerem Niveau sehenswert! Cycleball 3rd division (Mecklenburg/ Western-Pommerania): Tournament in Lüblow-Wöbbelin Wir schauten noch ein bisschen Gutshöfe an – Redefin und Quassel (letzteres leider in Privatbesitz und kaum zugänglich; man merkte die Nähe zu Hamburg negativ) – und sahen uns in Lübtheen um. Dort gab es nämlich Landesklasse-Fußball bei aus unerfindlichen Gründen freiem Eintritt in einem schönen kleinen Stadion zu bieten. Die Friedrich-Ludwig-Jahn-Sportstätte Lübtheen ist ein Insidertipp: sehr weitläufig zwar, aber von Wald umgeben und der Hauptplatz hat auch eine tolle Tribüne: Wellblechdach, verbaut, vier Reihen, darauf teilweise noch drei Reihen Holzbänke, Bierausschankutensilien, Sperrgut abgelagert… Das modernisierte Sportlerheim mit Solarpanelen auf dem Dach bietet einen starken Kontrast dazu.

Das Spiel war v.a. in der ersten Hälfte nicht sonderlich gut. Irgendwie kommt Concordia Lübtheen nicht mit diesem SV Siggelkow zurecht. Den Konter zum 0:1 glichen sie zwar in der fünften Minute der Nachspielzeit aus, aber nach dem Seitenwechsel wurden sie in der ebenfalls 50 Minuten dauernden zweiten Hälfte in ihre Schranken gewiesen: u.a. mit einem herrlichen 16-Meter-Freistoß (war eigentlich ein Elfmeter, was der ansonsten sehr gute Schiri, der einmal auch ziemlich rumfluchte weil er wegen einer Foulunterbrechung angeschnauzt wurde, nicht richtig erkannt hatte) in den Winkel. Siggelkow siegte am Ende 1:4.

Durch die ewige Nachspielzeit wurde der 17.24 Zug in Ludwigslust unerreichbar und wir fuhren noch den sehr holprigen Sandweg nach Trebs (das Stadion liegt am Trebser Weg, also warum nicht den Weg mal hinter fahren?) und über Probst Jesar nach Ludwigslust. Die sehenswerte Kleinstadt kannten wir schon, aber wir fuhrem dem Rennbahn-Hinweis mal nach – offensichtlich eine Speedway-Bahn – und fanden dabei noch das alte, verlassen Stadion vom Post SV bzw. Eintracht Ludwigslust vor. … Mein Vater nahm den 18.24-Zug zurück über Wismar nach Rostock und ich fuhr über die größtenteils sehr schnellen Landstraßenverbindungen nach Staßfurt. Trebs Statistik:
- Grounds: 1.599 (2 neue; diese Saison: 184 neue)
- Sportveranstaltungen: 2.645 (2; diese Saison: 209)
- Saisonkilometer: 50.680 (33.630 Auto, davon 6.450 Mietwagen/ 9.120 Flugzeug/ 5.680 Bus, Bahn, Straßenbahn/ 1.850 Fahrrad/ 200 Schiff, Fähre)
- Anzahl der Fußballspiele seit dem letzten 0-0: 11 [letzte Serie: 97, Rekordserie: 178]
- Jede Woche mindestens eine Sportveranstaltung seit: Kalenderwoche 31 des Jahres 2006 (31.7.-6.8.), d.h. seit 506 Wochen

Sonntag, 7. Februar 2010

W184I: Zwei Ehemalige Erstligisten in einem Hervorragenden Zweitligaduell: Delitzsch Besiegt Essen!

1. SV Concordia Delitzsch 32:25 TUSEM Essen
Samstag, 6. Februar 2010 - Anwurf 18.00
2. Bundesliga Süd (2. Handballliga, Profi- und Halbprofiliga)
Ergebnis: 32:25 nach 60 Min. – Halbzeit 15:15
Tore: Hummel 8, Streitenberger 6, Baumgärtel 4, Oehlrich 4, Riehn 3, Warmuth 3, Boese 2, Meiner 2 (Delitzsch); Gerlich 7, Pöter 6, Wöss 5, Wiencek 4, Wozniak 1, Tovornik 1, Schulz 1 (Essen)
Zeitstrafen: Delitszch 8 Minuten (Oehlrich 4, Telehuz 2, Pietzsch 2); Essen 18 Minuten (Pöter 8 (6 + Disqualifikation + Bankstrafe), Gerlich 4, Trodler 2, Schütte 2, Wiencek 2)
Platzverweise: Pöter (Essen, dritte Zeitstrafe)
Spielort: Kultur- und Sportzentrum Delitzsch (Kap. 1.050, davon 762 Sitzplätze)
Zuschauer: 850 (ca. 5 Gästefans)
Unterhaltungswert: 8,0/10 (Sehr spannendes und rasantes Spiel!)
Sightseeing: 6,5 (Ausgestorbenes Kaff mit tollem Barockschloss und ein paar anderen sehenswerten Bauten)
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Photos and English version:
Delitzsch Town SightsDelitzsch Defeated Essen (Handball)

Mit dem Hopperticket ging es von Merseburg aus über Halle nach Roitzsch, einem 2.500 Einwohner zählenden Ortsteil der Stadt Sandersdorf-Brehna, der ebenso langweilig, wie Sandersdorf und Brehna und zudem auch noch recht heruntergekommen ist. Diesen Ort nutzten wir auch nur als Ausgangspunkt, um nach Delitzsch weiter zu fahren. Delitzsch hat 27.000 Einwohner und eine recht sehenswerte Altstadt mit einigen Baudenkmälern aus der Barockzeit und vorangegangenen Epochen. So z.B. zwei Stadttore, ein Rathaus mit barocker Fassade, eine Kirche, zwei Kapellen und als Höhepunkt das Schloss. Von 1689 bis 1691 wurde das im 14. Jahrhundert errichtete Gebäude umgestaltet und vor allem während der Diktatur der Kulturlosen gammelte das Schloss vor sich, ehe es Anfang der 1990er renoviert werden konnte.
Samstagnachmittag ist in Delitzsch nichts los, ja nicht einmal ein Restaurant hat offen. Ganz vereinzelt hatte mal jemand seinen Laden oder Kneipe offen, so z.B. ein mittelmäßiger Dönerladen, in den wir gingen, der aber derartige Lieferengpässe hatte, dass er nicht einmal die Hälfte der auf der Karte angebotenen Speisen machen konnte. In der Hinsicht, ist Delitzsch tiefste Provinz, obwohl die Stadt Leipzig keine 20km weg liegt.
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Wir gammelten dann noch ein bisschen im Foyer der Sporthalle herum und kauften dann die in einem Klassenraum der zur Sporthalle gehörenden Schule verkauften Karten zu je 10€, was für die 2. Bundesliga ein anständiger Preis ist. Allerdings ist die Halle echt asi, da im Oberrang beinahe gar kein Platz ohne Sichtbehinderung verfügbar ist. Im Unterrang sind die Stühle meist schon für Dauerkarten vergeben, so dass ich am ehesten die wenigen Stehplätze hinter den wenigen Stühlen am Spielfeldrand gegenüber der Tribüne empfehlen kann. Dafür, dass die Halle ziemlich scheiße war und dann auch noch eine unglaublich unnötige Cheerleading-Gruppe auftrat (früher hätte man Gehopse von 5 bis 50jährigen Kindern und Frauen als „Mutter-Kind-Turnen“ bezeichnet, aber „Cheerleader“ klingt halt moderner), war die Stimmung ziemlich gut. Sprechchöre kamen zwar kaum und die meisten Zuschauer nahmen maximal mal einen Klatschrhythmus auf, jedoch rockten die Trommler gehörig die Halle. Die vielleicht 10 Trommler und die 10 direkt hinter ihnen sitzenden, machten Lärm für ein paar Hundert und unterstützten damit sehr schön ihre Mannschaft.

Der 1. SV Concordia Delitzsch, der 1910 gegründet wurde und in wenigen Tagen seine Hundertjahrfeier begeht, hat zwar schon ein bisschen Erfahrung in der 1. Bundesliga gesammelt, aber der Turn- und Sportverein Essen-Margarethenhöhe (TUSEM) hat sogar schon international gespielt und somit viel mehr Profi-Erfahrung. Aber auch viel mehr Bankrott-Erfahrung und mal wieder ziemlich wenig Geld, sodass sie auf eine junge Mannschaft ohne Söldner zurückgreifen müssen, die gegen den Abstieg spielt. Delitzsch ist klar vor ihnen platziert, aber als Neunter von 18 auch nicht gerade eine Spitzenmannschaft.
Die ganze erste Halbzeit war von der Tabellensituation aber nichts zu merken, da beide Mannschaften ein flottes, engagiertes Spiel mit vielen harten Duellen um den Ball, schnellen Tempogegenstößen und starken Würfen ablieferten. Essen sogar leicht besser und fast ununterbrochen mit bis zu drei Toren vor.
In der zweiten Halbzeit wurde nach kurzer Zeit Delitzsch besser, Essen wurde dahingegen undisziplinierter und spielte teilweise mit drei Mann in Unterzahl. Das - und ein paar Aussetzer in der Abwehr, die vom mittlerweile wirklich starken Delitzscher Angriff prima ausgenutzt wurden - ließ 10 Minuten vor dem Ende eine Trendwende mit der ersten fünf Tore Führung der Hausherren erkennen. Delitzsch siegte schließlich sogar mit sieben Toren Unterschied, also mit 32:25. Dieses Handballspiel fand auf hohem Niveau statt und hatte viele packende Szenen zu bieten und somit hat es wirklich Spaß gemacht: da gibt es kaum etwas zu kritisieren!
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Statistik:
Ground Nr. 389 (ein neuer Ground; diese Saison: 58 neue)
Sportveranstaltung Nr. 950 (diese Saison: 92)
Tageskilometer: 90 (70 Bahn, 20 Fahrrad)
Saisonkilometer: 16.200 (12.120 Auto/ 2.100 öffentliche Verkehrsmittel/ 1.980 Fahrrad/ 0 Flugzeug)
Anzahl der Fußballspiele seit dem letzten 0-0: 46
Anzahl der Wochen, seit der letzten Woche ohne eine einzige Sportveranstaltung (31.7.-6.8. 2006): 184