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Freitag, 19. Juli 2013

W364II: Erst um einen Tag verlegt, dann lange 0:0, doch am Ende konnte man zufrieden sein mit dem Spiel Burgwerben - Leuna

SV Burgwerben 1906 ----------------------------------------- 2
TSV Leuna 1919 ----------------------------------------------- 4
- Datum: Donnerstag, 18. Juli 2013 – Anstoß: 19.00
- Wettbewerb: Freundschaftsspiel Kreisoberliga Burgenlandkreis (9. Spielklasse, 4. Amateurliga) gegen Landesklasse Sachsen-Anhalt Staffel 6 (8. Spielklasse, 3. Amateurliga)
- Ergebnis: 2-4 nach 88 Min. (42/46) – Halbzeit: 0-0
- Tore: 0-1 49. Christian Bernhardt, 0-2 66. Rene Lorber, 1-2 71. Nr. 3 (Foulelfmeter), 1-3 81. Marius Meier, 1-4 83. Rene Lorber, 2-4 88. Nr. 11
- Verwarnungen: keine
- Platzverweise: keine
- Spielort: Sportzentrum am Zeiselberg, Sportplatz Burgwerben (Kap. 1.200 Stehplätze)
- Zuschauer: ca. 70 (davon ca. 20 Gästefans)
- Unterhaltungswert: 5,0/10 (Nach schwacher erste Hälfte zeigte Leuna guten Fußball und auch Burgwerben kam mal vors Tor: ein insgesamt durchschnittliches Spiel also) DSC10062Pre-Season: SV Burgwerben v TSV Leuna Photos with English Commentary:
Pre-Season: SV Burgwerben v TSV Leuna (Including Pictures of Burgwerben Landscape, Estate, and Church)

Das war mal wieder Organisation vom Allerfeinsten: Auf der Vereinswebsite von Burgwerben steht, dass am Mittwoch 17.7. in Burgwerben gespielt wird. Bis heute steht das da!!! Auch bei fussball.de steht ebenfalls bis heute „Mittwoch 17.7.“. Auch die MZ kündigte erst Mittwoch an, doch mein Vater las dann in der Mittwochsausgabe, dass erst Donnerstag abgepfiffen wird. Also Gisbert angeklingelt, der uns informierte, dass wirklich erst Donnerstag gespielt wird. Gestern als in Günthersdorf geguckt, heute dann nach Burgwerben. Also Organisation wie auf dem Balkan – und hierzulande gibt es auch noch dumme Leute, die sich über die mangelnde Organisiertheit im Mittelmeerraum oder Balkan aufregen...

Zu allem Überfluss ging das Spiel, zudem auch eine erfreulich hohe Zahl Leunaer Fans erschien, wenig ansehnlich los. Burgwerben bekam nach einem guten Torschuss in der ersten Spielminute gar nichts auf die Reihe. Leuna war zwar aktiv, vergab aber auch gute Chancen ganz kläglich. Der weitestgehend sichere Schiri, der zwei unnötige und teilweise zu Unrecht Abseits winkende Kollegen an den Seiten hatte, pfiff ein paar Minuten zu früh ab – doch die Pause schien Wunder zu wirken!

Nach dem Seitenwechsel netzte Christian Bernhardt schnell zum 0:1 ein. Ebenso von links kurz nach Erreichen des Strafraums zog 15 Minuten später Rene Lorber ab und netzte ebenfalls ins rechte Eck ein. Kurz darauf verhängte der Schiri einen Elfmeter für Burgwerben, den ich nicht so nachvollziehbar fand, aber über den sich niemand aufregte. Leunas neuer Torwart Markus Schellbach sprang über den extrem schlecht geschossenen Elfer drüber. Aber wer ahnt auch, dass einer so einen Scheißball kickt?! Marius Meier und erneut Rene Lorber nahmen dann noch die Heimabwehr auseinander, sodass das Spiel mit 1:4 entschieden wurde. In der Schlussminute traf die Heimelf aber noch mal, wobei der Ball erneut unglücklich den Weg ins Tor fand.

Für nur 1€ Eintritt – eine ganze Menge Vereine und allen voran auch unser TSV können sich am SV Burgwerben ein Beispiel nehmen: in den meisten Ländern ist es völlig normal, dass Vorbereitungsspiele nur die Hälfte an Eintritt kosten wie Pokal- und Ligaspiele; in Deutschland aber leider nicht – bekam man nicht nur eine sehr schön gestaltete Eintrittskarte, sondern auch ein, wenigstens in Hälfte zwei, sehenswertes Spiel geboten. Über die erste Hälfte reden wir mal nicht weiter...

Neue Gesichter gab es bei diesem zweiten Testspiel zur neuen Saison übrigens kaum zu begrüßen. Einziger neuer Spieler der heute anwesen war, war der junge Ex-IMO-Ersatztorwart Markus Schellbach – ansonsten wird der Trainer- und Betreuerstab immer professioneller: neben Wolle als alteingesessener Mannschaftsarzt gibt es nun auch eine Physiotherapeutin. DSC09983 Burgwerben Statistik:
- Grounds: 963 (heute 0 neue; diese Saison: 195 neue)
- Sportveranstaltungen: 1.846 (heute 1, diese Saison: 269)
- Tageskilometer: 100 (80km Fahrrad, 20km Auto)
- Saisonkilometer: 58.700 (47.650 Auto/ 6.500 Flugzeug/ 4.220 Fahrrad/ 240 Bahn, Bus, Tram/ 90 Schiff, Fähre)
- Anzahl der Fußballspiele seit dem letzten 0-0: 122 [letzte Serie: 6, Rekord: 141]
- Anzahl der Wochen, seit der letzten Woche ohne eine einzige Sportveranstaltung (31.7.-6.8. 2006): 364

Montag, 30. Mai 2011

W252II: Duell der Schwarz-Gelben und Abstiegskampf zwischen Burgwerben und Bad Kösen

Weißenfelser FV Schwarz-Gelb 1:1 SV Schwarz-Gelb Deuben
Datum: Samstag, 28. Mai 2011 – Anstoß: 13.00
Wettbewerb: Kreisliga Burgenlandkreis, Staffel 2 (10. Liga, 5. Amateurliga)
Ergebnis: 1:1 nach 91 Min. (46/45) – Halbzeit: 1:0
Tore: 0-1 5. (Eigentor, Nr. 2), 1-1 60. (Nr. 6)
Verwarnungen: 2x Deuben
Platzverweise: keine
Spielort: Sportanlage Selauer Straße (Kap. 1.000 Stehplätze)
Zuschauer: ca. 45 (davon ca. 15 Gästefans)
Unterhaltungswert: 5,0/10 (Durchschnittliches Spiel mit besserer erster Halbzeit)

SV Burgwerben 1906 2:2 SG Blau-Weiß Bad Kösen
Datum: Samstag, 28. Mai 2011 – Anstoß: 15.00
Wettbewerb: Kreisoberliga Burgenlandkreis (9. Liga, 4. Amateurliga)
Ergebnis: 2:2 nach 90 Min. (45/45) – Halbzeit: 2:2
Tore: 1-0 2. Martin Rabis, 2-0 53. Rene Voigtmann, 2-1 70. Kevin Zeitschel, 2-2 78. Kevin Zeitschel
Verwarnungen: 2x Bad Kösen
Platzverweise: keine
Spielort: Sportplatz Burgwerben (Kap. 1.200 Stehplätze)
Zuschauer: ca. 70 (davon mind. 2 Gästefans)
Unterhaltungswert: 7,0/10 (Gutes und packendes Spiel mit einigen Fouls und enorm schlechter Schiedsrichterleistung)
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Photos and English version:

Bevor der letzte Ground in Weißenfels abgehakt wurde, besuchten meine Freundin und ich noch den Heimatnaturgarten. Dafür, dass da kaum mehr Tiere als in Merseburg (kostenloser Eintritt) und erheblich weniger Tierarten als in Staßfurt (Eintritt 1€) sind und das Niveau einiger Käfige auch nicht gerade spitze ist, sind 2,50€ Eintritt (1,50€ ermäßigt) ziemlich asozial - oder ein Armutszeugnis, dass man keine Sponsoren wie in Staßfurt hat, die den Eintrittspreis so drücken können. Beim Bezahlen machte sich schon der 10m entfernt stehende Hirschbock mit seinem Brunft-Gerülpse bemerkbar. Aber wen man mal guckt, was die Weißenfelser Tiere in ihren (für deutsche Zoos eher kleinen) Gehegen so zu Fressen kriegen, wundert einen der Preis nicht mehr: die Marderhunde z.B. schlürften Landliebe-Pudding.

Wir fuhren dann mit einer kleinen Schleife zur Selauer Straße, in der es drei Sportanlagen gibt. Nicht offiziell zugänglich ist der verfallene und schon teilweise mit Bäumen überwucherte Fußballplatz im ehemaligen Kasernengelände. Die Straßburger Kasernen wurden erst von der Wehrmacht und dann von der Roten Armee genutzt. Letztere nutzte auch den Platz bis Anfang der 90er, doch mit den Kasernen verrottet auch die Sportanlage und abgesperrt wurde sie wegen eventueller Munitionsreste im angrenzenden Grundstück auch. Für alle frei zugänglich ist der ehemalige Kleinfeldplatz und jetzt Bolzplatz mit kleinen Leichtathletikanlagen gegenüber der Sportstätte von Schwarz-Gelb. Diese nach den Stadien von 1. FC und Rot-Weiß dritte Fußballsportstätte in der Stadt hat einen knappen Großfeldnebenplatz auf Höhe der Straße und einen mehrere Meter höher liegenden Platz für den Spielbetrieb, der von Bäumen (v.a. Robinien) und Kleingärten umgeben ist. Sehr idyllisch dort oben!
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Nachdem man bei der ausgesprochen unsympathischen Bierwampe die einen am Eingang wortlos anglotzt die 1,50€ Eintritt bezahlt hat, kann man dann auch die Plätze im Schatten der Robinien aussuchen. Heute standen gleich zwei Mannschaften namens Schwarz-Gelb auf dem Platz. Dass niemand schwarz-gelbe Trikots trug, war aber mal wieder klar: rot-gelb und schwarz-weiß spielten gegeneinander. Weißenfels und Deuben sind Tabellennachbarn – die Weißenfelser 5. und die Deubener 6. – wobei Deuben zwei Punkte weniger hat und in der Differenz auch zwei Tore schlechter ist.

Schnell gingen die Gäste in Führung, nachdem ein guter Angriff am Torwart scheiterte, doch der zurückprallende Ball gegen den 2er von Weißenfels prallte und von da wiederum am Torwart vorbei ins Netz. Der 2er hatte sowieso seinen Pechtag, denn er musste nach einem Foul noch vor der Pause ausgewechselt werden. Der vielleicht 1,50m kleine 14er der Deubener latschte dem klar größeren Weißenfelser – anscheinend auch nicht ganz unabsichtlich – auf den Fuß, der Schiri sah die Szene nicht richtig und während der Gefoulte heftig fluchend am Boden hockte und die Zuschauerin aus der Gartensparte dem unsicheren Unparteiischen den freundlich Rat gab, de Glotzn offzumachene, stahl sich die Deubener Pygmäe ohne Entschuldigung davon.

Nachdem Weißenfels ab der 10. Minuten die bessere Mannschaft war und bis zum Seitenwechsel nicht traf, verlor das Spiel in der zweiten Hälfte bei beiden Teams an Fahrt. Erst nach einem direkt verwandelten Freistoß der Hausherren nach einer Stunde Spielzeit kam wieder Tempo in die Partie. Der Freistoß war wirklich herrlich unter die Latte geschossen! Ein weiteres Tor fiel allerdings nicht. Weißenfels traf in der 89. nur noch die Latte.
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Da mein Vater im Gegensatz zu mir noch nicht den Platz in Burgwerben kannte, fuhren wir drei sofort weiter zum Spiel der Kreisoberliga. Der SV Burgwerben ist als 10. vor dem Spiel nur noch theoretisch in Abstiegsgefahr gewesen, doch der Gegner von Blau-Weiß Bad Kösen als 14. schon fast abgestiegen, da sie vier Punkte Rückstand auf den 13. hatten. Nach dieser intensiven und spannenden Partie sollten sich diese Plätze so gefestigt haben, dass Burgwerben in der Tat den Klassenerhalt feiern und Bad Kösen den Abstieg betrauern konnte.

Gerade einmal zwei Minuten waren gespielt, als Burgwerben den Ball aus Nahdistanz über die Linie drückte. Ein ausgeglichenes Spiel mit etwas mehr Chancen für Burgwerben und deutlich mehr Fouls an den Hausherren entwickelte sich. Kein weiteres Tor bis zur Pause – und immer mehr Fehlentscheidungen (v.a. zugunsten der Gäste) des schwachen Schiedsrichtergespanns.

Nach der Pause war es bald ein Freistoß der Burgwerbener der zum 2:0 führte. Die Entscheidung sollte es allerdings noch nicht sein – zum einen, da die Chancenverwertung der Burgwerbener recht schwach war, zum anderen auch, da drei Notbremsen der Bad Kösener mit einer einzigen gelben Karte bestraft wurden. Bad Kösen profitierte aber keineswegs nur von Schiedsrichterentscheidungen, sondern kam mit Kampfgeist und Anstrengungen zurück ins Spiel. Innerhalb von 8 Minuten glichen sie aus. Beim dritten Treffer bedienten sie sich so auffällig eines Handspiels und des Aufstützens am Fünfmeterraum, das auch der unglaublich einseitig winkenden Linienrichter mit der Sonnenbrille mal ausnahmsweise gegen Bad Kösen anzeigte – die Gästebank regte sich noch scheinheilig drüber auf.
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Am Ende war dieses Unentschieden recht glücklich für Bad Kösen, aber manifestierte den Tabellenstand, der ja für die Gäste leider sehr unschön war. Das Spiel war für den neutralen Zuschauer bei freiem Eintritt – auch das Catering war sehr günstig, wenn auch nicht besonders gut; aber Weißenfels ist halt nicht Leipzig – sehr unterhaltsam. Die Rückfahrt ging sehr lässig mit Rückenwind vonstatten – verglichen mit der zweiten Burgenlandtour am Tag darauf war es sowieso eine lässige Radfahrt, da es ja nicht bis in die Zeitzer Gegend ging. Apropos Zeit: der 1. FC gastierte ja zeitgleich beim TSV Leuna – und der TSV verwandelte einen 0:1 Rückstand in einen 6:1 Sieg. Super! Auch die II. gewann torreich mit 5:3 und hat somit ein Abstiegsderby am letzten Spieltag in Merseburg. Da sind wir dann natürlich auch zugegen.
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Statistik:
Grounds: 570 (heute ein neuer Ground; diese Saison: 120 neue)
Sportveranstaltungen: 1.284 (heute zwei, diese Saison: 171)
Tageskilometer: 60 (60 Fahrrad)
Saisonkilometer: 41.090 (20.430 Auto/ 10.200 Flugzeug/ 5.490 Bahn, Bus, Tram/ 4.160 Fahrrad/ 810 Schiff, Fähre)
Anzahl der Fußballspiele seit dem letzten 0-0: 24
Anzahl der Wochen, seit der letzten Woche ohne eine einzige Sportveranstaltung (31.7.-6.8. 2006): 252

Sonntag, 6. September 2009

WE162II: Von Fußbällen im Maisfeld und einem preußischen General als Namensgeber

VfB Dehlitz II 0:1 Rot-Weiß Weißenfels II
Samstag, 5. September 2009 - Anstoßzeit 12.00
Reservepokal Burgenland (2. Kreisklasse, 12. Liga gegen Kreisliga, 10. Liga)
Ergebnis: 0:1 nach 90 Min. (45/45) - Halbzeit 0:0
Tor: 0-1 75. Nr. 8.
Verwarnungen: Nr. 11 und Nr. 10 von Dehlitz
Platzverweise: keine
Spielort: Sportplatz Dehlitz-Lösau (Kap. 500)
Zuschauer: 15 (3 Gästefans)
Spielqualität: 2,5/10 (Spiel schwach, Drumherum cool!)

VfB Scharnhorst Großgörschen 1:5 SV Burgwerben
Samstag, 5. September 2009 - Anstoßzeit 15.00
Burgenlandpokal (1. Kreisklasse, 11. Liga gegen Kreisoberliga, 9. Liga)
Ergebnis: 0:1 nach 90 Min. (45/45) - Halbzeit 1:3
Tore: 0-1 15. Nr. 8 SVB, 1-1 27. O. Piller, 1-2 30. Nr. 13 SVB, 1-3 34. Nr. 9 SVB, 1-4 51. Nr. 9 SVB, 1-5 88. Nr. 3 SVB.
Verwarnungen: D. Arndtz, W. Stange, Sebastian (alle Großgörschen)
Platzverweise: keine
Spielort: Sportanlage VfB Scharnhorst Großgörschen (Kap. 1.000)
Zuschauer: 30 (15 Gästefans)
Spielqualität: 6,5/10 (Ordentliches Spiel)

The English version can be found through the following link: [Photos]. From now on, I prefer to use the photo account for reports in English language and this blog for reports in my mother tongue!

An einem windigen Pokalsamstag klappte es dann endlich mal mit dem Besuch in Dehlitz an der Saale, einem schön im Rippachtal gelegenen 550-Einwohner-Dorf. Erst stand natürlich eine kurze Besichtigung des nicht uninteressanten Ortes auf dem Programm. Eine kleine Kirche und ein ausgedehntes Rittergut gibt es. Im Innenhof des Gutes stapelt sich zwar tonnenweise Schrott und Altmetall, aber das Haupthaus mit dem Turm ist ebenso schön, wie das gegenüberliegende, als Restaurant benutzte Gebäude. Interessant ist auch die Kirche der Wüstung Treben. Mehr ist nicht übrig geblieben von dem Ort. Die Kirche wurde aber erhalten. Die Grabsteine direkt davor sind übrigens slawisch.

Hauptziel war natürlich der Fußballverein. Die zweite Mannschaft spielte im Reservepokal gegen Rot-Weiß Weißenfels II und war dabei als klar unterlegen eingeschätzt worden. Auch vom 3er, mit dem wir schnell ins Gespräch kam, wurde eine hohe Niederlage erwartet. Zum Schiedsrichter meinte er, wenn es 0:9 stehe, solle er doch alle weiteren Tore wegen Abseits aberkennen. So weit kam es jedoch nicht. Bis zur 75. Minute lieferte Weißenfels eine derart peinliche Leitung ab, dass sie es nicht fertig brachten, den Ball im Tor unterzubringen. Wenn man sich auch nur fünf Chancen erspielt, ist das auch nicht so einfach. Dehlitz hielt gegen, war aber völlig unfähig, selbst ein Tor zu erzielen. Stark waren die Klärungsaktionen, die die Bälle im Maisfeld, dass das Spielfeld zur Hälfte begrenzt, landen ließen. Nach der einzigen guten Aktion der Gäste stand es 0:1, wobei es bei dem Spielstand auch bleiben sollte. Dehlitz versemmelte fünf Minuten vor Abpfiff seine größte Tormöglichkeit. Spielerisch war das Spiel auch für diese Klasse nicht gut, doch die Atmosphäre war das Kommen wert. Wir bekamen von der Mannschaftsbetreuerin nach Spielschluss sogar noch eine Bilder- und Video-CD zum 90jährigen Bestehen des Vereins geschenkt. Auch mit einem früher bei Chemie Böhlen und vor allem Chemie Leuna aktiven Dehlitzer kamen wir schnell ins Gespräch. Auch diese Kontakte zwischen Leuna und Dehlitz, die bis in die 80er Jahre hinein noch Spielgemeinschaften bildeten, haben uns gefreut. So freundliche Gastgeber wie in Dehlitz hat man wirklich selten, meist wird man in Deutschland und seinen Nachbarländern nicht einmal gegrüßt und als Fremder auf einem Dorf nur wortlos angeglotzt. Beim VfB Dehlitz werden wir auf jeden Fall mal wieder vorbei gucken.
Nach ein paar Kilometern Fahrradfahren waren wir in Großgörschen angelangt. Dort gibt es viele Denkmale, vor allem das von Gerhard Scharnhorst, einem im Kampf gegen Napoleons Truppen 1813 in Großgörschen tödlich verletzten preußischen General. Um ihn wird einiger Personenkult in dem 800-Einwohner-Dorf getrieben, denn auch der Fußballverein – für Deutschland extrem ungewöhnlich, aber diese Namensgebung finde ich richtig gut! – heißt nach ihm. Im Vereinsheim hängt ein Porträt Scharnhorsts, daneben auch eins von Napoleon, und selbst die Satellitenschüssel trägt ein preußisches Kreuz. Das Vereinswappen zeigt das Denkmal für Scharnhorst. Fehlt nur noch eine Wandmalerei oder Tafel für ihn, wie das in arabischen Staaten gerne mit derzeitigen und damaligen Machthabern gemacht wird – da heißen ja Clubs und Stadien auch nach Kalifendynastien wie den Umayyaden oder Abassiden, historischen Schlachtorten wie Qadisiyya oder Hittin oder Persönlichkeiten wie Saladin.

Das Spiel im Burgenlandpokal, der nur für die ersten Mannschaften ist, was ich nur als sehr sinnvoll bezeichnen kann, wenn auch gleizeitig, wie hier im Burgenlandkreis, ein Pokal für die Reserveteams ausgetragen wird, war deutlich besser, als das in Dehlitz, denn vor allem die ersten 35 Minuten, die mit vollem Einsatz, gesunder Härte, vielen Chancen und auch vier Toren, davon drei für die Gäste, deren Anhang die Hälfte der Zuschauer stellte, ausgespielt wurden, waren herrlich. Nach der Pause machte Burgwerben die Entscheidung: 1-4. Danach schlief das Spiel etwas ein und die Gäste brauchten fast 40 Minuten bis zum nächsten Tor.

Nach Abpfiff gingen wir noch Bockwürste essen, was den Betreibern der Sportler-„Gaststätte“ echte Umstände machte, denn bei Spielen von ihnen lohnt es sich mittlerweile gar nicht mehr, irgendwelche Kleinigkeiten zu Essen anzubieten. Maximal Bier wird konsumiert. Beste Vorurteile bedienend.

Der Rückweg verlief schneller als der Hinweg, was mit der Windrichtung zu tun hatte. Alles in Allem mal wieder ein gelungener Ausflug mit zwei neuen Grounds, ein paar interessanten kleinen Sehenswürdigkeiten und angenehmen Fußballspielen.
Statistik:
Ground Nr. 348 (zwei neue Grounds; diese Saison: 17 neue)
Sportveranstaltung Nr. 879 (diese Saison: 20)
Tageskilometer: 60 (Fahrrad)
Saisonkilometer: 7.240 (6.680 Auto, 560 Fahrrad, 0 Bahn, 0 Flugzeug)
Anzahl der Fußballspiele seit dem letzten 0-0: 6
Anzahl der Wochen, seit der letzten Woche ohne eine einzige Sportveranstaltung (31.7.-6.8. 2006): 162

Fotos unter:
http://s181.photobucket.com/albums/x68/fchmksfkcb/BITTE%20HIER%20WEITER%20-%20FOTOS%20AB%2022-03-2009/090905%20BURGENLANDPOKAL%20DEHLITZ%20UND%20GROSSGOERSCHEN/